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Comic Blog


Samstag, 07. Juli 2007

Justice League Of America

Filed under: Superhelden — Michael um 14:01

Justice League Of America 1Da ist sie also wieder: Die Justice League of America! Gleich auf dem Cover sind viele Helden versammelt, die in all den Jahren als Mitglied oder in anderer Funktion mit den Helden in Berührung gekommen sind.
Superman, Batman, Wonder Woman, Zatanna, Green Arrow, Flash, Hawkgirl, Vixen, Mr Terrific, Dr. Fate, Green Lantern (Hal Jordan), Green Lantern (Kyle Raynor), Green Lantern (John Stewart), Green Lantern (Guy Gardner), Black Canary, Red Tornado, Powergirl, Captain Marvel, Supergirl, Huntress, Batwoman, Nightwing, Captain Atom, Cyborg, Red Arrow, Firestorm, Big Barda, Dr. Light und Mr Miracle stehen auf der Bewerberliste – um nur einige zu nennen.

Doch damit nicht genug. Die drei Führungsmitglieder und Neugründer ziehen auch noch andere Kandidaten in Betracht. So auch Black Lightning, mit dem Batman gute Erfahrungen gemacht hatte. Auch Atom und Firehawk sind im Gespräch.

Es ist erstaunlich, wie sich im Laufe der Comic-Geschichte so alles fügt. Hierzulande erschienen vor vielen Jahren die für diese Ausgabe wegweisenden Sonderalben der Gerechtigkeits-Liga. In Ausgabe 11 stellte sich ein Held dieser Liga eher ungern vor: Black Lightning. Green Arrow wollte diesen Helden gerne in der Liga als Mitglied sehen, doch Lightning weigerte sich. Außerdem outete sich der unscheinbare John Smith seiner großen Liebe Kathy Sutton als Red Tornado. Doch kann ein Android träumen? hieß damals die Frage. Natürlich konnte er, weshalb er auf der Leiter der Menschlichkeit eine weitere Sprosse erklomm.

Interessanter – wenigstens aus der Sicht des Neustarts – wurde es in den Ausgaben 14 und 15 der Reihe. Die Helden zweier Erden starteten einen kleinen Besuchsaustausch. Dabei landeten sie durch einen Zwischenfall auf dem Planeten der fliegenden Städte und ein später häufiger Gegner Supermans stellte sich außerdem vor: Darkseid. Die Zusammenarbeit dieser ungewöhnlichen Mischung von Helden funktionierte. Irgendwann war die Krise zwischen zwei Erden beigelegt, doch die Idee spukte weiter in den Köpfen der Macher.

In der durch verschiedenste Zeichner aufgestellten einleitenden Episode des vorliegenden Bandes gibt es einen kurzen Abriss der Geschichte der JLA, in der auch die Entdeckung einer zweiten Erde noch einmal kurz gezeigt wird. Insgesamt ist es natürlich nur ein kurzer Abriss der JLA. Bekannte Zeichner wie Jim Lee, Dan Jurgens, George Pérez, Andy Kubert oder Ed Benes geben sich bei diesem Potpourri die Klinke in die Hand. Sehr schön ist der Ausflug in uralte JLA-Zeit, der auch einen entsprechenden Zeichenstil zur Darstellung nutzt.
Im Anhang finden sich einzelne Stationen, genauer gesagt Teams der JLA, wie sie im Laufe der DC-Geschichte auftraten. Anhand dieser Bilder lässt sich auch sehr schnell festmachen, welche Gruppierungen sich deutlicher im Gedächtnis festgesetzt haben als andere.

Ein Neustart bringt natürlich auch immer Probleme mit sich. Die Auswahl der Helden für die neue Gruppierung ist das erste Problem. Supie, Batsie und die Amazone sind sich keineswegs einig über die Zusammensetzung. Im Auswahlverfahren werden dem Leser weitere Helden vorgestellt. Einige zeigen sich bereits in Aktion, wie Black Lightning, der Undercover auf der Jagd ist. Für einen Helden wie Red Tornado nimmt sich die erste Ausgabe der neuen Reihe mehr Zeit. Wir begegnen Red Tornado als Leiche auf dem Seziertisch. Seine Aura führt eine Zwiesprache mit Deadman, einem seltenen Gast in Abenteuern. Interessant ist in dieser Episode auch der Mini-Auftritt von Felix Faust, der nun wirklich kein regelmäßiger Gast ist.

Ich kenne diesen Blick. Ihr bringt die Band wieder zusammen, was? Ollie will tatsächlich schon seinen Bogen holen. In Wahrheit sind Hal Jordan und Black Canary nicht wegen ihm gekommen, sondern wegen Arsenal (Red Arrow). Die Formierung eines Teams bringt auch Schwierigkeiten mit sich – denn wo Helden sind, machen sich auch Feinde bereit, diese zu bezwingen. Ausgerechnet Red Tornado wird zur Grundlage für eine ungewöhnliche Auseinandersetzung.

Zeichner Ed Benes gehört zur Klasse der Zeichner im Stile eines Michael Turner, der hier die Cover geschaffen hat. Nach der Handlungsvorgabe von Autor Brad Meltzer schickt Benes die Liga auf ihr erstes Abenteuer. Benes, der auch die Birds of Prey betreute, zeigt besonders mit dem letzten Bild und dem Auftritt eines ganz besonderen Schurken aus Supermans Leben, das er sich richtig freut, hier aus dem Vollen schöpfen zu können.

Ein schwieriger Start, da er sehr viele Informationen bündelt und sehr viele Hintergrundinformationen voraussetzt, aber auch ein guter Start, da schnell eine Richtung eingeschlagen wird, die ein neues Team an den runden Tisch bringt. Geheimnisvoll, ein wenig unheimlich, mysteriös und spannend. Das macht Lust auf mehr! 😀

Freitag, 06. Juli 2007

Batman – Dark Detective

Filed under: Superhelden — Michael um 19:22

Batman - Dark DetectiveAn einem zauberhaften Abend: Batman testet die Sicherheitsvorkehrungen bei der Veranstaltung des Gouverneur-Kandidaten Evan Gregory. Die Polizei reagiert gewissenhaft und will den Eindringling sogar festnehmen. Es ist ein Leichtes für Batman, diesem Vorhaben zu entgehen.
Als Bruce Wayne mischt er sich unter die versammelten Gäste. Zuerst ist es das übliche Geplänkel unter den Gästen. Bruce ist bekannt wie ein bunter Hund, gibt sich freundlich und begrüßt besonders die Damen. Plötzlich gefriert seine Miene. Unter den Anwesenden hat er eine Frau entdeckt, die schmerzhafte Erinnerungen in ihm wachruft: Silver St. Cloud. Die Frau mit dem wohl klingenden Namen war einst mit Bruce zusammen. Er hatte sie sogar so sehr in sein Leben integriert, dass er ihr seine Geheimidentität anvertraute.

Für die Verwirrung der eigenen Gefühle bleibt Bruce zunächst nicht allzu viel Zeit, denn ohne Vorankündigung stört ein Psychopath die Feier: Der Joker ist da! Sein Anliegen ist so einfach wie wahnsinnig. Er möchte der nächste Gouverneur werden.
Wählt mich oder ich töte euch! – Wer kann dazu schon nein sagen? Batman greift sofort ein, um den Wahnsinnigen aufzuhalten. Leider hat der Joker seine Flucht sehr gut vorbereitet. Das ist nicht die einzige Niederlage, mit der sich Batman abfinden muss. Seine ehemalige Freundin Silver ist nun mit dem Kandidaten des Gouverneursamtes zusammen.

In die Jagd auf den Joker schaltet sich jemand ein, von dem es niemand erwartet hätte. Two-Face überbringt dem weißgesichtigen Kriminellen eine deutliche Warnung. Wie nicht anders zu erwarten, bleibt der Joker von dieser Warnung gänzlich unbeeindruckt. Noch schlimmer: Die Warnung wirkt auf den Joker wie eine Herausforderung.
Und als hätte Batman mit diesem Irren nicht schon genug zu tun, drängen sich Scarecrow und Two-Face auch noch in sein Leben. Für die neu aufkeimende Liebe zwischen ihm und Silver bleibt da nicht mehr viel Zeit.

Batman – Dark Detective holt ein klassisches Team an den Arbeitstisch zurück, das mit seiner ersten Zusammenarbeit am Mitternachtsdetektiv in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts Comic-Geschichte geschrieben hat. Steve Englehart, Autor, und Marshall Rogers erwecken mit ihrem nostalgischen Stil die gute alte Zeit zu neuem Leben.

Reduzierung auf das Wesentliche kann manchmal zutage fördern, ob der Kern einer Sache auch für sich alleine bestehen kann. In den letzten Jahren haben die Bilder in einem Comic Grafiken gezeigt, die noch vor einigen Jahren undenkbar gewesen wären. Zeichner, Tuscher und Koloristen haben bombastische Bilder geschaffen, die ein ebensolches Gefühl hinterlassen wie der Blick auf ein großes Kinoerlebnis. Aber eine gewaltige Bilderflut kann nicht immer eine gute Handlung ersetzen. Der Rückschritt in Dark Detective, und man darf ihn wohl so bezeichnen, ohne es böse zu meinen, lenkt außerdem wieder mit ungeheurer Eleganz auf das zentrale Thema Batmans zurück.

Batman ist der Mann, der mit einem nach außen oberflächlichen Charakter seine wahre Mission verbirgt. Er ist innerlich zerrissen. Abseits seiner Geheimidentität sehnt er sich nach Liebe, die seine Person natürlich nur schwer bekommen kann. Auch Silver St. Cloud trennte sich einstmals von Bruce Wayne, weil sie die Ungewissheit seiner nächtlichen Ausflüge nicht mehr ertragen konnte. Wer konnte sagen, dass Batman nach einer Nacht voller Gefahren überhaupt zurückkehrt? Und wer wollte mit einem Mann zusammen sein, der tagsüber in der einen Identität arbeitet und nachts in einer anderen? So oder so ist das Zusammenleben mit Bruce-Batman schwierig. Obendrein, als Zuckerguss auf einem ungewöhnlichen Ego, kommt noch eine Kindheit, die auf das Scheußlichste zerstört wurde.

Jeder Batman-Fan weiß, dass der Joker immer wieder für Überraschungen gut ist. Eine politische Kandidatur war noch nicht dabei. Englehart nutzt die Situation für einige abstruse Verhaltensweisen bewährter Figuren aus dem Batsie-Szenario. Interessant eingeflochten ist Two-Face, der es nicht ertragen kann, dass der Joker das Amt mit seiner Kandidatur beschmutzt. In diesem Zuge, in der Entwicklung und den Rückblicken Batmans, kommen auch die dunklen Charaktere nicht zu kurz. Gerade Two-Face versucht sein Leben in den Griff zu bekommen – jedenfalls in der einzigen Weise, die ihm möglich erscheint. Er lässt einen Klon von sich anfertigen. Die Tragödie ist vorprogrammiert, doch Englehart erzählt sie so, dass die furchtbare Wendung absolut überraschend kommt.

Marshall Rogers ist wirklich ein Zeichner wirklich alter Schule. Sein Stil ist dem von Bernie Wrightson recht ähnlich. Was auf den ersten Blick altmodisch wirken mag, ist in Wahrheit aber die Fähigkeit, den rechten Strich an den rechten Ort zu setzen, denn dieser grafische Stil verzeiht keine Fehler. Dank der sparsamen Kolorierung von Chris Chuckry und der zarten Tuscheführung von Terry Austin würden Fehler auch nicht zu verbergen sein.

Blick zurück nach vorn: Der Mitternachtsdetektiv schafft den Sprung in das neue Jahrtausend mit Bravour. Endlich erlebt Bruce Wayne einmal wieder eine schöne Liebesromanze. Alte Feinde können wieder begeistern. So gut kann Batsie sein.

Donnerstag, 05. Juli 2007

Star Wars 62

Filed under: SciFi — Michael um 18:37

Star Wars 62Sergeant Theta 20-8-8 meldet sich zum Rapport im Jedi-Tempel. Nach dem Desaster im Orbit um den Fabrikmond Asturius haben Yoda und Mace Windu noch einige Fragen an den Klonkrieger.
Eine Fehlfunktion zwingt den Raumschiff-Konvoi aus dem Hyperraum. Niemand rechnet mit einem Hinterhalt. Die Droidenkampfschiffe aus einer verborgenen Kampfstation gehen direkt auf Angriffskurs und vernichten sofort den Flankenschutz. Das Raumschiff des Direktor Oviedo gerät in die Anziehungskraft des Mondes und stürzt ab, gefolgt von einem Kreuzer der Klonkrieger, der sich der Droidenverfolger erwehren muss. Der Aufprall ist furchtbar, aber einige Klonkrieger überleben. Die Soldaten sind nicht gewillt, aufzugeben. Eine Suchdrohne bringt sie auf die Spur des anderen abgestürzten Schiffes.

Die Soldaten machen sich auf den Weg. An der Absturzstelle eingetroffen, können sie den Direktor nicht finden. Obwohl das Schiff keine nennenswerten Schäden aufzuweisen scheint, sind alle Passagiere des Raumkreuzers tot. Was ist hier geschehen?

Quinlan Vos gehört zu den Jedi, die Schwierigkeiten geradezu magisch anzuziehen scheinen. Für den Jungen, der von einer Swoop-Gang verfolgt wird, ist er aber auch gerade rechtzeitig zur Stelle. Der fremde Jedi ist ein Geist, denn er dürfte gar nicht existieren. Die Kopfgeldjäger sind der gleichen Ansicht. Wenn es nach ihnen geht, liefern sie den Flüchtling tot bei den zuständigen Stellen des Imperiums ab.

Leia trifft auf Elerion ein. Irgendwo auf diesem Planeten halten sich die Diebe des Datenwürfels auf, auf dem sämtliche Rebellenstützpunkte verzeichnet sind. Ihre Kontaktpersonen haben bereits die Spur aufgenommen. Im Lucky Stars kommt es zur Entscheidung. Zuerst ist Leia über ihre Einsatzkleidung noch ein wenig bestürzt. Schließlich muss sie feststellen, dass der Einsatz der Reize einer Frau manchmal schneller zum Ziel führen können.

Die 62. Ausgabe der Star Wars-Reihe beschert dem Fan drei Kurzgeschichten aus verschiedenen Zeitzonen des Krieg der Sterne-Epos.

In Das Band der Ehre stehen einmal mehr die Klontruppen im Mittelpunkt einer Erzählung. Die ehemals namenlosen Soldaten erhalten immer mehr Format. Ihre jeweiligen Erfahrungen, ihre Narben und ihre Stellungen machen aus den Soldaten zunehmend Individuen, die sich den Respekt der normalen Menschen verdienen, allen voran die Jedi, die in den so genannten Klonkriegen ihre kommandierenden Offiziere sind.
Die vorliegende Geschichte, geschrieben von Ian Eddington und gezeichnet von Steve Pugh, beschäftigt sich mit einem besonderen Einsatz eines kleinen Trupps von Klonkriegern. In einem Rückblick erzählt Sergeant Theta 20-8-8 von der Mission, die zunächst ein Geleitzug ist und zu einer Rettungsmission wird.

Edington zeigt, dass in den vermeintlichen Befehlsempfängern eine große Portion Eigeninitiative und Intelligenz steckt. – Ein Punkt, der entweder von der Konditionierung der Klontruppen herrührt oder vom genetischen Vorbild Jango Fett. Das strikte Vorgehen und die hohe Disziplin sprechen jedenfalls für die Klontruppen und lassen das doch recht schnelle Ableben des Kopfgeldjägers in einem doch seltsamen Licht erscheinen. Wer das heldenhafte Verhalten der Klonkrieger in Betracht zieht, muss sich einfach wundern, warum Jango Fett nicht vorsichtiger gewesen ist, als er Mace Windu entgegen trat. (siehe Episode II)
Andererseits ist angesichts dieser Vergangenheit Mace’ abschließendes Gespräch mit dem Sergeant besonders interessant. Mace weiß ganz offensichtlich zwischen der unehrenhaften Figur des Jango Fett und seinen Klonen, die bisher so viel zur Verteidigung der Republik beitrugen, zu unterscheiden.

Mit der Geschichte Geist findet sich eine wenige Seiten starke Handlung, die aber umso gelungener ist. Hier treffen zwei interessante Charaktere des Star Wars-Universums aufeinander und verbinden die beiden Film-Trilogien auf ihre Art. Einer der faszinierendsten Jedi, die in den Comics ihre Auftritte hatten, ist zweifellos Quinlan Vos. Vos war immer ein wenig rebellisch. Eine Mission an der Seite von Count Doku ließ ihn beinahe der dunklen Seite anheim fallen. Hier hat er den Fall der Republik überlebt. Aber er weiß auch, dass die Zeit der Jedi vorüber ist. Er ist ein Geist, der ebenso schnell wieder verschwindet, wie er gekommen ist.
Die andere Figur dieses Zusammentreffens soll nicht verraten werden. Das Zusammentreffen ist jedoch von Autor Jan Duursema äußerst gelungen in den bestehenden Zeitstrang eingearbeitet worden. Die Zeichnungen von Duursema und Dave McCaig machen aus dieser kleinen Geschichte ein richtiges Sahnehäubchen des vorliegenden Bandes.

Abschließend greift Prinzessin Leia in Lucky Stars ein. Zeichner Paco Medina, der auch schon bei den X-Men aktiv war, steht stilistisch in enger Verwandtschaft zu Ed McGuinness. Seine Bilder sind eher verspielt, sehr cartoony. Nescan Tal’yo, der Dieb, dem Leia auf der Spur ist, ist ein wölfisches Wesen, irres Grinsen sehr stark an die Hyänen aus dem König der Löwen erinnert.
Wer eine auf Spaß und Abenteuer ausgelegte Geschichte mag, und sich eine Verbindung zwischen Star Wars und Disney vorstellen kann, wird von dieser Variante von Drei Engel für Charlie im Weltraum richtig gut unterhalten werden.

Eine ausgewogene Mischung dreier Geschichten aus dem Star Wars-Universum. Sehr spannend ist die erste, überraschend ist die zweite, gelungen spaßig ist die dritte Geschichte. Perfekte Unterhaltung. 😀

DuO in Hamburg

Filed under: Meldungen — Michael um 12:00

Das deutsche Mangaka-DuO (Asu und Reami) ist zur Präsentation ihres neuen Bandes aus der Reihe INDéPENDENT in Hamburg.
Am 19. Juli 2007 sind die beiden Zeichnerinnen von 15.00-16.00 Uhr im k presse + buch Medienzentrum im Hamburger Hauptbahnhof (Wandelhalle) und signieren ihre Werke.

DuO werden seit 2003 von Egmont Manga & Amine (EMA) verlegt und gehören längst zur Manga-Elite im deutschsprachigen Raum. Der eigenständige Stil der beiden und ihr Hang zu verrückten Ideen sorgen für unverwechselbar skurrile Geschichten. Ihre Space-Comedy-Reihe Mon-Star Attack! schlossen die Mangaka trotz großen Erfolgs nach dem zweiten Band ab und starteten stattdessen „INDéPENDENT“. Im Mittelpunkt: Hip-Girl Épicé, das kaufsüchtige Töchterlein eines waschechten Mafioso. Der im Herbst 2006 erschienene erste Band fesselte die Leser mit viel Action und einer grenzenlos abenteuerlustigen Protagonistin.

Quelle: S&L Pressemitteilung 5. Juli 2007

Dienstag, 03. Juli 2007

Die Abenteuer von Lois und Clark

Filed under: Comics im Film — Michael um 19:14

Superman - Die Abenteuer von Lois & ClarkClark (Dean Cain) wollte sich nicht provozieren lassen, doch als der Boxer ihn verhöhnt, kann er sich nicht länger zurückhalten. Clark steigt in den Ring.
Bevor es zu einer Schlägerei kommen kann, werden die beiden Streithähne getrennt. Lois (Teri Hatcher) hadert mit diesem Auftrag. Durch ihren Vater, der lange Zeit im Sport als Arzt tätig war und sich spektakuläre Behandlungsmethoden ausdachte, kennt sie das Milieu. Aber die Möglichkeit, ihrem Vater zu begegnen, reizt sie nicht. Trotzdem bleiben die beiden Reporter hartnäckig. Denn irgendwas ist faul an der ganzen Sache. Die Boxer sind viel zu stark. Kann es wirklich sein, dass sie mit ihren Kräften Superman herausfordern könnten? Das würde der Kampf des Jahrhunderts sein.

Plötzlich erscheinen Kinder auf dem Fernsehschirm. Sie wollen nicht viel. Das Einzige, was sie verlangen, ist: Sucht nicht nach uns! Diese Kinder sind anders als andere. Sie sind superschlau. Dennoch haben sie ein Problem. Ihre Intelligenz hat keine natürlichen Ursachen, sondern beruht auf einem illegalen Experiment. Bei finsteren Machenschaften in Metropolis findet sich häufig ein ganz bestimmter Mann, der seine Finger im Spiel hat: Lex Luthor. Davon ahnen Lois und Clark zu diesem Zeitpunkt nichts.

Ein relativ unscheinbarer grüner Kristall wird zum Anziehungspunkt. Ein alter Bekannter von Superman taucht wieder auf der Bildfläche auf. Der Kristall hat ihn neugierig gemacht. Könnte dieser Stein eine Waffe gegen die außerirdische Bedrohung durch Superman sein?
Lois und Clark machen sich auf den Weg nach Smallville. Hier scheint es zu einer Verseuchung von Ackerland gekommen zu sein. Bald offenbaren sich ihre Gegner. Clark, zunächst durch das Kryptonit geschwächt, muss hilflos mitansehen, wie seine Eltern als Druckmittel benutzt werden sollen, damit er Superman zur Hilfe ruft.

Die Fernsehserie Superman – Die Abenteuer von Lois & Clark brachten einmal mehr den Stählernen auf den Fernsehschirm zurück. Im Mittelpunkt des Interesses standen eher seine Abenteuer als Reporter – die natürlich nie ganz ohne die Fähigkeiten eines Superman auskamen. Die Darsteller, Dean Cain als Clark Kent sowie Teri Hatcher als Lois Lane, hatten außerdem die Aufgabe die Liebesbeziehung der beiden Comic-Figuren von Folge zu Folge aufzubauen. Tatkräftige Unterstützung fanden sie dabei durch Schauspieler-Veteranen wie Lane Smith als Perry White, K Callan als Martha Kent, Eddie Jones als Jonathan Kent, Michael Landes (zu Beginn) als Jimmy Olsen und (zu Beginn) Tracy Scoggins als Cat.

Der Clark der Serie war, seinem Comic-Vorbild gut nachempfunden, etwas zurückhaltend und stets darauf bedacht, einen guten Eindruck zu machen. Sein Auftreten hat immer etwas Sympathisches, aber auch Langweiliges. Lois, ein wenig hochnäsig, erfolgreich, hektisch, sehr weiblich, spielt Clarks Fähigkeiten zunächst herunter, bis ihr Chef Perry White beide mehr oder minder zwingt als Team zu arbeiten. Langsam wächst das Duo zusammen, zuerst kollegial, später auch privat. Und irgendwann fällt sogar das letzte Geheimnis zwischen den beiden.

Die verschiedensten Widrigkeiten machten den beiden Reportern wie auch Superman das Leben schwer. Natürlich war Lex Luthor stets ein Garant für die Intrigen im Hintergrund. John Shea gab einen sehr souveränen hyperintelligenten Gentleman-Verbrecher ab. In dieser Rolle wusste er ebenso zu gefallen, wie einstmals Gene Hackman in den ersten beiden Kinofilmen mit Christopher Reeve. Shea kehrte später noch einmal mit einer Rolle in Mutant X in das Comic-Genre zurück. Ein gewichtiger Gegner war außerdem die Verbrechensorganisation Intergang. Die Gegner, die sich unter dem Dach dieser Organisation einfanden, waren sehr unterschiedlich und zumeist eher durchschnittlich. Phantastischer wurde es durch Gegner wie Tempus.

Wie in jeder Serie war es zuerst noch ein wenig holprig. Die Figur der Cat war etwas fehl am Platze. Michael Landes wurde als Jimmy Olsen ausgetauscht und durch Justin Whalin ersetzt. Whalin wirkte jünger und pausbäckiger, ob er auch die bessere Besetzung war, mag jeder für sich entscheiden. Interessant war der Auftritt seines Filmvaters, einer Art Mini-Bond, in einer Folge, die für viel Spaß und Spannung gut war. Scoggins und Landes blieben den phantastischen Themen treu. Scoggins gehörte später zur Stammbesatzung von Babylon 5, während Landes mit der Special Unit 2 unter Dämonen aufräumte.
Gastauftritte von Genre-Schauspielern sorgten immer wieder für neue Impulse. Bruce Campbell, bekannt aus Xena, Mini-Auftritten in drei Teilen von Spider-Man und der Evil DeadReihe sorgte mit seiner unverwechselbaren Art für Humor in der Serie. Denise Crosby erlangte Ruhm als erste Brückenbesatzungstote der Next Generation im Star Trek-Universum. Der inzwischen verstorbene Peter Boyle (zuletzt: Alle lieben Raymond) glänzte als Gangster – um nur einige zu nennen.

Die Tricks sind aus heutiger Sicht bei weitem nicht mehr aktuell. Die Flugszenen muss man stets vor dem Hintergrund eines Fernseh-Budgets sehen. Andere Tricks wie die Superpuste machten schon einen besseren Eindruck. Die Einsätze Supermans waren natürlich nicht der Mittelpunkt, weshalb man wie in der viel jüngeren Serie Smallville nicht so viel wert auf die Tricks legen sollte.
Dank des Zusammenspiels, das im Laufe der vier Staffeln immer besser gelang, wurde die Serie zu einem gelungenen Vergnügen. Auch Nichtcomic-Interessierte konnten hier gut unterhalten werden. Teri Hatcher legte hier die Grundlage für ihre Karriere, bevor sie mit den Desperate Housewives noch einen Zahn zulegte. In dieser Serie liefert sie eine wunderbar zickige Lois Lane mit einer gesunden Portion Sexappeal ab – wahrscheinlich ein Grund für das Ausscheiden der Figur der Cat, die damit überflüssig wurde.
Dean Cain trat weiterhin fleißig auf, Produktionen mit ihm wurden hierzulande aber seltener gezeigt.

Die letzten Folgen wurden vor 10 Jahren abgedreht, trotzdem gehören die Abenteuer von Lois und Clark immer noch zu den besseren Comic-Serien. Humor, Spannung, eine Prise Romantik: Die Serie fängt die Beziehung zwischen Lois und Clark sehr schön ein. Immer noch zu empfehlen. 🙂

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Montag, 02. Juli 2007

Largo Winch – Hüter des Tao

Filed under: Abenteuer — Michael um 19:23

Largo Winch 15 - Hüter des TaoPeking. Tsai Industries will eine Kooperation mit der Luftfahrt-Sparte des Winch-Konzerns eingehen. Obwohl diejenigen aus der Chefetage, die den Vertrag ausgehandelt haben, mit allen Vollmachten ausgestattet sind, würde man es in China als Beleidigung empfinden, wenn Largo Winch den Vertrag nicht persönlich unterschreiben würde. – Ohne es zu ahnen, wurde für Largo eine neue Falle aufgestellt. Aber wo steckt Largo überhaupt? Es bleiben zehn Tage, um den Konzerneigentümer zu finden. Doch dieser hat sich in ein privates Versteck zurückgezogen. Hier existieren kein Handy und kein Computer. Es gibt nur eine Möglichkeit, mit ihm in Verbindung zu treten: Per Brieftaube.

Davon ist den Managern in der Chefetage leider nichts bekannt. Selbst Miss Pennywinkle, Largos persönliche Sekretärin, hat keine eigene Möglichkeit, ihm eine Nachricht zukommen zu lassen. Schweren Herzens nimmt man Kontakt zu Simon Ovronnaz auf. Largos bester Freund weilt derweil im Urlaub. Seine Erfolge als Frauentyp lassen sehr zu wünschen übrig. Immer wieder wird er auf diesem Gebiet von Silky, Largos Privatpilotin, vorgeführt. Da kommt die Aufgabe, Largo zu benachrichtigen, wie gerufen. Wenig später schickt er eine Brieftaube auf den Weg.

Sind Brieftauben nicht ein Anachronismus heutzutage?
Das Problem ist, Herr Direktor, dass alle anderen Kommunikationswege heutzutage ausspioniert werden.

Leider vergisst Simon, dass auch Brieftauben ihre ganz besonderen Schwierigkeiten haben können, ihr Ziel zu erreichen. Damit beginnt das Unheil für Largo. Die Nachricht, die ihn erreicht, führt ihn nach Südfrankreich. Der Aufenthalt ist kurz, aber ereignisvoll. Die Nachricht hat Largo zutiefst beunruhigt. Bald schon ist er auf dem Weg über Dubai nach Hongkong. Largo wird bereits erwartet. Die Vergangenheit hat ihn endgültig eingeholt.

Der Reichtum hat Largo Winch kein Glück gebracht. Zu viele Menschen halten ihn für einen Emporkömmling und für noch mehr Menschen gilt es, mit Largo eine Rechnung zu begleichen.
In Hüter des Tao erhält Largo eine Nachricht, von der er wusste, dass sie eines Tages kommen wird – er ahnte jedoch nicht, dass es so schnell geschehen würde. Ausgehend von den Ereignissen in den Epsioden Makiling und Tiger, während derer er sich einen Gefallen der örtlichen Triaden erbat. Die asiatische Variante der Mafia gibt jedoch nichts umsonst. Eines Tages soll er den Gefallen vergelten. Diese Zeit ist nun gekommen.

Autor Jean van Hamme und Zeichner Philippe Francq zeigen zu Beginn einen Largo Winch, der arg im Zweifel über sich und sein Leben ist. Zurückgezogen, völlig abgeschieden von der normalen Welt, auf einer paradiesisch anmutenden Insel, denkt Largo über sein Leben nach.
Ich bin nicht so stark, wie alle glauben.
In diese Zeit der Selbstzweifel platzt die Nachricht aus der Vergangenheit. Geschickt spielt van Hamme mit den Elementen eines Thrillers. Sein Hauptcharakter, der sowieso am Boden ist und ständig mit Gedanken und Alpträumen aus seiner Vergangenheit gequält, kommt zusätzlich vom Regen in die Traufe. Die Erwartungen, die das Duo van Hamme/Francq mit den letzten Ausgaben geschürt hat, sind sehr hoch. Gleich von der ersten Seite an lassen die beiden keinen Zweifel daran, dass die Falle für Largo von ganz oben gestellt wurde und entsprechend gefährlich für den jungen Milliardär ausfallen wird.

Fällt der Start der Handlung auch in die Chef-Etage, findet gleich darauf ein Wechsel statt. Ein Formen- und Farbenspiel nimmt den Leser zuerst mit auf eine Urlaubsreise nach Nizza und die südfranzösische Küste. Francq zeigt uns Jachthäfen, bunte Märkte und aufreizendes Nachtleben. Van Hamme fügt mit Simon Ovronnaz und Silky ein Paar hinzu, dass für zusätzliche Spannung, Humor und amouröse Verwicklungen gut ist. Wenn ein Frauenheld, ein selbsternannter, mit ansehen muss, wie eine Frau mehr Frauen abschleppt als er, ist wohl etwas faul im Staate Dänemark. So oder ähnlich fällt sein Fazit aus. Jedenfalls fängt Simon an, sich Sorgen über seinen Sexappeal zu machen. Mehr Humor gönnt van Hamme der Geschichte jedoch nicht.

Nach einem sehr kurzen Auftakt nimmt das Abenteuer seinen Lauf. Alles Nötige erfährt der Leser innerhalb weniger Seiten. Die verschiedenen Charaktere, die Manager und Largos Erscheinung seines verstorbenen Adoptivvaters, geben dem Leser alle wichtigen Informationen, die er zum Einstieg in die Welt von Largo Winch braucht.
Van Hamme wechselt zwischen Action und Schockelementen hin und her. Die Verfolgungsjagd durch die engen Straßen der französischen Hafenstadt erinnert optisch an ähnliche Szenarien von Erzählern wie Roger Leloup. Allerdings könnte die Szenerie in den engen Gassen auch durch Vorlagen alter Bond- oder Belmondo-Filme inspiriert sein. Es mag sein, wie es will, ein Thriller-Fan wird sich wieder einmal direkt zu Hause fühlen. Van Hamme führt den Leser sogleich weiter. Nach einer winzigen Station in Dubai, bei der Largo standesgemäß im Burj Al Arab wohnt, jenem Hotel, dessen segelähnliche Form inzwischen weltweit bekannt ist.

Derartige Schauplätze sind Programm in diesem Band der Reihe. Außenansichten, wie die Straßentäler Hongkongs, wechseln sich ab mit großartigen architektonischen Innenansichten von Spitzenhotels, Villen und palastähnlichen Anlagen. Optisch besonders beeindruckend ist Largos Besuch auf Tsai Island. High Tech steht hier eindrucksvoll neben altehrwürdigem chinesischem Ambiente. Es finden sich sogar die weltbekannten Terrakotta-Soldaten in Tsais Sammlung.
All diese Kleinigkeiten, die sich dank der Gestaltung von Francq immer wieder finden lassen, machen die neue Episode aus dem Leben von Largo Winch zu einem optischen Leckerbissen.

Largo Winch gerät erneut in Schwierigkeiten, die bedrohlicher scheinen als jemals zuvor. Van Hamme und Francq haben sich noch einmal gesteigert – was kaum vorstellbar schien – und liefern einen Abenteuer-Comic ab, der alles hat, was spannende und stilvolle Unterhaltung braucht. 😀

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Samstag, 30. Juni 2007

Largo Winch – Tiger

Filed under: Abenteuer — Michael um 16:47

Largo Winch 8 - TigerLargo ist in Asien angekommen. Schnell wird deutlich, dass die Befreiung seines Freundes Simon besondere Maßnahmen erfordert. Largo nimmt Kontakt zu einem Nachtclubbesitzer auf, der ein ungewöhnliches Treffen für ihn arrangieren soll. Largo braucht die Hilfe der Triaden.
Im Tempel der himmlischen Glückseligkeit kommt es wenig später in dunkler Nacht zu einer Begegnung, die für Largo schicksalhaft sein wird. Der Mann, der Largo droht, ihn bei der geringsten unstimmigen Antwort zu töten, sieht zwar aus wie ein Mönch, aber seine Autorität begründet sich auf einer hohen Stellung in einer anderen Organisation. Largo gibt preis, woher er das Kennwort der Triaden kennt. Vor vielen Jahren hatte er das Glück, einem Angehörigen der Triaden das Leben zu retten. Largo weiß, dass das Einfordern eines Gefallens einen sehr hohen Preis fordern wird. Sein Gegenüber lässt keinen Zweifel daran, dass der Zahltag kommen wird.

Eines Tages – in sechs Monaten, zehn Jahren, vierzig Jahren – wird ein Mann aus meinem Volk zu Ihnen kommen und Sie an die drei Augen der Hüter des Tao erinnern. Und dann werden Sie gehorchen, wo immer Sie sich befinden oder wer Sie geworden sind. Blind und ohne Fragen zu stellen. Das ist der Preis für unsere Hilfe.

Largo findet sich mit dieser Situation ab und stimmt zu. Sein Freund Simon bereitet sich gerade auf seine Hinrichtung vor. Da die Weltöffentlichkeit in Form der Presse zu diesem Ereignis eingeladen ist, will man sich im ehemaligen Birma nicht vorwerfen lassen, man gebe auf seine Gefangenen nicht Acht. So kommt Simon Stunden vorher in den Genuss von ausgesuchter Körperpflege in Form von einigen attraktiven Körperpflegerinnen. Sauber und mit frischer Kleidung ausstaffiert macht sich Simon zusammen mit den anderen Delinquenten auf den Weg zum Richtplatz.

Derweil haben Largos neue Freunde ihr Wort gehalten. Ein ausgeklügelter, aber waghalsiger Plan nimmt Gestalt an. Das Befreiungskommando ist im Anflug auf die Festung Makiling.

Die Fortsetzung des ersten Teils (Makiling) reißt den Leser gleich von Beginn an mit. Die Tiger haben sich auf den Weg gemacht, um ihre Freunde zu befreien. Eine Geschichte in bester Söldner-Manier breitet sich vor dem Leser aus. Die Befreiungsaktion, in anderen Geschichten gerade einmal der Höhepunkt, ist hier der Start zu einer dramatischen Flucht voller gefährlicher Ereignisse.

Die Flucht führt querfeldein. Der Helikopter, der zur Flucht eingesetzt wurde, wird schnell zu einem zu auffälligen Element der Flüchtigen. Zeichner Philippe Francq setzt die Flucht und die Flugmanöver mit dem besten Auge eines Kameramanns um. Als Leser ist man hautnah dabei. Wie auf einer Kinoleinwand rast das Luftfahrzeug durch die Canyons. Weniger halsbrecherisch, dafür mit mehr Abenteueratmosphäre durchzogen, schildert sich die weitere Flucht durch das beinahe undurchdringliche Grün des Dschungels und über weite grüne Ebenen und Felder. Die Fremdartigkeit des Landes, der Landschaft, der Kultur wie auch der Menschen und ihrer Lebenssituation macht aus dieser Flucht einen Ausflug in eine andere Welt. Autor Jean van Hamme nutzt die Gelegenheit aber auch für eine amouröse Entwicklung.

Largo ist ein Frauentyp. Diese Zutat zieht sich durch viele Thriller, ist beinahe unverzichtbar. Aber er ist nicht unersättlich, wie es den Anschein bei seinem Freund Simon hat, der sich eher in Schwierigkeiten bringt. Malunai, die Freiheitskämpferin, ist bereit, ihre Jungfräulichkeit ihrer Dankbarkeit zu opfern und Largo mit einer gemeinsamen Nacht zu belohnen. Er lehnt ab – und macht sich damit für sie noch interessanter. Largo Winch ist ein Charakter, der für seine Freunde bis zur Selbstaufgabe alles Mögliche unternimmt. Die zeitweiligen Rückblicke in seine Sturm- und Drangzeit zeigen aber auch, wie erwachsen Largo mit seinem großen Erbe geworden ist. Sicherlich benimmt er sich nicht, wie der Herr über ein Wirtschaftsimperium sich benehmen sollte, aber auf seine Art übernimmt er vermutlich noch viel mehr Verantwortung.
Mit Largo Winch ist van Hamme eine Figur gelungen, die auf Augenhöhe mit Haudegen wie Andy Morgan, Dan Cooper oder Bruno Brazil. Zwar altern Comic-Figuren nicht so schnell wie der normale Mensch, aber seine Jugend lässt auch noch auf viele Abenteuer hoffen, die sich in seinen späteren Jahren abspielen werden.

Der Aufbau des Abenteuers ist durchaus filmisch zu nennen. Zwangsläufig überlegt man dank der schönen Umsetzung durch Francq, wer denn für eine Verfilmung in Frage käme. Einer, der in der gezeichneten Version schon einem bekannten Schauspieler nahe kommt, ist der Bildreporter French. Gene Hackman würde in dieser Rolle sicherlich brillieren. Eine Verfilmung für die Kinoleinwand von Largo Winch ist nicht weit hergeholt, denn schließlich hat es einen Ausflug ins Fernsehen gegeben.

Unter dem vorangestellten Motto von Albert Camus Das Ziel rechtfertigt die Mittel, aber wer rechtfertigt die Ziele? lässt sich tatsächlich die Leitschnur beschreiben, die sich durch den gesamten Band zieht. Jeder Akteur verfolgt seine eigenen Ziele und nicht jedes ist edel, nicht einmal das eines Largo Winch.
Eine ausgeklügelte Fluchtgeschichte mit sehr gelungenen und glaubhaften Charakteren in den Dschungeln Asiens. Der Schluss ist ungeheuer dramatisch. Francq und van Hamme untermauern, dass sie zu den Top-Teams im europäischen Comic gehören. 😀

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Annihilation 3

Filed under: SciFi,Superhelden — Michael um 13:02

Annihilation 3 - Der Anfang vom Ende der WeltGalactus ruft den Silver Surfer zurück. Von allen Herolden war er stets der Favorit des Unsterblichen. Zwei Wesen sind aus einem intergalaktischen Gefängnis ausgebrochen und auf der Suche nach dem Weltenverzehrer.
Noch ein Krieg? Der Silver Surfer ist auf alles gefasst.
Nein. Nichts derart einfaches. Galactus bleibt die Ruhe selbst. Doch ein Feind, der auch ihm gefährlich werden kann, könnte die Grundfesten des Universums erschüttern. Der Surfer kehrt an die Seite seines früheren Herrn zurück, denn die entkommenen Gefangenen sind nicht die einzige Bedrohung. Annihilus hat die Negativ-Zone verlassen. Seine Legionen durchstreifen die Galaxis. Wo immer sie auf Lebewesen treffen, hinterlassen sie Tod und Vernichtung. Der Surfer nimmt den Kampf auf und stellt sich einem von Annihilus’ schlimmsten Schergen.

Galactus und der Silver Surfer sind nicht die einzigen Wesen, die sich mit dem Einfall der Fremden auseinandersetzen müssen.
Auch Ronan, der Ankläger, eigentlich unterwegs zwischen den Welten, um seinen Namen reinzuwaschen, kreuzt den Weg der Monster aus der Negativ-Zone. Ronans Rechtsprechung findet bei den Völkern, auf die er stößt, keinen Anklang. Die Gewalt, die er hinter sich zurücklässt, schert ihn nicht. Mitleidlos folgt er der Spur zu jener Frau, die ihn wieder entlasten kann.

Am Zielort angekommen, muss Ronan feststellen, dass er nicht der einzige Kree ist, der im Exil lebt. Die kleine Gemeinschaft ehemaliger Soldaten nimmt den Ankläger herzlich auf, erhoffen sie sich doch durch ihn Hilfe. Bald muss Ronan feststellen, dass diese Hilfe tatsächlich notwendig ist, weil noch eine andere Gruppe den Planeten zu seiner Heimstatt erkoren hat und nicht bereit ist zu teilen. Ronan stellt sich notgedrungen den ersten Angreifern. Ihr Kampf wird jedoch schnell zur Nebensache. Glorian, der Weltformer, hat es sich zur Aufgabe gemacht, aus diesem Planeten eine schöne Welt zu machen. Das noble Anliegen, vollkommen falsch ausgeführt, ruft Annihilus auf den Plan. Schönheit ist dem Anführer der Monströsitäten aus der Negativ-Zone ein Dorn im Auge. Aus einem örtlich begrenzten Kampf wird eine planetenweite Schlacht.

Annihilation erzählt vom Anfang vom Ende der Welt. Annihilus, ein alter Feind der Fantastischen Vier, ist es gelungen, eine riesige Horde aus der Negativ-Zone in das bekannte Universum zu führen. Seither rollt eine gewaltige Vernichtungswelle durch das All.
Das Marvel-Event Annihilation stellt verschiedene Marvel-Helden, die sonst eher in der zweiten Reihe angesiedelt sind, in den Mittelpunkt einer breit angelegten Geschichte. Zwar ist es ein wenig gemein, den Silver Surfer einen B-Helden zu nennen, aber der wirklich große Erfolg und die Sympathie, die anderen Helden über die Jahre zuteil wurde, ist ihm versagt geblieben – das mag zu einem guten Teil an seiner riesigen Macht liegen, die ihn zu weit von den normalen Helden entrückt. Der Surfer, immer ein gern gesehener Gast innerhalb des Erzählstrangs der Fantastischen Vier, stellt gerade hier seine Macht unter Beweis, indem er gegen eine Armada antritt, nachdem er von Galactus seine früheren Kräfte zurückerhalten hat.

Auch Ronan, ein Wesen, das den Fantastischen Vier begegnete, hat sein Zusammentreffen mit den Fremden. Während die Geschichte um den Silver Surfer eher klassisch im Marvel-Universum erählt wird, gewinnt die Handlung um Ronan fast schon Space Opera-Züge. Ohne auch nur irgendetwas von der Figur, den Kree oder die Vergangenheit dieses Volkes zu wissen, entfaltet sich dank des erzählerischen Talents von Autor Simon Furman ein spannendes Science Fiction Märchen. Bei genauer Betrachtung könnte dieses Abenteuer sogar im Star Wars-Universum spielen – sieht man einmal von Annihilus ab, der nicht so recht passen würde.

Zwei sehr starke Gegner stehen sich schließlich gegenüber. Ronan trifft eine Art weibliches Gegenstück. Auch sie wird von ähnlichen Ehrgefühlen gelenkt und sammelt die Verlorenen, Verstoßenen und die Heimatlosen um sich. Gamora genießt den Zweikampf, bis ein gemeinsamer Feind die beiden Gegner eint.
Der Aufbau der Geschichte ist klassisch. Durch die Elemente des Weltenformers und das Auftauchen der Legionen des Annihilus kommen jedoch unvorhersehbare Akteure ins Spiel, weshalb die Handlung bis zum offenen Ende hin mit Spannung zu lesen ist. Eine Fortsetzung erfolgt im nächsten Band.

Zeichner Jorge Lucas nimmt diesen klassischen Faden in seinen Bildern auf. Man fühlt sich als Leser an die guten alten Tage erinnert, denn es ist ein wenig John Buscema darin, ein wenig ausgefeilter zwar, doch Parallelen gibt es. Man könnte sagen, dass dieser Stil eine konsequente Fortführung des Altmeisters ist. Dieser glasklare Stil, der sich auf den Kern einer Szene beschränkt, wird durch die sehr einfache Farbgebung von Dave McCaig noch verstärkt. Für einen Koloristen wäre es ein Leichtes aus den vorgelegten Grafiken noch bombastischere Szenen zu schaffen. Diverse Koloristen haben dergleichen vorexerziert. Doch die Reduzierung trägt zum besseren Lesefluss bei und schafft gleichzeitig eine Art europäisch anmutenden Charakter der Bilder.

Insgesamt ein gelungenes Experiment abseits der Hauptserien. Gut zu sehen und zu wissen, dass sich Marvel diese Geschichten erlaubt und so seine Bandbreite noch erhöht. Leser, die einmal über andere Helden lesen möchten und Space Operas mögen, werden bestimmt ihren Spaß haben. 🙂

Freitag, 29. Juni 2007

Largo Winch – Makiling

Filed under: Abenteuer — Michael um 19:10

Largo Winch 7 - MakilingYangon, Hauptstadt von Myanmar. In der ehemaligen Stadt Rangoon, der Hauptstadt des ehemaligen Birma, sind Korruption und Intrigen an der Tagesordnung. Eines Tages ergibt sich für die Militärobrigkeit und den dortigen CIA-Kontaktmann eine großartige Gelegenheit. Mittels eines Köders wollen sie die Auseinandersetzungen mit den Rebellen im Goldenen Dreieck endlich beenden.
Die Köder in diesem düsteren Spiel sind Marjan Texel, eine niederländische Polizeiinspektorin, und Simon Ovronnaz sind Freunde von Largo Winch, einem weltweit bekannten Multimilliardär. Winch hatte vor vielen Jahren freundschaftliche Kontakte zu rebellischen Stammesmitgliedern im Goldenen Dreieck geknüpft. Irgendwie muss es gelingen, Winch nach Myanmar zu locken, damit er sie zu den Verstecken der Rebellen und ihren Anführern bringt.

Marjan und Simon wollen eigentlich nur Urlaub machen. Auch Myanmar ist reich an kulturellen Schätzen und Gebäuden, die sich von Touristen erkunden lassen. Wenig später werden sie ohne Begründung von der örtlichen Polizei zu einer Unterredung gedrängt. Dann schnappt die Falle auch schon zu. Als Simon Marjan gegen die aufdringlichen Beamten beschützen will, kommt ein Polizei-Captain zu Tode. Marjan kommt während einer Gerichtsverhandlung noch glücklich davon. Simon hat Pech. Niemand glaubt ihm die Notwehrsituation. Ihn trifft die volle Härte des myanmarischen Gesetzes. Simon wird zum Tode verurteilt.

Largo Winch, derjenige, der angelockt werden soll, erfährt von den Problemen seines Freundes erst sehr spät. Doch sobald ihn Marjan persönlich von der anstehenden Hinrichtung unterrichtet hat, hält ihn nichts mehr. Auch Beamte der eigenen Regierung können Largo nicht aufhalten. Unterstützt von einem Berufsfotografen, der sich die Geschichte seines Lebens erhofft, bricht der junge Milliardär auf, um sich im Goldenen Dreieick Unterstützung für eine Befreiungsaktion zu suchen.

Basierend auf der Romanfigur Largo Winch, erschaffen von Jean van Hamme, ist eine Comic-Reihe entstanden, die in bester Tradition das Thriller-Genre in der Comic-Welt fortführt.
Largo Winczlav wird in jungen Jahren von dem Unternehmer Nerio Winch adoptiert. Largo ist ein Abenteurer. Er genießt das Leben. Ernsthaftigkeit und eine geregelte Lebensführung sind ihm fremd. Alles ändert sich für ihn, als sein Mentor und Adoptivvater stirbt. Plötzlich steht er an der Spitze eines riesigen internationalen Unternehmens. Largo muss sich nun mit zahlreichen Geschäftsführern auseinandersetzen, die allesamt mehr von den Geschäften verstehen als er. Und Largo bleibt sich treu, denn seine Vergangenheit holt ihn immer wieder ein und bringt ihn in Schwierigkeiten.

Sein Ehrgefühl und sein Sinn für Freundschaft bringen ihn dazu, persönlich einzugreifen. Sein Geld, über das er nun im Überfluss verfügt, und seine Verbindungen sind hilfreich, aber immer ist seine Anwesenheit ein wichtiger Garant, um eine Situation wirklich zu klären. Das 7. Abenteuer Makiling entführt den Leser mit auf eine Reise rund um die Welt. New York, Washington, Birma (Myanmar), Thailand, Großstadt, Chefetagen, Hochfinanz, Agenten, Politik, Dschungelkämpfe, sportliche Skiabfahrten, Liebe, Intrigen und vieles mehr bilden ein Gerüst für dieses gelungene Thriller-Szenario, das in seiner Machart an die Hochzeiten der guten Alben-Comic-Unterhaltung erinnert und diese eindeutig auf das Feinste wiederbelebt.

Die zeichnerische Verantwortung trägt Philippe Francq. Seine Grafiken zeigen eine realistische Welt, in der gläserne Wolkenkratzer und computerisierte Büros krasse Gegensätze zur wilden Natur in den Dschungeln Asiens und ihren bunten Städten bilden. Selbst wer in Sachen Comics unbedarft sein mag, aber vielleicht den einen oder anderen James-Bond-Film gesehen haben mag, wird sofort in dieses Szenario eintauchen können. Eine gesunde Mixtur aus Abenteuern von Harold Robbins oder Söldner-Filmen wie Die Wildgänse kommen spiegelt sich in dem hier geschilderten Auftakt zu einer spektakulären Rettungsaktion wider. Wie in einem guten Film mit exotischen Schauplätzen sind die Ansichten sehr gut ausgewählt und erfüllen die Geschichte mit Leben.
Farblich wechseln kühle Blautöne aus dem eisigen Winter an der amerikanischen Ostküste und warmes Grün des heißen Dschungels einander ab. Rote Sonnenuntergänge und dunkle Nachtszenarien lassen optisch wie szenisch keinerlei Langweile aufkommen. Darüber hinaus zeichnet sich der Strich von Francq durch eine feine Zerbrechlichkeit aus, die ein wenig an den Stil von Hermann erinnert, wie er z.B. in Andy Morgan oder Comanche zeigte.

Ein guter Trick der beiden Erzähler ist der zwischenzeitliche Szenariowechsel innerhalb einer Seite. Mitunter findet sich nur ein Bild des nächsten Szenarios am Ende der Seite. So wirkt der Wechsel zwischen amerikanischer Eiseskälte und asiatischem Dschungel noch eindringlicher und die Neugier auf die folgende Seite wird noch größer.

Die Geschichte gliedert sich in zwei Hauptbereiche. Kleine Nebenarme beschäftigen sich mit einigen wichtigen Charakteren, die der Handlung immer wieder neue Anstöße geben. Neben Largo, der gezwungen ist, in Asien selber aktiv zu werden, verfolgt der Leser die verzweifelte Lage von Simon, der durch alle Instanzen der myamarischen Justiz geht. Gerichtsverhandlung, Gefangenentransport, schlechte Behandlung, Fluchtversuch aus der alten Festung Makiling im Gebirge – Francq und van Hamme lassen nichts aus, um die Spannung auf den Höhepunkt zu treiben.

Ein genialer erster Teil einer Abenteuergeschichte an exotischen Schauplätzen. Largo Winch steht in der besten Albentradition neben den ganz Großen des Abenteuer- und Thriller-Genres.

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Oder bei Schreiber & Leser.

Mittwoch, 27. Juni 2007

Flash: Diagnose Tempo-Tod

Filed under: Superhelden — Michael um 15:00

Flash: Diagnose Tempo-TodJay Garrick rennt so schnell, wie er kann. Die Speed Force existiert nicht mehr. Er ist ganz auf seine eigenen Kräfte angewiesen. Wieder einmal ist der schnellste Mensch der Welt die letzte Rettung.
Bart Allen hingegen läuft nicht mehr. Ohne Speed Force ist er ein ganz normaler Mensch geworden. Die Inifinite Crisis, die ihm die Fähigkeiten eines Speedsters nahm, schlug auch tiefe Wunden in seine Seele. Einer seiner besten Freunde, der Flash Wally West, ließ (vermutlich) sein Leben. Aber seine Vergangenheit lässt Bart Allen nicht los. Das Unternehmen, in dem er arbeitet, wird bestreikt. Doch einer will sich nicht mit legalen Methoden abgeben. Ein geheimnisvoller Attentäter geht auf seine Weise gegen die Kapitalisten vor. Eine Explosion bei Keystone Motors wird zum Wendepunkt – nicht nur für Bart Allen.

Held sein oder vielleicht dem Tod ins Auge sehen? Die Speed Force könnte, falls Bart sie nicht zu beherrschen lernt, zum Tode führen. In der Folge muss Bart nicht nur seine Ängste niederringen, sondern auch noch gegen Feinde antreten, die tief in sein Privatleben eingreifen.

Die Figur des Flash hat ähnlich viele Stadien durchlaufen wie eine Green Lantern. – Eher noch mehr. Vier Flash-Varianten und ihre gesammelten Verwicklungen über die Jahre hinweg können bei den Comic-Fans schon für Verwirrung sorgen. Nach der Infinite Crisis bliebt uns nur ein Held wirklich erhalten – ohne Speed Force – und das war der allererste Flash Jay Garrick. Dabei konnte es aber nicht bleiben. Ein Held, außerdem einer, der seine besten Jahre hinter sich hat, mit einer Kopfbedeckung, die an die mythologische Figur des Hermes erinnert, passt nicht mehr so richtig in das neue Jahrtausend.
Flash – Diagnose Tempo-Tod erzählt von der Geburt eines neuen (und alten) Helden und fördert gleichzeitig einige Überraschungen zutage.

Bart Allen ist kein Unbekannter im DC-Universum. Sein Werdegang wird kurz in Erinnerungen dargestellt. Aus dem Kid Flash, einem Gründungsmitglied der ersten Teen Titans wurde ganz langsam ein Held. Aus dem Übermut der Jugend wurde ernst. Ganz besonders nach dem Verschwinden der Flashs Barry Allen und Wally West lastet nun auch eine große Verantwortung auf Bart. Da die Speed Force fehlt, eine Ausübung der Heldenpflichten nicht mehr machbar scheint, scheint auch Bart nicht so unglücklich darüber.
Die Überraschung für den Leser, die Absorption der Speed Force in einen einzigen Menschen, bildet den Grundstein für die Neuentstehung einer Comic-Legende.

Die Autoren Danny Bilson und Paul Demeo halten sich an die Gesetzmäßigkeiten einer Heldengeburt und stellen dem Helden die Entstehung eines Bösewichts gegenüber, dessen Kostüm ein wenig an Moon Knight erinnert. Natürlich ist es der gleiche Auslöser, der Bart wieder auf die Speed Force zugreifen und den Griffin, den Greif, entstehen lässt. Aber die Kraft, die Bart beinahe zu zerreißen droht, schürt nicht nur besondere Kräfte im Griffin, sondern sie zehrt auch an seiner Lebenskraft. Zu allem Überfluss ist das Alter Ego des Griffin, Griff, ein Freund von Bart. Die Tragödie ist schon immer ein fester Bestandteil des Comics gewesen. Held und Verbrecher bedingen sich gegenseitig, was zur unvermeidlichen Konfrontation führt.

Griff, als Mensch geschildert, der von einem starken Geltungsdrang beherrscht wird, möchte ebenfalls ein Held sein. Leider ist sein Egoismus viel zu groß. Er möchte ein Held sein, der für seine Taten bezahlt wird. Während eines Einsatzes verliert er den Blick für das Wesentliche und geht dafür auch über Leichen. Bart und Jay, die natürlich keine Miet-Helden sind, müssen zwangsläufig mit ihm aneinander geraten. Nach kurzer Zeit ist klar, dass die Flashs dem Griffin schlicht und ergreifend das Geschäft kaputt machen – so jedenfalls ist seine Sicht der Dinge.

Dieser Werdegang erstreckt sich über sechs Ausgaben mit dem Original-Titel Lightning In A Bottle, die hier zu einer Sonderausgabe zusammengefasst sind. Unterschiedliche Zeichner und Stile haben sich hier dieser Wiedergeburt angenommen, von denen Karl Kerschl und die Team-Arbeit von Ken Lashley und Sal Velluto besonders hervorstechen.

Kerschls Arbeit kommt ohne schwarze Outlines aus. Dadurch entsteht eine Mischung aus Manga und Zeichentrickeffekt. Diese Mischung macht aus dieser Episode etwas ganz Besonderes und lässt Neugier auf eine tatsächliche Zeichentrickserie oder eines –Films des Flash entstehen – die es so meines Wissens nach leider nicht gibt.
Die Zusammenarbeit von Lashley und Velluto ist optisch in der Nähe eines Alan Davis zu suchen ist. Lashleys übrige (hauptsächliche) Arbeiten an dieser Geschichte sind gut, aber Velluto verleiht dem Ganzen das Tüpfelchen auf dem I.

Eine faszinierende Neugeburt eines Helden. Dank der Rückblicke auch für Neueinsteiger interessant. Die Dramatik, die hier von Bilson und Demeo aufgebaut wird, gönnt der Hauptfigur nichts. Das ist ein düsterer Neubeginn, der es in sich hat. 🙂