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Comic Blog


Samstag, 23. Juni 2007

Civil War 3

Filed under: Superhelden — Michael um 13:58

Civil War 3Kameras und Mikrofone sind auf Peter Parker gerichtet. Seine Maske hält er in den Händen. Ansonsten trägt er noch sein altes Kostüm. Nun weiß jeder seine wahre Identität.
Tony Stark spricht Peter Mut zu. Peters Gesichtsausdruck spricht Bände. Er ist überhaupt nicht begeistert über die Situation. Immer noch existiert da ein leiser Zweifel. Hat er richtig gehandelt? Ist er auf der richtigen Seite? Oder hat er gerade die Menschen, die ihm die Liebsten auf der Welt sind, ans Messer geliefert? Auch in Wakanda versucht Reed Richards Überzeugungsarbeit zu leisten. T’challa, der Black Panther, ehemaliges Mitglied der Rächer und Regierungsoberhaupt von Wakanda, kann sich der Argumentation von Richards nicht anschließen.

Auch Doctor Strange sind die Pläne von Tony Stark nicht geheuer. Er hat sich zum Fasten in die Arktis zurückgezogen. Selbst unter den bekanntesten Helden gibt es zahlreiche Vorbehalte gegen die Registrierung der Superhelden. Auch Emma Frost kann sich noch gut an das Fehlen von Helden erinnern, als die Übergriffe gegen Mutanten Überhand nahmen und Genosha vernichtet wurde. Wo waren die Helden in jenen Tagen? Die Kluft zwischen den Anhängern von Tony Stark alias Iron Man und Captain America wird immer tiefer. Eine handgreiflich ausgetragene Konfrontation wünscht sich keine Seite, aber die Wahrscheinlichkeit dafür wird ständig größer.

Für einen Helden ist die Arbeit Undercover nicht leicht. Für die Helden um Captain America, die sich neue Privatidentitäten zugelegt haben, wird die Heldenarbeit noch schwieriger. Schließlich treffen beide Gruppen aufeinander.

Die Schwierigkeiten und der aufziehende Sturm könnten im Civil War kaum schlimmer sein. An allen Ecken und Enden werden Intrigen gesponnen und Vorbereitungen getroffen. Das Marvel-Universum ist paranoid geworden. – Magneto dürfte seine helle Freude daran haben. Ebenso wie der Leser, denn nichts ist mehr sicher, nichts ist mehr vorhersagbar. Die Helden wurden von der Leine gelassen und verhalten sich nun ziemlich eigenmächtig.

Die Helden, die eben noch vorhersehbar waren, gehen nun gegeneinander vor, schmieden Pläne für alle Eventualitäten oder tauchen in den Untergrund ab. Eine sehr schöne Szene findet sich bei einer Zusammenkunft, die Captain America ins Leben gerufen hat. Hercules, Daredevil und Goliath sitzen in einem ganz normalen Diner und haben sich nett verkleidet. Abgesehen von Captain America kommen sich die anderen wie eine Neuauflage der Village People vor.
Was für ein Name ist Rockwell Dodsworth? wundert sich Goliath. Der Einfallsreichtum des untergetauchten Nick Fury ist recht groß gewesen. Aus dem überdimensionalen Helden Goliath wurde ein Gemeindeaußendienstmitarbeiter. – Eigentlich eine nette Umschreibung für die Arbeit eines Helden.

Die umfangreichste Episode dieser Ausgabe endet mit einem Knaller, der nur noch das Sahnehäubchen ist. Optisch kann man nur Spaß an dieser Ausgabe haben. Die Kampfszenen sind überraschend und waren so noch nicht zu sehen. Yellow Jacket gegen Goliath oder Hercules gegen Shehulk und andere Paarungen – an Dramatik und Realismus wird hier einiges geboten.

Dieser Realismus findet einen noch stärkeren Ausdruck in der Episode um Speedball. Der junge Held war an einer der größten Katastrophen in der Geschichte des Marvel-Universums beteiligt. Nun sitzt er im Gefängnis. Ähnlich wie bei einem Polizisten, ist es für einen ehemaligen Helden nicht leicht im Knast. Hier haben es alle auf ihn abgesehen, Wärter und Häftlinge.
Dieses Drama, das für einen Superhelden-Comic eher ungewöhnlich ist, wird abgelöst durch eine weitere Epsiode um Wonder Man, der seine eigenen Schwierigkeiten mit den neuen Gesetzen hat.

Ein vielschichtiger Erzählabschnitt im Marvel-Universum, der das Superhelden-Genre noch erwachsener werden lässt.