Dienstag, 11. Oktober 2005
Ein Batman führt sich wie eine undisziplinierte Flasche auf, flirtet lieber, als den Gangstern Saures zu geben. – Wo gibt es denn so was?
Es dauert nicht lange und Batman muss diese Disziplinlosigkeit mit dem beinahe Schlimmsten bezahlen: der Demaskierung.
Die Danger Girls sind in Gotham. Unter der Leitung ihres Mentors Deuce haben Abbey, Sydney und Valerie einen Auftrag in der Stadt des dunklen Ritters auszuführen. Ein alter Bekannter der Danger Girls hat es nach Gotham verschlagen. Das Team um Deuce befürchtet das Schlimmste.
Die Befürchtungen sind nicht unbegründet, denn Conrad, so der Nachname des Unholds, lässt sich auf ein Geschäft mit dem Joker ein. Conrad besitzt den Aktivierungscode für ein Gerät zur Gedankenkontrolle und ist bereit gegen entsprechende Bezahlung diesen Code an den Joker weiterzugeben. Diese Bezahlung lautet: Rache an den Danger Girls.
Batman, der sich selber schon damit auseinandersetzen musste, dass Vigilantentum nicht gern gesehen ist, hat etwas dagegen, dass Fremde in seinem Revier wildern. Gemeinsam mit Catwoman legt er sich mit den Danger Girls an.
Gebt mir ein B! Gebt mir ein D!
Und noch ein Crossover. Ich muss zugeben, auf dieses Crossover hatte ich mich richtig gefreut. Die Danger Girls von J. Scott Campbell und Andy Hartnell (Hier als Autor zuständig.) war zum Zeitpunkt ihrer Entstehung eine große Überraschung.
Versatzstücke von James Bond, Indiana Jones und Tomb Raider wurden genial miteinander vermischt. Dazu kamen die Zeichnungen von Campbell, der einen Sean Connery als Deuce und einen Timothy Dalton als Conrad karikierte.
Die Danger Girls waren allesamt sexy anzuschauen, obligatorische Nazis, die ein uraltes Relikt zum Leben erwecken wollen (Indy lässt grüßen) und ein geheimnisvoller Ninja, der bei den Bösen ein Pendant besitzt und den schicksalshaften Zweikampf anstrebt.
Passt das zu Batman?
Im Prinzip schon. Auch Batman ist ein Charakter, der dem Phantastischen durchaus zugeneigt ist. Beispielhaft seien allein seine Begegnungen mit Ra’s Al Gul genannt. Zeichner Leinil Francis Yu hat bereits mit Superman bewiesen, dass er mit Superhelden umgehen kann. Aber ich möchte behaupten, dass er (bisher) niemand ist, der einen Zugang zur dunklen Seite gefunden hat. Grafisch ist es zwar allererste Sahne, aber die Atmosphäre erreicht den Betrachter nicht so richtig.
In Superman – Birthright hat er die Geschichte perfekt umgesetzt! (Und seine Interpretationen der Welt Krypton und seiner Bewohner waren toll.)
Vielleicht liegt es aber auch an der Geschichte. Die Danger Girls brauchen die Übertreibung und es sind einige schöne Anekdoten vorhanden. Abbeys Vorliebe für PS-starke Fahrzeuge ist sehr schön dargestellt. Wie sehr ein SLK gegen das Batmobil abstinkt, ist göttlich anzuschauen. (Außerdem ist die Zeichnung des Batmobils ein echter Hammer.)
So sehr wie die Danger Girls von Zitaten und Anspielungen leben, so funktioniert es hier einfach nicht. Freilich hat es etwas, wenn Sydney auf Bruce Wayne steht und der Milliardär die Danger Girls anflirtet, aber es zündet für mich nicht.
Möglicherweise wäre es eine Wahnsinnssache gewesen, wenn Campbell den Zeichenstift in die Hand genommen hätte. Es wäre interessant gewesen zu sehen, welche Figur für Batman hätte herhalten müssen. Wahrscheinlich ist er aber mit den Wildsiderz voll ausgelastet.
Unter dem Strich hat die Begegnung von Batman mit den Danger Girls dank des Jokers ein wenig MAD-Charakter. Es ist solide, grafisch aufwendige Kost, nur hängt die Geschichte für mich ein wenig durch. 🙂
Samstag, 08. Oktober 2005
Sie sehnen sich danach, jedes Licht, jedes Leben zu verschlingen, auf dass alles so kalt und leer werde, wie sie selbst es sind.
Österreich 1939. Gemeinsam mit amerikanischen Soldaten stürmt Lobster Johnson eine Burg in den Alpen. Ihr Vorhaben: Die Verhinderung eines geheimen Nazi-Experiments. Eine Rakete soll in den Weltraum geschossen werden. An Bord befindet sich ein verstorbener Nazi-Wissenschaftler.
1961. Aufklärungssatelliten haben eine beunruhigende Entdeckung gemacht. Ein Komet nähert sich der Erde auf Kollisionskurs. Im Kern des Kometen befindet sich die Raketenkapsel, die Ende der 30er Jahre gestartet worden war. Der Fall wird zu einer Angelegenheit für Hellboy und seine Kollegen.
Auf Burg Hunte verbirgt sich das Grauen. Hellboy trifft mit Hermann von Klempt auf einen alten Feind. Der irre Wissenschaftler, der in Wahrheit nur noch aus einem Kopf besteht, hetzt einen neuen Kampfaffen auf Hellboy.
Derweil trifft der Homunkulus Roger auf Lobster Johnson. Der Held und Agent fordert Roger auf, sich zu beweisen. Für Roger ist der Kampf gegen die Monstren hart und er wird bis an seine Grenzen geführt. Aber er beweist sich.
Derweil führt von Klempt sein Experiment fort. Was niemand außer ihm weiß: Mit dem Inhalt der Rakete kommt das absolut gnadenlose Böse auf die Erde, was die Menschheit für immer zerstören wird. Für von Klempt ist dies das größte Ziel. Es gibt nichts anderes, was er erreichen möchte.
Seine Enkelin, die Hellboy und Roger in die Falle lockte, ist für von Klempt nur eine kurzzeitige Zuschauerin, die seinen Triumph erleben und bewundern soll.
Als der Wurm erwacht, dessen einziger Lebenszweck das Fressen ist, tritt Hellboy zu einem atemberaubenden Kampf an. An seiner Seite ist Roger, der endgültig zeigt, dass das Vertrauen in ihn berechtigt ist.
Die düstere Geschichte rund um den Sieger Wurm steht der spannenden Handlung des Kinofilms in nichts nach.
Die Handlung ist von Mike Mignola sehr vielschichtig gestaltet worden. Der Leser wird in Hellboys Vergangenheit entführt. Die Bedrohung geht wieder einmal von Abkömmlingen des Dritten Reiches aus. Ein Held aus der Vergangenheit taucht wieder auf. Monster aller Art, magische wie technische, stellen sich zum Kampf. Innerhalb der eigenen Gruppe herrscht Misstrauen.
Die Atmosphäre der Geschichte ist sehr düster, nicht zuletzt wegen des Titel gebenden Textes von Edgar Allan Poe. Dieser Einstieg beschreibt den Rahmen, die Untergangsstimmung perfekt. Das Streben des bösen Menschen nach der endgültigen Vernichtung ist die Richtschnur und ausgerechnet ein Wesen aus der Hölle soll das verhindern.
Wie Mignola die einzelnen Teile zueinander führt, ist absolut lesenswert. Lesenswert deshalb, weil sich hier die Bezeichnung Graphic Novel wunderbar verwenden lässt.
Die Geschichte ist originell, sie besitzt eine stetig steigende Spannung, sie nimmt sich selber nicht ganz so ernst (fliegende Köpfe und Kampfaffen als Gegner, ein Held namens Lobster).
Die Zeichnungen laufen der Handlung entgegen. Sie sind durchgehend düster. Das bröckelige und später einstürzende Gemäuer, die Kellergewölbe mit der Rufbereitschaft (wenn man den Toten einen Namen geben will), die Landung der Rakete und nicht zuletzt der Wurm, den Mignola einer riesigen Raupe nachempfunden hat, tragen ihr Übriges dazu bei, dass der Leser nicht vergisst, dass er es mit einer Horrorgeschichte zu tun hat. Horror kommt zwar nicht ohne ein ironisches Element aus, was gerade auch bei Hellboy vorhanden ist, doch hier kommt dieses erzählerische Talent von Mignola nicht derart zum Vorschein, wie es noch in einigen Kurzgeschichten der Fall war.
Deutlich reiht sich Mike Mignola in die Riege sehr guter Erzähler ein, die außerdem noch visuell begeistern können.
Im Anhang des Bandes findet sich eine Galerie deutscher Comic-Künstler, die mit ihren Bildern einen kleinen Kniefall vor Mignolas genialer Vorlage machen. Besonders gelungen ist hier Hellboys Kampf mit der Hexe (aus Hänsel und Gretel) von Geier (alias Jürgen Speh).
Beide Daumen rauf für einen gezeichneten Top-Gruselroman. 😀
Freitag, 07. Oktober 2005
Dwight McCarthy ist wieder zurück. Das Gesicht ist neu, die Haarpracht auch, aber die Probleme sind die alten geblieben. Als er sich mit Shellie eingelassen hat, der Kellnerin, die in der Vergangenheit so nett zu ihm gewesen ist, sollte es nur ein vergnügliches Stelldichein werden. Doch jetzt könnte es bedrohlich werden.
Shellies Ex weiß noch nichts von seinem Status in der Beziehung zu Shellie und ist auch nicht bereit, diese Tatsache zu akzeptieren. Jack Rafferty, Iron Jack genannt, ist ein Mann, der sich gerne vor seinen Kumpels profiliert, indem er Frauen schlägt und wie Dreck behandelt.
Solche Typen bringen stets den Kavalier in Dwight zum Vorschein. Jack muss nicht lange warten, bevor Dwight Jacks Kopf in die Toilettenschüssel taucht.
So gedemütigt macht sich Jack mit seinen Kumpels davon. Shellie bleibt unbehelligt, aber Dwight möchte auch verhindern, dass anderen Frauen nichts geschieht. Einen Warnruf von Shellie überhört er.
Die Verfolgungsjagd führt in die Altstadt von Sin City. Ein Polizeiwagen, der sich an die Fahrzeuge, dreht in der Altstadt gleich wieder um, denn die Altstadt wird von den Prostituierten beherrscht und kein Polizist, geschweige denn die Mafia, wagt sich hierhin.
Jack und seine Kumpels sind betrunken. Sie geben nichts auf diese Geschichten. Sehr schnell haben sie ein Opfer auserkoren. Becky befindet sich nach einem langen horizontalen Arbeitstag auf dem Heimweg. Sie hält die Bande auf Abstand, erkennt aber auch, dass diese nicht locker lassen werden. Sie führt sie in eine Sackgasse.
Dwight kann nicht eingreifen. Die Falle schnappt zu. Die tödlichste Killerin der Mädchen verrichtet erbarmungslos und präzise ihre Arbeit.
Was nach einem Akt der üblichen Selbstverteidigung der Mädchen ausschaut, wird zu einer Katastrophe. Einer von der Bande war kein gewöhnlicher Krimineller.
Da werden Weiber zu Hyänen.
Dieser altbekannte Spruch ist hier nicht ganz zutreffend. Die Gruppe der Mädchen ist weitaus schlagkräftiger.
Die Kampfmaschine, die kleine tödliche Miho, ist einer der gefährlichsten Charaktere, die in Comics jemals gegen Bösewichter angetreten sind. Frank Miller hat Miho sehr klein, beinahe verletzlich aussehend geschaffen. Umso erstaunlicher sind für den Leser ihre Kampfeswut und ihre Brutalität. Hinzu kommen ihre Beweglichkeit und ihr sehr guter Umgang mit allen möglichen Waffen. Ihre Präzision macht das Maß voll.
Und in der ganzen Zeit gibt Miho keinen Laut von sich.
Wie der Titel dieser verfilmten Geschichte aus dem Universum von Sin City schon besagt, Das große Sterben, ist Gewalt ein sehr zentraler Punkt. Mehr noch als in den beiden Geschichten zuvor führt nur Gewalt für alle Beteiligten zum Ziel.
Die einen sind Dilettanten, andere sind absolute Profis, wieder andere sind eher Handwerker. Dwight balanciert irgendwo dazwischen. Er ist die Sorte Mann, der es nicht so recht begreifen kann, wenn eine Frau zu Gewalt greift. Interessant ist seine Beziehung zu Gail, der Anführerin der Mädchen. Für ihn ist sie seine Kriegerin, seine Amazone, die perfekte Mischung aus Brutalität und Sexualität. Dwight ist einfach vernarrt in diese Frau und setzt alles daran, ihr zu helfen.
Die Schauplätze im vorliegenden Band sind sehr gut ausgewählt und spielen eine wesentliche Rolle. Die Teergruben mit ihren steinernen Dinosaurierfiguren in Lebensgröße liefern Atmosphäre. Der schmale Zugang bei dem Austausch von Geiseln und Beweisstücken erinnert auch textlich an die Thermophylen, den Schlachtort der Spartaner gegen die Perser. Miller verarbeitete dieses historische Thema bereits zusammen mit seiner Frau Lynn Varley in Miller’s 300.
Ist die vorliegende Geschichte auch nicht im klassischen Altertum angesiedelt, so verhalten sich ihre Protagonisten wenigstens auf mittelalterlichem Niveau. Das Schlachtfeld wechselt zwischen Festung und städtischem Dschungel.
Dazwischen findet sich Millers sehr schwarzer Humor, der hier meist mit Gewaltszenen in Einklang gebracht wird. Zu diesem Zeitpunkt ist der Leser bereits so sehr von der Geschichte gefesselt, dass das Lachen zur Befreiung wird und eine kurze Verschnaufpause gewährt. Diese währt allerdings nicht lange. Wenn der Showdown startet, hält der Leser (zumindest ging es mir so) schlichtweg die Luft an. 😀
Donnerstag, 06. Oktober 2005
Johnny Estacado möchte sich ein neues Geschäftsterrain unter den Nagel reißen. New York genügt nicht mehr, jetzt soll es Metropolis sein.
Kaum dort eingetroffen, bekommen er und seine Gehilfen eine eindeutig ablehnende Botschaft von einem Handlanger des ansässigen Gangsterbosses: Metallo stellt sich selbst der Darkness furchtlos entgegen und er gibt keinen Penny für dessen Drohungen.
Estacado weiß genau, auf wessen Terrain er sich in Wahrheit bewegt: Superman. Dieser Superheld bereitet ihm tatsächliche Sorgen und eine Lösung dafür hat er noch nicht gefunden. Die Darkness traf bereits einmal mit Batman zusammen und sogar dort holte er sich eine blutige Nase. Aber vor Batman hat er regelrecht Angst, während Superman ihm einen gehörigen Respekt einflößt.
Erste Tests verlaufen wie erwartet. Das erste Zusammentreffen der beiden gerät jedoch ganz anders, als die beiden vorhersehen konnten.
Wen hat die Darkness eigentlich noch nicht kennen gelernt?
Die Begegnungen zwischen der Darkness und der Witchblade sind bereits Standard. Beide legten sich als Team schon mit Aliens und Predatoren an. Eine Begegnung, dem wir sogar einen Alien-Darkling verdanken.
Crossover von DC und Top Cow gab es bereits auch schon zwischen der Witchblade und der JLA, eine Begegnung, die ich recht enttäuschend fand, da Zeichner Mark Pajarillo einen sehr klinisch, kalten Job ablieferte.
Die Begegnung der Darkness mit Batman (Dino Crossover 30) war seinerzeit schon besser. Die Charaktere, beide von Haus aus düster, passten recht gut zueinander. Marc Silvestri, Dave Finch und Clarence Lansang bringt hier wunderbar gruselige Bilder zu Papier. Darunter sind einige sehr schöne Batman-Portraits und Ansichten seines Batmobils. Two-Face sah niemals schauderhafter aus. (Natürlich nur eine Hälfte.) Die Handlung war spannend aufgebaut und das Zusammentreffen ist gelungen. Batman wäre nicht Batman, würde er nicht die kleine Lichtschwäche der Darkness ausnutzen.
Besser geriet eigentlich nur das Zusammentreffen zwischen der Darkness und dem Hulk. Eine perfekte Erzählung nach allen Regeln der Kunst, die auch eine neue Fähigkeit der Darkness zum Vorschein brachte: Estacado konnte sehen, wann und wie ein Mensch sterben würde, wenn der Zeitpunkt in nicht allzu ferner Zukunft lag.
Apropos Lichtschwäche. Im vorliegenden ersten Teil des Crossovers zwischen dem Stählernen und der manifestierten Dunkelheit verpasst Supie der Darkness eine Breitseite mit dem Hitzeblick. Bislang war ich der Ansicht, dass es ein laserähnliches Licht ist. Das sollte eigentlich außer ein paar Schmerzen größere Auswirkungen auf die Darkness haben. Und was ist mit dem grellen grünen Licht, was das Kryptonit-Herz von Metallo abstrahlt?
Nun, man soll Comics nicht so sehr den Puls fühlen.
Das Team um Autor Ron Marz, der Zeichner Tyler Kirkham, Tuscher Matt Banning und John Starr hat eine grafisch beeindruckende Szenerie in Metropolis geschaffen.
(Wenngleich ich auch nicht verstehen kann, was die Macher an Metallo, dieser zur Terminator-Imitation gewachsenen Figur, finden. Ich finde ihn ziemlich langweilig. Ein Zusammentreffen mit dem Parasiten und/oder Bizarro hätte dem Ganzen vielleicht mehr Pep verliehen.) 😀
Dienstag, 04. Oktober 2005
Mir sind weitere alte Zack-Hefte und Taschenbücher (Pockets) in die Hände gefallen. Dabei habe ich ein Trüppchen wiederentdeckt, bei dem ich mich frage, wieso ich es vergessen konnte.
Der Graf, Jean, Moose, Kurt und Pedro sind: Die Gentlemen GmbH.
Diese Einbrecherbande, auf den Weg gebracht von Ferdinando Tacconi (Zeichner) und Alfredo Castelli (Text), ist eine vergnügliche Mischung aus den Herren Einbrechern und James Bond. In heutiger Zeit dürfte Abenteuer Dylan Dogs aus der Feder Castellis bekannter sein. Hierzulande sind seine schriftstellerischen Qualitäten außerdem in Docteur Mystère zu bewundern.
Ein paar der Charaktere haben mich immer an Schauspieler erinnert. Der Graf hat eine gewisse Ähnlichkeit mit David Niven ohne Bärtchen. Moose sieht ein wenig aus wie Bud Spencer. Pedro könnte Franco Nero nachempfunden sein. (Hier bin ich aber nicht so richtig sicher.)
Einigen dürfte vielleicht schon aufgefallen sein, dass ich gerne nach Schauspielergesichtern in Comics Ausschau halten. Bis auf wenige Ausnahmen ist nie so eindeutig, ob der Zeichner sich tatsächlich an einigen Hollywood-Größen orientierte.
In einem Fall der Gentlemen ist es allerdings zu 100% eindeutig.
In James Bond backt kleine Brötchen wird Sean Connery und seine berühmteste Rolle so toll karikiert, dass sich die Balken biegen. Bond ist hier auf Otto Ochs angesetzt (Gert Fröbe lässt grüßen) und hat leider in seiner Karriere etwas Hüftspeck angesetzt, auch sind seine Reflexe nicht mehr so gut, wie er es gerne hätte. Da werden die Gentlemen von M zur Unterstützung angefordert.
Es ist einfach herrlich, wenn Connerys Gesicht sich vor Ärger verzieht, weil sein Wagen nicht Öl auf die Straße spritzt, sondern ein automatischer Arm ihm ein Feuerzeug anbietet. Der berühmte Hut, den Bond bei seiner Ankunft im Büro auf den Haken wirft, fliegt hier einfach aus dem Fenster.
Im Großen und Ganzen funktionieren wenigstens die technischen Tricks der Gentlemen, die dem Erfindungsgeist eines Q in Nichts nachstehen.
Es ist erstaunlich, dass ein Comic dieser Art aus Italien kommt. Irgendwie passt er nicht so recht in die sonstige Vielfalt aus dem italienischen Raum. Sei’s drum, es ist gelungen und nur das zählt. 😀
Sonntag, 02. Oktober 2005
Ein Pfannkuchen verändert alles und erschüttert die Hölle.
Hellboys Verhalten erregt aber auch auf der Erde Aufsehen, denn ein Club von Eingeweihten möchte gerne wissen, wie es um den Menschen ehrenhalber bestellt ist. Die Geister Norwegens bescheren Hellboy gefährliche Erlebnisse und lassen ihn die Bekanntschaft mit Verrat und Habgier machen. Hellboy verschlägt es nach Japan. Menschenfressende Geister, die ihre Köpfe zur Jagd ausschicken, erledigt er zwar nicht mit links, aber leicht fällt ihm der Auftrag nicht.
Hellboy wähnt sich nach einer langen Jagd endlich am Ziel, als er die Vampirin vor sich im Sarg liegen sieht. Der Pflock ist bereit, doch die Gräfin macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Bald erscheint der Varcolac, der Herr aller Vampire, so riesig, dass er es vermag, Mond und Sonne zu verschlingen.
Hellboys steinerne Hand gibt so manchem ein Rätsel auf. Er selbst weiß auch nicht, was es damit auf sich hat. Als ein Besuch ihn nach Spanien führt, gibt ihm ein Priester einige Hinweise. Viel deutlicher jedoch wird es in England, wohin es ihn zusammen mit Abe Sapien verschlägt.
Ein Dämon erwacht. Er steht einem Mann zu Diensten, dem es nur um Macht und Geld geht. Später wird es ein Kampf um die Fähigkeiten und die Bestimmung Hellboys. Und Abes Tierliebe wird auf eine harte Probe gestellt.
Mike Mignola besitzt einen wunderbaren Humor.
Die erste kleine Episode, obwohl nur zwei Seiten lang, besticht durch eine originelle und witzige Pointe. (Das hat es wohl im weiten Feld von Grusel und Mystery so noch nicht gegeben.)
Hellboy-Fans werden sich freuen, wie die Geschichten im vorliegenden Band einerseits den Charakter und die Hintergrundgeschichte Hellboys weiter ausbauen und ihm zusätzliche Tiefe verleihen.
Mignola teilt die Geschichten in Die frühen Jahre, Die mittleren Jahre und Hauptgeschichten wie Die rechte Hand des Schicksals auf, die inhaltlich umfangreicher ausfallen. Letztere sind sehr gut gelungen und vermitteln das (bislang) unnachahmliche Flair aus Hellboys Welt auf gewohnt souveräne Art.
Die Geschichten um Hellboy zeichnen sich durch ein wirklich gutes Maß an handwerklichem Geschickt aus. Zwei, die mir besonders gefallen haben, sind König Vold und Die Truhe des Bösen. In dem Abenteuer um König Vold greift Mignola die norwegische Sagenwelt auf. Hier zeigt es sich allerdings, dass das Land optisch keine so große Rolle spielt. Es hätte genauso gut England sein können, denn hier vermutet der Leser eher kopflose Könige, die rachsüchtig durch die Nacht ziehen.
Die übrige Optik, der Auftritt des Königs und seines Jagdrudels, gefällt mir außerordentlich gut, was aber daran liegen mag, dass ich seit langem ein Fan von schönen Geistergeschichten bin. Die Pointe, hier die Bezahlung des Königs, ist konsequent.
Die Truhe des Bösen konfrontiert Hellboy mit seiner Herkunft. Am Ende hat er eine äußerst unheimliche Begegnung, über die Hellboy mit seiner gewohnten Coolness hinweg geht. Der Epilog zu dieser Geschichte zeigt, dass die Coolness nur gespielt ist, dass Hellboys Charakter tiefer reicht.
Mignola hat zweifellos erkannt, wie ein guter Charakter in einer Geschichte aufgebaut sein muss (gut im Sinne von ausgefeilt). Mike Mignola ist nicht nur ein Zeichner mit einem ganz eigenen Stil, sondern er ist auch ein sehr guter Erzähler, der mit seinen Geschichten sicher auch Leser begeistern kann, die sich sonst für dieses Genre nicht so sehr interessieren.
Im Anhang findet sich eine Skizzengalerie, die Mignolas Fähigkeiten als Grafiker sehr schön unter Beweis stellt und zeigt, dass er sich in den Geschichten selbst noch einmal reduziert. Außerdem finden sich darunter schöne Beispiele seiner Ideenvielfalt.
Ein Artikel über Mignolas künstlerische Einflüsse und eine eindrucksvolle Galerie von Fremdkünstlern mit Hellboy-Bildern schließen den Band ab.
Ein rundum tolles Comicvergnügen. 😀
Samstag, 01. Oktober 2005
Als Sally von ihrem Luden umgebracht werden soll, ist Dwight McCarthy zur Stelle. Eigentlich hatte er nur Fotos von diesem sexuellen Akt machen sollen. Als der Lude durchdreht, um das Geheimnis seines kleinen Techtelmechtels zu wahren, rettet Dwight die Prostituierte.
Dwight lebt nur noch ein kleines unscheinbares Leben. Er hält das mörderische Tier in sich im Zaum. Er trinkt nicht mehr und versucht Ava, die Frau, die ihm das Herz brach, zu vergessen. Denn Ava hat ihn verlassen, weggeworfen, als sie ihn nicht mehr brauchte und den größten Gangsterboss der Stadt geheiratet.
Plötzlich ist Ava wieder da. Verführerisch wie damals. Und Dwight lässt sich verführen. Er glaubt ihre Horrorgeschichte einer furchtbaren Ehe, über Folter und Machtspielchen. Er glaubt, dass ihr Mann Damien Lords sie töten wird.
Sein erster Ausflug in die Villa des Mannes, der ihm die Frau genommen hat, verläuft wenig erfreulich. Dwight wird erwischt. Obwohl er sich als Spanner ausgibt, lässt Damien nicht die Polizei rufen. Er übergibt Dwight an den riesenhaften Manute, den Aufseher seiner Leibwächter.
Dwight sieht für sich nur eine Chance. Er muss sich Verstärkung holen. Wie gut, dass Marv, ebenfalls ein riesenhafter Berserker, nicht an sich halten kann, wenn es um den Schutz von Frauen geht.
Marv nimmt sich Manute vor und Dwight holt sich Damien als Gegner. Doch dann läuft alles aus dem Ruder. Dwight wurde wieder einmal reingelegt.
Frauen sind nicht gut für harte Kerle!
Dwight McCarthy, die Hauptfigur dieser zweiten Geschichte aus Sin City in Eine Braut, für die man mordet, kann ein Lied davon singen. Ava, ist eine Frau, die einen ganz besonderen Reiz auf die Männer ausübt. Durch ihren Körper, ihre Stimme, ihr Aussehen, wie sie sich gibt. Das ist im Comic schwer darzustellen, sollte aber für die männlichen Leser nachzuvollziehen sein.
Ava sorgt nicht nur dafür, dass ein anderer Körperteil als das Gehirn beim Mann das Kommando übernimmt, sie vernebelt den Männern um sie herum auch vollkommen den Blick auf die Realität.
Dwight ist ein Charakter, der nicht nur gegen andere, sondern auch gegen sich selbst kämpft. Aus dieser Tatsache zieht er die Sympathie des Lesers. Und Frank Miller bedient sich auch wieder des Mitleids des Lesers, denn wie so häufig ist auch Dwight eine verlorene Seele. In Basin City, kurz Sin City genannt, scheint es nur verlorene Seelen zu geben.
Miller zeigt aber auch die vermeintlich Standhaften. Ein Polizist verfällt Ava, obwohl er kurz zuvor noch prinzipientreu auf seine Ehe verwies.
Am Ende steht wie üblich der Tod. Das ist nichts Neues bei Miller und verrät natürlich auch nicht, wer nun den Tod findet.
Erfreulich zu vermerken ist, dass Miller die Geschichten nicht chronologisch, sondern wie eine Art Puzzle zu erzählen scheint. Durch diesen Umstand ist wieder Marv mit von der Partie, der es Dwight abnimmt, gegen Manute anzutreten. Einzelne Szenen aus anderer Perspektive finden sich, die der Leser aus Stadt ohne Gnade wieder erkennt. Und der Leser wird auch feststellen, dass Miller vorausdachte, indem Miller im ersten Band Szenen am Rand spielen ließ, die nun eine wichtige Funktion haben.
In dieser Geschichte wird auch deutlich, nach welchem Muster sich Sin City für den Leser erschließt. Nach dem Auftakt durch Marvs ureigene Geschichte findet sich der Leser im zweiten Teil sehr schnell zurecht. Szenen und Charaktere, die der Leser erkennt, fesseln weiter – und es wird langsam zur Tatsache, dass man sich auch in Schwarzweiß nicht von Nancy losreißen kann.
Ich glaube, selbst Frank Miller hat etwas für Nancy übrig.
Im Anhang findet sich ein Interview mit Frank Miller. Seine Erläuterungen zu seinem beruflichen Werdegang und seinen Arbeiten sind ein interessanter Blick hinter die Kulissen. Man übertrug ihm seinerzeit die sinkenden Schiffe Daredevil und Batman. Er hatte das Glück, nichts falsch machen zu können. Zu dem Zeitpunkt konnte er nur dabei gewinnen. Sein Traum war es, Krimis zu schreiben. Er hat dieses Element, so oft es eben ging, in seine diversen Arbeiten einfließen zu lassen.
Es wäre unfair, die vergangenen Arbeiten von Miller aus dieser Sicht als Fingerübungen zu betrachten. Letztlich ist es aber gut, dass Miller endlich in seinem nach seiner Sicht wahren Element angekommen ist. 😀
Freitag, 30. September 2005
Da denkt man nichts Böses, schlägt die Rheinische Post auf und findet einen kleinen Surf-Hinweis in der Rubrik Netzwerk (RP, 28.9.2005):
In seinem Comicblog sollen alle Themen angesprochen werden, die mit Comics im Zusammenhang stehen, weshalb auch die Besucher aufgerufen sind, ihre Kommentare zu Heften und Alben der verschiedenen Genres abzugeben. Nicht zuletzt soll das Journal auch Autoren und Zeichnern, die noch nicht so bekannt sind, als Plattform dienen, sich einem größeren Publikum vorzustellen.
Vielleicht hat jemand in diesen Tagen auch gehört, dass Andreas Deja, ein Disney-Chefzeichner, in Deutschland unterwegs war. Aus seiner Feder stammen unter anderem Scar (König der Löwen) und Dschafar (Aladin). Bei einer kleinen Surfreise durch das Web habe ich ein nettes Online-Portfolio von Deja gefunden: The art of T. S. Sullivant and Andreas Deja.
Es ist eine schöne Vergleichsstudie der beiden hochtalentierten Zeichner. Und es zeigt, dass Deja auch ohne Animation Geschichten erzählen kann. (Es wäre schön, wenn es einmal dazu käme.)
Interessant ist, dass er nicht der einzige Deutsche ist, der sich international im Bereich der Trickfilme tummelt. Harald Siepermann, der zusammen mit Hans Bacher an Alfred Jodocus Kwak arbeitete, zeichnete Charaktere für den Film Falsches Spiel mit Roger Rabbit, arbeitete an Mulan und Tarzan.
Hans Bacher illustrierte eine Buchausgabe zu Mulan. Im König der Löwen war er außerdem mit für das Charakterdesign zuständig.
Vampiretten
Da fiel mir dieser Tage doch eine Ausgabe von Vampirella in die Hände, genauer gesagt die Nummer 1 (mg/publishing) Blood Lust von Zeichner Joe Jusko. Im Vorwort richtet er ein kleines Dankeswort an Joe Buscema. Wer sich die gemäldeartigen Bilder anschaut (die gehören wirklich eingerahmt und bewacht), und sich bei der Figur Adam van Helsing lange schwarze Haare denkt, wird einen verteufelt guten Conan sehen. (Und wem das Gedankenspiel nicht genügt, der werfe einen Blick auf seine Conan-Galerie. 😀 )
Im Anhang finden sich Produktionsskizzen des Comics. Ich liebe diesen Blick hinter die Kulissen. Wie Juska seine Seiten aufbaut, ist wirklich sehenswert.
Überhaupt war ich auf diesem Blick-hinter-die-Kulissen-Trip. Im 5. Band von Hellboy finden sich Entwurfsskizzen von Mike Mignola. Daran lässt sich sehr gut sehen, dass Mignola sich in den fertigen Bildern noch einmal reduziert. (Was eigentlich schade ist, wenn man sieht, was er sonst noch so alles kann.)
Der Kreis schließt sich wieder bei Alfred Jodocus Kwak. Die Innenseiten des Cover-Umschlags werden von einer Menge Skizzen geschmückt. Die Leichtigkeit von Zeichnungen finde ich immer faszinierend. Und es zeigt, dass sich letztendlich in vielen Jahrhunderten nichts geändert hat.
Übrigens, wer noch mehr solcher Portfolios im Web findet, bitte Bescheid sagen. 🙂
Mittwoch, 28. September 2005
Marv ist verliebt in Goldie. Die schöne junge Frau sucht bei ihm Schutz. Aber Marv ist ziemlich betrunken und Goldie ist nach der Liebesnacht tot. Kurz nachdem Marv neben der Toten aufwacht, ist auch schon die Polizei zur Stelle.
Für Marv bleibt nur ein Schluss: Nur zwei Menschen können von Goldies Tod wissen. Der Mörder und er. Und Marv hat die Bullen nicht angerufen.
Ihm bleibt vorerst nur die Flucht und der Wunsch nach Rache.
Bald nachdem Marv seine Fühler ausgestreckt und von seiner Bewährungshelferin Lucille verarztet worden ist, erscheinen bereits die ersten Killer und wollen Marv umlegen. Aber Marv will Antworten und so ist er es, der am Ende die Fragen stellt und die Leute umlegt. Seine Antworten erhält Marv über den Rücken von Leichen. Es ist nicht einfach und die Wunden und Blessuren, die er dabei davon trägt, sind zahlreich. So zahlreich, dass selbst er es kaum ertragen kann, wie es scheint.
Auf einem Bauernhof außerhalb der Stadt gerät er auf eine wirklich heiße Spur und mitten hinein in einen Alptraum. Lucille ist die Gefangene des Killers. Als Marv das erste Mal gegen Kevin antritt, hat er keinerlei Chance. Kevin ist wahnsinnig schnell, stark, brutal und lautlos.
Im weiteren Verlauf der Geschichte gerät Marv in einen absoluten Alptraum. Am Ende, das weiß er ziemlich schnell, wird es nicht gut für ihn ausgehen. Selbst wenn er gewinnt, wird er dennoch verlieren.
Marv beendet seinen Rachefeldzug. Es ist blutig, sehr brutal und er zahlt alles, was man ihm angetan hat (und noch antun wird), zehnfach zurück.
Mehr habt ihr nicht drauf, ihr Weicheier?
Mit Sin City – Stadt ohne Gnade hat Frank Miller endlich seine Bestimmung gefunden. Seine Batman Interpretationen haben mir nicht gefallen und mit Ronin konnte er mich auch nicht hinter dem Ofen hervorlocken. Frank Miller verträgt sich einfach nicht mit Farbe.
In Schwarzweiß ist die Sachlage ganz anders.
Wenn ich mir die Bildkompositionen in Stadt ohne Gnade anschaue, und anders sind sie wirklich nicht zu nennen als Kompositionen, dann scheint es fast als habe Frank Miller das Rad des Comics neu erfunden.
Es gibt einige wirklich herausragende Szenen in diesem Band. Dazu gehören Marvs erste Begegnung mit zwei Killern, der erste Kampf mit Kevin und Marvs Wanderung durch den Regen in Sin City.
Alleine die Regenszene zeigt, was ein Comic mit Bildsprache alles erreichen und erzählen kann. In einer anderen Szene wird Miller sogar nostalgisch. Marvs Sprung in die Tiefe auf einer einzelnen Seite erinnert doch sehr stark an das Dark Knight Cover vor dem nächtlichen Blitz.
Millers Geschichte um Marv entführt in die guten alten Zeiten des Film Noir, als die Welt schwarzweiß war und die Ganoven Narbengesichter und riesige Kanonen mit sich herumtrugen. Fast meint man in Marvs Nachtclub gleich Edward G. Robinson oder Humphrey Bogart um die Ecke kommen zu sehen – vorausgesetzt, man hätte es in Hollywood in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts gewagt, solche brutalen (und anzüglichen) Filme zu drehen.
Als alles vorüber zu sein scheint und Marv alleine auf einer Seite steht und über sein Werk sinniert, enttäuscht ist, weil Kevin nicht geschrieen hat, dann gehört das zu den monströsesten Szenen, die es wohl in Comics gegeben hat.
Seltsamerweise kann der Leser Marv es nicht übel nehmen. Marv hat Schlimmes erlebt, niemand ist jemals gut mit ihm umgesprungen. Die Gegner dachten, niemand werde Marv vermissen. Möglicherweise hatten sie damit sogar recht, doch sie rechneten nicht damit, dass er es ihnen so schwer machen würde.
Miller erzählt eine Geschichte, in der niemand unschuldig ist, am allerwenigsten Marv. Trotzdem mag man ihn, vielleicht weil er der Einzige in diesem Spiel ist, der noch einen Ehrenkodex hat und Mitleid verdient.
Doch es soll nicht zuviel in einen Comic hineininterpretiert werden. 🙂
Für mich bleibt zum Schluss nur, dass ich einen der besten Krimis seit langem gelesen habe und das war zufällig ein Comic. 😀
Lara Croft ist weiterhin unterwegs. Die Comics werden fortgesetzt, nur die Kinoreihe ist noch nicht so weit. Da trifft es sich dass mit Tears of the dragon eine nette Überbrückung geschaffen wird.
Die Darstellerin der Lara Croft, Valerie Perez, muss sich rein äußerlich nicht hinter der berühmten Angelina Jolie verstecken. Valerie hat im Rahmen der Dreharbeiten zu diesem Fanfilm-Projekt denn auch diverses Kampfsporttraining absolviert und war sich auch nicht zu fein an Kletterwänden und in Höhlen herumzukraxeln.
Der Trailer macht keinen schlechten Eindruck, jedenfalls ist die Herangehensweise erfreulich ambitioniert und macht einen weitaus besseren Eindruck als z. B. das Zusammentreffen von Batman und Indiana Jones.
Bemängeln kann der Zuschauer am Trailer in der Hauptsache die marktschreiende Musik, die nicht so recht zu mancher vergleichsweise harmlosen Szene passen will.
Der Fanfilm Grayson über die Rückkehr Robins nach der Ermordung von Batman bediente sich ähnlicher dramatischer Musik, aber in der Konsequenz waren die Szenen auch ziemlich dramatisch. Da hinkt Tears of the dragon noch hinterher. Positiv neugierig macht er aber.
Noch ein Wort zu den Tomb Raider Comics. Im Normalfall sollte der Leser eher skeptisch sein, wenn Comics zu Computerspielen erscheinen. Beispiele dafür gibt es genug. Zeichner Andy Park hat mit seiner Tomb Raider Variante jedoch einen richtig guten Job gemacht. Eine außerordentliche Tiefe sollte der Leser allerdings nicht erwarten. Es sind Action-Comics, aber auf gelungene Weise. Wenn sich Lara mit einem Tyrannosaurus Rex anlegt, dann schöpft Andy Park aus dem Vollen und schafft Bombast-Action.
Wer Gelegenheit hat an die alten e-comix Ausgaben (bis Band 7) zu kommen, sollte zugreifen (aber wie gesagt, er oder sie sollte nichts anderes erwarten als satte Action). 😀
Das Fanfilm-Projekt findet Ihr unter: www.tearsofthedragon.org