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Comic Blog


Dienstag, 17. Januar 2017

MEZOLITH 2

Abgelegt unter: Abenteuer — Michael um 10:17

MEZOLITH 2Der Winter neigt sich dem Ende zu. Das Lager wird abgebrochen. Habseligkeiten, die nicht mitgenommen werden können, werden verbrannt. Zu dumm, dass durch das Feuer eine Bärin ganz in der Nähe zu früh aus ihrem Winterschlaf geweckt wird. Poika und seine beiden Freunde, Haken und Glatze, alle drei auf ihre Art gesundheitlich angeschlagen, versuchen der rasenden Bärin zu entkommen, die von Rauch und Flammen bitter gereizt wird. Ob der eine Mensch nur noch eine Hand besitzt, der nächste alt ist oder der Junge hinkt und somit harmlos, ist für sie uninteressant. Aber Poika, der Junge, mag nicht mehr so schnell wie andere sein, dafür ist er schlau und findet einen Ausweg.

Ben Haggarty und Adam Brockbank setzen ihre tolle Saga aus der Steinzeit fort. An der Seite des Jungen Poika erfährt der Leser nicht nur vieles aus dem Leben eines Stammes, er taucht auch tief in die (erfundenen) Mythen und Märchen jener Tage ein. Der zweite Band von MEZOLITH besticht, mehr noch als der erste Teil, durch seine enorme Lebendigkeit. Poikas Stamm, die Kansa, durchstreift vor 10000 Jahren die östlichen Küsten Großbritanniens. Die Vielfalt des Lebens in jener Zeit wird reich erzählt. Es ist ein durchweg gefahrvolles Leben.

Die Mythen erklären das Leben. Mal gruselig, mal schön, verträumt oder ulkig werden die Märchen und Sagen Kindern erzählt, Pubertierenden auf dem Weg in die Welt der Erwachsenen, wenn sie kurz davor stehen, sich einen Partner zu wählen. Es sind Episoden in Episoden und kaum besser könnte die Gedankenwelt der Kansa gezeigt werden. Mut wird nicht immer belohnt, wiegt aber deutlich mehr als Hochmut, der einen am Ende zur Lächerlichkeit verdammt. Märchen haben eine Moral und ein (größtenteils) gutes Ende. Aber diese Mythen sind nicht alles. Die Natur findet mehr Schnittstellen zu diesen Menschen, als es heute der Fall ist.

Poika steht am Scheideweg. Er will noch nicht erwachsen sein. Er hat ein großes Herz und einen wunderbaren Instinkt für die Wunder der Natur. Er muss feststellen, dass nicht alle, eigentlich nur wenige, seine Sicht auf die Umgebung teilen. Eine Entdeckung hätte er besser verheimlicht, so führt sie am Ende in ein, aus heutiger Sicht, furchtbares Ereignis. Für ihn ist es grauenhaft, für andere aus seinem Stamm ein Segen. In jeder Episode, in dieser ganz besonders, steckt eine spürbare Eindringlichkeit. Ben Haggarty gelingt es, grundlegende Verhaltensweisen, menschliche Probleme in einer Steinzeitgesellschaft aufzuzeigen, die zigtausende Jahre später immer noch existent sind.

Adam Brockbank erschafft Bilder, die tatsächlich wie kleine Fenster zur Vergangenheit wirken. Wer eine BBC-Dokumentation über längst vergangene Zeitalter gesehen hat, wird den Vergleich verstehen. Aus der realistischen Umsetzung der Ansichten entsteht eine ungeheure Spannung. Adam Brockbank, der aus dem Filmgeschäft kommt, arbeitet gekonnt mit Blickwinkeln. So wird es aus dem Alltagsleben der Kansa, der Jagd, dem Fischfang, dem Abbruch eines Lagers oder auch einer Beisetzung auf dem Wasser ein optisches Erlebnis.

Hände greifen unter Wasser nach einem Fisch, ein eingewickelter Leichnam mit sorgsam mit Blumen geschmückt. In einem einleitenden Gruselmärchen greifen Eiskannibalen an. Das ist die Abteilung für Hartgesottene, während bei den vielen anderen Episoden weltlichere oder zumindest für Leib und Leben verträglichere T?ne angeschlagen werden. Grafisch ist es Adam Brockbank gelungen, Figuren und Gesichter zu erschaffen, für die man dank der hervorragenden Schilderung von Ben Haggarty Sympathien oder Abneigungen entwickelt. Das schaffen nur wenige Graphic Novels.

Grandiose Fortsetzung, tolles Thema, faszinierend und spannend erzählt, für eine Comic-Reihe überragend illustriert. Für Freunde fantastischer Themen ebenso geeignet wie für jene, die einen umwerfend guten Blick auf das Leben längst vergangener Naturvölker werfen möchten, um zu sehen, wie es gewesen sein könnte. :-)

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Freitag, 13. Januar 2017

LEBEN UND TOD 1 – PREDATOR

Abgelegt unter: SciFi — Michael um 17:49

LEBEN UND TOD 1 - PREDATORDer Konzern Wayland-Yutani hat ein großes Interesse daran, dass seine Investitionen gewahrt bleiben und keine unerlaubten Schürfarbeiten auf seinen Planeten stattfinden. Leider ist das All immens groß und unerkannt können kleine Trupps dort für das schnelle Geld anrücken. Es sei denn, der Konzern fordert die Marines an, die Eigentumsrechte zu schützen. Auf dem Planeten Tartarus gelandet, soll ein Trupp der Elitesoldaten nach dem Rechten schauen. Ein Konzernvertreter begleitet sie als Beobachter. Man glaubt sich auf einer Routinemission. Als die ersten drei Soldaten verschwinden, werden die Marines vorsichtiger, aber sie ahnen nicht, welcher Gegner sie im Dschungel erwartet …

PREDATOREN sind sehr feige Jäger. Das wird im ersten Band eines weiteren Crossovers mit dem Titel LEBEN UND TOD wieder einmal deutlich. Nach FEUER UND STEIN treffen besagte außerirdische Jäger, im weiteren Verlauf ALIENS und die Ingenieure aus PROMETHEUS auf die Menschen. Ein PREDATOR schleicht sich gerne im Schutz seiner Tarnung an, agiert aus dem Hinterhalt, durchbohrt gerne den Rücken des Gegners überraschend oder schießt aus der Deckung. Sieht das Opfer (wenn überhaupt) die drei roten Punkte des Ziellasers auf seinem Körper, ist es längst zu spät. Autor Dan Abnett lässt kein gutes Haar an dieser überlegenen Spezies, die aus reinem Vergnügen tötet.

Natürlich kann ein PREDATOR auch anders. Es gab durchaus Auftritte von Charakteren, die einer Art von Ehrenkodex folgten und auch den Kampf mit einem stärkeren Feind nicht scheuten. 43 Jahre nach ALIENS, dem Kinoblockbuster von James Cameron, und ein Jahr nach den Ereignissen von FEUER UND STEIN landet wieder ein Trupp Marines auf einem fremden Planeten. Sie finden ein unbekanntes Raumschiff. Und sie werden bereits erwartet. Dan Abnett unterwirft sich den Spielregeln, denen sich andere Menschen bereits in den ALIEN-Streifen, in PROMETHEUS, in PVA oder PREDATORS unterwerfen mussten. Der Feind muss erst einmal entdeckt, grob eingeschätzt, dann bekämpft werden.

Dieses Mal ist es Krieg! Die Menschen haben gelernt. Der Erkennungsprozess verläuft zügiger, ein Schlachtplan ist flott bei der Hand, eine grundsätzliche Angst wird beiseite gefegt. Dan Abnett lässt hier schließlich zwei im Kampf versierte Spezies aufeinander los. Das erinnert natürlich an bisherige Verfilmungen. Insgesamt treten die Marines professionell auf, auf ein oder zwei Großmäuler konnte trotzdem nicht verzichtet werden. Solche Spaßbolzen gab es auch in ALIENS. Wer dem Tod beruflich ins Auge blickt, entwickelt wohl einen sehr besonderen Humor.

Brian Albert Thies arbeitet mit einem robusten, flotten, manchmal ruppig wirkenden Zeichenstil. Kollegen wie Alex Maleev oder erst recht Sean Phillips (SLEEPER) sind Vertreter dieser grafische Ausrichtung, die für einen zügigen Lesefluss bürgt. In Vorzeichnungen sind die Bilder solcher Künstler meist fragiler, getuscht werden sie gerne mit teils fetten Strichen, was letztlich zu einer optischen Explosion auf dem Papier wird. Je nach Szene kämen die Bilder vom SciFi-versierten Brian Albert Thies auch ohne Farbe aus.

Ein SciFi-Actionkracher! Im Auftaktgeschehen von LEBEN UND TOD findet sich perfekt der Titel thematisiert. Beide Seiten kämpfen schließlich auf Augenhöhe um ihr Überleben. Geradeaus, knallhart, für Fans des ALIENS-Universums! :-)

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Mittwoch, 11. Januar 2017

MANIFEST DESTINY – Band 3

Abgelegt unter: Horror — Michael um 16:36

MANIFEST DESSTINY - Band 3 - CHIROPTERA & CARNIFORMAVESDie Männer im Tross von Captain Lewis und Lieutenant Clark sind kaum freiwillig bei der Gruppe. Entweder sind sie Soldaten oder Gefangene, die eine Expedition ins Niemandsland einer echten Strafe vorgezogen haben. So dachten sie es sich jedenfalls. Inzwischen sind einige Männer gestorben. Und das Land könnte ihnen allen jederzeit weitere Verluste abtrotzen. Als sie innerhalb der Gruppe die größten Schwierigkeiten haben, begegnet ihnen ein seltsames Volk, seltsamer noch als die Wesen und Krankheiten, die ihnen bisher das Leben schwer machten. Ein weiterer Bogen steht in der Landschaft. Natürlich müssen sie ihn erkunden. Wider aller Erwartung erhalten sie einen Hinweis auf die Bedeutung dieser Objekte …

Die waghalsige und wahnsinnige Expedition geht weiter. Captain Meriwether Lewis und Lieutenant William Clark, zwei sehr unterschiedliche Männer, sind mittlerweile zusammengeschweißt auf Gedeih und Verderb in einem lebensfeindlichen Land. So hat man den nordamerikanischen Kontinent noch nie gesehen. In der dritten Folge mit dem Untertitel CHIROPTERA & CARNIFORMAVES weiß das Duo aus Erzähler Chris Dingess und Matthew Roberts mit neuen Einzelheiten dieser merkwürdigen Wildnis zu überraschen.

Verschiedenste Genrespielarten finden sich hier angedeutet, unterschiedlichste neue Ideen wurden von Dingess und Roberts umgesetzt. Pocahontas trifft Hanna, Howard the Duck trifft die Ewoks und ganz nebenbei findet man sich mitten in einem Abenteuerepos wieder. Das Titelbild bietet sich eine grobe Übersicht der Hauptfiguren und der besonderen Ereignisse. Rückschlüsse lassen sich im Vorfeld kaum ziehen, erst hinterher erwachen hier die Aha-Momente.

Die Grafik von Matthew Roberts ist toll, im Zusammenspiel mit seinem Team, den Tuschern und dem Koloristen Owen Gieni entsteht eine Kintoppoptik, die gerne von einseitigen Bildern durchbrochen wird, ganz besonders dann, wenn sich eine spezielle Wendung ankündigt. Roberts schafft hier ein paar Figuren, die nicht nur gruselig sind. Das herausstechende Horrormonster dieser Ausgabe sucht sicherlich eine eigene Gattungsbezeichnung und wurde in dieser Form noch nirgendwo gesehen. Neben einem Brutalitätslevel, der eine Leseempfehlung ab 16 Jahren wirklich sinnvoll macht, kommt der Einfallsreichtum einer Gedankenwelt von H.R. Giger recht nah.

Moral? Ja, auf jeden Fall! Selten wird im Horrorgenre ein moralischer Aspekt derart herausgearbeitet. So manche Figur erlebt hier ihren Wandel, hervorzuheben hier ist der junge Collins, der sich seinen Respekt redlich verdient. Aber Respekt ist eine Sache, die Ziele der Reise und eine grundlegende menschliche Moral eine ganz andere. Chris Dingess hat in den ersten beiden Bänden noch nie so böse erzählt und er lässt keinen Zweifel daran, dass die Grenzen zwischen Mensch und Monster schmal sind und Äußerlichkeiten noch lange keinen Hinweis auf einen wahren emotionalen Kern geben.

Comiczeichnungen auf hohem Niveau, ein schön frisches Horrorszenario, in dem alles möglich ist dank der beiden Kreativköpfe. Zudem eine bitterböse dritte Episode. So geistreich kann Horror sein. Klasse! :-)

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Samstag, 07. Januar 2017

DER ROTE KORSAR – Gesamtausgabe 8

Abgelegt unter: Abenteuer — Michael um 18:04

DER ROTE KORSAR - Gesamtausgabe 8 - DIE INSEL DER VERLORENEN SCHIFFECaroline de Muratore, Erbin des Herzogtums Mantua, wurde entführt und befindet sich auf dem Weg in den Harem des türkischen Sultans. Für Rick, den Sohn des ROTEN KORSAREN, ist es zu einer persönlichen Mission geworden, die junge Frau zu retten, die nichts von ihrer Abstammung ahnt. Aber je weiter sich die Korsaren auf dem vorzüglichen Schiff des Schreckens der Weltmeere, dem Schwarzen Falken, in türkische Gewässer gewagt haben, desto größer sind die Gefahren geworden und desto wahrscheinlicher ist es den Kampf gegen eine Übermacht zu verlieren. Mit Raffinesse und Kaltblütigkeit wagen Vater und Sohn nicht nur den Vorstoß ins Herz des Feindeslandes, sondern auch eine tollkühne Flucht.

In der 8. Gesamtausgabe der Serie um den ROTEN KORSAREN sind zwei Abenteuer versammelt. Ein ebenfalls albenstarker redaktioneller Teil rundet den Band mit vielen interessanten Hintergrundinformationen ab. Man kann unbestritten behaupten, dass hier ein Blick auf die goldenen Zeiten des Comics geworfen wird (ohne dabei den entsprechend englischen Begriff zu bemühen). Entscheidung am Bosporus und Die Insel der verlorenen Schiffe lauten die beiden Titel der hier enthaltenen Alben. Für Jean-Michel Charlier waren die Weltmeere eine einzige große Erzählerspielwiese, wofür die beiden Geschichten exemplarisch stehen.

Vom Marmarameer hin zu den tiefen Gewässern vor Mittelamerika. Unterschiedlicher könnten die Orte auf dem Globus kaum sein, ebenso die Ziele der jeweiligen Abenteuer. Hier geht es um die Befreiung einer jungen Frau, völlig selbstlos. Dort geht es um Reichtümer, die den Männern den Verstand vernebeln und alles auf eine Karte setzen lassen. Comic-Künstler sind hier Jije, alias Joseph Gillain, der zusammen mit seinem Sohn, Künstlername Lorg, die Arbeiten am ROTEN KORSAREN übernommen hat.

Jije konnte vor allem mit der sehr langlebigen Western-Serie Jerry Spring einem breiten Publikum vorgestellt werden. Darüber hinaus zeichnete er auch für Tanguy und Laverdure, Leutnant Blueberry und viele andere Serien. Grafisch reiht er sich in die Generation von Künstlern wie Victor Hubinon, Hugo Pratt oder Albert Uderzo ein.

Weniger exakt als Hubinon, ähnlich verspielt wie Udero, nicht ganz so wild wie Pratt. Satte Striche, teils wie impulsiv hingeworfen, deuten dem Leser einen Künstler an, der ohne Farbe, falls gewünscht, auskommen konnte und dem allein Schwarzweiß genügte. Zugunsten einer nostalgischen Kolorierung sind bei seinen KORSAREN-Arbeiten nur selten dramatische Licht-Schattenspiele zu sehen. Sein Sohn Lorg übernimmt den Stil des Vaters nahtlos und perfekt.

Kinoplakate für den ROTEN KORSAREN. Der Illustrator Yves Thos gestaltete für die Serie Titelbilder, die sich sofort in den Reigen der Kinoplakate der starken alten Piratenfilme einreihen können. Meist befindet sich eine tragende Figur im Vordergrund, eine Art Szenencollage bildet den Hintergrund oder die Kulisse. Yves Thos geht sogar so weit, den jüngst 100jährig gewordenen Kirk Douglas 1971 auf einem Titelbild als Statist zu verewigen. Patrice Pellerin und Victor Hubinon vervollständigen die tolle Übersicht der mehrseitigen Titelbildgalerie.

Comic-Unterhaltung und Comic-Historie in einem. Reihen wie DER ROTE KORSAR sind zweifellos Meilensteine und Ausgaben wie diese verdeutlichen die Arbeit, die hinter solchen Projekten stecken. Gleichzeitig geben sie darüber Aufschluss, welche und wie viele Komponenten für einen derart langlebigen Erfolg einer Reihe gebündelt werden müssen. :-)

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Freitag, 06. Januar 2017

BATMAN – THE KILLING JOKE

Abgelegt unter: Comics im Film — Michael um 10:43

BATMAN - THE KILLING JOKEBATGIRL, alias Barbara Gordon, bewundert BATMAN nicht nur. Aus der Bewunderung für den Dunklen Ritter ist mehr geworden. Aber sie hält sich zurück, versucht ihre wahren Gefühle nicht zu zeigen. Gleichzeitig macht ihr BATMAN immer wieder deutlich, wie weit sie mit ihrem Können hinter ihm zurückhängt, wie impulsiv sie noch ist. Barbara ist jung, sie nimmt es mit gefährlichen Gangstern auf und gewinnt. Es läuft doch alles richtig? Oder etwa nicht? Bis eines Tages etwas geschieht, das alles für sie ändert und den Mitternachtsdetektiven an eine nie gekannte Grenze treibt.

THE KILLING JOKE gehört zu den Graphic Novels aus dem DC-Universum, die im Meer der Comic-Erscheinungen rund um BATMAN ziemliche Aufmerksamkeit erregt haben. Im Umfeld der Superhelden kommt es selten zu Todesfällen, aber falls sie doch geschehen und sich die Autoren entschließen, eine Figur aus dem breit gefächerten DC-Universum zu entfernen, wird es regelrecht zelebriert. Ein bekanntes Beispiel ist SUPERMAN (der kam natürlich zurück). Eine Behinderung, eine Wandlung einer Figur, so wie es in THE KILLING JOKE mit Barbara Gordon, der Tochter des Polizeichefs und gleichzeitigem BATGIRL, geschah, ist eine weitere Ausnahmesituation.

Der Comic-Fan weiß, dass aus BATGIRL im weiteren Verlauf ORACLE wurde, die durch Hightech zu einer besonderen Mitstreiterin im BATMAN-Team heranwuchs. Der Stein des Anstosses zur Veränderung kommt ohne jegliche Vorwarnung. Das ist für Comic-Verhältnisse erschreckend brutal und ein weiterer Grund für die Bekanntheit der Geschichte von Comic-Starautor Alan Moore, deren Drehbuchadaption vom nicht minder bekannten Brian Azzarello verfasst wurde.

Die Zeichentrickfilmumsetzung reiht sich in eine Serie von Produktionen der letzten Jahre ein, die sich Höhepunkte aus dem DC-Universum herauspickt. So ist die Optik den realistischen Bildern der Graphic Novel angelehnt. Besonders bekannte Grafiken hat man versucht in speziellen Szenen herauszustellen. Der Realismus ist in der Nähe von herkömmlichen Serien-Animes angesiedelt, Bewegungen der Figuren finden sich ebenfalls auf dem Level wieder. Bei Fahrzeugen und deren Animation wird inzwischen gerne auf Computeranimationen zurückgegriffen. Das funktioniert weitaus flüssiger und setzt perspektivischen Wechseln weniger Grenzen.

Stimmlich können sich Fans von BATMAN: THE ANIMATED SERIES auf ein Wiederhören freuen. Im Original sind Kevin Conroy (Batman) und Mark Hamill (Mr Luke Skywalker als Joker) dabei. Aber auch die deutschen Stimmen sind prächtig besetzt. Eberhard Haar gelingt es seit den 1990er Jahren der Zeichentrickversion des Dunklen Ritters ein tolles sowie lebensechtes Profil zu geben. Hier muss es keinerlei Tonverfälschung unter der Maske geben. Die Stimme von Eberhard Haar ist respekteinflößend genug. Thorsten Michaelis gibt den Joker wunderbar irre. Den versierten Synchronsprecher kennt der Cineast als Stimme von Sean Bean oder Wesley Snipes. Hörspielfreunde kommen seit zig Jahren kaum an ihm vorbei.

Eine feine Umsetzung der Vorlage von Alan Moore, etwas freaky, aber wer andere Werke von Alan Moore wie Watchmen oder die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen kennt, wird kaum überrascht sein. Ein solider Superheldenzeichentrickfilm, der seine Figuren sehr ernst nimmt und dessen Handlung Akzente des Genres setzt. :-)

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Samstag, 31. Dezember 2016

MONSTER ALLERGY EVOLUTION – Band 1

Abgelegt unter: Abenteuer — Michael um 15:21

MONSTER ALLERGY EVOLUTION - Band 1 - ZähmulacrumZick ist endlich erwachsen. Er studiert an der Universität. Sein wahrscheinlich bester Freund Bombo, mindestens aber der anhänglichste, ist immer für ihn da. Sogar Elena, das Mädchen, mit dem er so viel erlebt hat, gehört ebenfalls zu seinem Leben. Alles wäre in bester Ordnung, gäbe es nicht ein kleines Problem. Zick kann Monster nicht nur sehen, sondern auch bändigen. Die Fähigkeit dazu besitzt er schon lange. Nur, und das ist das Problem, hat er seine eigene Fähigkeit, den Zähm, verloren. Allerdings wurde sie durch einen fremden Zähm ersetzt. Die hingegen beeinflusst Zick nicht zum Guten …

Zick, Elena und Bombo sowie einige andere sind wieder. Im Comic wie in der realen Welt sind seit den ersten Abenteuern von MONSTER ALLERGY einige Jahre vergangen, doch die Magie dieser Fantasy-Welt zündet noch immer. Waren Zick und Elena in der Vergangenheit Kinder, bringt das Erwachsensein neue Herausforderungen mit sich. Natürlich müssen diverse Kenntnisse und Fähigkeiten weiterhin vor den normalen Menschen geheim gehalten werden. Da sich Zick und Elena bald schon auf den Weg ins Hohe Waffenlager des Matterhorns machen, müssen sie sich darum erst einmal keine Gedanken mehr machen.

Der einleitende erste Teil der Handlung berichtet Neueinsteigern alles Nötige, um gleich in der fantastischen Welt zu einzutauchen. Das Autorenduo, Katja Centomo und Francesco Artibani, schaffen den Spagat, für Stammleser einen schönen Anschluss hinzulegen und neuen Fans alles nötige Rüstzeug an die Hand zu geben, um der Geschichte zügig zu folgen. Spätestens mit der zweiten Hälfte, wenn sich die Abenteurer von der echten Welt verabschieden und in eine parallele Realität im wahrsten Sinne des Wortes hinaufklettern, zeigen sich die Stärken von MONSTER ALLERGY.

Grafisch werden sich Fans der Reihe direkt einfinden dank Zeichner Federico Nardo, der von den Autoren Katja Centomo und Francesco Artibani zurück ins Boot geholt wurde und sich durch seine Arbeiten an der Ursprungsserie bestens im MONSTER-ALLERGY-Universum auskennt. Neulingen sei der Serienstart ans Herz gelegt, wenn sie Mangas (oder auch Animes) der fantastischen Art mögen, vielleicht Abenteuer mit tollen Kreaturen abseits von Ben 10 oder Atlantis suchen und sich über ebensolche netten Hauptfiguren freuen. Optisch reiht sich Federico Nardo mit seiner Technik in diesen modernen Zeichentricklook ein.

Bombo der heimliche Star aus MONSTER ALLERGY hat jenes Sympathiepotential, mit dem ebenfalls ein Chewbacca bei Freunden fantastischer Geschichten punkten konnte. Bombo ist ein Monster. Er ist nicht ganz so schlau, sehr verfressen, noch viel treuer und ein Spaßvogel. Bombo ist ein Tollpatsch und für den Rest der Welt unsichtbar (außer natürlich für die Bändiger). Seine Trampeleien hingegen sind für alle spürbar. Riesenkörper, rot mit schwarzen Punkten, Riesenmaul, Schwanz, pummelige Extremitäten, Kulleraugen, die rausfallen können, kurzum Bombo kommt als Kreuzung aus Teddy und Dino daher, eine rundum knuffige Gestalt. Allein dafür lohnt sich die Lektüre dieses MONSTER-ALLERGY-Bandes.

In der ersten Hälfte eine gelungene Fortsetzung und gleichzeitig Neuauftakt, in der zweiten Hälfte schöne und abenteuerliche Fantasy-Action. Toll für Kids! :-)

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Dienstag, 20. Dezember 2016

VENOM: SPACE KNIGHT 1 – Galaktische Symbiose

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 15:54

VENOM: SPACE KNIGHT 1 - Galaktische SymbioseFlash Thompson hat als Agent VENOM eine weite Reise hinter sich gebracht. Er kämpfte an der Seite der GUARDIANS OF THE GALAXY, doch nun ist er allein. Flash hat Geschmack an seiner Funktion als kosmischer Ritter und eilt nun von Krise zu Krise zu Krise … Inzwischen ist klar, dass es sich bei dem Symbionten, den er mit sich trägt, um einen Klyntar handelt, ein außerirdisches Lebewesen. Und ganz entgegen den Erfahrungen, die SPIDER-MAN immer wieder mit VENOM gemacht hat, hat sich der Symbiont nun erholt, hat alle seine Sinne beisammen und ist eine effiziente Verbindung mit dem ehemaligen Soldaten Thompson eingegangen.

Ein Superheld, dem unterhalb der Knie die Beine amputiert wurden und dank eines Symbionten zu einem Retter im Kosmos geworden ist. Nicht zum ersten Mal bereist ein MARVEL-Held die Weiten des Alls. Die erwähnten GUARDIANS, NOVA natürlich, aber auch die AVENGERS haben sich im Weltraum herumgetrieben. Mit VENOM: SPACE KNIGHT wandelt der Mensch unter dem Symbionten, Flash Thompson, ein wenig auf den Spuren einer Green Lantern, denn ein Agent des Kosmos ist nicht völlig auf sich allein gestellt.

Autor Robbie Thompson (bestimmt nicht verwandt oder verschwägert mit Flash) spielt mit den Fähigkeiten des Symbionten und zieht aus der Kulisse ähnliche Register wie es die Macher von STORM taten, allerdings darf außerdem nicht PER ANHALTER DURCH DIE GALAXIS vergessen werden. Flash Thompson erhält den Roboter 803 als Reisebegleiter, dessen einziger Wunsch es bis zu diesem Zeitpunkt ist, zerstört zu werden. Hier finden sich kleine Parallelen zum deprimierten Marvin aus dem Anhalter. Hier spielt einer gekonnt mit dem sehr weiten Genre. Autor Robbie Thompson kennt sich auf der kurios gruseligen Seite der Fantasie weidlich aus, schließlich gehört er nicht umsonst seit Staffel 7 zum Autorenteam von SUPERNATURAL.

Wer Spaß an Star Wars hat, national betrachtet an Perry Rhodan, oder an Werken von Comic-Künstler Don Lawrence, etwa Storm oder Trigan, der wird die Arbeit von Ariel Olivetti lieben. Olivetti zeichnet keine Comics, der Argentinier malt sie. Jedes Bild besitzt Posterqualität. Hierzulande konnte er mit dem Crossover Superman / Batman / Predator / Aliens eine optisch faszinierende Graphic Novel vorstellen. Ariel Olivetti nimmt sich gerne möglichst viel Raum für seine Bilder und Robbie Thompson legt die Geschichte so an, dass der Argentinier auch die Gelegenheit dazu erhält.

Einige ganzseitige Bilder gönnt sich Ariel Olivetti. Darüber hinaus arrangiert er die Einzelbilder einer Seite gerne so, dass ein toller cineastischer Eindruck entsteht. Die Grafiken verströmen nicht nur modernes Flair. Durch das Design der Figuren schleicht sich auch das wunderbare Flair früherer SciFi-Jahre ein. Hier könnte ganz im Stil der 1930er oder 1940er Jahre gleich ein anderer Flash, nämlich Flash Gordon um die Ecke kommen. Schöne Einfälle werden hier gekonnt umgesetzt. Anklänge an irdische Mythologie finden sich hier ebenso wie Vermischungen verschiedener, teils putziger Erdentiere, die ein spaßiges wie groteskes Auftreten haben.

Ein grafischer Knaller! Comic-Künstler Ariel Olivetti ist längst kein Geheimtipp mehr, dennoch sei dieses Weltraumabenteuer jedem ans Herz gelegt, der es bunt, einfallsreich, modern und nostalgisch zugleich mag und dazu noch mit 150prozentiger Perfektion illustriert. Klasse! :-)

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Freitag, 16. Dezember 2016

RACHEL RISING 7 – STAUB ZU STAUB

Abgelegt unter: Mystery — Michael um 17:47

RACHEL RISING 7 - STAUB ZU STAUBWer aufwacht, sicher ist, umgebracht worden zu sein und nicht weiß, ob sich der Mörder noch in der Gegend herumtreibt, hat ein Problem. Rachel hat dieses Problem. Doch mit ihrer Unsterblichkeit gehen auch Fähigkeiten einher, die es ihr ermöglichen könnten, eine Spur des Unholds zu finden. Im kleinen Städtchen reihen sich seltsame Vorkommnisse aneinander. Malus, der die Hölle auf Erden bereiten will und neben Lilith sein Unwesen treibt, versucht einen gehorsamen Nachkommen heranzuzüchten. Lilith hadert mit sich, zieht sich zurück und wird trotzdem von den Menschen eingeholt, von der alten Feindschaft mit Malus und einer ebenso uralten Freundschaft mit Rachel. Jeder scheint eine letzte, alles entscheidende Konfrontation zu suchen.

Terry Moore löst die einzelnen Knäuel auf. Er macht es weiterhin in Schwarzweiß, so dass allzu blutige Passagen dem Leser immer noch genug Vorstellungskraft abverlangen. Aber Blut ist nicht alles. Terry Moore versteht sich auf Mystery. Das hat er bisher weidlich bewiesen. Aber er versteht sich ebenso auf absurd überdrehten Splatter. Lilith hat hier ihre Momente, aber auch die menschlichen Charaktere können locker mithalten. Terry Moore schafft es hier mit Bravour eine typische CSI-Szene auf die Spitze zu treiben. Mehr Autopsie geht nicht!

Ein Meister der Momentaufnahme. Terry Moore stellt die Beziehungen der Charaktere zueinander hervorragend dar. Ihm gelingen die kleinen Dialoge, die mehr aussagen als bloße Worte, aber er versteht sich auch auf die beinahe wortlosen Szenen. Bestes Beispiel hier ist das noch junge Pärchen Earl und Jet. So zufrieden kann Zweisamkeit aussehen. Und so fein kann sie dargestellt werden. Aber Zweisamkeit bleibt hier die große Ausnahme, denn das Hauptthema dieser 7. Ausgabe mit dem Untertitel STAUB ZU STAUB ist eindeutig Rache. Mittlerweile ist genug geschehen, um (fast) jeder Figur genug Motivation für einen brutalen Akt gegen alles und jedermann mitzugeben.

Lilith ist so eine Figur. Sie besitzt einen Groll gegen den Menschen und alles, wofür diese Art steht. Mitleid ist ihr nahezu fremd geworden. Mitgefühl besaß sie einmal. Das zeigen Rückblicke. Inzwischen ist davon selbst der kleinste Funke erloschen. Gewalt macht den Figuren keinen Spaß. Oft ist es ein Ventil. Wo andere schreien, massakrieren sie. Es ist zu ihrer Natur geworden und geschieht mehr nebenbei. Terry Moore inszeniert derartige Szenen mit voyeuristischer Kälte. Seine Figur Lilith ist ein guter Träger für derlei Szenen, stets zwischen roboterartigen Vorgehen, Selbstkontrolle und einer jahrhundertealten Depression schwankend.

Ein schwarzweißes infernalisches Finale. Irgendwann überspannen selbst die Bösen den Bogen. Dann kracht es. Terry Moore hat seinen Figuren viel Geduld abverlangt. Schließlich präsentiert er das auslösende Ereignis für das Ende und die letzten Auseinandersetzungen. Rache ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird. Genauso hält es Terry Moore. Und gerade die unterdrückte Wut, die Moore Lilith und letztlich auch der Titelfigur Rachel mit auf den Weg gibt, treibt die Spannung im letzten Viertel der Geschichte auf die Spitze. Klasse!

Terry Moore, durchweg ein Meister einer klaren Linie und eines perfekten Tuschestrichs, bringt hier seinen Mystery-Thriller um Rachel und ihre Freunde mit Paukenschlag zum Abschluss. Wer das Genre mag, neue Ideen abseits des Mainstreams sucht, kommt hier auf seine Kosten. Übersetzt gesprochen: RACHEL RISING lechzt geradezu nach einer Serienverfilmung. Gesamtnote: Sehr gut! :-)

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Mittwoch, 14. Dezember 2016

BATMAN EUROPA

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 18:46

BATMAN EUROPAAngriff auf BATMAN! Das kennt der Dunkle Ritter. Er hat wahrhaftig gelernt, damit umzugehen. Aber diese neue Sorte macht ihm schwer zu schaffen. Sie erfolgte heimtückisch und überaus geschickt aus dem Hinterhalt und gleich an zwei Fronten. BATMAN findet schnell einen ersten Hinweis, doch von der Lösung des Falls, in dessen Mittelpunkt er selbst steht, ist er weit entfernt. Sogar wortwörtlich, denn er ist gezwungen, Gotham City zu verlassen und sein Jagdgebiet auf EUROPA auszuweiten. Seine erste Station lautet BERLIN.

BERLIN, PRAG, PARIS und ROM. Große Städte, große Namen. Hier fallen die beiden ewigen Gegenspieler, BATMAN und JOKER, ein. Weil beide von derselben Krankheit befallen sind, agieren sie gemeinsam. Eine sehr unglückliche Mischung, die dauerhaft von Misstrauen geprägt ist. Autor Brian Azzarello und Kollege Matteo Casali schmieden hier ein Paar zusammen, das nur unter Zwang gemeinsam handeln kann. Und selbst dann befindet sich BATMAN im Zweifel, oder der irre Clown an seiner Seite nicht doch plötzlich seine Aggressionen gegen den Dunklen Ritter richtet.

BATMAN EUROPA bietet einerseits ein gewohntes Bild der beiden Erzfeinde, andererseits ist die Präsentation dunkler, (alp)traumhafter und viel, viel bedrohlicher als gewohnt. Selbst der bei DC-Fans allseits bekannte Jim Lee, der mit seinen Arbeiten zu BATMAN und SUPERMAN viel Aufmerksamkeit erregte, reiht sich stilistisch in die surreale Atmosphäre dieser Reise nach EUROPA ein. Denn optisch wird an allen Ecken nach einer Veränderung gesucht. Hier findet sich eine aquarellartige Kolorierung. Ebenso sind, höchstwahrscheinlich computerisiert, Buntstifte und Kreide und Ölfarbe zum Einsatz gekommen.

Die grafische Krönung ist die Ausreizung optischer Eindrücke, wenn in der PARISER Episode versucht wird, einen scheinbaren 3D-Effekt zu erzielen, mit künstlerischer Fotoverfremdung inklusive. Man stelle sich gedruckte 3D-Vorlagen für die gute alte 3D-Brille vor, diese teilweise etwas verschwommen, an anderen Stellen übersch?rft. Hinzu kommt ein künstlerischer Eindruck, etwa, wenn Werke eines H. R. Giger im Vollrausch konsumiert würden. Seltsamerweise passt die Optik zur wahnsinnigen Handlung, auch hier mit einem wahnsinnigen JOKER inklusive.

Wahn mit Methode. BATMAN und JOKER sind schwer krank. Die Optik versucht gerade diesen Aspekt, die immer schwächer werdenden Helden auf ihre Art auszudrücken. Das funktioniert oft, ist aber im Ausdruck (Vorsicht Wortspiel) manchmal zu erdrückend. Faszinierend anzuschauen, gar keine Frage, nur passt es, sobald es zu krass wird, nicht mehr so ganz zu einem BATMAN-Abenteuer.

Zu ungewöhnlich für den BATMAN-Otto-Normalleser. Wer sich mit den üblichen Events innerhalb der Comic-Universen anfreunden kann, dem normal agierenden BATMAN folgt, wird mit diesem Experiment nicht ganz so viel anfangen können. Wer sehen möchte, wie sich ein Superheld einmal anders ausprobiert und durchaus neues Potential entdeckt, sollte einen Blick riskieren. :-)

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Sonntag, 11. Dezember 2016

SPIDER-MAN: MILES MORALES 1

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 18:16

SPIDER-MAN: MILES MORALES 1 - Ein neues LebenEs waren einmal Spider-Men … Nach dem Zusammenbruch des ultimativen Universums hat sich ein Spider-Man in die andere Welt retten können. Und nun gibt es neben Peter Parker auch noch Miles Morales. Miles ist schwarz, so jung wie Peter einst war, als ihn die radioaktive Spinne gebissen hat und geht auch noch zur Schule. Sein Kostüm ist hauptsächlich schwarz, wirkt wie eine positivere Venom-Variante und tatsächlich hat er mit seinem Venom Blast eine Fähigkeit, die der alte Spider-Man nicht besitzt. In Sachen Feinde jedoch können sich beide die Hand reichen, denn es sind die dieselben Halunken, die es auf die Spinnenmänner abgesehen haben.

MILES MORALES ist als SPIDER-MAN ein ähnliches Reboot, wie es die Figur demnächst auf der Kinoleinwand erlebt. Auch die Konstellation ist ähnlich. Dieses Zurück-zu-den-Wurzeln wird hier sehr gut in die Gegenwart umgesetzt, da Peter Parker im normalen MARVEL-Universum gestattet wurde, sich ordentlich zu entwickeln, auch mal eine Spur zu altern und längst aus den Teenager-Problemen herausgewachsen ist. Brian Michael Bendis, der damals auch den ersten ULTIMATIVEN SPIDER-MAN geschrieben hat, nimmt sich ebenfalls der neuen Version an.

Was ist anders? Nun, erst einmal wurde dieser SPIDER-MAN nicht im normalen MARVEL-Universum geboren. Jetzt ist er hier, einiges hat sich für ihn verändert, teils zum Besseren, doch die Eingewöhnung fällt verdammt schwer. Natürlich ist die Umwelt neugierig auf den neuen SPIDER-MAN. Das macht dem Jungen, der sein Geheimnis mit nur ganz wenigen Eingeweihten teilt, schon Probleme. Schwierig wird es, als sich eine ganz besondere Person in sein Leben einmischt, nämlich seine Oma. Miles Morales besitzt nicht jenen Humor, mit dem Peter Parker so oft punkten konnte, deshalb muss Brian Michael Bendis sich ein paar andere Möglichkeiten ausdenken, um die Szenerie aufzulockern. Mit der Oma ist ihm das gelungen.

Grafisch: WOW! Sara Pichelli versteht sich aufs Zeichnen! Sie gehört zu jener Künstlerriege, die dem Superrealismus verpflichtet scheinen. Jim Lee oder Bryan Hitch spielen auch in dieser Liga. Zur Abgrenzung jener Künstler, die ziemlich harte Kerle zu Papier bringen, tendiert Pichellis Stilrichtung ein wenig gen Frank Cho, der seinen Figuren eine Spur Humor anzeichnet. Das passt erst recht bei Figuren wie besagter Oma oder Spideys bestem Freund Ganke.

Auftritt: SPIDER-MAN. Der Einstieg der Geschichte findet sich just in dem Moment, als der Kampf eigentlich schon vorbei ist. Die Avengers liegen geschlagen am Boden und der junge SPIDER-MAN steht allein einem annähernd drei Meter großen Dämonen namens Blackheart gegenüber. Der Sohn von Mephisto hätte auch der Comic-Reihe Der Schwur des Ambers entsprungen sein können. Die optische Wirkung ist blanker Clive-Barker-Horror. Das ist ein gelungenes Wechselspiel zu den später auftretenden klassischen Schurken, die SPIDER-MAN das Leben schwer machen. Sara Pichellis Bilder erhalten durch den Top-Koloristen Justin Ponsor eine filmische Tiefe.

Was für ein Einstand im altehrwürdigen MARVEL-Universum! Eine klasse Gelegenheit für jugendliche Einsteiger zum Erkunden an der Seite einer Figur, für die ebenfalls vieles neu ist. Ein grafisches Sahnestück ist es sowieso. Klasse Start! :-)

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