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Comic Blog


Donnerstag, 11. Januar 2007

Joey und die Wächter der Nacht

Filed under: Abenteuer,Mystery — Michael um 19:24

Joey und die Wächter der NachtJoey hatte ein schönes Zuhause, aber seine Mutter hat einen neuen Job. Nun heißt es: Umziehen. Dabei hat Joey noch ganz andere Probleme. Er fürchtet sich vor der Dunkelheit. Bisher hat er es nicht fertig gebracht, sich diesen Ängsten zu stellen. Bis es soweit ist, hat seine Großmutter eine Überraschung für ihn. Bei seiner Abreise schenkt sie ihm eine Spielzeugpackung mit vier Figuren darin. Fortan wird Joey beschützt von den Wächtern der Nacht. Und wie Joey es insgeheim befürchtet hat: Schon sehr bald bekommen die Wächter alle Hände voll – Verzeihung, alle Pfoten voll zu tun.

Es herrscht Krieg. Zuerst weiß Joey nichts davon. Er fürchtet sich einzig vor dem, was aus dem Kleiderschrank kommen könnte. Durch Zufall wirft er einen Blick in eine andere Welt, in der die Wächter mit Monstern aufeinanderprallen. Im nächsten Augenblick stürzen die Kämpfenden aus dem Kleiderschrank. Joeys Abenteuer beginnt.

Courtney erfreut sich zur gleichen Zeit in der Werkstatt ihres Vaters ebenfalls an Stofftieren. Ihr Vater ist ein begnadeter Stofftiermacher. Courtney versucht es ihm gleich zu tun, aber sie hat sie auch ihre eigenen Vorstellungen für die Zukunft. Sie möchte gerne Ärztin werden und ihr Vater freut sich über das goldene Herz seiner Tochter.
Zukunft ist jedoch ein wichtiges Stichwort, denn andere haben einen Blick in die Zukunft werfen können und was sie dort zu sehen bekamen, hat ihnen überhaupt nicht gefallen. Courtney wird alsbald von den Monstern entführt.

Die neue Welt ist aufregend, die neuen Freunde sind großartig zu Joey und erst der König? Wie sehr vermisst er doch seine Oma, die ihm immer gut zuredete. Im König findet er einen Freund, zu dem er auf ähnliche Weise aufschauen kann und dessen Ratschläge ihm ganz besonders nahe stehen. Kein Wunder, denn der König steht in einer ganz besonderen Beziehung zur Oma.
Joey nimmt die Aufgabe an und sein Leben verändert sich von da an für immer.

Joey und die Wächter der Nacht nimmt den Comic-Fan auf eine märchenhafte Reise mit. Endlich bekommen die ersten Freunde der Kinder wieder einmal eine größere Rolle.
Kinder und ihre Mitstreiter, aber auch ihre Monster wurden schon häufig thematisiert. In Buchform kennt der Genre-Fan es von Dean R. Koontz mit Die Nacht der Zaubertiere oder vom Klassiker Der Zauberer von Oz. In jüngster Zeit hatten die Monster eine Hauptrolle in der Monster AG. Die Monster, denen sich Joey zusammen mit den Wächtern der Nacht stellen muss, sind allerdings ganz und gar nicht niedlich wie in besagtem Animationsfilm – und Kinder fürchten sie schon gar nicht, denn diese Monster sind eine echte Bedrohung. In feinster Zeichentrickoptik schicken Mike Bullock und Jack Lawrence ihren Helden in den Kampf.

Joey ist ein richtiger lieber kleiner Junge. Wie viele liebe Jungs ist auch er sehr bestürzt über seine Furcht vor der Dunkelheit, denn sonst findet er sich eigentlich ganz in Ordnung. Bullock und Lawrence haben ihn derart sympathisch dargestellt, dass man als Leser gar nicht anders kann, als mitzufiebern.
Außerdem erfüllen sie dem Leser auch einen Kindheitswunsch: Die Stofftiere werden lebendig. Aus kleinen Kuschelkätzchen werden ausgewachsene Raubkatzen, Löwe, Tiger, schwarzer Panther. An ihrer Seite befinden sich alle möglichen anderen Kuscheltiere. Ganz vorn natürlich Bären, aber auch Elefanten, Vögel, Katzen und Nilpferde. Die Fraktion der Feinde ähnelt eher Primaten, misslungenen Affen, wirken aber auch aus den verschiedensten Tieren zusammengesetzt. Das ist in bester disneyscher oder bluthscher Manier auf kindliche Weise gruselig.
Gelungen sind die Wächter selbst. Pallo, der Löwe, und sein Rudel haben ihre ganz eigenen Charaktere. Pallo ist der geborene Anführer, Ares ist der Kumpel, Minerva ist manchmal etwas giftig und Venus bringt weiblichen Charme in das Team.

Grafisch legen Bullock und Lawrence besonderen Wert auf ihre Figuren, die häufig das Bild dominieren. Sie halten sich weniger mit Details in Hintergründen auf, als mit dem Design einer gewaltigen, sehr körperlichen Figur, die den Eindruck macht, sie könne gleich aus dem Bild springen.

Im Vorwort beschreiben Bullock und Lawrence sich mehr und mehr mit ihrer Geschichte identifizierten, unabhängig von einem Erfolgsgedanken, sondern nur, weil ihnen die Geschichte so sehr Spaß machte. Genau das spürt man während des Lesens. Die Geschichte ist zwanglos erzählt, sie setzt ihre ganz eigenen Höhepunkte. Manchmal muss es nicht die Handlung sein, die den Leser bannt, manchmal ist es nur ein schönes Bild. Bullock und Lawrence nehmen sich die Freiheit und halten auch einmal inne.

Feine märchenhafte Comic-Unterhaltung für alle die jung geblieben sind und sich für grafisch feinste Umsetzung begeistern können.

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Montag, 08. Januar 2007

Golden City 4 – Goldy

Filed under: Abenteuer,SciFi — Michael um 21:25

Golden City 4 - GoldyHarrison Banks hat das Gefängnis hinter sich gelassen. Aber die Freude über die Flucht währt nur kurz. Sein Flugzeug stürzt ab und die bezahlten Häscher sind nicht weit entfernt. Aber Harrison ist ebenfalls ein Glückskind. Sein Absturz bleibt nicht lange unentdeckt. So landet er wenig später in den Armen einer Reporterin des National Geographic, die ihm mehr als nur nützlich bei seiner Flucht und seinen Ermittlungen ist. Denn sehr bald kämpft er wieder um das nackte Überleben.

Eine geheimnisvolle Person aus Harrison Banks’ Vergangenheit bereitet den Drahtziehern im Hintergrund ziemliches Kopfzerbrechen. Wer ist Goldy? Was müssen sie über diese Person wissen? Wie kann diese Person ihnen gefährlich werden? Dabei ist die Antwort so einfach.
Für Harrison ist Goldy Teil einer schönen Vergangenheit, ein Ausschnitt aus seiner Kindheit, bevor ihn die Realität einholte. Eine Freundschaft wurde zerrissen, bevor sie richtig beginnen konnte und Harrison lernte, was es noch außer einem goldenen Käfig geben könnte.

Zwischenzeitlich ist Harrison der Eiswüste entflohen und hat sich bei denen versteckt, die ihm zuerst so große Schwierigkeiten gemacht haben, ja, von denen er sogar verraten worden war. Alles rächt sich, so scheint es, weshalb die junge Frau, die den Verrat einfädelte inzwischen in ein Bordell verkauft wurde. Obwohl Harrison keinerlei Grund dazu hat, ist er entschlossen, Mifa, die junge Frau, zu retten.
Der Plan gestaltet sich zu Beginn einfach und durchführbar, aber er und seine neuen Freunde haben nicht mit der Schläue des Schakals gerechnet. – Und die Killer, die hinter Harrison immer noch her sind, haben sie beinahe vergessen.

Auch in Golden City 4 – Goldy gehört der ehemalige Multimillionär Harrison Banks zu jener Sorte Helden, denen nichts erspart bleibt. In der 4. Episode überraschen die Macher Daniel Pecqueur (Autor) und Nicolas Malfin (Zeichner) mit einem Auftakt voller Action – und einer Menge neuer Fragen, denen sich Harrison Banks widmet.

Die Zukunft in den Küstenregionen, von denen reichlich gibt, ist nicht vielversprechend. Die Armut regiert unter den normalen Menschen, die Kluft zwischen Arm und Reich ist so tief wie nie zuvor. Der Mensch ist zur Ware geworden, wie auch Mifa dank des Autors feststellt. Zuvor hatte sie Harrison an die Behörden verkauft, nun ist sie als Lustsklavin in einem Bordell gelandet. Mensch und Sex ist zu einer Ware geworden, die sich nur noch die gut Betuchten leisten in einem angenehmen Ambiente leisten können. Eine zweifelhafte Atmosphäre begünstigt eine kriminelle Zwischenschicht, derer sich die Reichen und Mächtigen gerne bedienen.

Pecqueur und Malfin haben eine faszinierende Wasserwelt als Umgebung für ihre Geschichte geschaffen. Prunkvolle Gebäude ragen aus dem Wasser. An den Küsten sind Slums entstanden. In manchen Gegenden ragen Ruinen aus den Wassern empor. Flugzeuge, Boote und Hoovercrafts sind die vorherrschenden Fortbewegungsmittel. Modisch existiert ein einziges Durcheinander – außer bei den Reichen, denn sie sind die einzigen, die so etwas wie Mode noch kennen.
Alles ist vollendet im Design und durchdacht. Autor und Zeichner nutzen diese eigens geschaffene Umgebung für ein pralles Action-Abenteuer, dem im vorliegenden Band noch eine ordentliche Portion Rätsel mitgegeben wird. Wie ein Detektiv folgt Harrison den Spuren, die vor langer Zeit für ihn ausgelegt wurden, bis er für den Leser auf faszinierend angelegte Weise das Ziel ausfindig macht.

Pecqueur und Malfin gelingt der Trick, ihre Protagonisten auf perfekte Weise in diese Welt einzubinden. Die Gegensätze schaffen ein weiteres Spannungselement. Wo eben noch Killer hinter Harrison her waren, sorgen Kinder und ihre unschuldige Sicht der Dinge für Beruhigung. Der Leser hält einen Augenblick inne, er hat Zeit die Liebesbeziehung zu registrieren, die zwischen dem unschuldig Verfolgten und der Reporterin entbrennt.

Neben Malfins sehr striktem und exaktem Strich, zeichnen sich auch Pierre Schelle und Stéphane Rosa für die tollen Bilder verantwortlich, denn die Farben wurden durch sie sehr fein abgestimmt. Farbtöne untermalen im wahrsten Sinne des Wortes die Stimmungen der jeweiligen Szene. Dabei wurden genau warme (goldgelbe Farben) und kalte (eisblau, meergrün) Stimmungen getroffen.

Mit Golden City ist ein Science Fiction-Abenteuer zum Genießen entstanden, bei der Pecqueur und Malfin ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt haben. Spannende Unterhaltung mit einer überaus feinen Kolorierung. SciFi-Kino im Albenformat. 😀

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Sonntag, 07. Januar 2007

Franka – Das Schwert von Iskander

Filed under: Abenteuer,Thriller — Michael um 2:27

Franka 19 - Das Schwert von IskanderFranka genießt die Zweisamkeit. Gemeinsam mit ihrem Freund und Geliebten Rix, dem ehemaligen Dieb. Das Leben könnte nicht schöner sein. Die Liebe ist jung und spannend, der Sex ist einfallsreich und wäre all das noch genug, fällt Franka auch noch ein finanziell lukrativer Auftrag in den Schoß.
Wenn die Pflicht ruft – und einer der reichsten Männer der Welt – dann nimmt man sehr gern die Arbeit an. Franka macht sich auf den Weg, nichts ahnend, dass sie bereits beschattet wird.

Der Auftrag erscheint einfach zu werden: Hole ein Paket ab und bringe es zurück. Diverse Kontaktpersonen werden behilflich sein. Der Auftraggeber, Alexander Karat, ein Milliardär, schickt Franka nach Istanbul. Franka ist beeindruckt von all der Pracht, die ihr präsentiert wird. Die verschiedenen Transportmittel, die alle nur vom Feinsten sind, unbegrenzte Mittel und ein Reiseziel mit exotischer Atmosphäre trüben ihren Blick. Mögliche Gefahren nimmt sie nicht mehr wahr.

Rix ist derweil misstrauisch geworden. Er hat herausgefunden, dass er und seine Freundin beobachtet wurden. Warum entzieht sich bislang seiner Kenntnis, aber seine Spürnase ist erwacht.
Franka indessen hat Istanbul erreicht. Und das Abenteuer beginnt nun erst recht.

Die 19. Episode von Franka erzählt das Leben der jungen Frau nahtlos weiter, aber wie immer unter Henk Kuijpers‘ Feder ist es für den Leser keinerlei Problem einen schnellen Einstieg in die Geschichte zu schaffen.

Franka ist der Prototyp einer modernen jungen Frau. Attraktiv selbstverständlich, aber auch intelligent, gerissen, wagemutig und sehr neugierig. Sie liebt die Unabhängigkeit, hat aber mit dem richtigen Partner auch eine überaus herkömmliche Zukunft vor Augen. Jeder Lebensabschnitt hat seinen Reiz und vorerst genießt sie es, in eine Welt einzutauchen, in der es keine Grenzen zu geben scheint. Aber Franka geht es nicht um Geld.
Ihre Freundin Laura ist da anders. Wer Geld hat und smart ist, kann sie um den kleinen Finger wickeln. Kujpers stellt diese beiden Frauenfiguren sehr schön gegeneinander. Ähnlich verfährt er mit den verschiedenen Schauplätzen. Das beschauliche Amsterdam, die Umgebung der Oberen Zehntausend, das asiatische Istanbul. Kuijpers‘ Geschickheit ist es zu verdanken, dass für den Leser beinahe ganz nebenbei ein Sightseeing aus der Geschichte wird – bevor aus dem Abenteuer ein spannender Thriller wird.

Wer nun glaubt, nachdem er weit in der Geschichte vorgedrungen ist, könne die Handlung abschätzen und vorhersagen, sieht sich gewaltig getäuscht. Kuijpers verweigert sich erzählerischen Mustern und schreibt so, wie das Leben manchmal spielt. Unvorhersehbar, nicht unbedingt wahrscheinlich, aber möglich. Es passiert, was passieren kann. Auf diese Art serviert Kuijpers Wendungen, die selbst der hartgesottenste Leser nicht vorausberechnen kann – ein absoluter Pluspunkt, der einen bis zum Schluss weiterlesen lässt, ohne inne zu halten. So gut, werden die Überraschungen eingesetzt.

Die Bilder von Henk Kuijpers sind klar, vielleicht sogar sehr schlicht zu nennen. Besonders den Figuren weist er nur sehr einfache Merkmale zu. Das betrifft Gesichter ebenso wie Körper. Ausgefeilter, penibel exakt sind Fahrzeuge, Stadt- und Landschaftsansichten, weshalb die Reise zusammen mit Franka so gut funktioniert. (Ich habe den Eindruck, man könnte die eine oder andere Ansicht in der Realität wiederentdecken.)
Im Gegensatz zu anderen Zeichnern beschränkt sich Kuijpers auf reine Outlines. Schatten oder Schattierungen werden nicht getuscht. Dunkle Partien setzt er über die Farbgebung ein.
Die Farbgebung misst sich nicht mit so manchen anderen, die in jüngster Zeit in Heften oder auch Alben zu sehen sind. Kuijpers verfährt klassisch, einfach, wie er es schon mit den Zeichnungen gemacht hat. In bestem Sinne arbeitet Kuijpers traditionell, wie es Hergé mit Tim und Struppi getan hat.

Franka ist eine Serie für Freunde klassischer frankobelgischer Comic-Unterhaltung, spannend und unterhaltsam erzählt, wendungsreich, überraschend. Top! 🙂

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Freitag, 05. Januar 2007

B.U.A.P. 2 – Die Froschplage

Filed under: Mystery,Thriller — Michael um 19:21

B.U.A.P. 2 - Die FroschplageIn Shiloh, einer kleiner Stadt in Massachusetts, ist die Entwässerung eines Dorfteiches ein Erlebnis. Aber niemand rechnete mit einem Leichenfund am schlammigen Grund des Tümpels.
Ein simpler Leichenfund ist eigentlich kein Grund für die Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen ihre besten Agenten zu schicken. Da die drei Leichen jedoch so aussehen, als seien sie gerade erst gestorben, wird die Angelegenheit zu einem Fall für Abe Sapien und Roger, den Homunkulus.
Sie sieht nicht mal tot aus. Roger rutscht diese Bemerkung heraus, als er eine der Toten in der Leichenhalle begutachtet. Das Team forscht in der Vergangenheit des Ortes nach, unterstützt durch Constable Rackham. Schnell wird klar, dass die Toten dem Hexenwahn zum Opfer fielen, der vor drei Jahrhunderten in den Vereinigten Staaten zur Geißel der Bevölkerung wurde.
Gäbe es nicht Pastor Blackwood, hätten Abe und Roger den Fall schnell zu den Akten legen können.

Zombies in Moldavien. Abe und der ektoplasmische Johann Kraus kommen in einem entlegenen Dorf an und wollen es zunächst nicht glauben. Der lebende Tote, der ihnen präsentiert wird, belehrt sie eines Besseren.
Eine Spur ist schnell gefunden. Die beiden nehmen ein örtliches Fortbewegungsmittel, einen Trabbi (!), und gelangen zu einem alten Kloster, in dem ein furchtbarer Tyrann seine letzte Ruhestätte fand.

Aber der furchtbarste Schrecken entspringt schließlich der Behörde selbst. Man dachte, man hätte alles unter Kontrolle, doch ein Zwischenfall entlässt einen der schrecklichsten Feinde der B.U.A.P. in die Freiheit.
Ein riesiger Pilz infiziert Menschen und macht aus ihnen froschähnliche Monster, die dem Bösen huldigen und es verteidigen. Gleich zu Beginn ihrer Nachforschungen müssen sich Abe, Liz und Johann gegen verwandelte Wächter der Behörde verteidigen. Was als Desaster beginnt, wird bald zu einer ausgewachsenen Katastrophe, weil die Flucht des Pilzes immer weitere Kreise zieht.
Crab Point, ein kleiner Ort in Michigan, scheint zunächst ausgestorben zu sein. Sobald der Beobachtungshubschrauber jedoch über dem Ort kreist, wird er angegriffen. Das Team wird getrennt.

Mit B.U.A.P. – Die Froschplage gehen die Mitglieder der Behörde um Abe Sapien in eine neue Runde und diesmal in Farbe.
Zwei kleinere Geschichten, Dunkle Wasser und Im Osten nichts Neues läuten ein episches Abenteuer ein, in dem es dem Fan kaum auffallen dürfte, dass Hellboy fehlt. Abe Sapien ist seiner Nebenrolle entwachsen.

Die Zeichner Guy Davis und Cameron Stewart teilten sich die Arbeit am vorliegenden Band. Guy Davis hat die Hauptarbeit mit der ersten Kurzgeschichte und den einzelnen Episoden der Froschplage. Stewart verfolgt mit seinen Zeichnungen einen sehr klaren Stil. Davis ist eher derjenige, der einerseits ungeheuer treffend skizzieren kann und andererseits mit wenigen Strichen eine Szene, ein Gerät oder Fahrzeug für den Betrachter auf Papier bannen kann. Und je gruseliger das Szenario wird, desto mehr kann Davis zeigen, was er kann.

Besonders in der groß angelegten Geschichte um die Froschplage zieht Davis alle Register seines Könnens. Zusammen mit der Geschichte tastet er sich an die einzelnen Teammitglieder heran. Abe, der aus seinem Wasserbett erwacht, Johann, der erst gar nicht geschlafen hat und deshalb nicht von Alpträumen geplagt wird, und Liz, die nicht so ganz auf der Höhe scheint und schließlich doch ihre Kräfte sehr gezielt einsetzen kann. Durch die Farbgebung von Dave Stewart werden aus Davis’ Zeichnungen plastische, rasante Abenteuer.
Autor Mike Mignola hat, wie die Skizzen im Anhang zeigen, eng mit Davis zusammengearbeitet, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Deshalb scheinen die gruseligen Szenen in der vorliegenden Ausgabe besonders intensiv zu sein – hier sind folgende Szenen zu nennen: Rogers Begegnung mit einem kleinen Mädchen, das sich in ein Monster verwandelt. Die Gemeinde, die einen ganz besonderen Elefantenmenschen anbetet. Abes Reise in die ureigene Vergangenheit, wo er alles über seine Herkunft erfährt.

Mignola setzt kleine Anspielungen gekonnt ein. Das viktorianische U-Boot ist fast eine Verneigung vor Jules Verne. Der springende Ball: Genre-Fans werden den Einsatz eines solchen Balls aus dem Gruselfilm The Changeling kennen. Und der Elefantenmensch bedarf keiner Erläuterung mehr.
Die Froschplage hat alles, was spannende Unterhaltung ausmacht. Sie reißt die Charaktere mit, fordert ihnen alles ab und gibt ihnen noch mehr Tiefe, indem er ihre Vergangenheit und ihre Fähigkeiten vervollkommnet. Ein gutes Beispiel für Mignolas Einfallsreichtum ist die neue Hülle, die sich Johann Kraus kurzzeitig aussuchen muss.

Ein großartiger, sehr intelligent erzählter Mystery-Thriller, nicht nur für Genre-Fans. Mignola hat sich eine neue Messlatte gesetzt. 😀

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Freitag, 29. Dezember 2006

Star Wars 59 – Mein Bruder, mein Feind

Filed under: Abenteuer,SciFi — Michael um 18:05

Star Wars 59Jorin ist zurück. Die Rettungsaktion der Rebellen war erfolgreich. Doch Jorin ist ein menschliches Wrack. Die Folter des Imperiums hat tiefe Spuren bei ihm hinterlassen.
Luke und Deena Shan versuchen zu fliehen. Bei ihnen befindet sich Janek Sunber, ein imperialer Offizier und früherer Freund von Luke. Er ist sich uneins, ob er bei den Flüchtenden bleiben oder sie aufhalten soll. Schließlich wird ihm die Entscheidung abgenommen, denn die imperialen Soldaten machen mit ihren Lasern keinen Unterschied zwischen Freund und Feind.
Luke und seine Freunde entkommen – aber der Empfang bei den Rebellen fällt nicht herzlich aus.

Jeder geht seinen Weg, denkt sich Nash Gent. Er hat so manche brenzlige Situation hinter sich gebracht, doch hier im Orbit dieses abgelegenen Planeten, wendet sich das Blatt. Ein Fangschuss lässt seinen Transporter abstürzen. Mit letzter Kraft gelingt ihm eine solide Bruchlandung. Er kann sich aus dem Wrack ziehen und entfernt sich langsam kriechend durch den Sand – bis ein dunkler Schatten über ihn fällt. Darth Vader hat ihn gefunden.
Seine fliegerischen Fähigkeiten haben das Interesse des dunklen Lords erregt, nicht zuletzt, weil Gent sie für so manche kriminelle Machenschaft einsetzte. Vader macht nicht viele Worte. Die Wahl ist einfach. Entweder Gent setzt seine Fähigkeiten für das Imperium ein oder er stirbt auf der Stelle. Gent überlegt nicht lange.
Allerdings stellt sich bald auch die Frage, ob er die richtige Wahl getroffen hat, denn ein Dienst an Bord eines imperialen Schiffes bedeutet auch Intrigen, Intrigen und Intrigen. Und Gent nimmt die Herausforderung an.

Will man die Bilder in der Episode Mein Bruder, mein Feind mit einem Wort beschreiben, könnte man sagen: Ausdrucksstark. Was Zeichner Brandon Badeaux in die Gesichter der Charaktere hereinzulegen vermag, ist über alle Maßen toll gelungen. Seien es Erschöpfung, Zorn, Freude oder Trauer, Badeaux versteht es perfekt, die Emotionen von Skywalker und Co. einzufangen. Sein Perfektionismus erstreckt sich weiter auf Ausrüstung, Raumschiffe, Uniformen und Staturen. Besonders eindrucksvoll gelungen: Janek Sunbers Visionen von Luke Skywaler und Darth Vader. Der doppelseitige Anblick von Vader auf der Brücke seines Sternzerstörers mit Blick ins All, wo die imperiale Flotte im Anflug auf die Rebellenschiffe befindet.

Grafisch ebenso exakt ausgeführt, aber viel härter getuscht, sind die Bilder von Zeichner Michael Lacombe, der sich der Geschichte um Nash Gent angenommen hat.
Optisch stehen sich hier Gent und sein imperialer Widersacher Kommandant Millavec gegenüber. Dieses Duo, was sich bis aufs Blut hasst, ist wunderbar gegensätzlich dargestellt. Gent, zuerst etwas pausbäckig, unrasiert, später von höchstem militärischen Drill gezeichnet gegen den rattengesichtigen Millavec.

Im vorliegenden Band finden sich zwei sehr unterschiedliche Geschichten. Mit Mein Bruder, mein Feind findet sich der dritte Teil der Handlung um Janek Sunber, der zwischen Freundschaft und Pflichterfüllung hin und her gerissen wird. Autor Rob Williams erzählt die innerliche Zerrissenheit aufs trefflichste und nicht nur Star Wars-Fans werden durch die Handlung spannend unterhalten werden.
In Jeder geht seinen Weg ist es zunächst schwer eine positive Figur für sich zu finden, der man es gönnt, seinen Weg zu finden. Nash Gent ist nicht gerade der positive Held, der hier von Autor Thomas Andrews konzipiert wurde. Doch irgendwann gelingt der Trick, den Leser mit Gent mitfiebern zu lassen. Ein sehr schönes Kunststück von Andrews.

Hervorragende Star Wars- und SciFi-Unterhaltung, gut erzählt und grafisch klasse umgesetzt. 😀

Mittwoch, 27. Dezember 2006

Tosca

Filed under: Thriller — Michael um 21:49

TOSCADas Leben des jungen Mannes bricht mit einem Schlag zusammen. Sein Bruder stirbt an einer Überdosis Drogen. Seine Mutter begeht wenig später Selbstmord. Für den jungen Mann gibt es nur eine Lösung: Die beiden Dealer, von denen sein Bruder seine Drogen kaufte, müssen sterben.
Das Rechtssystem hält nicht viel von Selbstjustiz. Der junge Mann wird kurz nach der Tat gefasst. Die Strafe folgt auf dem Fuße. Er wird zum Tode verurteilt.
Er hat bereits mit dem Leben abgeschlossen, da überlegen sich einige Männer bei der DEA, der amerikanischen Drug Enforcement Administration, dass der junge einen idealen Undercover-Agenten abgeben würde – nicht zuletzt, weil er einem Sohn des Tosca-Clans, einer führenden Mafiosi-Familie, sehr ähnlich sieht. Diese Chance darf nicht ungenutzt bleiben.

Und wer die Wahl hat zwischen der Todeszelle und einem kurzzeitigen Leben als Mafiosi mit der Chance, anschließend ein neues Leben zu beginnen, wird nicht lange überlegen: Wenn etwas schief läuft, wartet der Tod so oder so.

Der junge Mann stimmt zu und beginnt sein Training. Er erwirbt das Gedächtnis eines völlig Fremden. Ein paar kosmetische Operationen machen die Tarnung perfekt. John Tosca, den es auszutauschen gilt und der sich von seinem Vater losgesagt hatte, stirbt unerwartet. Fortan gibt es einen neuen John Tosca, einen, der sich wieder mit seinem Vater versöhnen möchte.

Die Tosca sind nicht mehr so mächtig, wie sie einmal waren oder wie sie es gerne sein möchten. Don Paliacci, ein eingefleischter Sizilianer, streckt seine Hand auf den amerikanischen Markt aus. Dabei sind ihm die Toscas im Weg. Für John Tosca bedeutet dieses Anliegen eine Chance – eine, mit der niemand gerechnet hat, auch nicht die DEA.

Das neue Leben ist gefährlich, aber auch reizvoll und aufregend. Nicht jeden Tag erhält man die Gelegenheit, die schöne Tochter eines reichen Mannes zu heiraten und so die Karriereleiter hinauf zu fallen. So manches könnte schön sein, wäre nicht die schöne Tochter Angelina ein Flittchen und ihr zwischenzeitlicher Geliebter ein recht humorloser und gemeingefährlicher Killer Don Paliaccis namens Cicero.
Vor dem Hintergrund einer verdeckten Operation entspinnt sich eine tödliche Dreiecksgeschichte.

Tosca ist ein Mafia-Thriller im Comic-Format, der mit den besten Vertretern des Genres, aus Roman wie auch aus Film, auf gleicher Höhe angesiedelt ist. Das Team um Autor Stephen Desberg, Zeichner Francis Vallès und Koloristin Marie-Paule Alluard hat hier eine sich stetig steigernde Geschichte rund um Verrat und Liebe zu Papier gebracht.
Im Original erschien Tosca über mehrere Alben verteilt, wird aber in der Ausgabe des Epsilon-Verlages in einem Band präsentiert.

Grafisch ist hier ein wunderbar kunstvolles Comic-Album gelungen. Mit wenigen, aber aussagekräftigen und exakten Strichen sind hier sämtliche Charaktere eingefangen worden. Francis Vallès zeichnet Menschen, die ein wenig Soap-Charakter haben, reich und schön sind, jedoch steckt hinter der Fassade nur Habgier und Missgunst – das Familiäre der Mafia wurde von ihm geradezu ästhetisch gezeichnet, um so erschreckender wirkt die Gewalt, wenn sie ausbricht.
Insgesamt sind die Zeichnungen überaus realistisch. Das Medium Comic wird hier zudem stark in die Nähe des Mediums Films gerückt. Viele Szenen kommen ohne Dialoge aus. Seien es Verfolgungsjagden oder Action-Szenen, aber auch atmosphärische Szenen wie in der Oper und auf dem Landsitz der Paliaccis.
Bei allem, was der Killer Cicero sagt, die rechte Hand von Don Paliacci, sind doch die Szenen die beeindruckendsten, wenn Cicero nichts sagt. Entweder geht er dann seiner Arbeit nach oder dreht regelrecht durch.

Unter dem Strich lässt sich Tosca auch als Hochglanz-Thriller titulieren. Verantwortlich für diese Atmosphäre ist auch die farbfederführende Marie-Paule Alluard. Ihre Farben verwandeln diese Geschichte in eine Theaterbühne, strukturiert mit klaren Farben. Sie stützen die Zeichnungen sehr schön, untermalen sie im Aquarell-Stil, so dass es zu feinen sehr natürlichen Effekten kommt.

Autor Stephen Desberg erzählt ohne Umwege – und führt damit den Leser ein ums andere Mal auf’s Glatteis. Denn, wer glaubt, den nächsten Schachzug der Charaktere zu kennen, der wird gehörig getäuscht. Der Schluss wartet ebenfalls mit einer Überraschung auf, nachdem es immer wieder Wendungen gegeben hat, die so nicht vorher zu sehen waren.

Ein perfekter Comic-Thriller, geradlinig erzählt, mit vielen Überraschungen und einer sehr sympathischen Hauptfigur – spannende Unterhaltung vom Feinsten. 😀

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Samstag, 23. Dezember 2006

Conan – Der Gott in der Kugel

Filed under: Abenteuer,Superhelden — Michael um 14:52

Conan 2 - Der Gott in der KugelJanissa ist eine Witwenmacherin. Ihr Ruf ist ihr inzwischen weit voraus geeilt. Deshalb wird sie schon an ihrem nächsten Auftragsort erwartet. Unter der Anleitung der Knochenfrau ist aus ihr eine der besten Attentäterinnen geworden. Obwohl geschulte Krieger sie bekämpfen, haben die Männer keine Chance. Die Frau kämpft wie ein Dämon.
Derweil hat auch ein Barbar Ärger. Allerdings legt er sich mit ein paar großmäuligen Angebern in einer Taverne an. Auch Conan lässt es sich nicht nehmen, mit seinen Taten zu prahlen. Bald hat er alle Gäste in seinen Bann gezogen. Was niemand ahnt, ist, dass Conan einen ganz besonderen Plan verfolgt. Schneller als es jemand vorhersehen konnte, haben die Geschehnisse in der Taverne einen ganz anderen Verlauf genommen. Die beiden Schläger wünschen sich, sie hätten sich nicht mit Conan angelegt.

Mit einer Kneipenschlägerei wird Conan sehr schnell fertig – wenn er nicht gerade vollkommen betrunken ist. Eine Intrige jedoch ist nicht so schnell beigelegt. Was ein einfacher Diebstahl werden sollte, artet zu einer Ermittlung aus, die immer unheimlicher wird. Alte Dämonen und Götter sind am Werk.
Conan, der sich in einer Mordermittlung wieder findet, entfaltet eine für einen Barbaren außerordentliche Geduld, bis es auch ihm zu viel wird und er wieder absolut barbarengemäß reagiert.

Conan ist ein Mann, der Frauen häufig beeindruckt. Als er Janissa kennen lernt, beißt er auf Granit. Weder seine Kraft noch seine Kampfeskunst kann sie beeindrucken – obwohl er der erste seit langem ist, der ihr Einhalt gebieten kann.
Aus Gegnerschaft wird schließlich eine Zweckgemeinschaft. Conan konnte Magie niemals ausstehen, aber auch er ist zuweilen bereit, seine Kraft einem höheren Zweck unterzuordnen.
Was mit einem simplen Einbruch begann, wird zu einer Hetzjagd durch unwegsames Gelände, ständig vom Bösen verfolgt und endlich . . . – das müssen die Leser herausfinden.

Conan – Der Gott in der Kugel wird in der besten Tradition von Conan-Erfinder Robert E. Howard erzählt. Autor dieser Comic-Umsetzungen ist der bekannte Kurt Busiek, den Fans bereits für seine Rächer-Geschichten lieben gelernt haben.

Dieser Conan besitzt noch den Charme des jungen Conan, dem noch einiges seiner Lebenserfahrung fehlt. Er hat die Kraft des erwachsenen Conan, der mit einem Schwert der Magie den Garaus macht. Und manchmal hat er schon die Geduld des Königs Conan, der es auch schafft, länger zuzuhören, bevor er aktiv wird.
Hier setzt er sich mit Janissa, der Knochenfrau und – eine Legende im Conan-Universum – dem Magier Thoth-Amon auseinander.
Janissa ist keine Kriegerin, die einer Roten Sonja oder einer Belit gleichkommt. Sie ist härter und musste viel mehr erdulden als die angesprochenen Kriegerinnen. Den Leidenskampf, den sie hier im vorliegenden Band durchsteht, ist beeindruckend geschildert, sehr plastisch und grausam. Die Knochenfrau, eine Hexe (vielleicht auch Dämonin, manchmal sind die Grenzen sehr fließend), mag an den ersten Conan-Film erinnern. Zwar ist sie nicht gut aussehend und verführerisch, doch verfolgt sie ihre ganz eigenen Ziele und setzt dafür jegliches Mittel ein.
Thoth-Amon bleibt im Dunkeln. Für gewisse Zeit ist er eine treibende Kraft, aber er bedient sich stets anderer und tritt nicht selbst in Erscheinung.

Busiek nutzt dieses Vorgehen Thoth-Amons, um gehörig viel Grusel in die Geschichte einbauen zu können – mit Erfolg!

Zeichner Cary Nord bringt sehr exakte Bilder zu Papier. Seine Darstellung des Conan trifft die Urgewalt des Barbaren sehr genau.
Hier dürfte sich endlich ein würdiger Nachfolger vom großen John Buscema gefunden haben.
Im Anhang des vorliegenden Bandes findet sich eine Kurzepisode zu Conans Leben, mit der sich Nord für die neue Conan-Serie empfohlen hat. Selbst in dieser reinen Bleistift-Variante ist so viel Kraft und Action, dass man als Conan-Fan richtig traurig sein kann, dass er dazu keine Fortsetzung gibt. Die großartigen Zeichnungen von Nord werden nicht einmal mehr getuscht, sondern direkt der Kolorierung zugeführt.
Durch diese Form der Kolorierung entstehen Bilder, die den Anschein haben, als hätten sie den ganz urtümlichen Weg über das Zeichenbrett genommen und seien auch dort richtig gemalt worden.

Deshalb darf die Leistung von Dave Stewart, der für die farbliche Gestaltung verantwortlich ist, nicht ungelobt bleiben. Könnten Nords Bilder zwar für sich alleine stehen, werden durch die Kolorierung richtig kleine Gemälde daraus. Der Aufwand, den Stewart hier zur Schau stellt, findet sich nicht grundsätzlich in Comics. Man darf es als Anhaltspunkt nehmen, dass es sich mit dieser Conan-Serie auch um ein Prestige-Projekt handelt.

Conan ist zurück! Schwert- und Magie-Abenteuer, wie sie sein sollten. Hervorragend ausgearbeitet, ein Fest für Fantasy-Fans. 😀

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Donnerstag, 21. Dezember 2006

Kenya – Erscheinungen

Filed under: Abenteuer,Mystery — Michael um 19:01

Kenya 1 - ErscheinungenKenya, 1947. Der afrikanische Kontinent ist immer noch ein geheimnisvoller Anziehungspunkt. – Obwohl vor geraumer Zeit wieder eine Gruppe auf Safari verschwunden ist.
Kathy Austin ist auf dem Weg nach Afrika, um ihre neue Lehrerstelle anzutreten. Vor Ort wird sie bereits sehsüchtig erwartet, nicht nur vom Direktor der Schule, sondern auch von zwei jungen Lehrerkollegen, die sehr schnell für die junge und attraktive Frau entflammen. Aber Kathy Austin ist eine moderne, junge Frau. Sie weiß sich einerseits gegen die Männer zu behaupten, andererseits versteht sie es auch, ihren Spaß zu haben.

Kathys Neugier ist nicht nur auf Männer beschränkt. Als sie erfährt, dass eine Safari verschwunden ist, macht sie sich sogleich daran, mehr darüber in Erfahrung zu bringen. Den Roman, den einer der Verschwundenen geschrieben hat, ist nicht sehr aufschlussreich, zeigt jedoch sehr eindringlich, wie der Autor Remington über Frauen gedacht hat. Eine Einstellung, die Kathy nur belustigt.

Der afrikanische Kontinent ist voller Geheimnisse und Kathy scheint einige dieser Geheimnisse ergründen zu wollen. Einer ihrer Kollegen, der deutsche Lehrer Fuchs, nimmt sie mit auf einen ungewöhnlichen Ausflug in die afrikanische Savanne. Hier warten eine eindrucksvolle Landschaft, der Kilimandscharo, eine wunderbare Tierwelt, ein Palast, Tiere, die seit Millionen von Jahren nicht mehr gesehen wurden und Flugobjekte, die wie Asteroiden aussehen, aber waagerecht über den Himmel schießen.

Kathy, hin und her gerissen von Menschen um sich herum, taucht immer tiefer ein in diese Welt, die so anders als Europa ist, bis die Geheimnisse sie nicht mehr loslassen.

Kenya von dem großartigen Team Rodolphe und Leo beschert dem Leser ein wunderbar mysteriöses Abenteuer.

Leo werden die Fans bereits von den großartigen Science Fiction Serien Aldebaran und Betelgeuze her kennen. Zusammen mit Rodolphe hat er den nicht minder schönen Western Trent verfasst.
Leo steht für Spannung, eine sich stetig aufbauende Handlung mit Suchtfaktor, eine Prise Erotik und unvorhersehbare Wendungen. Die Grundzutaten finden sich auch im Auftakt der Kenya-Serie wieder.

Im Vorfeld dankt das Team diversen Schriftstellern und Schauspielern, die rund um das Thema Kenya, aber auch in mysteriösen Geschichten bekannt wurden: Edgar Rice Burroughs, Sir Arthur Conan Doyle, Ernest Hemingway, Henry Rider Haggard, H.P. Lovecraft, Ray Bradbury und viele mehr. Die Geschichten dieser Männer (Frauen finden sich in der Liste keine) sind bodenständig, schnörkellos, handfeste Abenteuer, gruselig und auch tragisch.
Tragisch ist der Auftakt von Kenya, als die Safari rund um den Schriftsteller Remington verschwindet, ein Charakter, der in einer Mischung aus Hemingway und dem großen weißen Jäger John Huston auftritt. Die einleitende Episode ist wie ein typischer Cliffhanger erzählt, als die Serien noch in Schwarzweiß daher kamen. – Diese Anleihen an frühere Erzählungen geben Kenya einen enormen Charme.
Mit Kathy Austin haben Rodolphe und Leo eine Protagonistin gewählt. Die Männer sind ihr nützlich, helfen ihr, aber Kathy treibt die Geschichte, nicht zuletzt durch ihre unbändige Neugier, voran.

Das Land selbst ist der geheimnisvolle Mittelpunkt. Ein mit Eis bedeckter Gipfel des Kilimandscharo in einer ansonsten glutheißen Savanne, Herden fremder Tiere und eine ungeheure Weite. Und dazwischen? Vielleicht ein Trugschluss, eine Täuschung, ein neues Tier. Weit gefehlt. Kathy und ihre Begleiter finden ein verstorbenes Tier, wie es selbst in Afrika nicht mehr existieren konnte.
Damit hören die Rätsel allerdings nicht auf. Wer hat ein Interesse daran, dass niemand von diesen Tieren erfährt? Was bedeuten die merkwürdigen Lichter am Himmel? Rüstet sich der Baron in seinem Palast wirklich gegen einen möglichen Aufstand oder fürchtet er am Ende noch etwas ganz anderes?
Diese Fragen lassen Leo und Rodolphe im Hintergrund brodeln und schüren damit die Spannung auf angenehme Weise.

Leos Bilder wurden diesmal von Scarlett Smulkowski koloriert, was den Bildern einen moderneren Anstrich gibt als bisher bekannt. Leo arbeitete in Aldebaran und Betelgeuze in althergebrachter wunderbarer Aquarelltechnik.
Da seine Strichführung so toll beibehalten wurde, ist das Ergebnis aber wieder sehr gelungen. Letztlich darf man sich streiten, welche Technik einem besser gefällt.

Ein aufregend mysteriöse Geschichte im Stile von Hemingway, Quatermain und Co. Vor einer grandiosen Kulisse entspinnt sich eine Handlung, die den Leser auf die Spurensuche nach uralten Tieren und Außerirdischen mitnimmt.

Kenya – Erscheinungen: Bei Amazon bestellen. 😀

Montag, 18. Dezember 2006

Cannon Hawke 3

Filed under: Mystery,SciFi — Michael um 17:16

Cannon Hawke 3Akiko erinnert sich, wie sie Cannon Hawke, ihren Arbeitgeber kennen gelernt hat. An der dramatischen Lebensweise ihres Chefs hat sich bis heute nichts geändert.
Akiko ist von ihrem Chef fasziniert. Sie schätzt ihn als Mensch – als Mensch? Wenigstens rein äußerlich ist Cannon ein Mensch. In Wahrheit entstammt er einem anderen Volk, das ähnlich gespalten ist wie die Menschheit. Wie immer geht es um Macht, um das Überleben. Die unterseeisch lebenden Völker haben eine technologische Stufe erreicht, von der die Menschen träumen. Besonders die Energie, derer sich dieses Volk bedient, hat es den Menschen angetan.
Japan, als einer der größten Energie-Importeure, ist besonders daran interessiert, hinter das Geheimnis dieser Energie zu kommen und es auszubeuten. Natürlich sind die Wissenschaftler von der Rechtschaffenheit ihrer Aufgabe überzeugt, schließlich geht es um den Wohlstand Japans.

Cannon Hawke stößt bei den Verantwortlichen des Projekts auf taube Ohren. Worte lösen das Problem nicht. Andere geben nicht so schnell auf. Wo Worte versagen, lassen sie Taten folgen.
Leider ist Cannon der Hauptverdächtige in dieser Angelegenheit. Er wird zum Handeln gezwungen und setzt dabei seine Fähigkeiten ein, die ihn umso verdächtiger machen.

Und als hätte Cannon nicht schon genug Schwierigkeiten, ist da auch noch sein unfreiwilliges Alter Ego, das sich zeitweise seines Körpers bemächtigt und noch größeren Schaden anrichtet.

Die dritte Episode von Cannon Hawke treibt den edelmütigen Protagonisten noch mehr in die Enge als bisher. Selbst seine Freunde scheinen ihm in dieser Situation nicht mehr helfen zu können.

Im zweiten Akt werden dem Helden stets so viele Knüppel wie möglich zwischen die Beine geworfen, das Motto lautet: Hindernislauf.
So geschieht es auch hier. Autor J.T. Krul gestattet seiner Hauptfigur kein Atemholen mehr. Die Möglichkeit mit zwei verschiedenen Charakteren in Cannon zu spielen, nutzt Krul weidlich aus. Nur als Cannon ist die Hauptfigur zwar daran interessiert sich nicht unterkriegen zu lassen, aber folgt auch seinen selbst gesetzten Grenzen. Da Cannon Skrupel kennt, wird ihm das stets als Schwäche ausgelegt.
Umso entsetzter reagieren seine Gegenüber, wenn Cannons ungeliebter Gast die Oberhand gewinnt. Dieses andere Ich kennt keine Skrupel. Es tötet, wenn es seinen Zwecken dienlich ist. Auch aus diesem Grund wird Cannon mehr und mehr innerlich zerrissen, da er für fremde Zwecke missbraucht wird.

Krul lässt sich den Humor auch nicht nehmen. Ich weiß nicht, welchen Stellenwert eine ganz bestimmte Automarke in Asien hat, aber sie scheint nicht den schnellsten Ruf zu haben. (Einen ähnlichen Effekt gab es, als James Bond eine Ente als Fluchtwagen benutzte.)

Ich würde Zeichner Marcus To auch gerne einmal als Künstler für einen Zeichentrickfilm sehen. Die Figuren sind Trickfilm-tauglich, die Aufnahmen zeugen von einem tollen Sinn für Perspektive und Bildaufbau. Natürlich trägt Tos Zeichenstil für die Anime-Atmosphäre bei. Besonders gut wird dies in den Actionszenen unter Beweis gestellt. Man beachte den Überfall auf das Kraftwerk und die Verfolgungsjagd durch die Straßen.
Faszinierend ist zweifellos Cannons Fähigkeit, sich anzuschleichen. Der Wassereffekt erinnert ein wenig an Abyss und bringt einen gruseligen Aspekt in die Geschichte ein. Diese übermenschliche Stärke reizt selbstverständlich auch die Phantasie des Lesers an und man darf gespannt sein, ob diese Fähigkeit noch eine weitere Rolle spielen wird.

Inker Don Ho arbeitet exakt, wie mit dem Lineal zu gezogen und überlässt nichts dem Zufall. Die Farbgebung von Rob Ro folgt diesem konstruierten Stil. Durch diesen Aufbau der Grafiken gewinnen die Figuren und Gegenstände eine sehr schöne plastische Körperlichkeit.

Mit dieser Episode geht die Geschichte endgültig in den Sprint über. Rasant, spannend, mit einem innerlich zerrissenen Helden. Top-SciFi-Vergnügen. 😀

Freitag, 15. Dezember 2006

Universal War One – Genesis

Filed under: Abenteuer,SciFi — Michael um 19:32

Universal War One 1 - GenesisDa ist eine Mauer – mitten im All. Sie ist schwärzer als das Weltall, unergründlich und sie scheint sich den Untersuchungen der Menschen aktiv zu widersetzen. Sonden, die in die Mauer eindringen, kehren nicht zurück. Einige Ergebnisse lassen jedoch den Schluss zu, dass es vielleicht eine Möglichkeit geben wird, hinter das monströse Schwarz zu blicken.

Die Mauer ist aber nicht das eigentliche Problem. Das Problem sind wie immer die Menschen. Als Lieutenant Williamson auf Titan landet, gibt es dort nicht wie erwartet einen Aufstand niederzuringen. Vielmehr haben sich hungernde Menschen zusammengefunden, die nichts sehnlicher wollen, als von Titan weggebracht zu werden. Williamson weigert sich, an diesen Menschen ein Exempel zu statuieren. Lieber will sie wegen Befehlsverweigerung vor Gericht gestellt werden, als einen Mord – oder viele Morde – auf ihr Gewissen zu laden.

Normalerweise landen Soldaten, die sich etwas zu Schulden kommen lassen im Bau oder werden unehrenhaft entlassen – oder beides.
Manchmal jedoch ist eine solche Vorgehensweise auch eine Verschwendung menschlicher Ressourcen und Fähigkeiten, ganz besonders dann, wenn mit außergewöhnlichen Vorkommnissen gerechnet wird. So ist es ein Test, der diese ganz besondere Staffel entstehen ließ, in der sich Williamson wieder findet.

Heißsporne, die sich selbst für Helden halten, Feiglinge, Vergewaltiger, Befehlsverweigerer, Verstümmler, Schläger . . . Aber auch intelligente Menschen mit enormen Fähigkeiten.
Es ist schwer, solche Menschen in einer Gruppe zu integrieren, selbst wenn sie einen ähnlichen kriminellen Hintergrund haben. Es kommt, wie es kommen muss. Mehr als einmal eskaliert die Situation. Als es innerhalb der Gruppe zu einer schwerwiegenden Auseinandersetzung kommt, ist das ganze Projekt der Reintegration gefährdet.

SciFi-Fans aufgepasst: Universal War One entführt in ein knallhartes Military-SF-Szenario. Wer einen Vergleich sucht, könnte sagen: Wing Commander trifft Das dreckige Dutzend.

Denis Bajram ist Autor, Zeichner und farbgebender Künstler in Personalunion. Bajram hat Bilder zu Papier gebracht, in denen sich der Genre-Fan direkt zu Hause fühlt. Wer Military-SF mag, sei es in Filmen wie jüngst in Battlestar Galactica oder in Büchern wie der Honor Harrington-Reihe, wird die Grafiken in Universal War One lieben.
Für diese entstanden diverse Raumschiffkonstruktionen, Kreuzer, Frachter, Fähren, Bomber und Jäger. Alle haben ihr ureigenes Erscheinungsbild, aber sind auch sehr gut aufeinander abgestimmt. Der Leser wird auch eine neue Einstiegsart in einen Raumjäger kennen lernen.
Technisch exakte Zeichnungen bilden viele einzelne Details ab, so dass ein sehr kompaktes Bild dieser Comic-Welt entsteht. Fluggeräte sind nur ein ganz kleiner Teil dieses Designs. Mit der gleichen Akribie hat sich Bajram der Räume, Hangars, Anzüge, Cockpits und vielem mehr angenommen. Die feinen Szenen machen die vorliegende Geschichte zu einem besonderen Erlebnis.
Bajrams Sinn für Perfektionismus hört bei der Technik nicht auf. Die vorgestellten Charaktere dieser ganz besonderen Gruppe sind alle Unikate, jeder ist unverwechselbar. Besonders auffällig bei den Personen ist seine Technik, mit Tusche und Farbe zu arbeiten. Vorherrschend ist die Innenbeleuchtung der Raumschiffe, die natürlich nicht so anheimelnd ist wie in einem Wohnzimmer.
Die Beleuchtung rührt häufig von Monitoren her, Armaturen oder auch Holografien und taucht die Szenen in ein düsteres Gelb, Grün, Blau oder Rot. Das schafft eine sehr realistische Atmosphäre und hilft diese sehr erwachsene Geschichte zu stützen.

Wer sich im Genre ein wenig auskennt, sei es SF oder auch diverse Kriegsklassiker, wird schnell Parallelen herstellen. Das dreckige Dutzend sei hier an vorderster Stelle zu nennen, ebenfalls ein Einsatztrupp, der sich eher aus dem Bodensatz der Truppe zusammensetzt. Auch hier ist es ein Vergewaltiger, der das Unternehmen gehörig gefährdet.
Aus dieser Konstellation zieht die Handlung auch einen Teil der Spannung, Bajrams Charaktere sind keine weichgespülten oder durchkonstruierten Gestalten. Sie sind nicht vorausberechenbar – wie sich bald auf eindrucksvolle Art zeigt. (Und zum Teil auch für Lacher sorgt, denkt man in diesem Zusammenhang an den Saturn. Jeder Leser wird bestimmt überrascht sein.)
Auf der anderen Seite der Spannungswaage liegt das Geheimnis um die Mauer im All, ein Rätsel ähnlich dem, wie es dem Fan auch in 2001 begegnete.
Bajram baut seine SciFi-Opera gekonnt auf diesen Standbeinen auf, Action und Rätsel, und beendet die Episode mit einem äußerst rasanten Endspurt – der in einem faszinierenden Cliffhanger mündet.

Für Science Fiction-Fans ein wahres Fest im Sinne bester Military SF, spannend, realistisch, toll ausgearbeitet von Denis Bajram. 😀

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