Donnerstag, 18. Juni 2009
Es sollte nur die Rekrutierung eines neuen Mitglieds für die Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen werden. Doch Ghost, so der Name des potentiellen Kandidaten, ist nicht nur nicht interessiert, sie verfolgt auch eigene Ziele. Aber Hellboy ist hartnäckig. Außerdem sind paranormale Schwierigkeiten ganz auf Hellboys Linie. Wenn sich ein unheimliches Wesen anschickt, sich auf dieser Welt zu manifestieren, dann muss er einfach eingreifen. Ganz besonders dann, wenn auch noch eine Frau in Gefahr ist, ganz gleich ob tot oder nicht.
Ghost erschien 1993 zum ersten Mal. Sie ist ein Comic-Charakter, der für so manchen Zeichner, aber natürlich Autoren wie geschaffen scheint. Sie ist jung, schön, athletisch und sie hat es auf Verbrecher abgesehen. Nebenbei benutzt sie auf ihrer Verbrecherjagd gleich zwei 45er. Hierzulande konnten Comic-Fans ihre Abenteuer schon in den Crossovern mit Batgirl und mit Hellboy bewundern. Letzteres Zusammentreffen bildet die Grundlage für das vorliegende Hörspiel.
Erschienen im 3. Hellboy Band ist das Treffen mit Ghost noch ein wenig mehr als die Zusammenkunft mit einem anderen Comic-Charakter. Ghost bringt gleichzeitig ihr eigenes Umfeld mit. Arcadia, eine Großstadt, ist der Zusammenschluss all dessen, was jeder aus dem Bereich des Verbrechens zu kennen glaubt, in all seinen furchtbaren Ausprägungen und noch schlimmer.
Gleich die Eingangsszene ist nichts für schwache Nerven. Auch die Hörspielversion spart diese Szene nicht aus. Helmut Krauss, als Schauspieler beinahe seit drei Jahrzehnten der Nachbar in Löwenzahn, Synchronstimme von Stars wie Marlon Brando oder John Goodman, übernimmt hier den Big Boss. Wer braucht einen Namen? Big Boss ist das Übel und der Wahnsinn schlechthin. So verwundert es nicht, dass er immer noch auf eine … Nun, das ist wirklich nichts für schwache Nerven. Immerhin weiß er, dass er nicht mehr ganz bei Sinnen ist und will eine Lösung für dieses Problem finden. Diese Lösung ist Herbert Izzo, ein kleiner Mann mit übersinnlichen Fähigkeiten. Dies und noch mehr ist die Grundlage der vorliegenden Geschichte.
Der Auftakt, wie auch der weitere Rhythmus ist anders als sonst. Er fühlt sich nicht ganz so an wie ein Mike Mignola, obwohl er mit der Ausarbeitung der geschichte beschäftigt war. Ein wenig entsteht der Eindruck, als zitiere sich Mignola hier selbst, wie er es auf ähnliche Art auch bei einem Crossver seiner Figur mit Painkiller Jane gemacht hat.
Als Sprecherin von Ghost erleben wir hier Simona Pahl. Pahls Stimme passt einmal mehr wie die berühmte Faust aufs Auge. Energisch, prahlerisch, ein bisschen gemein, laut, selbstbewusst: Warum auch nicht? Sie spielt jemanden, der mit zwei 45ern in der Unterwelt von Arcadia aufräumt. Pahl kennt das phantastische Genre im Hörspiel aus Punktown, Die schwarze Sonne oder Caine. Aber sie war auch an Computerspielen aus den Reihen Tomb Raider oder Star Wars beteiligt.
Robert Schlunze, Autor des Spielbuches, hat sich sehr eng an die Vorlage gehalten. Anders als bei längeren Geschichten über Hellboy sind Kürzungen hier kaum nötig. Schlunze gestattet sich einen Gastauftritt. Als Gorilla-Rübe beweist er Mut zum Spaß, ein Faktum, dass hier bei jedem der Beteiligten zu hören ist: Der gemeinsame Nenner lautet Spielspaß. In der zweiten Hälfte gewinnt die Geschichte sehr stark an Dynamik. Hier zeigen sich auch die Stärken dieser Hörwelt. Hier schafft es eine Stimme wie jene von Tilo Schmitz (Hellboy) den Raum noch mehr zu füllen, dem geistigen Auge Feuer zu geben und dem finalen Kampf eine tolle Plastizität einzuhauchen.
Ein Grusel- und sehr aktionsgeladener Spaß. Hellboy bekommt es mit einer (toten) Frau zu tun, die beinahe ein weibliches Gegenstück von ihm sein könnte. Die Umsetzung der Comic-Vorlage ist dank der hervorragenden Sprecher bestens gelungen und weiß mit tollen Effekten zu begeistern.
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Dienstag, 09. Juni 2009
Liz Sherman hat eine Kreatur gegen ihren Willen zum Leben erweckt. Nackt und nur mit einem seltsamen Schloss über den Lenden angetan, hat die Kreatur die Flucht ergriffen. Und er hat etwas mitgenommen. Die Lebenskraft von Liz scheint nicht mehr ausreichend zu sein. Für alle Beteiligten ist klar: Die Kreatur muss wieder her. Sie muss ihre Lebensenergie wieder hergeben, ansonsten muss Liz sterben. So finden sich Hellboy und Professor Corrigan bald in Rumänien auf einem Friedhof wieder, kein schönes, aber immerhin ein gewohntes Terrain. Gräber wurden geöffnet, Leichen gestohlen. Aber zu welchem Zweck? Und wohin wurden sie gebracht?
Auf der Spitze eines Berges hält sich das Ziel von Hellboys und Corrigans Bemühungen auf. Die Kreatur ist nicht allein. Ein Unbekannter hat keine Furcht sich ihr zu nähern. Eine tiefe Stimme dröhnt und erzählt eine unglaubliche Geschichte. Die Kreatur ist nicht allein: Sie hat einen Bruder.
Fast ein Gigant führt den Zuhörer in einen neuen Abschnitt im Hellboy-Universum. Das Intro mit der Stimme von Tilo Schmitz als Hellboy hat sich etabliert, aber Schmitz muss es sich diesmal gefallen lassen, dass ihm eine andere Reibeisenstimme den Rang abläuft.
Helmut Krauss dürfte so manchem aus dem Fernsehen bekannt. Der Nachbar von Peter Lustig in Löwenzahn wunderte sich nicht selten über den Mann mit der Latzhose aus dem Wohnwagen. Weitaus ernsthafter und gar nicht kindgerecht gerieten seine Synchronarbeiten für den Kinofilm. In Pulp Fiction lieh er Samuel L. Jackson seine Stimme und trug dazu bei, dass aus einem Gespräch über europäische und amerikanische Hamburger etwas besonderes wurde. Yaphett Koto wurde in seiner Rolle in Alien von Krauss gesprochen. John Goodman erwacht als Fred Feuerstein oder in The Big Lebowski als durchgeknallter Walter Sobchak durch Krauss Stimme erst so richtig zum Leben. Aber auch Krimi-Fans dürfte seine Stimme bekannt sein, sofern sie sich für Hörspiele begeistern. In der Serie Jerry Cotton begeisterte er durch verschiedene Charaktere. Es zeigt sich, dass er dort, wie auch im vorliegenden Hörspiel, als Bösewicht so richtig aufdrehen kann.
Allerdings gestaltet er seine Figuren nicht eindimensional. Umso mehr kommt es ihm entgegen, wenn der Böse ein echtes Motiv hat. Der von ihm gesprochene Bruder und später titelgebende Gigant ist eine gequälte Kreatur. Ähnlich wie das Monster von Frankenstein wurde sie nicht nur verstoßen, sondern wurde gleich von ihrem Schöpfer (beinahe) ermordet. Alleine der Lebensgeschichte, so wie Krauss sie beschreibt, könnte man stundenlang zuhören. Mit dieser Stimme ist er auch ein geborener Erzähler. Im weiteren Verlauf, wenn der Wahnsinn und die Rachsucht den Giganten übermannt, stören die Verzerrungen der Stimme, die eine Veränderung der Gestalt verdeutlichen sollen, keineswegs. Krauss dringt selbst hier noch mit aller Kraft durch, ein Umstand, der nicht jedem Sprecher immer gleichbleibend gelingt.
Weiterhin interessant sind die Stimmkonstellationen. Tilo Schmitz (Hellboy) hat neben Simone Ritscher (Professor Corrigan) einen sehr guten Klang. Es ist ein sehr schönes akustisches Nebeneinander, wenn sich dergleichen auf diese Art benennen lässt. Simone Ritscher ist eine erprobte Fernsehschauspielerin und kann hier auf eindrucksvolle Weise zeigen, wie allein durch die Stimme ein Gesicht, eine Mimik vor dem inneren Auge entstehen.
Die Geschichte selbst behandelt die Entstehung und das Schicksal eines Homunkulus. Hierzulande erschien die Episode, von Mike Mignola geschrieben und gezeichnet, in dem Band Sarg in Ketten. Der Einfallsreichtum von Mignola und auch die Anleihen, die er sich aus Mythen und Legenden holt, stellen die Macher eines Hörspiels vor schwierige Aufgaben. Wer sich in die Geschichte hineingehört hat und sich vor Augen führen muss, dass …
Nun, das soll nicht verraten werden. Soviel sei gesagt, so manche Szene wird wieder einmal zum Kino (oder besser: Comic) für die Ohren, da Effekte, Musik und Spielbuch perfekt Hand in Hand greifen.
Ein gruseliges Hörerlebnis mit dem rotesten paranormalen Ermittler der Welt: Der Aufbau des Teams der B.U.A.P. geht in eine neue Runde, mit wahnwitziger Phantasie erzählt, toll gesprochen und inszeniert.
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Sonntag, 24. Mai 2009
Die Gefährten sind endlich wieder vereint. Beinahe jedenfalls, denn einer von ihnen fehlt noch: Regis, der Halbling. Pascha Pook hat den kleinen Dieb immer noch in seiner Gewalt, nach besten Kräften bemüht, ein möglichst furchtbares Ende für den zu finden, der ihn mit dem Diebstahl des magischen Steins betrogen hat. Und nun scheint er tatsächlich ein vortreffliches Ende gefunden zu haben. Ohnehin ein begeisterter Katzenliebhaber, von Raubkatzen wohlgemerkt, ist die kleine Pantherstatue, die ihm sein Haus- und Hofmagier übergibt, höchst willkommen. Mit großen Augen und höhnischen Worten verfolgt Pook, wie der schwarze Panther auf Regis zuschleicht, bereit, den Befehl seines neuen Herrn auszuführen, nämlich, den Halbling zu töten. Der Panther springt und …
Unterdessen versuchen Drizzt, Bruenor, Wulfgar und Cattie-Brie den Halbling in Calimhafen zu finden. Obwohl die vier Gefährten vieles gesehen haben und so manche Unbill erdulden mussten, schnürt ihnen der Ekel angesichts der Lebensumstände in Calimhafen die Kehle zu. Sie können sich nicht vorstellen, warum Regis ausgerechnet von jener Lebensspanne, die er in dieser riesigen Stadt verbrachte, so begeistert gewesen ist. Sehr bald, als die Schwierigkeiten für sie wieder einmal lebensgefährlich werden, können sie es sich noch viel weniger vorstellen.
Die Gewichtung der einzelnen Auftritte der Charaktere ist wieder deutlich ausgeglichener als zuvor. Nachdem die Gruppe vereint ist und sich dem gemeinsamen Ziel, der Befreiung Regis’, nähert, spitzt sich die Lage zu und gewinnt an Geschwindigkeit. Genau an diesem Punkt beschließt R.A. Salvatore einen Bruch, der auch in der Hörspiel-Adaption von Oliver Elias hervorragend und völlig überraschend eingefügt ist. Aber das macht Fantasy aus. Alles ist möglich.
Noch einmal kann sich der Hörer an der Leistung von Wolfgang Bahro als Pascha Pook erfreuen, dessen betonte Selbstgefälligkeit sich langsam in Luft auflöst. Am Hofe Pooks, bei der Diebesgilde, herrscht das Chaos. Die Gruppe von Helden, die der Attentäter Artemis Entreri (immer noch supergemein: Achim Buch) nach Calimhafen geführt hat, räumt nun im Gebäude auf und alles aus dem Weg, bis sie …
Hier erfolgt nicht nur ein Szenenwechsel, sondern ein Weltenwechsel in die Ebene von Tartarus. Eben noch wollten die Helden Pook die Hölle heiß machen, im nächsten Moment stecken sie selbst in einer Art Hölle. Ein Umfeld wie dieses ist schwierig in Geräuschen und Beschreibung umzusetzen, so merkwürdig und abstrakt ist es. Eine Welt, scheinbar ohne Boden, die nur auf Brücken überschritten werden kann. Qualm und Dampf wabert allerorten. (Ein wenig erinnert das an eine Szene aus House. Hinter dem Spiegel lauert eine Welt ohne Boden mit fliegenden Dämonen.) Auch hier jagen geflügelte Wesen heran und greifen die Helden an.
Wer zu diesem Zeitpunkt gedacht, die Handlung wäre an Dramatik nicht mehr steigerungsfähig, sieht sich gewaltig getäuscht. In solchen Geschichten glaubt der Leser, Zuschauer oder Zuhörer manchmal, dass die Charaktere zwar in Schwierigkeiten geraten, aber auf gewisse Art unsterblich sind. R.A. Salvatore will den Eindruck gar nicht erst aufkommen lassen, konnte der Zuhörer doch schon glauben, dass Bruenor Heldenhammer gestorben sei. Und nun …
Bernd Hölscher als Wulfgar tritt ein wenig mehr in den Vordergrund und hat ein paar schöne Szenen, in denen er mehr Gefühl zeigen kann. Tobias Meister läuft als Erzähler und als Sprecher von Drizzt zur gewohnten Hochform auf, versiert, aber auch immer wieder für Überraschungen in der Stimme gut. (Man könnte fast sagen: Erfahrung macht den Meister. Ein kleiner Kalauer wird gestattet sein.)
Ein schönes Hörvergnügen, besonders dank seiner atmosphärischen Dichte und dem Wechsel in eine andere furchtbare Welt. Die 12. Episode ist ein hervorragendes Beispiel für die hörbare Erweckung der Welt um Drizzt Do’Urden.
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Sonntag, 03. Mai 2009
Bruenor kämpft sich zurück an die Oberfläche. Er weiß nicht, wie er den Kampf gegen den Drachen überlebt hat, aber er weiß, dass er diese Chance nutzen muss. Denn sie ist immer noch sehr gering. Vor ihm, auf seinem Weg durch die verschlungenen Stollen, warten viele, sehr viele Dunkelzwerge, die ihm allein durch ihre Übermacht den Garaus machen können. Aber Bruenor hat ein Ziel. Wenn er schon sterben soll, dann bestimmt nicht in einem stinkenden Schacht, sondern in Freiheit unter einer hell strahlenden Sonne.
Derweil reisen Drizzt und Wulfgar dem Meuchelmörder Artemis Entreri und dem entführten Halbling Regis hinterher. Regis sinnt darüber nach, wie er seinem Schicksal entrinnen könnte. Eine Idee könnte die Reise wenigstens verzögern, aber reicht das? Er hofft auf die Hilfe seiner Freunde, aber kann er sich ihrer sicher sein? Am Ende der Reise, das ist so sicher, wie die Götter existieren, wartet Pascha Pook auf Regis, mit keinem geringeren Wunsch, als den Halbling vom Leben zum Tode zu befördern und das so langsam wie möglich und so intensiv wie nötig.
Wolfgang Bahros Stimme wurde schon vermisst. Etwas knurrig, arrogant von oben herab klingend, schmeißt sich Wolfgang Bahro so richtig in seine Rolle als Pascha Pook, dem Herren der Diebesgilde von Calimhafen. Kleine Gespräche im Vorfeld, aber erst recht das Wiedersehen von Pook mit Artemis Entreri und dem lange vermissten und noch häufiger verwünschten Halbling Regis wird zu einem wunderbaren Kammerstück mit einem wahrlich gemein klingenden Wolfgang Bahro. Die meisten werden Wolfgang Bahro als Jo Gerner aus Gute Zeiten, schlechte Zeiten in Erinnerung haben. Dort ist er zwar auch nicht der netteste Charakter, aber immerhin ein Charmeur. Darauf kann Bahro hier ganz verzichten und so richtig böse sein.
Wie böse das ist, lässt sich ohne Problem an der Glanzleistung von Philipp Otto hören, der den Halbling Regis spricht und in große Schwierigkeiten gerät. Nachdem er zuletzt einen Widerpart zur Figur des Meuchelmörders Artemis Entreri bildete, ist er nun in die Fänge von Pascha Pook geraten, der den Diebstahl seines magischen Edelsteins auf das Bitterste gerächt sehen möchte. Philipp Otto jammert, klagt, bittet und bettelt, schreit, so wird die Figur des Halblings gemartert. Das hört sich so grauslich an, dass man die entsprechenden Bilder vor Augen hat und geradezu mitleidet.
Fantasy kann für einen Schauspieler oder einen Synchronsprecher eine ziemliche Befreiung sein, denn hier vermag er sich in sagenhaften Gestalten einmal abseits der üblichen realen Rollen zu betätigen. Jürgen Holdorf kann als Werratte Rassiter sich richtig gehen lassen, Gauner und Monster zugleich sein. Robert Missler verkörpert den schurkischen Händler Sali Dalib, der die Helden in eine Fall locken möchte. Hier, wie in einigen anderen Szenen mit Bruenor und seinen Freunden, kommt der Spaß hervor. Wenn es in der Wüste heiß her geht oder in einem fliegenden Kampfwagen noch viel heißer gegen Piraten angegangen wird, dann bleibt kein Auge trocken.
Wieder einmal kann sich Uwe Hügle als Bruenor herzhaft polternd in den Vordergrund spielen. Selten klang ein Zwerg besser und echter. Die kleine Gemeinschaft zwischen ihm, Cattie-Brie und Wulfgar bildet ein hervorragendes stimmliches Dreieck. Aber auch neue Konstellationen, Drizzt und Wufgar auf ihrer gemeinsamen Reise zur Rettung des Halblings, sorgen für weitere Spannungsmomente. Wenn Wulfgar sich entgegen bisheriger Erfahrungen aus einer Situation nicht herausschlägt, sondern herausredet, ist dies nur eines von vielen Beispielenn für eine überaus gelungene Stimmung, die in der Hauptsache über die Spielfreude der Sprecher transportiert wird, aber nicht nur.
Musik und Effekte sorgen für ein starkes räumliches Empfinden und das berühmte Kino für die Ohren. Kämpfe außen, aber besonders die Szenen im Inneren von Mithril-Halle, wenn Bruenor nach einer Fluchmöglichkeit sucht, bieten eine einfangende Atmosphäre. Wenn das Hörspiel nach rund 80 Minuten endet, sind es eher gefühlte 120, die man als Zuhörer mit beiden Ohren und inneren Augen in der Welt der vergessenen Reiche verbracht hat.
Nicht zuletzt dank der tollen Stimme von Tobias Meister als Drizzt ein absolutes Hörvergnügen. Zum Gruseln, zum Mitleiden, zum Lachen. Ein rundherum gelungenes Hörvergnügen und Fantasy-Fans uneingeschränkt zu empfehlen.
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Samstag, 28. März 2009
Bruenor Heldenhammer hat einen großen Wunsch: Er möchte endlich die Heimat seiner Väter wieder finden. Mithril-Halle aber ist verschollen. Lange hat niemand mehr etwas von dieser großartigen zwergischen Heimstatt gehört. Aber irgendwo muss sie doch sein! Bruenor lässt sich zu seinen tiefsten Erinnerungen zurückführen und siehe da: Es gibt einen Weg. Leider befinden sich noch andere auf den Spuren der kleinen verschworenen Gruppe. Als Bruenor Mithril-Halle endlich finden, sogar hinein gelangen können, erfasst sie das Grauen. Mithril-Halle ist zu einem Friedhof geworden. Bruenor, der sein Schicksal verfluchen möchte, führt seine Gefährten in die Tiefen der Höhle.
Zuerst verläuft es leise, heimlich, ernüchternd, doch dann schlägt der Feind wieder zu. Meuchelmörder, Zauberin und Golem sorgen dafür, dass die Gruppe in arge Bedrängnis gerät.
Tobias Meister, Synchronsprecher von Brad Pitt, Tim Robbins oder Forrest Whitaker, ist quer durch Film und Fernsehen stark mit seiner Stimme vertreten. Daneben gehören auch Hörbücher und Hörspiele zu seiner Domäne. Als Drizzt Do Urden erweckt er den im Fantasy-Genre bekannten Dunkelelfen von R.A. Salvatore zum Leben. Seine Stimme lässt sich als sanfter Bass charakterisieren, mit weichem, manchmal rauchigem Timbre gesprochen. Meister schafft einen Drizzt, der selbst in einer verzweifelten Lage bemüht ist, die Oberhand zu behalten. Mal klingt die Qual über das Schicksal durch, doch nicht lange. Drizzt ist ein Stehaufmännchen.
Ihm zur Seite steht, zwar kleiner, aber dennoch auf gleicher Augenhöhe, der Zwerg Bruenor Heldenhammer. Uwe Hügle spricht Bruenor nicht, er ist Bruenor! Wenn Hügle lospoltert, aus Wut, Hass, Verzweiflung oder weil er seinen Zorn auf den kleinen Egoisten Regis nicht mehr zurückhalten kann, dann hat man ungeachtet verschiedener Vorlagen aus Roman oder Comic eine ganz eigene Variante des heldenhaften Zwergs vor Augen. Hügle gibt dem Mann, der auf der Suche nach der Vergangenheit seines Volkes ist, eine ganz besondere Tiefe. Die vorliegende Episode mit dem Fund des lange verschollenen Mithril-Halle gibt der Figur einige sehr schöne emotionale Momente. (Sagen wir lieber, schön gespielt, denn für die Figur selbst sind sie alles andere als schön.)
Als dritter Charakter, der sich deutlich in den Vordergrund spielt, findet sich Artemis Entreri, Drizzts direkter Gegenspieler. Mit Entreri hat Drizzt den Widerpart gefunden, der genau das verkörpert, was einmal aus ihm hätte werden können: Ein eiskalter skrupelloser Mörder, der alle Techniken seines Handwerks mit wahrer Meisterschaft beherrscht und mit Leidenschaft ausübt. Achim Buch verkörpert den Meuchelmörder mit wissender Stimme, mit einem gemeinen Unterton. Wenn er und Drizzt sich endlich gegenüberstehen, erlebt der Hörer einen der Höhepunkte der Geschichte (die es wahrlich reichlich in sich hat).
Die Handlung bietet das, was ein HdR nicht aufbieten konnte. Hellen Wesen stehen ebenso dunkle Gestalten gegenüber. Die Elfen finden ihren Spiegel in Dunkelelfen, die Zwerge in Duergar, den Dunkelzwergen. Sie agieren mit dünnen verschlagenen Stimmen und geben so einen noch besseren Kontrast zum tiefen Brummen des Drachen Trübschimmer, gesprochen von Jürgen Holdorf. Ein Hauen und Stechen, treffliche Dialoge und Effekte sorgen für stetige Abwechslung und ein atemloses Zuhören.
Die phantastische Geschichte präsentiert sich als Fantasy-Kino für die Ohren. Jedes einzelne Detail geht perfekt ineinander über und auf. Mithril-Halle weckt zwar Erinnerungen an Moria, doch diesen Schuh muss sich R.A. Salvatore anziehen. Ein spannendes Hörspiel mit einem glänzenden Tobias Meister.
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Samstag, 15. November 2008
Drew bezeichnet sich selbst als Künstler, eine Form von Fleischeskünstler. Er klont. Nicht andere, nein, denn das steht auf rechtlich wackeligen Beinen, aber sich selbst oft und für Geld. Drew spielt mit seinen Klonen. Er verändert sie. Genetisch. Chirurgisch. Er tätowiert sie. Verstümmelt. Erweitert. Er erfindet sich immer wieder neu zur eigenen Belustigung, zur Belustigung anderer. Drew schafft Monströsitäten, entlässt sie in die Freiheit, nach draußen, nach Paxton oder nach Punktown, wie sie es nennen. Er zieht sie an, entlässt sie nackt, verkauft sie, um von dem Geld zu leben und seiner Kunst zu frönen.
Irgendwann verzieht sich das Spiegelbild von Geistern, bekommt Risse. Was ist seinen Klonen nicht schon alles geschehen? Sie wurden getötet, vergewaltigt, ausgeweidet Aus Spaß. Drew hat das alles kalt gelassen. Er hat seinen Klonen keine Gefühle und noch weniger Intelligenz mitgegeben. Sie sind weniger als Tiere und nur etwas mehr als ein Gegenstand. Eines Tages wagt er etwas Neues. Für einen Auftraggeber schafft er eine Frau, aus sich selbst. Sein weibliches Ich zieht ihn immer mehr an, fasziniert ihn, doch der Tag der Übergabe an den Kunden naht viel zu schnell.
Geschichten aus einer schlimmen, verrohten, emotional verwahrlosten Zukunft. Das ist Cyberpunk, ein wenig Splatterpunk, das ist Blade Runner hinter den Kulissen der Mächtigen. Jeffrey Thomas geht in seiner ersten Geschichte der Frage nach, was wäre, wenn der Mensch sich selber schaffen könnte, nicht andere, nein, sich selbst. Was würde er mit diesen Kopien anfangen? Die Antwort in dieser Geschichte ist erschreckend, denn die Fähigkeit zum Klonen liegt ausgerechnet in den Händen eines jungen Mannes, der sich zunehmend von der Welt abgeschottet hat.
Wer das Schweigen der Lämmer sah oder las, wird sich vielleicht an den Blutadler erinnern, den Mr. Lecter bei seiner Flucht zurückließ. Drew, der Held aus Thomas erster Geschichte im vorliegenden Hörstück, inszeniert etwas ähnliches mit einem (noch lebenden) Klon in seiner eigenen Wohnung. Bei aller Beschreibung, die Drew über sich selbst offenbart, ist es genau dieses Kunstobjekt, das sein wahres Seelenleben zeigt.
Jeffrey Thomas beschreibt eine Welt, in der Gefühle jegliche Ausdrucksmöglichkeit haben, aber ihre Nutzung keine letztendliche Erfüllung bringt. Hassmaschine nennt sich eine Erfindung, die in der Lage ist, die negativen Emotionen ihres Besitzers auf und in sich zu bündeln. Ihr Besitzer wird so umgänglicher, pflegeleichter, nachgiebiger. Das kleine lebende Innere des figürlichen Sündenbocks verschrumpelt nach und nach und stirbt ab. Doch was ist, wenn der Druck zu groß wird, so groß, dass selbst ein so ausgeklügeltes Maschinchen nicht mehr standhalten kann?
Thomas spürt dem Mythos des Sündenbocks nach, der hier nicht in die Wüste gejagt wird, sondern stets dabei ist. Es gibt einen fürs Büro, für die heimischen vier Wände, sogar für unterwegs, für die Manteltasche gibt es einen. Und während die einen ihre gewaltsamen Neigungen so verhindern, gehen die anderen ihren Trieben ungehemmt nach. Cardiff lässt sich von seiner Frau nach Strich und Faden betrügen, seine Tochter wird von Punks getötet, aber er selbst beherrscht sich, obwohl er schon eine Waffe gekauft hat, diese mit zur Arbeit nimmt und nur darauf wartet, sie zu benutzen.
Thomas Menschenbild einer fortschrittlichen Zivilisation ist furchtbar und zu vielen Zeiten in vielen Epochen denkbar. Er hat sie eher zufällig und für vielfältigere Situationen in der Zukunft angesiedelt. Die Auslöser der Geschichten und die Psyche ihrer Protagonisten sind ähnlich auch in der Gegenwart oder der Vergangenheit denkbar. Die futuristische Atmosphäre hilft dem Hörer nur, mehr Abstand zu wahren, sich weniger in die Geschichten hineinzudenken was gut ist, da Thomas den gemeinen inneren Kern des Typus Mensch trifft und festhält.
Die Stimmen in den ersten beiden Geschichten absolut toll: Gerrit Schmidt-Foß als Drew und als verzweifelter Cardiff Jürgen Holdorf – klingen innerlich zerrissen, sie packen, ziehen einen herunter was furchtbar ist weshalb man sich nur eine Geschichte am Tag zu Gemüte führen sollte und nur, wenn gute Laune vorherrscht. Wer in düsterer Stimmung ist und sich aufheitern will, ist bei diesen Geschichten am falschen Platz.
Die gesamte Inszenierung lässt Punktown vor dem inneren Auge erstehen, vielleicht verleitet es auch dazu, zu bekannten Optiken wie Blade Runner abzudriften. Einerlei ob die Phantasie oder das Gedächtnis bemüht wird, der Klang baut im Geiste ein großartiges Gebilde.
Grimmig, gruselig, in Abgründe eintauchend, das ist Jeffrey Thomas, dessen Geschichten hier einmal mehr eine originelle Lebendigkeit erfahren und das Dunkle seiner Geschichten noch mehr verdüstern.
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Stichwörter: jeffrey thomas
Donnerstag, 06. November 2008
Die Geräte funktionieren alle nicht richtig. Dabei sollte die neue Ausrüstung aus dem Hause Zinco doch die Arbeit der Einsatzteams erleichtern und nicht erschweren. Aber Verbindungen wichtige Verbindungen werden nicht hergestellt, ein Rauschen ertönt und die Teams vor Ort sind vollkommen auf sich gestellt. Für Hellboy ist das nichts Neues. Schließlich geht er auch lieber alleine vor, denn so kann er ungehemmt und ohne Rücksicht auf Verluste einfach alles kaputt machen. Wo alles in sich zusammenbricht, kommt wenigstens nichts auf die Beine.
So legt Hellboy eine kleine Zeitbombe. Sehr zum Verdruss seines Chefs Manning, der wieder einmal einen Herzinfarkt fürchten muss, weil der Welt bester paranormaler Ermittler nur Kleinholz hinterlässt. Aber es ist ihm nicht zur Gänze anzulasten, da auch Rasputin seine Vorkehrungen getroffen hat, um dem Abtrünnigen, der der Baba Jaga ein Auge nahm, das Handwerk zu legen und das Leben zu nehmen.
Die Kreise schließen sich. An allen Fronten entstehen gleichzeitig Brandherde. Hellboy und seine Freunde haben alle Hände voll zu tun. Hellboy, gesprochen vom Horror-erfahrenen Tilo Schmitz, sieht sich plötzlich mit mehr als nur einer Vampir-Angelegenheit konfrontiert. Denn Giuresco, der ehemalige napoleonische Offizier, den sogar die Nazis für ihren Vampirsturm rekrutieren wollten, hat eine prominente Mutter: Hekate, die Göttin mit dem Schlangenleib. Nach vielen aufregenden Momenten in diesem zweiten Teil von Der Teufel erwacht wird man als Hörer einerseits gefangen genommen von gruselig traurigen Klang von Elga Schütz (Hekate), andererseits reißt einen das freche Mundwerk Hellboys wieder in die humoristische Ecke eine Besonderheit der Reihe allgemein, die hier sehr gut eingefangen wird.
Wie aus Freunden Feinde werden, wenn ein Dritter intrigiert zeigt das Verhältnis der beiden deutschen Wissenschaftler Krönen (Peter Woy) und Kurtz (Helmut Gentsch). Krönen, elektronisch verzerrt gesprocen, um den Klang hinter einer Gasmaske hervor zu simulieren, begehrt gegen Kurtz auf, da dieser den furchtbaren Kopf von Wissenschaftlerkollege Von Klempt wieder zum Leben erweckt hat. Eingesperrt in ein gläsernes Gefäß genauer: dort konserviert und frisch gehalten klingt die Stimme von Gastsprecher Hennes Bender etwas dumpf aus dem Hintergrund. Die meisten Hörer werden Hennes Bender als Comedian aus Bochum kennen, der durch seine hektische Vortragsweise bei zahlreichen Bühnen- und Fernsehauftritten (wie z.B. in Nightwash) sein Publikum begeistern konnte. Auch hier hat er sichtlich Spaß an seiner ungewohnten Rolle.
Tragisch und schaurig anzuhören ist das Schicksal von Ilsa Hauptstein, gesprochen von Katinka Springborn. Bisher konnte sie ihre Brutalität unter Beweis stellen, ein herrisches Gebaren, dann eine verzweifelte Liebe, ihre Hinwendung zu Giurescu, dem Vampir. Hin und her gerissen zwischen der Liebe und der Loyalität zu ihrem Meister Rasputin vertraut sie schließlich den Versprechungen des Mannes, der bereits tot war und ihr ein wenig die Furcht vor demselben nehmen kann.
Ein Geschenk der Baba Jaga wird zu Ilsas Schicksal. Wer die Comics nicht kennt, dem soll auch nichts verraten werden. Einzig soll gesagt sein: Bei der Vorstellung dieses Schicksals wie auch der akustischen Umsetzung, sträuben sich einem die Nackenhaare.
Eine überaus gelungene Fortsetzung mit vielen Höhepunkten und Knalleffekten, die auf das Konto von Hellboys Holzhackermentalität gehen. Sobald Tilo Schmitz im wiederkehrenden Vorspann seine Zigarre pafft (wunderbarer Einfall) gibt es kein Entkommen mehr. Klasse.
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Stichwörter: tilo schmitz, michael prelle
Sonntag, 26. Oktober 2008
Im ewigen Eis, in der Nähe von Norwegen, erreicht ein Hubschrauber des Zinco-Konzerns sein Ziel: Eine alte vergessene Festung, im kalten Grab seit Jahrzehnten eingeschlossen und scheinbar vergessen. Doch der Finanzier dieser kleinen Expedition eiß es besser. Etwas hat dort unten überlebt. Jemand gab ihm den Auftrag diese Überlebenden zu finden. Der Industrielle trifft auf ein Trio, das nicht zögern würde ihn umzubringen, hätte er nicht eine wichtige Nachricht für sie von einer noch wichtigeren Person. Rasputin selbst gab ihm den Auftrag, diese Leute mit allem zu versorgen, was für die kommende Arbeit benötigt wird.
Und große Tage stehen bevor. Endlich, nach so vielen Jahren könnte die Macht von einst regeneriert werden und die Operation Vampirsturm doch noch ins Leben gerufen werden können. Ilsa Hauptstein, die einstige Geliebte des Vampirs Giurescu, findet den Leichnam dieses Monsters wieder. Sie weiß, dass er wiederbelebt werden kann.
Doch davor hat die Menschheit noch ein letztes Bollwerk gesetzt: Die Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen.
Unkraut vergeht nicht. So heißt es. Auf Bösewichte trifft dies auf jeden Fall zu. Der Welt bester paranormaler Ermittler sieht sich einer interessanten Aufgabe gegenüber Ach, was! Hellboy hat gehört, dass es um Nazis und Vampire geht und sofort ist er natürlich Feuer und Flamme, diesen Mistkäfern in den Allerwertesten zu treten. Oder was immer sich sonst am hinteren Ende ihres Körpers befindet. Denn einige Kreaturen in dieser Geschichte verfügen über eine ganz eigene Anatomie.
Hellboy, richtig cool von Tilo Schmitz gesprochen, sieht sich kurz nach Beginn seines Einsatzes einer Nazi-Kreatur namens Unmensch gegenüber, eine Art intelligenzloses Frankensteinmonster, von Robert Schlunze in einem Gastauftritt geraunt, der sich auch für die Spielbücher der Reihe verantwortlich zeichnet.
Die Einführung in die Geschichte erfolgt teilweise in Form einer Einsatzbesprechung, die von Dr. Manning geleitet wird. Manning wird wunderbar genervt von Klaus Dittmann gesprochen. Lehrerhaft, bürokratisch hat er der locker leichten Art von Hellboy nichts entgegenzusetzen.
Verschiedene Dialoge sind besonders eindringlich, ausdrucksstark und hörenswert. Michael Prelle ist wieder als Rasputin mit von der Partie. Seine Erzählungen über die einzelnen mythologischen und geschichtlichen Verstrickungen wie in seiner eigenen Vergangenheit sind dergestalt, dass man ihnen als Hörer stundenlang folgen könnte. Eine dankbare Zuhörerin findet er in der Rolle der Ilsa Hauptstein, überzeugend gespielt von Katinka Springborn.
Das andere interessante Duo besteht aus Krönen und Kurtz, den beiden Nazi-Wissenschaftlern. Krönens Stimme klingt elektronisch verzerrt, wirkt unheimlich, ein wenig wie ein sprechender Rasierapparat.
Wer den ersten Hellboy-Film sah, wird einige Gestalten wieder erkennen: Rasputin, Hauptstein, Krönen und andere. Allerdings hat Mike Mignola, der die Comic-Vorlage zum Spielbuch von Robert Schlunze schrieb, die Geschichte zuvor ganz anders aufgebaut, während er im Kinofilm deutlich abspeckte und eine mehr massentaugliche Version schuf. In der Vorlage wie auch der Hörspielumsetzung ist die Atmosphäre gruseliger, spaßig zwar auch bei Hellboy geht es nie ganz ohne aber auch dichter. All die vielen kleinen Hintergrundinformationen lassen sich so nicht in einem Kinofilm abbilden vielleicht schon mit einem interessierten und geduldigen Publikum und einer vierstündigen Verfilmung.
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. In der zweiten Hälfte kommen weitere Gestalten ins Spiel, die einmal eine mehr eine Rolle im Hellboy-Universum spielen werden. Rasputin selbst erwähnt die Baba Yaga, die ihm auf ihre Weise half. Liz und ihr Kollege entdecken einen Homunkulus, der außergewöhnlich groß geraten ist. Kurtz lässt einen Kopf aus dem südamerikanischen Dschungel herbeischaffen, einen ehemaligen wissenschaftlichen Kollegen namens Hermann von Klempt. Als Stimme dieses Kopfes dürfen sich die Hörer in der Fortsetzung dieses Hörspiels auf die Stimme des allzeit leicht hektischen Comedians Hennes Bender freuen.
Die Einführung in das Hellboy-Universum ist noch nicht vorüber. Noch immer kann der Details über die Hauptfiguren der B.U.A.P. erfahren, so zum Beispiel über Liz Sherman. Derweil geht die Monsterhatz weiter, noch ein wenig unheimlicher diesmal, auch akustisch. Das Kino im Kopf funktioniert durch das tolle Zusammenspiel von Erzählung und Spielszenen auf den Punkt genau.
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Stichwörter: tilo schmitz, michael prelle
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Montag, 13. Oktober 2008
Hellboy steckt in Schwierigkeiten und das ist noch ziemlich untertrieben. Lange Zeit wusste er nicht genau, wie er in diese Welt gekommen war, noch warum es ihn zu den Menschen verschlagen hatte. Nun steht ein Mann vor ihm, der Antworten auf viele Fragen über Hellboys Existenz hat. Aber will Hellboy diese Antworten überhaupt wissen? Zu erfahren, man sei einzig zu dem Zweck des Weltuntergangs, für Ragnarök, aus einer anderen Dimension hergebracht worden, kann nicht jedermanns Sache sein. Auch Hellboy gefällt diese Vorstellung überhaupt nicht. Ein Freak zu sein, gut, das sind seine Freunde auch. Aber Weltuntergangshelfer, das ist, um es mit Hellboys Worten zu sagen: Kacke!
Michael Prelle hat als Rasputin einen recht langen Monolog, der seine Lebensgeschichte wiedergibt, eine Lebensgeschichte, die Hellboy nur Langeweile entlockt, der man als Hörer allerdings noch länger zuhören möchte. Prelle erzeugt allein mit seiner Stimme ungeheuer viel Atmosphäre.
Etwas störend hierbei, weil ablenkend, wirken die akustischen Rückblicke, die der Hörer bereits aus dem ersten Teil von Saat der Zerstörung kennt.
Interessant sind die Stellungnahmen Hellboys, der sich wie der Zuhörer auch an den Erklärungen Rasputins weiden soll. Mike Mignola, Erfinder von Hellboy, veralbert hier all jene Mörder, Unholde und sonstige Monströsitäten, die vor der Tötung eines Opfers erst ihre gesamte Lebensgeschichte und ihre Motivation über das Opfer ergießen müssen als sei die Situation schon nicht schlimm genug.
Im Gegensatz zu Hellboy, der sich äußerst gelangweilt zeigt, fasziniert Rasputin mit seinem Vortrag den Hörer. Es fällt schwer, sich diesem leicht hypnotischen Unterton zu entziehen. Der Wechsel zur bedächtigen Beschreibung von Joachim Tennstedt, nicht weniger spannend, ist auffällig, so auffällig, dass man tatsächlich durchatmen muss. Tennstedt beruhigt, obwohl die Ereignisse, mit denen er befasst ist, später zum großen Finale hinführen.
Ein wenig seltsam und daraus kann dem Hörspiel kein Vorwurf gemacht werden, denn Mike Mignola persönlich hat es in der Vorlage so angelegt ist die Szene an Bord des Raumschiffs. So verwirrend es sich für jene anhören mag, die Hellboy gar nicht kennen und es für eine reine Horror-Show gehalten haben, so merkwürdig hört es sich selbst für die Fans an. Der Einschub kommt überraschend, wie aus der Luft gegriffen. Er erklärt zwar ein wenig, erläutert die Konsequenzen von Rasputins Handeln aber das wäre dem Leser oder hier dem Zuhörer sowieso klar gewesen, denn ohne den kompletten Weltuntergang oder wenigstens der Planung hierfür – gehen solche Szenarien selten ab.
Das Finale ist sehr dramatisch geworden und die Wirkung ist deutlich stärker als in der ursprünglichen Comic-Version. Die Geräuschkulisse oder besser die Soundeffekte und der Klang zusammen mit den Stimmen, ganz besonders in jenem Augenblick, als Abe Sapien doch noch eingreift, erzeugen perfektes Kino im Kopf. Die Art und Weise, wie der Hörer durch vertonte Akteneinträge die gut platziert sind die Akteure nahegebracht bekommt, ist sehr stimmig und fügt sich gut in die fortlaufende Handlung ein, ohne einen Bruch zu erzeugen.
Ein sehr guter zweiter Teil, in dem alles zusammenpasst und wie aus einem Guss wirkt. Der Gegensatz zwischen den Stimmen von Hellboy (Tilo Schmitz) und Rasputin (Michael Prelle) macht aus der Saat der Zerstörung ein tolles Horror-Hörerlebnis.
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Stichwörter: tilo schmitz, michael prelle
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Freitag, 03. Oktober 2008
Das Dritte Reich sieht seinem Ende entgegen. Aber aufgeben will es nicht. Zu diesem Zweck hat Rasputin dem Führer ein Wunder versprochen. Auf einer kleinen Insel startet das Experiment, für das unglaubliche Energien benötigt werden. Schließlich ist es soweit, es passiert nichts. So glauben es jedenfalls die anwesenden deutschen Soldaten. Für die später eintreffende amerikanische Spezialeinheit ergibt sich ein völlig anderes Bild. Professor Broom, den alliierten Soldaten als Berater zugeteilt, versucht das Vertrauen des roten Jungen zu gewinnen. Und es gelingt: Broom wird für Hellboy zum Vater.
Als Hellboy seinen Vater viele Jahre später wieder trifft, ist er zutiefst erschüttert. Der alte Mann ist nicht mehr er selbst. Die Expedition, mit der er lange unterwegs war und während derer er sogar als verschollen galt, hat einen verwirrten, ängstlichen Menschen aus ihm gemacht. Kurz darauf greift eine unheimliche Kreatur an. Hellboy verteidigt seinen menschlichen Mentor, aber zu spät.
Pünktlich zum Kinostart des zweiten Hellboy-Films startet die Reihe der Hörspielumsetzungen zu den weltbekannten Comics von Mike Mignola um den paranormalen Ermittler der besonderen Art. Hier sind die Jäger selber Freaks, die sich jedoch für die gute Seite entschieden haben. Wie es sich gehört, startet die Reihe mit der ersten Erzählung über Hellboy, genauer über seine Entstehung und seinen ersten großen Einsatz. Aufgeteilt in zwei Folgen ist die Saat der Zerstörung
Wer es noch nicht weiß, dem soll die Spannung nicht verdorben werden.
Bekannte Sprecher natürlich auch aus der Verfilmung machen das Hörspiel zu einem Hör-Comic-Erlebnis. Besonders dominierend wegen seiner markanten Röhre ist natürlich Hellboy selbst, gesprochen von Tilo Schmitz, der Synchronstimme von Ron Perlman (Hellboy) oder auch Ving Rhames. Kernig, tief, brummig, kurz, als hätte er ein Reibeisen verschluckt, erzählt Hellboy hier aus der Vergangenheit, von seiner Ankunft. Nach diversen einstimmenden Szenen so der deutschen und alliierten Soldaten und des sympathischen Professor Broom ist er also da, der kleine rote Junge, auf den zunächst geschossen wird, obwohl gerade einmal 40 Zentimeter groß ist.
Professor Broom, gesprochen von Gerd Samariter, gibt einen akustisch knuffigen Professor ab, der leider viel zu schnell das Zeitliche segnet. So kommt denn zügig das komplette Team zum Einsatz, denn Brooms Tod steht in Verbindung zu einer missglückten Expedition der Cavendish-Brüder. Neben Hellboy greifen nun auch Abe Sapien und Liz Sherman ins Geschehen ein. Star WarsFans dürfen sich auf Joachim Tennstedt freuen, der Anthony Daniels die Stimme lieh (oder auch Billy Crystal, John Malkovich oder ) und auch für die Figur des Abe Sapien zur Verfügung stand. Neben dem alten Synchronexperten steht eine nicht minder erfahrene Expertin für die Figur der Liz Sherman zur Verfügung. GenreFans kennen sie als Stimme von Shannon Doherty (Charmed), ein breiteres Publikum brachte sie als Stimme von Renee Zellweger in Bridget Jones 1 +2 zum Lachen.
Michael Prelle sorgt mit seiner russisch eingefärbten Stimme für einen sehr gruselig klingenden Rasputin, der sich stimmlich auf dem gleich hohen Niveau seiner Kollegen befindet. Doch nicht nur die Stimmen sorgen für die dringend benötigte Atmosphäre eines gruseligen und abenteuerlichen Hörspiels. Effektreich und mit schönen musikalischen Einspielern entsteht hier ein feines Kino im Kopf, ganz so wie es sich der Hörspiel-Fan generell wünscht und der Fan von Hellboy es selbstverständlich verlangt.
Robert Schlunze, Autor der Hörspieladaption, outet sich selbst als Hellboy-Fan, beste Voraussetzungen für ein gelungenes Spielbuch, dem hier eine besondere Aufgabe zukommt, nämlich, die Augen zu ersetzen. Jenen, die bislang die Comics nicht gelesen haben, wird nichts fehlen, jene, die sie gelesen haben, werden ihre eigenen Bilder automatisch ergänzen. Der Aufbau, mit diversen Rückblenden, Einschüben und Erinnerungsstücken, im Comic leicht lös- und einfügbar, da Mignola weiß, dass seine Leser auch einmal zurückblättern können, ist im Hörspiel schwieriger umsetzbar, gerade bei Passagen, die sich durch erhöhte Aktion ausweisen. Schlunze beschränkt sich auf das Nötigste, um im gegenwärtigen Handlungsstrom den Fluss aufrecht zu erhalten. Das Ergebnis ist ein in seiner Dramatik immer weiter steigendes Hörvergnügen.
Eine Fan-Umsetzung, was will der Comic-Leser mehr. Dank originaler Stimmen, einer kinoähnlichen Atmosphäre hat Hellboy nun einen weiteren Weg gefunden, um neue Fans zu gewinnen angesichts dieser tollen Umsetzung kann das nicht ausbleiben.
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