Mittwoch, 27. Juni 2007
Wer sich einmal anschauen möchte, wie neue Wege in Sachen Comics beschritten werden, sollte einen Blick auf Virgin Comics werfen. Virgin möchte mit diesem neuen Zweig wohl Indien erobern. Dahinter stehen klare finanzielle Interessen – die Unternehmensinformation hält damit keineswegs hinter dem Berg. Wer sich die Auswahl der Geschichten betrachtet, erkennt auch deutliche indische Einflüsse. So sind Shekhar Kapur’s Devi und Ramayan 3392 A.D. eine Art Bollywood gemischt mit Historie, Matrix und HdR. Optisch macht das Ganze einen ziemlich guten Eindruck.
Einige bekannte Namen, von denen ich es nicht erwartet hätte, begeben sich nun auf das Comic-Parkett. Mr. Madonna Guy Ritchie, John Woo und Nicolas Cage stehen mit ihren Namen für dieses neue Unternehmen. Die aufgeführten indischen Regisseure mögen auf ihrem Gebiet wohl auch nicht so unbekannt sein.
Wer mag, sollte sich die digitalen Comics anschauen. Manche Szenen des kostenlosen Lesefutters erinnern an bombastisches Kinovergnügen. Unter virgincomics.wordpress.com wird zum Thema gebloggt.
Man darf mal wieder gespannt sein. 🙂
Dienstag, 26. Juni 2007
In Oklahoma gibt es nichts? Welch ein Irrtum! Die gigantische Feuerlohe, die bei dem Einschlag des unbekannten Objektes gen Himmel schießt, zeugt von Kräften, der sich nur Superhelden entgegenstellen können.
Wenig später sind die Fantastischen Vier zur Absturzstelle unterwegs, wo sich bereits ein Kontingent militärischer Einheiten eingefunden hat und den Bereich abriegelt. Gegen die aufmarschierenden Feinde sind die einfachen Soldaten allerdings machtlos. Ihre Feinde sind: Doombots. Sofort stürzt sich Ben ins Geschehen und es geht rund. Auch die Fackel teilt mächtig aus, wenngleich sie ein paar Probleme hat, genügend Kraft zu mobilisieren. Als die Kämpfe abflauen, gibt es für die Vier eine böse Überraschung. Dr. Doom ist zurück!
Gerade noch stellte sich Dr. Doom dem unvermeidlichen letzten Kampf in der Hölle, als der Sturz der Götter selbst die Festen des Bösen erschütterte und dem genialen Wahnsinnigen die Flucht ermöglichte. Doom kehrte zurück.
Doch Doom ist augenblicklich noch das geringste Problem der Helden. Ein Gefangenentransport ist auf dem Weg durch die Stadt. Keiner ahnt, dass der Denker und der Puppet Master ihre Finger im Spiel haben. Dr Weg durch die Yancy Street war nicht eingeplant. Ben Grimm kennt die Menschen dieser Straße, hatte er doch selbst oft genug Ärger mit ihnen. Die Aktion gerät zu einem Desaster und zwingt Ben zu einer folgenschweren Entscheidung.
Die Entwicklung der Auseinandersetzungen zwischen den Heldengruppen zwingt beide Seiten zu Wegen, die sie sonst nie eingeschlagen hätten. Die Gruppe um Iron Man holt sich Verstärkung bei den Thunder Bolts. Die ehemaligen Feinde und ungeliebten neuen Verbündeten stoßen nicht bei allen Beteiligten auf Zustimmung. Außerdem weiß der Anführer der Thunderbolts, Baron Zemo, durch seine Arroganz noch mehr Abneigung zu schüren. Zemos Plan ist sehr simpel. Langsam schart er Superverbrecher und abtrünnige Helden um sich. Die Überzeugungsarbeit gestaltet sich nicht immer einfach. Vor Captain America offenbart er, was aus ihm geworden ist. Aus dem smarten Schönling wurde ein Gesicht, das nur noch eine einzige Brandnarbe ist. Seine Absichten legt er in aller Deutlichkeit vor dem amerikanischsten aller Helden offen.
Aber reicht das aus, um Cap auf Zemos Seite zu bringen?
Die Marvel Monster Edition des Civil War beleuchtet die Entwicklung um die Spaltung der Helden aus verschiedenen Blickwinkeln. Bekannte Autoren und Zeichner bringen die Handlung dieses Marvel-Events voran. J. Michael Straczynski, der durch seine Arbeiten an der Fernsehserie Babylon 5 und der Comic-Reihe Spider-Man einen hohen Bekanntheitsgrad erlangte, findet sich hier ebenso wie Peter David. David ist als Roman- und Comic-Autor bekannt geworden. Zu seinen Arbeiten zählen Ausflüge in das Star Trek und das Babylon 5-Universum ebenso wie Szenarien zu Supergirl.
Dieses illustre Team, verstärkt um Dan Slott und Fabian Nicieza, hat sehr dichte und dramatische Episoden aus dem Civil War ersonnen.
Die Fantastischen Vier, bald wieder zurück auf der Kinoleinwand, sehen sich hier mit der Rückkehr eines ihrer Erzfeinde konfrontiert. Wir erinnern uns kurz. Dr. Doom hatte sich an seine familiären Wurzeln erinnert. Abseits von Technologie versuchte er seine langjährigen Gegner durch Magie zu vernichten. Für Doom wurde dieser Weg eine Reise in die Hölle. Die Fantastischen Vier rechneten nicht mit seiner Rückkehr. Umso spektakulärer fällt seine Rückkehr aus, die dem Leser einerseits zeigt, was in der Hölle geschah, andererseits, was Doom dazu bewogen hat, wieder einmal amerikanischen Boden zu betreten.
Aber damit nicht genug. Das Ende der Episode präsentiert eine weiteres rätselhaftes Ereignis (welches jüngst in Civil War 4 aufgelöst wurde und für einen Schock sorgte).
Die Episode über den Gefangenentransport, ebenfalls von Straczynski erzählt und von Mike McKone gekonnt zu Papier gebracht, legt noch einmal einen drauf. In den Konflikt der Helden werden weitere Normalsterbliche hineingezogen. Das Ereignis mag nicht so furchtbar sein wie die Auslöschung eines gesamten Ortes, aber für Ben Grimm ist es ein Auslöser, der sehr viel für ihn ändert. Es ist sehr schön geschildert, wie Ben, der sowieso eine der sympathischsten Figuren des Marvel-Universums ist, seinen Glauben an sein Land verliert.
Ähnlich umfangreich nehmen sich auch die Civil War-Einflüsse aus der Sicht der Thunderbolts aus. Baron Zemo verfolgt seine ganz eigenen Ziele in diesem Szenario. Man darf ankreiden, wieso aus Heldensicht solche Verbündeten geduldet werden. Überhaupt verschiebt sich der Charakter des Iron Man enorm innerhalb der Auseinandersetzungen, gehört er doch zu den treibenden Kräften hinter dem Registrierungsgesetz für Superwesen oder auch Helden. Immer mehr Kompromisse verschieben das Machtgefüge in Bahnen, die vorher undenkbar gewesen wären. Wie immer konnte es nur eine Frage der Zeit sein, bis andere Mächte in diesem offensichtlichen Machtvakuum und Durcheinander für sich nach Vorteilen suchen würden. Leider ist Tony Stark, Iron Mans alter Ego, mit viel zu vielen Problemen beschäftigt und erhält auch in seinem Privatkrieg gegen Captain America keine richtige Unterstützung.
Dank Autor Fabian Nicieza wächst die Sicht auf diesen Zwiespalt der Situation deutlich. – Inzwischen zeugen weitere Ereignisse davon, wie tiefgreifend auf Heldenseite noch vorgegangen wird und wie stark die Zweifel über das eigene Vorgehen werden.
Kleine Geschichten und She-Hulk und Quicksilver runden diese pralle Geschichtensammlung aus dem Civil War ab.
Die Umwälzungen im Marvel-Universum brauchen sich hinter denen des DC-Universums nicht zu verstecken. Wer ein Lesevergnügen sucht, das wichtige Veränderungen rund um die Fantastischen Vier, Rächer und Thunderbolts einläutet, kann mit dieser Lektüre nichts falsch machen. 🙂
Nachtrag: Peter Davids Meinung zum neuen F4-Film
Montag, 25. Juni 2007
Eine wunderschöne Welt. Zerklüftet, wild, Gewässer und Berge offenbaren die gesamte Macht von Natur und der Gewalt der Götter. Alle Bewohner freuen sich auf die kommende fürstliche Hochzeit.
Während die Feiern vorbereitet werden, nähert sich ein Schiff über das weite Meer, von dem bereits furchtbare Gerüchte in Umlauf sind. Ein Mörder, ein unheimlicher Schlächter soll an Bord sein. Neva, ein Gefäß der Göttin, eine Seherin, die ihr Leben in der Abgeschiedenheit eines Tempels verbringt, sieht das Übel kommen. Warnungen können das Volk, die Wachen auf das Kommen des monströsen Wanderers vorbereiten. Aufhalten jedoch, können sie ihn nicht.
Das Horn des Fremden bläst Unheil verkündend, obwohl eine Ankündigung nicht mehr vonnöten ist. Drachenreiter stellen sich dem Eindringling in den Weg. Eine riesige Seeschlange will den vergleichsweise kleinen Angreifer aufhalten.
Neva erinnert sich. Vor langer Zeit, bevor sie ihr Leben den Göttern weihte, hatte auch sie einen Geliebten. Ein Krieg trennte sie, aber der Mann schwor, er werde zurückkehren, was es ihn auch kosten möge. Nun kommt er, bereit, den Schwur einzulösen. Dabei geht er über die Leichnahme von Göttern. Spawn ist da.
Spawn – Godslayer macht aus der sehr bekannten Vorlage des Hellspawn eine Fantasy-Geschichte mit epischem Ausmaß. Mit dem Land Endra-La hat Brian Holguin einen Ausschnitt einer phantastischen Welt geschaffen, die durch raue Schönheit besticht und eine Konzeption aufweist, wie der Leser sie vielleicht von germanischen Göttersagen her kennt. Zeichner Jay Anacletto (unter der Verstärkung von Lan Medina und Brian Haberlin) hat wieder einmal gezeigt, warum er einer der großen Künstler unter den Comic-Zeichnern ist.
Holguin lässt die Geschichte hauptsächlich von Neva aus dem Off erzählen. Aus der Sicht dieser in die Jahre gekommenen Frau, die sich an eine schöne Jugend mit einer aussichtsreichen Zukunft erinnert, lernt der Leser diese Welt kennen. Er macht diese Welt, die Landschaft und die Legenden zu einer Hauptfigur. Eines der Auftaktbilder, die Stadt Indru auf einer Klippe am Meer mit einem gewaltigen roten Mond im Hintergrund, verdeutlicht seine Vorgehensweise sehr gut.
Wie in einem gigantischen Bauwerk enthüllt Holguin ein Teil nach dem anderen. In einem Film würde man von Ausstattung und Hintergrundinformationen sprechen, hier wird es zu einer Leiter, die geradewegs zur Tragödie hinaufführt.
Der Spawn in dieser Geschichte ist vergleichsweise winzig gegenüber den Feinden, die sich ihm in den Weg stellen. Der Ur-Spawn zeigte schon, welchen Antrieb die Liebe darstellen kann. Holguin zelebriert dieses Thema regelrecht. Er macht eine monumentale und auch abstrahierte Geschichte daraus, der ein Normalsterblicher schwer folgen kann. Dieser Spawn räumt alles Sterbliche aus dem Weg. Selbst die Frau, die er einst liebte, muss den unvermeidlichen Weg gehen. Am Ende stellt sich ihm ein echter Gott in den Weg.
Es ist für den Leser schwer, dieser Mystik auf der Basis und Kenntnis eines gewöhnlichen Comics zu folgen. Bei genauer Betrachtung fühlt man sich an die vielfältige Sagenwelt erinnert, in die viele Aspekte einfließen, die nicht hinterfragt werden können.
Jay Anacletto und der für die Farbe verantwortliche Brian Haberlin haben ein optisches Meisterwerk geschaffen. Diese Bilder hätten durchaus ein größeres Format verdient. Manche Seiten würden tolle Postermotive abgeben, aber diese Bilder halten den Betrachter auch immer etwas zurück. Man kann ihnen nicht so nahe kommen wie anderen Comic-Bildern. Das ist der deutliche Nachteil.
Die doppelseitige Grafik, in der Lyra erwacht und die ihr anvertrauten Gläubigen rächen will, gehört bestimmt zu einem der schönsten Bilder seit langem in einem Comic. Aber bei aller Optik bleibt die Erzählung etwas auf der Strecke.
Geniale Bilder in einer tragischen Erzählung, der Ende leider allzu vorhersehbar ist. Optisch aber sicher ein Meilenstein im Spawn-Universum.
Sonntag, 24. Juni 2007
Der Kampf tobt. Das Unglaubliche ist geschehen. Freund kämpft gegen Freund. Iron Man geht ohne Gnade gegen Captain America vor und bestätigt diesen mit jedem Schlag und jedem Fetzen Kostüm, der zu Boden fällt.
Plötzlich halten die Frauen und Männer um Captain America inne. Ein neuer Gegner hat das Schlachtfeld betreten. Niemand hatte mehr mit diesem mächtigen Helden gerechnet. Thor ist zurück! Aber irgendetwas ist anders an dem Donnergott. Sein Blick ist finster, vom Wahnsinn umnebelt. Im nächsten Augenblick greift er an.
Mit brutaler Gewalt und gnadenlos setzt Thor seinen Hammer und elektrische Energien gegen den Feind ein. Frauen und Männer wirbeln herum wie Blattwerk. Der Boden bricht auf. Regen prasselt stürmisch hernieder. Thors Wiederkehr scheint zugleich die Tore der Hölle aufgestoßen zu haben. Falcon gelingt es, Captain America aus der Gefahrenzone zu bringen. Zugleich mit der Gewalt des Gottes fallen auch die letzten Hemmungen. Als sich Goliath dem Donnergott in den Weg stellt, geschieht das Unfassbare. Der Gott überschreitet die Grenze, die er stets einzuhalten versuchte. Und ein Held fällt.
Susan Storm ermöglicht denen, die sich auf Caps Seite stellten, die Flucht. Inmitten des abflauenden Regens weint der Beobachter.
Inzwischen nehmen auch Speedballs Probleme kein Ende. Gerade scheint er dem Knast entronnen, da kommt es auch schon schlimmer, als er es sich in seinen schlimmsten Träumen ausmalen konnte. Für Superverbrecher und Abweichler wurde ein neues Gefängnis geschaffen. Aus Fantasy Island in der Negativzone kann es kein Entkommen geben.
In Schläfer macht Wonder Man eine Entdeckung, die ihn sehr schockiert. Die Umwälzungen in der menschlichen Gesellschaft hat eine weitere Gruppe dazu animiert, wieder aus dem Abseits zu treten.
Drei verschiedene Episoden warten in dieser Ausgabe mit Schockeffekten auf. Diese fallen durchaus unterschiedlich stark aus, doch aus jeder erwächst eine folgenschwere Konsequenz. Dem größten Schock begegnet der Leser in der neuesten Folge der Handlung zum Civil War. Der Auftritt von Thor ist von Mark Millar derart gruselig inszeniert, dass man als Fan nur mit ungläubigem Blick weiterblättern kann. Das starre Auftreten des Gottes und seine Sprüche, die jedes Mitleid fehlen lassen, wecken ein wenig die Erinnerung an Zombies, die im Marvel-Universum binnen kurzer Zeit einen hohen Beliebtheitsgrad bei den Lesern sammeln konnten. Ein Gott, der Amok läuft, lässt den Leser erahnen, welche Kraft in Thor verborgen liegt und wie sehr er sich in der Vergangenheit gezügelt haben muss. Millar belässt es aber nicht mit diesem Schock. Gegen Ende trumpft er noch einmal auf und schafft einen unheimlichen Cliffhanger, der enorme Neugier auf den nächsten Teil erschafft.
Steve McNiven gehört zu den Zeichnern, die auf einem sehr hohen Niveau arbeiten. Ähnliche Leistungen bringen Leute wie Jim Lee oder David Finch. Obwohl die Bilder sehr viele Details zeigen, sind die Seiten doch so gestaltet, dass sie mit ruhigen Blicken zu lesen sind. Andere Zeichner, die so viele Informationen in ihren Bildern unterbringen müssen, gestalten mitunter derart hektische Bilder, so dass ein Lesen keinen rechten Spaß mehr macht. Es mag an der Farbgebung von Morry Hollowell, die dank einer imaginären Lichtquelle den Blick immer auf das Wesentliche lenkt und so das jeweilige Zentrum des Bildes festlegt.
In den bisherigen Folgen von Angeklagt hatte es Speedball schon nicht leicht. Jetzt gibt Paul Jenkins der Geschichte eine neue Wendung, die den Civil War in immer finstere Bahnen lenkt. In Schläfer, ebenfalls von Paul Jenkins, wird diese strenge Linie fortgesetzt. Der Civil War bringt die dem Leser bekannte Marvel-Welt vollends an den Rand des Abgrunds.
Keine Verschnaufpause für die Helden. Die heimliche Überschrift dieser Ausgabe lautet: Extratragisch!
Samstag, 23. Juni 2007
Februar 1958. Das dichte Schneetreiben verbirgt die Ankunft verschiedener hochrangiger Inder in einem herrschaftlichen Anwesen. Ebenso verborgen bleiben die beiden Agenten, die den russischen Wagen vor dem Haus halten sehen.
Die Entwicklungen, die zu diesem Treffen geführt haben, liegen weit in der Vergangenheit begraben. Vor vielen Jahren war auch Philip Angus Mortimer ein junger Mann. Eine Reise führt ihn auf einem Besuch zu seinen Eltern nach Indien. Hier lernt er während einer Auseinandersetzung seinen späteren langjährigen Freund Francis Peroy Blake kennen. Ein kleiner Inder bewahrt die beiden Engländer vor Schlimmerem. Jedermann um sie herum zollt dem Eingreifen des Mahatma Ghandi Respekt. Sofort sind die Gewalttätigkeiten beendet.
Jene vergangenen Tage sind für Mortimer spannend und auch glücklich. Indien ist nicht mehr bereit, das Joch der englischen Kolonialisten zu tragen. Der Nationalstolz wächst, nicht zuletzt durch Ghandi. Doch nicht jeder ist bereit, den gewaltlosen Weg Ghandis mit zu gehen. Mortimer hatte sich darauf gefreut, seinen alten indischen Freund Sushil wiederzusehen. Doch nun muss er feststellen, dass Freundschaften zwischen den Menschen verschiedener Kulturen nicht mehr möglich sein sollen. Sushil lässt sich durch den Überschwang der Gefühle seines Freundes erweichen und nimmt sogar ein Geschenk von ihm an.
Mortimer gerät immer tiefer in die Geschehnisse Indiens im Jahre 1933. Neben Ghandi macht auch ein Kaiser von Indien namens Asoka von sich Reden. Dieser geheimnisvolle Mann, der nie ohne Maske zu sehen ist, wiegelt zum Aufstand auf. Gemäßigter und für Mortimer viel eindrucksvoller ist seine Tochter Gita. Es entwickelt sich eine zarte Liebe, die Asoka voller Misstrauen und Unbehagen beobachtet. Eine Tragödie naht.
Jahre später in der Gegenwart des Jahres 1958. Die Vorbereitungen zur Weltausstellung in Brüssel sind in vollem Gange. Mortimer ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter verschiedenen Projekten zugetan. Seit kurzer Zeit plagen ihn geheimnisvolle und furchtbare Alpträume, die alle mit seiner Vergangenheit zu tun haben. Sie sind jedoch nur die Vorboten für wirkliches Übel, das sehr bald die Weltausstellung heimsuchen wird.
Blake und Mortimer gehören zu den Abenteuer-Duos, die sich einen festen Platz erobert haben. Das liegt an der liebevollen und sehr strukturierten Erzählung wie auch an einer sehr penibel ausgeführten grafischen Umsetzung. Dank dieser feinen Bilder werden vergangene Zeiten lebendig und trotzdem finden sich viele phantastische Elemente, wie sie so oft mit dem Zeitalter des Kalten Krieges verknüpft wurden.
Autor Yves Sente hat eine vielschichtige Geschichte geschaffen, in der alles zu finden ist, was zu einem guten Abenteuer dieses Genres gehört. Die Jugendzeit unserer Helden wird zu einem wichtigen Bestandteil der Erzählung, weshalb auch Neueinsteiger der Serie sich sehr gut einfinden können. Der Leser sieht, wie die Charaktere der jungen Männer geformt wurden, insbesondere von Mortimer dessen Herz in Indien gebrochen wurde. Die Darstellung der gesellschaftlichen Verhältnisse Indiens, als sich hinter Ghandi eine landesweite Bewegung formierte, ist eindringlich und für einen Abenteuer-Comic eher ungewöhnlich. Das Land und die realistisch geschilderten Menschen sind die Grundlage für das phantastische Element des Kaisers Asoka. Dieser historische Herrscher, der wohl eher friedvoll orientiert war, wandelt hier auf kriegerischen Spuren und umgibt sich mit riesigen weißen Pavianen, einer Art tierischer Leibgarde.
Asoka ist der Supergegner, der Feind aus der Vergangenheit, der nach Jahrzehnten wieder erscheint und Mortimer erneut bedroht, weil er sich an ihm rächen will. Anfänglich noch ein Freiheitskämpfer wird aus ihm später ein Terrorist, der sich der Technik bedient, nur um Unheil zu verbreiten – denn als die ersten Gewaltakte über die Aufbauten der Weltausstellung hereinbrechen sind noch keinerlei Forderungen gestellt worden.
Die bedrohliche Atmosphäre und der Irrsinn des Asoka, den Sente von Seite zu Seite entwickelt, bieten einen sehr schönen Spannungsbogen, der bis zum Schluss anhält. Auf die Auflösung muss der Leser leider bis zum zweiten Teil warten.
Die Zeichnungen werden von André Juillard übernommen. Seine Figuren sind technisch gesehen aus bester frankobelgischer Schule. Die Abbildungen der Welt aus den 30er und 50er Jahren des letzten Jahrhunderts sorgen dafür, dass ein sehr echtes und nostalgisches Flair entsteht. Der Wechsel der Schauplätze birgt ein weiteres Spannungselement. Belgien, Indien, Antarktis – verschiedener könnten die Standorte dieser Geschichte nicht sein. Dieser Gegensatz lädt zu immer neuen Entdeckungen ein, weshalb man nicht nur liest, sondern sich auch noch in aller Ruhe die Szenen anschaut. Die Abbildungen von Fahrzeugen, Gebäuden, Landschaften, aber auch von Kleidungen lassen sich regelrecht genießen. – Wer mag, sollte modische und technische Eigenheiten dieser Zeitabschnitte recherchieren und vergleichen. Die fundierte Darstellung im Comic wird bestimmt für Erstaunen sorgen.
Abenteuer pur, Zeitgeschichte, Liebe, Freundschaft, Tragödie, Supergegner, spannende Wendungen, Blake und Mortimer zeigen, wie Abenteuer erzählt werden können. Daran kommen Comic-Fans gepflegter Erzählungen nicht vorbei. 😀
Die Abenteuer von Blake und Mortimer 13 – Die Sarkophage des 6. Kontinents 1 – Alte Bekannte: Bei Amazon bestellen
Kameras und Mikrofone sind auf Peter Parker gerichtet. Seine Maske hält er in den Händen. Ansonsten trägt er noch sein altes Kostüm. Nun weiß jeder seine wahre Identität.
Tony Stark spricht Peter Mut zu. Peters Gesichtsausdruck spricht Bände. Er ist überhaupt nicht begeistert über die Situation. Immer noch existiert da ein leiser Zweifel. Hat er richtig gehandelt? Ist er auf der richtigen Seite? Oder hat er gerade die Menschen, die ihm die Liebsten auf der Welt sind, ans Messer geliefert? Auch in Wakanda versucht Reed Richards Überzeugungsarbeit zu leisten. T’challa, der Black Panther, ehemaliges Mitglied der Rächer und Regierungsoberhaupt von Wakanda, kann sich der Argumentation von Richards nicht anschließen.
Auch Doctor Strange sind die Pläne von Tony Stark nicht geheuer. Er hat sich zum Fasten in die Arktis zurückgezogen. Selbst unter den bekanntesten Helden gibt es zahlreiche Vorbehalte gegen die Registrierung der Superhelden. Auch Emma Frost kann sich noch gut an das Fehlen von Helden erinnern, als die Übergriffe gegen Mutanten Überhand nahmen und Genosha vernichtet wurde. Wo waren die Helden in jenen Tagen? Die Kluft zwischen den Anhängern von Tony Stark alias Iron Man und Captain America wird immer tiefer. Eine handgreiflich ausgetragene Konfrontation wünscht sich keine Seite, aber die Wahrscheinlichkeit dafür wird ständig größer.
Für einen Helden ist die Arbeit Undercover nicht leicht. Für die Helden um Captain America, die sich neue Privatidentitäten zugelegt haben, wird die Heldenarbeit noch schwieriger. Schließlich treffen beide Gruppen aufeinander.
Die Schwierigkeiten und der aufziehende Sturm könnten im Civil War kaum schlimmer sein. An allen Ecken und Enden werden Intrigen gesponnen und Vorbereitungen getroffen. Das Marvel-Universum ist paranoid geworden. – Magneto dürfte seine helle Freude daran haben. Ebenso wie der Leser, denn nichts ist mehr sicher, nichts ist mehr vorhersagbar. Die Helden wurden von der Leine gelassen und verhalten sich nun ziemlich eigenmächtig.
Die Helden, die eben noch vorhersehbar waren, gehen nun gegeneinander vor, schmieden Pläne für alle Eventualitäten oder tauchen in den Untergrund ab. Eine sehr schöne Szene findet sich bei einer Zusammenkunft, die Captain America ins Leben gerufen hat. Hercules, Daredevil und Goliath sitzen in einem ganz normalen Diner und haben sich nett verkleidet. Abgesehen von Captain America kommen sich die anderen wie eine Neuauflage der Village People vor.
Was für ein Name ist Rockwell Dodsworth? wundert sich Goliath. Der Einfallsreichtum des untergetauchten Nick Fury ist recht groß gewesen. Aus dem überdimensionalen Helden Goliath wurde ein Gemeindeaußendienstmitarbeiter. – Eigentlich eine nette Umschreibung für die Arbeit eines Helden.
Die umfangreichste Episode dieser Ausgabe endet mit einem Knaller, der nur noch das Sahnehäubchen ist. Optisch kann man nur Spaß an dieser Ausgabe haben. Die Kampfszenen sind überraschend und waren so noch nicht zu sehen. Yellow Jacket gegen Goliath oder Hercules gegen Shehulk und andere Paarungen – an Dramatik und Realismus wird hier einiges geboten.
Dieser Realismus findet einen noch stärkeren Ausdruck in der Episode um Speedball. Der junge Held war an einer der größten Katastrophen in der Geschichte des Marvel-Universums beteiligt. Nun sitzt er im Gefängnis. Ähnlich wie bei einem Polizisten, ist es für einen ehemaligen Helden nicht leicht im Knast. Hier haben es alle auf ihn abgesehen, Wärter und Häftlinge.
Dieses Drama, das für einen Superhelden-Comic eher ungewöhnlich ist, wird abgelöst durch eine weitere Epsiode um Wonder Man, der seine eigenen Schwierigkeiten mit den neuen Gesetzen hat.
Ein vielschichtiger Erzählabschnitt im Marvel-Universum, der das Superhelden-Genre noch erwachsener werden lässt.
Iron Man scheint ein neuer Großangriff Marvels auf die Kinoleinwand zu werden. Langsam muss sich der Comic-Fan fragen, warum DC nur so zögerlich nachzieht und gerade einmal mit zweien seiner Helden nachzieht. – Na, gut, es sind Superman und Batman. Aber DC hat ja wohl noch ein bißchen mehr zu bieten.
Freuen wir uns auf das, was tatsächlich kommt. Iron Man wird mit Robert Downey Jr., Gwyneth Paltrow und Jeff Bridges prominent besetzt sein. Der Charakterdarsteller Downey Jr. dürfte sich nicht schlecht machen in der Rolle des Industriellen. Bilder dazu gibt es unter imdb.com und unter sf-fan.de.
Wie so oft sind die ersten Bilder sehr vielversprechend. – Ich bin gespannt, was sich Stan Lee wieder für seinen Gastauftritt einfallen lässt. 🙂
Freitag, 22. Juni 2007
Felix Ducharme ist tot. Er führte den Laden in der kleinen Ortschaft Notre-Dame. Für die Menschen des Ortes in der kanadischen Wildnis ist der Laden stets ein Lebensmittelpunkt gewesen, wo sie alles für den täglichen Bedarf bekamen. Doch was wird jetzt werden, wo Felix tot ist?
Seine Witwe Marie versucht nicht nur, den Tod ihres Mannes zu verarbeiten. Außerdem fühlt sie sich von allen Seiten unter Druck gesetzt. Jeder erwartet von ihr, dass sie dort weitermacht, wo Felix aufgehört hat. Das scheint das einzige Anliegen der Gemeinschaft zu sein. Hätte es Felix nicht gegeben, wäre Marie niemals auf die Idee gekommen, sich in Notre-Dame anzusiedeln. Warum sollte sie also jetzt noch bleiben?
Maries erste Bewährungsprobe erfolgt wegen eines Unfalls. Der kleine Jean-Baptiste bricht sich ein Bein. Eigentlich soll sie nur den Arzt anrufen. Dieser will jedoch nicht kommen. Marie muss Jean-Baptiste zum Arzt hinfahren. Ihr Engagement wird auf eine zusätzliche Probe gestellt, denn ihre Fähigkeiten als Autofahrerin sind sehr beschränkt. Meistens ist Felix mit dem Wagen gefahren. Auf der Ladefläche des Wagens muss Jean-Baptiste feststellen, dass Marie mit Schlaglöchern nicht sehr elegant umzugehen weiß.
Der Tod von Felix ist ein kleines Rädchen im Leben der Menschen in Notre-Dame. Schnell ist klar, dass das Leben weitergeht. Der neue Pfarrer muss sich einleben und eckt dabei schon einmal an. Wer hätte gedacht, dass sich auch mit dem Bau eines Schiffes Schäfchen sammeln lassen?
Gaetan ist ein Kind im Körper eines Erwachsenen. Bisher wusste niemand mit ihm etwas anzufangen. Gaetan lebte in den Tag hinein, bis er bei Marie eine Anstellung erhält.
Ist Marie zu gutmütig? Vielleicht, denn irgendwie vermag sie sich nie so recht durchzusetzen. Die Pelzjäger, die von ihr in die Stadt gefahren werden, strapazieren ihre Geduld auf das Äußerste, als sie sich stundenlang in einer Kneipe betrinken und sie draußen warten lassen.
Das Leben geht weiter in Notre-Dame. Mal langsam, mal zügig und immer sehr menschlich.
Das Nest zeigt eine wunderbar einfühlsame Seite in der Welt der Graphic Novels. Régis Loisel und Jean-Louis Tripp, zwei Comic-Veteranen, versetzen den Leser nach Kanada in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Wer Geschichten gewöhnt ist, die sich mit der heutigen Zeit beschäftigen oder wenigstens unsere kulturellen Errungenschaften als Grundlage haben, wird die Ruhe, die dieser vorzüglichen Erzählung innewohnt, umso stärker erfahren.
Ein Todesfall ist der Einstieg in die Welt des kleinen Ortes Notre-Dame, der nach außen so gut wie unberührt bleibt. Felix, der Tote, war ein Tor zur Welt, indem er die dringend benötigten Gegenstände von außen hereinbrachte. Der Postbote, geduldet, aber nicht unbedingt gelitten, der mit dem Postfahrzeug in den kleinen Ort einbricht, ist ein deutlicher Eindringling. Als Gaetan seinen Wagensitz berührt, ist seine Reaktion so rüde, dass er sich den offenen Unmut der anderen Ortsbewohner zuzieht.
Simonac! Mach das nie wieder, du Postschnecke!
Die Gemüter in Notre-Dame haben ein starkes Gefühlsleben. Man beobachtet die anderen – aber es ist nicht nur Neugier, man achtet auch aufeinander. In dem Wissen, voneinander abhängig zu sein, in einer Gemeinschaft, wo ein Rädchen in das andere greift, kochen die Emotionen zwar auch hoch, aber sie senken sich auch wieder auf ein verträgliches Maß herunter. Ein gutes Beispiel sind Real und sein bester Freund, die sich während eines Dorffestes prügeln.
Die Szene ist von Loisel und Tripp sehr gut aufgebaut. Sie kommt gänzlich ohne Text aus – sieht man von den Gesangstexten ab. Zuerst herrscht noch eine Atmosphäre voller guter Stimmung in der Festscheune. Plötzlich kippt das Geschehen in einen riesigen Tumult. Ein besseres Beispiel für eine Erzählung ohne Worte kann es kaum geben. Eine kurze Versöhnung der beiden Streithähne ist nur die Einleitung für einen schockierenden Epilog dieses Handlungsabschnitts.
Loisel und Tripp wissen sehr genau, wie sie ihre Leser berühren und erschüttern können.
Weniger tragisch, dafür mit viel mehr Humor erzählt, ist die Beziehung des neuen Pastors zum alten Schreiner Noel. Der alte Mann hat nichts für Religion und Pastoren übrig und macht das dem Neuen auch direkt unmissverständlich begreiflich. Über den Schiffsbau finden die ungleichen Männer zueinander und werden Freunde.
Dieser zentrale Kern, wie Menschen entgegen aller Unterschiedlichkeiten zueinander finden können, findet sich immer in die einzelnen Episoden eingewoben.
Das Nest zeigt eine Welt, wie sie einmal war, kurz bevor sehr große Umbrüche sie veränderten. In dieser kleinen Ortschaft, in der die Straßen eher an eine Westernstadt erinnern, leben die Menschen sehr intensiv. Es gibt ohne ein Höchstmaß ein Technik, wie wir es kennen, mehr zu tun. Jeder ist bereit, seine Fähigkeiten in den Dienst des anderen zu stellen. Die Ankunft eines Menschen, eine Heimkehr, ein Brief aus der fernen Stadt, ist noch ein Ereignis. Die Bindungen sind noch viel enger. Betrachtet man die Welle künstlich nachgestellten Lebensumständen, wenn z.B. Menschen in einem Segelschiff den Atlantik überqueren, bietet Das Nest auf seine Art ein gelungenes Zeitzeugnis, das auf gleicher Augenhöhe wie so mancher gute Roman gelesen werden kann.
Die Zeichnungen zeigen ein skurriles Völkchen – auf den ersten Blick jedenfalls. In Wahrheit finden Loisel und Tripp das zentrale Thema eines Gesichtes. Das mag sich seltsam anhören, trifft es aber. In den Gesichtern gibt es ein Stück Geschichte abzulesen. Diese Fähigkeit der beiden ist auch notwendig in den Szenen, in denen ohne Worte erzählt wird. Obwohl Szenen ohne Dialoge ablaufen, fehlt es ihnen nicht an Dramatik. Dank der lebendigen Farben von Francois Lapierre wird der Leser bereits nach wenigen Seiten von Notre-Dame eingefangen.
Eine stimmungsvolle Reise in der Zeit, eine gelungene Reportage und dramatische Erzählung, eine Soap und ein einfühlsamer Roman – Loisel und Tripp erzählen so, wie das Leben schreibt. Wer bisher Vorbehalte vor Comics hatte, wird durch das Nest eines Besseren belehrt. 🙂
Das Nest – Marie: Bei Amazon bestellen
Batsie ist wieder da! 2008 beehrt uns der dunkle Ritter wieder in der Neuauflage mit Christian Bale in der Hauptrolle. Unter www.imdb.com sind einige Studioaufnahmen des neuen Films zu sehen: The Dark Knight.
Nachdem das Batmobil in Batman Begins sehr außergewöhnlich war, scheint man diesen Weg mit dem Design des neuen Zweirads weitergehen zu wollen. Inzwischen kursieren ja auch Bilder von Heath Ledger als Joker im Internet. Noch düsterer, noch irrer, noch erwachsener, könnte das nach Ansicht der Bilder bedeuten. Eigentlich darf man nur noch gespannt sein, ob der nächste Batsie die an ihn gestellten hohen Erwartungen erfüllen kann, oder? 🙂
Mittwoch, 20. Juni 2007
Ein Versuch ist es wert. Ben Grimm soll wieder so werden, wie er war. Dafür hat sich Reed ein Experiment ausgedacht, das vergangene Fehler wieder korrigieren soll. Es sind noch 24 Stunden bis zur neuen Welt.
Die Stimmung bei den Fantastischen Vier ist äußerst optimistisch. Nur ein wenig Glück ist notwendig, dann wird alles gut werden. Inzwischen ist die ältere Zombie-Variante der Fantastischen Vier dabei, einen Fluchtplan zu schmieden. Nicht nur die Uhr zu einem besseren Leben tickt. Die Zeit zum nächsten Desaster vergeht viel zu schnell. Für Ben Grimm kann es gar nicht schnell genug gehen. Der tapfere Held denkt an Selbstmord. Doch wie soll sich jemand umbringen, dessen Haut scheinbar unzerstörbar ist?
Der große Tag: Ein Fremder materialisiert auf dem Testgelände. Voller Entsetzen stellt er fest, dass er zu spät gekommen ist. Die neue Welt: Im Oval Office steht Präsident Thor Rede und Antwort. Die gesamte Erde hat sich gewandelt. Überall gibt es nur noch Superwesen. Jeder Mensch ist mit einer anderen Gabe gesegnet.
Doch wie konnte es dazu kommen?
Die Menschen haben in der Weite des Universums neue Freunde gefunden. Die Skrull haben den Menschen ein Geschenk, welches aus der bekannten Welt ein Paradies schuf. Verbrechen und Krankheiten wurden enorm zurückgedrängt. Nur ein einziger hat sich dem Status eines Überwesens verweigert: Ben Grimm. Er will lieber ein Mensch mit allen Stärken und Schwächen, die ihm innewohnen, bleiben. Warum auch nicht? Was soll ihm geschehen? In einer Welt, in der jeder ein Superwesen ist, fühlen sich alle für den letzten einfachen Menschen verantwortlich. Wer hätte ahnen können, dass dieser Mensch einmal die letzte Hoffnung der Menschen sein würde. Niemand. Nicht einmal Präsident Thor, der für alle nur das Beste wollte.
Die Ultimativen Fantastischen Vier sind zurück! Endlich, kann ich aus meiner Sicht nur sagen. Ich finde es sehr schade, dass es für die Fantastischen Vier, ultimativ oder nicht, nicht genügend Fans hierzulande gibt, so dass die Serien regelmäßig neue Wege einschlagen. Ich hoffe, dass angesichts der neuen Verfilmung das Interesse wieder wächst. 🙂
Im Ultimativen Universum werden die Geschichten der Marvel-Helden neu erzählt. Sie sind zeitgemäß, moderner, härter und bieten Marvel-Neulingen einen guten Einstieg in die Welt der Superhelden. Die Fantastischen Vier sind hier viel jünger, als es der Stammleser noch von den Originalen her kennt. Eben waren sie noch Teenager, im nächsten Augenblick sind die hoch intelligenten Twens Superhelden. Am Beispiel des Dings wird gezeigt, was passiert, wenn die Andersartigkeit ein normales Leben unmöglich macht. Ben Grimm ist am Rande des Nervenzusammenbruchs. Reed Richards hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, diesen schweren Fehler wieder gut zu machen. Das bedeutet allerdings auch, dass alle anderen der Vier ihre Kräfte wieder verlieren werden.
Das Experiment scheitert. – Sonst würde es diese exzellente, von Mark Millar geschriebene Geschichte nicht geben. Diese Geschichte gibt dem großartigen Team die Gelegenheit, einmal mehr zu zeigen, was aus Heldengeschichten alles zu machen ist. Greg Land (Zeichnungen), Matt Ryan (Tusche) und Justin Ponsor (Farben) zaubern hier ein Comic-Ereignis aus dem Ärmel, dass es selbst im Marvel-Universum nur von sehr besonderen Künstlern gibt. Die Bilder haben einen fotorealistischen Charakter, die bereits in vorhergehenden Abenteuern begeistern konnten. Die andere Realität, eine Welt voller Superhelden, inspiriert Greg Land zu Vorlagen, die von Ryan und Ponsor zu verteufelt gute Grafiken bearbeitet werden.
Doch zurück zum Anfang. Erinnern wir uns kurz. Vor gar nicht allzu langer Zeit hielten die Zombies in das Ultimative Marvel-Universum Einzug. In einer parallel existierenden Welt haben die Helden die Erde massiv dezimiert. Ein Virus hat aus den Superwesen nahezu unbesiegbare Kannibalen gemacht – einen ständig hungrigen, irrsinnigen Haufen. Die dortigen Fantastischen Vier haben ein Experiment unserer Fantastischen Vier genutzt, um in ein Universum zu gelangen, wo es noch Nahrung gibt. Streng isoliert warten sie in einer Hochsicherheitszelle auf ihre Chance. Dieses Damoklesschwert schwebt die ganze Zeit über der Szenerie. Diese ungewöhnlichen Feinde haben ihre Existenz dem letzten Zombie-Boom zu verdanken. Im originalen Universum haben sie keine Entsprechung, weshalb auch in keiner Weise vorhersagbar ist, was in der Zukunft geschehen wird.
(Heimlich auf den amerikanischen Marvel-Seiten nachzuschauen, gilt nicht.)
Plötzlich sind die Zombies kein Thema mehr. Ein freundliches Volk namens Skrull brachte den Menschen mit einer kleinen Pille das Paradies. Diesem Paradies folgt ein Untergang, der so drastisch und derart plastisch geschildert ist, dass diese Bilder zeigen, wie eine Comic-Film-Adaption auszusehen hätte – und leider in den wenigsten Fällen so aussieht. Der Überfall der Skrulls und schließlich Ben Grimms Kampf gegen den Super-Skrull sind optische Sahnhäubchen für jeden Comic-Fan. Und auch Science Fiction- und Space Opera-Fans könnten ihren Spaß an der Geschichte haben.
Die Vier sind wieder da! Gigantisch gut, eines der Teams, das Comic-Geschichte geschrieben hat, erlebt eine gelungene Wiedergeburt mit fantastisch phantasievollen Handlungen dank Top-Autoren wie Mark Millar und Zeichnern wie Greg Land. 😀