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Comic Blog


Freitag, 29. Dezember 2006

Star Wars 59 – Mein Bruder, mein Feind

Filed under: Abenteuer,SciFi — Michael um 18:05

Star Wars 59Jorin ist zurück. Die Rettungsaktion der Rebellen war erfolgreich. Doch Jorin ist ein menschliches Wrack. Die Folter des Imperiums hat tiefe Spuren bei ihm hinterlassen.
Luke und Deena Shan versuchen zu fliehen. Bei ihnen befindet sich Janek Sunber, ein imperialer Offizier und früherer Freund von Luke. Er ist sich uneins, ob er bei den Flüchtenden bleiben oder sie aufhalten soll. Schließlich wird ihm die Entscheidung abgenommen, denn die imperialen Soldaten machen mit ihren Lasern keinen Unterschied zwischen Freund und Feind.
Luke und seine Freunde entkommen – aber der Empfang bei den Rebellen fällt nicht herzlich aus.

Jeder geht seinen Weg, denkt sich Nash Gent. Er hat so manche brenzlige Situation hinter sich gebracht, doch hier im Orbit dieses abgelegenen Planeten, wendet sich das Blatt. Ein Fangschuss lässt seinen Transporter abstürzen. Mit letzter Kraft gelingt ihm eine solide Bruchlandung. Er kann sich aus dem Wrack ziehen und entfernt sich langsam kriechend durch den Sand – bis ein dunkler Schatten über ihn fällt. Darth Vader hat ihn gefunden.
Seine fliegerischen Fähigkeiten haben das Interesse des dunklen Lords erregt, nicht zuletzt, weil Gent sie für so manche kriminelle Machenschaft einsetzte. Vader macht nicht viele Worte. Die Wahl ist einfach. Entweder Gent setzt seine Fähigkeiten für das Imperium ein oder er stirbt auf der Stelle. Gent überlegt nicht lange.
Allerdings stellt sich bald auch die Frage, ob er die richtige Wahl getroffen hat, denn ein Dienst an Bord eines imperialen Schiffes bedeutet auch Intrigen, Intrigen und Intrigen. Und Gent nimmt die Herausforderung an.

Will man die Bilder in der Episode Mein Bruder, mein Feind mit einem Wort beschreiben, könnte man sagen: Ausdrucksstark. Was Zeichner Brandon Badeaux in die Gesichter der Charaktere hereinzulegen vermag, ist über alle Maßen toll gelungen. Seien es Erschöpfung, Zorn, Freude oder Trauer, Badeaux versteht es perfekt, die Emotionen von Skywalker und Co. einzufangen. Sein Perfektionismus erstreckt sich weiter auf Ausrüstung, Raumschiffe, Uniformen und Staturen. Besonders eindrucksvoll gelungen: Janek Sunbers Visionen von Luke Skywaler und Darth Vader. Der doppelseitige Anblick von Vader auf der Brücke seines Sternzerstörers mit Blick ins All, wo die imperiale Flotte im Anflug auf die Rebellenschiffe befindet.

Grafisch ebenso exakt ausgeführt, aber viel härter getuscht, sind die Bilder von Zeichner Michael Lacombe, der sich der Geschichte um Nash Gent angenommen hat.
Optisch stehen sich hier Gent und sein imperialer Widersacher Kommandant Millavec gegenüber. Dieses Duo, was sich bis aufs Blut hasst, ist wunderbar gegensätzlich dargestellt. Gent, zuerst etwas pausbäckig, unrasiert, später von höchstem militärischen Drill gezeichnet gegen den rattengesichtigen Millavec.

Im vorliegenden Band finden sich zwei sehr unterschiedliche Geschichten. Mit Mein Bruder, mein Feind findet sich der dritte Teil der Handlung um Janek Sunber, der zwischen Freundschaft und Pflichterfüllung hin und her gerissen wird. Autor Rob Williams erzählt die innerliche Zerrissenheit aufs trefflichste und nicht nur Star Wars-Fans werden durch die Handlung spannend unterhalten werden.
In Jeder geht seinen Weg ist es zunächst schwer eine positive Figur für sich zu finden, der man es gönnt, seinen Weg zu finden. Nash Gent ist nicht gerade der positive Held, der hier von Autor Thomas Andrews konzipiert wurde. Doch irgendwann gelingt der Trick, den Leser mit Gent mitfiebern zu lassen. Ein sehr schönes Kunststück von Andrews.

Hervorragende Star Wars- und SciFi-Unterhaltung, gut erzählt und grafisch klasse umgesetzt. 😀