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Comic Blog


Mittwoch, 26. November 2008

House of M – Die Rächer

Filed under: Superhelden — Michael um 20:42

House of M - Die RächerDie Zeiten haben sich geändert. In diesen Tagen fällt ein Mensch auf wie ein bunter Hund. Überall sind Mutanten auf den Straßen. Sie fürchten nicht mehr angefeindet zu werden. Jetzt sind sie an der Macht, genauer, das Haus von Magnus ist es. Unter Magneto ist der Homo Sapiens zum Aussterben verurteilt. Doch es gibt Menschen, die sich nicht einschüchtern lassen, auch solche, die sich verbessern ließen. Einer von ihnen ist Luke Cage. Äußerlich normal anzuschauen, hat er schon so manchen Angreifer durch seine Stärke überrascht.

Luke Cage, von schwarzer Hautfarbe, muss bald feststellen, dass auch die Gleichberechtigung der Hautfarben keinerlei Wert mehr besitzt. Neben einem Mutanten sind Menschen gleich welcher Hautfarbe so viel Wert wie Dreck. Langsam entwickeln sich Enklaven oder Ghettos, in denen sich die Sapiens zusammenrotten. Das ehemalige Hell’ Kitchen in New York wird zu Sapien Town. Luke fasst einen Entschluss. Dank seiner Kräfte gelingt es ihm Stück für Stück ein Territorium zu erobern, in dem Mutanten nichts zu sagen haben. Immer mehr Sapiens mit besonderen Fähigkeiten versammeln sich um Luke.

Moon Knight, Hawkeye, Iron Fist, Tigra und andere werden zu einer schlagkräftigen kleinen Gruppe im Untergrund. Sie fallen auf. In einer Zeit, in der sich die Fronten immer weiter verhärten, wird von offizieller Seite beschlossen, Feuer mit Feuer zu bekämpfen. Eine andere Gruppe wird gegen die Leute um Luke Cage ins Feld geschickt. Da draußen in den Straßen herrscht plötzlich Krieg.

Als das House of M regierte, jene Verirrung, die durch die fehlgeleiteten Kräfte der Scarlett Witch zustande kam, entwickelte sich vieles anders als – für den Marvel-Leser – bekannt. Unter der Feder von Autor Christos N. Gage folgt der Leser Luke Cage, einer im Marvel-Universum nicht unwichtigen Figur, die aber Mitläufer als Hauptfigur ist. Nachdem allerdings ein Held wie Captain America in dieser alternativen Realität inzwischen ein alter Mann ist, der nie eingefroren wurde, müssen andere Figuren an die vorderste Front.

Luke Cage wird zum Anführer einer Gruppierung namens Rächer. Bis dahin ist es allerdings ein weiter Weg, auf dem sich nicht nur die verschiedensten Menschen zusammenfinden, sondern auch Veränderungen unterschiedlichster Art durchlaufen werden. Lukes Gruppe steht ein echtes Lumpenpack (des normalen Marvel-Universums) gegenüber, das jedoch offiziell und ungestraft agieren darf unter der Führung von Thunderbird, der, amerikanischer Ureinwohner hin oder her, nichts auf die Solidarität der Hautfarben hält. Hier geht es um Kämpfe auf Leben und Tod. Blob, Taskmaster, Avalanche und selbst der Punisher schenken Lukes Mannen und Frauen keinen Millimeter Boden.

Gage zeigt dem Leser, wie aus einer Gangsterbande – denn nichts anderes sind sie in dieser Welt – eine kleine Streitmacht wird, ein Fanal für den Homo Sapiens, sich nicht alles gefallen zu lassen. Aus der Unterdrückung des Homo Sapiens wird bald eine Rassenfrage, die in die Nähe vergangener Untaten gegen Minderheiten gerückt wird, ein Umstand, dem sich auch Magneto stellen muss, der selber im Zweiten Weltkrieg den Rassenwahn erlebte und dessen Tochter (Scarlett Witch) keine Mutantin, sondern eine Sapien ist, wie diese Minderheit nur noch genannt wird.

Als Zeichner wurde Mike Perkins verpflichtet. Perkins ist ein Vertreter des realistischen Zeichnens. Besonders zu Beginn sind die Bilder außergewöhnlich gut. Im späteren Verlauf kann dieser spektakuläre Auftakt nicht mehr ganz gehalten werden, bleibt aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Es lässt sich schwer sagen, welcher Künstler die Tuschearbeiten ausführte, Andrew Hennessy oder Mike Perkins, aber gerade hier liegen vermutlich die Unterschiede in der Bildqualität begraben, die mal äußerst fein ist und optisch auf dem Punkt und mal gröber wirkt.
Farblich schenken sich die beiden Koloristen Laura Martin und Raul Trevino beide nichts. In ihrem Auftrag, ein möglichst düsteres Ambiente zu schaffen, haben bei brilliert.

Ein dunkles Kapitel Marvel-Geschichte, exzellent erzählt und grafisch dargestellt. Für all jene Marvel-Fans, die eine gute Alternativrealität mit vielen Überraschungen zu schätzen wissen, sind diese Rächer ein gutes Ausflugsziel. 🙂

Montag, 24. November 2008

Allein 1 – Verschwunden!

Filed under: Abenteuer — Michael um 21:12

Allein 1 - Verschwunden!Sie sind weg! Einfach weg! Wie vom Erdboden verschluckt. Gestern waren sie noch alle da, die anderen, die Eltern, Geschwister, Freunde und Nachbarn. Heute ist keiner mehr da. Yvan spielte ein Computerspiel. Camilla lernte noch für die Schule. Leila bastelte wieder einmal leidenschaftlich und ärgerte sich über die guten Ratschläge ihres Vaters. Der kleine Terry wollte einfach nicht schlafen gehen. Und Dodji hat Schwierigkeiten mit seiner neuen Umgebung, dem Waisenhaus, klarzukommen. Doch all diese Probleme sind nichts im Vergleich zu dem, was die fünf Kinder in der nächsten Zeit erwarten wird.

Am nächsten Tag sind sie allein. Dodji, der alle Menschen zu hassen schien, weil sie ihn abgeschoben hatten, steht nun auf einer breiten Hauptstraße. Der Wind weht Papierfetzen vorbei, ansonsten ist es still. Alle sind fort. Nicht tot, es liegen keine Leichen herum, nein, sie sind alle fort, weg, als hätte es sie nie gegeben.
Endlich haben wir jemanden gefunden! schreit Leila freudig auf, als sie und der kleine Terry Dodji im nächsten Augenblick mit einem Fahrrad umfahren. Nun sind sie zu dritt. Aber warum nur zu dritt? Sie können doch nicht die letzten verbliebenen Menschen sein. Wo sind die anderen?

Wenn Kinder alleine sind – was sich das eine oder andere angesichts nervender Erwachsener sicherlich mal wünscht – entsteht ein gewisses Gefühl von Freiheit. Aber manchmal begegnen sie auch dem Herrn der Fliegen während ihrer Zwei Jahre Ferien. Die beiden Macher, Fabien Vehlmann (Autor) und Bruno Gazzotti (Zeichner) haben ein für kindliche Verhältnisse bedrohliches Szenario geschaffen, dem ein wenig Stephen King-Atmosphäre anhaftet, nicht zuletzt wegen einer gewissen Ähnlichkeit der Ausgangssituation zu Langoliers.

Die Nerven liegen blank bei den drei Kindern, die sich zuerst finden. Ihre Angst ist verständlich, denn Leere, das zeigt sich immer wieder in der Geschichte von Film und Roman, kann eine enorme Bedrohung ausstrahlen. Vehlmann verlässt sich nicht auf dieses alleinige Element, sondern bringt noch einige Zutaten ins Spiel, die außerdem eine echte körperliche Bedrohung bedeuten. An den Wetterzuständen hat sich nichts geändert, weshalb ein Gewitter in dieser menschenleeren Umgebung noch furchtbarer für die Kinder ist als sonst. Doch gefährlicher noch sind die Tiere, die plötzlich durch die Stadt streifen und alles andere als einheimisch sind.

Ein einfacher Hund kann leicht vertrieben werden, bei Nashörnern ist die Lage schon schwieriger und ein weißer Tiger entwickelt sich zu einem großen Problem.
Fabien Vehlmann belässt es natürlich nicht bei diesen äußerlichen Aspekten. Die Kinder untereinander, so jung sie auch sein mögen, haben ebenfalls ihre Probleme. Da gibt es kleine und große Wunden in den Kinderherzen. Einige sind berechtigt, andere entstehen, weil sich die Welt der Erwachsenen (noch) ihrem Verständnis entzieht. Da gibt es übergreifende Probleme, die bei Kindern noch vorhanden sind, weil die Erwachsenen sie noch nicht gelöst haben. Du bist ein böser Schwarzer. So kräht der kleine Terry, der es noch nicht besser weiß. Dodji muss sich sichtlich im Zaum halten, um darüber nicht die Nerven zu verlieren. Das allgemeine quengelige Verhalten des Jungen ist schon schlimm genug.

Und manchmal ändert sich das Verhalten eines Kindes schlagartig. Es ist schön zu lesen, wie gut Vehlmann eine Szene herausarbeiten und diese auf den Punkt bringen kann.
Sicherlich ist das Ambiente auch ein wenig cartoony, was nicht zuletzt an den Zeichnungen von Bruno Gazzotti liegt, der durch die Verniedlichung der Figuren etwas Schärfe aus dem Szenario nimmt.

Allerdings bedeutet eine Reduzierung in der figürlichen Darstellung auch eine Erleichterung für den Leser sich besser und schneller auf die Figuren einzulassen. Dank der schönen Gefühlsäußerungen, wörtlich, per Mimik oder körperlich, gelingt dies sehr schnell. Einfache klare Strichführung, sehr klassisch im Kern ausgeführt, sehr sauber und auch fein, erleichtert das Lesen ist schlichtweg gut zu nennen. Das Design der einzelnen Charaktere, erzählerisch wie bildlich, lebt von seinen Gegensätzen. Und vielleicht liegt hier sogar das Geheimnis der neuen Reihe verborgen.

Generell lässt sich sagen, dass in einer guten Mischung von Haupt- und Nebencharakteren das Geheimnis einer guten Geschichte liegt. Beides haben Vehlmann und Gazzotti perfekt umgesetzt. Das Schicksal der Kids ist anrührend, spannend und macht optisch etwas her. Prima Unterhaltung mit einer Prise Geheimnis, das Rätsel aufgibt. 🙂

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Sonntag, 23. November 2008

Silbermond über Providence 1

Filed under: Mystery — Michael um 19:02

Silbermond über Providence 1 - Kinder des AbgrundsSeit dem Mordfall hat Sheriff Stuart diese Töle am Hals. Dieser Westentaschenköter kläfft und sabbert und erleichtert seine Arbeit keineswegs. Der attraktive Neuankömmling, Miss Gatling, macht es ihm auch nicht einfacher, erlebt er doch durch sie romantische Anwandlungen, die ihn gerade jetzt zur Unzeit treffen. Es hilft nichts. Die Umstände zwingen ihn schließlich zur Aktion … Sehr viel weiter bringt es ihn aber nicht, denn das dunkle Geheimnis hinter den Vorkommnissen konnte niemand vorhersehen.

Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe. Nicht nur James Garner oder ein Gary Cooper wussten, wie wichtig es ist, dass die Bevölkerung hinter ihrem Gesetzeshüter steht. Auch Sheriff Stuart, ein leibhaftiger Rock Hudson in einem kleinen sehr provinziellen Nest muss sich neuerdings mit einem Mordfall herumschlagen, der selbst für den Wilden Westen außergewöhnlich ist. Ein Farmer wird schon mal ermordet, das kommt vor, dass dabei allerdings eine seiner Kühe auf einem Baum gefunden wird, kommt eher selten … nein, eigentlich gar nicht vor.

Mit dieser Ausgangssituation startet Eric Herenguel in seinen Zweiteiler über mysteriöse Vorgänge im kleinen Ort Providence im amerikanischen Staate New Hampshire im Jahre 1880. Mit wahrer Leichtigkeit enthüllt Herenguel eine Gegend, in der der Indian Summer sein strahlend goldorangefarbenes Licht zu verbreiten beginnt und aus dem Land eine wunderbare Märchenwelt schafft. So weit kann der Leser noch schnell folgen, mag auch schnell folgen, bis diese Postkartenidylle von einem Mordfall erschüttert wird, dessen Ergebnis in einer Rückschau besonders furchtbar ist.

Ein wenig mag sich der Leser an Der Pakt der Wölfe erinnert fühlen. Die Szenerie erinnerte dort auch an einen Western und konnte durch ihre ungewöhnliche Umsetzung einen Erfolg bei den Zuschauern verbuchen. Auch Eric Herenguel setzt auf eine sehr interessante Genre-Mischung. Der Mord ist geschehen, weitere folgen. Der Sheriff kann das Geschehen weder stoppen, noch aufklären. Ein Mann von außerhalb, eine Art Kopfgeldjäger, ein Halunke wird von den Einwohnern hinzugezogen, damit der Mörder endlich gefasst wird. Dies mag in seiner Konstellation ein wenig an Der weiße Hai erinnern, erhält aber durch den Hintergrund der Geschichte eine vollkommen andere Dimension.

Eine aufkeimende Liebe zwischen einer jungen Dame namens Cathy Gatling und dem Sheriff, ein besorgtes Dorfvolk, das immer hysterischer wird, ein brutaler Kopfgeldjäger, ein seltsamer Dorfpfarrer mit einem dunklen Geheimnis. Sorgsam sind die Zutaten verrührt und werden auf eine immer höhere Temperatur gebracht – bildlich gesprochen.

Western trifft auf eine Horrorvariante von Prinzessin Mononoke: Die von Herenguel entworfenen Figuren könnten aus der japanischen Mythologie stammen. Ebenso würden sie in ein gutes Horrorspektakel eines Computerspiels passen. Ein wenig erinnert das Auftreten dieser Figuren – siehe auch das Cover – an einen uralten Schwarzweißfilm: Night of the Demon, auch bekannt als Curse of the Demon von 1958. Das gefakete Cover eines alten Pulp-Magazins, im Anhang des Albums zu finden, erinnert sehr an das alte Kinoplakat des erwähnten Gruselstreifens. Wie Herenguel mit den Erwartungen des Lesers spielt, die zweifellos jeder hat, der Western einmal auf der Leinwand oder im Fernsehen sah, ist rundum gelungen. Wie er sehr bedächtig die neuen Elemente in das altbekannte Thema verwebt, ist unterschwellig, gruselig, fast ein wenig wie das Flair einer Akte X Folge. Der Leser glaubt mehr zu wissen als die Akteure und liegt völlig daneben. Er weiß nicht einmal die Hälfte.

Grafisch ist die Darstellung eine vollkommen feine Sache geworden. Das Zusammenspiel von althergebrachten Techniken – klassisch gezeichnet, mit Chinatinte, farbiger Tinte, Gouache koloriert – und neuer Möglichkeiten – Nachbearbeitung am Computer – ergibt ein perfektes, auch sehr organisches Endergebnis. Die unregelmäßigen kleinen Verläufe, das Zusammenspiel zwischen Pigmenten und Untergrund, das Ineinanderfließen der Farben wird von Herenguel auf den Punkt genau eingesetzt. Farbe lässt sich dort sehen, wo sie nötig ist. Optisch wirkt es romantisch, freundlich, wie im erwähnten indianischen Sommer. Im Gegensatz erscheinen die Monster, die auch einem Designer von Resident Evil eingefallen sein könnten.

Herenguel setzt auf Realismus, verbindet dies aber auch mit einem leichten Karikaturstrich, wie ihn auch ein Henri de Toulouse-Lautrec zu Papier bringen konnte und damit den Kern einer Figur optisch einfing. Auch hier findet sich das Spiel mit den Gegensätzen, wenn ein Fiesling mit dem Aussehen eines klassischen Westernhelden wie Buffalo Bill auftritt. Wie täusche ich die Erwartung des Lesers und hebe so die Spannung? Dieses Geheimnis gibt Herenguel nicht preis, aber wer genau hinschaut, kann einige Techniken ausmachen und vielleicht daraus lernen.

Vor einem hervorragenden Outtake (eigentlich nur im Film möglich) schließt das Album mit einem Cliffhanger, wie er so gerne in den alten Western praktiziert wurde. Für einen Zeichner wie Herenguel, der Steve McQueen als Westernhelden aufwuchs, sind diese dramatischen Fortsetzungsenden bestimmt kein unbekanntes Element.

Sehr gut gezeichnet, fast noch besser erzählt, mit sympathischen Hauptfiguren und einem gruselig gut gemachten Geheimnis, welches für den abschließenden zweiten Teil noch eine Menge Antworten übrig lässt. Wer das Western-Genre einmal unheimlich erleben möchte, sollte einen ausgedehnten Blick riskieren. 🙂

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The Goon 1 – Krudes Zeug

Filed under: Mystery — Michael um 16:31

The Goon 1 - Krudes ZeugIn einer Welt, die von Gangstern, Gaunern und Zombies bevölkert wird, braucht es echte Kerle, die in ihr überleben können. Einer von ihnen ist Goon, einer der austeilen, aber auch einstecken kann. Ein Mann, der vieles gesehen hat und sich durch nichts abschrecken lässt. Ein Mann, hinter dessen schräger Fassade ein ganz ausgebuffter Halunke steckt – wenn auch nicht immer ein ganz heller. Goon und sein kleiner Freund Franky, der aussieht, als habe man einem Mafiaschläger eine Comic-Figur aus den guten alten 30er Jahren zur Seite gestellt, haben alle Hände voll zu tun, in dieser Umgebung ihr Leben zu bewahren. Von der Gesundheit soll gar nicht gesprochen werden, denn diese wird regelmäßig auf die Probe gestellt.

Würden andere Gangster und korrupte und weniger korrupte Polizisten nicht schon als Ärgernis ausreichen, treiben sich noch Zombies, Werwölfe, Vampire und allerhand anderes krudes Zeug in der Gegend herum. Doch Goon und Franky halten keine langen Reden, auch sind sie nicht durch solch ein Kroppzeug zu beeindrucken. Werwölfe und Vampire bekommen eine aufs Maul, wenn sie selbiges aufreißen und Zombies und ihre Ableger dürfen sich sowieso warm anziehen.

The Goon – Krudes Zeug sammelt den Auftakt zu einer Reihe von Geschichten um einen merkwürdigen Schläger, aufgeschrieben und gezeichnet von Eric Powell. Die Serie wurde mit inzwischen 5 Eisner Awards zwischen 2004 und 2008 ausgezeichnet. Darunter waren auch die Auszeichnungen im Bereich Humor, einmal als beste Publikation sowie für Eric Powell selbst als bester humoristischer Autor und Zeichner. Wer sich die Anfänge in diesem Band betrachtet und mit alten Eisner-Publikationen vergleicht (allen voran natürlich The Spirit), kommt nicht umhin Ähnlichkeiten in Machart und Humor festzustellen. Im März 2009 feiert The Goon seinen zehnjährigen Comic-Geburtstag.

Anarchie ist das Stichwort. Was schert den Autor irgendeine Erzählkultur, Längen, Höhen oder Tiefen, Spannungsbögen oder das Vorstellen von Figuren? Was sollen all die Erzähltheorien über den Aufbau einer Geschichte? Erzählen um des Erzählens willen wie es einstmals ein Hugo Pratt tat und natürlich ein Will Eisner selbst. Das Leben, besonders ein solch abgedrehtes wie das des Goons, folgt keinem Drehbuch.

Unvorhersehbarkeit und Willkür sind die Ergebnisse dieser Erzählkultur. Der Leser muss sich nicht nur überraschen lassen, er wird überrascht: Ob er will oder nicht. Wir begegnen dem Goon nach einem kurzen Einstand des Zombie Priesters, der sich darüber beklagt, dass sein Erzfeind immer noch nicht erledigt ist. Gleichwohl plant er bereits ein neues Projekt, um das Ableben des Schlägers zu beschleunigen.

Wer in mancherlei Hinsicht eine Figur wie Hellboy für abgedreht hielt und nur schwer den Anschluss halten konnte, der wird mit dem Goon noch größere Schwierigkeiten haben. Wer allerdings zum Beispiel seinen Spaß an der Neuverfilmung eines Die Nacht der lebenden Toten (in Farbe) hatte und sich eine humoristische Mixtur mit Ein Fisch namens Wanda vorstellen könnte, für den ist The Goon genau das richtige. – Oder um es noch anders zu sagen: The Goon ist ein Comic, den sich Darlene und David ausgedacht haben könnten. Roseanne-Fans wissen, was gemeint ist.

Krudes Zeug fasst die Anfänge von The Goon zusammen. Hierbei sind die grafischen Anfänge besonders erwähnenswert, denn der Leser kann hier neben der eigentlichen Geschichte in einem kreativen Schaffensprozess hineinschnüffeln, der in höchstem Maße interessant ist und die Veränderungen aufzeigt, die eine Figur bis zu ihrer Veröffentlichung durchmacht. Zugleich geht die Entwicklung weiter. Es dauert nicht mehr lange, dann gibt es den Goon 10 Jahre, eine lange Zeit im Comic-Geschäft, auf dem literarischen Markt ebenfalls. Der Goon ist schöner geworden, moderner, glatter, grafisch umgänglicher. Man könnte es mit der figürlichen Entwicklung vom alten Käfer zum New Beetle vergleichen. Ein Polizist im Comic spricht den Goon als Affenjungen an, eine Anspielung auf die Entstehungsgeschichte und frühe Bilder, die den Goon in der Tat noch ziemlich äffisch zeigen. Hier wirkt er noch wie eine Mischung aus Wolverine und Hulk. Das Temperament der beiden hat er nach wie vor. Die Bilder zeigen Eric Powells Talent wie auch seine eigene künstlerische Entwicklung, das Eingeständnis, dass weniger manchmal mehr ist.

Das wär’s für heute, Kids. Nächstes Mal verprügeln wir diese 80 Jahre alte Frau, die ihre Beine bei einem Bootsunfall verloren hat.

Nicht geändert hat sich augenscheinlich der Humor. Bitterböse von Beginn an, seien es die längeren Geschichten wie auch die ganz kurzen Episoden, stets heißt es trash as trash can. Aber der Trash hat Methode. Wenn ein Vampir sich anbiedert, weil er, verbrannt wie er ist, sein blutsaugende Attacke wieder gut machen möchte und eine entsprechende Antwort erhält, sollte man als Leser nicht zimperlich sein.

Krudes Zeug – Der Titel ist Programm. Zombies, Schlägereien, Gemetzel und viel Spaß. Das ist ungewöhnlich, ein wenig anders, gegen den Strich gebürstet und erzählt – auch gezeichnet – ein Autor und Zeichner schlägt über die Stränge. So entsteht etwas Neues und Schräges: Und das ist gut so! 🙂

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Nachtrag: Mehr Einblicke in Powells Schaffen finden sich unter www.thegoon.com.

Samstag, 22. November 2008

John Woo’s 7 Brothers

Filed under: Mystery — Michael um 19:07

John Woo\'s 7 BrothersLange bevor sich die berühmten Entdecker der Weltgeschichte auf den Weg machten, erkundete eine riesige chinesische Flotte den Erdball. Viele Küstenlinien und Ländern wurden kartographiert. Bei dieser Gelegenheit erlangte auch der Sohn der Hölle Kenntnis von den Punkten auf der Erde, wo sich die Drachenlinien kreuzen. So arrogant und machtbesessen der Sohn der Hölle, ein überragender Magier, auch sein mag, er unterschätzt den Willen seines Lehrlings seine Pläne zu durchkreuzen. Es kommt der Tag, da die beiden ungleichen Männer ihre Kräfte messen.

Viele Jahrhunderte später hat sich die Welt verändert. Nichts – fast nichts – erinnert mehr an das unglaubliche Wissen, das China einst mit unglaublicher Kraftanstrengung und zu gänzlich friedlichen Zwecken sammelte. Außer …
Sieben Männer werden aus allen Teilen der Welt zusammengerufen. Durch einen hohen Geldbetrag sind sie ausreichend motiviert und erscheinen auch pünktlich. Die geheimnisvolle Frau, die sie zusammenrief, lässt sie zuerst noch ein wenig warten. Der letzte Kandidat, Ronald, musste noch aus den Klauen von einigen Prostituierten und ihres Zuhälters gerettet werden.

Die Geschichte, die die Männer zu hören bekommen, klingt unglaublich. Sie seien die Nachkommen des Lehrlings eines Magiers. Mehr noch, ihre Verwandtschaft berge die eine oder andere übernatürliche Fähigkeit in sich, die dazu beitragen können, wenn schon nicht das Wiedererwachen, so doch wenigstens das Erstarken des Magiers, des Sohns der Hölle, zu verhindern. Zu Beginn fallen die Reaktionen der Männer belustigt aus. Das ändert sich jedoch schnell.

Es war einmal … So wie manche Geschichte mit vergangenen Ereignissen spielt und diese zum Anlass einer Handlung in der Gegenwart nimmt, so bedient sich auch 7 Brothers eines erfundenen Mythos: China entdeckte die Welt. Und verbot die Preisgabe wie auch das Verwahren dieser Entdeckungen.

So weit, so interessant. Der Auftakt dieser Geschichte ist sogar so interessant, dass er ruhig länger hätte ausfallen können, vielleicht sogar eine ganz eigenständige Geschichte verdient gehabt hätte. Im Stile eines Strategiespiels zieht die chinesische Flotte in die Welt, um die Geheimnisse jenseits des Horizonts zu ergründen. Zwei Männer, Magier – Meister und Lehrling – hoffen beide, aus diesem Wissen zu profitieren. Ein wenig fühlt man sich bei der Wiederentdeckung des Magiers – wie auch bei der Darstellung seines längst vergangenen Schicksals – an Highlander 3 erinnert. Die sieben Männer, sieben Brüder, treten in bester Manier der glorreichen Sieben oder der sieben Samurai gegen den Magier an, offenbaren dabei jedoch Fähigkeiten, die weit jenseits der erwähnten Heldengruppen liegen.

Ist der Auftakt eher formell historisch zu nennen, wird aus der folgenden Geschichte eine Handlung, die eine handfeste Fantasy zeigt, in der sich die allseits durch die Gegend fliegenden Kontrahenten aus einem Film wie Tiger and Dragon mit einer Zerstörungsorgie im Sinne von Dragon Wars mischen. John Woo, Regisseur von Action-Knallern wie Face/Off oder MI2, hat sich den Rahmen der Handlung ausgedacht, Garth Ennis hat die Ausarbeitung der Geschichte übernommen. Wer Geschichten von Ennis auch nur ansatzweise in der Vergangenheit gelesen hat, weiß, dass Ennis sich selber keine Grenzen auferlegt und eigentlich alles möglich ist.

Magier, Drachen, Killer mit außergewöhnlichen Kampfkünsten – sehr außergewöhnlich – Männer mit Fähigkeiten, die an jene von Mutanten erinnern, Kampfhubschrauber und Weltuntergangsstimmung. Und das ist nur ein Teil der Elemente, mit denen Ennis herumspielen darf.
Damit diese einzelnen Puzzleteile auch im richtigen Licht stehen, wurde der Zeichner Jeevan Kang ins Boot geholt. Kang machte bereits mit der Produktion Spider-Man: India von sich reden. Die Optik seiner Bilder ist allgemein bekannt und reiht sich in viele ähnliche Publikationen ein, die dem Realismus zugeneigt sind. Nicht immer sitzt hier jeder Strich so, wie er sollte, aber immer öfter – so ließe es sich ausdrücken. Der Gesamteindruck ist gut und wird auch durch die Kolorierung verstärkt, die Kang sich mit S. Sundarakannan teilt.

S. Sundarakannan arbeitet gerne mit den typischen Photoshop-Tricks, lässt Farben ineinander kopieren, wedelt ab, verwendet weiches Licht, lässt durchscheinen, Hauptsache, das Endergebnis sieht gut aus. Sehr oft ergeben sich schöne plastische Effekte. Einziges Minus: Die gewählte Farbpalette wirkt sehr kalt, nicht eintönig, aber düster. Mitunter hätte es mehr Feuer haben können, zumal so manche Szenerie nach einer deutlich farbwärmeren Umsetzung schreit. Beispielhaft hierfür ist der Kampf eines gigantischen Magiers mit einem chinesischen Drachen über den Dächern einer amerikanischen Großstadt.

John Woo hat die Atmosphäre seiner Filme in einen Comic eingebracht. Ein abenteuerlicher Horrorthriller mit der Geschwindigkeit eines MI2 und den Überraschungen eines Tiger and Dragon oder ähnlich gelagerter Filme. Garth Ennis erzählt sehr überzeugend, Jeevan Kang schafft eine überaus passable, in manchen Strecken sogar hervorragende Arbeit. 🙂

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Freitag, 21. November 2008

Voodoo Child

Filed under: Mystery — Michael um 19:22

Voodoo ChildIn einer düsteren Nacht entscheidet sich, wer gegen die Sklaverei kämpft und wer sich gegen die Blauröcke rüstet. Mason Moore glaubte seine Schritte mit Bedacht gewählt zu haben. Die Wut seiner Gegner hat er nicht bedacht. Der Bussard lässt sein Anwesen niederbrennen, alle Menschen darauf töten. Nur einer kann dem Gemetzel entkommen: Gabriel Moore. Schwer verletzt wird er mit einem Schlafzauber belegt, der ihn dem Tod beraubt. Viele Jahre später erwacht Gabriel wieder, das Herz von Rachegedanken an den Bussard zerfressen. Die Bewohner von New Orleans hingegen haben zum Zeitpunkt seines Erwachens ganz andere Sorgen.

Der Hurrikan Katrina hat die weltberühmte Stadt schwer verwüstet. Im Durcheinander der Überschwemmungen und der Obdachlosen verschwinden junge Mädchen. Einige Menschen sind während des Sturms einfach verschwunden, da scheint ein Serientäter zu glauben, dass ein paar Mädchen mehr oder weniger nicht weiter ins Gewicht fallen. Die Spuren führen einerseits in einen Wohnwagenpark, andererseits in das Herz des organisierten Verbrechens. Und stets hängt der Dunkelheit, den finsteren Machenschaften ein Hauch schwarzer Magie an: Voodoo.

Wer ist Gabriel wirklich? Ist er der Engel, für den ihn manche halten? Oder doch nur ein Werkzeug des Bösen?

Weston Cage und Nicolas Cage haben sich dieses Szenario ausgedacht. Ersterer ist der Sohn des berühmten Schauspielers, letzterer ist der Schauspieler selbst, Neffe des Regisseurs Francis Ford Coppola, bekennender Comic-Fan und –Sammler.

Comic-Fans weltweit konnten außerdem seinen Auftritt als Ghost Rider bewundern. Mike Carey, Comic-Autor, hat die Geschichte geschliffen und ausgearbeitet. Voodo, das Geheimnis des Südens, hat schon den Einstieg von Roger Moore als James Bond beflügelt, ist aber ansonsten in der Literatur und im Film eher stiefmütterlich behandelt worden. Diese Lücke erfährt nun, angetrieben von einer überbordenden Phantasie, eine tolle Überbrückung, die wie eine klassische Bürgerkriegsgeschichte im Sinne von Fackeln im Sturm beginnt und in einer handfesten Grusel- und Thrillerhandlung endet.

Gabriel Moore war zu seiner Zeit – fast – ein normaler Junge. Als Kind einer Beziehung eines weißen Gutsbesitzers und einer freigelassenen Sklavin hat er es damals schon nicht leicht gehabt. Ähnlich wie in einer guten alten Geistergeschichte entwickelt sich die Faszination hier aus dem Umstand, dass der Rächer schon tot war, ein Kind ist und wie der Leibhaftige persönlich über seine Opfer kommt – wenn die Beleuchtung stimmt. Denn Gabriel hat ein paar Schwächen, so wie es sich für einen Rachegeist geziemt. Die Dunkelheit ist sein Freund, sie gibt ihm Kraft, aber das Licht einer 60 Watt Birne – im übertragenen Sinne – macht aus ihm ein hilfloses Kind.

Mehr noch: Gabriel hat durch seine Übergangsform dem Herrn des Todes ein Schnippchen geschlagen. Baron Samedi ist wütend über das entgangene Opfer. Nach so langer Zeit will er endlich das, was ihm zusteht. Gabriel balanciert auf der Kante zum Totenreich. Sobald er den Boden mit den bloßen Händen berührt, fällt er in das Reich von Baron Samedi. Nur eine Verstärkung von außerhalb kann ihn retten – sofern man in diesem Zusammenhang von Rettung sprechen kann.

Mike Carey gelingt ein sehr schöner Spagat, denn Gabriels Zustand schwankt zwischen bewunderns- und bemitleidenswert. Einmal ist er der Täter, dann Opfer. Der Leser kann den Weg von Gabriel verfolgen und bleibt gleichzeitig an der Seite von zwei ermittelnden Polizisten auf dem Boden der Tatsachen. Horror und tägliche Polizeiarbeit vermischen sich, es entsteht die Atmosphäre eines Angel Heart, jenes unvergessenen Streifens mit Mickey Rourke.

Dean Ruben Hyrapiet, der hierzulande noch nicht viele Veröffentlichungen vorweisen kann, zeigt mit der vorliegenden Ausgabe sehr gut, dass er durchaus in der Lage wäre in der obersten Liga mitzuspielen und sich auch mit der einen oder anderen Top-Serie zu beschäftigen. Grafisch würde seine Technik zu den Reihen aus der X-Men-Riege passen. Mitunter ist er sehr ausdrucksstark in Mimik und Haltung. Einige Perspektiven sind gewagt und so selten zu sehen. Man merkt, dass hier auch ein Filmkenner am Werk war, der gerne mit Kameraeinstellungen experimentiert. Ebenso gerne wie er realistische Abbilder der Gegenwart schafft, geht er in den Untergrund der Phantasie. Baron Samedi und seine fürchterlichen Genossen – allerdings toll gezeichnet – geben ihm reichlich Spielraum dafür. Das ist auch wenig Darkness und auch ein sehr naturalistischer Mignola. Dank der Farben von S. Sundarakannan verstärkt sich das Grusel- und Horrorflair noch.

Ein beinharter Horror-Grusel-Thriller-Trip, bei dem für jeden etwas dabei ist und der sehr stark auf die phantastischen Elemente des touristischen Voodoo setzt. Ein toll gestaltetes Zückerchen aus einem ansonsten vernachlässigten Fantasy-Bereich. 🙂

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Samstag, 15. November 2008

Djinn 3 – Das Tattoo

Filed under: Abenteuer — Michael um 18:08

Djinn 3 - Das TattooNiemand konnte mit Lord Nelsons Rachedurst rechnen. Alle hielten ihn für einen verknöcherten Engländer, der vergleichsweise klaglos den Verlust seiner Frau hinnehmen würde. Falsch! So wie man ihm die Frau nahm, so stahl er die Favoritin des Sultans und entführte sie an einen abgelegenen Ort. Jade, die Djinn, vertraut auf ihre alten Verführungskünste, aber muss alsbald erkennen, dass sie damit bei Lord Nelson auf Granit stößt. Das gesamte Manöver – die Entfremdung seiner Frau – zielte darauf ab, ihn zu brechen. Nachdem das geschehen ist, können auch sexuelle Spielarten ihn nicht mehr verwirren. Nelson konzentriert sich nur noch auf das Wesentliche.

Aber der Sultan wird die Demütigung spüren. Genau wie ich.

Den selbstzufriedenen Fürsten zu demütigen, ist Nelson inzwischen viel wichtiger geworden als alles andere. Der Mann soll spüren, wie es ist, wenn die Frau, die man(n) liebt, einen verlässt – oder wenn das Produkt, welches man(n) in die Welt gesetzt hat, einem nun abhanden kommt.

In der Gegenwart geht Kim Nelson den Weg der Djinn. Durch ihre absolvierten Prüfungen wird sie zu einer ganz besonderen Frau. Am Ende gehorcht sie, dient sie und wenn sie den Willen und die Intelligenz aufbringt, kann sie in der Hierarchie des Harems auf die höchste Stufe kommen. Sie wird zur Favoritin. Kim Nelson erkennt für sich zuweilen nur, dass sie zur Hure geworden ist, eine Erkenntnis, die schwer an der modernen Frau nagt, die sich immer einzureden versucht, dass sie nur so handelt, um ihre Ziele zu erreichen.

Aber in der Vergangenheit wie auch in der Gegenwart kommt alles anders, als es die einzelnen Protagonisten vorhergesehen haben.

Begierde ist das Schlüsselwort. Es ist der Weg zur Macht, zu Erkenntnissen, zur Unterwerfung dritter. Jean Dufaux lässt seine Charaktere Sex benutzen, damit sie ihre Ziele erreichen, aber letztlich ist es nur ein Mittel zum Zweck. Gäbe es für Menschen eine andere elementare Antriebskraft, würde diese als Druckmittel zum Einsatz kommen. Daneben streben die vornehmen Herren in ihren Uniformen, seien sie deutsch, englisch oder türkisch nach Macht oder Machterhaltung. Aber einem bestimmten Alter verblasst die Sucht nach körperlichem Verlangen, wird ersetzt durch die Fülle von Macht, die persönlich errungen werden kann.

Der Blick hinter die Kulissen der Bestrebungen der einstigen Kolonialmächte, sich am Bosporus einzunisten, mit oder ohne Erlaubnis der dort herrschenden, ist erschreckend klar und deutlich. Sicher gibt es Winkelzüge, doch aus seinen Zielen macht kaum einer einen Hehl. Jeder Schachzug entmenschlicht die einzelnen Figuren mehr und mehr, so lange, bis eine weitere elementare Empfindung wieder den Anstoß in die richtige Richtung gibt – nicht bei allen, so doch bei denen, von denen es man als Leser gehofft hat.

Jade – die geheimnisvolle Favoritin, deren Rücken der Leser auf dem Titelbild bewundern darf – ist nach langer Zeit auf sich gestellt und ihre Verpflichtung dem Sultan gegenüber schwindet mit jedem Tag, den sie in der Nähe von Lord Nelson verbringt, der Frauen eine vollkommen andere Einstellung entgegenbringt, als Jade sie jemals kennengelernt hat. Etwas verändert sich. Jean Dufaux lässt diese Veränderungen zu magischen Momenten werden, die auch genauso von den Akteuren empfunden werden – weshalb nicht jeder der Charaktere diese Veränderung auch versteht oder wahrnimmt. Dies ist das Geheimnis des Orients, ein wenig 1001 Nacht.

Eben diesen Grundgedanken der Atmosphäre transportiert Ana Miralles wunderbar mit ihren Bildern. Leichte, zerbrechliche Strukturen und Formen, helles Licht, aquarelliert aufgetragen, diese sanfte Bildtechnik verbirgt das Böse und Gemeine, das unter der Oberfläche der Geschichte brodelt wie ein Schleier – das mag sich merkwürdig anhören, dürfte aber das Zusammenspiel von Optik und Erzählung sehr gut treffen. Am Ende wächst genau aus dieser Unterschiedlichkeit die Faszination der Reihe.

Das Sitten- und Zeitgemälde geht in die dritte Runde. Leidenschaften werden ausgenutzt, um Menschen wie auf einem Schachbrett zu bewegen. Im Hintergrund geht es um Liebe, im Vordergrund um Geld und Macht. Zwei Zeitstränge werden von Jean Dufaux sehr gut zusammengebracht und von Ana Miralles noch schöner in Szene gesetzt. 🙂

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Oder bei Schreiber & Leser.

Punktown 2

Filed under: Comics im Roman — Michael um 18:04

Punktown 2Drew bezeichnet sich selbst als Künstler, eine Form von Fleischeskünstler. Er klont. Nicht andere, nein, denn das steht auf rechtlich wackeligen Beinen, aber sich selbst oft und für Geld. Drew spielt mit seinen Klonen. Er verändert sie. Genetisch. Chirurgisch. Er tätowiert sie. Verstümmelt. Erweitert. Er erfindet sich immer wieder neu zur eigenen Belustigung, zur Belustigung anderer. Drew schafft Monströsitäten, entlässt sie in die Freiheit, nach draußen, nach Paxton oder nach Punktown, wie sie es nennen. Er zieht sie an, entlässt sie nackt, verkauft sie, um von dem Geld zu leben und seiner Kunst zu frönen.

Irgendwann verzieht sich das Spiegelbild von Geistern, bekommt Risse. Was ist seinen Klonen nicht schon alles geschehen? Sie wurden getötet, vergewaltigt, ausgeweidet … Aus Spaß. Drew hat das alles kalt gelassen. Er hat seinen Klonen keine Gefühle und noch weniger Intelligenz mitgegeben. Sie sind weniger als Tiere und nur etwas mehr als ein Gegenstand. Eines Tages wagt er etwas Neues. Für einen Auftraggeber schafft er eine Frau, aus sich selbst. Sein weibliches Ich zieht ihn immer mehr an, fasziniert ihn, doch der Tag der Übergabe an den Kunden naht viel zu schnell.

Geschichten aus einer schlimmen, verrohten, emotional verwahrlosten Zukunft. Das ist Cyberpunk, ein wenig Splatterpunk, das ist Blade Runner hinter den Kulissen der Mächtigen. Jeffrey Thomas geht in seiner ersten Geschichte der Frage nach, was wäre, wenn der Mensch sich selber schaffen könnte, nicht andere, nein, sich selbst. Was würde er mit diesen Kopien anfangen? Die Antwort in dieser Geschichte ist erschreckend, denn die Fähigkeit zum Klonen liegt ausgerechnet in den Händen eines jungen Mannes, der sich zunehmend von der Welt abgeschottet hat.

Wer das Schweigen der Lämmer sah oder las, wird sich vielleicht an den Blutadler erinnern, den Mr. Lecter bei seiner Flucht zurückließ. Drew, der Held aus Thomas’ erster Geschichte im vorliegenden Hörstück, inszeniert etwas ähnliches mit einem (noch lebenden) Klon in seiner eigenen Wohnung. Bei aller Beschreibung, die Drew über sich selbst offenbart, ist es genau dieses Kunstobjekt, das sein wahres Seelenleben zeigt.

Jeffrey Thomas beschreibt eine Welt, in der Gefühle jegliche Ausdrucksmöglichkeit haben, aber ihre Nutzung keine letztendliche Erfüllung bringt. Hassmaschine nennt sich eine Erfindung, die in der Lage ist, die negativen Emotionen ihres Besitzers auf und in sich zu bündeln. Ihr Besitzer wird so umgänglicher, pflegeleichter, nachgiebiger. Das kleine lebende Innere des figürlichen Sündenbocks verschrumpelt nach und nach und stirbt ab. Doch was ist, wenn der Druck zu groß wird, so groß, dass selbst ein so ausgeklügeltes Maschinchen nicht mehr standhalten kann?

Thomas spürt dem Mythos des Sündenbocks nach, der hier nicht in die Wüste gejagt wird, sondern stets dabei ist. Es gibt einen fürs Büro, für die heimischen vier Wände, sogar für unterwegs, für die Manteltasche gibt es einen. Und während die einen ihre gewaltsamen Neigungen so verhindern, gehen die anderen ihren Trieben ungehemmt nach. Cardiff lässt sich von seiner Frau nach Strich und Faden betrügen, seine Tochter wird von Punks getötet, aber er selbst beherrscht sich, obwohl er schon eine Waffe gekauft hat, diese mit zur Arbeit nimmt und nur darauf wartet, sie zu benutzen.

Thomas’ Menschenbild einer fortschrittlichen Zivilisation ist furchtbar und zu vielen Zeiten in vielen Epochen denkbar. Er hat sie eher zufällig und für vielfältigere Situationen in der Zukunft angesiedelt. Die Auslöser der Geschichten und die Psyche ihrer Protagonisten sind ähnlich auch in der Gegenwart oder der Vergangenheit denkbar. Die futuristische Atmosphäre hilft dem Hörer nur, mehr Abstand zu wahren, sich weniger in die Geschichten hineinzudenken – was gut ist, da Thomas den gemeinen inneren Kern des Typus Mensch trifft und festhält.

Die Stimmen – in den ersten beiden Geschichten absolut toll: Gerrit Schmidt-Foß als Drew und als verzweifelter Cardiff Jürgen Holdorf – klingen innerlich zerrissen, sie packen, ziehen einen herunter – was furchtbar ist – weshalb man sich nur eine Geschichte am Tag zu Gemüte führen sollte und nur, wenn gute Laune vorherrscht. Wer in düsterer Stimmung ist und sich aufheitern will, ist bei diesen Geschichten am falschen Platz.
Die gesamte Inszenierung lässt Punktown vor dem inneren Auge erstehen, vielleicht verleitet es auch dazu, zu bekannten Optiken wie Blade Runner abzudriften. Einerlei ob die Phantasie oder das Gedächtnis bemüht wird, der Klang baut im Geiste ein großartiges Gebilde.

Grimmig, gruselig, in Abgründe eintauchend, das ist Jeffrey Thomas, dessen Geschichten hier einmal mehr eine originelle Lebendigkeit erfahren und das Dunkle seiner Geschichten noch mehr verdüstern. 🙂

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Lucky Luke – Die Serie 5 + 6

Filed under: Comics im Film — Michael um 14:42

Lucky Luke – Die Serie – Episode 5 + 6Kein Kaffee mehr in Daisy Town! Nirgendwo! Daheim nicht, auch im Saloon nicht. Ein kleiner Rest, ein Handvoll Bohnen nur, artet zuerst zum Zankapfel aus und endet in einer handfesten Keilerei. Und wäre all das noch nicht genug, tauchen genau zu diesem Zeitpunkt zwei neue Gesichter in der Stadt auf. Ein Fabrikant will unbedingt eine Produktionsstätte für Kutschen in der Nähe der Stadt eröffnen. Außerdem trifft eine Politikerin und Frauenrechtlerin in Daisy Town ein. Eigentlich geht damit das ganze Unheil erst so richtig los.

Kaffee macht müde Männer munter lautet die Devise. Und ohne Kaffee? Dann kommen die Einwohner von Daisy Town auf dumme Ideen. Angestachelt durch die Parolen der Frauenrechtlerin, tauschen Lucky Luke und Lotta Legs die Rollen. Fortan ist sie der Sheriff, während Lucky Luke den Saloon schmeißt. Lotta muss sich erst an ihre Rolle gewöhnen – Verbrecher wollen schließlich nicht jeden Tag zur Räson gebracht werden – Lucky hingegen schwingt den Putzeimer und macht aus dem Saloon nicht unbedingt die schönste, so doch wenigstens die sauberste Kneipe, in der sich die Gäste zu benehmen haben.
Alles könnte so schön sein, würde nicht plötzlich ein windiger Halunke in der Gegend sein Unwesen treiben.

René Auberjonois ist ein heimlicher Komödiant. Bereits in frühen Jahren, bei seinem Auftritt in der Neuverfilmung von King Kong konnte er eine gewisse Komik nicht verleugnen. Das ewige Gezänk zwischen ihm und Armin Shimerman, also zwischen Odo und Quark, in Star Trek Deep Space Nine wäre ohne komödiantisches Talent nicht möglich gewesen. Wenn er hier einerseits als Fabrikant, andererseits als kostümierter Halunke die Gegend unsicher macht, dann spielt er wie jener Gauner, der in der Lucky Luke-Episode Der weiße Reiter auf der Bühne sein Unwesen trieb. Das ist ein wenig grotesk, ein wenig albern, mit viel Spaß und immer mit einem Augenzwinkern – aber nichts anderes kennt der Leser aus den Comics.

Wer anderen eine Braut besorgt … ist nicht zufällig so formuliert wie Wer anderen eine Grube gräbt … In dem kleinen – sehr kleinen – Ort Purgatory leben gerade einmal 13 Männer. 12 von diesen gestandenen Mannsbildern wünschen sich Frauen, aber welche Frau aus dem Osten würde in einer Ansammlung von grob gezimmerten Hütten und Zelten leben wollen? Doch wer hätte das gedacht? Ausgerechnet in St. Louis finden sich ein gutes Dutzend (sogar mehr), die sich auf die lange Reise in den unzivilisierten Westen begeben wollen. Aber wie gesagt, der Weg ist lang und da gibt es noch die Daltons und ausgerechnet die sind gerade einmal wieder ausgebrochen.

Die Verlobte von Lucky Luke taucht hier nicht auf. Wer hinter dieser Episode eine Umsetzung des Lucky-Albums vermutet, sieht sich getäuscht, vielleicht sogar positiv getäuscht, da die Handlung hier ein wenig mehr Spaß macht. Die burschikose Jenny, die sich bereits als Mann, genauer als gesuchter Ganove Dead-Eye Kid, durchschlug, erlebt an der Seite von richtigen Weibsbildern, was es heißt, seine Frau zu stehen. Schießen lernen sie zwar nicht, doch wie es sich sehr bald zeigt, kann ein gut geworfenes Nudelholz einen angreifenden Reiter ebenso aus dem Sattel holen wie eine Kugel.

Wie diese verstaubten Goldsucher schließlich an die Frau kommen, ist ein harmloser und sehr familienfreundlicher Spaß. Ein großes Lob geht in den beiden Episoden an Terence Hill, der sich herrlich zurücknimmt, und den anderen in Sachen Komik zu einem Großteil den Vortritt lässt.

Gelungene Fortsetzungen mit spielfreudigen Gastschauspielern, allen voran René Auberjonois und Ron Carey, der erneut den knurrigen Joe Dalton gibt. Der Geist der Comic-Reihe wird weiterhin gut getroffen. Terence Hill hätte es kaum besser machen können. 🙂

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Freitag, 14. November 2008

Neandertal 1 – Der Jagdkristall

Filed under: Abenteuer — Michael um 19:59

Neandertal 1 - Der JagdkristallLaghou ist geschickt und seinem Stamm durchaus eine Hilfe. Er kann Waffen fertigen wie kein zweiter, aber selber jagen kann er kaum. Sein Hinken lässt es nicht zu, dass er mit seinen Stammesbrüdern Schritt halten kann. Eines Tages ereilt den Stamm eine fürchterliche Nachricht, die Laghous Leben für immer verändern wird. Sein Vater wurde von einem riesigen Bison, der eine Legende unter den Jägern ist, schwer verletzt. Die Männer versammeln sich um den Sterbenden, der nur einen letzten Wunsch an die viel jüngeren Krieger hat. Man solle ihn rächen. Langbart, so der Name, den die Männer dem Bison gaben, muss sterben.

Laghou folgt den Rächern unbemerkt und muss eine grauenhafte Szene mitansehen, die ihn bis ins Mark erschüttert. Als Krüppel ist er ohnehin nicht gut bei seinem Stamm angesehen und ist ständig Anfeindungen ausgesetzt. Würde er sich mit seinem Wissen offenbaren, würde dies seinen sofortigen Tod bedeuten. Ein Zusammentreffen mit dem alten Einsiedler Ghoibu zeigt einen Ausweg auf. Doch diese Möglichkeit birgt einen langen gefahrvollen Weg, von dem niemand sagen kann, ob Laghou zurückkehrt, um seine Mission zu erfüllen: Langbart zu töten!

Die Zeit der Urmenschen hat immer schon fasziniert. Immer wieder in den letzten Jahrzehnten wurde das Thema neu angegangen, nicht zuletzt wegen neuer Erkenntnisse oder neuer, diese Epoche zumeist romantisierender Geschichten. Wer vor einigen Jahrzehnten aufwuchs wird sich vielleicht an die großartigen Illustrationen zum Thema Urzeitmenschen von Zdenek Burian erinnern, die immer wieder gerne herangezogen wurden, wenn es das Thema zu verdeutlichen galt. Im Comic begegnen die Leser dem Urzeitmenschen – nicht unbedingt dem Neandertaler – in Form von Rahan oder Tunga. Filmisch setzte Am Anfang war das Feuer dieser Zeitperiode ein Denkmal. Im Roman finden sich Ayla und andere Charaktere und jüngst fanden sich im Fernsehen viele Realfilmdokumentationen, die das Leben aus diesen frühen Menschheitstagen realistisch und mit viel Liebe zum Detail und lebensnahen Situationen veranschaulichen.

Somit ist Roudier mit seinem Auftakt Neandertal in einer langen Reihe von Geschichten aus jener Zeit in guter Gesellschaft, mehr noch, er ist auch eine gute Gesellschaft für die anderen.

Neueste wissenschaftliche Untersuchungen behaupten, dass der Neandertaler bereits zur Sprache und feineren Verständigung in der Lage war – ob er es tatsächlich tat, ist eine ganz andere Frage. Sicherlich verfügte er über zwischenmenschliche Riten, die von einem starken Zusammenhalt künden. Roudier, Autor und Zeichner in Personalunion, nimmt sich hier die erzählerische und künstlerische Freiheit, die bisherigen Erkenntnisse über diese Zeit ein wenig zu strecken. Der Neandertaler, jene eigenständige Menschenform neben dem Homo Sapiens, hat auch im Comic Erzähler zu Geschichten animiert, so zum Beispiel in der Science Fiction Geschichte KIN, die den Neandertaler in die Neuzeit hinüberrettet.

Roudier orientiert sich eher phantastisch, indem er gruselige Elemente einfügt, die natürlich dem Unwissen der Neandertaler zu verdanken sind. So wird aus Langbart, dem Bison, ein Überwesen mit rötlich glosenden Augen, dass mit einer ähnlichen Urgewalt angreift, wie es einst das Ungetüm im Film Razorback tat. Wer das Filmtitelbild mit Langbart vergleicht, wird die Ähnlichkeit sehen.

Die Welt von Laghou ist auf ihre Art phantastisch, da sie einen Blick in längst vergangene Zeiten gewährt. Roudier kann ganz wunderbar Landschaften und eine vergangene Tierwelt zum Leben erwecken. Bisons, Hyänen, Wölfe, Przewalski-Pferde oder Mammuts erscheinen vor einer kargen Landschaft, die durch ihr Aussehen den ständigen Überlebenskampf der Neandertaler treffend unterstreicht. Da verwundert es nicht, dass neben phantasievollen Namen der einzelnen Clans und Stämme auch die Blutmenschen vorkommen: Kannibalen, die bei ihren Nachbarn gefürchtet sind, da sie eines der Urgesetze brechen und Menschen fressen.

Roudiers Art zu zeichnen ist im besten Sinne klassisch und überaus realistisch zu nennen. Durch die getuschten Außenlinien schauen die Bilder wie eine Comic-Variante der Bilder des oben bereits erwähnten Zdenek Burian aus, was in diesem Fall ein großes Lob für Roudier sein sollte. Der hohe Grad des Perfektionismus macht aus den Bildern ein optisches Fest für den Leser.
Die Erzählung schwankt darüber hinaus zwischen sehr dialogstarken Seiten und Abschnitten – insbesondere wenn Laghou allein durch die Wildnis zieht – die vollkommen ohne Text auskommen. Gerade bei letzterem zeigt sich, wie gut Roudier allein durch seine Bildsprache zu erzählen vermag.

Ein Abenteuer fern vor unserer Zeit: Roudier hat einen sympathischen Helden geschaffen, der sich mit einer lebensgefährlichen Aufgabe konfrontiert sieht und wie in einem klassischen Abenteuer eine Aufgabe bewältigen muss, um die eigentliche Mission zu bestehen. Mit tollen Grafiken entführt Roudier den Leser in die Steinzeit. Wer gebannt vor den Dokumentationen oder Geschichten dieser Epoche saß – TV, Roman oder gar im Neanderthal Museum – sollte einen Blick in diese liebevoll gemachte Comic-Umsetzung riskieren. 🙂

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