Zum Inhalt springen


Comic Blog


Montag, 09. April 2018

DEFENDERS – OHNE SKRUPEL

Filed under: Superhelden — Michael um 9:58

DEFENDERS - OHNE SKRUPELEin alter Bekannter ist zurückgekehrt: DIAMONDBACK sollte eigentlich tot sein. Aber das hielt weder Helden noch Gangster jemals von einem zweiten Anlauf ab. Die DEFENDERS, bestehend aus JESSICA JONES, LUKE CAGE, IRON FIST und DAREDEVIL, sehen sich einem Verbrecher gegenüber, den sie zuerst für einen ganz normalen Ganoven halten. Aber DIAMONDBACK taktiert auf äußerst intelligente Weise und kombiniert seine Züge mit noch größerer Brutalität … Sollte da jemand die Nachfolge des KINGPIN antreten wollen?

Das fetzt ganz einfach. In der DEFENDERS-Story, OHNE SKRUPEL, vereinen sich Thrillerelemente und Superheldenabenteuer auf recht eigene, sehr gute Weise. New York, Manhattan, Hell’s Kitchen und einige Stadteile mehr werden seit Jahrzehnten von MARVEL gefeiert, im Comic, seit einigen Jahren im Film. Hier ist es schmutzig, die Gangster über die Maßen brutal und die Helden von einer Sorte, der man doch nicht unbedingt begegnen möchte. (Die AVENGERS sind doch eh nur Zugereiste.) Die Einheimischen wie besagte DEFENDERS, von denen die Hälfte ohne, die andere mit Kostüm durch die Gegend läuft, liefen nicht umsonst eine Weile unter der Bezeichnung HEROES FOR HIRE.

Diese Miethelden bekommen nun plötzlich sehr persönlichen Ärger. JESSICA JONES ist die erste, die es erwischt. Durch die NETFLIX-Serie, die den Start für ein ziemlich düsteres Filmuniversum legte, hat diese doch früher eher im Randbereich aktive Figur, enormen Auftrieb erhalten. BRIAN MICHAEL BENDIS, als Autor an 14 Folgen der Serie beteiligt, hat vieles von der Pantoffelkinofigur in die Comic-Variante einfließen lassen und er hat gut daran getan. Denn die rebellische Tour, die rotzfreche Art und Weise macht den Charakter von JESSICA JONES zu einem großen Teil aus. Und dort wie hier kann und muss sie gehörig einstecken.

Das hört sich nicht nur brutal an. DAVID MARQUEZ zeichnet und tuscht ein heftiges Szenario, aber das macht er schier grandios! Was hier zu Papier gebracht worden ist, auch und gerade wegen Kolorist JUSTIN PONSOR, ist filmischer Realismus, der alle Beteiligten (wie sie aus den aktuellen Serien mit den Einzelfiguren der DEFENDERS bekannt sind) noch besser als im Pantoffelkino aussehen lässt. Mit Gastauftritten einzelner anderer Charaktere bewirbt sich das Grafikduo praktisch für weitere Miniserien. Selten sahen BLADE und der PUNISHER im Comic so gut aus.

Sehr interessant, interessanter noch als der gewichtige Auftritt von BLACK CAT, ist LINDA CARTER als NIGHT NURSE. Die Nachtschwester füllt eine erzählerische Lücke. Ähnlich wie der Schneider, der sich um die Kostüme der Helden (und der Schurken) kümmert, ist die kleine Klinik der NIGHT NURSE eine Anlaufstelle für verletzte Helden (nicht von Schurken). Wie schwierig derartige Rettungsaktionen sind, zeigt sich an der Wiederbelebung von LUKE CAGE. Ein Held mit unzerstörbarer Haut hat einen unleugbaren Vorteil, allerdings ist er bei inneren Verletzungen deutlich im Nachteil. LUKE CAGE ist nicht der einzige, der die geheime Heilungsstätte im Verlauf der Handlung in Anspruch nehmen muss.

Ein von DAVID MARQUEZ und JUSTIN PONSOR auf Spitzenniveau illustrierter Superheldencomic, der das Zusammenspiel der DEFENDERS in den Mittelpunkt stellt, einem Team, dessen einzelne Mitglieder wunderbar gegensätzlich konzipiert sind. Dieses Quartett ist wirklich füreinander da. Ein brutaler Gegner schweißt zusammen. Angesiedelt in einem bösartigen, nächtlich dunklen New York, einem modernen Mordor, so scheint es, durchzieht die Handlung eine tolle Atmosphäre. In jeder Hinsicht ein Höhepunkt inmitten einer Unmenge von Superheldenabenteuern! Bin begeistert! 🙂

DEFENDERS, OHNE SKRUPEL: Bei Amazon bestellen.
Oder bei Panini Comics.

Dienstag, 27. März 2018

BATGIRL UND DIE BIRDS OF PREY – MEGABAND 1

Filed under: Superhelden — Michael um 18:01

BATGIRL UND DIE BIRDS OF PREY - MEGABAND 1 – Wer ist Oracle?BARBARA GORDON kann nicht nur wieder laufen. Ihre körperliche Fitness ist sogar so weit gediehen, dass sie sich erneut als BATGIRL durch die nächtlichen Straßenschluchten schwingen kann. Ihre alte Identität, die sie mit dem Rollstuhl verband, ORCALE, als Hackerin vor Computerbildschirmen in die zweite Reihe degradierte, ist Geschichte. Nicht ganz! Wie so oft macht sich jemand das Namenvakuum von ORACLE zunutze und schlüpft in BARBARAS ehemalige Rolle, allerdings nicht ganz so uneigennützig, wie es die Tochter des Commissioners einst tat …

Kein einfaches Frauentrio: Jede von ihnen hat ihr ganz eigenes Päckchen zu tragen. BATGIRLS Geschichte ist durch den Anschlag des JOKERS besonders einprägsam gewesen (THE KILLING JOKE). BLACK CANARY galt in der Comic-Historie lange als weiblicher Sidekick von GREEN ARROW (und bildete zusammen mit GREEN LANTERN fast schon eigenes Trio). Eine wirkliche Besonderheit ist HUNTRESS, die eine Geheimagentinnenvergangenheit besitzt und freundlich umschrieben nicht gerade den besten Familienhintergrund besitzt. Sie ist so grantig und zuerst so einzelgängerisch wie BATMAN in seinen dunkelsten Zeiten.

Drei Sturköpfe müssen sich zusammenraufen. Da kann auch ein BATMAN mit seinem Gastauftritt nicht helfen. Die Autorinnen JULIE BENSON und SHAWNA BENSON, die sich durch ihre Mitarbeit an THE 100 mit folgenübergreifenden Handlungsbögen gut auskennen, geben ihren Hauptfiguren viel Zeit sich als Trio zu bewähren und Vertrauen untereinander aufzubauen. Gerade für die sehr misstrauische HUNTRESS gibt es viele Lektionen zu lernen.

Zeichnerin CLAIRE ROE, der es obliegt, den Auftakt der Reihe (der im MEGABAND versammelten 13 Ausgaben) zu illustrieren, bildet toughe, körperlich starke Frauen ab, nicht makellos (endlich mal), manchmal feixend, manchmal todernst. HUNTRESS erscheint zuweilen wie eine batmantisierte MAGDALENA, obwohl die Bekleidung deutlich zugeknöpfter ist (als früher) und Anspielungen auf eine Kreuzsymbolik zu den Akten gelegt worden sind. CLAIRE ROE gibt den etwas kantigen, düsteren Stil vor. Das Trio ist sportlich schmal, die Kostüme deutlich zweckmäßig und bei weitem nicht so überzeugen wie bei anderen Superheldenkollegen, eben realer und gliedert sich so in den Look ein, wie ihn Verfilmungen in jüngster Zeit vermittelt haben.

Der grafische Übergang von CLAIRE ROE zu Nachfolger ROGE ANTONIO ist fließend, teils kaum bemerkbar. WER IST ORACLE, lautet die Frage in der Überschrift zum ersten MEGABAND der Reihe. Nun optisch ist die Antwort ebenso wenig exotisch anzuschauen wie die BIRDS OF PREY. Dafür darf ROGE ANTONIO Gegner zeichnen, die einen gehörigen Schuss Andersartigkeit mitbringen. Eine Gruppe von schlangenähnlichen Wesen, als Mietkiller unterwegs, bietet besagte Exotik, ist wie eine Truppe aus KILLER CROCS angelegt. Größeren Bekanntheitsgrad bietet POISON IVY als Gegnerin und sie bietet dem Trio einen höheren Schwierigkeitsgrad.

Sehr dicht erzählt, sehr charakternah abseits der handfesten Auseinandersetzungen mit Kriminellen und Superschurken. Normales Leben und Zweitidentität gehen nahtlos ineinander über. So sind Superheldinnen heute (und Superhelden auch), intelligent, leidenschaftlich, brachial. Packt, ist modern, speedy. Klasse! 🙂

BATGIRL UND DIE BIRDS OF PREY, MEGABAND 1, Wer ist Oracle?: Bei Amazon bestellen.
Oder bei Panini Comics.

X-MEN BLUE 1 – REISE INS BLAUE

Filed under: Superhelden — Michael um 10:33

X-MEN BLUE 1 - REISE INS BLAUESie kamen aus der Vergangenheit, ein paar Ur-X-Men, bestehend aus den noch sehr jungen JEAN GREY alias MARVEL GIRL, dem ICEMAN, ANGEL, CYCLOPS und BEAST. Ein Zurück gibt es nicht, wie HANK MCCOY alias BEAST herausgefunden hat. Die X-MEN in der Zukunft sind angeschlagen, der dortige CYCLOPS verstorben. Insgesamt haben die originalen Fünf, die noch recht gut in Erinnerung haben, von einem CHARLES X. XAVIER unter die Fittiche genommen worden zu sein, einen schweren Start in dieser Zeitperiode erwischt. Und zu allem Überfluss haben sie nun einen Mentor, der in ihrem GESTERN noch ihr ärgster Feind war: MAGNETO.

Darüber hinaus macht es sich die junge Truppe, die sich ein wenig die Naivität von einst bewahrt hat, nicht einfach. Sie legen sich mit CAIN MARKO alias JUGGERNAUT an, geraten an den Sohn von WOLVERINE und begegnen schließlich einigen überaus freundlichen SENTINELS. In den vergangenen Jahren haben die X-MEN einen sehr düsteren Einschlag erhalten. Katastrophe reihte sich an Katastrophe, sie traten gegen die AVENGERS an, die Mutanten gerieten an den Rand der Auslöschung. Autor CULLEN BUNN beschreibt eine fünfköpfige X-MEN-Gruppe, die noch eine Art Selbstfindungprozess absolviert.

Sie sind jung, alles andere als dumm oder untalentiert, nichtsdestotrotz befinden sie sich in der falschen Zeit. Vieles von dem, was sie kannten, hat sich überlebt, existiert nicht mehr, ist nicht mehr relevant, ist antiquiert oder hat sich verändert, zum Guten oder zum Schlechten. Da ist die Begegnung mit den ursprünglich zur Mutantenvernichtung konstruierten SENTINELS ein ganz besonderes Highlight. Und es endet in einem starken Feuerwerk, gezeichnet von JORGE MOLINA, koloriert von MATT MILLA. Das ergibt ein verdammt tolles Grafikduo. Das Ergebnis sind ausdrucksstarke Szenen (fantastischer Auftritt von BASTION), mit kleinen feinen Rückblicken in den alten klassischen Kostümen und spitzenmäßigen Gruppen- sowie Charakterzeichnungen.

Um zu zeigen, wie man noch fremder in dieser Welt sein kann, führt Autor CULLEN BUNN WOLVERINES Sohn aus einer Parallelwelt ein. Natürlich kann sich JIMMY HUDSON ebenso wie sein Vater nicht aus Schwierigkeiten heraushalten. Das zieht Gastauftritte von WENDIGO (eindrucksvoll) und den NEW MARAUDERS nach sich. Letzterer ist von JULIAN LOPEZ illustriert, der stilistisch dem Startzeichner der ULTIMATIVEN, BRIAN HITCH, folgt. Das ist alles in allem etwas kantiger, ernster als bei JORGE MOLINA angelegt, in jedem Fall aber ebenso gut.

Überhaupt sind die Bilder durchweg erstklassig. Hier wird ein Serienstart hingelegt, in dem sich alle mächtig ins Zeug legen, Inker und Koloristen eingenommen. Besondere Erwähnung finden müssen hier die Titelbildgrafiken von ARTHUR ADAMS. X-MEN BLUE 1 beinhaltet die ersten sechs US-Ausgaben der Reihe und die Cover-Grafiken wurden entsprechend den einzelnen Kapiteln zugeordnet. ADAMS‘ Stilistik hat ein wenig Manga in sich, ein wenig von TERRY DODSON, insgesamt eine große Akkuratesse und einen starken Blick für einprägsame Szenen (obwohl diese für Titelbilder nur selten auf den ersten Strich hin entstehen).

Zurück auf Anfang: Die X-MEN BLUE verlangen kein Vorwissen und werden für Leser-Newcomer gut eingeführt. Bei JEAN GREY, die hier die Möglichkeiten ihrer Fähigkeiten aufs Neue entdeckt, gelingt dies besonders gut. Toll illustrierte Action machen die Serie zu einem Comic-Erlebnis für Mutantenfans. 🙂


X-MEN BLUE 1, Reise ins Blaue: Bei Amazon bestellen.

Oder bei Panini Comics.

Sonntag, 24. Dezember 2017

DIE NEUEN X-MEN 4 – FATALES FINALE

Filed under: Superhelden — Michael um 18:47

DIE NEUEN X-MEN 4 – FATALES FINALEDer Terrigen-Nebel ist für die INHUMANS kein bloßer Bestandteil ihrer Kultur und ihrer körperlichen Entwicklung. Er ist Teil eines komplexen Gefüges, eine unverzichtbare Stütze. Bei MUTANTEN wirkt er wie ein hoch dosiertes Gift, absolut tödlich. Lokal konzentriert ließe sich das Problem wortwörtlich umgehen, leider ist die Wolke in Auflösung begriffen. Ihre Inhaltsstoffe drohen auf die gesamte Welt überzugreifen. Für die MUTANTEN bedeutete dies das Ende. Ohne Rückzugsmöglichkeit. Die X-MEN, nicht alle, beschließen einen Präventivschlag gegen die INHUMANS, so lange noch Zeit dafür ist …

Vor gar nicht allzu langer Zeit gelang es einem kleinen Team junger Mutanten, X-MEN, aus der Vergangenheit in die Zukunft zu reisen. Dort mussten sie feststellen, wie sehr sich die Welt zum Schlechten verändert hatte, wieviel Leid die Auseinandersetzungen verschiedener Gruppen, MUTANTEN, Menschen oder INHUMANS über die Erde gebracht hatte. Besonders CYCLOPS erfuhr, welche Katastrophe sein älteres Ich ausgelöst hatte. Statt sich aus allem herauszuhalten (wie ursprünglich geplant), wurden die Reisenden aus der Vergangenheit in die Konflikte mitten hinein geworfen und gleichzeitig ein wichtiger Bestandteil dieser Zukunft.

Bestes Beispiel ist BOBBY DRAKE alias ICEMAN, der in dem INHUMAN ROMEO seine große Liebe findet. Gleichzeitig, wie schon in klassischen Liebesgeschichten, überwindet diese Verbindung die Kluft zwischen unterschiedlichen Gruppen, hier MUTANTEN und INHUMANS, die mit ihren Fähigkeiten, den MUTANTEN ähnlich sind, ihre Kräfte jedoch auf andere Weise erwerben. Und genau dieser Werdungsprozess ist es, der die X-MEN (und andere MUTANTEN) zum Handeln zwingt, weil insbesondere MUTANTEN durch diesen Prozess konkret an Leib und Leben bedroht sind.

Deshalb wird dieses Finale zu einer heftigen Auseinandersetzung, die schließlich in einer Aufklärung einer seit längerem heimlich gestellten Frage führt. Die Autoren DENNIS HOPELESS, YVES BIGEREL und SINA GRACE beschäftigen sich einerseits mit dem Ende eines großen Konflikts und beantworten noch eine weitere Frage: Was machen Mutanten eigentlich in ihrer Freizeit? Wenn eine solch furchtbare Zeitspanne ausgestanden ist? Wenn das Adrenalin abflaut, wie kommt ein Mutant wieder runter? Wo in der ersten Hälfte der Handlung viel Drama, viel Tragik, viel Action zu finden sind, darf in der zweiten Hälfte auch ein wenig Humor zum Tragen kommen, aber nicht allzu viel.

Grafisch ist der gesamte Band Top. Optisch bleibt die von MARK BAGLEY (DER ULTIMATIVE SPIDER-MAN) illustrative Vorgabe auch bei den anderen Zeichnern erhalten, einzig die Abschlussepisode, eine Art Nachtisch zum Finale, DIE RÜCKKEHR DES PHOENIX, tendiert mehr in Richtung einer Manga-Replika. Der X-MEN-Fan findet hier große Gefühle optisch umgesetzt (Stichwort: Romanze), Action satt (klar, wenn zwei große Gruppen mit irren Kräften aufeinander treffen) und einen ruhigeren Ausklang (Stichwort: Urlaub). In diesem Ausklang gilt ein besonderes Augenmerk der Kolorierung, die hier am besten gelungen, sehr kräftig und leuchtend geworden ist.

Starkes Finale, befriedigendes Ende mit einem Blick hinter die Gefühle und Beziehungskulissen der Helden. Eindeutig für Fans der Serie (wer den bisherigen Werdegang der Storyline nicht kennt, hat es schwerer und sollte unbedingt in den vorherigen Bänden einsteigen). 🙂

DIE NEUEN X-MEN 4, FATALES FINALE: Bei Amazon bestellen.
Oder bei Panini Comics.

Dienstag, 19. Dezember 2017

JLA – DER KRYPTONISCHE GOTT

Filed under: Superhelden — Michael um 18:33

JLA - DER KRYPTONISCHE GOTTIn der Zukunft: SUPERMAN stirbt und mit ihm eine ganze Welt. In der Gegenwart: SUPERMAN erhält eine Einladung der INFINITY CORPORATION. Bei seiner Ankunft erwartet ihn eine Überraschung. Tote SUPERMEN, den Angaben des jugendlichen Teams dieser seltsamen Firma nach mindestens 60 Leichname, bilden ein furchtbares Knäuel auf den kalten Stahlböden des futuristischen Gebäudeinnenlebens. Dennoch hält sich das Grauen bei den jungen Leuten, besonders bei ihrem offensichtlichen Anführer VINCENT in Grenzen. Seine Bemühungen scheinen einzig darauf abzuzielen, SUPERMANS Leben zu retten …

KRYPTON: Ein zerstörter Mythos des DC-Universums, dank SUPERMANS Herkunft häufiger Erzählmittelpunkt gewesen, wird in der Gegenwart der JUSTICE LEAGUE OF AMERICA zu einer planetaren Bedrohung. Eigentlich sollte es für SUPERMAN ein Grund zur Freude sein, einen Rest seines Geburtsortes auf der Erde begrüßen zu dürfen, doch allein der Auftakt der Geschichte kündet von einer furchtbaren Katastrophe. Denn SUPERMAN wird sterben. Wieder einmal. Nicht nur ein Mal.

BRYAN HITCH, spätestens seit seinen Arbeiten für DIE ULTIMATIVEN (MARVEL) auf dem Olymp der Comic-Zeichner in den USA angekommen, gibt mit dem Titelbild dieser JLA-Ausgabe sogar einen dezenten Hinweis auf diese frühere Arbeit des DC-Konkurrenten. Es mag kaum ein Zufall sein, dass die JUSTICE LEAGUE OF AMERICA ähnlich als Gruppe in die Höhe strebt, wie es das Team um CAPTAIN AMERICA vor ein paar Jahren tat. BRYAN HITCH ist hier als Zeichner und Autor gleichermaßen unterwegs (als Autor zusammen mit CROSS-GEN-Veteran TONY BEDARD), eine Kombination, die der Handlung sehr gut bekommt.

WANN IST EIN GOTT EIN GOTT? Es ist noch nicht lange her, da wurde ein ähnliche Thematik in BATMAN V SUPERMAN aufgegriffen. Ist grenzenlose Macht die Grundlage? Unsterblichkeit? Auch KRYPTON hatte seinen Gott: RAO. Mit dem Untergang des Planeten verschwand ebenfalls der Gott, aber er starb nicht. Der Leser (der sich bald schon mit der neuen Fernsehserie um KRYPTON ein noch breiter gefächertes Bild von SUPERMANS Ursprung machen kann) erfährt hier einiges Neues über die kryptonische Kultur, denn an der Seite der GREEN LANTERN geht es 250.000 Jahre in die Vergangenheit.

Damit endet das Thema GOTT noch nicht. Mehr als nur nebenbei erfährt der Leser noch etwas über den Zustand des OLYMP. DIANA alias WONDER WOMAN hat einen neuen Platz innerhalb der Göttersphäre eingenommen. Die einstige Amazone hat den Platz des verstorbenen ARES, des Gott des Krieges, eingenommen. Darüber hinaus gelingt es BRYAN HITCH ganz toll, jedem der JLA einen ordentlichen Teil der Handlung zu gewähren, jedem eine Aufgabe zuzuweisen, die jeweils gut zum Profl der Heldenfigur passt und ihr gleichzeitig (was nach so vielen Jahrzehnten des Bestands nicht einfach ist) ein paar neue Seiten abgewinnt. Beispielhaft ist hier AQUAMANS anfängliche Einstellung zu RAOS Propheten zu nennen.

Ein weiteres großes Plus der vorliegenden Geschichte DER KRYPTONISCHE GOTT ist die Mixtur zwischen Superheldenabenteuer und Space Opera. Verschiedene Schauplätze, Erde der Gegenwart, antikes Krypton, Olymp bieten eine tolle optische Mischung, in der sogar ein BATMAN mit neuem Spielzeug überrascht, eine WONDER WOMAN eine wahnsinnige Aggressivität entwickelt (Stichwort: Kriegsgöttin) und SUPERMAN eine kämpferische Herausforderung meistern muss, wie es sie wohl nur im Kampfe gegen DOOMSDAY oder im Umfeld des WELTENKRIEGS gab.

Ganz großes Comic-Kino, schlichtweg bombastisch und nahezu jeder aus dem JLA-Team hat eine Menge Screentime, wie man es cineastisch ausdrücken würde. Dank BRYAN HITCH (jedem Fan des Comic-Künstlers sehr ans Herz legen) ist hier eine sehr starke Superheldengeschichte entstanden. Rasant, intelligent, spannend. Klasse! 🙂

JLA, JUSTICE LEAGUE OF AMERICA, DER KRYPTONISCHE GOTT: Bei Amazon bestellen.
Oder bei Panini Comics.

Dienstag, 12. Dezember 2017

BATMAN – ICH BIN GOTHAM

Filed under: Superhelden — Michael um 11:50

BATMAN - ICH BIN GOTHAMGOTHAM: In der Stadt, in der sich die Freaks austoben, BATMAN immer alle Hände voll zu tun hat und es wohl nie schaffen wird, sämtliche Irre, Superschurken, gewöhnliche Halunken und Terroristen aus dem Verkehr zu ziehen, taucht plötzlich unerwartete Hilfe auf. Sie nennen sich selbst GOTHAM und GOTHAM GIRL. Seitens BATMAN wird die Hilfe mit dem üblichen Misstrauen und einer typischen Skepsis aufgenommen. Und zuerst sieht es tatsächlich einmal so aus, als würde sich der DUNKLE RITTER irren …

ICH BIN GOTHAM. Wer würde bei dieser Aussage nicht sofort an BATMAN denken. Aber so einfach ist es in dieser Sammelausgabe um zwei neue jugendlichere Helden im altehrwürdigen GOTHAM nicht. Und es handelt sich nicht etwa um zwei neue SIDEKICKS des DUNKLEN RITTERS. GOTHAM und GOTHAM GIRL treten auf auf wie die menschliche Verkörperung einer heruntergekommenen Stadt, die ihren Bewohnern mehr nimmt, als sie ihnen gibt. TOM KING und SCOTT SNYDER geben diesen neuen Figuren eine Geschichte und besondere Fähigkeiten, die einen BATMAN erst einmal überraschen und schließlich sogar die JUSTICE LEAGUE auf den Plan ruft.

Im Rahmen des REBIRTH-Events, der WIEDERGEBURT DES DC-UNIVERSUMS, fließen auch neue Ideen in altbekannte Strukturen ein. Wer glaubte, in GOTHAM, der schmutzigsten und gefährlichsten Metropole des DC-Universums, werde sich so schnell keine Neuerung finden, lernt hier zwei Charaktere kennen die zugunsten ihrer Vorstellung von Gerechtigkeit noch einen Schritt weiter gegangen sind als BATMAN. Kaum vorstellbar, aber es ist so.

REBIRTH von GOTHAM bedeutet: Dunkel, dunkler, noch dunkler. Dank der virtuosen Zeichner MIKE JANIN, IVAN REIS und allen voran natürlich dem meisterhaften DAVID FINCH ist die neu inszenierte düstere Großstadt so anmutig wie eine halb verrottete, nächtlich gleißend angestrahlte Burg. Kurz nach der Einführung eines neuen SIDEKICKS, DUKE THOMAS, in neuem Design, kaum im Stile eines ROBIN, geht der Vorhang auf für die eigentliche Handlung, deren explosiver Start andernorts schon fliegende Helden auf den Plan gerufen hat. Ein toller Auftritt eines BATMOBILS im Stile der ANIMATED SERIES aus den 1990er Jahren inklusive darf BATMAN eine seiner größten und schwierigsten Heldentaten schlechthin absolvieren.

Design: Einerseits wirkt das Outfit der neuen Helden an BATMAN angelehnt (was auch gut hergeleitet wird), andererseits vermittelt es einen altmodischen, leichten Gothic-Look. GOTHAM und GOTHAM GIRL wirken wie aus der Zeit gefallen. Oder anders ausgedrückt: Zurück in die 1950er. Der grafische Stil ist komplett auf die Strichführung eines DAVID FINCH ausgerichtet, der gleichauf in einer Liga wie JIM LEE spielt (ebenfalls ein begnadeter BATMAN-Illustrator). DAVID FINCH hat für düstere Szenarien die richtige Handschrift. (MARVEL-Fans finden bei MOON KNIGHT einen entsprechenden Beweis. Ausgerechnet wieder ein nächtlicher Ritter!) Höhepunkte sind ein Kampf mit SOLOMON GRUNDY, ein weiterer Fight mit allen Mitteln (BATMAN setzt wirklich alles ein!) und eine Epilog-Sequenz, in der eine verirrte Seele wieder auf den rechten Weg gebracht wird.

Verirrte Helden mit einem Fanatismus, einem Rachegedanken, der größer ist als jener von BATMAN? Helden, bei denen der Wunsch zu helfen zum Zwang wird? Eine frische Idee krempelt dank der Autoren TOM KING und SCOTT SNYDER die Welt des DUNKLEN RITTERS um. Genial illustriert, vorneweg von DAVID FINCH. Klasse! 🙂

BATMAN, ICH BIN GOTHAM: Bei Amazon bestellen.
Oder bei Panini Comics.

Montag, 16. Oktober 2017

GHOST RIDER – Megaband 1 – RACHE AUF RÄDERN

Filed under: Superhelden — Michael um 10:02

GHOST RIDER - Megaband 1 - RACHE AUF RÄDERNDie Droge verwandelt ihre Konsumenten auf bizarre Weise und macht sie zu unberechenbaren Killern. Irgendjemand hat das Zeug versehentlich auf die Straße gebracht. Mr. Hyde ist darüber nicht begeistert. Schlamperei kann er nicht leiden. Versagen wird rigoros geahndet. Pech für den skrupellosen Hyde, dass auch ein neuer Rächer seinen Weg nach East Los Angeles gefunden hat. Monströs, schnell, brennend, so rast der neue GHOST RIDER durch die Stadt, sucht den Drahtzieher und die Konfrontation mit diesem Feind, der anderen die Hölle auf Erden bereitet, diese aber keinesfalls fürchtet.

Ein neuer GHOST RIDER ist in der Stadt. Vorbei sind die Zeiten eines röhrenden Choppers. Der neue PS-Bolide kommt auf vier Rädern daher. Das erfolgreiche Comeback des besessenen Höllenfahrers ist zu einem ordentlichen Teil der Serie MARVEL’S AGENTS OF S.H.I.E.L.D. zu verdanken. ROBBIE REYES hat nicht direkt die Nachfolge von JOHNNY BLAZE angetreten, denn beide existieren parallel zueinander. Und warum auch nicht? In diesem Comic-Universum gibt es genug Halunken und Monster für jeden der beiden. Und noch für ein paar mehr. Kritisch nur wird es, wenn diese beiden ganz speziellen GHOST RIDER plötzlich aufeinander treffen.

FELIPE SMITH erzählt im ersten MEGABAND über den neuen GHOST RIDER eine etwas andere Geschichte als jene, die der Fernsehzuschauer verfolgen darf. Die Konstellationen sind allerdings ähnlich. Der junge ROBBIE REYES muss sich um seinen versehrten Bruder kümmern, versucht ihn und sich im schwierigen Alltag in einer schwierigen Gegend über die Runden zu bringen. Eines Tages erhält er unerwartete Hilfe. Der mörderische Geist des Serienmörders ELI MORROW ist in ROBBIE REYES gefahren und es stellt sich die Frage, ob dieser Geist wirklich nur die Schuldigen bestrafen will? Oder ob es ihm schlicht egal ist, wen er zur Strecke bringt?

Neuer RIDER, neuer Look: Ist der alte GHOST RIDER archaischer, mit Knochenkopf auf einem älteren Chopper, ist der neue GHOST RIDER mit stylischer Lederjacke, einem metallenen Schädel im TERMINATOR-Look und mit einem extra getunten PS-Boliden unterwegs. TRADD MOORE, der grafisch zusammen mit Kolorist VAL STAPLES mehr als das erste Drittel des MEGABANDS grafisch bestreitet, schafft einen tollen Look (schon wieder das Wort, aber es passt hier einfach sehr gut). Ein weiterer passender Ausdruck für den Stil, den TRADD MOORE hier vorlegt, ist filigran (mit einem Hauch Manga). Das Ergebnis ist trotz seiner zarten Linien sehr wuchtig und dürfte mit seiner Farbgebung, der strengen Flächenaufteilung einiges an Arbeit abverlangt haben. Der erste Auftritt des neuen GHOST RIDERS gegen ein paar Gangster ist ein illustrativer Hammer!

DAMION SCOTT übernehmen Sie! Der zweite Zeichner tendiert stilistisch zum Kollegen HUMBERTO RAMOS, den MARVEL-Fans hierzulande mit seinen SPIDER-MAN-Illustrationen kennenlernen durften. DAMION SCOTTS Zeichnungen sind wilder, ungestümer, fetter als die Arbeiten seines Vorgängers TRADD MOORE. Der Gesamteindruck ist stark, aber deutlich unruhiger als MOORE. SCOTT macht sich gar nicht erst die Mühe, den Kollegen der ersten Ausgaben nachzuahmen, sondern kreiert einen eigenen Look (da ist es wieder). Der kommt so richtig deutlich zum Tragen, als der allseits bekannte JOHNNY BLAZE, eben DER GHOST RIDER, das Szenario betritt.

GHOST RIDER, Flammen, Geschwindigkeit, rotierende Ketten, das alles bedeutet Chaos. Und dafür sind die Zeichnungen von DAMION SCOTT wie geschaffen. Kinder spielen in einer Szene auf der Straße eine Prügelei zwischen dem neuen GHOST RIDER und einem mutierten Halunken nach. In Unkenntnis der echten Bezeichnung nennen sie den neuen Helden ROBOT RACER. Der Neue ist deutlich gelackter als der eher abgewrackte ehemalige Stuntman. Aber beide umgeben sich mit Flammen. Deshalb ist das Zusammenspiel der beiden dämonischen Helden ein wirklich krachend feuriges Ereignis, fulminant rasant, wie es aktuelle Kinoblockbuster sattsam vorgemacht haben.

Ein düsterer Auftakt, der den neuen Helden sehr gut beschreibt (FELIPE SMITH) und grafisch erstklassig in Szene setzt (TRADD MOORE, DAMION SCOTT). Für neue Helden muss sich ein Autor stets etwas Besonderes einfallen lassen. Mit dem ersten Gegner und dem späteren Zusammentreffen der alten Variante des GHOST RIDER ist FELIPE SMITH genau das gelungen. 🙂

GHOST RIDER, Megaband 1, RACHE AUF RÄDERN: Bei Amazon bestellen.
Oder bei Panini Comics.

Links: Blog von TRADD MOORE | VAL STAPLES auf Twitter

Montag, 09. Oktober 2017

BATMAN ADVENTURES 2

Filed under: Superhelden — Michael um 10:49

BATMAN ADVENTURES 2BÜRGERMEISTER COBBLEPOT alias PINGUIN hat infolge seiner Vergangenheit als Gewohnheitsverbrecher etwas gegen maskierte Gesetzeshüter. Von COMMISSIONER GORDON erwartet er nichts weniger, als diese Vigilanten, allen voran BATMAN, dingfest zu machen. Aber der Polizist hat einen Weg gefunden, die ihm gestellte Aufgabe über Monate zu verschleppen. Inzwischen mehren sich die Demonstrationen gegen den Bürgermeister. Der PINGUIN wird nervös und könnte den Pfad der Politik verlassen und wieder zu rabiateren Lösungsansätzen greifen …

In BATMAN ADVENTURES 2 steht die Welt des dunklen Ritters an einem Scheideweg. Einige seiner Feinde haben einen neuen Lebensweg eingeschlagen, sie haben sich aus GOTHAM zurückgezogen oder sie kämpfen insgeheim gegen ihre eigenen inneren Dämonen. Von denen sie reichlich angesammelt haben. Bei den Freunden hat sich ebenfalls ein Wandel vollzogen. Der ehemalige ROBIN, aus dem NIGHTWING wurde, hat sich eine neue Stadt gesucht. Er ist als Gesetzeshüter in das im DC-Universum ereignisreiche BLÜDHAVEN übergesiedelt.

PAUL DINI, BRUCE TIMM und der leider bereits verstorbene DARWYN COOKE waren maßgeblich an der Entstehung des DC ANIMATED UNIVERSE beteiligt. Einerseits sehr ursprünglich angelegt, in einem einfachen, dennoch sehr einprägsamen Zeichenstil gehalten, sind die Abenteuer für eine Cartoonserie sehr ernsthaft geraten. Dies war damals auch der Personifizierung durch eine gelungene Sprecherriege, im Original wie in der Synchronisation geschuldet. Das Wiedererwachen dieses Zeichentrickuniversums auf Comicseiten folgt den den früheren Serienvorgaben haargenau.

JASON HALL, DAN SLOTT und TY TEMPLETON, die neue Autorengeneration, halten den Geist von einst aufrecht. Tragik war häufig ein bestechendes Element in GOTHAM. Darauf verzichten auch die BATMAN ADVENTURES nicht. CLAYFACE ist ein gutes Beispiel, der Halunke, der seine äußere Erscheinung in nahezu jede andere Person verwandeln kann, befindet sich auf dem Weg in ein besseres Leben und wählt dafür einen völlig falschen Pfad. Und was wurde eigentlich aus dem Gangster, der damals die Eltern von BRUCE WAYNE ermordete? Muss er nicht den einzigen Augenzeugen von damals bis zum heutigen Tag fürchten?

Wie kam der DINOSAURIER eigentlich in die BATHÖHLE? Welche Helden begeisterten den kleinen BRUCE eigentlich als Kind? Dies sind Fragen mit weniger tragischen Antworten, die in den Abenteuern aufgelöst werden und eine leicht humorvolle Seite dieses BATMAN-Ablegers zeigen. Diese fällt allerdings nicht allzu groß aus. Denn obwohl sich die beiden neuen Zeichner RICK BURCHETT und KELSEY SHANNON an die Vorlage des Originals höchst genau halten, weicht man nicht von der Ernsthaftigkeit der Ursprünge ab.

Figuren und Umgebung werden mit den absolut nötigen Strichen dargestellt, wie es eben auch für eine Zeichentrickserie notwendig wäre. Liest man sich aber in das Szenario ein, braucht es kaum mehr. Inhaltlich werden die Verfechter der erwachseneren Szenarien kaum etwas zu bemängeln haben, allenfalls die Länge der einzelnen Abenteuer, die aber von einem übergreifenden roten Faden ausgeglichen werden. Die Fälle des dunklen Ritters geizen nicht mit Mordanschlägen, mit Action sowieso nicht, Drama gibt es reichlich.

Neben der Ursprünglichkeit der Erzählweise bleiben die BATMAN ADVENTURES auch nah am Kern der Originalfiguren. Hier gibt es keine verwirrenden Crossover, Neustarts von Universen, Austausch von Figuren. Einzig die Veränderung und Entwicklung wird ihnen gestattet. Bestes Beispiel ist der reich gewordene RIDDLER, dessen Verstand durch den mit seinen Finanzen einhergehenden Müßiggang in den Irrsinn abzugleiten droht.

BATMAN, sehr nah an der Originalkonzeption, in der Interpretation der 1980er und 1990er Jahre, funktioniert immer noch und unterhält perfekt. Nicht nur für Comic-Nostalgiker, aber auf jeden Fall für BATMAN-Fans. Sehr gut! 🙂

BATMAN ADVENTURES, BAND 2: Bei Amazon bestellen.
Oder bei Panini Comics.

Mittwoch, 06. September 2017

NOVA – MEGABAND 1 – FAMILIENZUSAMMENFÜHRUNG

Filed under: Superhelden — Michael um 17:22

NOVA - MEGABAND 1 - FamilienzusammenführungWie der Vater, so der Sohn. Der Vater ist ein bekannter Held. Als NOVA sorgte JESSE im Weltall für Ordnung, rettete so manches Lebewesen. Sein Markenzeichen ist sein goldener Helm. SAM allerdings, sein Sohn und ebenfalls ein Nova, trägt den weitaus selteneren schwarzen Helm der NOVAS. Gegenstände mit Seltenheitswert, besonders, wenn sie darüber hinaus ziemlich einzigartig in der Galaxis sind, wecken Begehrlichkeiten. Es dauert nicht lange und Sam hat neben seinem normalen Alltag als Highschool-Schüler und Superheld noch viel ernstere Schwierigkeiten zu bewältigen …

NOVA ist für das MARVEL-Universum eines der Bindeglieder von Erdabenteuern zum Weltraumgeschehen neben so legendären Gestalten wie dem SILVER SURFER oder auch dem BEOBACHTER. MARVEL-Helden hat es oft ins Wetall verschlagen, aber nur wenige sind dort wirklich zuhause, wie eben NOVA. Doch diese Zeit scheint nun erst einmal zu den Akten gelegt, denn im vorliegenden MEGABAND lautet die Überschrift FAMILIENZUSAMMENFÜHRUNG.

SEAN RYAN führt als Autor mit dieser mehrteiligen, hier zusammengefassten Geschichte die Verjüngung und die fortwährenden Veränderungen des MARVEL-Universums fort. Galt SPIDER-MAN einst als Standardjugendlicher und ewiger Schüler (der dann doch irgendwann erwachsen werden musste und auf die Lehrerseite wechselte), haben sich die Kids deutlich in den Superheldenabenteuern vermehrt, nicht zuletzt durch Superheldenschulen wie bei den X-MEN. Und was läge näher, als einen neuen Helden an die Seite eines anderen zu stellen, der bereits über etwas mehr Erfahrung auf dem Gebiet verfügt und doch irgendwie von außerhalb kommt?

So gelangt der Leser in den Genuss eines TEAM-UPS von NOVA, MS. MARVEL und dem neuen SPIDER-MAN alias MILES MORALES. Mehr noch: In einer tollen Episode wird an ein denkwürdiges Ereignis des MARVEL-Universums erinnert. Die FANTASTIC 4 schufen mit dem ersten Aufeinandertreffen mit dem MOLE MAN für einen gerne zitierten Meilenstein der MARVEL-Titelbilder. NOVA und seine jungen Kollegen gehen noch näher als andere zuvor in diese Situation hinein. SEAN RYAN bricht die Situation im unerwarteten Moment ab. Gleich darauf wartet er mit einer Überraschung auf. Der MEGABAND ist nicht umsonst mit FAMILIENZUSAMMENFÜHRUNG betitelt. Auch andere Väter haben Söhne …

CORY SMITH ist der geniale Zeichner, der hier in der kompletten US-Serienzusammenfassung die ersten Abenteuer grafisch umsetzt. Er gehört zu einer Riege von Perfektionisten. Wer MARVEL-Zeichner wie STUART IMMONEN oder MARK BAGLEY mag und kennt, wird feststellen, dass CORY SMITH zu den Künstlern gehört, die besonders gut Teenager-Szenarien zu gestalten vermögen. In gewissem Sinne ist NOVA ein Szenario, das zurück zu den Wurzeln führt. Ähnlich wie es MARK BAGLEY mit dem ULTIMATIVEN SPIDER-MAN erging, nämlich einen jugendlichen Neustart hinzulegen, schafft es auch CORY SMITH in Actionszenen wie auch in familiären und schulischen Sequenzen den amerikanischen Teenager ins beste Licht zu setzen.

Schule als Actionspielplatz, der Weltraum für das große Abenteuer: Hier lassen sich natürlich Parallelen zu SPIDER-MAN finden. Auch muss der neue Held herausfinden, wo die Kräfte herstammen, ob es sich lohnt ein Held zu sein, noch dazu dort, wo anscheinend an jeder Ecke einer existiert. In einem schönen Dialog mit einem anderen NOVA werden einige Fragen beantwortet. Der inzwischen stattgefundene Zeichnerwechsel, nämlich die Stiftübergabe von CORY SMITH an R. B. SILVA fällt technisch betrachtet kaum auf. Man könnte einzig behaupten, dass SILVA grafisch ein wenig mehr zum Kollegen STUART IMMONEN tendiert (vergleicht man seine Arbeit mit IMMONENS Einsätzen bei den ULTIMATIVEN X-MEN). Bei NOVA wurde sehr auf eine Kontinuität im Erscheinungsbild der Serie geachtet.

SEAN RYAN gibt NOVA ein feines, episodenübergreifendes Rätsel zu knacken. Gleichzeitig wirbeln kurzweilige Abenteuer das Leben des Highschool-Schülers und seiner kleinen Familie durcheinander. Zwei Top-Zeichner, CORY SMITH und R. B. SILVA, gestalten den abwechslungsreichen Comic-Knaller um einen Nachwuchshelden, der mit kaum weniger Problemen umgehen muss, als der damalige junge SPIDER-MAN. 🙂

NOVA, MEGABAND 1, Familienzusammenführung: Bei Amazon bestellen.
Oder bei Panini Comics.

Montag, 28. August 2017

SUPERMAN – Sonderband 2 – SUPER-SÖHNE

Filed under: Superhelden — Michael um 18:01

SUPERMAN - Sonderband 2 - SUPER-SÖHNEEin neuer Superman ist auf der Erde. Sein Vorgänger ist tot. Es ist ein Heldenvakuum entstanden. Dem neuen Superman, der lange Zeit mit seiner Familie im Geheimen lebte, bleibt nichts anderes übrig, als an das Licht der Öffentlichkeit zu treten. Ein neuer Clark, eine weitere Lois und ein echter Superboy, denn dieses vorbestimmte Pärchen hat einen Sohn namens Jonathan. Jonathan geht zur Schule, ist noch recht jung und Geheimniskrämerei ist für ihn nicht gerade leicht …

Während dieser neue SUPERMAN bei vielen Helden gut ankommt, seine Hilfe gern gesehen wird, reißt sich BATMAN natürlich nicht um den für ihn fremden Kryptonier. Es bleibt zunächst bei einem kleinen Intermezzo, denn SUPERVATER und SUPERSOHN haben noch eigene Abenteuer zu bestehen. Fernab in der Vergangenheit mit soldatischen Helden und Dinosauriern, vorher gibt es noch einen kleinen Trip zur Kirmes. Aber dann: Das Titelbild kündigt es bereits an. Nicht nur SUPERMAN und BATMAN treffen aufeinander. Die Supersöhne, DAMIAN WAYNE und JONATHAN KENT alias ROBIN und (naja, nicht ganz) SUPERBOY, treffen sich ebenfalls. DAMIAN kann, höflich ausgedrückt, mit dem eher fröhlich eingestellten JONATHAN nicht viel anfangen.

Zusammentreffen zwischen SUPERMAN und SUPERBOY gab es schon, nicht immer waren diese sehr freundlich. Eine verwandtschaftliche Beziehung wie hier, als Vater und Sohn, war eigentlich lange fällig. Als Zeichner macht JORGE JIMENEZ hier den Anfang. Nach einem ordentlichen Superheldeneinsatz wird es familiär. Clark Kent geht mit Frau und Sohn zum Rummel. Die Kirmesatmosphäre ist dank der tollen Illustrationen von JORGE JIMENEZ zeitweilig recht düster. Wegen einer Nebengeschichte entsteht der Eindruck, gleich verwandele sich das Ganze in den schaurigen Kirmesplatz eines PSYCHO CIRCUS. PETER J. TOMASI und PATRICK GLEASON übernehmen es, die Handlung zu erzählen und bleiben auch für den Rest des Bandes in dieser Funktion erhalten.

Dieser gestaltet sich sehr abwechslungsreich und dank verschiedener Zeichner (den Part übernimmt PATRICK GLEASON ebenfalls einmal) bleibt es auf jeder Seite stilistisch und technisch sehr anspruchsvoll. DOUG MAHNKE darf SUPERVATER, SUPERSOHN und KRYPTO in einem gemeinsamen Abenteuer, sogar eine Doppelepisode, angesiedelt in der Vergangenheit, zeichnen. DIE VERGESSENE WELT von SIR ARTHUR CONAN DOYLE lässt grüßen. Urwaldliches Flair, ein einbeiniger US-Soldat und eine Begegnung, die KING KONG blass aussehen lässt, machen aus FLUCHT VON DER DINOSAURIER-INSEL einen abgefahrenen Spaß.

PATRICK GLEASON übernimmt als Zeichner die Doppelepisode um die SUPER-SÖHNE. Wenn Beinahe-Teenager sich zuerst in die Haare kriegen, sich später zusammenraufen und ein Team-Up bilden, wackeln natürlich die Wände. Klar, dass hier nicht alles bierernst zugeht. PATRICK GLEASON führt einen zarten, sehr exakten Strich und erinnert im Endergebnis stilistisch an die Kollegin FIONA STAPLES (SAGA), die allerdings noch deutlich reduzierter zeichnet. Würde JOHN KALISZ (Farben) auf Verläufe, Texturen etc. verzichtet und eine rein flächige Kolorierung gewählt haben, wäre die Ähnlichkeit der Arbeitsweise der beiden Zeichner noch größer.

Dr. ALEC HOLLAND alias SWAMP THING: Wenn diese mysteriöse Kreatur auftaucht, sogar wortwörtlich, geraten selbst die Stärksten in Schwierigkeiten. Ein SUPERMAN, gewohnt, dass ein rechter Haken genügt, um für Klartext zu sorgen, wird hier ordentlich in seine Schranken gewiesen. JORGE JIMENEZ zeigt hier die TWILIGHT-ZONE-Seite des DC-Universums, teils ganzseitig, sehr opulent, teils gruselig, auf jeder Seite eindrucksvoll.

Ein breit gefächertes SUPERMAN-Angebot aus dem neuen REBIRTH des DC-Universums. Der Supersohn JONATHAN KENT bringt eine schöne, feine Facette mit ins Spiel, die bereits jetzt für allerlei Aufregung sorgt. Top-Illustratoren wie DOUG MAHNKE, JORGE JIMENEZ und natürlich PATRICK GLEASON machen den zweiten Sonderband von SUPERMAN zu einem Fest für Fans. 🙂

SUPERMAN 2, SUPER-SÖHNE: Bei Amazon bestellen.
Oder bei Panini Comics.