Montag, 03. März 2008
Annihilus wurde geschlagen. Galactus’ einstige Herolde sind über die Galaxis verteilt, richtungslos, ziellos. Terrax, Stardust, der Silver Surfer und auch Firelord räumen in den Trümmern auf. Nicht alle Gefolgsleute von Annihilus sind vernichtet. So mancher glaubt sein eigenes kleines Reich errichten zu können.
Terrax ist ein Wesen, das mit seiner Axt denkt. Sicherlich ist er furchtlos und Kämpfer, wie es nicht viele gibt. Sicherlich gibt er nicht so leicht auf, aber sehr weit reichen seine Gedanken nicht und Konsequenzen sind ihm gleichgültig.
Anders verhält es sich mit Stardust, nicht humanoiden Ursprungs, erkennt er sehr wohl Konsequenzen, zieht Schlüsse, ist aber in seiner Gedankenlosigkeit, die seine Ratio überlagert, ebenso brutal wie Terrax.
Wer glaubt, der Silver Surfer würde sich eher menschlich verhalten, sieht sich gewaltig getäuscht. In den Tiefen des Alls kämpft er gegen Wesen, die seinem Herrn gefährlich werden können. Der Surfer selbst gerät an die Grenzen der Belastbarkeit.
Auch Firelord sucht den Kampf, doch er muss dafür weitaus weniger Mühen auf sich nehmen. Dieser Herold hält nichts von den Verträgen, die während des Krieges geschlossen wurden. Die Reste dieser Unholdarmee müssen endgültig kapitulieren oder sterben.
Empfindliche Verluste nahm auch das Nova-Corp hin. Genauer gesagt existiert nur noch einer in dieser intergalaktischen Eingreiftruppe. Richard Rider, genannt Nova, einst ein normaler Superheld der Erde, ist nun viel mehr. Seine Kräfte übersteigen das von ihm bekannte Maß bei weitem. Wie draußen zwischen den Sternen versucht er alleine die Aufgaben zu bewältigen, die eigentlich für ein ganzes Corps gedacht waren. Bald ist er am Ende seiner Kraft. Psychisch angeschlagen scheint er nur eine vernünftige Lösung zu geben: Urlaub auf der Erde.
Aber: Dort hat man nichts von dem Krieg im All erfahren. Und mehr noch: Richard weiß nichts von einem Civil War und davon, wie sich die Dinge in seiner Heimat geändert haben.
Fünf Wesen mit übernatürlichen Kräften erleben ihren ganz persönlichen Wendepunkt. Terrax, Stardust, Silver Surfer und Firelord, Herolde von Galactus stehen mit ihren doch ungewöhnlich übermenschlichen Problemen Nova gegenüber, der, zwar voller Erfahrung, im Herzen immer noch ein junger Mann und von Heimweh geplagt ist.
Unterschiedliche Autoren und Zeichner mit gegensätzlichen Zeichenstilen kommen hier mit diesen Episoden zusammen und stellen einen Prolog bereit, der alle Protagonisten an einen Startpunkt entlässt. Christos N. Gage und Stuart Moore haben die undankbare Aufgabe erhalten, sich mit den unsympathischen Charakteren abzugeben. Terrax besitzt wirklich keine Eigenschaft, die es erlauben würde, dass ein Leser mit ihm fiebert. Und Stardust ist so fremdartig, dass eine Identifikation mit ihm schwer fällt. Kurz, das Schicksal der beiden nimmt keinen Leser sonderlich mit.
Im Gegensatz dazu können der Silver Surfer und Firelord schon eher mitreißen. Einsame Rächer, konsequent und erbarmungslos und – im Falle des Surfers – auch bereit, die eigene Existenz zu opfern, um den Sieg davonzutragen.
Nicht umsonst sind die zuerst Genannten und die zuletzt Genannten auf dem Cover auf der jeweils anderen Hand von Galactus abgebildet. Wer die Andeutungen von Galactus aufmerksam liest, kann sich außerdem sicher sein, dass sich hier etwas zusammenbraut.
Zeichnerisch können in den Herold-Episoden besonders Andrea Di Vito und Scott Kolins überzeugen. Di Vito stellte sein Können schon im untergegangenen Crossgen-Universum unter Beweis und zeigte gleichzeitig damit, dass er mit phantastischen Stoffen hervorragend umzugehen weiß. Der Silver Surfer wird von ihm gewohnt exakt und mit einem guten Blick für schnelle Bewegungen gezeichnet. Maßgeblichen Anteil an den guten Bildern hat aber auch Paul Mounts, ein Kolorist, dessen Name häufig in Erscheinung tritt. Die Qualität seiner Arbeiten spricht einfach für sich.
Scott Kolins zeichnet einfacher, comic-hafter, aber immer noch aufwendiger als es zum Beispiel Giuseppe Camuncoli, in der Terrax-Episode macht. Durch die Kolorierung von June Chung, die auch die Bilder von Camuncoli veredelte, werden Kolins’ Grafiken richtig schick – das dürfte ein treffendes Wort dafür sein.
Der grafische Höhepunkt des vorliegenden Bandes ist aber die Geschichte um Nova. Hier stimmt einfach alles. Zeichnung (Sean Chen), Tusche (Scott Hanna) und Farbe (Guru EFX) ergeben ein Gesamtbild, das mittlerweile als neoklassisch bezeichnet werden könnte. Ähnliche Stile finden sich auch von anderen Zeichnern, besonders im Bereich der Superhelden.
Die Begegnungen von Nova mit Iron Man wie auch mit den (neuen) Thunderbolts stechen in dieser Episode hervor. Gerade das Zusammentreffen mit den Thunderbolts sollte für Überraschungen sorgen, denn Nova kann hier beweisen, wie stark er ist.
Ein guter Start in einen neuen wichtigen Abschnitt im Marvel-Universum. Über den Auftritt von Nova kann sich der Marvel-Fan nur freuen, da dieser Held hierzulande (und überhaupt) etwas zu kurz kommt. 🙂
Sonntag, 02. März 2008
Morea wurde gefangen. Bewusstlos, an einen Stuhl gefesselt, der nur für Experimente entwickelt worden zu sein, sind die Drachen um sie herum nur an einem interessiert. Sie wollen endlich das Geheimnis der Unsterblichkeit erfahren.
Entgegen der langen Feindschaft der Gemeinschaften von Drachen und Engeln haben die Engel das Geheimnis um diesen Wettbewerbsvorteil der Engel immer noch nicht lüften können. Leider ist Morea nun zum Versuchskaninchen geworden. Die junge Frau ist unsterblich. Aber wie könnte das Geheimnis um diesen körperlichen Zustand gelüftet werden? Man muss während der Regenerierung nach dem Tod die Daten aufzeichnen. Dazu muss sie erst einmal sterben. Wieder und immer wieder.
Nach geraumer Zeit bleiben Morea noch nicht einmal Augenblicke, um zu realisieren, dass sie wieder unter den Lebenden weilt. Schon Sekunden nach dem Einsetzen der ersten Vitalzeichen, trifft sie erneut eine Kugel in den Kopf.
Schließlich greift sie zu einer List. Und nicht zu früh, denn die Engel sind mit den Untersuchungsergebnissen immer noch nicht zufrieden.
Derweil hält es ihr Freund und Mentor nicht länger aus. Nicht darauf vertrauend, dass ihr Konzern eine Rettungsaktion auf die Beine stellen kann, hat sich Terkio alleine auf den Weg zur entlegenen Raumstation auf der anderen Seite des Mondes gemacht. Zu diesem Zeitpunkt ahnt er nicht, dass Morea längst woanders untergebracht ist.
Moreas Überraschung über ihren nächsten Aufenthaltsort ist groß. Nie hätte sie es für möglich gehalten, dass dieser Planet, auf dem sie sich befindet, nicht die Erde ist. Und wenn es nicht die Erde ist, wie gelangt sie wieder zurück?
Und warum – denn das ist viel beunruhigender – heilen ihre Wunden nicht mehr binnen kürzester Zeit?
Das Fantasy- und Science Fiction-Abenteuer um die Erbin des Doloniac-Konzerns bringt in seiner dritten Folge völlig neue Erkenntnisse und viele neue Schwierigkeiten, mit denen sich Morea, die Titelheldin, auseinandersetzen muss.
Es wird immer phantastischer, aber auch ausgeklügelter. Christophe Arleston fügt weitere Einzelheiten hinzu und wendet gekonnt das Prinzip an, in dem ein Leser zusammen mit der Hauptfigur in eine Geschichte hineinfällt. Nach der guten alten Erde sind die Spielorte nun das Weltall, eine Raumstation, und ein Nachbarplanet, der sich so ganz anders präsentiert, als wir ihn kennen.
Morea ist in mancher Situation hilflos, aber nicht einfallslos. Ihre Nacktheit als Versuchskaninchen unterstreicht die Hilflosigkeit, bedeutet dem Leser, dass ihre Wärter nicht in Betracht ziehen, sie noch einmal davon kommen zu lassen. Die Wissenschaftlerin, die ihre Experimente gnadenlos vorantreibt, um ihrem Vorgesetzten, dem ehrwürdigen Immaros, zu gefallen. Natürlich ist die generationsübergreifende Feindschaft der beiden Parteien auch ein Grund für diese Bestialität.
Thierry Labrosse zeigt eine Frau, die sich sehr schnell aufrappelt und – rein körperlich – sehr normal wirkt, kein Übermensch ist, wie sie von anderen Zeichnern zu Papier gebracht werden. Die Echtheit der Figuren, insbesondere der Hauptdarsteller, macht die Handlung nachvollziehbarer, erlebbarer für den Leser. Denn die phantastischen Eigenheiten dieser Welt wie die Raumstation und später der Lebensraum der Engel sind auf ähnlich natürliche Weise gestaltet.
Hier ist der Lebensraum auf dem fremden Planeten besonders hervorzuheben. Labrosse hat diese Architektur organischer und urwüchsiger gestaltet, als es der Leser aus den Bildern der zukünftigen Erde her kennt. Ein wenig kommen die Schauplätze jenen in Simbabwe nahe. Die Farbgebung, mit einem dunklen Rot als Grundton, tut ihr Übriges, um diese Szenarien optisch auch gegen die anderen Schauplätze abzugrenzen.
Der dritte Band von Morea teilt sich in die Erlebnisse von Morea und Terkio. Morea gelingt es, stets neue Geheimnisse zu lüften, während Terkio versucht, ihrem Weg zu folgen und dabei ein Einmannkommando ist.
In seinen Rettungsbemühungen ist Terkio nicht weniger gnadenlos als die Engel – sofern es erforderlich ist. Einfaches Personal wird durchaus verschont – sofern es sich vermeiden lässt und entsprechend verhält. Höherrangige Chargen bekommen ihre eigene Medizin zu schmecken. Die Brutalität, die zwischen den beiden Gruppen vorherrscht, weist auf einen tiefen emotionalen Graben zwischen den Parteien hin. Nach Jahrtausenden ist dieser unüberbrückbar geworden. Anders ist das Lächeln von Terkio nicht zu verstehen, als er zwei Engel auf der falschen Seite aus einer Luftschleuse entlässt.
In der Geschichte stimmt das Timing. Der Wechsel zwischen Szenen von Morea und Terkio ist sehr gut aufeinander abgestimmt. Zwischendurch werden Szenen eingeschoben, die als weitere Ausgangsbasis zusätzlicher Geheimnisse dienen. In der Chefetage versucht jeder seinen Schachzug anzubringen. Im fernen Simbabwe geht ein Reporter seinem Schicksal auf grausame Weise entgegen.
Arleston (und natürlich Dominique Latil, der Co-Autor) versteht es genau, wo er Akzente setzen muss und wo es auch einmal notwendig ist, die Handlung einfach laufen zu lassen.
Am Ende zeigt es sich auch, dass Morea zwar viel von Terkio gelernt, aber seine über die Jahrhunderte gewachsene Kaltblütigkeit noch nicht verinnerlicht hat.
Ein Wendepunkt in der Saga um die junge Unsterbliche. Die verschiedenen neuen Aspekte geben der Geschichte eine neue Richtung. Phantastischer, technischer, auch geheimnisvoller, wie es der Leser so nicht erwarten konnte. Gerade diese Überraschungen machen die Reihe aus. Für SciFi-Fans ist diese Reihe eine sehr schöne Lektüre. 🙂
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Samstag, 01. März 2008
Im Jahre 2064 haben sich die Toten wieder aus ihren Gräbern erhoben und wandeln unter den Menschen. Entgegen altertümlicher Horrorgeschichten sind diese Wesen nicht darauf bedacht, die Lebenden zu fressen. Deshalb werden sie auch nicht bekämpft. Den meisten Toten reicht ein gemütliches Plätzchen vor dem Fernseher vollkommen aus.
Allerdings vertragen sich die zurückgekehrten Toten nicht immer sehr gut mit den Lebenden. Eigentlich sind die Toten auch ganz schön lästig. Ganz besonders wenn sie herumlungernde Schwiegerväter sind und die eigenen Kinder ermahnt werden müssen, nicht auf den Verstorbenen zu schießen – obwohl diesem das vollkommen gleichgültig ist.
Natürlich kann man versuchen, die Zombies – oder wie es auf Neudeutsch heißt: Vital Beeinträchtigte – diskret, mehr oder weniger jedenfalls, aus dem Weg zu räumen. Nur, erlaubt ist das nicht. Die wenigen Zombie-Beseitiger agieren demnach am Rande der Legalität und sind selbst reichlich merkwürdige Vögel.
Einer von ihnen ist Karl Neard, ein selbst ernannter Abenteurer mit Akne, der noch daheim bei seiner Mutter und ihren zwei kleinen Hunden lebt. Die Arbeit allerdings liebt er, außerdem kann er sie bewältigen und sie füllt ihn aus. Und manchmal, ja, manchmal findet er dabei sogar die Liebe seines Lebens – die ist zwar wenig später tot, aber in Zeiten, in denen die Toten zurückkehren, ist die Hoffnung wenigstens nicht vergebens.
Kaum haben sich die Lebenden an die Toten gewöhnt, kommen bereits Umwälzungen in Gang. Es gibt die Vital Beeinträchtigten, die nur herumvegetieren an den alten Schauplätzen ihres Seins, aber es gibt auch jene, die Erinnerungsfetzen mit sich herumtragen, die eine Integration in das gemeinschaftliche Leben geradezu fordern. Tote müssen Rechte haben. Und einen Anführer. Es scheint sogar einer gefunden, doch benimmt er sich nach seiner Wiederauferstehung reichlich seltsam. Und was ist mit Jesus? Und die Apostel? Wenn er nicht jetzt zurückkehren kann, wenn auch alle anderen zurückkehren, wann denn sonst?
Inmitten dieses immer größer werdenden Chaos haben Karl, seine Schwester Maggie und Karls einfältiger Freund, der belgische Koloss Freddy Merckx, alle Hände voll zu tun – und nicht nur das: Sie sind maßgeblich an diesem Chaos beteiligt.
Aber das darf niemand wissen.
Als die Zombies die Welt auffraßen ist ein herrlich, politisch absolut unkorrekter Klamauk. Würden die Monty Pythons Comics gemacht haben, hätten sie mit ihrem Humor ähnliches zu Papier bringen können wie Autor Jerry Frissen und Zeichner Guy Davis, der mit B.U.A.P. und Ausflügen in das Aliens-Universum bereits seine gruselige Seite gezeigt hat.
Komödie, Satire, Gruselgeschichte. Als die Zombies die Welt auffrassen hat vieles zu bieten. In Episoden wird aus dieser Welt und aus dem Leben der drei Hauptdarsteller erzählt. Immer weiter verdichtet sich so das Wissen des Lesers um diese merkwürdige Gesellschaft, die sich mit der Existenz der Toten abgefunden hat. Und langsam wird ein roter Faden sichtbar, den Jerry Frissen mit ziemlichen Genuss spinnt, um letztlich mit dieser Zukunftsfarce unsere Gegenwart aufs Korn zu nehmen.
Besondere Zeiten erfordern nicht nur besondere Maßnahmen. In besonderen Zeiten erhalten auch besondere Menschen Chancen, die ansonsten eher ausbleiben. – Oder: Sie machen sich die Hände mit Sachen schmutzig, von denen Otto Normalbürger lieber die Finger lässt.
Liebe in den Zeiten der Toten entwickelt eine ganz eigene Romantik. Karls beispielhafte Romanze zu einer Vital Beeinträchtigten hat keinerlei Seltenheitswert. Auch andere Auswüchse sind bezeichnend. Darunter auch die des Sammlers, der nun endlich die Gelegenheit erhält, sich mit Stars und Sternchen zu umgeben. Wie in jedem Horrorfilm folgt hier die Strafe auf dem Fuße. Es mag sein, dass sich die Toten auf gewisse Weise steuern lassen. Wenn diese in ihrem ersten Leben vornehmlich Zombies im Film gespielt haben, entsteht daraus eine Qualität, die einen Lebenden durchaus nachhaltig vital beeinträchtigen kann, wie es sich sehr bald zeigt.
Jerry Frissen treibt den Humor auch dahingehend auf die Spitze, als sich ein paar jugendliche Zombies aus reiner Langeweile dazu entschließen, sich wie Film-Zombies zu verhalten. Der Klu-Klux-Klan sorgt sich um die Reinheit der Rasse und hat mit solchen, die mit Zombies verkehren, ein neues Feindbild gefunden. In anderen gesellschaftlichen Schichten ist es schick geworden, zum Zombie zu werden. Öffentliche Selbstmorde oder sogar die Implantation von Zombie-Organen – die Ideen scheinen den Menschen nicht auszugehen.
Frissen zeigt eine Menschheit, die ihrer selbst irgendwie überdrüssig ist. Es gibt plötzlich ein Leben nach dem Tod. Also, welche Fragen sind eigentlich noch offen?
Eine ganze Menge, wenn man Karl, Maggie und Freddy folgt.
Da ist die Liebe. Sie ist wichtiger denn je. Sie hält alles irgendwie zusammen. Daran kann sich einer festhalten, darauf lässt sich hoffen, weil, das zeigt sich zweifellos, nach dem Tod ist die Liebe weg. Verlangen, Dummheit, Gier und viele andere menschliche Eigenschaften mögen in dieser Welt den Tod überstehen, nur die Liebe nicht.
Guy Davis lässt den Leser nicht nur einen Blick auf eine völlig verrückte Welt werfen, sondern auch auf ein Trio, das immer sympathischer wird. Karl, Freddy und Maggie, die Freaks dieser Welt, stellen sich schließlich als die Normalen heraus, jene, die nur den Kopf über all den Wahnsinn um sich herum schütteln können. – Na, ja, und manchmal reißt Freddy auch einen Kopf ab. Das liegt in der Natur der Sache. Und weil er eben ein starker Belgier ist.
Als die Zombies die Welt auffraßen ist eine Collage vieler B-Movie-Geschichten. Es ist eine Hommage an die Zombie-Filme unserer Welt. Es ist eine humorvolle Verbeugung vor drei netten Menschen am so genannten Rande der Gesellschaft. In dieser Erzählung mischen sich Wahnsinn und Methode, für die Autoren wie Tom Sharpe und John Irving Pate gestanden haben könnten. Ein klamaukiger und ebenso intelligenter Spaß bietet sich in diesem Band – sicherlich nicht für jedermann. Aber für Freunde eines herrlich anarchistischen Humors bestimmt. 😀
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Die junge Frau ist tot. Ein Schuss traf sie direkt in die Brust. Spärlich bekleidet liegt sie auf dem ungemachten Bett. Erinnerungen werden wach. An eine tote Mutter. Ebenfalls erschossen. Der Mann hinter der dunklen Maske weiß wieder mit bestechender Genauigkeit, warum er diese finstere Aufgabe auf sich genommen hat.
Die Nachforschungen gestalten sich nicht leicht, aber irgendwie ist es trotzdem Routine. Angst einjagen. Die richtigen Personen einschüchtern. Am Ende findet er den Mörder. Einen von ganz oben, einen angeblich unbescholtenen Bürger. Er kriegt sie alle, denn er ist Batman.
Hier sind sie alle versammelt. – Na, gut, vielleicht nicht alle, aber viele, vor allem viele sehr gute Künstler. Der Comic-Fan, oder wenigstens –Interessierte, wird so manche Stilrichtung, so manchen Strich wieder erkennen.
Den Anfang macht Jim Lee, dessen Batman– und Superman immer etwas extrastark ausschauen, aber auch besonders finster sind. Die erste Geschichte, geschrieben von Autoren-Legende Warren Ellis lässt sich als Batman in Sin City beschreiben, eine Geschichte in der Geschichte, ein Mordfall, verbissene Verzweiflung, Zorn. Kurz und knapp werden hier die bezeichnenden Merkmale Batmans auf wenigen Seiten erzählt.
Sehr viel heiterer fällt da die Version von John Byrne aus, der gleichzeitig den Job von Autor und Zeichner übernommen hat. Byrne ist ein Urgestein, schon lange im Geschäft und kennt noch die alten Darstellungen Batmans, obwohl er selber im angrenzenden Universum, dem von Marvel, zu verdienten Ehren kam. Byrnes Batman ist ein fledermausiger Schlingel, aus jener Zeit, als das dynamische Duo ein ewig grinsender Männerclub war und auch so Einzug in das Fernsehen hielt in der Form von Adam West. Byrnes Batman hat Humor, denn wann wendete er zum letzten Mal den vulkanischen Nervengriff an?
Die Ideen in diesen Kurzgeschichten bieten nicht nur viel Spannung, sondern auch viel Humor. Eine sehr schöne Episode zeigt Harley Quinn und Poison Ivy hinter den Mauern von Arkham. Langeweile macht sich bei Harley breit. Während Poison Ivy immerhin Trost bei ihren Pflanzen findet, vermisst Harley ihren Pupsie. Damit ist natürlich niemand geringerer gemeint als Mr. J, gemeinhin auch als Joker im Gespräch.
Freunde der Zeichentrickserien über den dunklen Ritter neueren Datums werden vielleicht schon erraten, dass es sich hier um einen Zeichen- und Erzählstil im Sinne besagter Serien handelt, genauer Batman wie auch Batman und Robin. Obwohl Batsie hier nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt, ist der Wettstreit zwischen Harley und Ivy wunderbar gelungen und getroffen.
Fans dürfen sich in dieser Ausgabe auch auf die Werke von sehr klassischen Zeichnern freuen. Als da wären so klangvolle Namen wie Jordie Bernet und John Buscema. Ersterer ist mit Serien wie Andrax oder Torpedo bekannt geworden, letzterer hat sich wohl mit seinen Conan Adaptionen in den Zeichner-Olymp gemalt.
Klassische Bilder im Sinne der goldenen Comic-Zeiten in den 80ern Jahren des letzten Jahrhunderts finden sich mit José Luis Garcia-Lopez, ein Batman-Abenteuer an der Seite der Grünen Leuchte von Erde 2, oder mit jener Arbeit von Claudio Castellini, in der ein Batman mit der Langspitzohr-Variante seinen Dienst versieht.
Über die Arbeit eines Alex Ross muss eigentlich kein Wort verloren werden. Selbst in Schwarzweiß sind seine Grafiken immer noch allererste Sahne, wie man so schön sagt. Außerdem zeigt er hier, dass seine Bilder nicht nur zum Cover herhalten sollten, sondern vermehrt zur Bebilderung ganzer Geschichten, da sich seine Grafiken besonders zur Umsetzung eines Comic-Romans eignen.
Aber auch die Freunde von Zeichnern, die dabei sind, sich in den Klassikerhimmel zu malen, können sich freuen, dass auch Eduardo Risso und Paul Pope ihre Variation von Batman beisteuern. Rissos Arbeiten zu Vampire-Boy prädestinieren ihn geradezu für düstere Szenarien. Da er sich auch mit Kriminalgeschichten vertraut machte, passt Batman einfach zu ihm.
Paul Pope hingegen entwarf mit seinem Batman eine höchst eigenständige Variante, die ausführlich in Batman – Das 100. Jahr ihren Ausdruck fand. Fernab vom Dasein eines Playboys ist dieser Batman die Inkarnation eines einsamen Rächers, dessen Leben am Tag sich wie in einer Hinterhofeinzimmerwohnung abspielt. Gerade das macht ihn als Figur vielleicht noch interessanter als jener Mensch, dem alle Möglichkeiten offen und zur Verfügung stehen.
Ob im Psychoduell mit Scarecrow oder in der direkten Konfrontation mit Gangstern, seinen inneren Dämonen, Pupsie oder dem Riddler, hier bleibt keine Zeit für Langeweile. Batman – Schwarz-Weiss führt zum Kern der von Bob Kane geschaffenen Figur, aber auch zu Neuinterpretationen, die an Slapstick heranreichen. Eine tolle Sammlung von Geschichten, bei denen manche ruhig hätten länger sein können, einfach, um die Arbeit der versammelten Autoren wie Paul Dini, Warren Ellis, Dave Gibbons und anderer wie auch der erwähnten Zeichner länger genießen zu können. 😀
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Freitag, 29. Februar 2008
Die Männer sind auf der Flucht. Etwas ist hinter ihnen her. Seine Gefährlichkeit hat es bereits mit der Tötung ihrer Gefährten unter Beweis gestellt. Es ist nicht das Übel, das hinter ihnen her ist. Das steht zweifelsfrei fest. Aber, was ist es dann?
Auf einer Lichtung stellen sich die verbliebenen Männer zum Kampf. Aus der Dunkelheit nähert sich der Feind über die Bäume. Leise Zuversicht macht sich breit. Wenn es nicht das Übel ist, was ihnen auf den Fersen ist, dann sind es vielleicht normale Tiere. Dann können sie getötet werden. Dann könnten die Männer überleben. Könnten! Wenig später entscheidet sich ihr Schicksal.
Josanifellana-Sin A Dekkellane, kurz Jo genannt, trifft vor ihrer Ritterin Snejana in der Drachenritter-Schule von Faiza ein. Die junge Frau findet nur eine Oberin vor, ansonsten ist die Schule verwaist. In dieser Gegend herrschte einmal das Übel. Leider griffen die Drachenritter zu spät ein. Viele starben. Die Überlebenden hatten nicht mehr den Mut und den Willen in der Gegen zu bleiben. Ohne Knappen, die gleichfalls in andere Schulen abwanderten, und Menschen, die helfen konnten das Anwesen zu versorgen, verfiel Faiza mehr und mehr. Nun ist es eine halbe Ruine. Aber warum ist diese Ritterin geblieben?
Die Vorfälle um Menschen, die in den Wäldern um das alte Schloss zu Tode kommen, mehren sich. Bei dem normalen Volk ist man in Sorge. Ist der Drache, der einst das Übel brachte, wirklich tot? Inzwischen ist auch Ritterin Snejana eingetroffen. Diese macht keinen Hehl aus der Abneigung gegenüber der Oberin. Außerdem glaubt sie nicht, dass Oberin Ralena einst den Drachen tötete. Snejana kommt in offizieller Mission. Der Doge braucht zu seiner Krönung ein bestimmtes Medaillon. Leider trug sein Vorgänger es, als das Übel zuschlug. Seither ist es im alten Schloss verschollen. Die Drachenritter haben sich bereit erklärt das Medaillon zu finden.
Die Reise beginnt.
Die fünfte Episode um Die Legende der Drachenritter erzählt von den Folgen des Übels, lange nachdem der Drache verstorben ist. Bisher entführten das Autorenduo AnGe ihre Leser gerne in das Zentrum des Geschehens, ließ wundersame Kreaturen und monströse Gestalten im Gefolge eines Drachens auftreten. Sie verlassen diesen Pfad nun. Ein Drache wird uns nur in der Vergangenheit gezeigt. Und doch gibt es etwas, das Menschen jagt. Aber was? Mit diesem Rätsel folgt der Leser den drei Hauptfiguren in das Abenteuer.
Snejana, starke Drachenritterin, hochnäsig, forsch, fähig und trotzdem unsympathisch, führt die kleine Gruppe an. Ralena, die letzte Rittern der Schule von Faiza, nimmt das Leben viel ruhiger an. Gerne gibt sie ihr Wissen an die junge Jo weiter, für die das Leben als Ritterin eher ein Spiel denn ernste Auseinandersetzung mit ihrer Zukunft ist. Außerdem gesteht Jo Ralena vor dem Aufbruch zur Reise ein kleines, nicht unwichtiges Detail. Ralena macht sich deshalb keine Sorgen. Schließlich weiß sie aus erster Hand, dass der Drache tot ist – sie selbst vollbrachte das Kunststück. Doch die Tatsache des Verlustes einer Vielzahl von Kameradinnen in diesem Gefecht nagt noch heute an ihr.
Binnen kürzester Zeit haben AnGe ihre Charaktere vorgestellt und etabliert. Sehr schön zeigen sie die Rivalität zwischen den beiden Drachenrittern, die allerdings an Ralena weitestgehend abzuprallen scheint. Jo ist das Nesthäkchen und zuständig für den Humor, den sie gleich zu Beginn unter Beweis stellt, als sie einen einfachen Bauern nur mit der Nennung des Wortes Drache Angst einjagt. Mit ihren Augen verfolgt der Leser die Geschichte, denn ebenso wie für den Leser ist die Welt der Drachenritter, ihr Orden und ihr Leben schwer zugänglich.
Ihre Aufopferung wird in vielen Fällen bereits in jungen Jahren mit dem Tode bezahlt. Wer ohne sorgfältige Ausbildung dem Drachen und den ihm folgenden Monstren gegenüber tritt, ist zwangsläufig dem Tode geweiht.
Die Atmosphäre der Geschichte, die in ihrem Verlauf immer gruseliger wird, wird von Zeichner Christian Paty sehr schön eingefangen. Wenn die Gruppe das alte Schloss erreicht, stellt sich eine Stimmung ein, die eine Hommage an die Dornröschen-Verfilmung von Walt Disney sein könnte. Steile Brücken und Zugänge, halb zugewuchert, verwunschen aussehend. Wilde Gewächse, dornenreich und vertrocknet knöchern, weisen hinauf zu einem aus der Tiefe her gigantisch ausschauenden Schloss, dessen Türme an den Wolken zu kratzen scheinen.
Kaum hat man sich als Leser an diesen Anblick gewöhnt, erfolgt sofort die nächste Überraschung. Vögel. Mehr soll nicht dazu gesagt werden, nur, dass die gesamte Szenerie nicht nur als eine Hommage an Disney verstanden werden kann.
Damit nicht genug. Eine weitere Szene erinnert an einen so genannten Kino-Blockbuster. Fast meint man die entsprechenden Geräusche und das Knurren zu vernehmen, wenn Ritterin Ralena …
Mehr soll wirklich nicht verraten werden, aber ein wenig Freude über das sehr gelungene Gesamtszenario sei erlaubt.
Kaum ist der Anmarsch der Helden vorüber, wird es ein wenig klaustrophobisch. Inmitten der Schlossmauern warten enge Gänge, morsche Wände und modrige Böden. Kurzum, das gesamte Gemäuer entpuppt sich als eine riesige Falle, in der dem Leser kein anderer Ausweg bleibt, als mit den Helden zu fiebern. Dabei erwartet die Ritterinnen eine Überraschung nach der anderen.
Paty findet sich immer mehr in die Geschichte hinein, je gruseliger es wird, desto mehr Einzelheiten zu zeigen sind. Ihm gelingt es, die Vorgaben, die er von AnGe erhalten hat, stimmig umzusetzen und mit dem gewissen Auge für einen schönen Bildaufbau.
Eine sehr geduldig erzählte Geschichte aus der Welt der Drachenritter. AnGe nehmen sich Zeit für die Entwicklung, die Darstellung des Landes, des Hintergrundes. Christian Paty übernimmt von seinen Vorgängern als Zeichner kein leichtes Erbe, kann es aber mit Leichtigkeit fortführen. Sehr gut.
Die Legende der Drachenritter 5 – Die Schlossgärten: Bei Amazon bestellen
Gleich zwei Ausstellungen zur japanischen Comic- und Zeichentrickfilmkunst geben sich in Frankfurt aktuell die Ehre:
ANIME! HIGH ART – POP CULTURE
27. Februar – 3. August 2008
Deutsches Filmmuseum Frankfurt, Schaumainkai 41
MANGAMANIA – COMIC – KULTUR IN JAPAN 1800 – 2008
27. Februar – 25. Mai 2008
Museum für Angewandte Kunst Frankfurt, Schaumainkai 17
Mehr Informationen auf den Homepages von
Deutsches Filmmuseum Frankfurt am Main
Museum für angewandte Kunst Frankfurt
Auf der Homepage des Hessischen Rundfunks findet sich außerdem ein Gewinnspiel, bei dem drei Kataloge zur Ausstellung verlost werden: Zum Gewinnspiel.
Donnerstag, 28. Februar 2008
Der Übernahmeversuch ist ein Fehler. Irgendwie kann Largo dieses Gefühl nicht loswerden. Sicherlich sind seine Manager sehr zuversichtlich, doch die Maßnahme wirkt zu aggressiv und – viel zu leicht. Etwas stimmt hier nicht.
Sein erster Weg führt Largo in die Schweiz. Dort muss er gemäß der Anweisungen seiner Manager eine gewisse Geldmenge in Aktien abholen, da diese als Grundlage der Übernahme dienen. Alles läuft glatt, zu glatt. Wie Largos Pilot feststellt, scheint der junge Milliardär sogar in seinem Element zu sein. Largo ist nicht sicher, ob das stimmt. Vielleicht solle er, so sein Schluss, einen Psychoanalytiker aufsuchen, wie alle Amerikaner.
Die Uhr tickt, als die Übernahme in ihre letzte Phase geht. Das Geld liegt bereit. Die Manager um Largo sind bereits in Feierlaune, die Champagnerkorken knallen, als ein kleiner Mann das Büro von Largo betritt, schwarz bekleidet und ohne jeglichen Humor ausgestattet. Mr. Winter hat nur an einem Spaß: Reichen Leuten, die ihr Geld nicht versteuern wollen, nachzujagen und diese zur Strecke zu bringen.
Mr. Winter hat einen genauen Betrag ausgerechnet, den er Largo als Erbschaftssteuer anlastet. Für Largo ist das ein großer Spaß. Offiziell wird sein Geld von einer Stiftung verwaltet. Er selbst besitzt keines – falsch gedacht.
Denn Mr. Winter hat genau den Moment abgepasst, als Largo für einen einzigen Tag eine Milliarde Dollar auf einem Konto einer amerikanischen Bank liegen hat, um die Übernahme in die Wege zu leiten.
Von einem Moment auf den anderen steht Largo vor der sehr großen Wahrscheinlichkeit, alles, was er besitzt, innerhalb von Stunden zu verlieren. Man hat nicht nur ihn, man hat alle um ihn herum hereingelegt.
Aber wer? Und wie?
Business Blues, eine weltweit gespielte Melodie. Mal gewinnt man, an verliert man. Im Falle Largos geht es dabei nicht nur um Alles oder Nichts, es geht um ein Imperium. Plötzlich sind Largos alte Qualitäten wieder gefragt. Improvisation, Mut und gute Freunde, die in den höchsten Höhen der Hochfinanz nicht zu finden sind. Wer es in New York schafft, schafft es überall und Largo ist nicht gewillt, sich von der Stadt und ihrer Wall Street unterkriegen zu lassen.
Die mit Der Coup begonnene Geschichte geht in die zweite und letzte Runde. Nach einem gelungenen Aufbau sind nun alle Spieler platziert, alle Fäden gesponnen und ein von Jean van Hamme sorgfältig geplanter Endspurt nimmt seinen Lauf.
Als Leser konnte man bisher gut merken, wie fehl am Platz Largo Winch inmitten dieser ganzen Finanzdetails und Transaktionen eigentlich war. Gerne flüchtete er sich in Empfänge oder andere Aktivitäten, um dieser trockenen Materie, die für noch trockenere Männer gemacht zu sein scheint, zu entkommen. Largo ist nicht dumm, aber er wurde nicht für, noch wurde er in diese Welt in der Welt hineingeboren.
Mit der Katastrophe erhält er auf einmal eine ganz reale Aufgabe. Geld beschaffen, viel Geld, eine Aufgabe lösen, das ist sein Metier. Zwar fehlt ihm nicht das Verständnis für die Hochfinanz, doch Winkelzüge, wie er sie hier kennen lernt, mit dem sprichwörtlichen Lächeln auf den Lippen und dem gezogenen Dolch hinter dem Rücken, sind für den jungen Mann fremdes Terrain. Largo ist eher geradeheraus, ein Charakterzug, der ihn sogar für seine Feinde sympathisch macht.
Nicht für alle, das versteht sich von selbst. Denn für jene, die nur mit Geld jonglieren, ist es leichter, sich mit Largo anzufreunden, als mit jenen, die nach seinem Leben trachten.
Die Geschichten um Largo Winch sind ein wenig gewürzt mit Harold Robbins oder Paul Erdman. Sex, Crime und Geld können eine stimmige Grundlage für Abenteuer und Thriller liefern. Jean van Hamme gehört zu den Autoren, die daraus eine sehr gute Mixtur erstellen können und ihr Handwerk als Erzähler verstehen.
Die Handlung hinter der Handlung wird nicht vergessen, kleine Einschübe, hier exemplarisch das Hadern mit dem eigenen Auftrag, der Rifka, genauer gesagt Melanie (wie Largo sie namentlich kennt), mit dem jungen Milliardär bekannt machte.
Auch Liebe, die echte, wird nicht vergessen und sorgt für das wichtige Drama, denn letztlich kann Largo gewinnen, aber er kann nicht alles gewinnen.
Und so verschließt sich Jean van Hamme auch dem vollkommenen Happy End, versucht realistisch zu bleiben, zwingt den Leser zum Mitleiden.
Philippe Franqc kann hier ein ums andere Mal starren Bildern temporeiche Szenen entgegensetzen. In der Innenausstattung setzt er auf Einzelheiten, wie auch elegante Ausstattungen, von denen er dank der Vorgabe von Van Hamme auch viele zum Einsatz bringen kann. Beispielhaft ist das Schloss, mitten in Amerika, vom Besitzer der Fenico Gesellschaft erworben worden, so steht es nun inmitten eines nachgebildeten Schlossgrabens. Francq kann sich mit solchen Bildern ebenso erfolgreich beweisen wie mit Bildern von Verfolgungsjagden durch das nächtliche New York oder Mordszenen im Central Park.
Es ist die grafische Vielfalt, die diese Fortsetzung ausmacht. Die verschiedenen Schauplätze fesseln den Leser optisch. Schloss bei Tag und Nacht, wilde Aktionen in überfüllten Straßen und Schlossgängen, Fahrzeuge wie Motorräder, Automobile und Hubschrauber begleitet der Leser auf rasanten Kamerafahrten wie in einem Kinofilm.
Eine sehr gute Fortsetzung und ein sehr guter, spannender Abschluss, den der Leser hier an der Seite von Largo Winch erleben darf. Ein Thriller, eine Liebesgeschichte und ein Drama finden ihr Ende mit einem Hauptcharakter, der auf sehr gelungene Weise mitfühlen lässt. Ungeheuer geschickt nimmt Van Hamme die Leser mit auf einen gefährlichen Hindernislauf bis hin zu einem packenden Showdown.
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Oder bei Schreiber & Leser.
Mittwoch, 27. Februar 2008
Pia Guerra, Zeichnerin von Y – The Last Man, und ihr Mann, der Simpsons-Autor Ian Boothby, werden im März ein paar Sginiertermine in Deutschland wahrnehmen.
Termine:
11. März 2008, Frankfurt, im Comic-Shop T3, ca. 16.00-18.00 Uhr
12. März, Hannover, im Comic-Shop Comix, ca. 16.00-18.00 Uhr
13.-16. März, Leipziger Buchmesse, Panini-Stand, Halle 2 / Stand D 402
Die Signierzeiten auf der Buchmesse lassen sich direkt vor Ort am Stand erfragen.
Dieselben Signiertermine gelten auch für Ian Boothby: Der derzeitige meistbeschäftigte Autor der Simpsons Comics schrieb 1998 seine erste Story für die Gelben und ist heute die Nummer eins, wenn es um neue Abenteuer aus Springfield geht. Er hat eine eigene, riesige Fangemeinde, wie man es sonst nur von den Zeichnern kennt. Die unvergleichliche Art wie Ian Boothby – seines Zeichens auch ein begnadeter und bekannter Stand-Up-Comedian in seinem Heimatland Kanada und in den USA – aus Gesellschaftssatire und Slapstick immer neue Simpsons-Abenteuer in unverkennbarem Stil strickt, machte ihn zum Liebling der Simpsons-Verantwortlichen und zum Liebling der Leser.
Quelle: Panini Pressemitteilung Feb. 2008
Wer sich noch ein Bild von den Beiträgen der MangaMagie VI machen möchte, hat jetzt noch auf verschiedenen Ausstellungsterminen die Gelegenheit dazu.
Termine:
Buchhandlung LUDWIG Hauptbahnhof Leipzig:
25.3. bis 1.4. 2008.
Presse & Buch ECKERT. im Bhf. Berlin-Südkreuz:
18. bis 28. 4.08.
Falter Bücher & Presse Vertrieb im Hbf. Bochum:
9. bis 15.5.08.
Falter Bücher & Presse Vertrieb im Hbf. Münster: 16. bis 22.5.08.
Falter Bücher & Presse Vertrieb im Hbf. Aachen: 23. bis 30.5.08.
Buchhandlung LUDWIG im Hbf. Halle (Saale): 9. bis 19.6. 2008.
Die Ausstellung beinhaltet u.a. den vollständigen Manga „Mademoiselle Clafoutis“ der Siegerin der Altersgruppe 12-17 Jahre von Julia Kutsch (16 Jahre) aus Petersberg (bei Fulda), worin sie zeigt, dass auch mysteriöse Ereignisse zum Schulbesuch motivieren können…
Auch der Siegermanga der Altergruppe 18-26 Jahre, „Escape Ade“, gezeichnet und getextet von der 22jährigen Annelie Kretzschmar aus Berlin und der 19jährigen Maren Marmulla aus Dortmund wird vollständig präsentiert. In ihrem Manga geht es um ein geheimnisvolles Internat, diversen finsteren Gestalten und was passiert, wenn die Phantasie mit einem durchgeht…
Ab Mai 2008 sollen die neuen Informationen zur nächsten MangaMagie kommen.
Quelle: MangaMagie Presse-Info 3/2008
Dienstag, 26. Februar 2008
Kiani mag sich nicht mit ihrer Vergangenheit versöhnen und befindet sich in einem tiefen Zwiespalt. Ihr Vater ist ein Mörder. Doch wie groß ist sein Erbe? Wie viel von Kilian steckt in ihr? Lässt sie sich wirklich so sehr von ihren Gefühlen leiten, wie ihre Mutter behauptet?
Kiani forscht in ihren Gefühlen. Was ist das? Erst jetzt hat sie von ihrem Vater erfahren und dennoch? Brachen all seine Gefühle, der Hass, den er in sich trug aus ihr hervor. Vielleicht kann sie gar nicht anders.
Anderorts wird ein Kriegsgefangener gefoltert. Er entstammt dem eigenen Volk, aber das erscheint unerheblich zu sein. Fragen werden gestellt, Fragen, auf die der Gefangene keine Antwort geben will. Schließlich, nach einer neuerlichen Wunde, gibt er nach. Kilian, lautet die Antwort.
Wieder: Kilian. Dieser Name löst in den Folterknechten nichts aus. Der ausgesprochene Name bringt keine Erlösung, im Gegenteil.
Inzwischen dringt Kiani in die Tiefen des Meeres vor. Sie will Antworten. Sie will etwas greifbares finden. Es gilt bei ihrem Vater zu beginnen. Seine sterblichen Überreste sollen ihr dabei helfen. Der Weg ist nicht leicht, denn er führt zu einem seltsamen Volk, den Aescylianern, seltsamer als alles, was Kiani jemals zuvor in den Weiten des Meeres gesehen hat.
Rätsel und Wunder zeichnen die zweite Episode der kleinen Fathom-Reihe um die Kämpferin Kiani aus. Autor Vince Hernandez versteht es, die gewohnten Pfade zu verlassen und neue Ideen einfließen zu lassen. Dabei entstehen ein paar Einsichten in das Fathom-Universum, die seine Fremdartigkeit unterstreichen und neue erzählerische Möglichkeiten eröffnen.
Der Anfang fällt ungewohnt brutal aus, wenngleich das meiste, was sich während der Gefangenschaft des einsamen Kriegers abspielt, nicht gezeigt und der Phantasie des Lesers überlassen wird. Diese Szene bleibt ein Ausreißer, denn in der Folge versucht die Geschichte vieles aus Kianis Vergangenheit wie auch aus ihrer Gegenwart zu verarbeiten. Killian, ihr Vater, wird weitaus menschlicher dargestellt, als ihn seine Tochter viele Jahre später selbst sehen wird. Am Ende ist er ein Vater, der seine Tochter und seine kleine Familie insgesamt von ganzem Herzen geliebt hat.
Und so sehr sie sich sträubt, so hat sie auch seine Tapferkeit und seinen Mut geerbt.
Kiani ist optisch die Sportlichkeit in Person. Ihr Haarschopf fällt gewaltig aus und wäre wohl an Land kaum tragbar. Unter Wasser jedoch geben die langen Strähnen ein sehr gutes gestalterisches Mittel ab, das von Zeichner Marcus To weidlich ausgenutzt wird. Wie Wasserpflanzen umwehen die Haare die Kriegerin.
Dieses und andere Elemente spielen einer atmosphärischen Farbgebung zu, an der gleich vier Koloristen beteiligt waren, allen voran Peter Steigerwald und Beth Sotelo, die reichlich Erfahrung mit Fathom im Besonderen und den Arbeiten innerhalb der Michael Turner-Schmiede im Allgemeinen haben.
Zwei grafische Highlights finden sich mit der Darstellung der Aescylianer. Quallenähnlich, palmähnlich schweben sie durch das Wasser und strahlen. Außerdem sind sie riesig und treten in einem großen Schwarm auf. Eine andere Szene, beeindruckender in ihrer Düsternis und Kraft, ist eine einfache Ansicht der Schwarzen, die aus den Wellen auftauchen.
Beides verbindet sich im Schluss zu einem tollen Ende, rätselhafter als zuvor, optisch vollkommen auf das Auge eines Kinozuschauers eingestellt.
Eine sehr schöne Fortsetzung der Kiani-Reihe, die sogar besser zu gefallen weiß als die Ableger-Reihe um Cannon Hawke. 🙂
Links: Zur Homepage von Beth Sotelo