Dienstag, 05. Juni 2007
Steeljack ist wieder aus dem Knast. Es ist da draußen schwer für einen Ex-Knacki. Noch schwieriger ist es für einen Ex-Verbrecher, der sich mit Superhelden angelegt hat.
Steeljack erinnert sich an die Zeit, als er ein kleiner Junge war und die Engel fliegen sah. Was hätte er nicht alles dafür gegeben, so wie sie zu sein? Ein Superheld? Er wollte auch ein Held sein und war bereit alles dafür zu tun – und alles dafür zu bezahlen. Doch irgendwie kam alles ganz anders. Schneller, als ihm in der Gegenwart lieb ist, geriet er auf die schiefe Bahn. Irgendwann lernte er wirklich die Engel kennen. Zu diesem Zeitpunkt stand er längst auf der falschen Seite.
Wieder draußen, nach so vielen Jahren, in dem das Leben an ihm vorbeizog, ist es nicht leichter geworden. Für jemanden, dessen Haut aus Metall besteht, sind selbst Aushilfsjobs schwer zu finden. Als Tellerwäscher kann er auch nicht lange bestehen, denn seifiges Wasser und Metall lassen die Teller aus seinen Händen rutschen. Steeljack zieht sich frustriert immer weiter in sich zurück.
Da wird ihm ein Auftrag angetragen, mit er niemals gerechnet hätte. Irgendjemand lässt Menschen aus seinem Viertel verschwinden. Kleine Gauner, die sich mittels Technik und bescheidener Fähigkeiten, zu Super-Verbrechern aufgespielt hatten. Niemand von außerhalb interessiert sich für das Verschwinden dieser Menschen. Jeder glaubt, dass die Polizei sich um diese Fälle nicht kümmern wird – im Gegenteil, die vorherrschende Meinung lautet, man werde ehemaligen Verbrechern nicht helfen. Ein verschwundener Gauner ist eine Akte, die endgültig geschlossen werden kann.
Hier kommt Steeljack ins Spiel. Er ist nicht der Beste, den sie finden können. Er ist auch kein intelligenter Detektiv, aber – und das ist sein besonderer Vorteil – er kann sehr viel einstecken. Zuerst weiß er nicht, wo er überhaupt anfangen soll. Er fragt herum und klappert die Verwandten der Verschwundenen ab. Wie es sich bald zeigt, taugt selbst das schlimme Schicksal der Gauner nicht zur Abschreckung. Ein junges Mädchen will sich auf den gleichen Pfad wie ihr Vater begeben. Steeljacks versucht sie zu überzeugen, dass sie einen Fehler macht. Ihre Reaktion erinnert ihn zwangsläufig an sich selbst, als er in ihrem Alter war.
Seine Arbeit bringt nichts. Im Gegenteil, denn die Menschen sterben weiter. Und es begegnen ihm hoffnungslose Menschen wie El Hombre, der Held, der sich seine Bedrohungen selber schuf und kläglich damit scheiterte. Eigentlich sollte Steeljack dadurch endgültig abgeschreckt werden, aber ab einem bestimmten Moment erwacht sein Ehrgeiz. Schwach ist er zu Beginn und wird endlich von dem tiefen Wunsch zu helfen abgelöst. Die Spur wird heißer. Leider will niemand auf Steeljacks Vermutung hören, obwohl er sie mit Indizien untermauern kann.
Steeljack steht allein. Aufgabe kommt jedoch nicht mehr in Frage.
Astro City – Der gefallene Engel zeigt die (oder eine) Welt der Superhelden, in es lebensechter zugeht. Die Menschen haben hier eine Menge Probleme und Sehnsüchte, die durch die Superhelden noch genährt werden – ja, man könnte sagen, gäbe es das Vorbild der Helden nicht, gäbe es auch viel weniger Verbrecher.
Kurt Busiek, der Fans von seiner sehr guten Arbeit an den Rächern her bekannt sein dürfte, hat mit Astro City eine Plattform bearbeitet, in der die Sicht von unten viel bedeutsamer bei der Erzählung ist.
Busieks Held in dieser Geschichte, der gescheiterte Superverbrecher Steeljack, dürfte wohl zu den traurigsten Exemplaren seiner Gattung gehören. Das liegt nicht zuletzt an den Zeichnern Alex Ross (Cover) und Brent Eric Anderson. Steeljack sieht aus wie ein metallener Robert Mitchum. Groß und schwer kann seine Erscheinung zwar noch beeindrucken, aber die Kraft ist aus der Haltung verschwunden. Die Schultern haben zuviel Belastung ertragen. Steeljack ist ein riesiges Kind. Alle Illusionen sind verloren gegangen. Misstrauen und Selbstzweifel beherrschen ihn. Aus Steeljack ist der typische Antiheld geworden, der im Selbstmitleid ertrinkt, bis er erkennt, dass er der einzige Mensch ist, der das Unheil aufhalten kann. Er entscheidet sich, über den eigenen Schatten zu springen und den Weg zu Ende zu gehen – egal, was geschehen mag. Insgeheim hat er seinen wahrscheinlichen Tod auch in die Gleichung aufgenommen. Mittlerweile ist er davon überzeugt, dass es das wert ist.
Außer der vorzüglich beschriebenen Figur Steeljack steht sein altes Viertel im Mittelpunkt der Handlung. Zwar bildet es auch die Plattform, auf der erzählt wird, aber es ist ebenso ein vielschichtiger Protagonist.
Gemäß alter Krimi- und Thrillervorlagen ist dieses Viertel auf Einzelschicksalen gebaut. Der Friedhof, der für Steeljack ein wichtiger Anlaufpunkt ist, zeugt davon. Hier findet er sich nicht nur er ein, um sich stets bei seiner Mutter zu entschuldigen, dass er es nicht besser gemacht hat. Hierher kommt auch die nächste Generation, bereit, die gleichen Fehler zu machen wie, bereit dafür, so großspurig zu sein und zu behaupten, man würde es als Superverbrecher zu mehr bringen als die alten Herrschaften.
Superverbrecher wie auch Superhelden sind jenseits der allseits bekannten Figuren aus dem DC- und Marvel-Universum angesiedelt. Manche Figur macht einen etwas lächerlichen Eindruck, wird aber im Rahmen der Geschichte außergewöhnlich gut hergeleitet (wie im Falle von El Hombre und der Schildkröte).
Was die realistischen Eindrücke im ersten Ansatz festigt, sind die tollen Cover der einzelnen Episoden von Alex Ross. Dank ihm wirken Steeljack, El Hombre und Schildkröte ziemlich realistisch, beinahe wie Entwürfe zu einer Verfilmung. Gerade das Auftauchen der Schildkröte aus dem Wasser ist dergestalt angelegt.
Die Hauptarbeit der Bilder erledigt Brent Eric Anderson versiert und ohne Experimente. Aber jegliches grafisches Abweichen von den üblichen Darstellungen hätte vielleicht auch zu sehr abgelenkt.
Auch so können Superhelden sein: Realistischer, mit sehr viel Gemüt und Stil erzählt. Steeljack ist eine hervorragende Figur geworden, die sich in einem spannenden Thriller behaupten muss. 😀
Freitag, 01. Juni 2007
Zayne Carrick will nicht aufgeben. Ohne Ausrüstung muss es einen Weg geben, an Nahrung zu kommen, ohne den Kampf zu suchen. Da trifft es sich, dass die Mandalorianer für Panik in der Galaxis sorgen. Die Gruppe um Zayne benutzt diese Angst für ein gelungenes Ablenkungsmanöver – bis aus der Täuschung bitterer Ernst wird.
Die Mandalorianer greifen an. Zayne und seine Freunde können das allgemeine Durcheinander nutzen, jedoch nicht ohne weitere Schwierigkeiten heruafzubeschwören. Eine Freundin von ihnen, Jarael, wurde gefangen genommen. Die Mandalorianer fangen Jedi, wo sie nur können, um sie geheimen Experimenten zu unterziehen. Jarael, die vorgab, eine Jedi zu sein, kann ihre Entführer nicht vom Gegenteil überzeugen. Bald findet sie sich in der Gesellschaft echter Jedi wieder, die von den Tests erschöpft und sogar dem Tode nahe sind.
Demagol, der Wissenschaftler der Mandalorianer, der sich diese Experimente ausgedacht hat, kennt keine Gnade.
Zayne denkt sich einen Plan aus, einen tollkühnen Plan, aber Zayne ist ein Hitzkopf. Außerdem ist die Zeit knapp und ein ausgefeiltes Vorgehen ist nicht machbar. Ihr unfreiwilliger Begleiter, ein Mandalorianer, der seine eigene Auffassung vom Krieg gegen die Republik hat, hilft dem kleinen Team. Der Plan ist simpel. Wie gut, dass Mandalorianer allesamt Masken tragen. Eine bessere Chance wird sich Zayne und seinen Freunden nicht mehr bieten.
Wie gut allerdings auch, dass Zayne zu diesem Zeitpunkt nicht weiß, dass die republikanischen Streitkräfte annehmen, bei ihm handele es sich um einen Jedi-Verräter.
Andernorts auf Coruscant wollen auch die Jedi der Flüchtigen habhaft werden. Die Idee dieser Gegenwart hatten sie sich anders ausgemalt. Zayne kommt dem Vorhaben einer bestimmten Gruppe unter den Jedi in die Quere. Zayne kann sich weiterhin entziehen, aber etwas Schnödes brauchen sie dennoch, damit die Flucht auch zukünftig gelingt: Geld.
Ein Sprung in die Vergangenheit des Star Wars-Universums führt den Leser zu den Knights Of The Old Republik. Der Zeitraum vor 4000 Jahren ist bereits mehrmals für Geschichten aufgegriffen worden. Hier erfahren die Leser viel mehr über die Vergangenheit der Mandalorianer, deren grundsätzliche Rüstung und Legende später Furcht und Schrecken in Form von Jango und Boba Fett verbreitet. So wie die Darstellung dieses Volkes ausfällt, ist es kein Wunder, dass dieses auf Krieg trainierte Volk als Matrize für die späteren Klonkrieger ausgewählt wurde.
Ihre beständige Maskerade lässt einen Angriff dieser Soldaten noch gruseliger ausfallen. Zwar gibt es primäre Ähnlichkeiten im äußeren Erscheinungsbild, doch jeder Soldat besitzt seine individuelle Rüstung, die vielleicht sogar ein wenig seinen Charakter widerspiegelt.
Ein gutes Beispiel für diese These ist Demagol, der monströs anzuschauende Wissenschaftler der Mandalorianer. Seine Erscheinung erinnert ein wenig an die Lawbringer aus der Science Fiction Saga Negation und ist auch so bedrohlich, wenn auch weniger mythologisch angehaucht.
Für Zayne ist die Hilfe, die er seiner Freundin Jarael bringt, die Stunde der Wahrheit, denn damit offenbart er seinen Aufenthaltsort und legt zusätzliche Fährten, die das falsche Bild von ihm noch verstärken.
Autor John Jackson Miller legt mit Zayne einen Charakter vor, der äußerst sympathisch ist, nur leider scheint ihm kein richtiges Glück gegönnt zu sein. Kaum hat er eine Situation gemeistert, bringt ihn das wieder in die nächste Ausgangslage für den nächsten Weg in die Traufe. Nicht vergessen werden darf der Umstand, dass andere Kräfte darüber hinaus auf der Jagd nach ihm sind.
Für die Gestaltung der Bilder sind die Zeichner Dustin Weaver, Brian Ching und Harvey Tolibao verantwortlich. Lassen sich sonst in einem solchen Event deutliche Unterschiede zwischen den Arbeiten der einzelnen Zeichner feststellen, bleibt dies hier erfreulicherweise aus. Alle Zeichner bewegen sich stilistisch auf dem gleichen Level, so dass ein sehr gutes einheitliches Bild entsteht. Die Detailfreude, die besonders bei den verschiedenen Rüstungen der Mandalorianer zum Ausdruck kommt und den Schiffsansichten, wird vielleicht nur noch durch die wirklich ausgefeilte und liebevolle Umsetzung der Völker (hier im Besonderen die beiden Hammerheads) getoppt.
Dank der Farbgebung durch Michael Atiyeh und Jay David Ramos wird die zweite Episode zu KOTOR zu einem wahren Fest für Star Wars Fans.
Ein spannender Augenschmaus mit einer wilden Achterbahnfahrt durch die Star Wars Vergangenheit. Es ist schön, dass innerhalb der vielen Erscheinungen so viel Wert auf einzelne Abschnitte gelegt wird. Nicht nur für Star Wars Fans, sondern auch Space Opera Liebhaber ein Muss.
Knights Of The Old Republik 2 – Stunde der Wahrheit: Bei Amazon bestellen
Mehr Informationen (auch zum Thema Star Wars) in Brian Chings Blog unter brianching.blogspot.com.
Donnerstag, 31. Mai 2007
Lex Luthor befindet sich auf der gleichen Stufe wie die größten Kriegsverbrecher und Tyrannen, die es jemals in der menschlichen Geschichte gegeben hat. So ist jedenfalls die Meinung des Gerichts. Für Luthor klingt das Todesurteil eher wie ein Kompliment. Mehr konnte er sich gar nicht wünschen.
Clark Kent ist über den Interview-Termin mit diesem prominenten Verbrecher in der Todeszelle gar nicht erfreut. Luthor hingegen findet die Situation belustigend. Nicht zuletzt waren es die Beweise, wie er die Artikel nennt, des Daily Planet, die eine Verurteilung Luthors möglich machten. Lex, der sehr viele Freiheiten im Gefängnis genießt und weiter an seinen Gerätschaften basteln darf (immer unter Beobachtung), wird durch Zufall durch Clark vor einem tödlichen Stromschlag bewahrt. – Jeder Leser kann sich denken, dass hier alles andere als Zufall am Werk war.
Das Gespräch verläuft äußerst einseitig. Luthor wähnt sich bereits auf einer höheren Stufe der Evolution, während Clark nur ein Schreiberling ist, dem es gestattet wurde, sich die geistigen Ergüsse eines Luthor anzuhören.
Eines ist vollkommen deutlich: Luthors Selbstwertgefühl ist allein durch die Existenz eines Superman gehörig angeknackst worden. Ein edles Überwesen deklassiert Luthor vollkommen. So ist es kein Wunder, dass Lex regelrecht mit seinem Mordanschlag auf Superman prahlt.
Doch zwischendurch gilt es hinter den Gefängnismauern das eigene Leben zu bewahren. – Und das ist gar nicht so einfach.
Smallville wird wenig später zum Schauplatz einer ungewöhnlichen Begegnung. Für Superman sind Zeitreisen nichts Besonderes. Eine Begegnung mit Mitgliedern der Superman Squad, unterschiedlichsten Nachkommen Supermans aus verschiedenen Epochen, wird für Clark nicht nur ein ungewöhnliches, sondern auch ein schmerzhaftes Ereignis.
Mit All Star Superman 3 geht die etwas andere Erzählung um den Stählernen in die lang erwartete nächste Runde. Frank Quitely, bekannter Zeichner im Marvel-Universum in der New X-Men-Reihe, interpretiert Superman auf eine höchst eigentümliche, aber auch erfrischend neue Art. Aber Quitely kann nicht ganz aus seiner Haut, so erinnert Lex Luthor ein wenig an Professor X. Es mag ihm nachgesehen werden, denn Quitely kann das Mienenspiel eines Charakters vorzüglich auf Papier bannen.
In der ersten Episode Luthor, und wie er die Welt sah können beide Comic-Veteranen, Grant Morrison als Autor und Quitely, aus dem Vollen ihrer humoristischen Ader schöpfen. Clarks Versteckspiel ist je nach Geschichte ein offensichtliches oder unterschwelliges Thema gewesen. Aber ganz selten nur wurde Clarks zur Schau gestellte Tolpatschigkeit auf so treffliche Art erzählt. Sein Gesichtsausdruck, der tatsächlich der eines überraschten Tölpels ist, ist sehr komisch gelungen. Clarks Besuch im Gefängnis hat etwas von einer Sitcom. Witze erfolgen auf Teufel auf komm raus. Dabei ist völlig gleichgültig, ob jeder Witz zündet, ob er gut ist oder nicht. Wer sich einmal an die Achterbahnfahrt der Komik gewöhnt hat, lässt sich einfach treiben – und genießt.
Schließlich versinkt die Episode in einem wohl geordneten Chaos, in dem sich ein merkwürdiger (aber auch glaubwürdiger) Parasit präsentiert. Aber auch der Wahnsinn Luthors ist treffend stilisiert – er ist nicht mehr der Geschäftsmann, der zum Präsidenten aufsteigen könnte, sondern nur noch ein Irrer mit einem wahnsinnig hohen IQ.
Die Episode Begräbnis in Smallville ist alles andere als humorlos, doch Morrison webt zusätzlich eine gründliche Portion Nachdenklichkeit und Traurigkeit mit ein. Jeder Supie-Fan weiß, dass Pa Kent sterben muss. Die Umsetzung in dieser Form ist eindrucksvoll geworden – und kommt, obwohl man vorgewarnt ist, doch überraschend.
Die neue Erzählweise, das Aufrollen der altbekannten Geschichte in einer anderen Form ist nicht der übliche Transport in ein neues Jahrzehnt, vielmehr eine gelungene Mischung aus Altmodigkeit und vielen neuen Ideen. 😀
Dienstag, 29. Mai 2007
Die Indianer verbreiten Terror unter den weißen Siedlern. Die Übergriffe gefährden den dünn besiegelten Frieden. Blueberry gelingt es dank seiner guten Kontakte zu den Indianern, den Anführer der Aufrührer gefangen zu nehmen.
Aber es formieren sich auch Stimmen in den Reihen der Soldaten und der Siedler, die Blueberry wegen seiner Kontakte als Verräter bezeichnen. Die Tatsache, dass sich Blueberrys Rückkehr in der winterlich verschneiten Steppe verzögert, verschlimmern diese Mutmaßungen zusätzlich. Außerdem verhärten sich die Ahnungen über die Herkunft der Waffen, die von den Indianern bei ihren Überfällen benutzt wurden.
Die Waffen müssen aus Fort Navajo stammen.
Blueberry hat in der Zwischenzeit ganz andere Probleme. Er birgt den Überlebenden eines Postkutschenüberfalls, der ihn dringend sucht. Blueberrys Fähigkeiten als Problemlöser sind gefragt. Von höchster Stelle erhält er den Auftrag einer Bande von Waffenschiebern auf die Spur zu kommen.
Die Spur führt weg von Fort Navajo, nachdem Blueberry bei der Klärung einer gefährlichen Situation geholfen hat. Die Indianer, die ihm freundschaftlich verbunden sind, tun ihr Übriges, um die Bedrohung durch ihr Volk abzuwenden. Bisher konnte Blueberry den Waffenschieberring nicht ausheben. Einer der Verantwortlichen ist flüchtig. Blueberry hängt sich an seine Fersen.
Blueberry wird der neue Polizist im Himmel, der Marshal von Heaven. Begeistert ist er von dieser Aufgabe nicht, aber der Befehl kommt von ganz oben, geradewegs aus Washington.
Diese Stadt ist auf dem besten Weg, eine Kloake zu werden.
Dieser Meinung ist nicht nur die junge Tess Bonaventura, die auf ihrer Ranch andere Frauen aufgenommen hat, um sie aus der Prostitution und der täglichen Erniedrigung zu befreien. Auch an anderer Stelle macht die städtische Obrigkeit sich Sorgen. Allerdings denkt sie dabei auch an die Horde von Sünderinnen, die gemeinsam auf einer Ranch lebt. Blueberry versucht, sich aus all dem herauszuhalten und einzig seinen Auftrag zu verfolgen. Das fällt ihm jedoch zunehmend schwerer.
Bald gibt es noch einige Rechnungen zu begleichen. Doch zuvor muss Blueberry wieder auf die Beine kommen. Da trifft es sich, dass er die Herzen einiger Menschen erwärmt hat, die sich nun fürsorglich um ihn kümmern.
Hinter jedem mutigen oder mächtigen Mann, steht eine Frau, für die es sich lohnt, mutig zu sein oder für die es sich lohnt, die Spitze zu kommen. Blueberry kann sich der Liebe seiner neuen Freundin gewiss sein. Ebenso kann auch sein Gegenspieler auf die Unterstützung seiner Frau zählen. Die Tragödie nimmt ihren Lauf.
In den Geschichten Auf Befehl Washingtons, Mission Sherman und Blutige Grenze hat Jean Giraud den Zeichenstift mit der Schreibmaschine vertauscht. An seiner Stelle zeichnen William Vance (Episode 1 + 2) und Michel Rouge, der die dritte abschließende Geschichte zeichnet.
Wer sich ein wenig mit Comic-Thrillern beschäftigt hat, wird vielleicht Vance’ Arbeiten von Bob Morane, Bruno Brazil und der Langzeitserie XIII her kennen. Von jemandem, der 1964 seinen Einstieg ins Comicgeschäft schaffte, kann man mit Fug und Recht behaupten, ein Comic-Veteran zu sein. Seine Männer sind harte und toughe Kerle, seine Fieslinge sind finstere Burschen mit zerfurchten Gesichtern. Seine Frauen sind jung und schlank, verführerisch und mutig. Vance’ Figuren sind stets wieder erkennbar. Seine Frauen sind stets identisch anzuschauen, sieht man einmal von Haar- und Hautfarben ab. Ähnlich wie bei Zeichnern vom Kaliber eines Hermann oder Romero ist das aber egal. Hier geht es nicht um Realismus, sondern um Unterhaltung. Wie in einem guten Thriller oder wie hier in einem guten Western sollen die Frauen schön sein.
Der genaue Gegensatz zur Weiblichkeit ist die knallharte Action, die auch vor den Frauen keinen Halt macht. Direkt in der Eingangsszene zeigt sich, was Vance unter Western versteht. Beim Betrachten der Bilder drängt sich einem weniger der Eindruck eines amerikanischen Westerns auf, sondern vielmehr der eines Spaghetti-Westerns, der unter den Fittichen eines Sergie Leone entstanden ist. Sehr oft blicken die Akteure den Leser direkt an und beziehen ihn scheinbar in die Handlung mit ein. Es ist viel Wut, mitunter auch Verzweiflung in diesen Gesichtern. Bei den Männern findet sich außerdem die Entschlossenheit, das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen – so, wie es Blueberrys Art im Besonderen und die des Westmannes im Allgemeinen ist.
Ähnlich und doch weicher ist der Zeichenstil von Michel Rouge. Er tendiert mehr zur Visualisierung seines Vorgängers Jean Giraud. Blueberry sieht hier wieder mehr nach Belmondo aus. Schatten und Strichführung erinnern in weiten Teilen an Giraud.
Beeindruckend an der letzten Episode ist der Showdown, an dem Blueberry überhaupt nicht beteiligt ist. Mag der eine oder andere Leser kritisieren, dass Girauds Erzählweise nicht so komplex wie die eines Charlier ist, weiß er doch mit diesem Abschnitt sehr zu überraschen. Es ist schlüssig, wie der Wahnsinn und die Gier um sich greifen. Am Ende lässt dieser Schluss sogar Mitleid zu, denn irgendwie waren die Akteure gezwungen, so zu handeln.
Der tolle Eindruck dieses Abschnitts ist natürlich auch Rouge zu verdanken, dem es durch ein einzelnes Bild gelingt, den Irrsinn dieser Menschen auf den Punkt zu bringen. Vor der Kulisse einer grandiosen und scheinbar ewigen Landschaft ist es gleichgültig, wie sich der Mensch benimmt.
Abseits von Jean-Michel Charlier weiß auch Jean Giraud als Erzähler dieser in sich geschlossenen drei Episoden zu überzeugen. Vance und Rouge vermitteln als Zeichner einen deutlich härteren Eindruck als in bisherigen Geschichten. Ein knallhartes Western-Erlebnis in bester Italo-Tradition.
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Samstag, 26. Mai 2007
Dr. Julien Saunière hat die Attacke des Fremden dank der Hilfe seiner jugendlichen Freunde überlebt. Mit kindlichem Wagemut haben sie den unheimlichen Angreifer in die Flucht geschlagen. Juliens Verletzung ist vernachlässigbar. Deshalb nimmt er seine Ermittlungen auch sogleich wieder auf.
Seine alte Freundin, die Ärztin Dr. Tournon, hat etwas herausgefunden, das sie wegen ihrer Freundschaft zu Julien ihm nicht vorenthalten möchte. Der seltsame Spruch Et In Arcadia Ego ist der Wahlspruch der Lorraines, einer alten und sehr mächtigen Adelsfamilie in Frankreich. Die Erkenntnis aus dieser simplen Tatsache ist einfach: Sollte der Hochadel in die unheimlichen Vorkommnisse verwickelt sein, kann es sehr gefährlich werden – noch gefährlicher als es ohnehin schon ist.
Aber wer zur Hölle baute Salomons Tempel in der Pariser Kanalisation nach?
Ungeachtet der Gefahren und der Inquisitoren auf den nächtlichen Straßen von Paris dringt Julien wieder in die Katakomben der Stadt vor. Die Geheimdokumente, die er vorfindet, erzählen eine Geschichte, die weit in die Vergangenheit reicht und die Erinnerungen an die Tempelritter wachrufen. Während Julien seine Nachforschungen betreibt und sehr bald den Unmut einflussreicher Persönlichkeiten auf sich zieht, gärt es auch in der Politik. Stimmen, die sich lange Zeit gegen den Kolonialismus Frankreichs ausgesprochen haben, da eine aggressive Expansion nur kriegerische Auseinandersetzungen nach sich ziehen kann, drehen ihre Fahne plötzlich in den Wind. In Frankreich brechen neue Zeiten an. Die Falken in den Spitzen der Politik haben die Oberhand gewonnen.
Von all dem wähnt sich Julien unberührt, aber er irrt sich gewaltig. Die Mächtigen haben in streng geheimen Zirkeln ihre Macht seit alters her bewahrt und vermehrt. Und sie sind immer noch süchtig nach mehr Macht. Wie es ausschaut, sind sie die Arbeit im Geheimen Leid und wollen sich und ihre Ziele endlich offenbaren.
Mehr noch: Wo der Adel seine Spielchen treibt, kann sich die Kirche nicht lange zurückhalten, zumal Julien in ihre Kreise eindringt. Der Doktor hat in ein Wespennest gestochen, er spielt ein Spiel, das er noch nicht vollends versteht. Sein Einsatz ist sein Leben.
Die Edition rund um Rex Mundi geht in die zweite Runde. Der unterirdische Fluss zeigt dem Leser eine alternative Welt, die sehr an unsere erinnert und auch viel mit ihr gemeinsam hat. An verschiedenen Stellen des Zeitstranges kam es zu Abweichungen. Sieht man einmal von den Einflüssen der Magie in dieser Welt ab, wäre eine Entwicklung dieser Art nicht undenkbar gewesen. Rex Mundi ist ein Mystery-Thriller im besten Sinne. Nicht nur die Jagd nach dem Heiligen Gral fasziniert letztendlich, sondern es fesseln auch die Intrigen, die politische Situation und die zahlreichen Hintergrundinformationen, die auf ähnliche Weise eingewoben wurden, wie es der Mystery-Fan vielleicht von Das geheime Dreieck her kennt.
In den hier zusammengefassten 6 Kapiteln entwickelt sich die Hauptfigur Dr. Julien Saunière weiter. Sein Verhalten wird bedächtiger. Die verschiedenen Ereignisse haben ihn vorsichtiger werden lassen. Wer uralte Computerspiele kennt, kann sich bei Juliens Nachforschungen in Tunneln und den Rätseln, die er lösen will, an Adventures erinnert fühlen. Auf den Spuren der Mystery-Welle, die von Veröffentlichungen wie Sakrileg und Illuminati eingeläutet wurde, weicht Rex Mundi sehr schnell von ausgetretenen Pfaden ab und geht einen vollkommen eigenen Weg.
Allein die Beschreibung dieser Welt, die Julien enorme Probleme bereitet, weil ein eigener Kopf (ohne Macht) hier nicht gern gesehen ist, erzeugt enorm viel Spannung. Die Möglichkeit, die Wort- und Bilderrätsel mitzuverfolgen, bildet die nächste Stufe der Spannung. Die Aufbereitung der Vergangenheit ist glänzend hinzugefügt.
Die Vielfalt der Informationen erlauben ähnlich wie in einem gut konstruierten Thriller keinerlei Unaufmerksamkeiten. Jedes kleine Stück komplettiert das Puzzle oder vervollständigt die Fährte zum nächsten wichtigen Teil.
Juliens Nachforschungen zusammen mit dem Rabbi sind ein gutes Beispiel. Allein in wenigen Szenen entfaltet der Autor Arvid Nelson eine derartige Komplexität, dass es beinahe schon wie ein Streifzug durch antike Geschichte und Religion wirkt. Glaubt man sich als Leser auf der sicheren Spur und rätselt mit, wird im nächsten Augenblick ein Krimi daraus, in dem schaurig entstellte Leichen gefunden werden. Julien grübelt darüber nach, ob der Mörder vielleicht ein Golem sein könnte. – Ob das tatsächlich der Fall ist, soll hier natürlich nicht verraten werden.
Was mich persönlich sehr fasziniert, ist die Gestaltung der französischen Gesellschaft und daraus resultierend die Gestaltung einer ganzen Welt. Die Aufteilung der herrschenden Schicht in König, Robe und Schwert ist mit all ihren Facetten einfach stimmig. Die Rückblicke, die an wahren Begebenheiten angelehnt sind, sorgen für einen realistischen Hintergrund. So gibt es ein Wiedersehen mit dem Mann mit der eisernen Maske, dem Untergang der Templer und auch mit dem kleinen Korsen, der es hier nicht zum Kaiser von Frankreich schafft, sondern (freilich von der Geschichte abweichend) in einem Verlies sein Leben lässt.
Eric J zeichnet in eleganten Formen. Seine Figuren haben etwas Unechtes, etwas von Schaufensterpuppen, dank ihrer Eleganz heben sie die Geschichte auf eine höhere Stufe als einen herkömmlichen Thriller. Auf Hollywood-Ebene würde man von einem Hochglanz-Krimi reden. Aber die gesamte geschilderte französische Gesellschaft mit ihrem Adel, Klerus und den Gilden ist hier bereits durch Nelson auf Hochglanz getrimmt. Es wird in einigen Szenen sehr deutlich, wie sehr naserümpfend sich die gezeigten Franzosen über dem Rest der Welt stehend wähnen. Die doch optisch sehr dunkle Darstellung der Bilder, durch Jeromy Cox, schafft eine Atmosphäre aus Antiquiertheit und Big Brother-Gefühl. Ein gutes Beispiel für diese Stilelemente sind die in Masken auftretenden Inquisitoren, deren starre Gesichter alles zu sehen scheinen, an venezianische Karnevalsmasken erinnern und doch keine Gefühlsregung verraten.
Für Mystery- und Thriller-Fans ist diese kleine Reihe ein Muss. Wer nach einer wirklich herausragenden Erzählung in diesem Genre sucht, wird Rex Mundi lieben. 😀
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Freitag, 25. Mai 2007
Peter Parker ist glücklich. Die Menschen lieben Spider-Man. Sie jubeln ihm zu. Leider hat Mary Jane (Kirsten Dunst) alles andere als Erfolg. Ihr erster großer Auftritt auf einer Bühne floppt. Und Peter ist so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass er ihren Kummer nicht bemerkt.
Damit nicht genug. Harry Osborne (James Franco) hat nicht vergessen, wen er eines Nachts neben der Leiche seines Vaters gefunden hat: Spider-Man alias Peter Parker (Tobey Maguire). Nachdem er einen Handel mit Doctor Octopus geschlossen hatte, der leider nicht zum gewünschten Erfolg führte, will er sich nun der Techniken bedienen, die schon sein Vater nutzte. Ausgestattet mit diversen technischen Spielereien schwingt sich Harry in die Luft, um einen vollkommen überraschten Peter zu attackieren.
Diese Attacken hindern Peter nicht daran, seinem Job nachzugehen und die Leute in New York zu retten und so die Straßen sicherer zu machen. Bei dieser Gelegenheit rettet er auch Gwen Stacy, ihres Zeichens Tochter des amtierenden Polizei-Captains und rein zufällig eine Studienkollegin. – Letzteres ist eine Tatsache, die er vor M.J. verschwiegen hat. M.J. fragt sich zurecht, warum er ihr diesen Umstand nicht erzählt hat.
Am Boden gehen die Auseinandersetzungen weiter. Eddie Brock (Topher Grace) will Peter den Job abluchsen. Spider-Man in besonderen Situationen fotografieren, das können auch andere, denkt sich Eddie und ahnt nicht, wen er da herausfordert.
Denn Peter ist zeitweise nicht mehr das, was er einmal war. Während eines trauten Zusammenseins mit M.J. ging ganz in der Nähe ein kleiner Meteorid nieder, der eine merkwürdige Fracht mit sich führte. Das schwarze, an Teer erinnernde Lebewesen heftet sich auch sogleich an Peters Moped und wenig später an Peter selbst.
Inzwischen hat auch Flint Marko (Thomas Haden Church) ein Problem. Er ist nicht nur auf der Flucht, sondern er will auch noch das Geld für Behandlungskosten seiner Tochter auftreiben. Leider gerät er auf der Flucht in ein Sperrgebiet, in dem ein wissenschaftliches Experiment stattfindet. Am nächsten Morgen ist der Sandman geboren und Spider-Man hat einen Feind.
Es vergeht nicht viel Zeit und alles scheint in die Brüche zu gehen. Peters Beziehung zu M.J., seine neu erwachte Freundschaft zu Harry, seine Beliebtheit bei den New Yorker Bürgern, sein Fotografen-Job und auch seine gesamte Persönlichkeit.
Das Finale (?) der Saga um die freundliche Spinne von nebenan geht mit Spider-Man 3 in einen überbordenden Endspurt. Gleich drei Gegner muss Peter Parker bewältigen. Außerdem gilt es die eigene dunkle Seite zu besiegen, Mary Jane muss zurück gewonnen, die Trauer um Onkel Ben endlich überwunden werden. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes sehr viel Stoff für einen einzigen Film – als Fan hätte man sich eine ähnliche Lösung wie in Kill Bill gewünscht. Zuviel Material für einen Film? Mach’ zwei daraus.
So jedoch ist ein Film entstanden, der Nicht-Comic-Spidey-Fans vielleicht angesichts der Fülle der Informationen überfordern kann. (Ähnliche Stellungnahmen konnte ich zum Ende des Filmes im Publikum hören.)
Den Zuschauer erwarten Venom, Sandman, Gwen Stacy, Harrys Kampf-Auftritt, Stan Lees Gastauftritt, Bruce Campbells kleine humoristische Einlage, ein Jonah Jameson, der etwas zu kurz kommt, ein Mini-Auftritt von Willem Dafoe als Stimme aus dem Jenseits. Die Aufnahmen rund um Spider-Man, seine Kämpfe mit und ohne Kostüm, gewohnt in rotblau und in schwarz, sind spektakulär und für jeden Fan bereits den Eintritt wert. Spider-Man kann inzwischen Netzklumpen abschießen, hat also deutlich dazugelernt. Venom tritt so auf, wie es von den Comics her bekannt ist. Eine kleine Erklärung um die Herkunft des Symbionten fällt ein wenig kurz aus, kann aber in der Fülle anderer Informationen kaum anders bewältigt werden, ist doch die Entstehung des Sandman auch fast nichts weiter als eine Fußnote.
Gwen Stacy, die eigentlich durch den Grünen Kobold getötet wurde, hat hier ihren Auftritt. Einerseits ist sie ein wenig in Peter und Spider-Man verschossen, anderseits wird sie von Peter in seiner dunklen Phase für eine Eifersuchtsszene ausgenutzt. Sieht man davon ab, dass die Kontinuität der Comics nicht beibehalten wurde, ist der Einbau von Gwen Stacy gelungen – wenn auch, wie alles andere, nur angeschnitten und nicht in letzter Konsequenz genutzt.
Flint Marko alias Sandman wurde mehr Gut-Profil verliehen, als es in den Comics der Fall ist. Die Betonung darauf, dass er eigentlich der arme Junge ist, der eigentlich nur immer zur falschen Zeit am falschen Ort landet, ist etwas zu dick aufgetragen. Spätestens nach dem dritten Hinweis dieser Art sollte es der Zuschauer begriffen haben. Der Gutmensch Marko hatte zwar auch eine gewisse Phase in den Comics, ihn aber als den tatsächlichen Mörder von Onkel Ben einzubauen, hinkt etwas – das schien auch den Machern des Films aufgefallen zu sein, denn nicht umsonst beschwert sich Peter, dass die Polizei es zwei Jahre lang unterlassen hat, diesen Umstand den nächsten Verwandten mitzuteilen.
Ein paar ungelöste Fragen schmälern das Kinovergnügen. Nachdem Peter den Symbionten losgeworden ist, stellt sich für ihn anscheinend nicht die Frage, dem verschwundenen Wesen nachzuspüren. Schließlich geht von der schwarzen Substanz eine Gefahr aus. Wie kommt Peter eigentlich nackt nach Hause? Wie gelingt es Venom derart schnell, Sandman aufzuspüren?
Aber das sind letztlich Kleinigkeiten, die vor dem Gesamtfilm mit seiner Überlange verblassen.
Ich persönlich hätte mir für den Abschluss der Trilogie den Auftritt der Echse (Lizard) gewünscht, nachdem Dr. Connors bereits im zweiten Teil eingeführt worden ist. Als Charakter und Bösewicht hätte Connors sicherlich mehr Tiefe in die Geschichte eingebracht. Ich könnte mir aber vorstellen, dass die Macher nicht schon wieder, zum dritten Mal, einen Wissenschaftler zum Bösewicht machen wollten.
Was bleibt unter dem Strich? Perfektes Popcorn-Kino, zweifellos, nur als Spider-Man-Film vielleicht nicht ganz so liebevoll und mit Hang zum Perfektionismus umgesetzt, wie es in den ersten beiden Teilen der Fall war. Ganz bestimmt ist es eine Comic-Verfilmung, die dank der vielen Details zum öfteren Anschauen einlädt. 😀
Donnerstag, 24. Mai 2007
Auch 2007 startet wieder der Nachwuchszeichenwettbewerb:
MangaMagie VI – 12- bis 26-jährige Talente können in zwei Altersgruppen bis zu 1.000 € gewinnen!
Zum sechsten Mal sind erneut alle jungen Zeichentalente aufgerufen, beim MangaMagie-Nachwuchszeichenwettbewerb mitzumachen. Die Buchhandlungen Ludwig rufen auch 2007 gemeinsam mit dem Fachmagazin AnimaniA sowie dem Verband der Bahnhofsbuchhändler, der DB Station & Service AG bundesweit auf, einen eigenen Manga zu zeichnen.
MangaMagie – der zweitgrößte deutsche Manga-Wettbewerb – wird von den sechs großen Mangaverlagen Carlsen Comics, Panini, Egmont/Ehapa, Tokyopop und Heyne sowie der Verlagsgruppe Droemer/Knaur unterstützt. Im letzten Jahr hatten sich rund 1000 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren beteiligt. Die Einrichtung zweier Altersgruppen ermöglicht es jetzt auch Älteren mitzumachen.
Teilnahmebedingungen:
Jeder zwischen 12 und 26 Jahren kann mitmachen. Es gibt die zwei Altersgruppen, die AG I (Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren) und die AG II (junge Erwachsene zwischen 18 und 26 Jahren), Stichtag für die Alterszuordnung ist der 31.8.2007. Bei der Einreichung ist die Altersgruppe anzugeben, Altersnachweis: Ausweiskopie! (Ausreichendes Rückporto sichert Rücksendung!)
Jeder Beitrag ist mit einem Titel zu versehen. Der Beitrag ist in japanischer Leserichtung anzufertigen.
Der selbst gezeichnete Manga darf den Umfang von acht DIN A4 Seiten (inkl. Titel!) nicht überschreiten, Name und Anschrift sind auf den Rückseiten zu vermerken. Bei jedem Beitrag sind die Seiten durchzunummerieren. Der Zeichner bestätigt mit der Einreichung, den Manga selbst angefertigt zu haben und stimmt einer kostenfreien Veröffentlichung ganz oder in Auszügen zu.
Einsendeschluss: 31. August 2007 (Poststempel!)
Einsendung an: Buchhandlungen LUDWIG, „MangaMagie VI, Hauptbahnhof, 50667 Köln
Eine inhaltliche Bewertung findet durch eine Jury statt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Preise:
Altersgruppe I (12-17 J.): 1. Platz: 500 €
2.- 10. Platz: attraktive Mangapakete
Altersgruppe II (18-26 J.): 1. Platz: 1.000 € (Sitz in der Jury bei MangaMagie VII)
2.- 10. Platz: attraktive Mangapakete
Preisverleihung (Bekanntgabe der Gewinner):
voraussichtl. am 27. Oktober 2007, 16.00 Uhr in der Piazzetta des Historischen Rathauses zu Köln
Weitere Infos unter www.animania.de
Quelle: Presseinformation Buchhandlungen Ludwig, Mai 2007
Wer sagt’s denn? Es geht wieder los! 😀
Wer vor kurzem die Radiosendung zum 100. Geburtstag von Hergé verpasst hat, kann sich diese auch online anhören: Tagesschau-Beitrag.
Am Abschluss des Artikels findet Ihr den Link zur Audio-Datei. 🙂
Mittwoch, 23. Mai 2007
Aus Freunden sind Feinde geworden. Spider-Man hat ein Problem mit der Lagebesprechung. Iron Mans Anweisungen sind militärisch wie und je angesichts der schwierigen Aufgabe. – Und Peter gefällt die Situation überhaupt nicht.
Der Gefangenentransport wird eine schwierige Angelegenheit. Alle beteiligten Bewacher wissen das – die Superhelden sind ebenso im Bilde wie die normalen Sicherheitsbeamten. Die Stimmung ist äußerst angespannt, denn jeder weiß, dass die potentiellen Angreifer Freunde sein werden.
Sind sie wirklich noch Freunde? Kann es sein, dass eine Gesetzesvorgabe Freunde durch einen schlichten Beschluss zu Feinden gemacht hat?
Nicht nur Sicherheitskräfte und Superhelden sind nervös. Entlang der Strecke des Gefangenentransports haben sich Demonstranten eingefunden. Auch hier ist die Meinung gespalten. Spider-Man versucht die Übersicht zu behalten. Die Scanner zeigen keine nennenswerten Gefahren an. Iron Man glaubt, alles im Griff zu haben. Plötzlich meldet sich der Spinnensinn. Die Angreifer nähern sich – von unten.
Sofort wird der Transport umgeleitet. Die Helden bemerken ihren Fehler viel zu spät, denn auf der neuen Route durch die Yancy Street haben schon ganz andere Helden schlechte Erfahrungen gemacht. Schließlich kommt es zu einem Kampf, den Spider-Man nie gewollt hat.
Peter hätte seinen Mund halten sollen. Aber, nein, er musste es Iron Man nachmachen und vor aller Augen seine wahre Identität enthüllen.
Spidey wird zur besonderen Zielscheibe. Es geht steil in die Tiefe. Unterdessen, noch im Sturz, kommt es zu einer saftigen Prügelei mit Scarecrow. Die Halluzinationen, hervorgerufen durch die kleinen Spielereien des Schurken, gaukeln Spidey sogar das Auftauchen des grünen Kobold vor. Aber Spideys neue Ausrüstung birgt Überraschungen, an die sich so mancher Feind noch nicht gewöhnt hat. Und auch mit seinem Humor kommt nicht jeder Feind klar.
Manche sind einfach genervt davon, dass sein Mundwerk nie stillzustehen scheint (was teilweise auch auf seine Freunde zutrifft), wieder andere scheinen nicht zu verstehen, wann etwas ernst gemeint ist oder nicht. So verhält es sich auch mit Will-O-The-Wisp, dessen Name Spidey schon zum Lachen bringen sollte. Allerdings unterschätzt er seinen Feind auch und erhält im nächsten Moment die Quittung für seine Unachtsamkeit.
In Ausgabe 37 der Spider-Man-Saga treffen sich in zwei Episoden ein paar sehr bekannte Macher aus der Comic-Szene. Mit J. Michael Straczynski ist sogar ein Autor am Start, der sich bereits mit vielen spannenden Spidey-Szenarien etabliert hat. Erprobt im Science Fiction-Genre mit der Fernsehserie Babylon 5 hat er sich schon lange einen Namen im Bereich der Comics gemacht.
Seine Arbeiten im Team zusammen mit John Romita Jr. sind sicherlich kleine Meilensteine der Spider-Man-Saga. In der 3. Episode zu Krieg im eigenen Land hat er einmal mehr einen Partner gefunden, der einen ähnlichen Stil wie Romita zu Papier bringt: Ron Garney zeichnet etwas exakter und doch hinterlassen die Bilder wenigstens den Eindruck, als sei Garney bei Romita in die Schule gegangen.
Garneys satter Zeichenstil reißt mit. Die Bilder sind klasse, aber sie stellen sich nicht mit einem überproportionalen Einsatz von Details der Geschichte in den Weg. Dank der Bildwahl, der –Folge und der Perspektiven entsteht ein filmischer Eindruck. Auch ist es ein Glück, dass Garney durch die Vorlage der Geschichte mit vielen verschiedenen Helden arbeiten darf. Spider-Man (ich will das alte Kostüm zurück) im Kampf mit Captain America ist optisch rasant und grafisch absolut überzeugend.
Garney ist ein Zeichner in bester Marvel-Tradition!
Ein Zeichner ganz anderen Kalibers ist Angel Medina, der Fans bestens bekannt aus dem Horror-Klassiker Spawn sein dürfte. Die Optik seiner Arbeiten, der feine Tuschesstrich, mit dem ihn Inker wie hier Scott Hanna unterstützen, all das macht aus seinen Bildern etwas ganz besonderes. Medina läuft immer dann zur Hochform auf, wenn die Handlung ein Stück weit ins Unheimliche abgleitet. Ähnlich wie Bernie Wrightson, der auch schon eine Spidey-Geschichte gestaltet hat, drückt auch Medina Spider-Man seinen Stempel auf. Der grüne Kobold hat selten wahnsinniger ausgesehen – und selten so gruselig. Das Abschlussbild des Bandes verdeutlicht Medinas Fingerspitzengefühl als Gruselexperte zusätzlich.
Ein sehr gelungener Band aus der Spider-Man-Reihe, der nicht nur aus der allgemeinen Saga, sondern auch aus dem Civil War-Ereignis herausragt. 🙂
Das Comicfestival in München – 7. bis 10. Juni 2007!
Mit großen Ambitionen findet in diesem Jahr das Comicfestival München statt, diesmal im Alten Rathaus in der Münchner Innenstadt. Die Veranstalter wollen die Szene-Veranstaltung als feste Instanz, alternierend mit dem Comic-Salon in Erlangen, etablieren und haben tief in die Comic-Kiste gegriffen, um den Fans möglichst viel zu bieten. Neben vielen deutschen Zeichner-Stars wird auch internationale Prominenz erwartet.
Zwei Top-Zeichner signieren am Panini-Stand: Marko Djurdjevic (u.a. X-Men, am Samstag) und David Lloyd (V wie Vendetta, Samstag und Sonntag).
Außerdem ist im Umfeld der Messe eine große V wie Vendetta Ausstellung mit 40 Originalseiten aus David Lloyds persönlicher Sammlung zu sehen.
Quelle: Panini Pressemitteilung Mai 2007