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Comic Blog


Samstag, 16. November 2019

FÜNF FREUNDE ERFORSCHEN DIE SCHATZINSEL

Filed under: Comics für Kinder — Michael um 19:45

FÜNF FREUNDE ERFORSCHEN DIE SCHATZINSELDie Geschwister JULIAN, DICK und ANNE sollen ihre Ferien bei den KIRRINS, TANTE FANNY und ONKEL QUENTIN verbringen. Außerdem ist da noch GEORGINA, die Tochter der KIRRINS, die es aber überhaupt nicht mag, wie ein Mädchen behandelt zu werden und lieber GEORGE gerufen wird, wie ein Junge eben. Sie ist ein ziemlicher Wildfang und kann eigentlich mit ihren beiden Cousins und der Cousine nicht viel anfangen. Lieber hätte sie die Ferien allein verbracht. Aber die Verwandten sind doch ganz anders als befürchtet. Bald schon ERFORSCHEN die FÜNF FREUNDE mit dem fünften im Bunde, TIMMY dem HUND, die SCHATZINSEL, ein kleines Eiland unweit der Küste.

Die FÜNF FREUNDE sind eines der Phänomene der Jugend- und Kinderliteratur. Über die eigentlichen 21 Bände hinaus, die ENID BLYTON, die Autorin der Romane, geschrieben hat, erschienen noch über 90 Geschichten aus der Feder anderer Autorinnen. NATAËL hat sich den allerersten Roman, das Auftaktabenteuer der FÜNF FREUNDE vorgenommen und dieses für das Medium Comic adaptiert. Er bearbeitete den Originaltext, während sein Sohn BEJÁ die Zeichnungen übernahm. Dabei wurde das Zeitkolorit nicht verlassen. Denn FÜNF FREUNDE ERFORSCHEN DIE SCHATZINSEL wurde 1942 erstmals veröffentlicht.

Vater und Sohn haben bereits häufiger zusammengearbeitet, aber die Szenarien hatten meist einen erwachsenen Charakter. Die Zielgruppe hierbei sind entweder Kinder oder Nostalgiker. Oder eine Mixtur aus beidem. So wie ich. Jedenfalls in mancherlei Hinsicht. Die FÜNF FREUNDE befeuerten ihre Popularität hierzulande gegen Ende der 1970er Jahre mit einer englischen Fernsehserie. Im zweiten Schwung übernahmen die Originalsynchronsprecher der vier Kinder auch die Hauptrollen in einer hierzulande sehr erfolgreichen Hörspielserie der FÜNF FREUNDE (für die Dauer der Folgen, die den Originalabenteuern von ENID BLYTON zugrunde lagen).

Die FÜNF FREUNDE sind in einer Zeit unterwegs, als Kinder sich in ihrer Freizeit in der freien Natur herumtrieben, ohne Mobilfunk, keinen Fernsehnachmittagen oder anderen Segnungen technischen Fortschritts. Hier wird oft kampiert, im Freien oder auf Bauernhöfen übernachtet, gewandert oder mit dem Fahrrad die Gegend erkundet. Eigentlich haben diese Kinder sehr viele Freiheiten. Die FÜNF FREUNDE sind natürlich kindlich, aber auch sehr verantwortungsbewusst. Da fahren sie, so wie hier, schon einmal mit einem Ruderboot auf die offene See zur SCHATZINSEL hinaus, allein und ohne Erwachsenenbegleitung.

BEJÁ zeichnet die berühmte klare Linie, wenngleich die menschlichen Figuren etwas realistischer ausschauen als vielleicht bei einem berühmteren Vertreter dieser Technik wie TIM UND STRUPPI. Die Zeichnungen passen zur dargestellten Zeit, wirken sogar teils als seien sie damals entstanden, also ein schönes organisches Zusammenwirken von Handlung und Bildern. Es gibt Halunken bei den FÜNF FREUNDEN, immer wieder und nicht zu knapp. Hier sind es gleich zwei, deren Auftreten fast schon komödiantisch ist, selbst nach heutigen Maßstäben. PHIL und MIKE haben sich optisch aneinander angeglichen, in Kleidung, Frisur und Auftreten. Heißt, die Bösewichte agieren zielbewusst, sind schon höchst kriminell, aber ihnen wurde, auch optisch ein wenig der Zahn gezogen.

Ein Klassiker in neuer Aufmachung, eng am Original angelehnt. Die Erzählung besitzt ihre nostalgische Spannung, ein Flair der Vergangenheit, auch und besonders durch BEJÁS Zeichnungen. Rätsel werden gelöst, ein Schatz gefunden. Kinder lernen, sich aufeinander zu verlassen. Gauner werden geschnappt. Ein rundum feines Abenteuer für Kinder. Zeitlos gut. 🙂

FÜNF FREUNDE ERFORSCHEN DIE SCHATZINSEL: Bei Amazon bestellen.

Link: deutschlandfunkkultur.de – Zum 50. Todestag von Enid Blyton

Dienstag, 16. Juli 2019

DIE BLAUEN PANTHER 9 – EINE FALLE FÜR SPIONE

Filed under: Comics für Kinder — Michael um 17:24

DIE BLAUEN PANTHER 9 – ABENTEUER DER VERSCHWORENEN FÜNF – EINE FALLE FÜR SPIONEDIE BLAUEN PANTHER sind eine Gruppe aus fünf Jungen. Blau gekleidet wegen ihrer Pfadfinderuniformen sind sie jederzeit zu Abenteuer bereit. Und ist gerade keines in Sicht, dann wird eben eines auf die Beine gestellt. Kurzerhand steigen fünf Ballons in die Luft. An jeden hängt eine Postkarte mit der Adresse eines der BLAUEN PANTHER. Wessen Karte zuerst gefunden und zurückgeschickt wird, dessen Absender fern der Heimat wird zum nächsten Reiseziel der Jungen auserkoren. Aber es geht noch besser. Die Jungen sind PFADFINDER. Deshalb wird selbst die Reise zu einer Art Test für sie. Alle machen sich getrennt voneinander auf den Weg. In drei Tagen sollen sie spätestens am Ziel ankommen. Wer es als erster schafft, der erhält einen Preis. Zur Aufregung aller stößt einer der Jungen auf seiner Wanderung in einer abgelegenen Gegend auf Spione …

ABENTEUER DER VERSCHWORENEN FÜNF lautet der Serienuntertitel und der Titel dieser speziellen Folge sehr passend auf EINE FALLE FÜR SPIONE. Der Belgier MITACQ (MICHEL TACQ) zeichnete die erste Folge von LA PATROUILLE DES CASTORS (DIE BLAUEN PANTHER) bereits 1954, im Verlauf geschrieben von Comic-Urgestein JEAN-MICHEL CHARLIER. DIE BLAUEN PANTHER waren eine belgische Albenreihe. Hierzulande erschienen sie im BASTEI VERLAG, in der großen Comic-Zeit des Verlages, Seite an Seite mit Serien wie BESSY, BIENE MAJA, FELIX, LASSO, PHANTOM, BUFFALO BILL, KUNG-FU und noch anderen. Interessanterweise hob der Ursprung der Reihe DIE BLAUEN PANTHER die Geschichten über die Pfadfinder über die sonstigen Erscheinungen heraus.

Denn die Qualität der Zeichnungen von MITACQ war deutlich besser als die Serien, die mehr einen Massenmarkt bedienten und sich teils auch an den Erfolg von Fernsehserien anhingen. Ganz klassisch von JEAN-MICHEL CHARLIER aufgebaut, erschienen die Folgen im Original von 1954 bis 1989. Wer nur ein wenig in Serien wie FÜNF FREUNDE, DIE DREI FRAGEZEICHEN, DIE JUNGEN VON BURG SCHRECKENSTEIN oder TKKG hineingeschnuppert hat, wird das grundlegende Konzept sofort wiedererkennen. Die Jungen haben allesamt Spitznamen gemäß ihrer Eigenschaften: MUSTANG (Chef der Truppe, der erwachsene Junge), KATER (Schlitzohr und Draufgänger), BÜFFEL (dick, faul, gefräßig, Tolpatsch), FALKE (scharfsinnig, ausdauernd, gleichmütig) und schließlich MÜCKE (vorlaut, quirlig, Nesthäkchen der Truppe).

Äußerlich klar charakterisiert treten die Jungen auf. Kulissen und technische Details, wie kleine Ortschaften oder Fahrzeuge, sind in jeder Hinsicht exakt ausgeführt. Technisch erinnert der Strich von MITACQ an ein anderes Comic-Urgestein, nämlich VICTOR HUBINON (dem wir BUCK DANNY und DER ROTE KORSAR verdanken). Die alten Geschichten werden aus heutiger Sicht natürlich schön vom Zeitkolorit getragen. Sehr nostalgisch anmutend gegenüber unserer Gegenwart. Ohne besondere Hilfsmittel suchen die Jungen sich ihren Weg und ihre Mitfahrgelegenheiten. Wenn BÜFFEL dazu einen dreirädrigen Fahrrad-Eiswagen bedienen muss und schließlich auf der Startbahn eines Militärflughafens landet, dann ist das nur eine von mehreren humorvollen Stellen, die heute noch funktionieren. Und wer sich Kinderfernsehserien wie DIE PFEFFERKÖRNER (mittlerweile 15 Staffeln) im direkten Vergleich betrachtet, stellt fest, wie gut JEAN-MICHEL CHARLIERS Spannungskonzept selbst heute noch trägt.

Ein klein wenig altmodisch, aber generell funktionieren die Geschichten auch heute noch. DIE BLAUEN PANTHER ermitteln gut gezeichnet (MITACQ) mit einer ausgewogenen Mischung aus Spannung und Humor (erzählt von JEAN-MICHEL CHARLIER). Fein, ein Klassiker der Jugendunterhaltung. 🙂

MICKY MAUS MAGAZIN 15 / 2019

Filed under: Comics für Kinder — Michael um 17:15

MICKY MAUS MAGAZIN 15 / 201950 JAHRE MONDLANDUNG! Das klingt so unglaublich, aber ist natürlich neben der Besonderheit des Jahrestages auch eine Gelegenheit, diese Tatsache ausgiebig und auf mehreren Eben zu feiern. So eben auch im Comic.

In der diesjährigen 15. Ausgabe des MICKY MAUS MAGAZINS werden Mond, Weltall und Sonnensystem gleich mehrfach thematisiert. DONALD DUCK steht in GEFAHR VOM MOND in der ersten Geschichte im Mittelpunkt. Ein uralter zauberischer Fluch wurde freigesetzt. Der VOLLMOND ist über ENTENHAUSEN angehalten worden. Die feststehende Postition, davon ist ein Wissenschaftler überzeugt, wird ENTENHAUSEN ins Chaos stürzen. Mit der Hilfe von DANIEL DÜSENTRIEB müssen DONALD und DAGOBERT DUCK schnellstens eingreifen, umd das Schlimmste zu verhindern. Bald brechen die drei Freunde per Rakete zum MOND auf.

Reichlich Begegnungen mit außerirdischen Wesen würzen die Abenteuer nicht nur auf dem MOND. MICKY MAUS, MINNIE MAUS und GOOFY verschlägt es gar aus den MARS, das nächste große Menschheitsziel. Mit KOSMISCHE KUNST geht es nicht nur einmal mehr ins Weltall, durch ein Schwarzes Loch auf der Jagd nach ONKEL DAGOBERTS GOLDTALERN, sondern es gibt auch gleich einen netten Auftritt von DUSSEL DUCK, nicht der beste Co-Pilot für einen derart gefährlichen Einsatz.

Damit erschöpfen sich die extraterrestrischen Abenteuer. Der Rest ist irdischer Natur, gibt DONALD DUCk etwas mehr Gelegenheit Chaos zu verbreiten. Einseiter bieten Kurzweil, ein paar Hinweise, so z. B. unter TIPPS UND TRICKS greifen das Titelthema auf. DANIEL DÜSENTRIEB verrät, wie man zu Hause eine MONDKRATERSIMULATION hinbekommt.

Prall gefüllt, eine Reihe von Geschichten rund ums Weltall bringen das Thema ins Kinderzimmer. Knackig erzählter Spaß, von einer Reihe von feinen Illustratoren in Szene gesetzt (u. a. auch von DON ROSA). 🙂

Freitag, 08. März 2019

DIE NEKTONS – ABENTEURER DER TIEFE

Filed under: Comics für Kinder — Michael um 20:44

DIE NEKTONS- ABENTEURER DER TIEFEIn den finsteren Tiefen des Meeres, wo kein Licht mehr zu sehen ist, die Sonne ihre Strahlen niemals herabsenden wird, sind die einzigen Leuchtquellen jagende Tiefseefische und die Scheinwerfer eines kleines Unterseebootes. Obwohl die NEKTONS Wissenschaftler sind, überaus neugierig, auch wagemutig und sie ihre Vermutungen bestägt finden wollen, wäre es ihnen vielleicht doch lieber gewesen, wäre diese Entdeckung nicht gerade im Scheinwerferlicht vor ihren Augen aufgetaucht …

Ein filmreifes Erlebnis. Die NEKTONS reihen sich in die abenteuerreifen Familien ein, wie der Genre-Freund von Abenteuer und Science Fiction sie bereits kennenlernen konnte, Stichwort FAMILIE ROBINSON. Gleichzeitig wandelt es auf den Spuren von JULES VERNE. Nicht umsonst hört das Unterseeboot der Familie NEKTON auf den Namen ARONNAX. (Auch der Name des Meereswissenschaftlers aus 20000 MEILEN UNTER DEM MEER; so ziemlich der berühmteste Roman des französischen Schriftstellers.) Es gibt noch viel zu entdecken in den Weltmeeren, Rätsel und merkwürdige Sichtungen gibt es zuhauf, da wundert es nicht, dass sich Autor TOM TAYLOR ausgerechnet den Ozean als Abenteuerspielplatz ausgesucht hat.

An der Seite einer ausgewogenen Familie, toughe, intelligente Eltern und schlauen, draufgängerischen Kindern, geht es hinab in die Tiefe mit einem sehr sicheren Unterseeboot auf die Suche nach DRACHEN. Die vorliegende Ausgabe fasst die beiden im Original erschienenen Bände HERE BE DRAGONS und THE VANISHING ISLAND zusammen. Es fängt relativ harmlos an. Vor der Küste GRÖNLANDS ist nach einem Seebeben zu ungewöhnlichen Sichtungen gekommen. Am Ort des Geschehens angelangt birgt der Fund eines überdimensionalen Zahns den Startschuss für ein sich sehr schnell aufbauendes Abeteuergeschehen.

Süße Nebenfigur: Kann man einem Fisch Kunststücke beibringen? Oder ihn abrichten? ANT, so der Name des Jüngsten der Familie NEKTON, will seinen Fisch JEFFREY das Apportieren lehren. Eingentlich eine sinnvolle Idee, aber ob sie umsetzbar ist bzw. sein wird, soll hier nicht verraten werden. FONTAINE, ANTS ältere Schwester, hält jedenfalls gar nichts von der Idee. Dabei ist sie von Comic-Künstler JAMES BROUWER sehr putzig und sehr amüsant umgesetzt. Ohne allzu sehr an der Mimik des Fisches zu feilen und damit nach DISNEY auszusehen, entlocken JAMES BROUWER und TOM TAYLOR dieser Figur dennoch einen kleinen Charakter.

Gigantisch: Darunter geht es bei den NEKTONS nicht. Jedes der beiden Abenteuer hat sich im Kern ein sehr großes Thema ausgesucht. Grafisch wird von JAMES BROUWER in einer grafisch butterweichen Optik umgesetzt. Hier wird schon die spätere Umsetzung des Trickserien-Events vorweg genommen. Aber ich muss sagen, dass mir die Originaloptik hier noch um Längen besser gefällt, als die spätere mittlerweile typisch gewordene Computeranimationsgrafik. Hier sind die Figuren noch von Hand gemacht und werden von JAMES BROUWER in ein Tiefseeambiente geschickt, das in seinen besten Momenten nicht nur an Klassiker wie ABYSS erinnert und ebensolche Atmosphäre besitzt, wenn es dunkel, klaustrophobisch wird.

Gleichzeitig wird jener schöne klassische Abenteuerzauber eingefangen, wie es JULES VERNE mit 20000 MEILEN UNTER DEM MEER oder REISE ZUM MITTELPUNKT DER ERDE vorgemacht hat. Das ist teils ein wenig INDIANA JONES unter Wasser, wenn die Ansichten geheimnisvoller oder auch exotischer werden. JAMES BROUWER setzt gerade die unter Wasser wichtigen Lichteffekte schön ein und reizt die Computerkolorierung zu diesem Zweck perfekt aus.

TOM TAYLOR und JAMES BROUWER haben hier ein feines, spannendes Abenteuer für die ganze Familie auf Comic-Seiten gebannt. Dies hätte ebenso gut die Vorlage zu einem Kinofilm sein können, nicht nur einer Fernsehserie, denn die Optik ist kinotauglich, die Grafik schmeichelt dem Auge und die von JAMES BROUWER gestalteten Figuren sind Sympathiegaranten. Diese hier zusammengefasste Serie aus AUSTRALIEN sei allen Abenteuerfans, die auf der Suche nach kindgerechten Stoffen sind, ans Herz gelegt. 🙂

DIE NEKTONS, ABENTEURER DER TIEFE: Bei Amazon bestellen.
Oder bei Dani Books.

Freitag, 04. Mai 2018

LUSTIGES TASCHENBUCH 506 – TATORT ENTENHAUSEN

Filed under: Comics für Kinder — Michael um 8:32

LUSTIGES TASCHENBUCH 506 – TATORT ENTENHAUSENMan nehme: Donald Duck. Jemanden, der zwar in vielerlei Hinsicht unbegabt ist, aber durch Hartnäckigkeit beeindruckt. Jemanden, der von der Polizeiarbeit keine Ahnung hat, aber hinreichend gut ausschaut, um an vorderster Öffentlichkeitsfront die Presse auf Abstand zu halten. Während die Ermittlungen um den Fall der verschwundenen Statue genau beobachtet werden, gewiefte TATORT-Ermittler sich auf die Nachforschungen stürzen, versucht sich der Vorzeigepolizist mit dem uniformierten Bürzel selbst an der Detektivarbeit und gerät gehörig ins Schlamassel.

TATORT ENTENHAUSEN lautet der Titel des 506. LUSTIGEN TASCHENBUCHS. Gemäß dieser Einleitung geben sich in der ersten Episode des Bandes einige TATORT-Kommissare die Ehre. Unlängst postete AXEL PRAHL (der Münsteraner Kommissar an der Seite von Kollege JAN-JOSEF LIEFERS) seinen Gastauftritt nebst Beweisbild auch auf Facebook (Link s.u.). ENTENHAUSEN war schon häufiger ein beliebter Schauplatz für Verbrechen. Die Beweisführung ist deshalb in dieser Schwerpunktausgabe auch leicht zu erbringen.

MICKY MAUS und GOOFY waren eh schon sehr oft (und seit vielen, vielen Jahren) detektivisch unterwegs. Mit ihrem Einsatz in der TRAUMFABRIK gehen die Anspielungen auf real exitierende Personen weiter, denn der Leser darf sogleich in der ersten Sequenz über SYLVIO SYLVESTRI und GERHARD DEPERDU, AL PICCOLO und andere Stars schmunzeln. Verschlungen hinter den Kulissen der hollywoodschen Glitzerwelt sorgt ein verschwundener Film eines Regiegroßmeisters für Furore. Aus der Erzählung und der zeichnerischen Sicht PAOLO MOTTURAS erstrahlt eine sehr düstere Filmfabrik, die an jene Ära der schwarzweißen Gruselklassiker erinnert. Entsprechend dramatisch (aber natürlich auch humorvoll) fällt das Finale der zweiteiligen Geschichte aus.

Eher von japanischer Fantastik geprägt fällt ein Abenteuer mit PHANTOMIAS aus, während die nachfolgenden Geschichten schon wieder kriminalistischer angelegt sind. Ewige Spießgesellen wie MAC MONEYSAC oder die PANZERKNACKER geben sich die Ehre. Die Zusammenarbeit von DONALD DUCK, GUSTAV GANS und DUSSEL DUCK scheint von Beginn an zum Scheitern verurteilt, haben doch schließlich die PANZERKNACKER einmal mehr ihre Finger im Spiel.

Es ist schwer einen Favoriten in diesen gut gemischten Abenteuern auszumachen. Für mich gehört in die Spitzenplätze auf jeden Fall die Geschichte IM LANDKNASTHOF. Wenn OMA DUCK und ihr langjähriger Gehilfe FRANZ GANS den PANZERKNACKERN ein ehrliches Landleben schmackhaft machen, ist das von GAJA ARRIGHINI sehr charmant erzählt (und von EMILIO URBANO mit viel Augenzwinkern gezeichnet).

Das sind mal TATORTE, die uneingeschränkt Spaß machen. Moderne Ideen mit Gastfiguren und klassischer Wiedererkennungseffekt mit gern gesehenen Schurken und Detektiven wie MICKY und GOOFY. Mehr davon in Entenhausen bitte! 🙂

LUSTIGES TASCHENBUCH 506, TATORT ENTENHAUSEN: Bei Amazon bestellen (KINDLE-Version).
Oder im Egmont Comic Shop.

Link: AXEL PRAHL auf Facebook, Meldung zum Gastauftritt in ENTENHAUSEN

Freitag, 13. Oktober 2017

Happy Birthday, ONKEL DAGOBERT

Filed under: Comics für Kinder — Michael um 13:24

Happy Birthday, ONKEL DAGOBERT - 70 goldene JahreDie reichste Ente der Welt verliert das Interesse am Geld? Undenkbar? DIE GROSSE LANGEWEILE ist ausgebrochen? Dagobert Duck kann sich an den Erfolgsmeldungen, die mit der Mehrung seines Reichtums einhergehen, nicht erfreuen. Angeschlagen wandert er zwischen Fenster und Schreibtisch hin und her, bis er zu dem Schluss gelangt, zu seinen Wurzeln zurückzukehren. Als Schuhputzer legte er den Grundstein für sein späteres Imperium. Warum also nicht noch einmal zurück auf die Straße und sich für Geld mal wieder richtig ins Zeug legen? Wie stets leichter gesagt, als getan …

Die Ente mit dem Zylinder ist in ganz Entenhausen wohl bekannt, berüchtigt wegen ihres Geizes, mit Wohlwollen betrachtet, weil sie so reich ist, von den Verwandten mehr als von den restlichen Einwohnern. Geld war und ist ONKEL DAGOBERTS zentrales Thema. Der Jubilar, der nun 70 Jahre alt wird, hat viele Lebenserinnerungen gesammelt. Ein paar davon teilt er mit dem Leser in diesem Jubiläumsband.

Ein Querschnitt aus Geschichten, deren Erstveröffentlichungen in ITALIEN, BRASILIEN, SCHWEDEN, DEUTSCHLAND, INDONESIEN und den USA natürlich stattfanden, zeigt DAGOBERT DUCK um das Geld kreisend. In unterschiedlicher Begleitung und Gesellschaft entstehen immer neue Abenteuer. Manchmal sucht er sich auch die falschen Helfer aus. So einen DUSSEL DUCK, der mehr Unheil im Geldspeicher anrichten kann als ein DONALD DUCK, obwohl am Ende … das wird nicht verraten, aber das Abenteuer um die NUMMER EINS und die Hexe GUNDEL GAUKELEY ist recht turbulent und bietet sogar noch DIDI DUCK einen Auftritt.

Überhaupt haben sich in den Geschichten, deren früheste aus dem Jahr 1961 stammt, DER FALL DES VERSCHWUNDENEN GELDES, zahlreiche Gaststars eingebracht. In erwähnter Handlung agiert OMA DUCK an der Seite des alten Knausers. Das erinnert fast an das Pärchen MISS MARPLE und MISTER STRINGER. In Sachen Scharfsinn hat OMA DUCK dem jüngeren DAGOBERT noch etwas voraus, außerdem ist sie eine der wenigen Personen und Verwandten, vor denen der Milliardär gehörigen Respekt hat.

Interessant ist die Beibehaltung der Erzählweise über die Jahrzehnte. Keine Experimente mit den DUCKS. Jede Figur ist klar umrissen, allenfalls haben sie alle ihre Geburtswehen ein wenig abgeschüttelt. DAGOBERT DUCK war bei seinem allerersten Auftritt (WEIHNACHTEN AUF DEM BÄRENBERG, 1947), über den im Band redaktionell berichtet wird, deutlich brummiger, griesgrämiger und sehr viel weniger weltoffen, deutlich mehr SCROOGED und einsiedlerisch.

Auffällig ist ein Wandel in den Zeichnungen, die in den aus den 1970er Jahren stammenden Abenteuern deutlich wird. Die Figuren, auch der alte ONKEL DAGOBERT, wurden flotter, sportlicher im Ausdruck, etwas gestreckter, etwas weniger knuffig. Dagegen wirken die Interpretationen des (nicht mehr ganz so) neuen Jahrtausends schon wieder nostalgischer (KLEINGELDPROBLEME, INVESTIEREN STATT VERLIEREN).

DER ERSTE GELDSPEICHER ist ein Rückblick in die Kindertage von ONKEL DAGOBERT, als er noch weit entfernt davon war zu jenem fantastisch reichen Magnaten zu werden. Geld häufte er aber damals schon an. Und damit hielt die Frage Einzug, was mit all den Münzen anzustellen sei, denn das Vertrauen in die Sicherheit der Bank schwand. So entwickelte er aus dem traditionellen Baumhaus einen Baumgeldspeicher. Als Rahmenhandlung von PROFESSOR PRIMUS VON QUACK erzählt, ist diese Episode neben ONKEL DAGOBERTS Ausflug ins Filmgeschäft (MARZIPAN, HERR DES DSCHUNGELS) die schönste. Vor allem gefallen mir ihre Auflösungen am besten. Im ersten Fall ist der kleine DAGOBERT äußerst findig, im zweiten Fall in einer sehr ungewöhnlichen Rolle als Akteur, Regisseur und Produzent zu sehen, durch den ein paar Tiere eine neue Chance erhalten.

Unter den elf Geschichten gibt es selbst für den Fan Neues zu entdecken. Sieben an der Zahl sind deutsche Erstveröffentlichungen. Die Episoden über den GELDSPEICHER und MARZIPAN gehören dazu. Bemerkenswert rasant und hierzulande ebenfalls neu ist ONKEL DAGOBERT UND DIE URLAUBSKONSERVEN. Hier wird DONALD DUCK aus seiner Verliererecke gerissen und beweist erstaunlichen Erfindergeist (der natürlich prompt von ONKEL DAGOBERT ausgebeutet wird).

Über die Jahrzehnte zeitlos geblieben, angenehm unterhaltsam und mitunter sehr schlau erzählt. ONKEL DAGOBERT, thematisch als Superreicher in seinem Jahrtausend angekommen, und immer noch so menschlich wie eh und je. Sehr schön! 🙂

Happy Birthday, ONKEL DAGOBERT, 70 goldene Jahre: Bei Amazon bestellen.
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Dienstag, 21. März 2017

Lustiges Taschenbuch ROYAL 3

Filed under: Comics für Kinder — Michael um 19:50

Lustiges Taschenbuch ROYAL 3Des Kaisers neue Kleider sind nicht in Gefahr, aber der König muss aufpassen, denn es geht ein Hutdieb in Paris um. Dieser hat es auf die neuesten Kreationen abgesehen. Wieder einmal ist es an der Zeit für die drei Mausketiere, die Gauner dingfest zu machen. Micky und seine Freunde, Goofos und Rudios, machen sich an die Ermittlungen und tappen zunächst einmal gehörig ins Fettnäpfchen. manchmal trügt eben der Schein.

Zurück ins royale Leben! Mit sieben Erstveröffentlichungen und zwei Geschichten aus den unendlichen Archiven des Walt-Disney-Fundus geben sich Micky, Donald und viele ihrer Freunde einmal mehr die Ehre. Es geht mittelalterlich zur Sache, die Mausketiere ermitteln stets gefährlich und mit DER PRINZ UND DER BETTELKNABE wird es besonders klassisch.

Bei dieser Geschichte fällt eine deutlich weichere Kolorierung als bei den anderen Geschichten auf. Hier wird bewusst eine gemäldeartige, mehr zeichentrickähnliche Stimmung erzeugt. ROBERTO SANTILLO und SERGIO ASTERITI schaffen bestimmt nicht zufällig eine vergleichbare Stimmung wie in DAS TAPFERE SCHNEIDERLEIN oder Mickys Auftritt als ZAUBERLEHRLING. Märchenhaft, besonders plastisch, Gastauftritten von Disneystars wie Donald und Pluto und außerdem mit Micky in einer Doppelrolle.

Abgesehen von DIE FAMILIENKRONE mit Micky und Goofy, ein in der Gegenwart angesiedeltes Abenteuer, sind die anderen Geschichten historisch oder in einem Mantel-und-Degen-Genre angesiedelt. Jeweils zwei Abenteuer stechen hier besonders hervor, stellen sie doch einerseits die jeweils beliebtesten Disney-Figuren in den Mittelpunkt und setzen völlig andere Schwerpunkte. Donald, ewiger Verlierer und gleichzeitiges Stehaufmännchen, ist einmal ganz oben und einmal ganz unten. Micky als Mausketier kann auch das Detektivspiel unter der Herrschaft des französischen Königs nicht lassen. Und ebenso klassisch ist einmal mehr Kater Karlo sein finsterer Gegner.

JUNKER DONALDUS‘ NARRETEIEN zeigt eine eher seltene Seite an Donald Duck. SANDRO DOSSI zeichnet stilistisch fein, schnörkelfrei einen Donald, der unerwartet Erfolg in einer Angelegenheit hat, um die er sich nicht gerissen hat, noch wollte er sie überhaupt haben. Donald wird zum Hofnarren bei König Dagoberton. Der bisherige Narr, Dussulus, ist alles andere als amüsiert und setzt alles daran, seinen Job zurückzubekommen. Das ist von CARMELO GOZZO absolut pointiert erzählt und spitzt sich mit dem Auftreten der guten alten Panzerknacker vollends zu. In der Geschichte HERZOG HABENICHTS UND DER FEUERSCHLÜSSEL von CARLO PANARO kehrt sich die Sympathie, die der Leser Donald entgegen bringt, deutlich um.

Hier ist Donald weitaus panischer und nur daran interessiert, endlich in den Besitz seines Erbes zu gelangen, das hoffentlich den leeren Kassen ein Ende bereiten wird. Es gibt hier weniger Kalauer als zuvor, dafür aber eine feine Zusammenarbeit mit einem mittelalterlichen Daniel Düsentrieb. Gleichbleibend knackig und flott erzählt sind die bereits erwähnten beiden Mausketier-Abenteuer im historischen Paris. Hier wurde sich tüchtig von den bekannten Abenteuern, die einst Alexandre Dumas schrieb, inspirieren lassen. Die zwei Geschichten wurden beide von SISTO NIGRO (Erzähler) und MASSIMO DE VITA (Zeichner) gestaltet. Ein feines Heldentrio, ergänzt durch eine liebreizende Minnie, einen dreisten Kater Karlo sorgen dank vieler komödiantischer Einlagen für eine generationsübergreifende Unterhaltung.

Einfach ein toller Spaß in meist historisch adeligem Ambiente. Disneys Helden füllen ihre Rollen perfekt aus und wandeln auf bewährten Spuren, wie sie bereits seit Jahrzehnten praktiziert werden. War gut, bleibt gut. Zeitlos gut! 🙂

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Montag, 07. November 2016

ASTERIX EROBERT ROM

Filed under: Comics für Kinder — Michael um 18:48

ASTERIX EROBERT ROMInspiriert von den Aufgaben des legendären Helden Herkules hat sich Cäsar einige Prüfungen einfallen lassen, die beweisen sollen, dass die unbesiegbaren Gallier keine Götter sind und somit auch die Angst nicht verdienen, die seine ansonsten allmächtigen Legionen vor ihnen haben. Doch wer soll die Prüfungen stellvertretend für das gesamte Dorf bestehen? Da gibt es natürlich nur zwei Krieger, die sich bisher immer bewährt haben: Asterix und Obelix! Na, und Idefix, der kleine weiße Hund mit dem Schnauzbart selbstverständlich auch.

ASTERIX EROBERT ROM. Vor 40 Jahren eroberte Asterix nicht nur Rom, sondern ebenfalls die Kinoleinwand. Mit diesem Projekt erfüllte sich ein Wunsch und ein Traum der beiden Erfinder von ASTERIX. Rene Goscinny und Albert Uderzo gründeten 1974 ein eigenes Trickfilmstudio und füllten so eine Lücke in der französischen Filmlandschaft. Namentlich genannter Zeichentrickfilm sollte ihre erste Produktion werden. Es war, und hier wurde der Geist der Comic-Alben sehr gut eingefangen, nicht nur ein Abenteuer für Kinder, sondern konnte gleichzeitig als Satire für die Erwachsenen verstanden werden. Denn die besagten Prüfungen sind zum Teil mit Anspielungen auf die modernen Zeiten gespickt.

Sport, Bürokratie, Feminismus. Klingt nach einer seltsamen Mischung, ist aber in den Prüfungen zu finden. Schneller, weiter, das sind Themen, die ASTERIX ebenso in ASTERIX BEI DEN OLYMPISCHEN SPIELEN begegneten. Hier geht es um mehr als nur ein Siegerkranz. ASTERIX läuft für sein Dorf, Obelix wirft für sein Dorf und damit sind eigentlich die einfachsten Prüfungen erledigt. Denn bald zeigt es sich, dass die wahren Tücken abseits des Sportplatzes warten. Die schönste Episode, besser gesagt, die schönste Prüfung ist die Suche nach einem Formular, dem berühmten Passierschein A38. Lange bevor es Begriffe wie Bürgerservice gab, rüttelt die Erfüllung dieser Aufgabe an den Nerven der beiden Helden. Das ist auch in der hier benutzten Form, der bebilderten Erzählung sehr lustig.

Der Leser darf bei dieser Sonderausgabe kein gewöhnliches Comic-Album erwarten. ASTERIX EROBERT ROM feiert das 40jährige Jubiläum des Films unter Verwendung von Zeichnungen, die seinerzeit für die Produktion des Films als Vorlagen entstanden und nun hier in einer neu kolorierten Fassung präsentiert werden. Gleichzeitig füllen diese Bilder Doppelseiten und geben dem Phänomen ASTERIX ein neues Gesicht, denn so großformatig hat der kleine Gallier eine besondere Anziehungskraft. Das ist eine ähnliche Machart wie im Band WIE OBELIX ALS KLEINES KIND IN DEN ZAUBERTRANK GEPLUMPST IST. Nur fielen die Zeichnungen dort etwas fragiler aus und besaßen mehr Leinwandcharakter, während der Leser hier eher von der ersten Reihe aus auf eine Bühne schaut.

Weil es eben keine Albenzeichnungen sind, ist der Strich hier dünner. Das Volumen wird durch die leichte, fein leuchtende Kolorierung gebildet. Der Farbauftrag wirkt natürlich. Jede Doppelseite zeigt einen wunderbaren Ausschnitt aus der ASTERIX-Welt und sind wie verkleinerte Poster anzuschauen. Und zu entdecken gibt es natürlich auch etwas. Umpah-Pah hat einen kleinen Gastauftritt und sogar die Herren Goscinny und Uderzo geben sich abschließend die Ehre. Das Vorwort gibt Aufschluss darüber wie eng die beiden Comic-Macher zusammen arbeiteten und wie toll sie als Kreativschaffende waren. ASTERIX EROBERT ROM, der Film wie auch dieses Jubiläumswerk, unterstreicht das doppelt und dreifach.

Sehr schön als Einstieg in die Welt des kleinen Galliers für die Kleinen zum Vorlesen. Für die Älteren ein schöner Rückblick, gelungenes Beiwerk zum Filmklassiker von 1976. Und ein feiner Einblick in die Arbeit von Albert Uderzo. 🙂

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Donnerstag, 20. Oktober 2016

ENTENHAUSENS MOST WANTED

Filed under: Comics für Kinder — Michael um 8:50

ENTENHAUSENS MOST WANTED - Schwere Jungs und leichte BeuteEin Streifzug mit den Bösewichten Entenhausens durch die Jahrzehnte, für Comic-Interessierte sogar durch die Entstehungsländer. Es gibt einen Wandel in den Zeiten, auch in den Figuren. Mit ENTENHAUSENS MOST WANTED wurde verlagsseitig ein Querschnitt der Auftritte der bekanntesten Gauner erstellt. Die Panzerknacker, Kater Karlo, Gundel Gaukeley und das Schwarze Phantom geben sich die Ehre.

Allen gemein ist ihr Einfallsreichtum und ihre Hartnäckigkeit, ihren jeweiligen Widersacher auszutricksen oder um eine ordentliche Summe zu erleichtern. Ganz vorne dabei in diesem Reigen sind natürlich Dagobert Duck und Micky Maus. Schwere Jungs und leichte Beute verspricht der Untertitel des vorliegenden Bandes. Das ist nur bedingt richtig, vergisst es doch einerseits das schwere Mädel und andererseits müssen die Gauner in diesem Band für ihren Misserfolg ordentlich schuften. Denn das Böse gewinnt in Entenhausen nie.

Mit den Panzerknackern durch dick und dünn, sogar durch die Jahrhunderte. Neben einem sehr frühen Auftritt der Beagle Boys, wie sie im Original heißen, darf der Leser die Gaunerbande in die Vergangenheit begleiten, als Dagobert Duck schon reich, aber sein Geldspeicher, so wird vermutet, lange noch nicht so mit findigen Abwehrmitteln gegen Halunken versehen war. Das Abenteuer Verbrechen in der Vergangenheit entpuppt sich kalauernder Raubzug für den Leser, denn mit einem derart raffgierigen Bertel wie hier haben die Panzerknacker einfach nicht gerechnet.

Die kurioseste hier vorliegende Erzählung erschien 1981 in Brasilien und hieß übersetzt Knäckar, der Schreckliche. Man stelle sich einen Panzerknacker vor, der sich zu Karneval als Asterix verkleidet. Hier ist klassischer Slapstick am Werk, eine Menge Parodie. Mit Ivan Saidenberg ist zwar der Autor der Geschichte bekannt, aber leider nicht der Zeichner. Eine gehörige Portion Humor und den Mut über den Tellerrand hin zu anderen Comic-Universen zu spinksen, haben beide besessen.

Der Abwechslung wegen löst Kater Karlo den Reigen der Schurken ab. Der Erzfeind von Micky Maus findet seine schönste Episode in diesem Band ausgerechnet in Ein Gauner auf Verbrecherjagd. Hier der Erzfeind zum Erzfreund, denn der kleine Detektiv, der ihm sonst im Nacken hängt, wird selbst zum Opfer einer Entführung und der einzige, der ihm helfen kann, ist Kater Karlo. Der Halunke, der durch das Zusammenspiel mit seiner Frau Trudi (als Motivatorin) sehr gewinnt, kann sich hier in einem extra langen Abenteuer als Sympathiefigur beweisen.

Gundel Gaukeley, Hexe mit Entenschnabel, verspricht sich einiges vom Einsatz von Bertels erstem Zehner als magischem Katalysator. Ihre Versuche sind beharrlich, wie es ein Klassiker von Carl Barks, die Geschichte Die Irrfahrten des Dagobert Duck vormacht. Ganz im Sinne einer Zauberin Circe verschlägt es die Ducks, Dagobert, Donald und die drei Neffen, in den Bann der Hexe, die auch gleich die magischen Tricks ihrer legendären Kollegin ausprobiert, Tierverwandlungen inklusive. Gelungen wie eine gute amerikanische Komödie und einer etwas überdrehten Entenfamilie.

Das schwarze Phantom ist sicherlich ein gruseliger Vertreter seiner Zunft. Im Gegensatz zu den anderen Verbrechercharakteren ist seine wahre Identität etwas ungewiss, wie der redaktionelle Teil des Bandes aufklärt. Seine Auftritte hingegen sind aberwitzig, mit weiteren Gaststars versehen und zünden in solchen Momenten besonders stark. Ein schwarzes Phantom, dass sich mit einer weiteren Hexe des Disney-Universums (neben Gundel Gaukeley) verbündet, nämlich Madame Mim, lässt einen andauernd schmunzeln.

Aber das interessanteste Abenteuer mit dem Phantom ist sicherlich, in Anlehnung an einen Roman von Stephen King (SIE), Wo ist Micky Maus?. Das Schwarze Phantom entführt Micky Maus. Dieser ist inzwischen ein bekannter Bestseller-Autor. Nur kommt in seinen Romanen der Bösewicht, hier das Schwarze Ekel genannt, nie gut weg. Micky soll das endlich ändern.

Ein praller Überblick für alle Freunde der Gauner und Ganoven in Entenhausen. Der Sonderband verdeutlicht ihren starken Stellenwert, ihre verdiente Langlebigkeit sowie, auch das, ihre sympathischen Seiten. Klasse! 🙂

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Sonntag, 12. Juni 2016

BIZU Gesamtausgabe 1

Filed under: Comics für Kinder — Michael um 20:51

BIZU Gesamtausgabe 1Wie alles begann: Ein Postbote sucht Bizu im Wald. Bis dahin war ihm dieser Postempfänger unbekannt, ansonsten wäre er vorgewarnt gewesen, dass ihm in nächster Zeit ein paar seltsame Begegnungen bevorstehen. Vorläufig, durch einen Unfall, in die Bewusstlosigkeit befördert, wacht der Postbote, von Bizu freundlich verarztet (naja, auch etwas rüpelhaft), wieder im Zuhause des Postempfängers auf und staunt bald ziemlich, als ihm die ersten Pflanzen begegnen, die über einen eigenen Willen verfügen …

BIZU von Comic-Künstler Jean-Claude Fournier ist eine sehr kinderfreundliche Sammlung kleiner Erzählungen aus einer märchenhaften Welt, die dank des neuen Postboten, der sich nach Frotteelande hineinwagt, Anschluss an die Welt da draußen erhält. Der kleine BIZU lebt nicht allein in diesem Land. Sein engster Begleiter ist ein kleiner hüpfender Pilz mit Röckchen, Mukes mit Namen. Ein weiterer Freund, das pelzige Monster Schnockbüll, will zunächst so tun, als sei es sehr böse. Dumm nur, dass es eine Spur aus Blumen hinterlässt, was, will man bedrohlich erscheinen, nicht gerade förderlich ist.

Von Format zu Format. Nicht jede Figur ist geeignet unterschiedliche erzählerische Formate zu bedienen. BIZU ist von Jean-Claude Fournier dazu geschaffen, in der Kurzgeschichte zu funktionieren und selbstverständlich albenlang. Darüber hinaus wartet er im evolutionären Verlauf der Figur mit feinen neuen Nebencharakteren auf, ausgefeilter als noch zu Beginn der Serie.

Im kleinen Format gehört die Geschichte um Schnockbülls kleine Flamme zu den schönsten. Eine Flöte hat die Macht, Flammen aus einem Feuer zu lösen. BIZU probiert die Flöte, die ihm leihweise von Schnockbüll übergeben wurde, aus und wird Zeuge, wie das Flämmchen die Gelegenheit nutz, um in die Freiheit zu entschlüpfen. Das ist ein wenig Zauberlehrling, ein wenig Slapstick, in jedem Fall herzlich komisch.

Im großen Format ist Die Leier, die Tilt macht wunderbar gelungen. BIZU hat sich, kurz nach seinem ersten Auftritt, bereits optisch weiterentwickelt. Er wirkt weniger hölzern und hat mit dem Postboten eine cholerische Figur, eine Art Comic-Louis-de-Funes, an seiner Seite. Man könnte auch sagen, er ist die Frotteelande-Version von Gastons Chef, Demel. Immer aufgeregt, immer eine Spur übers Ziel hinaus. Apropos Gaston: BIZU wird dem berühmten Comic-Chaoten von Andre Franquin im Laufe der Jahre immer ähnlicher. In gewissem Sinne hat sein Gesicht etwas von einer Kinderversion von Gaston und in Sachen Liebenswürdigkeit haben sie durchaus Charakterüberschneidungen.

Wilde Kreaturen sehr putziger Natur. Die beiden hauptsächlichen Begleiter, der kleine Pilz und das haarige Monsterchen Schnockbüll, wurden bereits genannt. Aber damit endet die Liste der Kuriositäten noch nicht. Der wilde Dudelsack ist ein weiteres Beispiel und er hat nur eine Aufgabe, nämlich in der freien Natur andere mit seinem Gedudel zu nerven, was ihm auch hervorragend gelingt. Richtig interessant ist die Kreation des Lomig. Dieses Wesen mit vier Beinen und zwei Armen, ein paar wackelnden Kugeln auf dem Kopf, hat die Angewohnheit, sich auf ihm unbekannte Gegenstände zu setzen und zu versuchen, diese auszubrüten!

Der musikalische Köder ist eine Geschichte, in der ein typisches Element innerhalb frankobelgischer Comics zum Tragen kommt. Das Kleinstadtflair wurde schon in verschiedensten Serien immer wieder zur Plattform oder auch zum Mittelpunkt des Geschehens. Skurrile Charaktere, manchmal etwas behäbig, tollpatschig, dem Gruppenzwang unterworfen, tauchen hier in einem Küstenstädtchen auf, in dem auch ein Cruchot oder ein Minimensch um die Ecke kommen könnten (oder kleine Flugzeuge um die Ecke fliegen). Der Einsatz dieser Atmosphäre funktioniert bei Jean-Claude Fournier auch mit BIZU.

Ein kindgerechter Klassiker für die Kleinen (natürlich auch wie immer für die Junggebliebenen). Jean-Claude Fournier hat ein zeitloses, sehr fantasievolles, märchenhaftes Szenario geschaffen, in dem Humor groß geschrieben wird und so manche Figur mit einem Augenzwinkern entworfen wurde. Sehr, sehr schön! 🙂

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