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Comic Blog


Mittwoch, 17. Mai 2017

SUPERMAN MEGABAND 2 – STÄHLERNE ABENTEUER

Filed under: Superhelden — Michael um 16:33

SUPERMAN MEGABAND 2 - STÄHLERNE ABENTEUERDie Ereignisse in Metropolis gehen seltsame Wege. Feinde können aus den unmöglichsten Richtungen kommen. Mit Freunden verhält es sich ebenso. BIZARRO hat SUPERMAN schon enorm viele Probleme bereitet. Das Spiegelbild des Stählernen, äußerlich verdreht und stets das Gegenteil von dem aussprechend, was er eigentlich meint, erhält plötzlich eine Chance, die niemand nach so vielen Jahren und so vielen Auseinandersetzungen auch nur erahnt hätte: Heilung. Der Heilung könnte Normalität folgen. BIZARRO hätte seinen Wahn unter Kontrolle, könnte dauerhaft helfen, anstatt nur zu zerstören. Aber nach einer derart langen Supergegnergeschichte ist der Wandel alles andere als leicht.

Nach BLUMEN FÜR BIZARRO geben sich weitere alte SUPERMAN-Feinde die Ehre, allerdings in neuem Licht, Seite an Seite mit neuen Gegnern, die aber nicht rundweg in die Klassifizierung Feind fallen. Gleich in der zweiten Geschichte IN DEINER OBHUT, in wunderbarem Zeichentrickstil von SEAN CHEEKS GALLOWAY illustriert, muss sich SUPERMAN einiges einfallen lassen, um jemandem eben KEINEN stimmten Gefallen zu tun. DEREK FRIDOLFS erzählt modern, schnell, behutsam und mit sorgfältig gesetzten Wendungen. Hier steht er beispielhaft für alle Autoren dieser Geschichtensammlungen, die ihr Metier, ein rundes, auf Heftlänge erzähltes Abenteuer, perfekt beherrschen.

KRYPTON, der Heimatplanet des Stählernen, wird gleich zweimal auf ungewöhnliche Weise thematisiert. Zuerst tritt eine GREEN LANTERN auf, die sich schuldig an der Zerstörung des Planeten wähnt und für die die Existenz eines Kryptoniers eine irrsinnige Chance darstellt. Das andere Mal macht SUPERMAN Bekanntschaft mit einem Roboter, der von der Zivilisation seines kryptonischen Vaters übrig blieb und nun ein ganz besonderer Freund werden könnte. Dreht sich in der ersten Geschichte einiges um Schuld und Sühne und kehrt sogar ein alter Feind zurück, erinnert im zweiten Abenteuer vieles an DER GIGANT AUS DEM ALL. Zeichnen sich die Bilder in DIE DUNKLE LANTERN von NEIL EDWARDS durch starken Realismus aus, finden sich in der Robotergeschichte EINZELKIND Grafiken von EVAN DOC SHANER, die deutliche Verbeugung vor einem 1950er Jahre Szenario darstellen. Das hat ein wenig Ähnlichkeit mit der leichten Stilistik eines STUART IMMONEN, der ebenfalls an SUPERMAN-Stoffen arbeitete.

METALLO sorgt für den Grusel im folgenden MEGABAND mit dem Untertitel STÄHLERNE ABENTEUER. Der Cyborg mit dem kryptonischen Innenleben und der für den Stählernen ungemein gefährlichen Strahlung ist zur DC-FRANKENSTEINMONSTER-VARIANTE geworden. Es gibt nur noch ein erklärtes Ziel, nämlich SUPERMAN zu töten. Grafisch sehr eindrucksvoll gerät die Hatz in ENTTARNT durch Zeichner GABRIEL RODRIGUEZ. Während ein abgehalfterter Journalist die merkwürdige Beziehung zwischen dem DAILY PLANET und SUPERMAN aufzudecken versucht, arbeitet sich METALLO sehr nah an sein Ziel heran.

Sehr mystisch, sehr überraschend und gleich von fünf Zeichnern angelegt, kommt die Geschichte SELTSAMER BESUCHER daher. Es geht um nichts weniger als den Niedergang der guten alten Erde und den Exodus ihrer letzten Bewohner. SUPERMAN-Fans können sich auf ein Wiedersehen mit KAMANDI freuen, der sich hier allerdings lange von seiner Jugend verabschiedet hat. Mystisch wird das Szenario durch die Begleitung SUPERMANS über die Jahrmilliarden bis zum terrestrischen Untergang. Ganz ohne Augenzwinkern geht es aber nicht vonstatten, wenn eine der frühen Begegnungen von SUPERMAN und BATMAN geschildert wird. Irrwitzig wird dieses Aufeinandertreffen mit einem weiteren Verbündeten (für SUPERMAN kein Unbekannter) und einem Heer aus wiederbelebten Kreaturen (mit klassischem Namen).

Viele verschiedene Blickwinkel auf eine Ikone der Popkultur, abseits der neueren Handlungsstränge und Events. In 13 Einzelepisoden werden bekannten Figuren neue Seiten abgerungen und gleichzeitig können sich ältere Leser an jene Zeiten erinnert fühlen, an denen die Figur des SUPERMAN kleine und große Abenteuer erlebte, ohne dass auf eine bestimmte Zeitlinie besondere Rücksicht genommen wurde. Es gab Eckdaten, die eingehalten wurden, darüber hinaus gab es viele Überraschungen. Und genauso verhält es sich auch hier. Das ist berührend, philosophisch, mit toller Action, geheimnisvoll, überhaupt sehr facettenreich. Für Comic-Leser, die einmal eine schöne Bandbreite des Stählernen kennenlernen wollen, tolles Lesefutter! 🙂

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Sonntag, 09. April 2017

CAPTAIN MARVEL – Band 1

Filed under: Superhelden — Michael um 18:36

CAPTAIN MARVEL - Band 1 - Sie fürchtet weder Tod noch TeufelMs. Marvel, Warbird, Binary und CAPTAIN MARVEL: Carol Danvers, altgediente Heldin innerhalb der AVENGERS-Gruppe, hat einiges mitgemacht. Ihre Kräfte bekam sie durch die Kree, sie ist trockene Alkoholikerin und der ABSORBING MAN beleidigt sie gar als Sekretärin von CAPTAIN AMERICA. Dabei gibt es innerhalb des Superheldinnenkanons nur wenige Frauen, die derart tough ihr Ding durchziehen, wenn auch mit allerlei Höhen und Tiefen. Aber Carol Danvers steht immer wieder auf.

CAPTAIN MARVEL stellt sich den unterschiedlichsten Herausforderungen. Zeitreisen, Kämpfe gegen japanische Truppen, auch gegen Dinosaurier, Supergegner nicht zu vergessen. CAPTAIN AMERICA, SPIDER-WOMAN, IRON MAN oder, ohne Superkräfte, die BANSHEE SQUAD kämpfen an ihrer Seite. Über Abwechslung und Gefahren braucht sich CAPTAIN MARVEL wahrlich nicht zu beklagen. Aber die Heldin hat noch ein Problem. Wechselnde Identitäten machen eine Selbstfindung nicht einfacher. Obwohl sie sich stark für andere engagiert, bleibt das eigene Leben oftmals auf der Strecke.

Superhelden mit echten Problemen. Ein Credo moderner Superhelden, möchte man behaupten. Für diese CAROL DANVERS haben sich die beiden Autoren etwas ausgedacht, dem nicht so einfach beizukommen ist und von deren Gefährlichkeit die Frau hinter CAPTAIN MARVEL sehr überrascht wird. Das ist ein außerordentlicher Antrieb, der hier in der zweiten Hälfte einsetzt, während in der ersten Hälfte noch, man könnte sagen, Superhelden-Heilewelt herrscht.

Zwei Zeichner machen den vorliegenden ersten Sammelband (von zweien) zu einem optischen Erlebnis, weil sie einigermaßen unamerikanisch daherkommen. DEXTER SOY ist mehr der asiatischen Strömung auf dem Comicmarkt zuzuordnen, während FILIPE ANDRADE eine deutlich europäische Stilrichtung einschlägt. In SOYS Bildern finden sich Anklänge von Pat Lees Zeichenstil, ebenfalls ein Künstler, der für sich den Mangastil weiterentwickelte und sich mit den TRANSFORMERS einen Namen machte. DEXTER SOY hat es mit seiner Arbeit neben CAPTAIN MARVEL schon mit den GUARDIANS OF THE GALAXY, mit DEADPOOL und anderen Marvel-Charakteren zu tun. Seine Grafiken, die ein wenig von der Schnelligkeit eines Storyboards haben, werden von einer weichen Kolorierung, einer Imitation milchigen Farbauftrags, von Gouache und Markern, gestützt.

FILIPE ANDRADES Figuren und die figürliche Umgebung fallen durch eine geisterhafte, spinnenartig dürre Erscheinung auf. Optisch finden sich so Parallelen zu Künstlern wie Virginie Augustin (Das Schattenreich von Troy, Alim der Gerber). Zerbrechlich, mit verzierenden Linien, wie sie im Jugendstil zu finden sind, ergibt sich zur sehr starken, wuchtigen Bildführung von DEXTER SOY ein ziemlicher Kontrast und für die gesamte Serie entsteht ein völlig neues Grundgefühl. Das ist grafisch, so weit weg von Good Old Europe , sehr erfrischend, vor allem aber sehr eigenständig und auffällig.

Ich mag diesen Zeichenstil sehr, er zwingt zu genaueren, sorgfältigeren Betrachtung und lässt einen mehr entdecken. Dadurch wirkt das Superheldenleben auf einmal fremder, zauberhafter und gibt dem Szenario etwas mehr Magie, die doch in den letzten Jahren durch die Fülle des Angebots etwas reduziert wurde.

In gut drei längeren Handlungssträngen entwickeln die Comic-Autoren KELLY SUE DECONNICK und CHRISTOPHER SEBELA, die den Leser auf neuem Wege an den Charakter von CAROL DANVERS alias CAPTAIN MARVEL heranführen. Geerdet, flott, sehr einfallsreich und besonders im dritten Drittel unter dem Zeichenstift von FILIPE ANDRADE sehr originell. 🙂

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Link: filipeandradeart.blogspot.de (Blog von FILIPE ANDRADE)

Sonntag, 26. Februar 2017

RED HOOD & ARSENAL – MEGABAND 1

Filed under: Superhelden — Michael um 19:55

RED HOOD & ARSENAL - MEGABAND 1 - KÄUFLICHE HELDENRED HOOD und ARSENAL, zwei junge Helden, die schon vieles erlebt haben und dabei nicht jede Situation auf dem rechten Fuß erwischt haben. Nun will sie keiner mehr so richtig an ihrer Seite haben und irgendwie haben sie auch die Nase gehörig voll vom Heldengeschäft. Was liegt also näher, als wirklich ein Geschäft daraus zu machen, zu Miethelden zu werden? Wenn schon kein Ansehen, dann wenigstens Kohle! Klingt nicht schlecht, wenn es gut läuft, aber aller Anfang ist bekanntlich schwer.

SCOTT LOBDELL hat sich zweier jugendlichen Helden angenommen, die verdammt unkonventionell zu Werke gehen. Das Titelbild gibt einen hundertprozentigen Eindruck über das Duo, ein dynamisches zwar, aber weit entfernt von den Prinzipien eines BATMAN und GREEN ARROW, mit denen die beiden einstmals unterwegs waren.

JASON TODD ist RED HOOD. Der junge Mann stand früher als ROBIN an BATMANs Seite, wurde jedoch vom JOKER getötet, ein unerhörter Vorgang im DC-Universum, wo Helden äußerst sparsam ernsthaft verletzt werden oder gar umkommen. Wieder unter den Lebenden agiert er ausgerechnet unter dem Namen eines Kriminellen und darüber hinaus unter jenem Namen, der vom späteren JOKER kurz benutzt wurde. ROY HARPER nannte sich als Sidekick von GREEN ARROW früher SPEDDY. Aus dem trockenen Alkoholiker, versierten Bogenschützen und Technikgenie wurde ARSENAL. Die beiden Miethelden ziehen die Farbe Rot als Erkennungsmerkmal vor, aber immerhin mag JASON TODD auf das Fledermaussymbol nicht völlig verzichten.

Nach einigen ernsthaften Szenarien, umwälzenden Events gibt sich das Szenario um RED HOOD und ARSENAL creepy, anarchistisch, krachend. Das liegt natürlich auch an den Gegnern der beiden, die um einiges verrückter sind als jene, mit denen es ein BATMAN zuweilen zu tun bekommt. Die TOCHTER DES JOKERS oder auch UNDERBELLY bilden da die berühmte Spitze des Eisbergs. Eine junge Frau rennt mordend mit der abgezogenen Hautfratze des JOKERS durch die Gegend. UNDERBELLY könnte ein Bruder des Golgataners aus DOGMA sein, allerdings durchsetzt vom kriminellen Ehrgeiz eines PATEN. Manchmal geht es so wild und abgefahren wie in einem SPAWN-Szenario zu.

Grafisch ist Realismus Trumpf, trotzdem ist die Linie, auf der sich die Comic-Künstler tummeln, variabel gehalten. DENIS MEDRI, der den Auftakt zeichnet, liebt einen Strich von exakter Strenge, mit einer Spur Manga. PAOLO PANTALENA ist der Vertreter einer grafischen Richtung wie sie auch ein LEINIL FRANCIS YU pflegt. Vielleicht ist noch eine Prise PAT LEE mit dabei. Die Figuren sind etwas gestreckter, stets werden ein paar Linien mehr gesetzt, der Gesamteindruck ist etwas unruhiger als bei den peniblen Illustrationen eines DENIS MEDRI.

JAVIER FERNANDEZ lässt es hingegen krachen. Hier fühlt man sich in einen Fotoroman versetzt, einem nachempfundenen Film, dessen Bilder ein wenig reduziert, abstrahiert wurden. Trotz der verrückten Handlung, wirkt dieses Abenteuer besonders ernsthaft. JOE BENNETT hingegen holt eine sehr klare Linie in die Optik zurück. Freunde von Zeichnern wie PAUL GULACY (JAMES BOND: 007, CONAN) werden ihre Freude haben. Fette Außenlinien, genau platzierte Innenlinien, starke Schatten wecken, obwohl überzeichneter als damals, Erinnerungen ans BRONZE AGE der Comics.

In einer Zeit, da BRUCE WAYNE alias BATMAN verschwunden ist und die Verbrechensjagd anderen überlässt, machen sich RED HOOD und ARSENAL an den Kampf gegen die Schurken. Ob Nachahmer bekannter Gauner, Rückkehrer oder auch neumodische Lavazombies, die Geschwindigkeit der Erzählung von SCOTT LOBDELL ist hoch, die Illustrationen werden hohen Ansprüchen gerecht. Sehr actionlastig. Zwei Hauptcharaktere mit ebenfalls hohem Sympathiefaktor buhlen um die Gunst der Leser. Sie kommen nicht aus dem Comic-Nichts, raufen sich aber erst hier so richtig zusammen. Passt! Mehr davon! 🙂

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Donnerstag, 23. Februar 2017

THANOS – DIE INFINITY-EINHEIT

Filed under: Superhelden — Michael um 10:03

THANOS - DIE INFINITY-EINHEIT - MARVEL EXKLUSIV 121Adam Warlock ist ein Held ohne Erinnerung. Gerade erst neu geboren, gestrandet im Weltall, ohne zu wissen, wo er sich befindet und wann er wieder bei den Lebenden aufgetaucht ist. Das ist für ein Wesen seiner Machtfülle auch nicht so schlimm, denn Adam Warlock denkt und schon befindet er sich am Ort seiner Gedanken. Wenn die Gedanken allerdings gerade nicht so recht steuerbar sind und scheinbar Irrwege gehen, wird es selbst für einen Titanen wie Adam Warlock ein schwierige Angelegenheit hinter die Lösung des Rätsels zu blicken.

Autor Jim Starlin ist ein echter Veteran in Sachen Comics. Er hat die beiden großen Comic-Verlage kennengelernt und zum Beispiel in der Welt von BATMAN Spuren hinterlassen (mit der Geschichte um den Tod eines ROBIN). Für MARVEL arbeitete er am SILVER SURFER und die Handlung um ADAM WARLOCK ist am ehesten mit der Atmosphäre um den Surfer vergleichbar, der oft ein wenig verloren in seinem Umfeld wirkt. Immer auf der Suche nach einer neuen Familie im Universum, einer Bestimmung und dennoch dazu verdammt, allein seinen Weg zu beschreiten. ADAM WARLOCK könnte in THANOS – DIE INFINITY-EINHEIT kaum verlorener sein als der silberne Weltraumvagabund.

ADAM WARLOCK ist nur deutlich mächtiger als der Surfer. In seinem Zustand hat das Auswirkungen. Ein Kleinkind könnte nicht tapsiger sein. Sein Zusammentreffen mit zahlreichen bekannten Gesichtern, auch solchen, die ansonsten lieber im Hintergrund agieren, wird zu einer Nagelprobe für das gesamte Universum. Das Titelbild gibt bereits Aufschluss über das erste Zusammentreffen von ADAM WARLOCK mit ein paar sehr bekannten Helden, damals mehrheitlich RÄCHER genannt, heute modern nur noch AVENGERS gerufen.

JIM STARLIN erzählt von diesem Zusammentreffen mit einer herrlich naiven Nostalgie. Damals, zur Zeit der Entstehung vieler MARVEL-Figuren, waren die Konstellationen einfacher. Aber sie waren mitunter nicht weniger speziell. Besagter SILFER SURFER oder auch die Welt von THOR spielten mit leicht vergeistigten, philosophischen Szenarien. Da die Geschichte in einer Reihe rund um die Geschehnisse rund um THANOS handelt, ist DIE INFINITY-EINHEIT vor allem für jene gedacht, die diesem Strang folgen und zum engeren Kreis der MARVEL-Enthusiasten gehören. Denn wer hier einfach eine Superheldenkeilerei erwartet, der wird enttäuscht werden. Wer allerdings die mystischen und rätselhaften Ausflüge der FANTASTIC FOUR mit Begeisterung verfolgt hat, dem wird diese Geschichte gefallen.

ALAN DAVIS, der grafisch in den Fußstapfen eines JOHN BUSCEMA wandelt, zu den großen MARVEL-Illustratoren gehört, hat sich nun ADAM WARLOCK angenommen und stellt ihm einen altbekannten Feind des MARVEL-Universums gegenüber, der wiederum, wie kann es anders sein, anfangs aus dem Verborgenen agiert. Ganzseitige Bildcollagen, Doppelseiter, mystische Ansichten, hinreißende Space-Action, gruselige Charaktere werden von ALAN DAVIS mit Bravour in Szene gesetzt.

Aber wir sind im Weltall und deshalb braucht es zu passenden Atmosphäre noch einen ganz besonderen Kick. MARK FARMER tuscht die Bilder von ALAN DAVIS mit der nötigen Präzision, doch was die Bilder hier vor dem Auge explodieren lässt, ist die tolle Kolorierung von JORDAN BOYD und WIL QUINTANA. Beleg dafür ist ADAM WARLOCKs Erleben des Urknalls und des Zusammentreffens von ihm mit den Omnipotenzen, den allmächtigen Kreaturen, von das MARVEL-Universum einige zu bieten hat. Durch die Farbgebung erhalten die vernichteten Welten, irrwitzige Kreaturen, zersplitterten Planeten den letzten Schliff für ein Comic-Kleinod.

Für MARVEL-Hardcorefans, hier geht es ans Eingemachte, tief in die marvelsche Mystik und den Ideereichtum eines JIM STARLIN rund um die mythologische Übermacht eines THANOS und dem Chaos, das seiner Allmacht und Zerstörungswut folgt. Wunderbar illustriert von ALAN DAVIS und einem Top-Grafikteam. 🙂

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Dienstag, 21. Februar 2017

DIE NEUEN X-MEN 2 – DIE APOCALYPSE-KRIEGE

Filed under: Superhelden — Michael um 11:31

DIE NEUEN X-MEN 2 - DIE APOCALYPSE-KRIEGEMagie und Zauberei sollten Superhelden generell solchen überlassen, die sich damit auskennen. Und bei rechter Sicht auf die Dinge gibt es nur einen, der sich wirklich damit auskennt und das ist Dr. Strange. Hank McCoy alias Beast ist ein wissenschaftliches Genie, will sich aber keiner Möglichkeit zur Lösung eines Problems verschließen. Doch als blutiger Laie bittet er den Doktor um Hilfe. Leider überlässt der Magier ihm ein Artefakt, das noch für sehr viel Ärger sorgen wird …

Zeitreisen. Nicht zum ersten Mal, nicht zum letzten Mal sind X-Men in den Jahrhunderten, Jahrzehnten unterwegs. Diesmal geht die Reise in das alte Ägypten, in jene Tage, als Apokalypse noch ein kleiner Junge war, der von den Gewalttätigkeiten nichts wissen wollte und eigentlich nur davon träumte, den Grausamkeiten zu entkommen. DENNIS HOPELESS legt gerade in die zweite Hälfte der Geschichte besonders viel Gefühl. Fünf US-Hefte umfasst der vorliegende Sammelband und konzentriert sich im Kern auf das ungewöhnliche Zusammentreffen von KID APOCALYPSE, der Klon des Originals, und die junge Ausgabe von APOCALYPSE selbst.

Der Kämpfer ist in der später fast übermächtigen Kreatur bereits vorhanden. Aber eine Erziehung, die über Leichen geht, hat das Kind ebenso früh müde gemacht und die Seele zermürbt. Während sich Zeichner PACO DIAZ mit den Passagen beschäftigt, die sich rund um den gemeinsamen Einsatz von BEAST und DR. STRANGE drehen, ist MARK BAGLEY derjenige, der sozusagen die Einleitung gestaltet und den Leser nach der Überleitung durch PACO DIAZ ins alte Ägypten transportiert. Beide Comic-Künstler kommen sich technisch nahe, Unterschiede gibt es dennoch, so dass sie gut auseinander zu halten sind.

PACO DIAZ hat einen feineren Strich, grazil, zerbrechlich, penibel genau wie eine Bauzeichnung. Er begleitet mit seinen Bildern, das Aufeinandertreffen von realer Welt und des Jenseitigen, wo die Geister hausen, die ein DR. STRANGE sehen kann. Für diese Vielschichtigkeit, die sich in einer Mixtur von schwarzweißen und farbigen Bildanteilen äußert, ist er mit seiner Technik der richtige Mann. An machen Stellen gibt es sogar weitere bunte Überlagerungen. Es besitzt stellenweise den Charme von MARVEL-Animationen und einen spannende Tiefe, wenn sich Kreaturen einmischen, die der Fantasie eines H. P. LOVECRAFT entsprungen sein könnten.

MARK BAGLEY, MARVELS Zeichner, der schon mit dem ULTIMATE SPIDER-MAN und den FANTASTIC FOUR begeisterte, ist zu einem meiner Lieblingszeichner des MARVEL-Universums geworden. Hier ist ein kräftiger Strich zu finden, wie ihn Comic-Kollegen wie ALAN DAVIS pflegen, oder Vorgänger wie JOHN BUSCEMA lange vorher für MARVEL entwarfen. Das ist einerseits künstlerisch modern, andererseits aber auch traditionalistisch geprägt, alte Schule im besten Sinne. Es ist kein Wunder, dass MARVEL Künstlern wie ihm einige der wichtigen Comic-Serien anvertrauen.

In der zweiten Hälfte von DIE NEUEN X-MEN 2, DIE APOCALYPSE-KRIEGE, offenbart sich eine weitere Stärke von MARK BAGLEY. Die Mixtur aus Technik, Antike, Schwertkämpfen, Magie und historischen Gewändern beflügelt den Künstler zu grafischen Meisterleistungen. Es wäre wünschenswert, wenn MARVEL BAGLEY die Gelegenheit gäbe, noch einmal mit einem solchen Szenario arbeiten zu können.

Tolle Fortsetzung, mit einem präzise erzählten und gezeigten Fokus auf der jungen APOCALYPSE-Variante. Fans von MARK BAGLEY kommen voll auf ihre Kosten, Fans der X-MEN lernen eine klasse Facette dieses Teils des MARVEL-Universums kennen. 🙂

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Dienstag, 20. Dezember 2016

VENOM: SPACE KNIGHT 1 – Galaktische Symbiose

Filed under: Superhelden — Michael um 15:54

VENOM: SPACE KNIGHT 1 - Galaktische SymbioseFlash Thompson hat als Agent VENOM eine weite Reise hinter sich gebracht. Er kämpfte an der Seite der GUARDIANS OF THE GALAXY, doch nun ist er allein. Flash hat Geschmack an seiner Funktion als kosmischer Ritter und eilt nun von Krise zu Krise zu Krise … Inzwischen ist klar, dass es sich bei dem Symbionten, den er mit sich trägt, um einen Klyntar handelt, ein außerirdisches Lebewesen. Und ganz entgegen den Erfahrungen, die SPIDER-MAN immer wieder mit VENOM gemacht hat, hat sich der Symbiont nun erholt, hat alle seine Sinne beisammen und ist eine effiziente Verbindung mit dem ehemaligen Soldaten Thompson eingegangen.

Ein Superheld, dem unterhalb der Knie die Beine amputiert wurden und dank eines Symbionten zu einem Retter im Kosmos geworden ist. Nicht zum ersten Mal bereist ein MARVEL-Held die Weiten des Alls. Die erwähnten GUARDIANS, NOVA natürlich, aber auch die AVENGERS haben sich im Weltraum herumgetrieben. Mit VENOM: SPACE KNIGHT wandelt der Mensch unter dem Symbionten, Flash Thompson, ein wenig auf den Spuren einer Green Lantern, denn ein Agent des Kosmos ist nicht völlig auf sich allein gestellt.

Autor Robbie Thompson (bestimmt nicht verwandt oder verschwägert mit Flash) spielt mit den Fähigkeiten des Symbionten und zieht aus der Kulisse ähnliche Register wie es die Macher von STORM taten, allerdings darf außerdem nicht PER ANHALTER DURCH DIE GALAXIS vergessen werden. Flash Thompson erhält den Roboter 803 als Reisebegleiter, dessen einziger Wunsch es bis zu diesem Zeitpunkt ist, zerstört zu werden. Hier finden sich kleine Parallelen zum deprimierten Marvin aus dem Anhalter. Hier spielt einer gekonnt mit dem sehr weiten Genre. Autor Robbie Thompson kennt sich auf der kurios gruseligen Seite der Fantasie weidlich aus, schließlich gehört er nicht umsonst seit Staffel 7 zum Autorenteam von SUPERNATURAL.

Wer Spaß an Star Wars hat, national betrachtet an Perry Rhodan, oder an Werken von Comic-Künstler Don Lawrence, etwa Storm oder Trigan, der wird die Arbeit von Ariel Olivetti lieben. Olivetti zeichnet keine Comics, der Argentinier malt sie. Jedes Bild besitzt Posterqualität. Hierzulande konnte er mit dem Crossover Superman / Batman / Predator / Aliens eine optisch faszinierende Graphic Novel vorstellen. Ariel Olivetti nimmt sich gerne möglichst viel Raum für seine Bilder und Robbie Thompson legt die Geschichte so an, dass der Argentinier auch die Gelegenheit dazu erhält.

Einige ganzseitige Bilder gönnt sich Ariel Olivetti. Darüber hinaus arrangiert er die Einzelbilder einer Seite gerne so, dass ein toller cineastischer Eindruck entsteht. Die Grafiken verströmen nicht nur modernes Flair. Durch das Design der Figuren schleicht sich auch das wunderbare Flair früherer SciFi-Jahre ein. Hier könnte ganz im Stil der 1930er oder 1940er Jahre gleich ein anderer Flash, nämlich Flash Gordon um die Ecke kommen. Schöne Einfälle werden hier gekonnt umgesetzt. Anklänge an irdische Mythologie finden sich hier ebenso wie Vermischungen verschiedener, teils putziger Erdentiere, die ein spaßiges wie groteskes Auftreten haben.

Ein grafischer Knaller! Comic-Künstler Ariel Olivetti ist längst kein Geheimtipp mehr, dennoch sei dieses Weltraumabenteuer jedem ans Herz gelegt, der es bunt, einfallsreich, modern und nostalgisch zugleich mag und dazu noch mit 150prozentiger Perfektion illustriert. Klasse! 🙂

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Mittwoch, 14. Dezember 2016

BATMAN EUROPA

Filed under: Superhelden — Michael um 18:46

BATMAN EUROPAAngriff auf BATMAN! Das kennt der Dunkle Ritter. Er hat wahrhaftig gelernt, damit umzugehen. Aber diese neue Sorte macht ihm schwer zu schaffen. Sie erfolgte heimtückisch und überaus geschickt aus dem Hinterhalt und gleich an zwei Fronten. BATMAN findet schnell einen ersten Hinweis, doch von der Lösung des Falls, in dessen Mittelpunkt er selbst steht, ist er weit entfernt. Sogar wortwörtlich, denn er ist gezwungen, Gotham City zu verlassen und sein Jagdgebiet auf EUROPA auszuweiten. Seine erste Station lautet BERLIN.

BERLIN, PRAG, PARIS und ROM. Große Städte, große Namen. Hier fallen die beiden ewigen Gegenspieler, BATMAN und JOKER, ein. Weil beide von derselben Krankheit befallen sind, agieren sie gemeinsam. Eine sehr unglückliche Mischung, die dauerhaft von Misstrauen geprägt ist. Autor Brian Azzarello und Kollege Matteo Casali schmieden hier ein Paar zusammen, das nur unter Zwang gemeinsam handeln kann. Und selbst dann befindet sich BATMAN im Zweifel, oder der irre Clown an seiner Seite nicht doch plötzlich seine Aggressionen gegen den Dunklen Ritter richtet.

BATMAN EUROPA bietet einerseits ein gewohntes Bild der beiden Erzfeinde, andererseits ist die Präsentation dunkler, (alp)traumhafter und viel, viel bedrohlicher als gewohnt. Selbst der bei DC-Fans allseits bekannte Jim Lee, der mit seinen Arbeiten zu BATMAN und SUPERMAN viel Aufmerksamkeit erregte, reiht sich stilistisch in die surreale Atmosphäre dieser Reise nach EUROPA ein. Denn optisch wird an allen Ecken nach einer Veränderung gesucht. Hier findet sich eine aquarellartige Kolorierung. Ebenso sind, höchstwahrscheinlich computerisiert, Buntstifte und Kreide und Ölfarbe zum Einsatz gekommen.

Die grafische Krönung ist die Ausreizung optischer Eindrücke, wenn in der PARISER Episode versucht wird, einen scheinbaren 3D-Effekt zu erzielen, mit künstlerischer Fotoverfremdung inklusive. Man stelle sich gedruckte 3D-Vorlagen für die gute alte 3D-Brille vor, diese teilweise etwas verschwommen, an anderen Stellen übersch?rft. Hinzu kommt ein künstlerischer Eindruck, etwa, wenn Werke eines H. R. Giger im Vollrausch konsumiert würden. Seltsamerweise passt die Optik zur wahnsinnigen Handlung, auch hier mit einem wahnsinnigen JOKER inklusive.

Wahn mit Methode. BATMAN und JOKER sind schwer krank. Die Optik versucht gerade diesen Aspekt, die immer schwächer werdenden Helden auf ihre Art auszudrücken. Das funktioniert oft, ist aber im Ausdruck (Vorsicht Wortspiel) manchmal zu erdrückend. Faszinierend anzuschauen, gar keine Frage, nur passt es, sobald es zu krass wird, nicht mehr so ganz zu einem BATMAN-Abenteuer.

Zu ungewöhnlich für den BATMAN-Otto-Normalleser. Wer sich mit den üblichen Events innerhalb der Comic-Universen anfreunden kann, dem normal agierenden BATMAN folgt, wird mit diesem Experiment nicht ganz so viel anfangen können. Wer sehen möchte, wie sich ein Superheld einmal anders ausprobiert und durchaus neues Potential entdeckt, sollte einen Blick riskieren. 🙂

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Sonntag, 11. Dezember 2016

SPIDER-MAN: MILES MORALES 1

Filed under: Superhelden — Michael um 18:16

SPIDER-MAN: MILES MORALES 1 - Ein neues LebenEs waren einmal Spider-Men … Nach dem Zusammenbruch des ultimativen Universums hat sich ein Spider-Man in die andere Welt retten können. Und nun gibt es neben Peter Parker auch noch Miles Morales. Miles ist schwarz, so jung wie Peter einst war, als ihn die radioaktive Spinne gebissen hat und geht auch noch zur Schule. Sein Kostüm ist hauptsächlich schwarz, wirkt wie eine positivere Venom-Variante und tatsächlich hat er mit seinem Venom Blast eine Fähigkeit, die der alte Spider-Man nicht besitzt. In Sachen Feinde jedoch können sich beide die Hand reichen, denn es sind die dieselben Halunken, die es auf die Spinnenmänner abgesehen haben.

MILES MORALES ist als SPIDER-MAN ein ähnliches Reboot, wie es die Figur demnächst auf der Kinoleinwand erlebt. Auch die Konstellation ist ähnlich. Dieses Zurück-zu-den-Wurzeln wird hier sehr gut in die Gegenwart umgesetzt, da Peter Parker im normalen MARVEL-Universum gestattet wurde, sich ordentlich zu entwickeln, auch mal eine Spur zu altern und längst aus den Teenager-Problemen herausgewachsen ist. Brian Michael Bendis, der damals auch den ersten ULTIMATIVEN SPIDER-MAN geschrieben hat, nimmt sich ebenfalls der neuen Version an.

Was ist anders? Nun, erst einmal wurde dieser SPIDER-MAN nicht im normalen MARVEL-Universum geboren. Jetzt ist er hier, einiges hat sich für ihn verändert, teils zum Besseren, doch die Eingewöhnung fällt verdammt schwer. Natürlich ist die Umwelt neugierig auf den neuen SPIDER-MAN. Das macht dem Jungen, der sein Geheimnis mit nur ganz wenigen Eingeweihten teilt, schon Probleme. Schwierig wird es, als sich eine ganz besondere Person in sein Leben einmischt, nämlich seine Oma. Miles Morales besitzt nicht jenen Humor, mit dem Peter Parker so oft punkten konnte, deshalb muss Brian Michael Bendis sich ein paar andere Möglichkeiten ausdenken, um die Szenerie aufzulockern. Mit der Oma ist ihm das gelungen.

Grafisch: WOW! Sara Pichelli versteht sich aufs Zeichnen! Sie gehört zu jener Künstlerriege, die dem Superrealismus verpflichtet scheinen. Jim Lee oder Bryan Hitch spielen auch in dieser Liga. Zur Abgrenzung jener Künstler, die ziemlich harte Kerle zu Papier bringen, tendiert Pichellis Stilrichtung ein wenig gen Frank Cho, der seinen Figuren eine Spur Humor anzeichnet. Das passt erst recht bei Figuren wie besagter Oma oder Spideys bestem Freund Ganke.

Auftritt: SPIDER-MAN. Der Einstieg der Geschichte findet sich just in dem Moment, als der Kampf eigentlich schon vorbei ist. Die Avengers liegen geschlagen am Boden und der junge SPIDER-MAN steht allein einem annähernd drei Meter großen Dämonen namens Blackheart gegenüber. Der Sohn von Mephisto hätte auch der Comic-Reihe Der Schwur des Ambers entsprungen sein können. Die optische Wirkung ist blanker Clive-Barker-Horror. Das ist ein gelungenes Wechselspiel zu den später auftretenden klassischen Schurken, die SPIDER-MAN das Leben schwer machen. Sara Pichellis Bilder erhalten durch den Top-Koloristen Justin Ponsor eine filmische Tiefe.

Was für ein Einstand im altehrwürdigen MARVEL-Universum! Eine klasse Gelegenheit für jugendliche Einsteiger zum Erkunden an der Seite einer Figur, für die ebenfalls vieles neu ist. Ein grafisches Sahnestück ist es sowieso. Klasse Start! 🙂

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Montag, 05. Dezember 2016

BATMAN ADVENTURES

Filed under: Superhelden — Michael um 14:08

BATMAN ADVENTURESEigentlich sollte Batman sich zurücklehnen und beobachten, wie jemand seine langjährigen Gegner aus dem Weg räumt. Er hat sie oft genug gejagt und bekämpft und zurück nach Arkham Asylum gebracht. Aber er wäre nicht der Dunkle Ritter mit dem besonderen Ehrenkodex, ließe er sich von einem minderen Gefühl leiten. Und so macht sich Batman auf die Suche nach dem Killer, der seine schlimmsten Feinde töten will. Dabei macht er absonderliche Erfahrungen mit dem Riddler ebenso wie mit Two-Face. Andere Feinde, da gibt sich Gotham, die Gangsterstadt, wenigstens solide, bleiben sich treu und wollen Batman schaden, wo und wie sie nur können. Eine Geheimgesellschaft mischt hier an vorderster Front mit, doch der Dunkle Ritter hat eine neue Methode zur Infiltration gefunden und ist ihnen haarscharf auf den Fersen.

In zwei groß angelegten Handlungssträngen erwachen die BATMAN ADVENTURES zu neuem Leben. DIE GESELLSCHAFT DER SCHATTEN und DIE FALSE FACE SOCIETY verlangen dem Mitternachtsdetektiv alles ab. Auf rund 250 Seiten widmet sich der vorliegende Band den beiden erfolgreichsten DC-Zeichentrickserien der 90er des 20. Jahrhunderts. BATMAN sowie BATMAN UND ROBIN waren in jener Zeit wegweisend und nutzten den Erfolg der beiden Verfilmungen mit Michael Keaton als Startschuss. Gleichzeitig schob der Erfolg der beiden Serien um BATMAN auch eine Zeichentrickserie von SUERMAN ähnlicher Machart an.

Die hier gezeigten Grafiken greifen das Ambiente der Serien auf, eine gelungene Verbindung eines düster kantigen Fledermaushelden, etwas Film Noir und die Leichtigkeit eines makabren Humors, der besonders von Joker und Harley Quinn getragen wird. Pupsie, wie der Joker von Harley auch liebevoll genannt wird, ist zeitweilig wegen einer Gehirnwäsche aus Arkham nicht ganz bei sich und benötigt erst einmal Starthilfe, um wieder ganz der Alte zu werden. Der Comic schafft es, die inhaltliche Düsternis der Zeichentrickvorlage einzufangen, ist aber bei weitem optisch nicht so dunkel wie die Bildschirmfassung. Hier musste die Comic-Umsetzung Abstriche machen.

Darüber hinaus aber haben die Autoren Ty Templeton und Dan Slott ihre Hausaufgaben gemacht. Beide sind fest im Comic-Business und in verschiedenen Comic-Universen verwurzelt. Mit BATMAN haben beide einschlägige Erfahrungen gemacht. Das Projekt BATMAN ADVENTURES ist für Templeton und Slott wie ein Heimspiel. Die feinen Zeichnungen von , aber auch Ty Templeton (ja, ist hier in Doppelfunktion unterwegs) greifen einerseits die Leichtigkeit des Originals auf, andererseits bleiben sie natürlich hinter der in den letzten Jahren erwachsenen Ernsthaftigkeit sonstiger BATMAN-Abenteuer zurück. Mord und Totschlag ist hier ein Thema, aber eher eines, das wie in der legendären Serie aus den 60er Jahren daherkommt.

Schurken wie den Joker oder Two-Face sieht der Leser, mittlerweile auch der Kinogänger häufiger. Die Geschichte über die FALSE FACE SOCIETY fügt einige seltenere Gäste hinzu. Neben einem freilich seit SUICIDE SQUAD bekannteren Deadshot finden sich das PHANTOM, FIREFLY oder der BRONZE TIGER, Figuren also, die eine sehr populäre Phase hatten, aber länger nicht mehr im großen Stil zum Einsatz kamen. Diverse redaktionelle Vorstellungen mancher Figuren runden etwaige Wissenslücken von Stammlesern ab. Neueinsteiger finden sich ebenso zurecht. Denn dank der Erzählweise eignen sich die ADVENTURES gut für jugendliche Comic-Einsteiger.

Mission erfüllt. Schwungvolle Fortführung des Zeichentrickklassikers aus den letzten 90er Jahren, auf den Strich genau gezeichnet und mit dem Geist der damaligen Serie erzählt. Für BATMAN-Neueinsteiger ebenso wie für gestandene Fans. 🙂

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Sonntag, 11. September 2016

DIE NEUEN X-MEN 1 – EINE NEUE CHANCE

Filed under: Superhelden — Michael um 18:10

DIE NEUEN X-MEN 1 - EINE NEUE CHANCECyclops ist tot. Mutanten und Menschen hatten enorme Schwierigkeiten. Einfach formuliert. Anders gesagt, die Differenzen zwischen denjenigen, die spezielle Kräfte und besondere äußere Merkmal hatten, und solchen, die nur als normaler Homo sapiens über den Erdball wanderten, waren wieder einmal ausgartet. Die Welt, in der die X-Men groß geworden sind, existiert nicht mehr. Sie existiert nicht mehr für jene, die mit ihr alt geworden sind, noch für jene, die von Hank McCoy aus der Vergangenheit geholt wurden, um die Zukunft zu richten. Denn zurück können die jungen Versionen der X-Men nicht. Gerade einer hadert mit dieser nun furchtbaren Gegenwart: Der junge Cyclops. Was wird passieren? Wir er einst genauso zu einer Gefahr für die Menschheit werden wie sein älteres Ich?

EINE NEUE CHANCE lautet der Titel des Auftakts eines neuen Verbunds von X-Men, in der sich jüngere und ganz alte X-Men-Fans wiederfinden dürfen. Das Team ist sehr jung geraten und besitzt den frühen Charme, als Professor X selbst die Gruppe X gründete und sie in diesen schwarzgelben Uniformen unterwegs waren, von denen sich sogar die Kinogänger in ERSTE ENTSCHEIDUNG überzeugen konnten. Das neue Team hat Altbekanntes, auch in neuer Verpackung dabei und es besteht gleichzeitig in dieser fremden Umgebung, in der die Geschichte stark von den jüngsten Ereignissen beeinflusst worden ist.

Man sollte es nicht direkt einen Fan-Club nennen, aber der alte Cyclops war für so manchen Mutanten eine Inspiration. Die Ghosts of Cyclops geraten ausgerechnet mit dem jungen Cyclops aneinander. Und der hat die neuen X-Men gleich auf seiner Fährte. WOLVERINE ist nun eine Sie, den Fans schon seit längerem bekannt als X-23. ANGEL und BEAST haben sich äußerlich verändert, ICEMAN bleibt dem Leser in gewohnter Form und mit gewohnter Jugendlichkeit erhalten. Ein KID APOCALYPSE ist, kannte man bisher nur die erwachsene, höchst zerstörerische Variante, gewöhnungsbedürftig. Und OYA kommt comic-historisch einigermaßen unbelastet daher.

Neben neuen unvermuteten Bedrohungen müssen sich diese X-Men anfangs zusammenraufen. Nicht nur die Vergangenheit muss berücksichtigt werden, sondern auch der Umstand, dass es sich Kids handelt, die noch nicht erwachsen, aber auf dem besten Wege dahin sind. Da trifft es sich, dass es bekannte Bedrohungen gibt, für die keine Samthandschuhe angezogen werden müssen und man sich von diesen alltäglichen Sorgen auch ablenken lassen kann. Und ganz nebenbei Paris ruiniert.

Mit Mark Bagley als Zeichner ist eine tolle Wahl getroffen worden. Bagley, der schon den ultimativen Spider-Man und die Fantastic Four großartig inszenierte, schafft zwischen den einzelnen Heldenfiguren, sogar zwischen den Ghosts of Cyclops ein tolles optisches Gleichgewicht. Hier ähneln seine Arbeiten mittlerweile sehr einem anderen Comiczeichnerveteranen aus derselben Generation, nämlich Alan Davis. Bagley hat sich seit Spider-Man noch weiterentwickelt, obwohl er zu jener Zeit bereits einen Spitzenplatz unter den Comiczeichnern erobert hatte.

Starke, ausgewogene Mischung, einerseits mit neuen Themen und neuen Gesichtern, andererseits bekannte Charaktere, auch alte Bekannte wie der Blob, der den Laden ordentlich aufmischt. Nach einer derart langen Geschichte der X-Men ist es klasse, dass Dennis Hopeless weitere, logische Ideen einfließen lassen kann. Und mit Zeichner Mark Bagley kann der Comic-Fan nichts falsch machen. Tiptop! 🙂

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