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Comic Blog


Samstag, 09. Juni 2018

STAR WARS – EINE ALLIANZ AUF ZEIT

Filed under: SciFi — Michael um 17:27

STAR WARS - EINE ALLIANZ AUF ZEITDieser Mann ist ein lebendes Artefakt. Und damit ist nicht etwa OBI-WAN KENOBI gemeint, sondern sein junger Nachfolger LUKE SKYWALKER. Einmal mehr geht es zurück in jene Tage, als die REBELLION ihre ersten Erfolge gegen das IMPERIUM zu verbuchen hat. LUKE SKYWALKER arbeitet mit der zwielichtigen Archäologin DR. APHRA zusammen. Die junge Frau und ihre gefährlichen Gefährten (Freunde gibt es in ihrem Geschäft nicht wirklich) haben LUKE SKYWALKER eine Möglichkeit eröffnet, wie eine JEDI-RELIQUIE ihre Geheimnisse offenbaren und ihm so helfen könnte, seine Kräfte weiter zu erforschen, denn noch ist ein YODA nicht in Sicht.

DR. APHRA ist wieder da. Die junge Frau, eine Art Negativ-HAN-SOLO (der selbst in dieser Geschichte mit dabei ist), hat eine entsprechende Begleitung, ein düster, dunkles Droidenpaar (mörderisch veranlagt) und einen Super-WOOKIE (nicht meine Worte), der als Kopfgeldjäger (und Killer) seine Erfüllung findet. Das ist nicht gerade ein Quartett, dem sich ein Bauernjunge von TATOOINE anschließen sollte. KIERON GILLEN, reich an Erfahrung im Spielejournalismus und als Comic-Autor, geht mit einer erfreulichen Unverfrorenheit an das Thema STAR WARS heran. Er betreute DR. APHRA bereits in einem anderen weitläufigen Abenteuer (siehe Comicblog-Link unten). Der Auftritt von DR. APHRA ist stets unkonventionell und geht hier weit über eine STAR-WARS-Version von TOMB RAIDER hinaus.

Das Weltall ist groß, selbst mit Hyperraumantrieb. So wird in EINE ALLIANZ AUF ZEIT eine weitere Spielart von Lebensformen vorgestellt, die wie eine Mischung aus SITH und den DATHOMIRHEXEN auftritt. Merke: Wo zu viel rote Farbe im Spiel ist, droht Gefahr. KIERON GILLEN (mit Unterstützung von JASON AARON) mag ein Kenner der Materie Science Fiction sein. Zeitweilig kommen in der Atmosphäre am Hofe der SCHREIENDEN ZITADELLE Erinnerungen an ein SPUKSCHLOSS IM WELTALL (STAR TREK) auf. Im späteren Verlauf, mit der kurzzeitigen Wandlung von HAN SOLO, wandelt KIERON GILLEN gar auf den Spuren eines INDIANA JONES.

Ein Handlungsfazit: Spooky. Die gesamte Episode atmet ein etwas surreales Ambiente, Grusel durchzieht die Versammlung zu Ehren der Königin. Der spätere Handlungsumschwung erhält immer mehr Weltuntergangsstimmung, zu der LUKE SKYWALKER und HAN SOLO eine Menge beizutragen haben. Die anderen Figuren, nachher auch Dr. APHRA, stehen mehr am Rand und bewegen die Handlung nicht mehr ganz so stark. Wer auf eine verrückte, wirklich düstere Atmosphäre innerhalb von STAR WARS steht (wie sie in den CLONE-WARS-Abenteuern auf DATHOMIR z.B. vorherrschte), der liegt mit dem 101. STAR WARS SONDERBAND goldrichtig.

Hier sind gleich zwei grafische Dreamteams am Start: Den Anfang machen MARCO CHECCHETTO (Zeichner) und ANDREAS MOSSA (Kolorist), gefolgt von SALVADOR LARROCA (Zeichner) und EDGAR DELGADO (Kolorist). Die Leistung der ersten beiden ist riesig, cineastisch eindrucksvoll, wie überladen von GEORGE LUCAS inszeniert. Das zweite Duo lässt es optisch krachen. Großaufnahmen der Akteure überschreiten die Grenze zum Fotorealismus. Hier bekommen die STAR-WARS-Fans wirklich etwas geboten. Wenn JEDI und KÖNIGIN ihre Macht zeigen, wird es gigantisch.

Das kracht und fügt sich ohne Verluste ins bestehende STAR-WARS-Universum ein. DR. APHRA darf sich gerne für ein Sololeinwandabenteuer aufstellen. Sie und ihre Gefährten hätten das Potential für ein etwas anderes Weltraumdrama. Sehr gut! 🙂

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Siehe auch im Comicblog: STAR WARS – Dr. APHRA

Donnerstag, 10. Mai 2018

DER MANN MIT DER MASKE 1

Filed under: SciFi — Michael um 18:37

DER MANN MIT DER MASKE 1 - ANOMALIENÜberlegene Technik wird gegen Soldaten eingesetzt. Sensoren erfassen Gesichter, separieren Menschen vom Rest des Geländes. Computergesteuerte Maschinengewehre beschießen den Boden aus der Luft großflächig. Die Überlebenschancen sind gleich Null. Doch plötzlich rast ein anderer Flugkörper durch die Luft, ein Schemen von menschlicher Kontur, ein Cape flattert auf seinem Rücken. Der fliegende Kampfroboter wird aus der Luft gefegt. Die ungewöhnliche Zerstörung der bewaffneten Drohne wird als VORFALL 41 dokumentiert.

Eine Welt verändert sich. PARIS, die romantische Weltstadt ist kaum wiederzuerkennen, als FRANK BRAFFORT, einer der Soldaten, die den VORFALL 41 überlebt haben, in die Metropole zurückkehrt. ANOMALIEN verstören die Menschen. Autor SERGE LEHMAN beschreibt eine Welt (oder den Ausschnitt einer Welt) zwischen düster, romantischer Verklärung der Vergangenheit und futuristischer Aufbruchstimmung. Wie so oft schaffen nicht alle den Sprung in die Zukunft. Einige sind bereits mit fliegenden Automobilen unterwegs, andere sehen staunend nach oben. In dieser Stimmung, in der sich PARIS nicht recht zu entscheiden weiß, wie es weitergehen soll, tauchen ANOMALIEN auf, die nicht alle gleich als FLIEGENDE HELFER zu identifizieren sind.

Das Geheimnis hinter den Geschehnissen ist kompliziert. Obwohl es durch die Erscheinung eines PHANTOMS, eines gigantischen Abbilds über dem MONTMATRE geradezu beworben wird, um Aufklärung bettelt, ist eine breite Öffentlichkeit mehr mit sich selbst und der Auslebung seiner Aggressionen beschäftigt. Die Wirkung auf den Leser ist gruselig surreal, ist aber im Vergleich zur Realität recht gut von SERGE LEHMAN durchdacht (denn wer in seinem Leben schon Zeit und Muße sich mit den großen Ereignissen zu befassen, außer sie in den Nachrichten zu verfolgen).

STEPHANE CRETY verfolgt als Zeichner eine sehr klare Linie mit sehr viel Realismus bei seinen Figuren und feinen Überzeichnungen, die eine optische Charakterisierung vereinfachen. Die Gesichter seiner Figuren gehen wohltuend leicht ins Auge. Wo er über das normale Maß hinaus punktet, ist SEIN PARIS, aus dem er eine Stadt macht, die Atmosphäre geradezu atmet. Das Titelbild fasst die Atmosphäre sehr gut zusammen. Zwischen den Scheinwerfern, die den nächtlichen Himmel der Stadt erhellen, herrscht ein reger Luftverkehr. Hinter altehrwürdigen Straßenzügen ragen ultramoderne Wolkenkratzer aus Stahl und Glas in die Höhe. Der Himmel ist wolkenverhangen, organgefarbenes Licht glänzt aus den Straßenschluchten empor.

Das Farbenspiel von GAETAN GEORGES ist eine Mischung aus klarer Tontrennung, Verläufen, leichten Texturen und bis kurz vor Schluss meist auf eine fotografische Tiefe bedacht. Erst gegen Ende übernimmt eine eher comic-ähnliche Kolorierung das Zepter. Da macht es allerdings absolut Sinn. Über die gesamte Länge des Albums entsteht eine Film-noir-Atmosphäre. Die Farben von GERORGES und die Zeichnungen von CRETY sind wunderbar aufeinander abgestimmt Eine regnerische Kulisse, grauer Himmel, Weltkriegsluftverkehr trifft auf technisches Spielzeug aus BLADERUNNER, technische Perfektion trifft Gothic.

Und in diesen Bildern schickt SERGE LEHMAN einen Mann in die Geschichte, der nicht ahnt, warum er in dieses Spiel verwickelt wird. An seiner Seite verfolgt der Leser mit gleichem Staunen, wie sich die Fäden (sehr) langsam entwirren. Ein Science-Fiction-Abenteuer, das sich genre-technisch sich nicht genau eingrenzen lässt, ausgetretene Pfade weitläufig verlässt und eine Menge ungewöhnlicher Ideen bereitstellt. Schön und spannend, wie mutig sich andernorts auf Geschichten eingelassen wird und welch tollen Ergebnisse daraus letztlich entstehen. Klasse! 🙂

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Dienstag, 17. April 2018

ECHO 3 – BLACK HOLE

Filed under: SciFi — Michael um 17:16

ECHO 3 - BLACK HOLEDie seltsame Körperlegierung und der ungebetene Gast im eigenen Körper haben JULIES Leben auf den Kopf gestellt. JULIES Körper reagiert darüber hinaus mit einer sonderbaren Veränderung. Sie wächst nämlich. Ganz im Gegensatz zu IVY, die es gewagt hat, die Seiten zu wechseln und JULIE nun zur Seite steht. Allerdings hat bei ihr eine abnorme Verjüngung eingesetzt. Langsam wird sie kleiner, pubertärer, mit allen Stimmungsschwankungen, die dazu gehören. Derlei Verhaltensweisen sind alles andere als vorteilhaft, wenn dubiose Mächte es darauf abgesehen haben JULIE, IVY und ihren Freund DILLON zur Strecke zu bringen …

Auch in der dritten finalen Folge von ECHO hält TERRY MOORE Überraschungen für den Leser bereit. Das Verhältnis zwischen den anfangs unfreiwilligen Gefährtinnen JULIE und IVY verschiebt sich nicht nur in eine echte Freundschaft, auch das Kräfteverhältnis kippt. War IVY zu Beginn die toughe Frau, die in brenzligen Situationen geholt wurde, die wusste, wo es lang geht und einen klaren Kopf behielt, ist es nun die JULIE, die sich den Gegebenheiten weitaus besonnener stellt und (ein Wortspiel) über ihr altes Ego hinauswächst.

Für JULIE, IVY und DILLON ist es ein traumwandlerischer Roadtrip, ein unwirkliches Szenario, zumal in JULIE eine weitere Seele Zuflucht gefunden hat, ANNIE. Demgegenüber steht eine Reihe von Gegnern, die mit tödlicher Effizienz zu Werke gehen. Ein Killer, der beauftragt worden ist, hinter den Geschehnissen her aufzuräumen, arbeitet mit jener eiskalten Art, die Kinozuschauer (und natürlich auch Leser) in verschiedensten Thrillern über die Jahre hinweg vorgeführt bekamen. Der Mensch am anderen Ende des Laufs wird ausgeblendet, es gibt nur noch das Ziel.

Das gleicht die mysteriösen Faktoren der Geschichte um KAIN, die unwirklich scheinende Gewalt aus. ECHO, als Gesamterzählung, will sich ungern in Schubladen stecken lassen. TERRY MOORE vereint hier Elemente von Thriller, Drama, Mystery und Science Fiction. Neben der spannenden Handlung, die mehr und mehr Fragen klärt, ist die Charakterentwicklung, für die TERRY MOORE als Erzähler ein echter Garant ist, eines der tollen Standbeine der Trilogie. Er schafft feine Dialoge, in die sich stets ein Funke Humor einschleicht. Der Ernst der Situation bleibt erhalten, aber man wird zum Schmunzeln eingeladen. So ist die Verführung, sich auf das Szenario einzulassen, größer, die Hauptfiguren, die gerade über Missverständnisse stolpern, umso sympathischer.

Neben dem normalen Rüstzeug eines Comiczeichners beherrscht TERRY MOORE die kleinen Gesten, die Emotionen seiner Charaktere, die kleinen Blicke, die Enttäuschungen enthüllen, den süffisanten Triumph, heimliche Freude und vieles andere, was mit nur leichten Strichvariationen zu bewerkstelligen ist; für die sich TERRY MOORES Zeichnerkollegen nicht selten aber keine Zeit nehmen. Farbe kann ein Topping sein, kann aber auch ablenken. TERRY MOORE nutzt das Schwarzweiß, um den Blick des Lesers zu fokussieren und ihn noch ein Stückchen mehr als anderswo entdecken zu lassen.

An einer Stelle empfiehlt sich TERRY MOORE als Illustrator für biblische Geschichten; oder auch für mehr als nur fantastische Thriller, wie er sie mit der Reihe RACHEL RISING bewerkstelligte. Im furiosen Finale kracht es gewaltig, doch TERRY MOORE lässt niemals den menschlichen Aspekt außer Acht. Das Schwarzweiß seiner Zeichnungen lässt das Schlussszenario noch bedrohlicher erscheinen. Nicht umsonst lautet der Untertitel der Episode BLACK HOLE. Ein schwarzes Loch verschlingt eben alles.

Es bestätigt sich einmal mehr im Abschluss der Trilogie ECHO: TERRY MOORE versteht sich auf Charakterentwicklung und zieht so seine Leser immer enger an sie heran und so auf geschickte Weise in die Geschichte herein. Nichts ist statisch, alles im Fluss, auch die Figuren, deren Beziehungen sich untereinander verschieben. Mit dieser neuen Konstellation treten sie mit aller zur Verfügung stehenden Hoffnung zum Finale an (die Terry MOORE immer wieder anpiekst und erschüttert). ECHO ist spannende Unterhaltung pur, mit neuen Ideen abseits ausgetretener Erzählpfade. Klasse! 🙂

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STAR WARS – YODAS GEHEIMER KRIEG

Filed under: SciFi — Michael um 17:10

STAR WARS – SONDERBAND 100 – YODAS GEHEIMER KRIEGC-3PO wurde entführt, ausgerechnet von einer Spezialeinheit des Imperiums. Natürlich würde R2-D2 den Droidenfreund gerne retten und natürlich würde LUKE SKYWALKER seinem Astromech gerne dabei helfen, obwohl ein derartiges Ansinnen einer Wahnsinnsidee gleicht. Zum Zeitvertreib der Reise zückt LUKE ein Tagebuch seines Mentors OBI-WAN KENOBI und erfährt daraus etwas über einen JEDI-MEISTER und sein dessen geheimnisvolles Abenteuer fern des Tempels auf einer vergessenen Welt. Dort hat sich eine merkwürdige Kultur entwickelt, aufgespalten in die Alten und die Jungen, die ängstlich und hasserfüllt aufeinander leben.

Der JEDI-MEISTER macht sich daran, ein vergessenes Geheimnis zu lüften. Die Macht ist bekannt auf diesem Planeten, aber niemand scheint die wahre Kraft dahinter zu kennen. Noch mysteriöser ist das Geheimnis, das die Vorstellung aller Beteiligten sprengt.

JASON AARON verknüpft in seiner Geschichte mehrere STAR-WARS-Charaktere miteinander. Vorneweg natürlich YODA, ohne ihn für LUKE SKYWALKER beim Namen zu nennen, denn wie der STAR-WARS-Fan weiß, lernt der junge SKYWALKER den alten JEDI-MEISTER erst kennen, als das IMPERIUM ZURÜCKSCHLÄGT. Das Rätsel, dem YODA gegenüber steht, könnte ebenso gut eine Aufgabe für einen angehenden JEDI sein. Die Lösung beinhaltet letztlich den Aufstieg in eine höhere Ebene des Verständnisses für die Macht.

Zeichner SALVADOR LARROCA trat lange und sehr erfolgreich als MARVEL-Künstler in Erscheinung. Über viele Jahre begleitete er IRON MAN und die X-Men (und viele, viele andere Helden dieses Comic-Universums). Von MARVEL ist, wie der Comic-Fan inzwischen weiß, der Weg über DISNEY zu STAR WARS nicht weit, deshalb können sich die Fans der größten, filmischen Space Opera aller Zeiten jetzt an der Kunst des sehr auf Realismus bedachten Zeichners erfreuen. Wer den allerersten Auftritt von YODA in besagter EPISODE V gesehen hat, wird die von STUART FREEBORN entworfene Gestalt sofort wieder ins Herz schließen.

YODAS Auftritte zeichneten sich selten durch große Action aus. Der JEDI-MEISTER verhindert Gewalt und übt sie selten aus, es sei denn, er wird dazu gezwungen wie in EPISODE II und III, gegen COUNT DOOKU oder IMPERATOR PALPATINE. Gerade in dieser Geschichte, in der ihm Kinder zeitweilig feindselig gegenüber stehen, hält er sich erst recht zurück. Nicht minder eindrucksvoll fallen Szenen aus, wenn SALVADOR LARROCA den kleinen JEDI-MEISTER vergleichsweise Lebewesen von titanischer Größe gegenüber stellt.

SALVADOR LARROCA hält sich streng an die filmischen Vorlagen, was besonders bei LUKE SKYWALKER auffällt. MARK HAMILLS jugendliche Erscheinung besitzt auch dank der Kolorierung durch Farbkünstler EDGAR DELGADO fast eine dreidimensionale Erscheinung. YODAS GEHEIMER KRIEG lautet der Titel dieses 100. Sonderbandes, in Wahrheit sind die JEDI in dieser verschachtelten SciFi-Geschichte sehr darauf bedacht, Auseinandersetzungen zu vermeiden.

Wer es handfester, weniger philosophisch mag, wird mit dem abschließenden Abenteuer aus dem STAR WARS ANNUAL #2 womöglich besser bedient. Hier gerät PRINZESSIN LEIA in Schwierigkeiten, etwas lockerer gezeichnet von EMILIO LAISO, im Stile eines FRANK CHO, praller und sogar mit einer recht seltenen Unterwassereinlage. Das sieht nicht nur gut aus, birgt auch einige Überraschungen für den Leser.

Ein ruhigeres, höchst realistisch illustriertes Hauptabenteuer, ein eher klassischer Sternenkriegnachschlag. Für jeden ist etwas dabei. YODAS Auftritt ist ein grafisches Zuckerstückchen und eine konsequente Weiterentwicklung des bekannten STAR-WARS-Charakters. Für Fans! 🙂

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Link: SALVADOR LAROCCA zeichnet IRON MAN (Youtube)

Montag, 09. April 2018

NASH Gesamtausgabe 4 – Kapitel 7 + 8

Filed under: SciFi — Michael um 9:50

NASH Gesamtausgabe 4 – Kapitel 7 + 8Wer ist der Mann, der sich nicht an seine Vergangenheit erinnern kann? NASH TULSA? Die bärtige, völlig verwahrloste Gestalt kann es eigentlich nicht sein, denn NASH TULSA ist gestorben. Aber der Mann hat eine Besonderheit. Er besitzt einen direkten Kontakt zum Wald um sich herum. Das Gebiet spricht zu ihm. KIMA, eine DOLLY, etwas naiv, kann sich nur an den Gedanken gewöhnen, folgt dem Fremden jedoch, denn sie hat alle ihre Schwestern verloren und irrt allein umher. Und es ist nur gut, dass sich die beiden gefunden haben, weil der Wald voller Feinde ist: Soldaten und fleischfressende SARXS machen Jagd auf sie …

In der 4. Gesamtausgabe der Science-Fiction-Serie NASH werden die Kapitel 7 und 8 der Reihe zusammengefasst. Aber, einen Augenblick! War NASH nicht verstorben? Äußerst unsanft sogar? Ja, aber er ist nicht der erste, der in dieser Reihe verstarb, außerdem haben die DOLLYS eine Möglichkeit der Wiederbelebung oder Auferstehung entwickelt, die allerdings bei Menschen (die nicht zum Vergnügen gezüchtet wurden) so noch nicht funktioniert haben. Und bei NASH ist das regenerierte Leben nicht sofort auf seiner früheren Entwicklungsstufe. NASH weiß zunächst nur das, was der WALD ihm mitteilt.

Hört sich seltsam an, macht jedoch Sinn, sofern man die bisherigen Folgen kennt. So folgt JEAN-PIERRE PECAU dem modernen Serienkonzept und einem roten Faden, der konsequent weitergesponnen wird und eben auch vor dem Tod des Helden keinen Halt macht. KAPITEL 7, DIE SCHATTEN, beschreibt die langsame Wiederherstellung von NASH, der sich auf das verlassen muss, was er gerade durch eine mystische Macht erfährt. Von seiner Persönlichkeit sind nur Grundzüge seines Charakters vorhanden. Im Kern ist er weiterhin tough. Dieser Abschnitt der Reihe wirkt wie ein Epilog zu den vorangegangenen Episoden, die eine dichte Handlung entwarfen und längst nicht alle Fragen geklärt haben.

So ist denn KAPITEL 8, DER ROTE KRIEG, ein neuer Aufbruch zur Findung der letzten Antworten, insbesondere um die Herkunft von NASHS Tochter AUDREY und ihrer Begabungen, die sie eine ganze Weile zu einer natürlichen Anführerin der DOLLYS machte. Aus dem Urwald in KAPITEL 7 geht es auf die unwirtliche Oberfläche des MARS, im TERRAFORMING begriffen, aber noch lange nicht für eine menschliche Kolonisierung ohne technische Hilfsmittel aufbereitet.

Nach einer regelrechten grünen Hölle wartet nun eine rote Hölle mit völlig veränderten Spielregeln auf NASH und AUDREY. Obwohl noch nicht lange besiedelt haben die Umstände den Menschen hier eine neue Zivilisationsnische aufgezwungen. Außerhalb der Atmosphärekuppeln können sich Menschen bewegen, ein dauerhafter Aufenthalt ist jedoch nicht ratsam. Wer den SciFi-Action-Reißer mit ARNOLD SCHWARZENEGGER, TOTAL RECALL, noch ansatzweise im Hinterkopf hat, wird in der Umsetzung in diesem Comic-Thriller hier und da sicher etwas wiedererkennen.

Der optische Wechsel zwischen den Szenarien der beiden Kapitel ist sehr reizvoll. Ist ersteres noch recht archaisch, ist zweiteres äußerst futuristisch einerseits, weist aber auch Elemente des guten alten Western auf, eine Mixtur, der sich viele SPACE OPERAS der jüngeren Vergangenheit gerne bedienen. Jedes neue Grenzgebiet scheint dazu einzuladen, zu einem neuen Revolverland zu werden. Die Hatz in KAPITEL 8 weist darüber hinaus detektivische Anteile auf, bevor sämtliche Spuren auf einen actiongeladenen Showdown hinauslaufen.

Erste Klasse weiterhin, mit einem sehr breit gefächerten Szenario, toll abgestimmten Kulissen und zwei Hauptfiguren, die wachsen, Vater und Tochter, die voneinander lernen und sich auf sehr sympathische Weise ihrer Aufgabe stellen. Ein tolles Science-Fiction-Abenteuer in diesen Folgen, eine Spitzenreihe insgesamt. Eine feine Arbeit aller Beteiligten, allen voran JEAN-PIERRE PECAU (Autor) und DAMOUR (Zeichner). 🙂

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Montag, 12. März 2018

EXTREMITY 1

Filed under: SciFi — Michael um 14:29

EXTREMITY 1In einer Welt der schwebenden Inseln, der AUFSTEIGENDEN EBENEN, hat der ROTO-Clan ein schweres Schicksal zu tragen. Der Clan musste sich gegen den kriegerischen PAZNINA-Clan wehren und verlor dabei alles. Heimat, Freunde, Familienmitglieder. Einzig der unbändige Hass von Clanführer JEROME hält den kläglichen Rest der Leute zusammen. Das einzige Sinnen und Streben des ROTO-Clans liegt in der Auslöschung Pazninas. Dazu ist jedes Mittel Recht. Dieses Mittel wird zufällig gefunden, in Form eines uralten Kampfroboters namens SHILOH.

ROLLO und THEA sind die Kinder JEROMES. ROLLO, der Sohn, ist bedächtiger als der eigene Vater und der Spur der Rache folgt er nur widerwillig. THEA, war einst ein zeichnerisches Talent, bis die PAZNINAS ihr die rechte Hand abtrennten. Seither erträgt sie nicht nur den Verlust des Körperteils, sondern auch ihrer Fertigkeit, der sie mit ihrer linken Hand nicht mehr so nachgehen kann wie früher. Der ROTO-Clan greift sein erstes wichtiges Ziel an, ASMUND, Schatzmeister des PAZNINA-Clans, und übt blutige Vergeltung.

Es hätte auch heißen können: extrem blutige Vergeltung. Der Titel der Serie, EXTREMITY, hielt in diesem Bereich bereits Wort. Auf der Rückseite findet sich stilistische Beschreibung, STUDIO GHIBLI träfe auf MAD MAX. Grafisch trifft diese Beschreibung sicherlich zu, MAD MAX ist jedoch zu kurz gegriffen, denn hier ist eher ein größeres Gewaltpotential im Spiel, mit ausdrücklich gezeigten Gräueltaten, die keinen Platz mehr für Fantasie lassen.

Autor und Zeichner DANIEL WARREN JOHNSON steigt ohne lange Vorrede in die Geschichte ein. Er macht gleich klar, dass hier Krieg herrscht. Warum die Welt so ist, wie sie ist, nämlich in schwebende Stücke aufgespalten, wird häufiger angeschnitten, aber nicht bis ins kleinste Detail gelüftet. Hier existiert noch viel Luft für Enthüllungen in weiteren Fortsetzungen. SHILOH, der Roboter, repräsentiert diese Vergangenheit, ohne sie selbst noch zu kennen, aber immerhin begreift er, dass er für all das, was sich in diesem Szenario offenbart, mitverantwortlich ist.

Mit THEA gibt es die Identifikationsfigur für eine betrogene, zerstörte Hoffnung. Ihr Talent brachte Schönheit in diese Welt und dieses wurde brutal ausglöscht. An anderer Stelle zeigt sich wiederum, dass ausgerechnet ein Schlächter wie ASMUND ein göttlicher Violinist ist. Aber Schönheit und Ästhetik sind kaum Gesichtspunkte in dieser apokalyptischen Welt, in der Monster gigantische Ausmaße annehmen können und sogar den Menschen mit all ihrer Kriegstechnik Paroli bieten.

Grafisch werden sich bestimmt all jene Fans von asiatischen Abenteuern wie PRINZESSIN MONONOKE oder NAUSICAÄ AUS DEM TAL DER WINDE gleich wohl fühlen. Der Stil ist mangaesk gehalten, mit harten sehr ausdrucksstarken Bildern, ähnlich wie sie ein GOSEKI KOJIMA (LONE WOLF UND CUB) zu Papier bringt. Der Vergleich passt insofern, da die Kämpfe klassisch asiatischen Auseinandersetzungen ähneln und sich hier auch Samurai begegnen könnten. Die Gesellschaftsstrukturen sind der japanischen Historie und Kultur angelehnt. Überhaupt hat sich DANIEL WARREN JOHNSON in seiner Geschichte gut in jener Hemisphäre bedient, aber keinesfalls zum Nachteil.

In der westlichen Welt wirken jene alten Strukturen teils kurios, in jedem Fall exotisch und so ist auch die Wirkung in diesem Abenteuer. Geradlinig in der Fremdartigkeit, mit vielen Bildern, die Rasanz vermitteln und traumartigen Rückblicken, die aus der aktuellen Sicht der Handlung zu schön sind, um tatsächlich wahr gewesen zu sein. Es bieten sich als viele starke Eindrücke, nicht nur über den Kampf, sondern auch mit einer eindringlichen Emotionalität, die die wichtigen Figuren so nah wie irgend möglich an den Leser heranführen.

Brachialer SciFi-Action-Knaller! In einer sehr düsteren, eigentlich schon untergegangenen Welt werden letzte Auseinandersetzungen geführt, niemand wird geschont inmitten all der schwebenden Trümmer. Toll illustriert vom Autor DANIEL WARREN JOHNSON persönlich, mit sehr kräftigen, satten Farben von MIKE SPICER koloriert. Wer es krachend mag, wird hier bestens bedient. 🙂

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Montag, 05. Februar 2018

GOLDEN CITY 11 – Die Flüchtigen

Filed under: SciFi — Michael um 18:51

GOLDEN CITY 11 - Die FlüchtigenDie Unruhen herrschen weltweit. Ob in New York, Moskau oder in den Wüstengebieten Afrikas, überall stehen die Menschen mit Gewalt gegen Politiker und Reiche auf. Viele haben nichts mehr zu verlieren. Die Bewohner der neuen GOLDEN CITY interessieren diese aus Verzweiflung geführten Aufstände, in denen es um das pure Überleben geht, nicht. Fernab zieht das neue Reichenmekka seine Bahn durch das All. Dort Zugang zu finden ist nicht einfach, aber einer hat es dennoch geschafft. JOHN CARTER, angeblich Journalist, hat Informationen über den vermissten HARRSION BANKS und will diese teuer verkaufen …

Ab in Weltraum, zurück auf der Erde hinunter in die Tiefsee! GOLDEN CITY 11, Untertitel DIE FLÜCHTIGEN, geizt nicht mit reizvollen und äußerst gegensätzlichen Handlungsorten. Bei der Hatz steht eine ungewöhnliche Rettungsaktion im Vordergrund. Wer die Science-Fiction-Serie verfolgt hat, wird natürlich auch mit der Wohngemeinschaft mitgefiebert haben, die die Hauptfigur HARRISON BANKS zeitweise tatkräftig unterstützt hat. MIFA, eine junge Frau aus dieser kleinen Familie, wurde auf GOLDEN CITY verschleppt. Wie Autor DANIEL PECQUEUR den Bogen einmal quer über diese riesige, zurückgelegte Entfernung spannt, ist erstklassiges Thrillermaterial.

Es ist auch in der 11. Folge toll, wie eben dieser Spagat zwischen spannendem Thriller, zukünftiger Weltenbeschreibung und Einbindung ebensolcher Technologien gelingt. Hier wird nicht auf verschiedene Elemente gepocht, sondern sie werden mit einer Beiläufigkeit und Selbstverständlichkeit eingebaut, teils auf der Basis des heute Machbaren, dass zu keinem Zeitpunkt Fragen aufkommen, oder das etwas in Frage gestellt wird. Die weiterhin fantastische Gestaltung von Zeichner NICOLAS MALFIN und die überaus plastische Kolorierung von PIERRE SCHELLE tun ihr Übriges, um diese hier abgebildete Zukunftsvision verdammt realistisch erscheinen zu lassen.

Ein Wort zu HARRISON BANKS: Ein Superreicher stellt sich gegen seine eigene Klasse. Dieses Motiv zieht sich durch einen großen Teil der Serie. Daraus entsteht gleichermaßen der Sympathiefaktor. Jugendlich, bereit jegliche Entbehrungen für seine Freunde auf sich zu nehmen, verletztlich, physisch wie psychisch, sportlich zieht er den Leser mit, ohne durch den Illustrationsstil NICOLAS MALFINS an ein bekanntes Gesicht erinnert zu werden (wie es bei anderen Zeichnern durchaus vorkommt). Mit der kleinen WOHNGEMEINSCHAFT werden weitere Leser positiv eingefangen. Denn diese Gruppe junger Leute hat es nicht in die Enge der Städte verschlagen. Vielmehr haben sie sich abseits an der Meeresküste angesiedelt, wo das Leben zwar einsam, mitunter hart ist, aber die Welt und die See noch Schönheit abseits einer großen Armut und Überbevölkerung vermittelt.

Der Mond, für dreißig Jahre von der Völkergemeinschaft gepachtet (da der Mond niemandem gehört): HELIUM-3, ein Rohstoff, von den Sonnenwinden zur Mondoberfläche geweht, soll hier für saubere und sichere Energie auf der Erde ausgebeutet werden. Dieses Projekt wird von NICOLAS MALFIN mit der gleichen technischen Eleganz und Finesse dargestellt, wie es der SciFi-Fan von anderen Zeichnern wie ROGER LELOUP oder MOEBIUS her kennt und mag.

Eine Science-Fiction-Saga mit Suchtpotential, starken Charakteren, die wachsen und von Autor DANIEL PECQUEUR vor ständig neue Herausforderungen gestellt werden. SciFi auf der Basis einer Technik von heute, begreifbar, gleichzeitig ein Thriller, der mit dem Leser Achterbahn fährt. Eine Serie ohne Müdigkeitserscheinungen! Erste Sahne! 🙂

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Montag, 25. Dezember 2017

STAR WARS – DER LETZTE FLUG DER HARBINGER

Filed under: SciFi — Michael um 19:15

STAR WARS – DER LETZTE FLUG DER HARBINGERUnmögliche Aufträge, waghalsige Aufklärungsmissionen: Dafür sind die imperialen Soldaten der NARBENTRUPPE genau die richtigen Draufgänger. Direkt DARTH VADER unterstellt, gehen sie dorthin, wo normale Truppen keine Chance haben. Zu versagen ist niemals eine Option. Vor kurzem hat die Einheit ihren Sergeant verloren, der neue, SERGEANT KREEL, muss sich erst bewähren. Deshalb sehen die Truppler einfach zu, als ihr Anführer von einem Monster in einem Abwasserkanal in die Tiefe gezogen wird. Kann er sich befreien, ist ihm einiges zuzutrauen. Falls nicht … dann gibt es eben einen weiteren neuen Sergeant.

JASON AARON entführt den Leser zu Beginn, vor dem Hauptabenteuer DER LETZTE FLUG DER HARBINGER, in eine Episode auf TATOOINE, in die Exilzeiten von OBI-WAN KENOBI. Dieses von MIKE MAYHEW ganz famos illustrierte Abenteuer zeigt sehr anschaulich die wahre Gefährlichkeit eines WOOKIE, obwohl die Kampffertigkeiten dieses Volkes in ANGRIFF DER KLONKRIEGER schon vor Augen geführt wurde. Doch der Kopfgeldjäger BLACK KRRSANTAN ist noch aus einem ganz besonderen Holz geschnitzt. MIKE MAYHEW zeichnet hyperrealistisch, orientiert sich aber bei den menschlichen Figuren nur an den Kinovorbildern und versucht nicht unbedingt EWAN MCGREGOR oder ALEC GUINNESS zu kopieren. Typische Charakteristika eines OBI-WAN KENOBI bleiben natürlich erhalten.

Ähnlich verhält es sich bei Comic-Künstler JORGE MOLINA, die Aufgabe übernommen hat, LUKE SKYWALKER, PRINZESSIN LEIA, HAN SOLO und andere bekannte Helden auf dem letzten Flug der HARBINGER zu zeigen. Auch dieser Künstler nähert sich den Schauspielern wie CARRIE FISHER oder HARRISON FORD an, behält sich trotzdem noch genug Raum für eigene Interpretationen der Figuren vor. So entsteht eine gute Mixtur zwischen Vorlage und Comic-Darstellung, passend zu einer sehr actionlastigen Handlung, zuweilen überdreht lustig und insgesamt bildlich überdurchschnittlich.

DER LETZE FLUG DER HARBINGER ist eine Art Selbstmordunternehmen (natürlich wollen die Beteiligten mit dem Leben davonkommen, immerhin ist der Held von YAVIN 4 mit von der Partie). Auf der anderen Seite darf man als Leser neben den Soldaten der NARBENTRUPPE ein wenig Egoshooter-Atmosphäre erleben. Wie diese Sturmtruppen in städtischen Ruinen ihrer Arbeit nachgehen, ist genau solchen Situationen wie in den jüngsten Spieleangeboten nachempfunden. Der Auftakt der Geschichte ist bitterernst und wird von einer späteren Szene getoppt, die wie eine Hommage an die brutale Kreativität von JOSS WHEDONS REAVERN wirkt.

Ob Klamauk hin oder her: Wenn PRINZESSIN LEIA und HAN SOLO ein Rennen quer durch einen STERNZERSTÖRER veranstalten, bei dem es einzig zu ermitteln gilt, wer denn der Captain des Raumschiffes sein soll, dann bleibt in gewissem Sinn kein Auge trocken. Ohne Zweifel knüpft JASON AARON an die Zwistigkeiten und Neckereien der beiden Akteure an, die schon in EINE NEUE HOFFNUNG und DAS IMPERIUM SCHLÄGT ZURÜCK gepflegt wurden.

Ein toughes STAR-WARS-Abenteuer ohne Wenn und Aber. Flott erzählt, fügt sich gut in die bestehende Storyline ein, grafisch ein echter Höhepunkt und Hingucker! Starke Space Opera. 🙂

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Sonntag, 12. November 2017

ECHO 2 – DESERT RUN

Filed under: SciFi — Michael um 18:46

ECHO 2 - DESERT RUNEine Konfrontation zwischen Julie und dem Vagabunden Cain gibt Aufschluss über einen Teil der Macht, die das seltsame silbrig schimmernde Material an Julies Körper in sich trägt. Zerstörung ist eine Seite der Medaille. Diese Gewalt macht Julie und ihren Gefährten Dillon zum Ziel. Zu ihrem Pech ist sie leicht zu finden. Zu ihrem Glück wird sie auch von der richtigen Person gefunden. Aber deshalb ist sie noch lange nicht in Sicherheit, obwohl sie so eine mit allen Wassern gewaschene Verbündete erhält …

TERRY MOORE könnte, vergleicht man seine Arbeit an ECHO mit Serien wie FRINGE oder LOST, ein Bruder im Geiste von J.J. ABRAMS sein. Wie begnadet TERRY MOORE Geschichten erzählen kann, ist bereits bei seinen Serien RACHEL RISING und STRANGERS IN PARADISE aufgefallen. Mit ECHO wird gleichzeitig deutlich, welche fantasievolle Bandbreite TERRY MOORE zur Verfügung steht. Ein Hoch auf die freie Comicszene, in der solche Geschichten möglich sind und gleichzeitig ihre Leserschaft finden. Man könnte ECHO mit Superheldengeschichten vergleichen, genauer gesagt der Entstehung von Superhelden. Aber der Science-Fiction-Ansatz und die entsprechende Herangehensweise ist bei TERRY MOORE viel stärker. Und sie ist um ein Vielfaches gefühlvoller.

PHI. 1,618: In einer sehr ausschlaggebenden Sequenz stellt TERRY MOORE das physikalische Grundverständnis auf den Kopf. Ich lasse es als mathematischer Laie einmal dahingestellt sein, ob etwas daran stimmt oder nicht oder wie viel. Wichtig ist, wie plausibel die Erklärung ist und wie unterhaltsam. Sie ist es gleichermaßen. Als die Sequenz kippt, dem Sachverhalt wieder das Gefühl folgt, zeigt TERRY MOORE, wie fein, dramatisch und schnell er neue Emotionen beim Leser herauszukitzeln vermag.

Stichwort: Gefühlvoll. Ein starkes Instrument MOORES ist die Überraschung. Sie wird von ihm mit starker Präzision eingesetzt. Die Gefahr für die Hauptfigur wird schrittweise größer, die Gegner mehr und ungewöhnlicher. Dachte der Leser, der seltsame Landstreicher, der ebenfalls etwas von der silbrigen Haut abbekommen hat, könne in diesem Spiel nicht getoppt werden, findet in Bälde neben sonstigen Killern eine echte Kuriosität. Denn ungewöhnliche Helden brauchen noch ungewöhnlichere Gegner. Gleichfalls mit merkwürdigen Entstehungsgeschichten versehen, schaffen sie ein gruseliges Ungleichgewicht. Und wie schon in RACHEL RISING liegt bei der TERRY MOORE der Schwerpunkt auf gruselig.

Grafisch (erzählerisch natürlich auch) beherrscht TERRY MOORE Frauencharaktere aus dem FF. Kreativer fallen Nebenfiguren aus (die eben meist Männer sind). Ist DILLON MURPHY, die langzeitige Begleitperson JULIES, relativ gewöhnlich geraten, ist ein DAN BACKER beispielhaft für eine gewisse sympathische Gemütlichkeit, die TERRY MOORE gerne für die Guten heranzieht. Zugleich ist die Namensgebung auffällig. Würde man die Namen der beiden Figuren tauschen, würde es nicht funktionieren. TERRY MOORE versteht es, seinen Namen ein Gesicht zu geben (vielleicht irritiert mich aber auch die Klangähnlichkeit zu DAN BLOCKER).

Wenn Gewalt unvermeidbar ist (Auftragskiller haben nun mal diese Art und Weise an einen Job heranzugehen), dann findet sich der Leser neben den eindeutig sehr mysteriös angehauchten Auseinandersetzungen in ein paar sehr brachialen Thriller-Schießereien wieder. Gerade im letzten Drittel entstehen einerseits durch diese Anteile nervenzerrende Szenen, aber gelungene Wechsel, wenn es nach echter Action plötzlich wieder höchst mysteriös wird. Hier lässt sich von einem echten Pageturner sprechen.

Superhelden-SciFi-Thriller-Serie mit Suchtfaktor. TERRY MOORE versteht es wie in den aktuellen Serienreißern, Spannung am laufenden Band aufzubauen und einen durchgehenden, hoch interessanten roten Faden zu spinnen, an dem man sich als Leser einfach weiterhangeln muss. Ein Kern von sehr sympathischen Charakteren sollte für viele SciFi-begeisterte Leser einen persönlichen Favoriten bereithalten. In gewohnt perfektem Schwarzweiß illustriert, vorbildlich packend erzählt. Klare Empfehlung! 🙂

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Mittwoch, 01. November 2017

NASH Gesamtausgabe – Band 3

Filed under: SciFi — Michael um 18:34

NASH 3 - Kapitel 5 + 6NASH TULSA weiß seit geraumer Zeit um die Besonderheit seiner Tochter. Er hat sein Leben für sie aufs Spiel gesetzt und ist bis in den Weltraum zu ihrer Rettung vorgedrungen. Jahre sind darüber vergangen. Er verdingte sich mit ebenfalls lebensgefährlichen Sonderaufträgen seinen Lebensunterhalt. Bis eines Tages seine Tochter erneut verschwindet und zur zentralen Figur in einem internationalen Skandal um die DOLLY GIRLS wird. Industriell hergestellte Liebessklavinnen entwickeln ein eigenes Bewusstsein. Sie rebellieren immer häufiger und töten ihre Herren …

Betrachtet man die gegenwärtig aktuellen SciFi-Serien, war JEAN-PIERRE PECAU mit seinen Geschichten DAS KLEINE VOLK (2000) und DREAMLAND (2001) thematisch einige Jahre voraus. (Auf der anderen Seite sicherlich beeinflusst von BLADERUNNER und Konsorten.) Künstliche Lebensformen begehren auf gegen die Herrschaft der Menschen, entziehen sich ihnen und gründen sogar eine eigene, sehr mysteriöse Zivilisation. Der Leser befindet sich plötzlich an der Seite von NASH in einem besonderen Krieg wieder. Zuerst trifft es die Reichen, die sich die neuesten Modelle der DOLLYS leisten können. Dann breitet es sich immer weiter aus.

JEAN-PIERRE PECAU erzählt von einem ungewöhnlichen Aufstand und einem solchen, der alles andere als geradlinig erfolgt. Während einige Dollys sich in die Subkultur der Städte mischen, werden andere zu MÄNADEN, verwildern wie moderne Kannibalen und mutieren zu einer unvorhergesehenen Bedrohung. Aus heutiger Sicht darf man sich als Leser uneingeschränkt auf dieses SciFi-Erlebnis freuen, ist es doch weitaus innovativer und abwechslungsreicher, indem es eben nicht als Remake von irgendetwas daherkommt, sondern viele eigene, vor allem (immer noch) neue (und bislang einmalige) Ideen mitbringt.

Das Titelbild von DAMOUR gibt einen kleinen Eindruck jener MÄNADEN. Der Ausdruck geht auf die griechische Mythologie zurück und bezeichnet eine Art weiblichen BESERKER. Gleich von Beginn an darf DAMOUR eine Mischung aus Science-Fiction-Szenario und Horror-Thriller zeichnen. (Angedeutete) Sexszenen schlagen in Mord und Totschlag um. Der Aufmarsch hochgerüsteter Militärs und Polizeieinheiten wechselt schnell in rabiate Action. Die Vorgaben von JEAN-PIERRE PECAU sind seit den Auftritten der ENGEL in den ersten Folgen alles andere als zimperlich. Mit den MÄNADEN geht er noch ein paar Schritte weiter.

Optisch stehen sich hier HighTech und ungebändigte Natur gegenüber. DAMOUR gelingen hier, filmisch gesprochen, viele tolle Einstellungen. In DAS KLEINE VOLK bietet die typische amerikanische Western-Wüste noch die Kulisse. In der Folge DREAMLAND wartet die Geschichte mit einer grünen Hölle auf. Ein Dschungel mit Eigenleben, einem gewissen Gespür für die Absichten seiner Bewohner und bedrohlicher Eindringlinge. Das hat etwas von einer fiesen AVATAR-Atmosphäre (ebenfalls Jahre bevor der Kinoblockbuster herauskam).

Letzteres ist ein gutes Stichwort, denn gerade die dichte Atmosphäre und die kontinuierliche Entwicklung der Hauptfigur machen NASH zu einer Ausnahmeerscheinung innerhalb des Science-Fiction-Genres, weitaus mehr noch innerhalb des Mediums Comic.

Der Knaller setzt sich fort. Starke Einfälle, sehr einprägsame Szenen und Bilder heben die Reihe unter sonstigen Science-Fiction-Geschichten hervor. Grafisch teils hart in Szene gesetzt, aber grundsätzlich klasse von DAMOUR illustriert und poppig, peppig von den beiden Comic-Künstlern STEPHANE ROSA und PIERRE SCHELLE koloriert. Das passt von der ersten bis zur letzten Seite! 🙂

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