Sonntag, 18. November 2007
Die Menschen geben sich nicht mit dem Land zufrieden. Überall breiten sie sich aus. Sie erobern die Luft und das Wasser. Sie machen Paradiese zu Bombentestgebieten. Rücksichtnahme kennen sie nicht.
Mit diesem Wissen ist Kiani, eine Unterwasserbewohnerin, aufgewachsen. Sie hat gesehen, welchen Schaden die Atombomben auf dem Bikiniatoll anrichteten. In all ihren jungen Jahren hat sie nichts anderes über die Menschen erfahren, als die Rücksichtslosigkeit, mit der sie sich alles um sie herum Untertan zu machen versuchen.
Früh verliert sie ihre Eltern und wird von einem Vormund erzogen, der jedoch getreu wie ein Vater zu ihr steht. Dennoch nagt der Verlust an ihr. Sie nimmt ihre Ausbildung sehr ernst. Mit ihren Fähigkeiten überragt sie ihre Mitschüler bald, aber insgeheim wird sie von ihrer Wut und ihrer Verzweiflung aufgefressen.
Jahre später ist Kiani längst zur Mörderin geworden. Die Tat ist ihr gut im Gedächtnis geblieben. Sie ist nicht stolz darauf. In Wahrheit weiß sie ganz genau, was ihre Wut aus ihr gemacht, was jede weitere Tat, jeder Kampf aus ihr gemacht hat. Sie ist denen, die sie hasst, allzu ähnlich geworden. Ja, resümiert sie, sie ist ihnen sogar ebenbürtig.
Und die Spirale dreht sich weiter.
Die Kämpfe fordern weitere Opfer. Freunde. Immerhin hat Kiani andere Freunde, die sie aufzufangen versuchen. Dabei weiß sie nicht, dass längst andere das Spiel übernommen haben und sie nur noch reagieren kann.
Zwei Geschichten machen den Leser mit Kiani vertraut. Zuerst ist es die jüngste Vergangenheit, kurz nach weiterer Vernichtung, deren Auswirkungen direkt mit Kiani zu tun haben. Vince Hernandez hat sich dieser Auswirkungen angenommen, die einen Seitenarm der Original-Serie Fathom erzählen. Kiani, bisher eine Nebenfigur in Fathom (wenn auch eine wichtige), wird hier in den Mittelpunkt gestellt und mit zahlreichen Details versehen.
Kiani kennt nichts anderes als den Krieg gegen die Menschen. War sie zuerst nur eine ganz gewöhnliche Kriegerin, ist sie durch die Erlangung neuer Kräfte zu einem wichtigen Machtfaktor geworden – mit ähnlichen Kräften, wie sie auch Aspen aus der Original-Serie besitzt.
Die grafische Umsetzung dieses Auftakts übernimmt der Fathom-Experte Marcus To, der bereits lange in diesem Comic-Universum zuhause ist und mit der gewohnt versierten und qualitativ guten Technik zu Werke geht. Letztlich steht und fällt seine Arbeit mit dem Team. An seiner Seite steht Don Ho, ebenfalls ein Fathom-Veteran, als Tuscher. Er hat seine Qualitäten bereits bewiesen und unterschreibt dies einmal mehr. Wo sich letztlich alles entscheidet ist im Bereich der Farbe. In der ersten Episode ist Peter Steigerwald aktiv. Er arbeitet gerne mit feinen Unter- und Hintergründen, um den Bildern einen realistischeren Charakter zu geben. Dies gelingt ihm auch hier. Mit einigen doppelseitigen Bildern kann er sich grafisch so richtig austoben. Fast könnte man schon von einem Set-Design sprechen. Perfekte Unterwasserlandschaften und Innenräume mit einer schönen farblichen Grundstimmung.
Marcus To zeichnet zwar auch die zweite Episode des Bandes, aber die weitere farbliche Ausführung übernimmt ein anderer, weshalb ein direkter Vergleich unterschiedlicher Koloristen möglich ist. David Moran macht seine Sache als Kolorist sicherlich gut und er versteht auch sein Handwerk. Im direkten Vergleich zu Peter Steigerwald fehlt es ihm aber an künstlerischem Mut – es kann natürlich auch sein, dass auch Zeitmangel für die nicht so ausgefeilte verantwortlich ist. Letztlich ist es auch ein Job, der in einer bestimmten Zeitspanne erfüllt werden will.
Ein guter Auftakt, der für Science Fiction- wie auch Fans des Fathom-Universums interessant sein kann. Dank eines guten Zeichners wie Marcus To ist die gesamte Ausgabe von einer sehr schönen Qualität. Dies ist auch das Fazit, das zu dieser Ausgabe gesagt werden kann: Einfach schön. 🙂
Samstag, 17. November 2007
Es ist Zeit zum Aufräumen. Wie gut, dass es von den verstorbenen Wärtern des Gefängnisses noch großartige Schutzbekleidung gibt, die den Kampf gegen die Untoten ein wenig erleichtern. – Das Denken kann sie den Menschen allerdings nicht abnehmen.
Weitere Planungen erfordern auch Beweglichkeit und eine genauere Kenntnis der Umgebung. Nach langer Zeit haben sie wieder ein Fahrzeug mobil gemacht und erforschen das nahe liegende Gelände. Die vielen Untoten, die dem ausgesandten Trio begegnen, bereiten keinerlei Kopfzerbrechen mehr. Aber der Hubschrauber, der plötzlich am Himmel auftaucht, weckt mehr als nur die Neugier. Er weckt Hoffnung.
Eine Welt außer Kontrolle. Es ist faszinierend, wie Robert Kirkman diese neue Erde, in der die Zombies zu einer ständigen Bedrohung geworden sind, ausbaut. Sicherlich sind die untoten Bestien ein Zustand, mit dem die Überlebenden umgehen müssen – aber die Untoten sind auch berechenbar. Ihre Ziele sind allzu klar. Das kann von den menschlichen Bestien, aber auch von jenen Menschen, die nach alter Normalität streben, nicht behauptet werden.
Das Fehlen der Normalität wie auch der Wunsch nach einer Neuordnung ist ein zentrales Thema im 5. Teil der Saga um eine von Zombies verseuchte Welt.
Normalität ist für die Menschen, die in einem ehemaligen Gefängnis Zuflucht gefunden haben, sehr weit weg. Die ersten Ansätze einer Neuordnung, einem Mindestmaß an Zivilisation und Annehmlichkeiten erfordern es von allen Protagonisten sich immer wieder am eigenen Schopf aus dem Dreck zu ziehen. Wo jeder bis zum Hals im Dreck steckt, ist es schwierig, anderen Trost zu spenden oder Vorbild zu sein.
Auch Rick Grimes, der ehemalige Polizist, hat diese Erfahrung gemacht. Irgendwann ist er unter dem Druck zusammengebrochen. Das erworbene Vertrauen bricht sehr schnell in sich zusammen. Auch Selbstüberschätzung ist eine Ursache, da Grimes sich wegen seines Jobs in einer moralisch höheren Position wähnte.
Ein weiteres Beispiel ist seine Frau Lori, die miterleben musste, wie Ricks früherer bester Freund dem Wahnsinn und der Eifersucht anheim fiel und sogar versuchte, Rick zu töten. Nun muss sie sich mit der Tatsache einer Schwangerschaft in diesen Zeiten auseinandersetzen und dem Wunsch einer anderen jungen Frau, mit ihnen in einer Dreierbeziehung zusammenleben zu wollen.
Alte Werte können nicht so leicht aufgegeben werden, weshalb es auch innerhalb der Gruppe, immerhin in einer gewissen Sicherheit, immer wieder zu Spannungen kommt.
Und Kirkman vermag es auch, mit der Hoffnung seiner Hauptdarsteller zu spielen. Als ein Hubschrauber am Himmel erscheint, glauben die Menschen, es gäbe möglicherweise noch einen anderen Posten. Damit liegen sie nicht falsch, und doch hat er nichts mit dem Hubschrauber zu tun. – Ich denke, dieser kleine Hubschrauber kann als kleine Hommage an die letzten Überlebenden des originalen Dawn Of The Dead verstanden werden. Wie Kirkman mit dem Schicksal dieser Überlebenden umgeht, ist keine Überraschung.
Was hingegen den Menschen geschieht, die auf Patrouille waren, ist eine Überraschung. Und sie entwickelt sich dank der Phantasie von Kirkman, die hier regelrechte Abgründe nach oben holt, zu einem noch größeren Horrortrip als sonst.
Eine Imitation normalen Lebens in einer typischen amerikanischen Kleinstadt ist nur vordergründig ein Hort des friedvollen Beisammenseins.
An der Spitze dieser Ortschaft steht der Gouverneur, ein anderer selbsternannter Anführer, dessen Brutalität sehr schnell sichtbar wird. Sein Wahnsinn hingegen lässt jede Zombie-Attacke blass aussehen. In Abwandlung eines Sprichwortes könnte sich Kirkman gedacht haben, dass der Mensch des Menschen Zombie ist. Michonne muss ein wahres Martyrium durchstehen, das in seiner Brutalität über manch anderem vergleichbaren Comic-Szenario der letzten Zeit angesiedelt ist. Spannend ja, aber auch ein Schlag in die Magengrube für den Leser. Wie in einem Film lässt Kirkman den Leser über einen anderen Darsteller bei den Misshandlungen zuhören. Dieser Effekt funktioniert auch im Comic.
In gewissem Sinne sind die Zombies in dieser Geschichte eher Statisten, weshalb Zeichner Charlie Adlard die schwierige Aufgabe hat, all die verschiedenen Emotionen der kleinen Gruppe im Gefängnis wie auch jener neuen Menschen in der Kleinstadt darzustellen. Der Leidensweg der Späher wird von ihm eindrucksvoll, beinahe sezierend in Szene gesetzt. Das unterstützt den Horrorfaktor und den von Kirkman angestrebten erzählerischen Kern ungemein.
Ein perfektes Zusammenspiel von Text und Bild. Robert Kirkman dürfte hiermit die dichteste Episode abgeliefert haben. Man leidet mit Hauptdarstellern, was auch Kirkman zu verdanken ist, der nicht nur einen furchtbaren Horror zu Papier bringt, sondern auch sehr gut all die menschlichen Ängste und Abgründe ins Spiel bringt, die letztlich den Grusel vollkommen in den Schatten stellen. Horror und Drama, eine gute Mischung. 🙂
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Donnerstag, 15. November 2007
Kommandant Burhto versucht einen kontrollierten Abstürz zu koordinieren. Das gestaltet sich viel schwieriger, als zunächst angenommen. Schnell lösen sich die ersten Teile vom Sternenkreuzer Kometenstaub ab. Und der Sturzflug ist noch nicht zu Ende.
Kurz nach der Bruchlandung ist allen Beteiligten klar, dass es einen erneuten Start so schnell nicht geben wird, die das sie umschließende Wasser ist bereits wieder gefroren und hält sie fest.
Währenddessen sind Granit, ihr Schiffskamerad Narvath und die ehemalige Urlauberin Callista weiterhin auf der Flucht. Ihr vorläufiges Versteck wird alsbald von einem unheimlichen Wesen heimgesucht, einem Wesen, das sich kurz vor einer Metamorphose befindet. Kurzzeitig wird auch Narvath von diesem Parasiten befallen. Granit setzt sich gegen den Angreifer zur Wehr, aber dieser Feind ist vollkommen neu und nicht einschätzbar.
Ein alter Bekannter ist der Kriegsherr Khengis, der es noch nicht aufgegeben hat, sie finden zu wollen.
Die Geschichte um Die Schiffbrüchigen von Ythag wird nun von einer anderen Seite her aufgeschlagen. Nach den Abenteuern um die Überlebenden der Lounge erfährt der Leser auch, was aus dem Hauptteil des Schiffes geworden ist. Die Landung, trefflich inszeniert von Adrien Floch, verläuft etwas sanfter, als es von der ersten geschilderten Bruchlandung her bekannt ist. Doch lange unbemerkt bleiben auch diese neuen Besucher auf Ythag nicht.
Wie der Untertitel des vierten Bandes der Reihe verrät, erhält das abgestürzte Schiff sehr schnell die Aufmerksamkeit eines Kriegsherrn. So fällt Khengis’ Schatten auf die Schiffbrüchigen. Der Name dieses brutalen Hehrführers ist nicht zufällig gewählt, denn ähnlich wie sein Namensvetter aus der Historie der Erde unternimmt auch dieses riesige wurmähnliche Geschöpf alles, um sein nomadisch existierendes Reich zu vergrößern.
Khengis bringt ein unheimliches (oder auch unheimlicheres), ein unvorhersagbares Element in die Geschichte ein, weil seine Winkelzüge zwar ein Ziel verfolgen, aber sein Verhalten ist für jede Überraschung gut. Der Überfall aus der Luft ist ein gutes Beispiel hierfür – und letztlich auch für den Einfallsreichtum von Autor Christophe Arleston, dessen Phantasie dank diverser Abenteuer im Science Fiction- und Fantasy-Genre nicht mehr wegzudenken ist.
Aber vergessen wir die eingeschworenen Helden nicht, die bisher erstaunliche Erfahrungen mit den vielfältigen Völkern auf Ythag machen konnten. Nicht zuletzt bringt diese Vielfalt auch weitere Überraschungen. Auf Ythag finden sich Wesen, nicht nur auf Menschen beschränkt, die in der Lage sind, die Elemente zu beherrschen. Eines dieser Wesen ist ausgerechnet die Navigatorin Granit. Auf Ythag ist sie ein Gluter, fähig, das Feuer zu beherrschen. Damit rückt sie zusätzlich in den Mittelpunkt von Khengis’ Interesse, denn als Kriegsherr will er diese Macht für seine Kämpfe nutzen.
Ythag gestaltet sich weiter als ein Feuerwerk der Ideen. Dank Arleston und Floch ist auf diesem Planeten vieles möglich. Dank der verschiedenen Völker enthüllen sich immer weitere Geheimnisse, aber auch Tricks und Kniffe, die den unfreiwilligen Helden helfen, aus so mancher schwierigen Situation zu entkommen.
Gute Beispiele sind die Falter, die sie durch die Luft transportieren, aber auch die Skaarfs. Jenes Volk lebt dank einer wärmespendenden Pflanze namens Lohee in einer unwirtlichen Kälteregion.
Diese vierte Episode kann mit einer Besonderheit aufwarten, die es bisher in der Reihe schon gab, aber die im Comic nicht immer zu finden ist. Lebendigkeit dürfte der Nenner sein, auf den es hinausläuft. Ist man erst einmal mit den Hauptfiguren vertraut, was sehr schnell geschieht, taucht man als Leser immer tiefer in die Welt ein, die nicht nur sehr fein gearbeitet ist und fast einen zisellierten Eindruck macht. Es ist ein bißchen wie der Blick in ein Diorama, eine Nachbildung. Wenn dann noch die Elemente verrückt spielen, ist der Eindruck für eine Comic-Geschichte perfekt.
Dies äußert sich besonders in jenen Fällen, in denen Granit ihre Kräfte anwendet. Oder auch im Schneesturm, der zeichentrickartigen Charakter hat. Das ist letztlich der Verdienst von Crazytoons, der Farbschmiede, die für die Kolorierung verantwortlich ist. – Ich finde es immer etwas schade, wenn die tatsächlichen Macher hinter solch einer Überbegrifflichkeit verschwinden. Wer gute Arbeit macht, sollte auch richtig namentlich erwähnt werden.
Aufregende Abenteuer in einer plastischen, absolut detailfreudigen Weltenbeschreibung mit allerlei phantastischen Elementen, einer schauerlichen Sequenz, vielen neuen Schwierigkeiten für die Helden und überraschenden Wendungen, die es unvorhersehbar machen, wohin sich die Geschichte bewegen wird. Ein Science Fiction-Abenteuer mit Vorbildcharakter für ein ganzes Genre.
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Dienstag, 13. November 2007
Die Anden. In der unwirtlichen Gebirgskette haben sich einige Wissenschaftler aufgemacht, um mehr Informationen über den Vulkan Viejo Abuelo zu erlangen. Die Aussicht auf den rauchenden Giganten ist Atem beraubend.
Leider haben die Männer nicht viel Zeit dafür. Wenig später macht einer der Expeditionsteilnehmer eine Bewegung am Rande seines Blickfelds aus. Und noch ein wenig später sind alle Wissenschaftler tot.
Derweil häufen sich auch andernorts die unerklärlichen Ereignisse – jedenfalls für Außenstehende. In Gotham City wähnt sich der Dunkle Ritter zunächst in einer ganz gewöhnlichen Überwachungsaktion. Plötzlich jedoch ändern sich die Primärziele. Aus der Deckung heraus wird Batman attackiert. Und er kennt die Angreifer besser, als ihm lieb ist.
In Metropolis erhält der Reporter Clark Kent einen neuen Auftrag. Er soll in den Anden wegen der verschwundenen Wissenschaftler recherchieren. Für Lois ist dies endlich die Gelegenheit, einige Zeit mit ihrem Mann zusammen zu sein. Clark will sie überzeugen, daheim zu bleiben, aber seine Überredungsversuche sind vergebens. Als sie sich in Peru wieder finden, sind sie nicht die ersten, die den absonderlichen Vorkommnissen nachgehen. Ein Einsatzteam der Terrestrial Defense Initiative, kurz TDI, hat den Vulkankrater erkundet. Weit kam es nicht. Superman kann nur noch den Tod eines Teammitgliedes feststellen. Kurz darauf trifft er auf einen knurrigen Batman, der bereits weiß, was los ist. Auch Superman hat die Waffen erkannt, mit der die TDI-Soldaten angegriffen wurden.
Erneut müssen Superman und Batman sich einer außerirdischen Bedrohung stellen, die ihnen schon mehrfach das Leben schwer machte. Neben den Predatoren haben auch Aliens im Gebirgsmassiv unter dem Vulkan eine Heimat gefunden.
Wir erinnern uns kurz: In einigen Crossovern trafen Superman und Batman bereits auf die Bösewichte aus dem All. Der Stählerne hatte seine ganz besondere Begegnung mit den Aliens, denen er sogar ohne Kräfte gegenübertreten musste – aber immerhin mit modischer Langhaarfrisur. Batman jagte die Biester in Südamerika und in Gotham City. In seiner Heimatstadt trat er auch mit einer speziellen Kampfmontur gegen einen Predator an. Superman trat ebenfalls dem außerirdischen Jäger gegenüber, wieder in geschwächter Form.
Nun treten sie als Duo gegen die Invasoren an, die nicht plötzlich auf der Erde eintreffen, sondern bereits seit rund 14000 Jahren ihr Versteck unter dem Vulkan beherbergen. Hier konnten die Predatoren unbemerkt leben, auch Aliens jagen und ihre Kultur pflegen, da ihr Raumschiff nicht mehr starten konnte. Aber der Vulkan wird aktiv. Diese neuen geologischen Veränderungen bedrohen diese kleine Enklave. Nun haben sich die Jäger notgedrungen entschieden, das Versteck zu verlassen und treffen auf eine völlig neue menschliche Kultur.
Und noch mehr, denn mit solchen Helden hat niemand dieser Jäger gerechnet, die Superman dank Batman für eine Art Sonnengottheld halten.
Mark Schultz wagt sich mit seiner Geschichte an eine Begegnung der World’s Finest mit den Außerirdischen. Ist es ihm gelungen, dieser Begegnung eine neue Seite abzugewinnen? Ein ganz klares Ja ist die Antwort. Die sehr unterschiedliche Auffassung und die noch verschiedenere Vorgehensweise der beiden Helden lassen interessante und auch verzwickte Situationen entstehen. Batman gehört zu denen (wie auch die TDI), die die Außerirdischen am liebsten auslöschen würden. Superman möchte jegliches Leben bewahren, auch das der Aliens. Wie zwei solch unterschiedliche Meinungen zu einem Kompromiss finden sollen, sorgt dank der Festung der Einsamkeit für ungewöhnliche Szenen.
Die Auffassungen sind nicht die einzigen Gegensätzlichkeiten. Wie so oft ist Batman perfekt vorbereitet, während Superman zwar clever sein mag, aber eher planlos vorgeht und sich wie immer auf seine Kräfte verlässt – die unter Tage nicht mehr ganz so gut funktionieren.
An der Seite von Mark Schultz zeichnet und malt sich Ariel Olivetti wenigstens in die Herzen jener Leser, die solche Crossover lieben. Mit seinem grafischen Talent rangiert er auf gleicher Höhe wie ein Alex Ross. Klar, präzise, mit einer wuchtigen Farbgebung, Sinn für Details und einer Qualität, bei der jede Seite den technischen Aufwand eines Covers besitzt.
Aber Olivetti nutzt auch jede Möglichkeit, die ihm die Computer-Kolorierung bietet. So entstehen ungeheuer plastische Bilder, die aber auch ein nostalgisches Flair besitzen. Lange hat man Superman wohl nicht in einer Gestaltung gesehen, die jener aus den alten Zeichentrickfilmen der Fleischer-Produktionen ähnelt. Batman hingegen sieht nicht nur dank seiner Schutzrüstung sehr modern aus.
Sehr überzeugen können auch die Rückblicke aus den alten Tagen der Predatoren. Hier hat Olivetti auch Hand an die Gesichter der außerirdischen Jäger gelegt. Sie wirken etwas grobschlächtiger – aber das ist nichts Neues, denn seit dem ersten Auftritt in dem Schwarzenegger-Actionstreifen hat sich das Aussehen des Predatoren mit jedem neuen Film geändert. (Irgendwie gewinnt man nun den Eindruck einer Mischung aus Schlange und Elefant. Ein anderer Vergleich fällt mir nicht ein.)
Ob man dieses Design mag oder nicht, grafisch beeindruckend ist es auf jeden Fall.
Ein neues Crossover mit Superman, Batman, Aliens und Predator. Voller Wendungen, mit einem unerwartet langen Ausflug in die Festung der Einsamkeit und den merkwürdigsten Gegner, die Super wohl jemals in dieser Umgebung hatte. Perfektes grafisches Styling und nicht ohne Humor erzählt. Überraschend und mit viel Sinn für alle beteiligten Figuren umgesetzt. Top. 😀
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Blueberry hat sich eingelebt. Eine kleine Schlägerei ab und zu, ein Kartenspielchen und seinen Vorgesetzten das Leben schwer machen. Aber Blueberry ist auch tüchtig. Was er anpackt, bringt er zu Ende. Dieser Bonus ist es, der ihn in noch größere Schwierigkeiten bringt.
Während des Krieges verschwanden 500000 Dollar aus der Kasse der Südstaaten. Jetzt, nach so vielen Jahren, gibt es endlich eine Spur. Ausgerechnet Blueberry kann diese Spur ausfindig machen – und will doch eigentlich gar nichts damit zu tun haben. Aber sein Ruf ist ihm bis nach Washington vorausgeeilt.
An höchster Stelle fasst man einen außerordentlichen Plan. Blueberry soll das Geld in Mexiko finden, wo es offensichtlich versteckt worden ist. Es muss jemanden geben, der das genaue Versteck kennt. Doch dieser Jemand wird einem Offizier der ehemaligen Nordstaaten keine Auskunft darüber geben. Also muss ein alternativer Plan gefunden werden. Kurzum wird Leutnant Blueberry unehrenhaft aus der Armee entlassen. Ein Steckbrief weist ihn außerdem als Dieb aus. Nun bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich auf die Flucht nach Mexiko zu begeben – aber nicht bevor er dem General, der ihm das alles eingebrockt hat, einen rechten Haken zu verpassen.
In Mexiko kommt Blueberry beinahe mit jedem Schritt vom Regen in die Traufe. Seine Kontaktperson, Chihuahua Pearl, eine Sängerin und Tänzerin, die es zu einer kleinen Berühmtheit gebracht hat in dieser verlassenen Ecke, hilft ihm zunächst weiter. Eine Hilfe, die sich von selbst in Luft auflöst, als ein eifersüchtiger Gobernador ihm noch mehr Probleme bereitet. Schließlich endet es, wie es enden muss. Blueberry wird ins Gefängnis geworfen. Und dort, endlich, trifft er auf den Mann, der ihm wirklich bei der Suche helfen kann.
Jetzt heißt es nur noch, aus dem Gefängnis zu entwischen. – Leichter gesagt, als getan.
Die 7. Ausgabe der Blueberry Chroniken präsentiert einen der gelungensten Dreiteiler der Reihe. Chihuahua Pearl, Der Mann, der $ 500.000 wert ist und Ballade für einen Sarg ist in seiner Gesamtheit nicht nur ein spannender Western, sondern auch eine originelle Schatzsuche.
Jeder Archetyp des Westerns ist hier auf perfekte Art vertreten. Blueberry, der Outlaw und Abenteurer. Sein Freund Mac, der abgehalfterte Westmann mit starkem Hang zum Whisky. Chihuahua Peal, die schöne Frau, die es versteht, mit ihren Reizen zu betören. Gangster verschiedener Sorte jagen dem Gold und Blueberry hinterher. Allen voran Finlay, der mit seiner Bande ehemaliger Konföderierter über Leichen geht. Die Mexikaner wollen auch ihren Teil abhaben. Jean-Michel Charlier und Jean Giraud liefern hier ein Meisterstück ab – nicht das Meisterstück, aber ein Meisterstück, denn richtig gut sind viele Blueberry-Abenteuer.
Hier gelingt allerdings das Meisterstück, die Spannung über drei Geschichten hinweg kontinuierlich zu steigern und eine lange Planung schließlich mit Knall endet.
Obwohl die Bände sehr zeitnah entstanden sind, in der ersten Hälfte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts, lassen sich sehr deutliche Stilveränderungen in den Bildern von Giraud erkennen. Chihuahua Pearl ist nicht unbunt, doch die Farben sind gedeckter, deutlich gegeneinander abgegrenzt. Brauntöne, Rot, Gelb, Blau, die Farben sind kräftig, aber nicht grell.
Auch in der Fortsetzung Der Mann, der $ 500.000 wert ist hält sich diese Farbgebung.
In der dritten Episode Ballade für einen Sarg ändert sich schlagartig. Hier knallen einem die Farben regelrecht um die Ohren, als habe Giraud einen Farbkasten über den Seiten ausgeschüttet. Der Effekt ist jedoch verblüffend. Lila trifft auf Gelb trifft auf Rot. Das fetzt! Die Experimente, die hier von Giraud so ungewohnt eingesetzt werden, erzeugen eine für einen Western ungewohnte Atmosphäre. Andererseits verwendet er aber das Farbenspiel auch für mehr Schattierungen, als der Leser es von den vorhergehenden Ausgaben her kennt.
strong>Ballade für einen Sarg dürfte für sich allein genommen zu einem der absoluten Höhepunkte der Reihe gehören.
Wie gut die Geschichten gelungen sind, zeigen auch die Episoden in den Episoden. Charlier zelebriert Szenen wie die Überredungsversuche des mexikanischen Soldaten, der Blueberry zu überreden versucht, ihm das Versteck des Schatzes zu verraten. Giraud steuert Großaufnahmen von Gesichtern bei, in denen man seine Zeichentechnik so richtig bewundern kann. Darüber hinaus zeigen die Cover von Chihuahua Pearl und Der Mann, der $ 500.000 wert ist, was für ein großartiger Grafiker Giraud ist, der ein vollfarbiges Bild ebenso aufzubauen weiß, wie eine reduzierte eingefärbte Tuschezeichnung.
Eine wunderbare Westernerzählung, hoch spannend gleich von Beginn an, mit einem Blueberry, der hier so richtig Gauner sein und seine Outlaw-Seite ausleben darf. Der dritte Teil dieser hier vorliegenden Trilogie ist richtiges Sahnehäubchen im Schaffen des Duos Charlier/Griaud. Für Fans von Western und Abenteuern ein echtes Muss. 😀
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Samstag, 10. November 2007
Es ist Weihnachten. Obwohl Onkel Dagobert ein notorischer Weihnachtshasser ist, fasst er den Entschluss, seinem Neffen Donald etwas schenken zu wollen. Aber zuvor sollen er und die kleinen Tick, Trick und Track sich diese Geschenke verdienen. Donald soll seinen Mut unter Beweis stellen.
Ein Aufenthalt in den Bergen, einer Gegend, in der sich wilde Bären herumtreiben, soll zeigen, wie gut Donald mit einer gefährlichen Situation umzugehen versteht. Und wenn sich keine echten Bären sehen lassen wollen?
Für den Fall hat Onkel Dagobert ein Bärenkostüm gefunden, das den echten Waldbewohnern täuschend ähnlich sieht. Damit soll Donald gründlich erschreckt werden – das würde immerhin die Weihnachtsgeschenke einsparen. Aber insgeheim hofft Onkel Dagobert, dass Donald sich der Gefahr tapfer stellen wird.
Ein 60. Geburtstag mag heutzutage nichts Besonderes mehr sein, handelt es sich aber um eine Comic-Figur, sieht diese Angelegenheit schon ganz anders aus. Carl Barks, als Zeichner und Autor eine ebensolche Legende wie Onkel Dagobert, brachte den geizigen Enterich 1947 zu Papier. Anfänglich machte der reiche alte Mann seinen Verwandten in der Geschichte Die Mutprobe nur das Leben schwer. – Obwohl Donald kaum jemand anderen benötigt, um sich das Leben schwer zu machen. Auch dies stellt sich sehr bald von ganz allein unter Beweis.
Mit Onkel Dagobert machten natürlich auch andere Figuren erst so richtig Sinn. So füllte sich Entenhausen folgerichtig mit Charakteren wie den Panzerknackern, Gundel Gaukeley oder Mac Moneysac. Dagoberts wahnhafte Beziehung zum Geld, so auch zu seinem allerersten verdienten Geld, war Grundlage für viele, viele Geschichten. Geld gab es nicht nur im Geldspeicher, sondern natürlich auch in der weiten Welt, in die Onkel Dagobert so schnell wie möglich aufbrach, um seine Schätze zu vermehren.
Der vorliegende Band hat zahlreiche Beispiele dafür zu bieten. Tatsächlich wird dem Enterich sogar die Erde zu klein, weshalb sogar ein Ausflug ins All stattfindet.
Warum ist dieser grantige, alte, sehr geizige Enterich trotzdem so sympathisch?
Onkel Dagobert bemitleidet sich gerne selbst. Natürlich begleiten ihn seine Verwandten häufig auf lange Reisen zu exotischen Zielen, aber die Gefahr lacht den Reisenden dabei regelmäßig ins Gesicht. Seine Bemühungen, kostenlos an Waren oder Vergünstigungen jeglicher Art zu kommen, sind abenteuerlich und ausgefallen.
Mit dieser Biographie liefert Onkel Dagobert reichliche Beispiele für die kuriosesten und gefahrvollsten Situationen seines Lebens. Einerseits stellt er sich dem lebensfeindlichen Umfeld des Dschungels, andererseits verkleidet er sich als Baby, nur um einen Eintrittspreis zu sparen.
Vielleicht ist Onkel Dagobert trotzdem liebenswert, weil er seine eigenen Regeln mit schöner Regelmäßigkeit bricht oder weil er sich nicht selten selber ein Bein damit stellt. – Wie auch bei der Gelegenheit einer Ausstellung über sein bewegtes Leben. Jeder, so fordert er, soll Eintritt für diese Ausstellung bezahlen. Und die Museumsleitung nimmt seine Forderung ernst. Auch Onkel Dagobert ist es nicht vergönnt, kostenlos die Ausstellung zu besuchen.
Vielleicht ist es sein Wagemut und seine Hartnäckigkeit, die ihn so beliebt machen. Gegen jede Chance macht sich der alte Enterich häufig auf den Weg, um sein Ziel zu erreichen. Eigentlich ist er damit eine Vorzeigeperson des American Way, des Selfmade Man. Vom Tellerwäscher (oder besser: vom Goldsucher) zum Milliardär. Das mag eine unbewusste Konzeption sein (oder auch eine Fehlinterpretation), aber es passt.
In der vorliegenden Ausgabe findet sich gelungene Situationskomik, auch Witz ohne Worte. Ein Paradebeispiel ist die Ankunft von Onkel Dagobert und seiner Lieben in Indien. Im zweiten Boot sitzt Donald und transportiert einen Elefanten. Natürlich fordert Onkel Dagobert Donald auf, nicht die Hände in den Schoß zu legen und sich zu beeilen.
Ich kann die Hände nicht in den Schoß legen, weil da schon ein Elefant sitzt.
Für Donald bleibt wahrlich kein Platz mehr in dem Boot, doch viel schöner ist die absolut klassische Szene, als sich der Bootssteg mit dem Elefanten darauf zur Seite neigt – geradewegs auf Donald zu, der Leser nur ein Splotsch hört und einen davon segelnden Tropenhelm sieht. Die Reaktion von Tick, Trick und Track spricht Bände.
In dieser Episode Expedition nach Schambala ist Don Rosa federführend und seine eher kurzschnabeligen Enten wissen in dieser gelungenen Komödie mit vielen Spannungseinlagen sehr zu gefallen.
Unabhängig davon wie ein jeder Leser sein Urteil über Onkel Dagobert fällt, bieten die sechs Geschichten, an denen außerdem Daniel Branca, William van Horn, Colomer und Vicar beteiligt waren, einen guten Querschnitt aus Dagoberts Leben und Wirken.
Colomer kann es sich außerdem nicht verkneifen und verweist in einer kleinen Szene in Schürfen statt Scheffeln auf Onkel Dagoberts allererste Geschichte. Damit unterstreicht er auch das Nostalgiegefühl, das auch den alten Erpel in dieser Geschichte beschleicht. – Und dieses heimelige Beisammensein mit seiner Familie ist es denn wohl auch, was Onkel Dagobert doch so beliebt und sympathisch macht.
So bleibt selbst den Kleinsten nichts anderes, als zu sagen: Ja, im Grunde hat er ein goldenes Herz, unser Onkel Dagobert. 🙂
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Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. So oder ähnlich heißt es ja. 2008 dürfte ein cooles Jahr für alle Comic-Fans werden, die einer guten Comic-Verfilmung etwas abgewinnen können.
Iron Man mit Robert Downey Jr. ist eines der Marvel-Projekte, die für allerlei Aufsehen sorgen sollten. Die offizielle Homepage kann jedenfalls mit einem Trailer aufwarten, der es in sich hat.
Bedeckter hält sich die offizielle Homepage von The incredible Hulk, seltsamerweise, denn die Besetzung mit Edward Norton und Tim Roth kann sich sehen lassen.
Viel weiter, viel informativer, obwohl viel später am Start, gibt sich die Homepage zu Hellboy II. Das kann sich als informatives Projekt wirklich sehen lassen. Besonders die Konzeptzeichnungen haben es in sich. Eine tolle Galerie, von der ein paar Bilder sicher auch klasse Poster abgeben würden.
Auf die Verfilmung von The Spirit muss noch länger gewartet werden, doch auch hier hat man wohl erkannt, wie wichtig Informationen sind, will man das Wasser am Kochen halten.
Ist die Geschichte von Will Eisner, bearbeitet von Frank Miller, klassisch zu nennen und nicht gerade das neueste Thema, gehört auch G.I. Joe zu den eher unbekannteren Comic-Vertretern hierzulande. Nichtsdestotrotz steht auch hier eine Verfilmung an. Wer sich einen Überblick zum Comic verschaffen will, kann das mit den Online-Comics auf der Hasbro-Homepage in der Entertainment-Abteilung tun.
Nachtrag aus der Slasher-Abteilung: Nachdem Slasher sich wieder größerer Beliebtheit erfreuen (wie in Hack/Slash), mischen auch die Kino-Originale wohl den Comic auf. Freddy, Jason und Ash treffen in einer Comic-Version aufeinander: Freddy vs. Jason vs. Ash Comic Covers.
Freitag, 09. November 2007
Der amerikanische Künstler Loren Kreiss hat anscheinend eine Marktlücke entdeckt. Wer mag (und das nötige Kleingeld hat), kann aus sich einen Superhelden machen lassen. Er zeichnet die Geschichten entweder selbst oder sucht sich einen Comic-Künstler, dessen Stil zur Geschichte passt.
Ab 10.000,- Dollar kann man sich die eigene Wohnung mit der eigenen Superheldengeschichte mit sich selbst in der Hauptrolle verschönern lassen.
Quelle: The New York Times – T Magazine
Flix, Christian Moser und Ralph Ruthe sorgen vom 18. bis 24. November 2007 mit einer Mädchen-Monster-Missgeschicke-Show für gute Laune, was nicht verwundert, da sie mit zu den führenden Cartoonisten in Deutschland gehören. Comic als Bühnenshow: Das ist selten und bestimmt mehr als einen Blick wert.
Auf der Bühne inszenieren die drei Zeichner rund 100 Minuten lang mit vollem Einsatz ihre bekanntesten Comics und Cartoons. Dass Mädchen, Monster und Missgeschicke die Lizenz zum Lachmuskel-Training haben, beweist das Trio mit Mini-Filmen, Bilderkulissen, Gesangseinlagen und natürlich ihrem absolut unschlagbaren Humor.
Für die bleibende Erinnerung werden sich Flix, Christian Moser und Ralph Ruthe nach der Show ihrem Publikum widmen und ihre Bücher signieren.
MMM-Termine:
18.11.: Kiel – Kulturzentrum Hanstrasse 48
19.11.: Hamburg – Carlsen Verlag (nur mit Einladung!)
20.11.: Bielefeld – Lichtwerk Kinos
21.11.: Koblenz – Circus Maximus (Einlass)
22.11.: Darmstadt – 603 m²
23.11.: München – Vereinsheim
24.11.: Nürnberg – Burgtheater
Signierstunde am 24.11.2007
Bei Ultra-Comix
Vordere Sterngasse 2
90402 Nürnberg
Ab 13:00 Uhr (bis ca. 15.30 Uhr)
Quelle: Carlsen Comics
Donnerstag, 08. November 2007
Eigentlich soll es für alle Beteiligten nur ein Ausflug sein, eine gemütliche Fahrt in einem Reisebus. Doch leider wird aus der Landpartie eine Geiselnahme. Inspektor Canardo, der selbst einen ausgiebigen Urlaub machen wollte, erhält plötzlich einen Hilferuf per Telefon, denn ausgerechnet einer seiner Freunde, Kommissar Garenni, befindet sich an Bord des Fahrzeugs.
Garenni muss nicht nur das beständige Nörgeln seines Schatzis ertragen. Viel schlimmer ist der Geiselnehmer, der irgendwie nicht auf vernünftige Art ansprechbar wirkt. Adi, so der Name des Mannes, eines Giganten mit Dauerhunger und Dauerdurst, stand bisher unter psychologischer Beobachtung, weil er nachweislich gemeingefährlich ist. Mit einer Kaffeefahrt zu einer Bierbrauerei hat niemand rechnen können.
Das Besondere an den Geschichten um Inspektor Canardo ist der Zwiespalt zwischen Optik und Erzählung. Wer die Optik, die grafische Darstellung betrachtet, kann der fälschlichen Annahme aufsitzen, es mit einer leichten Geschichte zu tun zu haben, vielleicht ein wenig im Disney-Stil. In Wirklichkeit sind die Geschichten sehr ernsthaft, ernsthafter als jeder Fernsehkrimi und besitzen den nötigen Schuss pechschwarzen Humors. Inspektor Canardo, die Kernfigur, ist äußerlich stets lässig und steht der Obrigkeit wie auch so genannten Leuten, die etwas zu sagen haben, immer etwas sperrig und mit einem vorlauten Mund- – Verzeihung – Schnabelwerk gegenüber.
Wie ernst diese Geschichten sind, leuchtet jedem Leser schnell ein, wenn die ersten Toten zu beklagen sind. Adi, oder besser Adolphe Tincré, ist ein brutales und dummes Kind im Körper eines riesigen dicken Mannes, der sich mit Waffengewalt nehmen will, was ihm gerade in den Sinn kommt. Vorbestraft wegen Vergewaltigung und Körperverletzung hat er sich nicht nur in den Besitz eines Revolvers gebracht, sondern sich außerdem noch Dynamitstangen um den Körper gebunden – spätestens jetzt sollte dem Leser klar werden, dass es der Autor Benoit Sokal todernst mit seiner Kriminalgeschichte meint.
Adi ist absolut unberechenbar. Einzig ein kleiner Junge scheint eine gewisse Narrenfreiheit bei ihm zu besitzen. Während seine Eltern Blut und Wasser schwitzen, bittet das Kind Adi sogar um einen Hamburger – und bekommt ihn.
Adi dürfte der Alptraum eines jeden Sondereinsatzteams sein. Er redet kaum, will auch gar nicht reden, will nur, dass seine Forderungen erfüllt werden. Wenn er nicht redet, schießt er. Für die Geiseln dürfte ein solches Einsatzteam ein Alptraum sein. Es agiert ein wenig hilflos. Es mag den Anschein, einer Parodie haben. Wer allerdings Vergleiche zu älteren Geiselnahmen heranzieht, während derer die Vorgehensweise noch nicht so trainiert war, wie es heute der Fall ist, kann dieses Hickhack gut nachvollziehen.
Schließlich ist es Canardo, der das Blatt wenden soll.
Diese Ente mit dem Hang zu einem lockeren Spruch gerät in diesem Fall an ihre Grenzen, denn an einer Person wie Adi, einer überdimensionalen Bulldogge, prallen seine Sprüche wie auch seine Beschwichtigungsversuche einfach ab.
Der Schluss ist außergewöhnlich schwarzhumorig und bedarf nur eines Wortes, was diesen Showdown nur umso schauriger macht. Wie Sokal diesen Schluss aufbaut, ihm Schritt für Schritt in der Handlung entgegenstrebt, ist rückblickend richtiggehend gruselig. Aber es ist auch gruselig gut erzählt.
Die Notlösung, die sich Sokal einfallen ließ, springt ein wenig aus der ansonsten gut durchdachten Handlung heraus und ist nicht so glaubwürdig. Diese Idee sei dem Autor im Sinne eines überraschenden Endes mehr als verziehen.
Grafisch bewegt sich Sokal mit dieser 16. Episode seines Helden Canardo auf gewohnt gutem Niveau. Fans von ernsten Geschichten, in denen Tierfiguren den Part von Menschen übernehmen, sind nicht häufig, aber häufig sind diese Geschichten sehr gut. Eine derart lange Laufreihe wie hier ist ein gutes Indiz für Qualität und auch verdienten Erfolg.
Mit den Tierfiguren gelingt Sokal eine hervorragende Charakterisierung seiner Darsteller. Dies trifft nicht nur auf die dicklippige Ente mit dem viel zu großen Schnabel zu. Auch der schmale Hase Garenni ist mit seiner recht üppig geratenen Ehefrau für so manche Interpretation gut.
Tragisch, spannend, kurios, komisch, all diese Elemente vermischen sich in dieser Episode zu einem gelungenen Krimi, der mit einem der gemeinsten Schlussszenen seit langem aufwarten kann. Daumen rauf für diesen neuen Einsatz von Inspektor Canardo. 🙂
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