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Comic Blog


Sonntag, 19. Mai 2019

X-MEN BLUE 4 – ZU DEN WAFFEN!

Filed under: Superhelden — Michael um 18:14

X-MEN BLUE 4 - ZU DEN WAFFEN!Sekundäre Mutationen treffen die X-MEN unvorbereitet. BEAK, ein junger Mutant, der lange unter seinem vogelähnlichen Aussehen gelitten hat, sogar eine Verbesserung erlebte, muss mit regelrechtem Entsetzen miterleben, wie sich seine Gestalt wieder von der eines normal aussehenden Menschen entfernt. Die X-MEN an seiner Seite stehen den Veränderungen hilflos gegenüber. Jegliche Schlagkraft hat dem scheinbar unkontrollierten Wachstum nichts entgegenzusetzen. Alles, was den X-MEN bleibt, ist, jene zu schützen, die den menschlichen Angriffen oder solchen von SENTINELS hilflos ausgesetzt sind.

Autor CULLEN BUNN stützt sich auf vergangene Ereignisse, die es wieder einmal schafften, die Welt der X-MEN gehörig aus den Angeln zu heben, alles kräftig durchzuschütteln und ein riesiges Chaos zu hinterlassen. Ein Tanztee, in dem die MUTANTEN mächtig mit sich selbst beschäftigt sind und den Rest der Welt vergessen.

Nehmen wir ERIK LEHNSHERR alias MAGNETO, der sich hier auf eine gerechtere Seite als sonst schlägt, weil seine geliebten MUTANTEN zugunsten einer groß angelegten Veränderung derselben als Versuchskaninchen benutzt werden. Das Zauberwort lautet MOTHERVINE. Eine sekundäre Mutation wird bei MUTANTEN zutage gefördert. Leider klappt dieser Prozess nicht immer reibungslos und manchmal auch zum gesundheitlichen Nachteil des jeweiligen Individuums. In einem Zweikampf muss MAGNETO erfahren, wie gewaltig die Macht eines MUTANTEN mit einer sekundären Veränderung werden kann. Fast gelingt es SEBASTIAN SHAW den sonst so allgewaltigen MAGNETO im HELLFIRE CLUB zu besiegen.

Nicht mehr alles schwarz oder weiß! Es gab eine Zeit, da war bei den X-MEN alles strikt getrennt. Wer wo stand und mit wem, an wessen Seite, das war klar wie Kloßbrühe. Das hat sich in X-MEN BLUE 4, Untertitel ZU DEN WAFFEN!, gehörig geändert. Das Titelbild gibt schon einen kleinen Hinweis, denn die dort abgebildete Truppe ist außergewöhnlich. POLARIS (mit den grünen Haaren), die Tochter von MAGNETO, mittig vorneweg. Links flankiert von WOLVERINES SOHN JAMES HUDSON (von einer alternativen Erde), rechts flankiert DAKEN, WOLVERINES SOHN (von dieser Erde), links oben XORN, rechts oben BLOODSTORM (die vampirisierte STORM einer alternativen Erde). Und zum guten Schluss im Hintergrund die blinde GAZING NIGHTSHADE.

CULLEN BUNN verlässt alte Pfade völlig. Die neue Mischung macht letztlich alles möglich. Überraschungen warten an jeder Ecke, so zum Beispiel ein HAVOK, CYCLOPS BRUDER, auf der Seite der bösen MUTANTEN oder auch ein VENOM, der Seite an Seite mit CYCLOPS, ANGEL und anderen in einem Raumschiff durchs Alle treibt. Es ist eine komplexe Geschichte mit vielen Sequenzsprüngen und vielen, vielen mit SUPERKRÄFTEN ausgestatteten Figuren. Das macht umso mehr Spaß, da sich hier ein paar großartige Illustratoren an die Umsetzung gemacht haben.

Gleich vier Zeichner, nämlich JORGE MOLINA, MIKE PERKINS, R.B. SILVA und MARCUS TO, treiben die action-reiche Handlung voran. Versiert sind sie alle, technisch perfekt, so dass jeder Fan für sich seinen persönlichen Favoriten ausfindig machen kann. Die Bilder, die mir am besten gefallen, stammen von JORGE MOLINA (eröffnet den Reigen von Beginn an) und MARCUS TO, dessen Grafiken und Darstellung ist einfach nur elegant finde. Die Dynamik in Bewegungsabläufen und Haltungen seiner Figuren ist ungeheuer organisch und variantenreich. Er hat ein paar Action-Szenen zu bewältigen, die nicht nur in sich sehr komplex sind, sondern auch sein sehr gutes Auge für den Aufbau einer Seite offenbaren.

Eine gelungene Mischung von Teams, vorgegeben selbstveständlich von CULLEN BUNN, wird von den Künstlern in Stimmungen gezeichnet, die zeitweise an die tollen Finale beispielsweise auf X-MEN oder X-MEN: DER LETZTE WIDERSTAND. Zugute kommen dem Ganzen das Quartett aus Schurken, HAVOK, BASTON, MISS SINISTER und EMMA FROST. Wenn diese gegen MAGNETO antreten, wird für den Leser ein Comic-Fest daraus.

MOTHERVINE, eine neue Bedrohung der MUTANTEN, steht im Zentrum des vierten Bandes um die X-MEN BLUE (eine der Reihen u.a. neben GOLD und RED). Obwohl seitens der sogenannten Bösen eingesetzt, kann niemand MOTHERVINE kontrollieren. Ein feiner roter Faden zeiht sich durch das von CULLEN BUNN orchestrierte und vorzüglich illustrierte (scheinbare) Chaos. Beste X-MEN-Action! 🙂

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Mittwoch, 24. April 2019

BATMAN & HARLEY QUINN

Filed under: Superhelden — Michael um 18:41

BATMAN & HARLEY QUINNVerdienen Verbrecher eine zweite Chance in GOTHAM? BATMAN hat wirklich viele kennengelernt, die anders waren als die üblichen Ganoven, denen es genügt, nur mit ein Schusswaffen Unheil zu stiften. Eine davon ist POISON IVY. Sie ist keine einfache Kriminelle. Sie hat sich, durch ihre körperliche Konstitution bedingt, eine Aufgabe gestellt. Die Pflanzen sollen einmal den Planeten zurückerobern und den Menschen verdrängen. Jeglicher Plan, der das ermöglicht, kann nur der bestehenden Ordnung zuwider laufen. Aber hin und wieder stößt ihr Ansinnen auch auf Verständnis, sogar dann, wenn selbst POISON IVY gar nicht damit rechnet.

Nicht jeder der hier vertretenen Zeichner folgt dem Vorbild der ANIMATIONSSERIE sklavisch. DAVID HAHN ist einer Künstler, der einen guten Mittelweg zwischen der Annahme des grafischen Vorbilds und einem eigenen Stil findet. Sein BATMAN erinnert optisch mehr an die 1960er Jahre Variante als an die der viel gerühmten ANIMATIONSSERIE. RICK BURCHETT ebenso wie CRAIG ROUSSEAU geben der ursprünglich sehr exakten Grafikstruktur einen leicht skizzenhaft, ungenauen Touch mit. SANDY JARRELL ist sehr nah am Original, fügt aber eine Menge Details hinzu, die den Bildern die Leichtigkeit nehmen. Herausragend und deutlich im Geiste des Originals zeichnet LUCIANO VECCHIO die Abenteuer, die sich rund um BATMAN und HARLEY QUINN drehen.

Man merkt vielleicht schon an der Aufzählung der Zeichner (nicht einmal alle sind genannt), dass hier viele Köche am Werk sind. Das grafische Stil ist ein wichtiger Bestandteil der Erzählung. Handlung und Zeichnungen ergänzen einander. Der Erfolg der ANIMATIONSSERIE (bzw. SERIEN, denn die Reihe um SUPERMAN muss schließlich auch dazu gezählt werden) war von der Optik abhängig. Hier wurde BATMAN in gute alte HOLLYWOOD-NOIR-Zeiten zurückgeholt und obwohl das Design streng auf Perfektion getrimmt war, wurde hier ein Nerv getroffen (noch einmal ergänzt durch famose Sprecher und die wunderbare Musik der leider verstorbenen SHIRLEY WALKER). Man lässt diesen Nerv teils zu sehr fallen.

In der Gesamtheit fällt die Optik nicht so gut aus wie in den vorangegangenen beiden Bänden der BATMAN ADVENTURES. Darüber hinaus kann so manche Szene oder auch Sequenz besser eingeordnet werden, wenn man als Zuschauer den ANIMATIONSFILM BATMAN UND HARLEY QUINN gesehen hat, in der es gleich mehrere folgenschwere Begegnungen gibt. Wenn der FLORONIC MAN und SWAMP THING aufeinander treffen, NIGHTWING gar aus sehr persönlichen Gründen auf der Suche nach HARLEY QUINN ist, dann wird das Verhalten nachvollziehbarer.

Die erwähnte Begegnung zwischen FLORONIC MAN und SWAMP THING fällt kurz, knackig, pointiert und sehr düster für die Verhältnisse dieses ANIMATIONSUNIVERSUMS aus. Hingegen ist die Doppelfolge um HARLEY QUINN, TASK FORCE EX. Mit Gastauftritten von DEADSHOT und BOOMERANG zeigt die ehemalige Therapeutin, dass sie sehr gut ohne ihren PUPSIE (JOKER) zurechtkommt. Freilich nicht ohne Unterstützung, denn die Action spielt sich nicht umsonst in einem ZOO ab. Hier zeigt Zeichner LUCIANO VECCHIO seinen Kollegen, wie eine Episode in diesem Universum aussehen muss. Erst recht, wenn sie von TY TEMPLETON erzählt wird, der sich in der BATMAN ADVENTURES auskennt.

Für echte Fans der BATMAN ADVENTURES: Hier steht nicht nur der Spaß im Vordergrund, obwohl man das Leser annehmen könnte. Weit gefehlt, denn die Zeichnungen können auch der Aufhänger für ernste Charakterentwicklungen sein. Mit einigen Highlights dank Zeichner LUCIANO VECCHIO. 🙂

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LINKS hier im COMICBLOG:

BATMAN ADVENTURES 1
BATMAN ADVENTURES 2
BATMAN UND HARLEY QUINN (ANIMATIONSFILM)

Freitag, 19. April 2019

HIT-GIRL IN ROM

Filed under: Superhelden — Michael um 17:23

HIT-GIRL IN ROMEin Herz und eine Krone, HIT-GIRL und eine VESPA. Aber ROM hat noch mehr zu bieten, als eine Hommage an einen Filmklassiker mit AUDREY HEPBURN und GREGORY PECK. ROM hat den VATIKAN, das Herz der katholischen Kirche. Man sollte glauben, für jemanden wie HIT-GIRL gäbe es gerade an einem solchen Ort nicht viel zu tun. Weit gefehlt! Im Schatten des Glaubens wuchern Elemente, die sich einen frommen Anstrich geben, darüber hinaus aber von abgrundtiefer Bosheit und Machthunger erfüllt sind. Und all das unter dem Deckmäntelchen eines Habits. Auf HIT-GIRL wartet nicht nur ein neuer SIDE-KICK, sondern auch DONNA GIUSTINA, Anführerin eines mafiösen Ordens.

MARK MILLAR hat den Staffelstab um seine in der Serie KICK-ASS ersonnenes HIT-GIRL weitergegeben. Nun ist er beim Autoren RAFAEL SCAVONE angelangt. Komplett respektlos (ein Markenzeichen des KICK-ASS-Universums) lässt er HIT-GIRL zwischen die Mordsgesellen fahren, die in ein religiöses Outfit gekleidet auftreten (mit wirklich nur wenigen Ausnahmen), dem Herrn und seinem Heiligen PIETOSO huldigen und keiner Probleme damit haben, ihre Feinde auf die denkbar grausamste Weise zu massakrieren. Das mag zuerst merkwürdig und krass wirken, greift jedoch letztlich nur die bekannten dunklen Seiten kirchlicher Aktivitäte auf, mit denen schon andere Autoren wie ALEJANDRO JODOROWSKY (DER SCHRECKLICHE PAPST) oder THOMAS GIFFORD (ASSASSINI) spielten. RAFAEL SCAVONE legt mit seiner DONNA GIUSTINA noch eine Schippe drauf.

BÖSE FRAUEN: Spätestens seit BUFFY, sozusagen der URMUTTER DER SICH PRÜGELNDEN FRAUEN, lassen sich die Ladies im Pantoffelkino und auf der großen Leinwand nichts mehr gefallen. HIT-GIRL ist eine Folge davon und das Mädchen selbst, noch nicht einmal in der Pubertät, hat ihrerseits auch schon Gegnerinnen gehabt, die ihr in Sachen Gewaltausübung und Spaß am Gemetzel in Nichts nachstehen. RAFAEL SCAVONE kreiert mit DONNA GIUSTINA eine alte Frau, eine bitterböse Hommage auf DON VITO CORLEONE, die ihren Feinden eigenhändig einen Pferdekopf unter die Bettdecke schieben würde, ließe sich damit noch jemand hinter dem Ofen hervorlocken. DONNA GIUSTINA, verhutzelt wie die Hexe bei HÄNSEL UND GRETEL, hält sich mit derlei Kinkerlitzchen nicht auf. Sie erdrosselt schon mal einen Untergebenen mit dem Rosenkranz, wenn ihr die aufgetischte Suppe nicht schmeckt.

HIT-GIRL selber kann die Erwachsenen mit einen Puppengesicht täuschen, das auch CHUCKY gut zu Gesicht stehen würde. RAFAEL ALBUQUERQUE (ja, noch ein RAFAEL) zeichnet der Kleinen sehr viel Unschuld in die Miene, mittig von den blonden Pferdeschwänzen der überaus braven Frisur. Die schmale Statur verrät nicht, welche Energie in dem Mädchen steckt und eine Mordlust, wie sie unter den SICH PRÜGELNDEN FRAUEN des 21. Jahrhunderts unerreicht sein dürfte. Und dann ihr momentaner SIDEKICK: Keine CATWOMAN, eher ein CATGIRL mit langfingrigen Tendenzen. Mörderische Qualitäten müssen erst noch erlernt werden. RAFAEL ALBUQUERQUE schafft charakterstarke, sehr einzigartige Figuren. Man gewinnt optisch den Eindruck, als würde HIT-GIRL in Actionszenen gegen die Mönche aus DER NAME DER ROSE antreten.

MARCELO MAIOLO unterstreicht die feinen, mit dünnstem Strich gezeichneten Bilder mit intensivem Farbenspiel, manchmal mit einer leichten goldenen Tönung, dem Reisebeginn einer Städtetour durch ROM angemessen, wenn das Licht rund um das KOLOSSEUM zum Verweilen einlädt, selbst HIT-GIRL, die beim Gedanken an blutige Gladiatorenkämpfe ins Schwelgen gerät. Darüber hinaus gibt MARCELO MAIOLOS Farbgebung der Action schönen filmischen Schwung.

Ein brutaler Thriller-Knaller der etwas anderen Superheldenart. Wer schon mit KICK-ASS oder HIT-GIRL in Berührung kam, wird hier Überraschungen erleben, denn natürlich bietet ROM auch Attraktionen in Sachen Mord und Totschlag. Andere Länder, andere Killersitten eben. RAFAEL ALBUQUERQUE gehört zu den Zeichnern, die man sich als Comic-Fan für die Zukunft merken sollte.

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Mittwoch, 17. April 2019

BATMAN – DER WEISSE RITTER

Filed under: Superhelden — Michael um 17:00

BATMAN - DER WEISSE RITTERDer JOKER hatte eine große Liebe und ihr Name war nicht HARLEY QUINN. Sein Name war BATMAN. Es ist durchaus eine platonische Liebe und niemals würde der JOKER die Beziehung zum DUNKLEN RITTER auf diese Weise titulieren. Für HARLEY QUINN allerdings ist die Lage eine andere. Der Blick von außen hat ihr die Abhängigkeit ihres Geliebten von der rächenden Fledermaus gezeigt. Für sie gibt es nur einen Ausweg, will sie ihn endgültig für sich gewinnen und außer Lebensgefahr außerhalb der Reichweite von BATMAN unterbringen. JOKER muss nach ARKHAM ASYLUM.

Unter DC BLACK LABEL werden eigenständige abgeschlossene Stories veröffentlicht. SEAN MURPHY, der sich mit AMERICAN VAMPIRE einen Namen gemacht hat, erzählt als Zeichner und Autor mit DER WEISSE RITTER eine Geschichte, die sich ruhig in den offiziellen Erzählstrang des DUNKLEN RITTERS einreihen dürfte. Es ist augenscheinlich eine BATMAN-Geschichte von einem Fan für Fans. Hier ist ein Rundumsorglospaket um den Mythos des MITTERNACHTSDETEKTIVEN entstanden, mit einem Haufen seiner Feinde, dem Erzfeind schlechthin, JOKER, sehr genauen und tiefen Charakterzeichnungen von Feind und Freund wie eben NIGHTWING, BATGIRL, COMMISSIONER GORDON und natürlich BATMAN selbst.

BATMAN wurde schon außerhalb der langen Reise, die er durch die Comic-Zeiten machte, in außergewöhnliche Situationen versetzt. In Crossover, in die Zukunft, in alternative Handlungstränge bzw. Entstehungsgeschichten. DER WEISSE RITTER von SEAN MURPHY sichert sich unter diesen Werken mindestens einen Platz in den TOP TEN. WAS GESCHIEHT: Kurzum, der JOKER, ursprünglich JACK NAPIER, wird wieder normal und kehrt unter letzterem Namen in die Gesellschaft zurück. Medikamente ermöglichen es ihm, nicht erneut dem Wahnsinn zu verfallen. In seiner weitaus menschlicheren Gestalt begleitet ihn seine ehemalige Therapeutin auf dem Weg, ein besseres GOTHAM zu gestalten, bestenfalls ohne einen BATMAN.

Der JOKER steht eindeutig im Mittelpunkt dieser Geschichte. Ein Mensch, der seinem Feind verfallen ist. Das Titelbild spricht eine deutliche Sprache. Der JOKER kniet in einer Art STALKER-SCHREIN. Ein paar wenige Zeitungsartikel über BATMAN wechseln sich mit weitaus mehr Devotionalien anderer Natur ab. Darunter befinden sich figürliche Darstellungen BATMANS, Fahrzeugmodelle und Literatur. Kerzenlicht erhellt das Szenario. Bereits hier sieht der BATMAN-Fan, wie gut SEAN MURPHY seine Hausaufgaben gemacht hat. Schon das BATMOBIL als solches nimmt einen großen Stellenwert innerhalb der Geschichte ein, sogar sehr aktiv. Denn SEAN MURPHY spielt mit den verschiedenen Fahrzeugen wie z.B. aus BATMAN ANIMATED, BATMAN (mit MICHAEL KEATON) oder der DARK KNIGHT-TRILOGIE (mit CHRISTIAN BALE). Und das sind nur drei Fahrzeuge!

Neben der technischen Perfektion des Strichs, der überaus fein ausfällt und Fahrzeuge, Kulissen, Charaktere, Innenausstattungen, Perspektiven ganz wunderbar und mit filmischer Finesse aufs Papier bringt, besticht SEAN MURPHY auch mit tollen, ganz eigenen optischen Charakterinterpretationen. Obwohl er natürlich immer am urspürnglichen Design angelehnt bleibt. JACK NAPIER, der zivile Name des späteren JOKERS (wie er in BATMAN mit MICHAEL KEATON in der Titelrolle auftrat), hat mit seiner spitzen Nase und dem gestreckten Kopf etwas von einem PINOCCHIO, der wieder ins menschliche Leben zurückkehrt. Als JOKER ist er die MARIONETTE, Opfer ihrer manischen Züge, fast fremdgesteuert durch die Leidenschaften, denen er sich ergibt.

Wie zerbrechlich die Gestalt des JOKERS ausfällt, sieht man einerseits an der bulligen Figur des BATMAN, dessen Auftreten stark an die Konzeption des DARK KNIGHT von FRANK MILLER erinnert (durchaus eine weitere Verbeugung innerhalb der zahlreichen BATMAN-Abenteuer). Andererseits wissen auch die Schurken zu gefallen, insbesondere die Gestaltungen von KILLER CROC, BANE und nicht zuletzt von CLAYFACE, der höchstwahrscheinlich hier seinen seltsamsten Auftritt aller BATMAN-Zeiten hat.

BATMAN, DER WEISSE RITTER, von SEAN MURPHY (und MATT HOLLINGSWORTH, Farben) lässt nichts vermissen. Er hat reichlich Bezüge zum Original, ist sogar eine wahre Fundgrube der Anspielungen. Darüber hinaus variiert er das Thema aber auf vielerlei Weise, setzt nichts voraus, so dass Neugierige, Neueinsteiger hier leicht Anschluss finden. Die grafische Gestaltung ist allererste Sahne, angesiedelt zwischen Action-Feuerwerk und Charakterstudie. Toll! Für BATMAN-Fans und solche, die es werden wollen! 🙂

BATMAN, DER WEISSE RITTER: Bei Amazon bestellen.
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Dienstag, 26. März 2019

BATGIRL UND DIE BIRDS OF GREY – MEGABAND 2

Filed under: Superhelden — Michael um 18:19

BATGIRL UND DIE BIRDS OF GREY – MEGABAND 2 – GOTHAMS TÖCHTERDie Männer werden krank! Und nur die Männer! BARBARA GORDON alias BATGIRL und die BIRDS OF PREY, nämlich HUNTRESS und BLACK CANARY können zunächst nur hilflos zusehen. Die Seuche, die sich über GOTHAM CITY ausbreitet, scheint medizinisch nicht aufzuhalten zu sein. Ein Verbund von Frauen lehnt sich gegen die Oberhoheit der Männer auf. Ausrottung lautet das Mittel. Aber sie haben die Rechnung ohne die Frauen in Kostümen gemacht. Neben den BIRDS OF PREY finden sich noch andere verkleidete Heldinnen und weibliche Ganoven, die sich eine Welt ohne Männer nicht vorstellen mögen: CATWOMAN, POISON IVY, HARLEY QUINN, WONDER WOMAN, BATWOMAN, GOTHAM GIRL sogar LOIS LANE und AMANDA WALLER geben sich streitsam.

Eine ungewöhnliche Bedrohung führt zu einem ungewöhnlichen Bündnis. Frauen beiderseits des Gesetzes treten gegen eine fanatisch verblendete Gruppierung an, die im wahrsten Sinne des Wortes für ihre Ziele über Leichen geht, sehr viele Leichen. JULIE BENSON und SHAWNA BENSON wandeln auf den Spuren von Y – THE LAST MAN, nur mit ungekehrten Vorzeichen. Ein ausgeklügelter Angriff bedroht die eine Hälfte der Menschheit, mit GOTHAM CITY als Ausgangspunkt.

Das hat ein wenig etwas von einer SATIRE, denn so oft sich die Frauen des DC-Universums mit männlichen Ganoven herumgeschlagen haben, hatten sie (so gut wie) nicht den Drang, diese Männer vom Angesicht der Erde zu tilgen. Der Mehrteiler (der einer kurzweiligen Eingangsgeschichte folgt) ist denn auch komischerweise mit dem Titel MÄNNERGRIPPE überschrieben, einem Krankheitsbegriff, der darauf verweist, wie schwer es der männliche Teil der Schöpfung mit seinen Wehwehchen manchmal nimmt. Allerdings fällt der Originaltitel, MANSLAUGHTER, deutlich martialischer aus. Angesichts der Spitzen, in die sich die Geschichte schlussendlich hineinsteigert, ist es eigentlich auch passender, denn die beiden Comic-Autorinnen lassen es ordentlich krachen und schaffen ein richtig schönes, endzeitlich anmutendes Szenario.

ROGE ANTONIO kann seine grafische Nähe zu Mangas nicht verleugnen. Ist der Rest auch deutlich amerikanisiert, sind die spitzen Gesichter ein bekanntes und zugleich gelungenes Vermächtnis. Die getuschte Linie ist sehr klar, der Blick wird fein gelenkt, nichts stört. Wer einen anderen Vergleich sucht, findet diesen durchaus in den neueren Zeichentrickumsetzungen, wenngleich hier die Details höherwertiger und zahlreicher ausfallen. MARCELO MAIOLO übernimmt die Farbenpracht, häufig mit einem starken Rotanteil, symbolhaft für die nächtliche Beleuchtung, außerdem passend zur Weltuntergangsstimmung der Handlung. Diese wird durch ein paar Verweise an ein besonders düsteres Kapitel des Mittelalters noch mehr geprägt.

MARCIO TAKARA zeichnet ein vergnügliches Übergangsabenteuer, in dem es die BATGIRL UND DIE BIRDS OF PREY nach PARIS verschlägt. Vor ÖKO-TÖDLICH, so der Titel, zeichnet MARCIO TAKARA noch die erste Episode, GESCHICHTSSTUNDE. Beide Male sind die Heldinnen an für die Abenteuer ungewöhnlichen Orten. Zum einen im alten EUROPA, zum anderen mitten in der Wildnis, wo kostümierte Helden eher selten anzutreffen sind (Lagerfeuerromantik inklusive).

DER KREIS SCHLIESST SICH, der zweite Mehrteiler in diesem Band, treibt die drei Heldinnen ziemlich in die Enge. Es wird höchst persönlich, tragisch, familiär. Ob BATGIRL, HUNTRESS oder BLACK CANARY, jeder der drei jungen Frauen muss hier Federn lassen. Ganz nebenbei gibt sich noch GREEN ARROW die Ehre, allerdings als Mann in die zweite Reihe verbannt (ähnlich wie im Mehrteiler MÄNNERGRIPPE). Auf dieser Ebene wissen die Heldinnen noch mehr zu gefallen als in eher großen, fast schon episch zu nennenden Kämpfen. Zumal JULIE BENSON und SHAWNA BENSON jeder einzelnen des Trios tolle Charakterstudien auf den Leib schreiben.

In höchstem Maße gelungen, in der zweiten Hälfte ganz besonders, überwiegend von ROGE ANTONIO illustriert (die beiden Mehrteiler). JULIE BENSON und SHAWNA BENSON haben den drei Heldinnen hier ein klasse Profil verliehen und gleichzeitig die nächtliche Welt von GOTHAM CITY sehr dicht und stark bereichert. 🙂

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Links:
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Sonntag, 17. Februar 2019

DAS DING UND DIE FACKEL 1 – FANTASTISCHES DUO

Filed under: Superhelden — Michael um 20:22

DAS DING UND DIE FACKEL 1 – FANTASTISCHES DUOHERCULES ist als Krieger recht verlässlich, als Freund und Saufkumpan ebenfalls, nur ein Geheimnis ist wahrschlich nicht so gut aufgehoben. Aber, er ist eben auch in erster Linie Freund, weshalb er das Geheimnis um einen besonders begabten Arzt lüftet und seine Kumpels BEN GRIMM und JOHNNY STORM zu dieser sehr speziellen Klinik bringt. Weitab von der restlichen Zivilisation versteckt, führt RACHNA KOUL eine Praxis, in der jeder, der es sich leisten kann, Heilung findet. Jeder und so entdeckt JOHNNY STORM, die MENSCHLICHE FACKEL, bei der Ankunft gleich einen alten Bekannten: HYDRO-MAN

Die FANTASTISCHEN VIER gibt es nicht mehr. Die, wie sie zuletzt auch vermehrt hierzulande genannt wurden, FANTASTIC FOUR, haben ihr Comic-Leben hinter sich. Neue Geschichten gibt es nicht mehr. In gewisser Weise hat auch die letzte, recht lieblose Verfilmung mitgeholfen, einem Urgestein der Comic-Unterhaltung den Todesstoß zu versetzen. Ich persönlich finde das äußerst schade, da es sich bei der ehemaligen MARVEL-FIRST-FAMILY um eine der Figurenkonstellationen im Comic-Bereich mit dem wohl größten Potential handelt.

Nun wird ein kleiner neuer Vorstoß gewagt: Wenigstens das DING (BEN GRIMM) und die FACKEL (JOHNNY STORM) kehren auf die Comic-Seiten zurück. Das liebenswerte (wie auch nach dem Unfall bedauernswerte) DING wurde von jeher mit großer Herzensgüte ausgestattet und lange hegte es den verständlichen Wunsch, wieder einmal so auszusehen, bevor es jene Reise ins Weltall und die damit einhergehende Verwandlung in den Steinklotz auf zwei Beinen gab. Dieser Wunsch exisitiert längst nicht mehr. JOHNNY STRORM hingegen, der kleine Bruder von SUSAN STORM (die UNSICHTBARE), wurde es zuteil, die MENSCHLICHE FACKEL zu werden. Von jeher ein Heißblut, eher von Leidenschaften als von der Ratio angetrieben, fiel ihm so ziemlich die Rolle zu, die ihm scheinbar von jeher bestimmt war.

Und nun das: Mit dem Verschwinden des Ehepaares MR FANTASTIC und SUE STORM schwinden die Kräfte der beiden Zurückgelassenen. Aber, vielleicht gibt es eine Heilungschance? Oder ist alles nur eine große Hoffnungsblase? Änderungen sind im MARVEL-Universum inzwischen an der Tagesordnung. Auch in dieser sehr großen Comic-Welt reiht sich Event an Event, befeuert gleichzeitig die Kinoleinwände und Pantoffelkinos. So gibt es hier (wie bei DC) Parallelwelten. Außerdem hat sich diese Welt, in der sich BEN GRIMM und JOHNNY STORM herumtreiben, einigen elementaren Veränderungen stellen müssen.

Ziemlich zentral aufgestellt ist die Wandlung von DR. DOOM in einen eher gemäßigten Zeitgenossen. Dieser, der sich nun als eine Art IRON MAN mit Umhang und Kapuze präsentiert, begegnet den restlichen FANTASTIC 4 mit Milde und Mitleid. Autor CHIP ZDARSKY mag geahnt haben, dass er den Bogen diesbezüglich nicht allzu weit überziehen darf. Dafür gibt es dann das (ein) Paralleluniversum, in dem es einen gänzlich anderen, aber immerhin in alter Form gewalttätigen und übergeschnappten DR. DOOM gibt. Was sich CHIP ZDARSKY hier ausgedacht hat, lässt alte Zeiten sehr ungewöhnlich neu aufleben.

Grafisch ist die vorliegende Ausgabe top! JIM CHEUNG und VALERIO SCHITI rangieren technisch auf dem Niveau eines TERRY DODSON, eines JIM LEE, eines STUART IMMONEN oder auch dem des verstorbenen MIKE WIERINGO. Kurz: Was die Fans hier geboten bekommen, ist feinste Comic-Kunst. So, wie es auf dem Titelbild angekündigt wird, geht es auf den Innenseiten weiter. Das ist in der ersten Hälfte noch recht irdisch und auf eine direkte Fortsetzung angelegt, während die zweite Hälfte eine alternative Realität auslotet (ähnlich wie FANTASTIC 4 – DAS ENDE von ALAN DAVIS), in der es so richtig kracht und weitere Gaststars ihr Stelldichein geben.

Viel Nostalgie gibt es hier zu entdecken, aber gleichermaßen kluge Ansätze für neue Wege, die von den FANTASTIC 2 beschritten werden können. Autor CHIP ZDARSKY offenbart hier bereits den Ideenreichtum, den es dazu braucht. Fein angelegt sind Rückblicke mit verschiedenen Zeichenstilen, auch gruselig anmutende Szenen, die ebenso in eine Horrorstoy münden könnten. Besondere Erwähnung neben den beiden Zeichnern JIM CHEUNG und VALERIO SCHITI verdient Kolorist FRANK MARTIN, der in DAS DING UND DIE FACKEL von Anfang bis Ende ein farbliches Feuerwerk erster Güte abbrennt. So darf das FANATASTISCHE DUO weitermachen! 🙂

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Sonntag, 06. Januar 2019

X-MEN BLUE 3 – Auf der Suche nach der Zeit

Filed under: Superhelden — Michael um 17:49

X-MEN BLUE 3 - Auf der Suche nach der ZeitZeitreisen sind ein schwieriges Unterfangen, ganz besonders wenn dem Zeitreisenden die Zielpunkte nicht bekannt sind und diese ganz und gar nichts mit seiner ihm bekannten Zeitlinie gemein zu haben scheinen. HANK MCCOY, das BEAST, gelingen keine genauen Vorhersagen über den nächsten Aufenthaltsort. Doch plötzlich gelangen die X-MEN ins prägnante Jahr 2099 und sehen sich ihren Nachfolgern gegenüber. In den Zukunft ist man über die Ankunft der Vorfahren keineswegs erfreut. Denn bald ist es keine Frage mehr, was die X-MEN von einst ihren Erben hinterlassen haben, vielmehr stellt sich die Frage, was die ursprünglichen X-MEN angerichtet haben, so dass die Welt in diese Zukunft münden konnte.

Zeitreisen gab es schon, auch Kontakt zwischen Superhelden verschiedener Äras (zum Beispiel, um bei der für MARVEL bedeutsamen Jahreszahl zu bleiben, SPIDER-MAN 2099). Die Begegnung verschiedener Ausprägungen der X-MEN wird hier im dritten Band der X-MEN BLUE Reihe zum Dreh und Angelpunkt. THONY SILAS und R. B. SILVA sind die beiden ausführenden Comiczeichner der vorliegenden Ausgabe. Letzterer Künstler, der brasilianische Comiczeichner, kann mit stärkerem Ausdruck und größerem Talent punkten als sein Kollege THONY SILAS. Vergleichsweise jung an Jahren hat er technisch die Möglichkeit sich in die Riege der ganz großen Namen des Mediums wie JIM LEE, ALAN DAVIS, ED MCGUINNESS, ADAM KUBERT und anderen einzureihen.

Stilistisch wirken die Formen jedweder Art sehr fein, zerbrechlich, mit einem Hauch Jugendstil, von einer gewissen Theatralik geprägt, was wiederum einem für den Leser eindeutigen Ausdruck in den Gesichtern und in der Körperhaltung zugute kommt. THONY SILAS produziert zwar schöne Bilder, technisch ist er aber noch auf dem Weg zu den Fertigkeiten eines R. B. SILVA. Dieser darf sich wirklich an einer großen Zahl von X-MEN austoben. Neben jenen Varianten von 2099 geben sich noch die GENERATION X die Ehre, MAGNETO, die gelbblaue Ur-Variante sowie eine zukünftige Gruppierung, die auf ihre Art die BRUDERSCHAFT DER MUTANTEN und deren Funktion abgelöst hat. So viele X-Fähigkeiten auf einem Haufen versammelt, garantieren ein Action-Feuerwerk.

Das ist packend, weil Charaktere mit ähnlichen oder identischen Kräften aufeinander treffen, hält aber auch Überraschungen parat, wenn eine leicht abgewandelte Figur wie BLOODSTORM (eine vampirische Version der allseits bekannten STORM) mitmischt und X-MEN anderer Zeitstränge als Verstärkung einschalten. Ein Feuerwerk ist es vor allem durch die Arbeit von Kolorist RAIN BEREDO, der die X-MEN ins rechte Licht rückt. Leuchtende Figuren vor gut separierten Hintergrund lassen ein plastisches Comic-Erlebnis entstehen.

AUF DER SUCHE NACH DER ZEIT lautet der Titel des dritten X-MEN BLUE Bandes. Die Odysee durch die X-MEN Historie ist ein schöner, kunterbunter Spielplatz für Mutanten mit einer Prise Charakterentwicklung. Hier wird für Nostalgiker wie auch für die moderne Generation von X-MEN Fans vieles geboten. Die Zeichnungen von R. B. SILVA sind schlicht großartig. 🙂

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LINKS:

https://www.deviantart.com/rbsilva (R. B. SILVA auf Deviant Art)
https://www.marvel.com/comics/creators/12489/rb_silva (Infos über R. B. SILVA auf MARVEL.COM)
https://twitter.com/rb_silva?lang=de (R. B. SILVA auf Twitter)
https://www.instagram.com/rbsilva_comics/?hl=de (R. B. SILVA auf Instagramm)

Freitag, 04. Januar 2019

BATMAN UND SIGNAL

Filed under: Superhelden — Michael um 18:15

BATMAN UND SIGNALBATMAN kümmert sich nachts um GOTHAM CITY. Doch bei Tag tritt die Fledermaus viel seltener in Erscheinung. Oder sie lässt eines ihrer Alter Egos in Erscheinung treten. BRUCE WAYNE ist zu der Ansicht gelangt, dass auch am Tag ein Wächter präsent sein muss. Die Fähigkeiten und Charaktereigenschaften von DUKE THOMAS prädestinieren den jungen Mann, ein neuer Lehrling des DUNKLEN RITTERS zu werden. In einer gelbschwarzen Maskierung tritt er alsbald als SIGNAL tagsüber in Erscheinung. Die gleichzeitigen Attacken neuer METAWESEN lassen das Lehrgeld schwer verdient sein …

Rund um BATMAN ist im Laufe der Jahre eine regelrechte BAT-FAMILIE gewachsen. Bedenkt man den Start, ein DYNAMISCHES DUO, BATMAN und ROBIN, so hat sich über die Jahrzehnte hinweg ziemlich viel entwickelt. Die Varianten von BATMANS Schülern, sogar der Nachfolger (BATMAN BEYOND) so eben noch überschaubar. Den Autoren, voran TONY PATRICK, folgend SCOTT SNYDER, genügen in ihren Anweisungen für CULLY HAMNER gerade einmal eine halbe Seite um diese BAT-FAMILIE vorzustellen. Allesamt sind diese Fledermauszöglinge keine einfachen, oder sehr umgänglichen Charaktere wie ein NIGHTWING, ein RED HOOD oder eine BATWOMAN. Ein Neuling, der sich überhaupt erst selber finden muss, hat es in dieser Ansammlung von VIGILANTEN-VETERANEN besondere Startschwierigkeiten.

GOTHAM CITY bei Tag: Es ist deutlich heller geworden. Neu Bauprojekte lassen diese unter der Last des Verbrechens ächzende Stadt plötzlich viel freundlicher erscheinen. Allerdings stellen die Comic-Macher der Geschichte sehr schnell klar, dass Helligkeit kein Garant für Friedfertigkeit ist. Diverse METAWESEN sind bloß ein Symptom. Hinter den Kulissen steht auch den neuen Held SIGNAL alias DUKE THOMAS ein Erzfeind in den Startlöchern. CULLY HAMNER pflegt eine sehr fragile Zeichentechnik, wie eine Weiterentwicklung des Stiles von EDUARDO RISSO (100 BULLETS, WOLVERINE, BATMAN), detailreicher, mit einigen aufhübschenden Strichen mehr. Das kleidet den sehr jugendlichen Anstrich der Handlung, die stark an weitaus ältere Abenteuer eines seinerseit ebenso jugendlichen ersten ROBIN erinnert.

Ja, es ist Tag, aber die Autoren haben sich etwas ausgedacht: Mit dem GOTHAM PROPER, einem ausgefallenen Wohnentwicklungsprojekt, rein äußerlich ähnlich einer baulichen Maßnahme, die unter einen ST. LOUIS BOGEN gesetzt wurde (eigentlich JEFFERSON NATIONAL EXPANSION MEMORIAL). Sauber, neu, technisch für seine Bewohner dienstbar, durchdacht. Wie unheimlich es dennoch werden kann, zeigt CULLY HAMNER mit seiner Koloristenkollegin LAURA MARTIN, wenn Freaks im klassischen Gefängnisorange aufdrehen oder ein drohender orangeroter Sonnenuntergang die nächste Bedrohung effektvoll ankündigt.

Ein besonderes Zückerchen: Der JOKER hatte Hunde. Natürlich waren diese zum Töten abgerichtet, natürlich war BATMAN ihr vordringliches Ziel. Nach dem Abtritt des JOKERS gerieten die gefangenen Tiere in Vergessenheit und schlussendlich war nur noch einer übrig. GUTER JUNGE sagt man oft zu Hunden. So lautet auch der Titel der vorliegenden Kurzgeschichte, gezeichnet vom Grafikstar DAVID FINCH. SUPERMAN hatte seinen KRYPTO, BATMANS Haushalt besitzt nun ebenfalls einen Vierbeiner. Ein starkes Detail, das noch weitere Ecken und Kanten in BATMANS Charakter schleift. Zwei weitere Kurzgeschichten runden das Bild ab (die letzte ist großartig, fantastisch von BILQUIS EVELY gezeichnet, die Dame ist eine stilistische Erbin von BERNIE WRIGHTSON).

Fans vom Umfeld BATMANS werden an der abgeschlossenen Miniserie um SIGNAL (mit großzügigen Gastauftritten des DUNKLEN RITTERS) ihre Freude haben. Die Erzählweise bedient fein die Erweiterung rund um die BATFREUNDE und kann gleichzeitig jene ansprechen, die gerade über die TITANS im Pantoffelkino auf den Geschmack gebracht werden. Richtig schön von CULLY HAMNER ins Bild gesetzt. Bombig! 🙂

BATMAN UND SIGNAL: Bei Amazon bestellen.
Oder bei Panini Comics.

Link: https://www.deviantart.com/bilquisevely (BILQUIS EVELY auf DEVIANT ART)

Dienstag, 01. Januar 2019

SPIDER-MAN – SPIDER-VERSE

Filed under: Superhelden — Michael um 17:24

SPIDER-MAN - SPIDER-VERSEMORLUN ist zurück und er hat seine Familie, die INHERITORS, mitgebracht. SPIDER-MAN hat bereits Bekanntschaft mit diesem Feind gemacht und konnte diesen unheimlichen Gegner zweimal besiegen. Leicht war das beileibe nicht. Wie es sich nun herausstellt, hat MORLUN samt seiner Familie die Fähigkeit, ins Leben zurückzukehren. Mehr noch: Es gibt mehr als ein Spinnenwesen. In zahllosen Paralleluniversen existiert auf einer Erde ein SPIDER-MAN (oder eine SPIDER-WOMAN oder mehrere) und solange auch nur eine Spinne ihr Netz webt, ist die Familie von MORLUN in Gefahr. Und so hat dieses Monstergeschlecht es sich zur Aufgabe gemacht, (wirklich) jede Inkarnation der Spinnen zu töten, um diese Bedrohung für alle Zeiten zu eliminieren.

Ein Hoch auf CHRISTOS GAGE und DAN SLOTT, die hier eine vielschichtige SPIDER-MAN-Apokalypse geschaffen und SPIDER-MEN ins Leben gerufen haben (zeitweilig auch nur kurz), die allesamt bemerkenswerte Varianten der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft alias PETER PARKER sind. Die Variante als GWEN STACY war bekannt, die von MILES MORALES ebenso, faszinierend ist SILK, PETER PORKER alias SPIDER-HAM ist herrlich albern, SPIDER-PUNK ist cool, SPIDER-MAN NOIR ist eine tolle Gothic-Variante, die Version von 2099 gewohnt düster, ONKEL BEN als SPIDER-MAN wundervoll altmodisch und ungewohnt. Und das ist nur eine sehr, sehr kleine Auswahl von SPIDER-MEN (und WOMEN), dieses SPIDER-VERSE bevölkern.

Das Comic-Event SPIDER-VERSE lebt von den verschiedenen Inkarnationen, die für MARVEL-Enthisiasten teils geradezu nach ausgefeilten Geschichte schreien (wie zum Beispiel die BRUCE-BANNER-Variante). Stein des Anstoßes der Geschichte ist ein Mythos und den INHERITORS den Weg zu ihrem großen Vernichtungsfeldzug weist. Der Widerpart ist unser aller beliebter SPIDER-MAN, PETER PARKER (der einzig wahre und echte, nicht diese von DOCTOR OCTOPUS besessene Variante). Außer ihm ist es keinem anderen SPIDER-MAN gelungen, gegen MORLUN und Konsorten zu gewinnen.

Zig SPIDER-MEN und SPIDER-WOMEN bedeutet nicht automatisch ein übereinstimmendes Verhalten. Einige können sich nicht einmal richtig verständlich machen (weil der Rest der Spinnenleute kein Japanisch spricht). Andere wie der COSMIC SPIDER-MAN sind beinahe gottgleich durch ihre Kräfte. Und der selbst ernannte BESSERE SPIDER-MAN, besessen von OTTO OCTAVIUS, stellt sich natürlich sofort in den offenen Konflikt mit PETER PARKER, von derselben Erde, nur aus einer anderen Zeit. Da rückt die Bedrohung manchmal in den Hintergrund, schlicht, weil es Spaß macht, dem Für- und Miteinander der mitunter sehr unterschiedlichen Inkarnationen zuzuschauen.

OLIVIER COIPEL, GIUSEPPE CAMUNCOLI, DAVID A. WILLIAMS und HUMBERTO RAMOS, der den Anfang macht, liefern eine bombastische Grafik ab, sehr dystopisch in weiten Teilen, meist sehr realistisch (es sei denn, es verschlägt die Helden tatsächlich einmal in eine Cartoon-Variante des SPIDER-VERSE). Die japanischen Varianten (samt Riesenroboter) haben teils ihre eigene Zeichentechnik samt Rasterfolie und fallen entsprechend unter den realistischen Varianten auf. Selbst neben einem SPIDER-MONKEY oder einem SPIDER-MAN zu Pferd, der ganz eindeutig in seiner Welt den LONE RANGER abgelöst zu haben scheint. Soll heißen: Wenn es, selbst unter den zahlreichen Comic-Events, eine Comic-Miniserie gegeben haben mag, in der Zeichner so richtig unter Beweis stellen konnten, dann ist es SPIDER-VERSE.

HUMBERTO RAMOS ist derjenige Zeichner, der zu einem, nennen wir es, überdrehten Realismus neigt (bestes Beispiel: seine VENOM-Interpretation). GIUSEPPE CAMUNCOLI arbeitet realistisch, technisch vielleicht ein wenig in der Nähe zum verstorbenen MICHAEL TURNER. DAVID A. WILLIAMS liefert Realismus ohne Überraschungen ab, präzise fürs Auge. Zum guten Schluss steht OLIVIER COIPEL für elegante Ergebnisse. Seine Figuren wirken in Gesicht und Gestalt stets von einer Spur natürlichem Adel umgeben.

Fazit: Ein toller Kracher aus dem SPIDER-MAN-UNIVERSUM. Selbst unter einer Vielzahl von Experimenten, Events eine der besten Ideen. SPIDER-VERSE ist nicht zuletzt wegen seiner klasse Gestaltung jedem SPIDER-MAN-Fan ans Herz zu legen. 🙂

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Samstag, 29. Dezember 2018

HIT-GIRL IN KOLUMBIEN

Filed under: Superhelden — Michael um 15:14

HIT-GIRL IN KOLUMBIENIn den USA ist kein Blumentopf mehr zu gewinnen, ein Side-Kick für HIT-GIRL ist nicht aufzutreiben. Der gute KICK-ASS hat sich zur Ruhe gesetzt. Aber MINDY MCCREADY, das Mädchen hinter der Maske von HIT-GIRL, will die Bösen noch nicht einfach so laufen lassen. Es gibt noch so viel zu tun. Da ergibt sich ein Kontakt nach KOLUMBIEN und gleichzeitig die Gelegenheit, den berüchtigsten und gefährlichsten Killer des Landes auf die eigene Seite und als Verstärkung heranzuziehen. MANO, ein Monster in Menschengestalt, soll eigentlich ein zehnfach lebenslängliche Haft antreten. HIT-GIRL findet wie immer Mittel und Wege, den Auftragsmörder aus dem Knast zu holen …

SIE IST WIEDER DA! HIT-GIRL ist inzwischen selbst zu einem kleinen Monster geworden. Ohne die Anleitung ihres getöteten Vaters, BIG DADDY, ist sie im Prinzip eine Amokläuferin mit Ansage. Freilich dreht sie aus ihrer Sicht nur unter dem letzten Abschaum der Menschheit durch, wie Mördern, Vergewaltigern, Drogenbaronen und vielen anderen, dennoch scheint es in Sachen Mord und Totschlag keinerlei Grenzen mehr zu geben. DAVE LIZEWSKI, der erste KICK-ASS, wäre diesen Weg niemals mitgegangen. Für MANO, den kolumbianischen Irren mit Spaß an Knarren aller Art, stellt das überhaupt kein Problem dar.

MARK MILLAR lässt HIT-GIRL hier endgültig und vollkommen von der Leine, mehr noch als in dem Soloausflug, der die Handlungslücke zwischen KICK-ASS Teil 1 und Teil 2 schließt. In der Tat gibt es hier keinen KICK-ASS mehr oder eine Pflegefamilie, die irgendwie besänftigend auf das zwölfjährige Mädchen einwirken und so einen geringen Teil von Normalität (wie es der Schulalltag war) in ihr Leben bringen könnten. HIT-GIRL genießt das Abschlachten ihrer Feinde, immer unter der Maßgabe, dass diese Gangster genau diese Behandlung verdient hätten. Ständig werden neue Waffen ausprobiert, Gegner explodieren mit schöner Regelmäßigkeit.

Nach JOHN ROMITA JR., der für die KICK-ASS-Reihe (und den jüngsten weiblichen Ableger) als Zeichner zur Verfügung stand, hat nun RICARDO LOPEZ ORTIZ den Zeichenstift übernommen. JOHN ROMITA JR., der nach seinem Vater einen eigenen, etwas überzogenen Realismus entwickelt hat, wirkt mit seiner Technik gegenüber RICARDO LOPEZ ORTIZ noch gezügelt. In dieser neuen Interpretation ist die Kunst des Manga und des Manhwa auf SPEED-Geschwindigkeit angelangt. Darunter mischt sich eine Spur PUNK, etwas STREETART sicherlich auch, etwas B-MOVIE-Atmosphäre. Zeitweilig hatte ich den Eindruck, als würden HEIDI und der ZIEGENPETER die Sau rauslassen.

Stellenweise wird sehr hohe Geschwindigkeit dargestellt, akrobatisches Töten im Stile eines JOHN-WICK-Films. So wird Mord zur Slapstick. Andererseits passt sich der Zeichenstil von RICARDO LOPEZ ORTIZ gut der schmutzigen Umgebung in Slums und schmuddeligen Seitenstraßen an. Die Strichführung ist dünn, flott ausgeführt, teils mit Rastern unterfüttert. Gesichter werden bei RICARDO LOPEZ ORTIZ zu regelrechten Gesichtslandschaften, aus denen sich ganze Geschichten ablesen lassen (würde MARK MILLAR dem Leser durch die schnelle Handlung genügend Zeit dazu lassen).

Brutal heftig, rasend erzählt, aber mit einem sehr versöhnlichen Ende ausgestattet. MARK MILLAR macht aus HIT-GIRL eine Vigilantentouristin, die sich ihre Feinde per Zufall sucht (siehe Fortsetzung HIT-GIRL IN KANADA) oder dort, wo es viel zu viele davon gibt. Im wahrtsen Sinne des Wortes fetzig illustriert von RICARDO LOPEZ ORTIZ. 🙂

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Link: https://twitter.com/rlopezortiz?lang=de (RICARDO LOPEZ ORTIZ auf Twitter)