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Comic Blog


Freitag, 03. April 2015

BATMAN – NO MAN’S LAND 1

Filed under: Comics im Hörspiel — Michael um 17:58

BATMAN - NO MAN'S LAND 1 - NiemandslandGotham City ist nach einem verheerenden Erdbeben ein Trümmerhaufen. Von Regierungsseite will man keinen Dollar in den Wiederaufbau stecken. Schlimmer noch: Die Brücken zur zerstörten Stadt sollen gesprengt werden. Nichts soll mehr hinein, keiner mehr hinaus. Nur noch ein paar Tapfere wollen in der Stadt bleiben, über sie wachen, bis eines Tages, so die Hoffnung, ein Umdenken bei den Offiziellen stattfindet und Gotham City wieder ein Teil der zivilisierten Welt wird. Doch könnte dieser Zeitpunkt kaum ferner liegen. Gefasst nehmen der einstige Commissioner Gordon und seine wenigen Getreuen den Untergang ihrer Stadt hin, haben sich aber dennoch entschlossen die Ruinen der düsteren Metropole nicht zu verlassen. Und sie sind nicht allein. In den Trümmern erheben sich die Freaks, die übelsten Gangster und beanspruchen die Macht über NO MAN’S LAND, denn Batman hat, so scheint es, aufgegeben und ist verschwunden.

Sie war einmal das Batgirl, nun ist sie Oracle. Sprecherin Merete Brettschneider übernimmt als Oracle die Rolle der Erzählerin. Seit des Anschlags auf ihr Leben hat das einstige Batgirl, Barbara Gordon mit bürgerlichem Namen, und Tochter von Commissioner Gordon eine neue Aufgabe gefunden. Sie überwacht die Ruinen von Gotham City und berichtet mit leidenschaftlicher Kälte von den Geschehnissen, in denen ein Batman sich sehr stark in den Hintergrund zurückgezogen hat. Sascha Rotermund meldet sich als Batman gewohnt düster zu Wort und weist Huntress, gesprochen von Simona Pahl, zurecht.

NO MAN’S LAND stellt im Batman-Universum einen gehörigen Einschnitt dar, entkernt es doch die Superhelden-Mär um den Dunklen Ritter auf das Wesentliche: Gut gegen Böse. Aber wie aus der Konfrontation zwischen Huntress und Batman deutlich wird, ist die Wahl der Mittel Ansichtssache. Huntress hat keine Probleme, ihre Ziele über die Klinge springen zu lassen, ein Umstand, gegen den sich Batman bislang erfolgreich wehrte, obwohl es ihm beizeiten manches erleichtert und noch mehr Untaten verhindert hätte.

Atmosphäre gewinnt. Neben stimmlich sehr bekannten Sprechern weiß die Atmosphäre, die grundlegende Stimmung hinter den Szenen zu begeistern. Es ist wie der Blick über die Schulter der Akteure, wie es zum Beispiel in einem Kinofilm der Fall wäre. Commissioner Gordon, sehr altersweise gesprochen von Reent Reins (die deutsche Stimme von Don Johnson) beobachtet die Zerstörung der Brücken rund um Gotham City, bespricht sich sehr derweil mit seinen wenigen noch verbliebenen Kameraden. Die Stimmung ist apokalyptisch, zusätzlich durch die durchweg tollen Musikeffekte befeuert.

Bis ins Kleinste Top besetzt und mit eindrucksvollen Sprecherleistungen abgeliefert. Da darf der Hörer Dr. Nybakken von Norbert Langer gesprochen hören und wird in ihm den langjährigen Sprecher von Tom Selleck wiedererkennen. Aber auch Sprecher, deren Stimme im Ohr ist, deren Name aber noch nicht so sehr ins Bewusstsein der Fan-Gemeinde gerückt ist, setzen sich hier in ein hervorragendes Bild. Christian Rudolf spielt sich stimmlich in die vorderste Riege der Joker-Darsteller. Grusel-Fans konnten ihn bereits als Stimme von Charles Gunn in Angel kennen lernen. Hier, als Joker kann er richtig loslegen. Im Gegensatz zu den Schauspielern, die mit körperlichem Einsatz auf der Leinwand präsent sind, kann Christian Rudolf sich vollends auf die Stimme konzentrieren. Er passt so perfekt auf den langgesichtigen, dürren Clown, insbesondere auf die brutalere Variante, die spätestens seit der Erzählung von Alan Moore, der den Joker auf Barbara Gordon schießen ließ und so in den Rollstuhl beförderte, wo sie zu Oracle wurde, erst so richtig Fahrt aufnahm.

Der erste Teil von NO MAN’S LAND ist eine Einleitung, die den Boden für den dunklen Ritter ebnet. Sie dürfte zu den finstersten Episoden zählen, denn noch nie war Gotham City derart kaputt und verlassen wie hier. Die Umsetzung als Auftakt der neuen Hörspielstaffel ist atmosphärisch dicht und perfekt gespielt, dank einer Vielzahl von Sprechern, die ihren Auftritt in einer Comic-Umgebung zu genießen scheinen. Als Batman-Fan kann ich nur sagen: Sehr schön. 🙂

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Donnerstag, 18. September 2014

BATMAN – Hörspielserie

Filed under: Comics im Hörspiel — Michael um 19:15

BATMAN - HörspielserieJoker hat die besseren Karten: Eine geheimnisvolle Feldermaus macht die Stadt unsicher. Die Menschen sprechen flüsternd vom Batman. Das Reporterduo, Alexander Knox und Vicki Vale, macht sich auf die Jagd nach Beweisen. Diese liegen so manchem Ganoven Gothams durch persönliche Begegnung mit der menschlichen Fledermaus bereits hinlänglich vor, nur führen sie darüber keine Akten. Commissioner Gordon muss dergleichen Unterlagen haben, rückt sie aber nicht heraus. Batman unterdessen hat ein ganz anderes Problem. Aus Jack Napier wurde nach einem Kampf in einer chemischen Fabrik durch einen Unfall ein neuer wahnsinniger Feind: Joker.

Der Auftakt der Hörspielserie um den dunklen Ritter aus den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts folgte im Kielwasser der Verfilmung von Tim Burton. Michael Keaton spielte den Mitternachtsdetektiven wie auch das bürgerliche Ich namens Bruce Wayne. So mag es im Hörspielauftakt nicht verwundern, wenn sich genau diese Geschichte des Kinofilms in vielen Belange gleicht. Das Hörspiel arbeitet mit neuen Sprechern, kürzt die Handlung des Films zwangsläufig ein und verzichtet auch auf Passagen, so etwa die Romanze zwischen Bruce Wayne und Vicki Vale.

Das war’s! Kauf dir ein Eis, Bats! In der zweiten Folge, Wer zuletzt lacht …, kehrt der Joker zurück. Zuerst scheint es nur ein Gerücht zu sein, doch tatsächlich hat der irre Clown den Sturz vom Turm der Kathedrale überlebt. Der Reporter Alexander Knox, der guten Gewissens Werbung für eine Kunstveranstaltung betreibt, ahnt nicht, dass er damit nur dem Irren in die Hände spielt. Schlimmer noch: der Joker entführt Vicki Vale, um seine ursprünglichen Pläne in die Tat umzusetzen und ein Druckmittel gegen den Mitternachtsdetektiven zu besitzen.

Der große Knall, eine Explosion, die einfach alles in die Luft jagt, was Batman alias Bruce Wayne lieb und teuer ist, mag dem Comic-Fan aus der einen oder anderen Geschichte um den dunklen Ritter her bekannt vorkommen. Nach der ersten Folge, die der Handlung des damals groß angekündigten Kinoereignisses von Tim Burton nachempfunden war, geht die Geschichte nun eigene Wege. Eine Romanze zwischen Bruce Wayne und Vicki Vale entwickelt sich zaghaft. Der Joker darf aus dem Füllhorn des Wahnsinns schöpfen. Und Bob, the Goon (der im besagten Film das Zeitliche segnete, von Jokers Hand persönlich) erhält eine deutlich gewichtigere Rolle als Jokers zuverlässiger Handlanger.

Peter Wenke als Joker ist ein echter Knaller. Hier hatte jemand Spaß daran, mit seiner Stimme in die höchsten Kicherhöhen vorzudringen und dem Joker ein perfektes Gesicht in diesem Hörspiel zu verleihen. Die Lacher, das Markenzeichen des wahnsinnigen Gangsters, sind so, wie man es sich bei Lektüre der Comics vorstellt, auch in neueren Ausgaben, die dem Erscheinungsbild eines Heath Ledger folgen.

Die Schüler des Verbrechens: In der dritten Folge agiert der Joker mit einer neuen Idee aus dem Hintergrund heraus. Seine rechte Hand, Bob, the Goon, wird Lehrer an einer Schule, die den Ganovennachwuchs ausbilden soll. Die bemerkenswerteste Szene hier (man kann sie sich kaum in den Comics oder im Film vorstellen) ist jene, in der ein gewisser Jason Batman die Vorderreifen des abgestellten Batmobils abmontiert und klaut. Bei all den technischen Spielereien, die das Fahrzeug aufzuweisen hat, ja, es kann sogar autonom fahren, gehört eine Diebstahlsicherung (auch der Schutzschild aus dem Film) nicht zur Ausrüstung. Der Sprecher von Batman, Nick Benjamin, ist hier sehr schön bei Batman angekommen. Im Zusammenspiel mit der Figur des Jason (Fans erraten schnell, dass es sich hierbei um Jason Todd handelt) findet sich szenische Tiefe. Batman kann in noch sechs weiteren Hörspielen den Joker bekämpfen, andere namhafte Gegner finden sich nicht.

Sicherlich eine eher kindgerechte Aufarbeitung, auch für heutige Verhältnisse bestimmt nicht ohne Nostalgiewert, andererseits nimmt die kleine Serie gut Fahrt auf, nicht zuletzt dank der Hauptsprecher Nick Benjamin und Peter Wenke, die zusehends mit Rollen verwachsen. Fein! 🙂

Sonntag, 14. September 2014

Batman – Gotham Knight – Hörspiel

Filed under: Comics im Hörspiel — Michael um 16:45

Batman - Gotham Knight - HörspielDie Gangster sind nicht dumm. Der Mann in Schwarz hat sich technische Spielzeuge zugelegt, die auch Batman gefährlich werden können. Aber warum das Risiko unnötig in die Höhe treiben? Wenn man auch per Jetpack frühzeitig entkommen kann? Aber die Farbe Schwarz? Warum? Die Antwort sollte Batman nicht erstaunen und doch wundert sie ihn ein wenig. Viel Zeit kann er trotzdem nicht auf die Analyse von feindlichen Beweggründen verwenden. In Gotham City ist der Teufel los, im übertragenen Sinne zwar, aber Gegner wie Scarecrow geben sich die größte Mühe dem Original so nahe wie möglich zu kommen.

Der Mann in Schwarz: Ein Wiederhören mit zwei Stimmen, die maßgeblich am Erfolg einer Serie hierzulande beteiligt waren. Die Serie hieß Miami Vice, die deutschen Synchronstimmen von Don Johnson und Philip Michael Thomas hießen Reent Reins und Lutz Mackensy. Beide markante Stimmen waren in der Vergangenheit immer wieder in Hörspielen zu hören, aber selten vereint. Reent Reins übernimmt hier die Rolle des Commissioner James Gordon, des direkten Kontakts zu Batman und tatsächlich hat die Stimme eine dunklere Färbung mit den Jahren bekommen, eine Klangfarbe, die zur väterlichen Ausfüllung des Charakters von Commissioner Gordon passt. Lutz Mackensy hingegen darf mit seiner scheinbar ewig jugendlichen Stimme den Wahnsinn eines gefährlichen Kriminellen erschallen lassen. Hier klingen Können und Spaß an der Arbeit durch.

Die erste Folge der Trilogie über den Gotham Knight etabliert diese düstere Megastadt als kriminelles Babel, aber auch als Touristenmagnet. Ausgerechnet auf einer Aussichtsplattform, die in Anspielung auf einen der bekanntesten Batman-Zeichner, Jim Aparo auf dem Aparo-Tower gelegen ist, darf der dunkle Ritter in beeindruckendem Hörkino erstmalig so richtig zeigen, was er drauf hat. Sascha Rotermund orientiert sich, wie die gesamte Trilogie, an der filmischen Neuinterpretation (mit Christian Bale) des Mitternachtsdetektivs. Rauchig gesprochen als maskierter Rächer, locker als Privatperson und Playboy Bruce Wayne. Letzterem hört man sehr gerne im Zusammenspiel mit Charakteren wie Commissioner Gordon oder dem erfindungsreichen Lucius Fox (gesprochen von Wolf Frass) zu.

Krieg: Der heimliche Held des Batman-Universums, jedenfalls in früheren Zeiten, Alfred Pennyworth, agiert hier ähnlich wie in der Batman-Trilogie mit Christian Bale. Gesprochen von Jürgen Thormann, der in den Filmen auch Michael Caine in der Rolle des Butlers synchronisiert, bekommt die Figur stets etwas sehr Vornehmes, auch Unnahbares sowie eine sehr professionelle Note. Erfrischend in dieser Episode ein ganz normales Bandenkrieg, dem Batman beikommen muss, ohne dass sein technisches Spielzeug noch seine Erscheinung besonders viel Eindruck hinterlässt.

Die beiden Polizisten Montoya und Allen bilden ein schönes Gegengewicht zur Arbeit des dunklen Ritters. Sie bieten einen großen Teil der Stimme des Menschen auf den Straßen Gothams, jene, die meist nur aus der Ferne einen Blick auf Batman werfen. Oder wie sie auf einen Schattenriss in der Türscheibe zu Commissioner Gordons Büro.

Monster: Wer tötet die Menschen nicht nur, sondern frisst sie zugleich auf? Batmans Suche nach diesem ungewöhnlichen Killer wird gruseliger, anstrengender. Nach der Jagd auf die normalsterbliche Unterwelt Gothams ist dieser Feind nur schwer auszumachen. Er hält sich im Dunkel und will nicht gejagt werden. Batman muss an Scarecrow vorbei, der nicht nur dieses seltsame Wesen geschaffen, viel schlimmer noch, eine große Schar Anhänger beeinflusst hat, gegen die sich Batman auch noch zur Wehr setzen muss.

Wurde das berühmt berüchtigte Arkham Asylum bisher hauptsächlich erwähnt (und nur kurz besucht), werden die Folgen jetzt offen sichtbar. Während Batman diese modern geschaffenen Dämonen verfolgt, stellt er sich auch seinen inneren Feinden, düsteren Erinnerungen, als er nach Wegen der Kontrolle über seine Ängste suchte. Die dritte Episode von Gotham Knight bietet eine spannende Doppelsicht auf den dunklen Ritter, in Gegenwart und Vergangenheit. Beide sind dramatisch, in beiden muss sich ein Mann beweisen. Im ersteren Fall das andere Ich, im letzteren Fall ein noch junger Bruce Wayne persönlich.

Ein Kaleidoskop aus Gotham City: Batman wird im Kopfkino dank einer tollen Interpretation durch Sascha Rotermund lebendig. Die Besetzung ist punktgenau und nimmt, nach einer Einführung in das Comic-Universum, besonders in der zweiten und dritten Episode Fahrt auf. Egal, auf welchem Weg der Fan zu Batman gefunden hat, über die Filme oder die Comics selbst, hier wird er auf jeden Fall mit neuen, sehr guten Abenteuern fündig. 🙂

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Links: Jürgen Thormann in Batman

Montag, 22. Juli 2013

Der ultimative Spider-Man – Folge 3

Filed under: Comics im Hörspiel — Michael um 16:03

Der ultimative Spider-Man - Folge 3Jemand wie Peter Parker kann einfach nicht Spider-Man sein! Unmöglich! Doch einer wie Flash Thompson, sportlich, dem äußeren Auftreten nach ein Macher, ein Spur zu großmäulig vielleicht, der könnte sich sehr gut unter dem Spinnenkostüm verbergen. Der Taskmaster, ein früherer Agent S.H.I.E.L.D. erhält von Dr. Octopus den Auftrag, Spider-Man zu fangen. Sicher scheint nur zu sein, dass sich der Mensch hinter dem Spinnenkostüm häufig an der oder in der Nähe der High School aufzuhalten scheint. Der Taskmaster schleust sich als Sportlehrer in die Schule ein. Heimlich stellt er eine Auswahl möglicher geheimer Superhelden zusammen. Als die Falle steht, schlägt er zu. Nun muss sich Spider-Man offenbaren. Wenn er überleben will.

Tilo Schmitz ist der Taskmaster! Der Sprecher, dessen Stimme bereits Hellboy das nötige Volumen mit einem enormen Bass verlieh, lässt diesen Bösewicht in der zweiten Episode des vorliegenden Hörspiels ordentlich krachen. Eine Rangfolge der beiden vorliegenden Geschichten zu finden, fällt schwer. Beide verfügen über reichlich Witz und Action, doch schlägt bei beiden der Schwerpunkt in eine entgegengesetzte Richtung aus. Die erste Episode, Iron Spider besitzt mehr Humor, die nächste Geschichte Taskmaster legt mehr Wert auf handfeste Action. Der Taskmaster, ein Gegner, der binnen kurzem die Kampftechniken eines Kontrahenten abschauen und selber anwenden kann, bietet sich für ein solches Szenario an.

Mit einem simplen Trick schleust sich der Taskmaster, der den inkognito agierenden Spider-Man an einer High School vermutet, als, wie kann es anders sein, Sportlehrer ein. In einem sehr anschaulich geschildertem Finale, auch dank des Erzählers Gordon Piedesack, der die Bilder im Kopf in humorvollem Ton transportiert, entsteht ein stimmiges Spektakel, das zeitweilig im Dunkeln handelt. Das ist rasant, einfallsreich und durch einen glänzend aufgelegten Nico Sablik, als Spider-Man, ein genialer Spaß, der durch eine vielfältige Geräuschkulisse die Bilder der zugrunde liegenden Zeichentrickserie kaum vermissen lässt. Hier offenbaren sich einmal mehr die Stärken dieser Umsetzung, wo nicht nur die Dialoge und Beschreibungen stimmen, sondern das Hörspiel durch den originalen Klangteppich zu punkten vermag, der in Hörspielen so nicht die Norm ist.

Iron Spider! Ein eiserner Spider-Man? Ein verbesserter Spider-Man? Einer, der fliegt? Da steckt doch wohl ein anderer eiserner Held dahinter! Iron Man, wie immer lässig rübergebracht von Tobias Meister, der Kinostimme von Tony Stark alias Iron Man, hat sich ein paar Gedanken zum Auftreten von Spider-Man gemacht. Der junge Held könnte leistungsfähiger sein … Die Betonung liegt auf leistungsfähiger und hier insbesondere auf fähig, denn neue Gerätschaften wollen beherrscht werden. Wie schnell High-Tech zum berühmten Schuss in den Ofen werden kann, zeigt das mit Action bis zum Rand geladene Desaster in Iron Spider.

Fans von Sherlock Holmes, genauer von Dr. Watson dürfen sich über einen Gastauftritt von Peter Groeger freuen, der hier den Hausmeister spielt, jenen Part, den im englischen Original niemand anderer als Stan Lee persönlich innehat. Also auch im Zeichentrick kann der Meister nicht auf einen Cameo-Auftritt verzichten. Nur hat man im Hörspiel leider nichts davon.

Die Helden sind etabliert, das Spiel verläuft noch flüssiger, die Gegner noch unterhaltsamer. Der Taskmaster ist ein Höhepunkt und ein sehr guter Auftritt, gehört er doch im Marvel-Universum zu jenen Bösewichtern, die leider nicht so oft zu sehen sind (zu unrecht). Eine sehr unterhaltsame Hörspiel-Adaption, leider die dritte und bislang letzte Folge. 🙂

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Mittwoch, 03. Juli 2013

Der ultimative Spider-Man – Folge 2

Filed under: Comics im Hörspiel — Michael um 11:17

Der ultimative Spider-Man - Folge 2Ist Spider-Man ein Pyjama tragender Weberknecht? Schwer zu sagen, ob Nova vielleicht recht hat. Nachsitzen müssen alle beide. Agent Phil Coulson, gewohnt charmant gesprochen von Till Hagen, zeigt den neuen Superhelden, dass für die Teenager nach der Schule noch andere Lektionen warten. Der Chef von S.H.I.E.L.D., Nick Fury, triezt die jungen Superhelden ordentlich. Da müssen zunächst White Tiger, Iron Fist und Power Man anfangs zurückstehen. Da Spider-Man und Nova mit aller Macht gegeneinander antreten und sich gegenseitig zu übertreffen suchen, bleibt für die anderen nicht mehr viel zu tun.

Rasanter! Durch den neuen Verbund um Spider-Man entstehen Spannungen und Rivalitäten, die in einer wahren Katastrophe gipfeln. Als Hörer kann man an dieser kleinen (eigentlich eher doch ziemlich großen) Reiberei seinen Spaß haben. Wenn ein Held glaubt, sich bei Nick Fury einschmeicheln zu können, wenn er den gefährlichsten Supergangster Dr. Doom fängt und dabei etwas zuwege bringt, das vor ihm noch keiner geschafft hat, dann kann das bei allem Übermut nur schief gehen.

Freche Sprüche, eine gehörige Portion Eigenironie gehören zu Spider-Man dazu. Da der Held nicht alleine daher kommt, gibt es auch eine geballtere Ladung dieses Humors. Zwei Episoden sind hier zusammengefasst: Verdammnis und Venom. Gleich aus dem Heldenalltag gegriffen, mit allerlei Frotzeleien zwischen Spider-Man und Nova, ist Verdammnis. Den Originaltönen der Fernsehserie entnommen, bekommt der Hörer hier einiges um die Ohren, denn wo sich der Einstellung Nick Furys nach (gesprochen von Engelbert von Nordhausen) die Nachwuchshelden mit dem gefährlichsten Schurken überhaupt anlegen, da muss es ganz einfach krachen.

Der Witz an der Sache ist außerdem: wenn du denkst, es ist vorbei, geht es erst richtig los. Die Stimme von Nico Sablik füllt Spider-Man perfekt aus. Jugendlich, smart kennen Kinobesucher seine Stimme auch jüngst von Captain Kirk, gespielt von Chris Pine. In feinen Gegensatz dazu, immer für ein Rededuell gut, steht Wanja Gerick als Nova. An ihm kommen SciFi-Fans nicht vorbei, ist er doch die Stimme von Anakin Skywalker, gespielt von Hayden Christiansen.

Rotzfrech, auch stets ein wenig genervt von den pubertierenden Bengeln um sie herum spielt Anne Helm die White Tiger Gleich mehrere Helden haben sich diese Identität geteilt. Der Charakter der Ava Ayala ist inzwischen die fünfte Inkarnation mit diesem Heldenkostüm. Äußerlich ist sie wie eine helle Variante des Black Panther. Taugt sie auch nicht gerade als Mittlerin zwischen den Jungen, da diese sich doch mehr vor ihr produzieren suchen, als sich von ihr anleiten zu lassen, haben Charaktere wie Nick Fury, Agent Phil Coulson und schlussendlich Norman Osborn mehr Einfluss.

Die Osborn-Familie, stimmlich prominent besetzt mit Bernd Vollbrecht (Norman) und Kim Hasper (als Harry Osborn), der seine Rolle auch in den Spider-Man-Filmen mit Tobey Maguire sprach, als deutsche Stimme von James Franco. Anhand der Besetzung ist klar, dass hier Kino für die Ohren entsteht. Damit die Bilder dazu im Kopf noch besser entstehen, erzählt Gordon Piedesack jene Zeichentricksequenzen, die dem Zuhörer ansonsten zwangsläufig entgehen würden. Wie aus der ersten Folge her gewöhnt, spricht Piedesack seinen Anteil sehr humorvoll, mit einem Lächeln in der Stimme und unterstreicht den Witz, den die Geschichten ohnehin bereits transportieren.

Venom, der Titel der zweiten Episode auf der vorliegenden CD, entsteht etwas anders, als es der Leser der Marvel-Comics kennt. Zwar ist Spider-Man indirekt an seiner Entstehung beteiligt, allerdings stecken Doc Ock und Norman Osborn auch noch in der Angelegenheit drin. So, wie es in dieser Neuerzählung geschildert wird, könnte aus Venom etwas noch Größeres und Gefährlicheres daraus werden, als es von den bisherigen Ereignissen her bekannt ist (auch in den zahlreichen Variationen).

Fetzig. Tolle Sprecherleistungen, guter Erzähler: ein prima Team bringt die Serie auch perfekt für das Medium Hörspiel rüber. Für Hörspielfreunde und Comic-Fans gleichermaßen geeignet. 🙂

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Samstag, 11. Mai 2013

Der ultimative Spider-Man 1

Filed under: Comics im Hörspiel — Michael um 10:00

Der ultimative Spider-Man 1 - Das Angebot - Große VerantwortungAusgestattet mit großer Macht, deren damit einhergehende Verantwortung Spider-Man angenommen hat, schwingt sich die freundliche Spinne von nebenan durch New Yorks Straßenschluchten, verfolgt von den Flüchen und Hetzereien eines J. Jonah Jameson, seines Zeichens Chefredakteur des Daily Bugle. Dabei will Spider-Man nichts anderes als helfen. Für einen Teenager ist dies alles andere als leicht. Denn wenn er nicht gerade gegen normale Halunken und Superschurken antritt, geht er in die High School und muss sich dort, um seine wahren Kräfte zu verbergen, allerhand von seinem Schulkameraden Flash Thompson gefallen lassen. Dazu gehört es leider auch, von Flash regelmäßig im Schulspind eingeschlossen zu werden.

Das Angebot: Nick Fury, Direktor von SHIELD, will den Helden Spider-Man fördern. Mit den Mitteln der Behörde könnte Spider-Man mit technischen Spielereien ausgestattet werden, die seine kühnsten Vorstellungen übersteigen. Aus Spider-Man könnte Der ultimative Spider-Man werden. Anfangs sträubt sich Peter Parker, wie der junge Held mit bürgerlichem Namen heißt, noch. Doch ganz langsam freundet er sich mit der Idee an. Mit den Folgen hat er allerdings nicht gerechnet.

Ein neuer ultimativer Spider-Man. Die freundliche Spinne von nebenan hat schon diverse Inkarnationen durchlaufen. Neuerzählungen in Miniserien oder, größer angelegt, im Ultimativen Universum von Marvel. In einem Kinofilm konnte Spider-Man noch nicht zusammen mit anderen Helden agieren, im Zeichentrickfilm und der von der Serie in dieser vorliegenden Form des adaptierten Hörspiels ist dies nun möglich. Mehr noch: Spider-Man erhält Freunde zur Seite gestellt, die abseits des Comics eher vernachlässigt wurden und dennoch bereits auf eine lange Lebensgeschichte zurückblicken können.

Von der Zeichentrickserie zum Hörspiel. Der Originalton der Serie wurde genutzt und als Hörspiel umgesetzt. Jene Bestandteile, bei denen sich der Comic-Fan normalerweise der Augen bedienen muss, um sie zu erfassen, werden für die Adaption nun von einem Erzähler, Gordon Piedesack, vorgetragen. Mit humorvollem Unterton entsteht so ein dichtes Szenario, das die schönen Dialoge weiterer bekannter Sprecher einrahmt. Engelbert von Nordhausen spricht, wie in den Kinofilmen, Nick Fury, Agent Phil Coulson wird wie bei den Avengers auf der Kinoleinwand von Till Hagen gesprochen. Entsprechend authentisch ist bereits dieser Teil der neuen Serie.

Darüber hinaus wird ebenfalls auf gestandene Profis gesetzt. Nico Sablik, die deutsche Stimme von Harry Potter, spricht einen recht frechen und selbstbewussten Peter Parker. Wanja Gerik, der in einem anderen Genre Anakin Skywalker die Stimme leiht, spricht Nova. Kim Hasper sprach bereits in der ersten Spider-Man-Trilogie im Kino die Rolle des Harry Osborn. Und als Harrys Vater Norman Osborn ist der viel beschäftigte Bernd Vollbrecht zu hören (die Synchronstimme von Antonio Banderas).

Dieser Aufwand macht sich bezahlt, denn das Hörspiel macht so einen fülligen Eindruck und verleiht dem Szenario Leben, angesiedelt zwischen Spannung und Spaß. Der Transport vom Fernsehschirm aufs Ohr funktioniert im besten Sinne und unterhält in der ersten Folge mit den Episoden Das Angebot und Große Verantwortung. Für junge Hörer ist das Hörspiel ebenso geeignet wie auch für jene, die einmal mehr etwas Neues im Marvel-Universum entdecken wollen. Denn die Macher lassen es sich nicht nehmen, die Geschichte beim Schopf zu packen und gleich ein neues Superhelden-Team in Angriff zu nehmen.

Eine sehr sympathische, humorvolle und von der ersten bis zur letzten Minute unterhaltsame Hörspielumsetzung. Comic funktioniert hier ebenso wie auf den Comic-Seiten oder dem Fernsehschirm (wo die Vorlage des Hörspiels in Form der gleichnamigen Serie herstammt). So, wie sich der Auftakt hier präsentiert, hätte er direkt als Hörspiel konzipiert sein können. Sehr schön, nicht nur für Comic-Fans. 🙂

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Mittwoch, 14. Juli 2010

Hellboy – König Vold, Weihnachten in der Unterwelt

Filed under: Comics im Hörspiel — Michael um 20:31

Hellboy - König Vold, Weihnachten in der UnterweltDr. Manning hat ein Problem. Er ist Leiter einer Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Ereignisse, aber er muss auch auf das Budget achten. Ein Umstand, der für Hellboy, den besten paranormalen Ermittler der Welt, keine Rolle spielt. Zwei Posten auf den Ausgabenlisten von Dr. Manning sind noch ungeklärt. Hellboy wird ins Büro zitiert.

Dr. Mannings Figur steht in einem wunderbaren Kontrast zu einem brummeligen und doch irgendwie immer gut gelauntem Hellboy. Ein wenig piepsig, ein wenig ungeduldig, etwas schrill, vielleicht hysterisch, so präsentiert sich Dr. Manning, vortrefflich gespielt von Klaus Dittmann. In einem Rückblick darf der Hörer noch einmal Gerd Samariter als Professor Broom erleben, den Ziehvater Hellboys. Als väterliche Stimme sorgt er für Atmosphäre. Es ist schade, dass Samariter in dieser Rolle (durch den Tod derselben) nicht mehr zu Einsatz kommen kann (es sei denn, es ergeben sich noch einmal Rückblicksmöglichkeiten).

König Vold: Eine mystische Kreatur, ein kopfloser Reiter, bewaffnet und von einer Horde von Jagdhunden begleitet. In der Nacht streift er durch das Land, immer auf der Suche nach ganz besonderer Beute. In der ersten Kurzgeschichte wird Hellboy ausgeliehen. Auf Wunsch von Broom soll er nach Norwegen reisen. Dort trifft der Welt bester paranormaler Ermittler auf Professor Rickman (Helmut Gentsch). Der Professor möchte dem König auflauern, um ihn zu studieren. Hellboy hilft, nicht ahnend, dass Rickman nur ein weiterer gieriger Wissenschaftler ist, dem es um alles andere als Wissensvermehrung geht.

Besonders beeindruckend, nur leider (da durch die Vorlage so vorgegeben) zu kurz, ist der Auftritt von König Vold (Jürgen Holdorf). Bombastisch ist die Begegnung Hellboys mit dem Hund von König Vold, ungeheuer plastisch und sehr gut mit dem Gespräch von Hellboy und Manning verwoben.

Gemäßigter, beinahe romantisch gruselig geht es in der nächsten Geschichte zu. Hellboy verteidigt vor Dr. Manning sein Weihnachten in der Unterwelt. Daraus entstehen einige wundervolle Szenen. Die alte Mrs. Hatch, sehr schön von Aranka Mamero-Jaenke gespielt, hält den 2,13 m großen Hellboy doch glatt für den Weihnachtsmann. Diese scheinbar harmlose, eigentlich liebenswerte Szene ist die berühmte Ruhe vor dem Sturm. In der Unterwelt, auf einem uralten Friedhof, trifft Hellboy auf die übrige Familie von Mrs. Hatch. Hier kippt die Stimmung in eine grandiose Inszenierung, als Vampire den Heiligen Abend in ein Schlachtfest verwandeln wollen.

Der Hörer kann sich hier an einem Klangerlebnis erfreuen, das nicht anders als mit dem treffenden Begriff Kino für die Ohren umschrieben werden kann. Damit die Szenerie nicht ganz so ernsthaft wird, trifft Tilo Schmitz als Hellboy genau den richtigen Ton, ein wenig schnodderig und natürlich immer cool. Hellboy ist nicht umsonst der Welt bester paranormaler Ermittler und kann sich einen Spruch locker erlauben.

Zwei atmosphärisch sehr dichte Geschichten aus dem Hellboy-Universum, hervorragend umgesetzt und durch das Gespräch von Hellboy und Dr. Manning elegant verbunden. Perfekte Comic-Adaption. 🙂

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Freitag, 18. Juni 2010

Hellboy – Baba Jaga, Sarg in Ketten, Köpfe

Filed under: Comics im Hörspiel — Michael um 10:22

Hellboy - Baba Jaga, Sarg in Ketten, KöpfeHellboy mag es nicht, wenn Kindern ein Leid geschieht. Die Legende um die Baba Jaga, die Hexe, die nächtens über die Friedhöfe streift und die Ruhe verstorbener Kinder stört, passt nicht in sein Konzept eines friedlichen Miteinanders. Sein Eingreifen zieht aber nicht nur Gutes nach sich. Anders in Japan: Hellboy hörte von Dämonen, die in einem finsteren und einsam gelegenen Haus ihr Unwesen treiben. Als sich der Welt bester paranormaler Ermittler auf den Weg macht, um diesem Spuk eine Ende zu bereiten, findet er allerdings nur ein Gasthaus vor, dessen Wirt ihn mit der üblichen japanischen Höflichkeit empfängt. Auch die anderen Gäste freuen sich über seine Ankunft. Vielleicht sogar ein wenig zu sehr …

Auf den Hellboy-Fan warten gleich drei Kurzgeschichten, gewohnt gut umgesetzt. Hellboy, der weltbeste paranormale Ermittler hat wieder alle Hände, auch die steinerne, voll zu tun. Die Geschichten um Hellboy haben den Charme der Unterschiedlichkeit. Mike Mignola macht immer wieder Ausflüge in mystische Gefilde, die von anderen Gruselautoren vernachlässigt oder komplett übergangen wurden. Russland, Japan, England. Länder, deren Mystik verschiedener nicht sein könnte. Ein anderer Autor hätte von der Baba Jaga die Finger gelassen, jener Hexengestalt, die in einem überdimensionalen Mörser durch die Luft reitet und sich mit einem Stößel abstößt.

Dergleichen könnte sich nicht nur völlig verrückt lesen, sondern auch anhören. Das geschieht jedoch in beiden Fällen nicht, denn die Inszenierung um die Baba Jaga besitzt einerseits das wunderbar Skurrile, andererseits besitzt es auch genug Action und das besondere Unheimliche, das der Welt von Hellboy anhaftet. Tilo Schmitz, Sprecher des Hellboy, hat die nötige Tiefe in seiner Stimme, um einen 2,13 Meter großen paranormalen Ermittler zu sprechen. Er kann aber auch das ebenso große Herz, den Übermut, die ebenso große Klappe und den noch viel größeren Humor von Hellboy ausgezeichnet spielen.

Das beweist er mit der Folge um die japanischen Dämonen. Seltsamer könnte ein Fall kaum sein (und Hellboy hat viele seltsame Fälle erlebt): Köpfe. Das ist eigentlich unmissverständlich und trotzdem eine Überraschung. Da die einzelnen Episoden relativ kurz sind in diesem Hörspiel, eine Umsetzung eines Teils einer hierzulande erschienenen Comic-Ausgabe, soll hier nicht zu viel verraten werden. Wichtig allerdings zu erwähnen, ist die Spiellaune der japanischen Dämonen. John Ment, Bernd Hölscher, Philipp Otto und Uwe Hügle können hier so richtig über die Stränge schlagen. Es ist herrlich zu hören, wenn Schauspieler einmal abseits aller Realität in Figuren eintauchen dürfen.

Bernd Hölscher und Uwe Hügle dürften Fantasy-Fans als Wulfgar und Bruenor aus Drizzt bekannt sein, entsprechend dürfte der Unterschied in den Stimmen auffallen.

Abschließend heißt es: Sarg in Ketten. In England ist es eindeutig gruseliger als anderswo. Das liegt nicht nur am Land selbst, sondern auch an Hellboys Vergangenheit. Ganz in der Nähe kam er auf die Welt, aber die letzten Geheimnisse um seine Herkunft sind immer noch nicht geklärt. Diese Episode von der Gruselstimmung her die stärkste, für einen nichteingeweihten Neuhörer aber auch bestimmt die unverständlichste. Sarg in Ketten beweist, dass Hellboy eine Serie zum Dranbleiben ist, egal ob als Comic oder Hörspiel.

Ein schönes Zwischenspiel für Gruselfreunde, insbesondere aber für Fans von Hellboy, der es hier wieder einmal krachen lässt. Wie in den bisherigen Folgen auch stimmt wieder das Kino-im-Kopf-Gefühl, eine Vorkenntnis vorheriger Ereignisse und Charaktere ist jedoch wichtig, um das richtige Hellboy-Gefühl zu bekommen. 🙂

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Samstag, 22. Mai 2010

Die Saga vom Dunkelelf 14 (Hörspiel)

Filed under: Comics im Hörspiel — Michael um 15:36

Die Saga vom Dunkelelf 14 - Gefährliche BegegnungenDer Feind hat sein Ziel erreicht. Weit oben auf dem Grat der Welt, einer Gebirgskette, wartet Drizzt auf den Angriff. Der Feind kommt. Endlich steht nichts mehr zwischen ihm und dem verhassten Dunkelelfen. Während Drizzt um sein Leben kämpft, steht es für die ihn suchenden Gefährten kaum besser. In den dunklen Gängen tief im Gestein der Berge lauern ihnen die Drows auf. Hier werden keine Schlachten geschlagen, in denen Gefangene gemacht werden sollen. Keine Verhandlungen, kein Taktieren, sondern Frontalangriff ist das Mittel der Wahl.

Drizzt ist von der eigenen Verwandtschaft gefangen. Schlimmer noch: Er soll der Göttin Lloth geopfert werden. Ein Dunkelelf darf nicht gegen seine Art handeln. Drizzt hat noch mehr getan als das. Nicht nur seine Abkehr vom eigenen Volk war im Auge der Drow schändlich. Sein Handeln führte auch zum Niedergang des Hauses seiner eigenen Familie. Vierna Do′Urden, die Schwester von Drizzt, über den Verlust der Macht wahnsinnig geworden (vielleicht war sie es auch schon vorher, bei Dunkelelfen kann man so sicher nicht sein).

Inzwischen hat sich ein wichtiges Rätsel gelüftet. Es ist die Lösung auf verschiedene Fragen. Doch damit steht niemand der Gefährten um Drizzt besser da. Am allerwenigsten Drizzt selbst. Erzähler Tobias Meister, die Stimme von Drizzt, in der vorherigen Folge in der Handlung eher zum Beobachter geworden, ist diesmal wieder mitten drin. Es geht gegen einen alten Feind, nicht vollends unerwartet (besonders nicht für die, die mit den Romanen vertraut sind), aber auf sehr ungewohnte Art. Ein Kampf darf zuerst kein richtiger Kampf sein. Das ist schon ungewöhnlich, später jedoch, in Anbetracht des sehr schön geschilderten zweiten Kampfplatzes und der folgenden Wendungen, entsteht vor dem geistigen Auge eine irrsinnig tolle Kulisse.

An anderer Stelle raufen sich die Gefährten wieder zusammen. Langsam nähern sich Wulfgar (Bernd Hölscher) und Catti-Brie (Annabelle Krieg) einander an. Auch ihr zwergischer Adoptivvater Bruenor vermittelt zwischen den beiden. Wie immer herrlich polternd und brummelig: Uwe Hügle, der mit seiner Stimme beispielhaft zeigt, wie ungeheuer plastisch eine Figur nur durch die Stimme angelegt sein kann.

Thibbledorf Pwent, eigentlich ein Nebencharakter, ein zwergischer Schlachtenwüter, wird gespielt von Helmut Gentsch und zeigt, wie dankbar außergewöhnliche Charaktere für Sprecher (und für die Handlung) sein können. Wer bislang dachte, ein Drow sei unbesiegbar und jemand, der klein ist wie ein Zwerg, habe sowieso keine Chance gegen Dunkelelfen, wird hier eines Besseren belehrt.

Neben den vielen Beispielen für schöne Dialoge und spannende Szenen ist auch der Aufbau des Hörspiels beispielhaft. Zwar ist die Vorkenntnis von Folge 13, Das Vermächtnis ein Muss, gleichzeitig lässt es sich wunderbar hören, wie die einzelnen Stränge und offenen Fragen zusammengeführt werden und Szene für Szene die Spannung steigt. Musik und akustische Effekte sorgen desweiteren für das Ohrkinogefühl und machen aus der 14. Episode bis zum Schluss einen Ohrenschmaus.

Des Rätsels Lösung macht aus der vorliegenden Episode eine Geschichte voller Wendungen und Überraschungen: Perfekte Fantasy-Unterhaltung in bewährter Qualität. 🙂

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Dienstag, 27. April 2010

Die Saga vom Dunkelelf 13 (Hörspiel)

Filed under: Comics im Hörspiel — Michael um 18:55

Drizzt - Die Saga vom Dunkelelf 13 - Das VermächtnisBruenor Heldenhammer hat sein Ziel erreicht. Endlich hat wieder ein Zwerg die Herrschaft über Mithril-Halle, den Hort der Vorfahren. Außerdem kündet sich ein schönes Ereignis an. Bruenors Adoptivkinder, der Barbar Wulfgar und die ebenfalls menschliche Tochter Catti-Brie wollen heiraten. Trotzdem sind manche Vorkommnisse und Verhaltensweisen merkwürdig. Wulfgar steigert sich mehr in mehr in seine Eifersucht hinein. Sicher sind Männer seines Volkes stets darauf bedacht, das Sagen in einer Beziehung zu haben. Doch bisher hatte Wulfgar Catti-Brie immer eine gleichberechtigte Stellung eingeräumt, obwohl er sich natürlich Sorgen machte, wenn sie im Kampf an seiner Seite stritt. Die Begrüßung und die Herzlichkeit, mit der Catti-Brie den Dunkelelfen Drizzt Do’Urden empfängt, bringt scheinbar das Fass zum Überlaufen. Wulfgar wendet sich sogar gegen Drizzt, den er seit langem seinen Freund nennt.

In Mithril-Halle selbst könnte Frieden herrschen. Nach der Entdeckung eines neuen Stollenabschnittes jedoch und ihrer Bewohner, Goblins, bricht Freude unter den Männern aus. Endlich lockt wieder ein Kampf. Catti-Brie kann diese Freude nicht begreifen, denn noch ist es zu keiner Bedrohung gekommen. Außerdem sind die Zwerge Eindringlinge in das angestammte Gebiet der Goblins. Bruenor stört das nicht. Es sind Goblins. Sie sind Zwerge. Da ist die Konfrontation unvermeidbar.

In gewissem Sinne stimmt das auch. Allerdings zieht im Hintergrund jemand seine Fäden, um Chaos zu säen und um letztlich eine ganz bestimmte Person in die Fänge zu bekommen: Drizzt Do’Urden.

Es gibt keinen Frieden, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Leider hat der heldenmütige und abenteuerlustige Drizzt auf seinen Reisen allzu viele Feinde hinterlassen, auch eben solche, die noch unter den Lebenden weilen. Eine davon, Vierna Do’Urden, längst in den Wahnsinn abgeglitten, gemein und brutal, will ihre Rache und wird sich durch nichts davon abhalten lassen. Selbst wohlmeinende Einwürfe ihrer Untergebenen zeigen keine Wirkung. Bea Kopyto spricht und verkörpert jene Vierna mit Kraft und Hysterie in der Stimme. Die aufkeimende Gewalt, die auch vereinzelt ausbricht, Stichwort Drider, wird durch sie maßgeblich stilisiert. Schlachtenszenen wie im Kampf der Zwerge gegen Goblins hören sich gewaltig an, aber die Atmosphäre durch Vierna ist unheimlicher.

Unheimlich ist auch die Wandlung von Wulfgar. Dieser, gesprochen von Bernd Hölscher, rückt in der Handlung mehr nach vorne. Der etwas trägere, aber sehr sympathische Charakter erlebt plötzlich (und für seine umstehenden Freunde nicht erklärbar) eine sehr starke Veränderung. Selbstbeherrschung ist schon schwierig für einen Barbaren. Ein Barbaren, der von Eifersucht geplagt wird, gerät an den Rand des Irrsinns, wie Bernd Hölscher es besonders in einer Szene zeigen kann, als Wulfgar seinem Zorn mit dem Schmiedehammer freien Lauf lässt.

Geheimnisse: Regis, dem Halbling, hätte es gut gehen können im Calimhafen. Hätte! Hätte er nicht wieder alles vermasselt. Auch mit ihm ist eine Veränderung vorgegangen. Regis, gesprochen von Philipp Otto, schwankt zwischen der gewohnten Angst und halsbrecherischem Mut. Tobias Meistter, Sprecher von Drizzt Do’Urden und gleichzeitig Erzähler, leitet gekonnt durch das Abenteuer. Seine Stimme bewahrt stets die Ruhe, eine Stimme der Vernunft im stetig steigenden Chaos um ihn herum.

Eine dunkle Schlinge zieht sich langsam um den allseits bekannten Dunkelelfen zusammen. Eine unmerkliche Bedrohung zuerst, die hier und da schon einmal hervorzischt, bevor die ersten Ausbrüche erfolgen. Das ist Fantasy-Spannung pur, die sich Schritt für Schritt aufbaut. 🙂

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