Montag, 10. September 2007
Nokgorka, das Land, das nach seiner Unabhängigkeit strebt, liegt in Trümmern. Inmitten der Ruinen ist kein lebenswertes Dasein mehr möglich. Inzwischen kämpfen bereits Kinder gegen die Invasoren. Diese Halbwüchsigen stehen in ihrer Hartnäckigkeit des Widerstands den Erwachsenen in nichts nach.
Im Kampfgebiet von Bahamut, der zerstörten Hauptstadt von Nokgorka, erhält Makita einen Auftrag. Ihr Vater will, dass sie zu ihm stößt. Sie hat nur eine Stunde Zeit, um durch die Ruinen den Weg zu ihm zu finden. Die Tochter gehorcht dem Vater. Die Uhr tickt erbarmungslos.
Makita rennt!
Makita läuft und erinnert sich. Es ist ihr Spielplatz. Sie ist hier aufgewachsen und kennt hier jeden Stein und jede Deckung. Unterwegs erhält sie Hilfe von einem alten Freund, bevor sie ohne fremde Hilfe einen kleinen Spähtrupp aufmischt und ihren Weg fortsetzt. Sie bewältigt die Strecke in letzter Minute. Genau zu diesem Zeitpunkt entschließt sich die Rote Flotte zu einem brutalen Angriff. Ein Brüter platziert sich über dem Schlachtfeld. Das Oberkommando nimmt selbst auf die eigenen Soldaten keine Rücksicht. Wenig später öffnet der Brüter die Tore der Hölle. Seine tödlichen Strahlen verwandeln die wenigen Überreste auf dem Schlachtfeld in Schlacke.
Doch so schnell gibt sich Makita nicht geschlagen.
Eigentlich könnten die Soldaten der Roten Flotte die Gegner aus Nokgorka mit Leichtigkeit besiegen. Sie sind besser ausgerüstet, sie sind ausgeruht und trainiert. Leider versagen sie trotzdem, denn sie ziehen mit Angst in den Kampf. Alles, was sie wollen, ist so schnell wie irgend möglich heim zu kommen. Nokgorka ist für sie die Hölle auf Erden. – So ist es möglich, dass ein Kind wie Makita einen erwachsenen Soldaten töten kann.
Die Führung der Invasoren ist über diese Entwicklung äußerst beunruhigt. Inmitten der Offiziere ist nicht jeder von der Richtung, die der Krieg nimmt, überzeugt. Zu viele Soldaten werden einfach verheizt. Maya, eine Zauberin der Roten Flotte, muss erleben, wie ihre Freundin Alexandra auf dem Schlachtfeld bleibt. Das darf nicht sein.
Maya macht sich auf den Weg nach Bahamut, verzweifelt, aber nicht allein.
The Red Star ist ein Schlachtenepos, ein Kriegsgemälde, wie es in Antikriegsromanen und –filmen gemalt wurde, ein Szenario, wie es sich in den verschiedensten Epochen findet, auf die Ebene der Fiktion gehoben. In der zweiten Episode Nokgorka erlebt der Leser den Horror des Häuserkampfes in einer eisigen und ruinierten Stadt, in der sich scheinbar nur noch die Kinder zu verteidigen.
Christian Gossett und Bradley Kayl erzählen eine Geschichte des Krieges vor einer mystischen Vergangenheit und einer von ungewöhnlichen Magie durchdrungenen Gegenwart. Im Mittelpunkt stehen die kleine Makita und die erwachsene Maya. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein. Erstere ist ein Kind des Krieges, dem Töten zur zweiten Natur geworden ist. Maya ist eine Zauberin, eine angesehene Offizierin, die sich alleine auf den Weg macht, um ihre verschollene Freundin zu finden.
Leser, die neu zu The Red Star stoßen, werden überrascht sein über die Aufmachung des Bandes. Zeichnungen von Charakteren und Figuren mischen sich mit einer Umgebung, die per 3D-Modelling erstellt wurde. Die Effekte, die sich daraus ergeben – und dank einer ungeheuer aufwendigen Kolorierung – sind für einen Comic einerseits ungewöhnlich, da sie wie Screenshots eines Animationsfilm wirken, andererseits fesseln sie wegen des Breitwandkino-Gefühls, das sie vermitteln, von der ersten bis zur letzten Seite.
Als Leser akzeptiert man die Qualität der Bilder schnell, weil die Optik bannend wird. Sie schafft es wirklich, die Umgebung auszublenden. Das ist eine seltene Eigenschaft eines Comics, die natürlich auch durch das ausladende Format begünstigt wird. Ganzseitige Grafiken, manchmal auch einfacher ausgeführt, aber mit einer enormen Farbdramatik versehen, sprechen den zweiten Text und unterstützen die Geschichte zwischen den Zeilen.
Sicherlich hat es in einem Manga schon häufiger kämpfende Kinder gegeben. Doch die Szenarien sind meist harmloser oder so phantastischer Natur, dass man sie nicht mit dem nötigen Ernst lesen kann. Auch die Superhelden-Teenager der großen überseeischen Comic-Verlage sind bei aller heraufbeschworenen Dramatik kaum dazu angetan, so richtig ans Herz zu gehen.
Mit The Red Star ist das anders!
Der Krieg, der hier durch die Augen von Makita erlebt wird, dabei spielt es keine Rolle, ob er echt ist oder, zeigt oder deutet alles an, was in einem Krieg der Neuzeit gang und gäbe ist – bis hin zur Massenvernichtung. Es verwendet jegliche Abarten, wie auch das Opfern der eigenen Truppen, den Kampf von Kindern, den Missbrauch, die Gefühlsverwahrlosung infolge des ständigen Überlebenskampfes.
Wie die Handlung die einzelnen Kapitel mit ihren Erzählsträngen zusammenführt, lässt sich nicht einfach so herunterlesen, sondern benötigt Geduld. Erzählung wie auch Hintergrund erwarten eine ernsthafte Leseweise – und auch nur dann erschließt sich einem eine spannende, eine rätselhafte und mitreißende Geschichte.
Ein kleines Making Of rundet den vorliegenden Band ab und unterstreicht einmal mehr die viele Arbeit, die in dieser Geschichte steckt und zeigt, warum The Red Star zu den Höhepunkten im Comic aber auch in der Science Fiction gehört.
Die zweite Folge ist für Fans eines ausgefeilten Science Fiction- und Kriegs-Szenarios ein Muss. Überleben ist hier nicht heldenhaft und Kampf macht keinen Spaß. Das Team von The Red Star hat versucht, ihrer erschaffenen Welt Leben einzuhauchen und das ist ihnen gelungen! 😀
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Samstag, 08. September 2007
Es ist der finale Kampf. In all dem Durcheinander ist es kaum noch ersichtlich wer hier wo auf wessen Seite kämpft. Zwar ist es nicht Brüder gegen Brüder, so doch Freunde gegen Freunde, die hier erbarmungslos aufeinander einschlagen. Und mittendrin einige der gefährlichsten Schurken, die jemals losgelassen wurden.
Im Gefecht erklingt der Ruf Rächer sammeln! und alle, die auf Captain Americas Seite stehen, nehmen den Ruf auf. Für einen geordneten Kampf bleibt aber kaum Zeit. Spider-Man hat sein altes Dress wieder angezogen. So überrascht er Iron Man.
Überraschender für Spidey ist jedoch der Angriff von Venom und Lady Deathstrike. Der Kampf tobt bislang in der Negativzone, wo er keinen Schaden anrichten kann. Die Uhr tickt. Wenn sich die Helden nicht beeilen, wird sich das Portal schließen. Die Gruppe um Captain America würde verlieren, so oder so.
Der einzige Ausweg scheint in einer Teleportation zu bestehen. Cloak, der bisher ein verlässlicher Gehilfe für unerwartete Auftritte war, soll nun alle Kämpfer zurück auf die Erde bringen. Für den Mann mit dem weiten Mantel, in dessen Schatten die Recken vormals jeden Platz erreichen konnten, scheint die Masse der Beteiligten ein unmögliches Unterfangen darzustellen. Dennoch: Er versucht es!
Vor dem Baxter Building wird es wieder hell. Sie fallen, ob Freund oder Feind. Captain America, Spider-Woman, Daredevil, Bullseye, Ms Marvel, wer nicht fliegen kann, stürzt. Immer weiter eskaliert der Kampf, bis es keinen Unterschied mehr zwischen Helden und Schurken gibt. Dann erfolgt die Erkenntnis!
Das Ende der umfassenden Umwälzungen namens Civil War bietet dank der vielen Schockeffekte, die Autor Mark Millar dem Leser vorsetzt, ein bombastisches Finale, das es so wohl noch nicht gegeben hat. Wer genau beobachtet, wer sich alles ins Kampfgetümmel stürzt – dank Steve McNiven grafisch höchst beeindruckend – kann schnell den Überblick verlieren.
Einige Schlüsselszenen fachen die Phantasie des Lesers enorm an. So ist der Auftritt von Namor mit seinem Schlachtruf Imperius Rex fast schon eine Gedankenreise für den nächsten F4-Kinofilm wert.
Andererseits zeigt der Kampf zwischen Herkules und dem falschen Thor, welche Gewalten auch ohne den Hulk entfesselt werden können. Wenn jemand wie der Punisher ein nachdenkliches Gesicht macht, dann will das einiges heißen.
Und nun?
Die Auflösung oder der Neuansatz, wie man es auch immer nennen will, erinnert im Grundsatz an eine andere Superheldengeschichte, die vor einigen Jahren außerhalb aller bekannten Superhelden-Universen erschien. In Der neue Patriot – Die dunkle Seite des amerikanischen Traums trat ein Held für jeden Bundesstaat in Erscheinung. Hier, im Anschluss des Civil War, ist es ein Team für jeden Bundesstaat. Iron Man nennt es die Initiative zur Rückerlangung des Vertrauens durch den amerikanischen Bürger.
In kleineren Bildern erfährt der Leser bruchstückhaft, was mit jenen Helden geschieht, die sich der neuen Ordnung verweigern. Entweder gehen sie in den Untergrund oder nach Kanada – was aus der Sicht eines US-Amerikaners vielleicht auf das Gleiche hinausläuft.
Es war einmal ein Schurke namens Nitro. Seine Explosion war der Auslöser des Civil War – oder wenigstens der Alibi-Auslöser.
Speedball, genauer sein ziviles Ego im Gefängnis, hat gelernt zu bereuen. Sein Gewissen quält ihn nach dem Tod von 612 Menschen, den er ganz alleine zu verantworten hat. Nitro ist nun frei. Er ist registriert und darf gehen.
Paul Jenkins beendet die Nebengeschichte um den Bösewicht, der unter der Last seines Gewissens zusammenzubrechen droht mit einem gelungenen Schluss, der schon wieder eine Vorankündigung ist. Was aus dieser neuen Kreatur wird, jener, die sich selber quält, bleibt abzuwarten. Man darf auf den Schlussakkord des Civil War gespannt sein.
Ein Paukenschlag zum Schluss, brutal, die Helden werden zu Boden geworfen, Millar entlarvt die Helden, unter denen es keine Gewinner gibt. Eine lesenswerte Serie, das Marvel-Universum auf der Schwelle zur Ultimativen Welt. 🙂
Am 15. September 2007, 10.00 Uhr morgens, startet auf Kabel1 die neue Zeichentrickserie über die Fantastischen Vier: Fantastic Four: World’s Greatest Heroes.
Die erste Folge heißt: Angeklagt! (19 Minuten Spieldauer)
Inhalt: Weil die Kree Sentries – Alien-Roboter, die die Fantastischen Vier beobachtet hatten – zerstört worden sind, wird Johnny vor Gericht gezerrt. Ben und Susan sind als seine Verteidiger anwesend, und Reed soll als Richter den Vorsitz führen. Dennoch wird es schwierig für Johnny werden, denn man hat ihn bereits vorverurteilt …
Die Optik finde ich klasse. Es erinnert ein bißchen an ein Anime. Das Ding hat zwar Hulk-Ausmaße, aber so wirkt es ein bißchen comic-näher als in der Realverfilmung.
Auf der Homepage von Cartoon Network kann man sich ein umfangreicheres Bild über die Serie machen: Fantastic Four.
In den beiden Vorschauen dürfen wir schon eines der Monster des Mole Man bestaunen, jedenfalls erinnert die Szene stark an den legendären Auftritt dieses Monsters, das sich den Weg durch den Asphalt gebuddelt hat.
Interessanter im zweiten Clip ist der Auftritt des außerirdischen Touristen, der letztlich nur vertrieben werden konnte, indem man ihm den Aufenthalt so langweilig wie möglich gestaltete.
Quelle: Kabel1, Cartoon Network
Freitag, 07. September 2007
Am Montag, den 17. September startet RTL II die Trickfilmserie „Spirou + Fantasio“ in deutscher Erstausstrahlung. 26 Episoden lang – immer montags bis freitags um 14:45 Uhr – werden die beiden belgischen Helden auf dem Bildschirm zu sehen sein und in gewohnter Manier jede Menge Abenteuer erleben.
Unter http://www.pokito.tv/10769.html werden Charaktere, Inhalte, Bilder und Episoden vorgestellt. Die Qualität der Serie scheint sehr gut zu sein.
Ich bin gespannt, ob die Serie den Humor der Comicvorlage einfangen kann. 🙂
Quelle: Carlsen Comics, RTL II
Es ist ein ganz normaler Tag auf Aldebaran. Das Wetter ist schön, die Schule macht auf ihre Weise Spaß, das Meer ist blau. Der Tod des Nestor, eines großen Meereslebewesens, das auf den Strand hinaufkriecht, beunruhigt die Bewohner des kleinen Dorfes doch ein wenig.
Die Vorfälle, anfangs als merkwürdig, aber doch eher bedeutungslos eingestuft, mehren sich. Fischer ziehen einen toten Tiefseefisch aus dem Meer. Leider können sie ihren wichtigen Fund nicht mit an Land ziehen. Ein Fremder verunsichert die Menschen im Dorf schließlich, aber sie weigern sich schlichtweg ihm zu glauben.
Die These: Ein großes Lebewesen ist auf dem Weg in ihre einsame Bucht. Bevor es kommt, finden immer Umweltveränderungen statt, die direkte Auswirkungen auf Fauna und Flora haben. Die Probleme der Fischer sind für die Jugendlichen des Dorfes zweitrangig. Marc schlägt sich eher damit herum, dass Nellie seine Einladung zum Tanz nicht annimmt. Die offensichtliche Bewunderung ihrer kleinen Schwester Kim ist ihm keinerlei Trost. Gwendoline, eine Journalistin, aus der weit entfernten Stadt, die wenig später im Dorf erscheint, gefällt ihm schon mehr.
Gwendoline ist nicht zufällig in dieser Gegend. Sie folgt einem Mann, der immer dann erscheint, wenn wenig später eine Katastrophe bevorsteht. Gwens Aussagen scheinen zu stimmen, denn kaum befindet sich Marc mit ihr in einem kleinen Boot auf dem Meer, verfestigt sich das Meer. Gwen und Marc gelingt gerade noch die Flucht, bevor sie eine weitere seltsame Beobachtung machen können.
Als sie kurze Zeit darauf in Begleitung in das Dorf zurückkehren, hat das Schicksal wieder zugeschlagen. Gwen, Marc, Nellie und Kim können nur hilflos mit anschauen, wie Herr Keller, Nellies und Kims Vater, in einer seltsamen sumpfigen Masse zu Tode kommt.
Aldebaran – Die Katastrophe bildet den Auftakt zu einer fast schon episch zu nennenden Science Fiction-Erzählung von Zeichner-As Leo. Das Besondere an der Geschichte ist der einfache Realismus. Fauna und Flora dieses fremden Planeten sind zwar dem der Erde ähnlich und doch finden sich fremdartigen Elemente, die den Leser immer wieder aufs Neue faszinieren können. Leo gestaltet seine Tier- und Pflanzenwelt auf so schlichte Weise, dass sie beinahe existent sein könnten.
Es beginnt mit einem Nestor, einem walähnlichen Wesen mit Armen anstelle von Brustflossen. Jeder, der die Nachrichten in den vergangenen Jahren verfolgt hat, kann die Tragödie eines Meereswesens nachvollziehen, das mehr oder weniger unverschuldet an einem Strand durch sein eigenes Gewicht qualvoll erstickt. Hier ist es der Vorbote einer Tragödie und eines Geheimnisses, das von Geschichte zu Geschichte immer größer wird.
Leo erzählt seine Geschichte anhand des Schicksals von Marc und Kim, zwei Jugendlichen, die sich zuerst nicht so recht ausstehen können (obwohl sich Kim in ihrem kindlichen Gemüt zu Marc hingezogen fühlt). Durch die Augen der beiden lernt der Leser den Planeten und die Kultur der menschlichen Siedler kennen.
Neue Bekanntschaften, einerseits geheimnisvoll, andererseits skurril, tragen zur Atmosphäre bei. Hier sei besonders der alte Herr Pad erwähnt, der wie ein kleiner Gauner ausschaut (der er auch ist), aber trotzdem immer zwischen dem Wunsch Profit zu machen und seiner Gutmütigkeit hin und her gerissen wird. Beeindruckend außerdem, wie er sein gesammeltes Wissen geschickt anzuwenden weiß, um sich so ein ums andere Mal durchzumogeln.
Leo arbeitet hier nicht nur als Erzähler, sondern auch als Zeichner, der noch ganz klassisch mit Bleistift, Tuschen und Malfarben arbeitet. Das Ergebnis ist organisch und doch sehr genau. Leo scheint sich auf alles, was die für Gestaltung einer lebendigen Umgebung wichtig ist, mit einer absoluten Versiertheit zu verstehen. Einzig mag man ihm ankreiden, dass seine schönen Menschen manchmal zu schön sind. Doch dieser Unrealismus sei ihm verziehen im Sinne einer wirklich ungewöhnlichen Geschichte, die sehr sorgfältig und viel Sensibilität für seine Hauptfiguren erzählt wird.
Ein toller Science Fiction Auftakt, ruhig erzählt, durchbrochen von spektakulären Ereignissen und zusammengehalten von einem geheimnisvollen roten Faden, dem der Leser von Seite zu Seite neugieriger folgen kann. 😀
Aldebaran 1 – Die Katastrophe: Bei Amazon bestellen
Donnerstag, 06. September 2007
Unter http://www.luckyluke-lefilm.com/ sind die Teaser zum neuen Lücky Lük – Verzeihung, Lucky Luke Zeichentrickfilm zu bestaunen, der am 5. Dezember 2007 bei unseren französischen Nachbarn startet. Wenn alles gut läuft, kommt er nächstes Jahr vielleicht auch zu uns in die Kinos. Die Vorschau ist jedenfalls ziemlich gelungen. (Sehr schön, wie Luckys Schatten seinen Hut zertrampelt, weil er schon wieder zu langsam war. 😀 )
Außerdem können sich Fans der Serie Largo Winch unter http://www.largowinch-lefilm.com/dotclear/index.php über die Dreharbeiten der Comic- (und Roman-)Verfilmung informieren. Hier erwartet uns ein Realfilm, der einiges leisten muss, will er auf gleicher Augenhöhe mit den tollen Comic-Thrillern rangieren.
Danke für die Tipps und Hinweise an Martin!
Mittwoch, 05. September 2007
Jack hat Amerika erreicht. Aber er wählt die falsche Seite. Als der Bürgerkrieg ausbricht, denkt er, er kann die Geschichte zu seinen Gunsten nutzen, doch das Schicksal hat sich gegen ihn verschworen.
Schließlich führt ihn seine Reise zu einer kleinen Farm, die vom Krieg auch nicht verschont geblieben ist. Hier glaubt er, er könne sich an den Resten schadlos halten. Zu Jacks Überraschung lebt noch eine junge Frau hier, die allerdings zu schwach ist, um noch etwas auszurichten.
Der Tod ist bereits auf dem Weg zu ihr. Jack überlegt sich etwas – jedoch geht er dabei nicht sonderlich intelligent zu Werke.
Klickety Klack! Rein in den Sack!
Sobald der Tod verschwunden ist, erfüllen sich Jack vielfältige Männerwünsche. Doch eine Welt ohne Tod – in der fehlt doch etwas?! Kann das gut gehen? Die Antwort lässt selbst Jack sprachlos werden.
Eines Tages kommt ein Mann namens Tommy Sharp zu Mr Wolf. Es war nur eine Frage der Zeit, wann jemand von außerhalb auf die kleine Enklave Fabletown aufmerksam werden würde. Leider wollte niemand, dass es sich dabei um einen quirligen Reporter handelt, der seine ganz eigene Auffassung von dem Grund für die Langlebigkeit der Bewohner von Fabletown hat.
Vampire!
Was für die Leute um Mr Wolf, den Sheriff dieser Gemeinde, wie ein dummer Witz wirkt, ist für Sharp vollkommener Ernst. Sicherlich würde eine Geschichte über Vampire in der Weite anderer Geschichten des National Enquirer und anderer Blätter untergehen. Doch die Wesen, die einmal die Märchen der Menschen bevölkerten, wollen das Risiko nicht eingehen. Die Lösung lautet Erpressung.
Hinter den Kulissen von Fabletown gärt es.
Was führen Bluebeard und Goldilocks im Schilde? Was hat Prince Charming mit den Informationen vor, die er durch die Mäusepolizei zu erhalten glaubt? Und warum finden sich Wolf und Snow White plötzlich mitten in der Wildnis wieder, ohne zu wissen, wie sie dorthin gekommen sind?
Mit Fables – Märchenhafte Liebschaften wird ein neues Kapitel der märchenhaften Exilanten aufgeschlagen. Autor Bill Willingham schreibt Episoden unterschiedlicher Länge und kann in den Formaten der Kurzgeschichte wie auch des längeren Comic-Romans überzeugen. Die Andersartigkeit des Szenarios und die ungewohnten Charaktere, die sich in den realen Ereignissen und der Gegenwart wieder finden, ziehen den Leser – in diesem Falle mich – gleich von Beginn an hinein. Eine Überraschung jagt die nächste, Gewalt, Action, Humor lösen einander flink ab, so dass keinerlei Längen entstehen.
Mark Buckingham, Lan Medina und Linda Medley haben die zeichnerische Federführung übernommen. Durch sie erhalten die Figuren ein deutliches Profil, in dem bekannte Gestalten wie der böse Wolf, Prince Charming und Snow White herausragen.
Die Umsetzung variiert immer ein wenig. Linda Medley schafft wohl den deutlichsten Sprung in der Ausführung. Ihre Zeichnungen sind in der Tat der Thematik angemessen und wirken sehr kindlich, werden aber auf ihre Art auch der erzählten Geschichte gerecht.
Die Eingangsgeschichte mit dem berühmten Jack, der durch die Bohnenranke, die ihn zum Himmel brachte, zu einem guten Leben gelangte, ist klar strukturiert gezeichnet. Der Realismus ist jedoch verklärt, weshalb die Schockeffekte erträglich sind.
Realistisch, wie aus Superheldengeschichten gewöhnt, sind die übrigen Episoden, in denen alleine der persönliche Geschmack entscheidet, was einem besser gefällt.
Hier, wie auch in den folgenden Episoden, spielen die Inker eine maßgebliche Rolle, indem sie den Zeichnungen ihren Stempel aufdrücken. Die Farbgebung ist eher schlicht und hat keinen hohen Schwierigkeitsgrad. Dies ist im Sinne der besseren Lesbarkeit aber auch vertretbar, denn eine sehr ausgefeilte Kolorierung würde die Seiten mitunter auch überladen wirken lassen.
In diesem gelungenen Fantasy-Ansatz können besonders Einfälle gefallen, die ein wenig schnuckeliger sind. Der Einsatz der Mäusepolizei ist einfach toll. Nach einigen wenigen Bildern ist einem das Team aus Polizist und Maus ans Herz gewachsen. Die Dramatik der folgenden Szenen wird dadurch noch größer. Später, als der Sergeant echte Ratten mit Fable-Tieren verwechselt, zeigt auch, wie sehr die Figuren mit der echten Welt zu kämpfen haben – hier sogar im wahrsten Sinne des Wortes, denn ein kleiner Mensch ist für die Ratten kein Grund zum Staunen, sondern eher ein willkommener Leckerbissen.
Fantasy einmal anders, geradewegs aus unseren klassischen Märchen frisch in der Realität angekommen. Die neue Umgebung bekommt den Märchenwesen dank Erzähler Bill Willingham sehr gut. Wer es im Comicbereich mit einem frischen Einfallsreichtum zu tun haben möchte und Märchen einmal anders erleben möchte, könnte hier seinen Lesespaß haben. 🙂
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Dienstag, 04. September 2007
Wee Hughie ist glücklich. Endlich hat er die Frau gefunden, die ihn sein ganzes Leben lang begleiten könnte. Die Stimmung ist gut, und der Ausflug über den Rummelplatz gefällt beiden. Sie können nicht ahnen, dass ganz in der Nähe ein Kampf tobt, der ihr Leben in Kürze verändern wird.
Wenig später ist Hughies Freundin tot. Ein Superschurke wurde von einem Hochgeschwindigkeitshelden gegen eine massive Wand gedrückt. Leider stand Hughies Freundin dazwischen. Kollateralschaden: Manchmal bleibt ein Zivilist auf der Strecke, wenn sich moderne Helden in Strumpfhosen mit Superschurken schlagen.
Zu diesem Zeitpunkt ahnt Hughie noch nicht, dass sich eine Gruppe neu formiert, um gegen dieses pseudouniformierte oftmals fliegende Pack vorzugehen und es in seine Schranken zu weisen.
An oberster Stelle, bei der Firma, auch CIA genannt, hat man nicht nur Respekt vor diesen Superwesen, sondern man fürchtet sie auch. Bisher scheinen diese Wesen nicht zu wissen, welche Macht ihnen tatsächlich gegeben ist. Damit das auch gar nicht erst geschieht, muss eine Frage beantwortet werden.
Wer bewacht die Bewacher?
Hier kommen The Boys ins Spiel. Ihr brutalstes Mitglied ist ausgerechnet das Weibchen. Wer dieser Psychopathin begegnet, kann nur hoffen, dass es schnell geht. Der Frenchman ist nicht viel besser, scheint jedoch noch einen Funken Verstand zu besitzen. Mother’s Milk ist ein Riese und besitzt eigentlich ein edles Gemüt. Für die Sache ist er schnell bereit, darauf zu verzichten. Ihr Anführer ist Billy Butcher, der seine Anweisungen direkt von der Direktorin erhält.
The Boys sind keine Chorknaben. Sie haben ihre ganz eigene Vorgehensweise, um mit dem Superpack fertig zu werden. Wie Wee Hughie am eigenen Leib erfahren hat, ist diese Vorgehensweise berechtigt. Es scheint tatsächlich so zu sein, dass der übliche Superschurke nicht die einzige Gefahr darstellt. Vielmehr sind die so genannten Helden die echte Bedrohung, jene respektierten Maskierten, die oftmals verroht, durchtrieben und nur auf ihren persönlichen Vorteil bedacht sind.
Es gilt ein Exempel zu statuieren. Butcher wählt sich eine Heldengruppe aus, die es besonders bunt treibt: Teenage Kix. Hughie, der zur Überwachung eingeteilt wird, ist schockiert. Derart verkommen hatte er sich die Helden nicht vorgestellt.
The Boys von Garth Ennis und Darick Robertson will endgültig mit dem Superheldenmythos aufräumen. Es fliegt nichts Edles durch die Luft. Butcher trägt seinen Namen vollkommen zu Recht – wie sich später ziemlich drastisch herausstellt. Ennis und Robertson reihen sich in die neuen Heldengeschichten ein, die realistischer sein wollen. Ennis geht mit seiner Geschichte noch einen Schritt weiter: Suggested For Mature Readers.
Diese Empfehlung mag angesichts mancher Szene wirklich stimmen. Für jugendliche Leser ist The Boys nur begrenzt geeignet.
Zwei Charaktere ragen in dieser Geschichte hervor, Butcher und Hughie. Beide haben ihren ganz eigenen Grund, warum sie gegen die Superhelden vorgehen. Butcher hat inzwischen Gefallen an seiner Rache gefunden. Ausgerüstet mit einem Trank, eine Art Super-Medikament, verfügt er über die Fähigkeit, sich gegen einen Helden mehr als nur wehren zu können. Auch Hughie wird diese Gabe zuteil. Allerdings hat Butcher es verpasst, ihn zuvor darüber aufzuklären. Obwohl Hughie die Teilnahme an der Gruppe von Beginn freigestellt wird, hegt Butcher keinerlei Zweifel, dass der kleine Mann sich ihnen anschließen wird.
Wee Hughie ist nicht nur eine tragische Figur und der Charakter, durch dessen Augen der Leser in diese Geschichte eintauchen darf. – Schauspieler waren schon häufiger Vorlage für Comic-Figuren. In diesem Fall stand der Schauspieler Simon Pegg für Wee Hughie in gewissem Sinne Modell – glaubt man den Quellen, in denen Darick Robertson, der Zeichner, diese Modellfunktion bestätigt.
(Wer sich unter Simon Pegg nichts vorzustellen vermag, schaue doch unter imdb.com unter Shawn Of The Dead oder seinem jüngsten Film Hot Fuzz nach.)
Derber Humor und Brutalitäten wechseln in The Boys einander ab. Wir erleben, wie die Welt der jungen Heldin Starlight zusammenbricht, als sie hinter die Kulissen der Seven, der wohl bekanntesten Heldengruppe, blicken darf, deren Vorbild zweifellos die JLA gewesen ist.
Wieviel hält Ennis vom Mythos der Superhelden-Comics? Wohl nichts, wenn man den Schilderungen auch der übrigen Gruppierungen glauben darf.
Sind die einen ganz offensichtlich sexbesessen, eine Art Folge überschüssiger Kräfte, sind die anderen, die sich ihnen entgegenstellen, mit einem ganz anderen Tick gesegnet. Das Weibchen scheint seine Gegner häuten zu müssen – wie gesagt, Ennis greift in die unterste Schublade und Robertson überlässt nicht jedes Szenario der Phantasie des Lesers.
Humorvoller wird es, aber immer noch derb, wenn Butcher Hughie aufheitern will und ihm zeigt, warum seine Bulldogge den Namen Terror trägt.
Die Tricks, mit denen die Boys zu Werke gehen, sind zuerst die üblichen Geheimdienstvorgehensweisen. Überwachen, erpressen. Die Antwort darauf, ob die Boys auch in einer direkten Konfrontation gegen Helden bestehen können, zeigt sich kurz vor Schluss. Teenage Kix, die einen Tipp erhalten haben, wer ihr Feind ist, marschieren geradewegs in eine Begegnung mit einem Fleischwolf. Hughie unterschätzt seine neuen Kräfte gewaltig. Butcher zeigt, wie er vorgeht, wenn er die Kontrolle über sich verliert.
Der Niedergang der Helden ist besiegelt. Einflüsse, die auch in die bekannten Comic-Universen Einzug hielten, werden hier von Ennis und Robertson in letzter Konsequenz erzählt. Gut und Böse waren gestern, jetzt gibt es nur noch mies. Spannend ist es, wendungsreich, atmosphärisch stimmig, der Humor pechschwarz, doch wegen seiner Genre-Demontage wahrscheinlich nicht jedermanns Sache. 🙂
Samstag, 01. September 2007
Die Frau mit der roten Sonnenbrille ist zurück. In dem Crossover Tomb Raider vs. The Darkness treffen die weibliche Action-Rollenspiel-Ikone Lara Croft und der Mafia-Killer Jackie Estacado aufeinander. Estacado kann sich bei Dunkelheit in machtvolles Wesen verwandeln. Er wird die Darkness, ein Krieger des Bösen eigentlich, wenn man dem Fluch glauben darf, der die Fähigkeiten aber lieber zu seinem eigenen Wohl einsetzt, als einem höheren Ziel zu dienen.
Crossover sind im TopCow-Universum nichts Ungewöhnliches. Witchblade, Lara Croft, The Darkness und Magdalena liefen einander schon oft über den Weg. Die Darkness traf sogar schon auf Helden wie Batman, Superman, Hulk oder Painkiller Jane. Es gab mit den Overkill-Crossovern sogar Kämpfe mit Aliens und Predatoren. Die Zusammentreffen innerhalb des eigenen Universums gehören allerdings zu den logischsten Geschichten dieser Art.
Eine Kette aus dem alten Ägypten ist verschwunden. In solchen Fällen wurde die Schatzjägerin schon häufig zur Hilfe gerufen – ganz besonders dann, wenn es um ein Kleinod geht, das magische Kräfte besitzt und in den falschen Händen zu einer großen Gefahr werden kann.
Eine alte Freundin, Sara Pezzini, die Trägerin der Witchblade, eines anderen uralten Artefakts, kann Lara weiterhelfen. Es heißt, dass die Mafia hinter dem Raubzug im Museum steckt. Sara hat eine Idee, wie Lara auf die Spur der Täter kommen kann. Es gibt jemanden, der die ehrenwerte Familie sehr gut kennt und zeitweise mit der Polizei zusammenarbeitet – wenn auch nicht immer freiwillig.
Als sich Lara und Jackie Estacado treffen, lässt der Mafioso sofort den lässigen Macho heraushängen. Sara hat ihre Freundin bereits vor dieser Masche gewarnt, aber Lara wäre gegen Jackies Charme sowieso immun gewesen. Außerdem hatte Sara noch in einem anderen Punkt Recht. Im Falle eines übernatürlichen Phänomens kann Jackie eine Hilfe sein. Leider hat das gestohlene Artefakt eine Fähigkeit, mit der Lara nicht gerechnet hat.
Knackig und schnell läuft hier ein Abenteuer ab, das ruhig noch einige Seiten vertragen hätte, denn das Zusammenspiel von Lara und Jackie macht Spaß und ist von Autor David Wohl derart geschrieben, dass die Handlung von einem kurzen Ereignis zum nächsten hüpft. Der Showdown, auf den die Handlung wirklich schnurgerade zustrebt, nimmt einen Großteil der Handlung ein. Der Clou an der Geschichte bringt Jackie andere Hälfte ins Spiel. Jetzt kann Lara wirklich beweisen, aus welchem Holz sie geschnitzt ist.
Auf Zeichner Billy Tan und Kolorist Steve Firchow kommt eine größere Aufgabe zu. Im Stile der bisherigen Vorbilder sind die Frauen wunderschön, Estacado ein wahres Mannsbild – wer hat sich nicht schon über diesen Perfektionismus gewundert und vielleicht manchmal auch geärgert. Dank der Idee von David Wohl steuert die Geschichte gegen dieses Konzept an und verwendet es als Grundlage für den Showdown.
Ein Crossover, dessen einziger Nachteil seine Kürze ist. In Ausführung und Erzählweise perfekt eingepasst in die bisherigen Charakterskizzierungen. Die Darklings sind wieder einmal knuffige kleine Biester, die den nötigen (schwarzen) Humor beisteuern. 🙂
Donnerstag, 30. August 2007
2020. London. Es sieht nach einem ganz normalen Beschattungsjob aus. Nichts lässt darauf schließen, dass die junge Frau wenig später in einem alten Lagerhaus eine Begegnung haben wird, die ihr Leben vollkommen verändert. – Die Dämonen sind da!
Lyra rettet ein kleines Mädchen, bevor ein Wesen, dessen Fratze nur aus Zähnen zu bestehen scheint, über die Kleine herfallen kann. Die Krieger, die kurz danach eintreffen, sind unter ihren massigen Rüstungen nicht zu erkennen. Nur ihr Anführer, dessen bärtiges Gesicht zwischen den Schulterpanzern zu sehen, wird freudestrahlend von dem Mädchen erkannt. Ihr Großvater ist da!
Die Templer haben die Jahrhunderte überdauert, ebenso wie die unheilige Macht, die nur darauf gewartet hat, aus den Tiefen der Hölle hervorzubrechen. Nun stehen sich die beiden Parteien auf dem Schlachtfeld der ehemaligen Millionenstadt gegenüber. Für die Menschen sieht es in dieser lebensfeindlichen Umgebung nach dem endgültigen Untergang aus. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als einen Guerilla-Krieg zu führen.
Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück!
Die Jahre vergehen. Der Kampf ist zum Normalzustand in den Ruinen dieser einstmals prächtigen Umgebung geworden. Jetzt marodieren gepanzerte vierbeinige Dämonen und geflügelte Monster durch die Strassen. Jessica wächst er heran, das Vorbild ihres kämpferischen Großvaters vor Augen. Sie übernimmt sein Erbe und übernimmt mit der gleichen Energie die Führung der Templer. Aber die Selbstverständlichkeit des Kampfes hat die Menschen auch abstumpfen lassen. Es ist ein Kampf ohne Hoffnung. – Bis zu jenem Tag, als Aufzeichnungen auftauchen, die einen Ausweg aus dieser Hölle auf Erden aufzeigen.
Drei Zeichen, drei Menschen. Den Gezeichneten könnte es gelingen, das Blatt zu wenden. Doch der Weg ist dennoch gefährlich. Es ist keine Prophezeiung, die sich selbst erfüllt. Jessica, ein Kämpfer namens Petrus und die Kabalistin Crowe werden zu einem unfreiwilligen Trio. Gemeinsam brechen sie auf. Obwohl Monster und Untote sich ihnen in den Weg stellen, lassen sie nicht nach und begegnen schließlich ihrem Schicksal.
Hellgate London ist eine weitere Umsetzung eines Computerspiels, wie es sie in den letzten Jahren häufiger gegeben hat. Auf den Spuren von Resident Evil, Aliens vs. Predator, Devil May Cry oder auch Warcraft reiht sich nun ein Höllenszenario ein, dass gemäß des Erfolgs der Vorlage durch Autor Ian Edginton und Zeichner Steve Pugh eine ausgefeilte Comic-Veröffentlichung erfährt, die hier in einer Zusammenfassung aller Folgen auf den Markt kommt.
Zuerst fällt der Blick natürlich auf das Cover des vorliegenden Bandes. Aleksi Briclot hat sich nicht anscheinend nicht nur mit diesem Bild selber übertroffen, sondern kann auch noch mit den übrigen gesammelten Covern im Anhang auftrumpfen. Die Bilder reizen alles aus, was in Sachen computer-unterstütztem Malen inzwischen möglich ist. Die Abbildungen, die leider nur auf Seitengröße abgedruckt sind, strotzen vor Details. Licht und Schatten sind perfekt eingesetzt, so dass eine sehr plastische Ansicht entsteht. Für Liebhaber des gepflegten Horrors wie auch des Spiels würden diese Bilder perfekte Postermotive abgeben.
Die Umsetzung des Comics selber kann natürlich nicht so aufwendig gestaltet werden. Der Aufwand wäre viel zu hoch. Dafür wählt der Kolorist Dan Jackson den direkten Weg von Skizze zu Farbe, ohne den Umweg über die Tusche zu gehen. Dabei legt er eine ähnliche Professionalität an den Tag, wie es Dave Stewart in den neuen Conan-Folgen geschafft hat. Allerdings überlässt Dan Jackson nichts dem Zufall und arbeitet jede Grafik gründlich aus. Abstraktionen, die dem Leser ein wenig Freiraum zur eigenen Phantasie lassen, gibt es nicht.
Steve Pugh, der Zeichner (www.stevepugh.com), gehört zu der Sorte Künstler, die einer Art CrossGen-Generation entstammen. Einerseits zeichnen sie sehr gut und exakt, andererseits geht auch stets ein wenig Kühle mit den Bildern einher, eine gewisse Unnahbarkeit, die z.B. Zeichnern wie John Romita Jr. fehlt.
Es ist eine straff durcherzählte Geschichte. Überraschungen gibt es nicht, dafür jede Menge Action mit Monstern der ungewöhnlichsten Art. Gesichter sind nur den ranghöheren Dämonen vorbehalten. Die unteren Chargen bestechen durch ein einziges großes Maul, aus dem ihr Kopf zu bestehen scheint. Ein Höhepunkt der Geschichte ist die Begegnung in der weltbekannten St. Paul’s Cathedral, die zu einem Hort des Bösen geworden ist. Mehr Apokalypse geht nicht.
Ritterlicher Krieg unter der Führung der Templer, dämonische Monster, Hellgate London hat alles, was das Rollenspieler- und Egoshooter-Herz begehrt. Wer schon ähnliche Comic-Publikationen mochte, die auch gute Hauptfiguren hervorbrachten, wird diese Ausgabe bestimmt mögen. 🙂
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