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Comic Blog


Mittwoch, 11. April 2007

Mit Mantel und Degen 7 – Der Chimärenjäger

Filed under: Abenteuer — Michael um 19:19

Mit Mantel und Degen 7 - Der ChimärenjägerDer Mond. Das Leben ist hier ebenso ausschweifend wie auf der Erde. Seeleute, Kaufmännern, Tagediebe und Piraten geben sich hier ein Stelldichein. Inmitten dieses Trubels, der noch durch adlige Pfaue und finstere Gesellen in dunklen Gassen ergänzt wird, treiben sich auch Don Armando und Don Lope auf der Suche nach dem Fechtmeister herum.
Die Suche ist nicht leicht, denn der Mond und seine Bewohner gehorchen eigenen Gesetzen, die auch die beiden Abenteurer erst einmal lernen müssen. Don Armando, ein Fuchs im wahrsten Sinne des Wortes, muss bei der Suche nach dem Fechtmeister seine Kunstfertigkeit unter Beweis stellen. Im Duell der Worte ist er bereits ein Meister und kann sich so den Respekt derer, die in den Tavernen herumhängen, verdienen.

Die Zeit drängt, denn Colonel Mendoza ist im Dienste des Prinzen Johann dabei, einen Krieg vorzubereiten.
Davon wissen die beiden Helden allerdings nichts – und auch nicht der kleine Hase, der sie begleitet und dem sein Herz bereits beim Anblick eines Rudels Katzen in die Hose rutscht (sofern er eine Hose tragen würde).

Armando und Lope finden schließlich ein Schiff, dass sie auf die abgelegene Seite des Mondes bringt. Hier haben sie endlich wieder Wasser unter dem Kiel, doch sie werden bereits von den Schimären erwartet. Nach all den Abenteuern, die sie hierher geführt haben, stellen diese Monster alles Dagewesene in den Schatten.

Mit Mantel und Degen ist ein Fest für all jene Leser, die sich nicht nur stets für unverbrauchte Szenarien begeistern, in denen Tiere die Hauptrolle spielen, sondern besonders für jene Leser, die Freunde des guten alten Mantel und Degen-Filmes sind. Man könnte auch sagen (von der Grundstimmung her): Die drei Musketiere treffen eine Welt, in der die Fabeln lebendig geworden sind.
Besonders niedlich ist natürlich der kleine Hase, doch die sympathischste Figur ist zweifellos Don Armando, der Fuchs. In der bislang 7. Episode des Abenteuerspektakels steigert sich das Duo aus Fuchs und Wolf auch dieses Mal zu Höchstleistungen. Mit Mantel und Degen bedeutet feinstes Helden-Theater in Form eines Comics.

Was wäre ein Theaterstück ohne seine Charaktere? Damit es funktioniert, geht das Team aus Alain Ayroles (Text) und Jean-Luc Masbou (Bilder) bei der Erschaffung seiner Figuren bis ins letzte Detail. Und dabei wimmelt es vor Anspielungen.
Der Spion verbirgt sich wie einst Bela Lugosi hinter seinem Umhang. Der hilfreiche Arzt will den Fuchs ausstopfen und erinnert ein wenig an den Bibliothekar mit dem großen Lupenauge, der einen kurzen Auftritt in Top Secret hatte. Ihre Majestät ist ein ähnlich degenerierter Charakter, wie er von Richard Chamberlain als Ludwig XIV. verkörpert wurde.

Den Ähnlichkeiten setzen die beiden Erzähler stets aufs Neue aberwitzige Einfälle entgegen. Solange es kein Wasser gibt, bewegt sich das Segelschiff auf gewaltigen Rädern fort. Nach einer Flaute können die Helden endlich aufatmen. Auf der unbekannten Seite des Mondes gibt es Wasser. Das Schiff kann sich so fortbewegen, wie es vorgesehen ist. Nachdem die Helden sich nicht duellieren, sondern eher redend befechten kehrt mit der gewöhnlichen Segelei ein Stück Normalität in die Geschichte ein, die nach all den ungewöhnlichen Einfällen, schon wieder seltsam wirkt. – Selbstverständlich hält diese Normalität nicht lange vor. Wie jeder weiß bringen in der christlichen Seefahrt Frauen Unglück an Bord eines Schiffes. Hier sind es kleine weiße Hasen, (genauer einer, nämlich Eusebius) die den gestandenen Seemännern einen höllischen Schrecken einjagen. Die ganze Szene, wie auch alle anderen, die einem ein herzhaftes Lachen entlocken, ist wunderbar gestaltet: Der kleine putzige Hase, der keiner Kreatur ein Härchen krümmen kann, macht die Seeleute zu angsterfüllten Memmen.

Zeichner Jean-Luc Masbou gestaltet die Menschen sehr cartoony, während er auf die Tiere einen realistischeren Wert legt. Wie sehr er sich bereits an die Figuren, das Helden-Trio, gewöhnt kann an den souveränen Zeichnungen leicht abgelesen werden. Äußerst beeindruckend ist das Licht eingesetzt. Die Stimmungen in diese fein gemalten Bildern, mit sehr kleinem Strich ausgeführt, sehen nicht nur märchenhaft aus, sondern sie sind auch märchenhaft gelungen.

Ein tolles Abenteuer aus der gewohnt guten Erzählschmiede Ayroles/Masbou. Wer Geschichten mit tierischen Darstellern liebt und die gute alte Mantel- und Degen-Filmzeit vermisst und sich eine gute Prise klassischer Heldensagen dazu vorstellen kann, muss diese Geschichte lesen. 😀

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Montag, 09. April 2007

Monster War 4 – The Darkness vs. Mr. Hyde

Filed under: Mystery — Michael um 12:49

Monster War 4 - Darkness vs. Mr. HydeMr. Hydes Plan nimmt Gestalt an. Er hat alle Bestandteile zusammen. Dr. Jekyll hat seine ganz Theorien darüber, was Mr. Hyde vorhat.
Die Allianz zwischen Mr. Hyde und Dracula könnte nicht gefährlicher für die Menschheit sein. Mr. Hyde hat sich einen ungewöhnlichen Plan ausgedacht. Er selbst ist eine Abart eines Menschen und dürfte gar nicht existieren. Es ist ihm gelungen, sich von Dr. Jekyll abzuspalten. Während Jekyll das Gute der Persönlichkeit in sich trägt, ist in Mr. Hyde nur das absolut Böse übrig geblieben.
Es ist so böse, dass er sich selbst mit einer Kreatur wie Dracula messen kann. Es ist ihm sogar gelungen, sich das Monster von Frankenstein dienstbar zu machen. – Hier allerdings steht noch eine Gegenleistung im Raum. Das Monster will endlich sterben und Mr. Hyde will ihm das ermöglichen.

Hyde will die Art und Weise, wie er entstanden ist, auf andere Kreaturen übertragen. Was wäre, wenn es einen Vampir gäbe, der jegliches Gute eliminiert hat? Der nicht einfach so aus einem Menschen entsteht, sondern sich von ihm abspaltet, wie Hyde es von Jekyll tat. Das Ergebnis wäre eine Schreckensarmee, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat – und auch nie wieder sehen würde, denn von der Welt bliebe nichts mehr übrig.

Vorher jedoch haben sich ein paar Leute mehr oder weniger freiwillig zusammengetan, um die Magdalena aus den Klauen von Dracula zu befreien.
Die Witchblade, Sara Pezzini, Dr. Jekyll, der etwas gut zu machen hat, Lara Croft und die Darkness machen sich auf den Weg, um die Pläne dieses Wahnsinnigen zu vereiteln.

Kreatur tritt gegen Kreatur an. Die Witchblade und die Darkness zeigen den alten Horrorgestalten, dass sie sich von ihrer Legende nicht beeindrucken lassen.

Mit Monster War 4 – The Darkness vs. Mr. Hyde schließt der Vierteiler um die Konfrontation zwischen der alten und der neuen Generation der Horror-Kreaturen ab.
Nach und nach haben die Autoren Christopher Golden und Tom Sniegoski die Spannung immer weiter bis zu dieser Geschichte gesteigert, die eigentlich nur noch ein einziges furioses Finale ist.

Es gibt keinerlei Zweifel mehr an den Plänen des Mr. Hyde, der sich wirklich etwas ausgedacht hat, das beinahe apokalyptische Ausmaße hat und sonst wohl eher in Horror-Romanen zu finden ist, weil für derlei Ideen in Comics kein Platz ist.
Das einzige, was der Geschichte anzukreiden ist, ist der Umstand, dass Mr. Hydes Plan allzu früh im Keim erstickt wird. Vorher jedoch vermag er sich noch auf eindrucksvolle Art zu wehren, wie man es von Mr. Hyde noch nicht gesehen hat – weder in anderen Comics noch in den jüngsten Verfilmungen wie zum Beispiel Van Helsing, in denen die Kreatur einen relativ kurzen Auftritt hatte.

Der Zeichner Vitor Ishimura kann sich im Kampf der Kreaturen richtig austoben. Es ist bereits ein Spektakel, wenn die Witchblade und die Darkness ihre Fähigkeiten komplett einsetzen. Da schlingen metallen schimmernde Ranken, rasiermesserscharf, und umschlingen den Feind. Die Darkness hetzt die Darklings auf den Gegner und produziert fortwährend Nachschub, der anhält, bis das Licht ihre Macht eindämmt.
Auch die Magdalena stellt sich schließlich dem uralten Vampir und zeigt, wie die ehemalige Speerspitze des Vatikans mit Monstern zu verfahren vermag.
All das geht mit einer Bilderflut vonstatten, in denen monströse Details zu finden sind, an denen ein Altmeister wie Berni Wrightson seine helle Freude hätte.

Ein gelungener Abschluss der Horrorgeschichte in bester Crossover-Manier. Mehr Action geht nicht!

Goethe

Filed under: Klassiker — Michael um 11:55

GoetheWer von Deutschlands großen Denkern spricht, spricht von Goethe. Wer von Literatur spricht, denkt an Goethe. Goethe ist in den Köpfen der Deutschen wie auch der Welt, der Literat Deutschlands. Als Dichter und universaler Denker hat er den Olymp der Kunstfertigen bestiegen. Sein Faust hat ihn unsterblich gemacht.

Es hat der Autor, wenn er schreibt, so was Gewisses, das ihn treibt.
In jungen Jahren ist Goethe noch kein Getriebener. Natürlich wird sein Talent sichtbar, aber er lässt sich auch treiben, was seinem Vater manchmal die Sorgenfalten auf die Stirn treibt.
Nach einer sorgenfreien Jugendzeit zieht es den 16jährigen Goethe zum Studium der Juristerei nach Leipzig. Die Stadt mit ihren Messen und ihrer Weltoffenheit ist eine so ganz andere Welt, als er sie bisher kennengelernt hat. Die Privilegien, die er infolge seiner Abstammung genießt, nützt er weidlich mit seiner Unterkunft aus. Sein Studium hingegen verfolgt er ausreichend, aber bei weitem nicht mit dem gebotenen Ehrgeiz. Die schönen Künste haben es ihm angetan. Er schreibt und dichtet selber, er liebt das Theater und die Musik und natürlich erfreut er sich an den Ausschweifungen des Studentenlebens. In Leipzig hört er die ersten Legenden über den Herrn Doktor Faust.

In der ersten Geschichte über die jungen Jahre Goethes tragen der Autor Friedemann Bedürftig und der Zeichner Christoph Kirsch verschiedene Details über Goethes erste Schritte in der Welt zusammen. Die Erzählung ist ein Mosaik, bruchstückhaft und konzentriert sich in dieser Form auf die Kleinigkeiten, die Goethes späteres Leben maßgeblich beeinflusst haben. Neben den zahlreichen kulturellen Einflüssen waren das freilich auch die Menschen. Allen voran die Mitglieder seiner Familie, aber auch die Frauen, die ihn liebten und zu denen er sich hingezogen fühlte.
Es war eine Zeit einer gewissen Naivität in Goethes Leben, jedenfalls macht es den Anschein und drückt sich auch in den Zeichnungen so aus, die eine heile Welt um Goethe herum abbilden.

Goethe wird Anwalt, doch seine Liebe gilt der Dichtkunst. Sein Vater deutet das juristische Desinteresse als Faulheit und schickt den jungen Mann zur weiteren Ausbildung nach Wetzlar. Dieser Gang wird zum Wendepunkt in Goethes Leben. Die Liebe verleitet ihn zu seinem Roman Die Leiden des jungen Werther, der ihn über Nacht berühmt, aber auch berüchtigt macht. Das Ende der Romanfigur wird zum Vorbild manches lebenden unglücklich Verliebten. Sie erschießen sich. Die Kirche geht mit Goethes Werk hart ins Gericht.
Doch wie es auch heute der Fall ist: Ein Werk, das verdammt wird, macht die Öffentlichkeit erst recht neugierig.
Mit Gefühlen kann er gut umgehen und sie beschreiben. Er selber ist nicht so leicht bereit sich ihnen zu stellen. Eine geplante Hochzeit lässt er platzen. Ein weiterer großer Wendepunkt in seinem Leben führt ihn nach Weimar, wo er von der Obrigkeit mit offenen Armen empfangen wird. Die Weimarer Zeit wird zu einem seiner wichtigsten Abschnitte in seinem Leben.

Bedürftig und Kirsch folgen diesen Tagen, in denen sich Goethe immer weiter entwickelt. Faust, Erlkönig und das dringende Bedürfnis, einmal das klassische Italien zu sehen sowie noch viele weitere Begebenheiten und Einflüsse bereichern Goethes Leben, der vom Treibenden endgültig zu einem Getriebenen wird.
Die inhaltliche Fülle, die alleine diese Lebensbeschreibung des Dichterfürsten und späterem Geheimrats zu bieten reicht nach noch für viel mehr, so dass Goethes zeitweilige Unzufriedenheit, so wie sie sich hier abbildet, kaum nachzuvollziehen ist. Auch lässt sich die mangelnde Reife nicht zur Gänze verstehen. Einzig, dass sie ihn bis zum Schluss antrieb, weil er durch ihre Neugier immer neuen Ansporn erfuhr, lässt sich sehr gut nachvollziehen.
Mit Goethes Heimkehr aus Italien endet die Episode Zum Sehen geboren.

Bedürftig erzählt das Leben Goethes fort mit Zum Schauen bestellt. Hier findet sich mit Thomas von Kummant ein neuer Zeichner, dessen Bilder von Benjamin von Eckartsberg koloriert wurden.
Die Bilder sind sehr viel ernsthafter gestaltet und befassen sich mit dem Leben und Wirken Goethes in dessen zweiter Lebenshälfte. Die Werke wurden schwerer, gewichtiger, die Beziehungen viel wichtiger, hier ganz besonders erwähnenswert die viel zu kurze Freundschaft zu Schiller.

Der zweite Teil beginnt zugleich mit dem Auftakt zu Faust und der verhängnisvollen Wette zwischen Gott und Mephisto. Doch das Leben ist auch so aufregend genug, denn der Krieg gegen Frankreich hält Europa in Atem. Goethe lässt sich nach dieser Erzählung nicht sehr von Ereignissen beirren, obwohl er sie hautnah erlebt.
Viel, viel wichtiger ist seine Beziehung zu Schiller, in dem er endlich einen Seelenverwandten gefunden zu haben scheint. Zwar hat Schiller auch seine Marotten, die dem Dichterfürsten ein merkwürdig vorkommen – so zum Beispiel Schillers Tick, verfaulte Äpfel aufzubewahren, weil er von dem Geruch einen rauschhaften Zustand erlangt. Es ist beeindruckend, wie Schiller gemeinsam mit Goethe den Wilhelm Tell spinnt.
Die Geschichts- und Deutschstunde ist viel spannender und aufschlussreicher, als es der eigentliche Unterricht je fertig gebracht hat. Zwei Dichter, zwei Vollblutkünstler entwickeln den Tell mit all seiner Dramatik und es wird deutlich, dass Theater bei aller Poesie und Tiefsinnigkeit auch immer Unterhaltung gewesen ist.
Das gegenseitige Lob der beiden treibt sie voran in ihrer Arbeit und beflügelt sie regelrecht. Bei einer derartig tiefen Freundschaft, wie sie auch durch diese Biographie deutlich wird, lässt sich der tief empfundene Verlust nachvollziehen, den Goethe bei dem Tode Schillers empfunden haben muss.

Goethe steigt weiter hinauf, in den Dichter-Olymp, wohin ihm nach Schillers Tod keiner zu folgen vermag. Freunde verlassen ihn außerdem, weil der Tod sie abberuft. Goethe wird einsamer als jemals zuvor. Er ist seine eigene Legende geworden, jemand, der mit Schillers Totenschädel spricht.
In seinen spätesten Jahren, 73, verliebt sich Goethe ein letztes Mal – in eine 19jährige. Der Geheimrat ist ein wenig richtungslos geworden und verfällt ein wenig in die Verhaltensweisen seiner Jugend. Tragisch erlebt er den Tod des Sohnes. Mit letzter Kraft schafft er den 2. Teil von Faust und beendet damit sein Lebenswerk.

Das rastlose, schaffensreiche Leben Goethes wird aus den verschiedensten Blickwinkeln beleuchtet, stets respektvoll, sehr ernsthaft, aber auch unterhaltsam, untermalt von Ausschnitten seines Schaffens. Die einzigartigen Facetten zeigen den Künstler und Menschen. Als Künstler einzigartig, als Mensch gewöhnlich mit allen Wünschen, Ängsten und Sorgen. Wer sich Goethe auf unkonventionelle Art nähern will, sollte diesen Comic lesen. 🙂

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Star Wars – Das dunkle Imperium 1

Filed under: Abenteuer,SciFi — Michael um 11:47

Star Wars - Das dunkle Imperium 1Der Imperator ist vernichtet. Darth Vader ist tot. Auf der Zentralwelt des Imperiums, Coruscant, tobt ein erbitterter Krieg der Imperialen untereinander. Jeder möchte sich die Vorherrschaft sichern. Und mittendrin versuchen die Rebellen der Allianz die Oberhand zu gewinnen.
Aus Luke Skywalker ist ein mächtiger Jedi geworden. Er hat sich die Worte Yodas zu Herzen genommen. Größe ist nichts. Der AT-AT, der vierbeinige gepanzerte Truppentransporter des Imperiums, der Luke bedroht, wird von dem jungen Jedi mit einer Handbewegung gefällt. Doch Luke ist noch aus einem ganz anderen Grund hier. Eine böse Macht hat überlebt und ist auf der Jagd nach dem Jedi. Ein Energietunnel reißt das Raumzeitgefüge auf und zieht Luke (wie auch R2D2) mit sich.
Machtlos müssen seine Freunde mit ansehen, wie der vermeintlich letzte Jedi entführt wird.

Derweil scheint andernorts das Imperium wieder mächtiger zu werden. Neue schwere Waffen tauchen auf: Weltenvernichter. Einer ihrer ersten Angriffsorte ist die Welt der Mon Calamari, jene Welt, die einen der fähigsten militärischen Führer der Allianz hervorgebracht hat: Admiral Ackbar.
Lando Calrissian eilt dem befreundeten Volk mit einer Schlachtflotte zur Hilfe. Inzwischen ist es ihnen gelungen, neueste Technologie, die eigentlich einmal dem Imperium zugedacht war, der Allianz einzuverleiben. Die Schlacht ist hart. Nicht nur gegen die herkömmlichen Schiffe tobt der Kampf, besonders gegen die Weltenverwüster gestaltet sich die Schlacht besonders wichtig. Wie riesige Allesfresser saugen die Weltenvernichter alles in sich auf, um Energie und Materialien gleich weiterzuverwerten.

Andernorts macht Luke eine Entdeckung, auf die er innerlich bereits vorbereitet war: Der Imperator lebt. Dank einer fortschrittlichen Klontechnologie widersteht er seit langer Zeit der verzehrenden Energie der dunklen Seite der Macht und wechselt, wenn es an der Zeit ist, den Körper.
Palpatine möchte seinen Willen endlich durchsetzen. Luke soll in die Fußstapfen seines Vaters treten und dem Imperator als rechte Hand dienen. Luke nimmt das Angebot an – sehr zum Schrecken seiner Schwester Leia, die weit entfernt spüren kann, wie ihr Bruder auf die dunkle Seite wechselt. Aber so leicht will sie ihren Bruder nicht verloren geben. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Han Solo macht sie sich auf die gefahrvolle Reise, um Luke zu retten.

Doch sie hat nicht mit der Schläue des Imperators gerechnet, der genau das vorhergesehen hat.

Star Wars – Das dunkle Imperium war eine ähnliche eindrucksvolle Forterzählung des Kriegs der Sterne durch Autor Tom Veitch, wie es seinerzeit auch die Thrawn-Trilogie von Timothy Zahn gewesen ist. Besonders an dieser Geschichte sind nicht nur die gelungene und zum Star Wars-Universum passende Erzählweise, sondern auch die faszinierenden, sehr eigenwilligen Zeichnungen von Künstler Cam Kennedy.
In einer Mischung aus exakten Linien und einer bunten, aber nicht aufdringlichen Färbung in Aquarelltechnik ergibt sich ein völlig neuer Eindruck im Krieg der Sterne, der neueren Kolorierungstechniken aus der Zeit des Computers vollkommen entgegensteht.

Das dunkle Imperium zeigt dem Leser einen noch jungen und doch sehr gereiften Luke Skywalker, der sein Schicksal mit allen Konsequenzen angenommen hat. Er wirkt viel erwachsener als in so manchen Abenteuern, die zeitlich später einzuordnen sind und als Romane erschienen.
Luke ist sehr ernst. In ihm findet sich keinerlei Humor, wie er vielleicht vom jungen wie auch alten Obi-Wan Kenobi bekannt ist. Gleichwohl hätte Luke auch nicht Gelegenheit, diesen Humor anzubringen. Auffällig ist neben der erwachsenen Art, wie Luke auftritt, auch seine Arroganz, die er als Jedi an den Tag legt. Sie ist auch die Grundlage, die ihn schließlich zur dunklen Seite übertreten lässt. Irgendwie ist der Glaube in ihm, dass er die dunkle Seite wieder hinter sich lassen kann – oder wenigstens nicht von ihr besiegt wird.

Seinem schwermütigen Charakter steht die ungestüme Leia entgegen, von Liebe und Sorge zu ihrem Bruder getrieben, ist sie bereit alles einzusetzen, obwohl die Chancen gering sind. An ihrer Seite ist Han Solo, wie immer ein wenig großmäulig, und eigentlich noch viel chancenloser.
Tom Veitch nutzt diese perfekt aufeinander abgestimmten Charaktere, um seine Geschichte, seine Episode in Star Wars zu erzählen. Vor dem Hintergrund der Klon-Technologie, die lange Zeit nur angedeutet war und durch die Episoden I-III verstärkt herausgearbeitet wurde, ist das Überleben des Imperators beinahe selbsterklärend. Die verzehrende Energie der dunklen Seite, jüngst noch einmal in Legacy aufgegriffen, ist zuviel für einen Körper. Dank der Klone ist der Imperator so gut wie unsterblich.
Interessanterweise scheint er nicht auf das eigene Körpergewebe angewiesen zu sein. Seine Andeutung, er könne sich auch einen vollkommen anderen Körper auswählen (den von Luke), lässt verschiedene Szenarien vor dem geistigen Auge entstehen und verdeutlicht möglicherweise auch das Interesse an Leias noch ungeborenem Kind.

Cam Kennedys künstlerische Grafik wurde bereits erwähnt. Das Besondere, neben der wirklich tollen Zeichnung, ist wohl, wie er über Farben und Verläufe Grundstimmungen erzeugt. Da erstrahlen ganze Seiten rosa oder weltallblau, Städte sind dreckig braun und Lichter werfen ein giftiges Gelbgrün auf die Personen.
Die Dramatik der Geschichte erhält durch die Bilder genügend Raum für eigene Interpretationen, sie erhält eine sehr dichte Atmosphäre, die bei anderen Produktionen manchmal so nicht zu finden ist, da dort verstärkt Wert auf Realismus gelegt wird.

Ein Klassiker ist zurück: Bildlich ein Fest, schließt das Dunkle Imperium eine wichtige erzählerische Lücke gleich im Anschluss an Episode VI. Für alle Fans, die diese Geschichte noch nicht kennen, weil sie lange vergriffen war, ein Muss. 😀

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Star Wars 61

Filed under: Abenteuer,SciFi — Michael um 11:39

Star Wars 61Die Jedi sind vernichtet. Darth Sidious hat sich ihnen zu erkennen gegeben. Er hat Anakin Skywalker auf seine Seite gezogen und ihm den Namen Darth Vader gegeben. Das Imperium ist entstanden. Doch die Jedi sind noch vollständig besiegt.
Vader verharrt an der Seite seines neuen Meisters. Der ehemalige Jedi, der es nicht ertragen konnte, nicht in den Kreis der Jedimeister berufen zu werden, ordnet sich nun widerstandslos einem einzelnen Meister unter. Derweil, in dieser Zeit, in der es für ihn nichts zu unternehmen gibt, tobt auf Neu-Plympto eine der letzten Verteidigungsschlachten von Aufständischen. Ein Jedi, Dass Jennir, vormals General der Klonkrieger, hat sich auf die Seite der Aufständischen geschlagen. Die Kämpfe sind heftig, aber aussichtslos. Das weiß auch Jennir. Damit das Volk nicht ausgelöscht wird, sollen Frauen und Kinder per Raumschiff an einen sicheren Ort gebracht werden. Die letzten Überlebenden machen sich auf eine nicht weniger gefahrvolle Reise.

Vader indessen will nicht länger ruhen. Rastlos verbringt er die Nächte auf Coruscant. Von weitem erkundigt er sich über die Kämpfe auf Neu-Plympto, von denen ihn sein Meister fernhält. Auch erfährt er von einer Ladung Lebewesen, die als Sklaven verkauft werden soll.
Sklaven. Vader erinnert sich an eine Zeit als kleiner Junge, als es sein größter Wunsch gewesen ist, all die Sklaven auf seinem Heimatplaneten zu befreien, insbesondere seine Mutter. Diese Erinnerungen und die alten Gefühle peinigen den ehemaligen Jedi zusätzlich zu den Qualen, die er über den Verlust von Padme empfindet – und die er doch eigentlich mit der Hilfe der dunklen Seite hatte retten wollen.

Derweil versuchen Jennir und sein Freund Bomo von Neu-Plympto zu entkommen. Sie sind nicht die einzigen, die einen Weg von diesem Planeten suchen. Zusammen mit neuen Gefährten in der Gefahr tüfteln sie einen Plan aus, um die Flucht von dem schwer bewachten Raumhafen zu schaffen.

Wer einen Blick in Klonkriege VIII – Der unsichtbare Feind geworfen hat, wird mit dem Auftakt von Dark Times und der Geschichte Der Weg ins Nichts in direkte Fortsetzung vorfinden, in der auch wieder Zeichner Douglas Wheatley seine vortreffliche Arbeit abliefert.

Die Auslöschung alter Strukturen ist in vollem Gang. Die Autoren Welles Hartley und Mick Harrison beschreiben das grauenvolle Utopia von Palpatine eher belanglos, beiläufig, was die Grausamkeit dahinter (die der Leser aus Episode III her kennt) noch schlimmer erscheinen lässt. Dienstbare Geister, dem Imperator ergebene Bürokraten, organisieren die endgültige Vernichtung der Feinde des Imperiums.
Vader steht beinahe ohnmächtig daneben und muss zusehen, wie die Lakaien seine Arbeit machen. Aber es sind auch Erinnerungen, die ihn innerlich forttreiben. Erinnerungen an ein Leben, das er eigenhändig zerstört hat und dessen Wiederkehr unmöglich geworden ist.

Einen Großteil der Geschichte nimmt der Kampf von Jennir und seinem Freund Bomo ein. Wieder wird eine Figur im Star Wars- Universum gefestigt, wie es bereits mit Quinlan Vos bestens gelang. Jennir allerdings ist keine solch zerrissene Gestalt wie Vos. Er ist eher der Jedi, wie man ihn sich vorstellt. Ehrenhaft, heldenhaft, findig, ein Freund in der Gefahr, einer, der seine Fehler, die er im Dienste der Republik gemacht hat, bereut. Die Kämpfe auf Neu-Plympto verlangen seinen Fähigkeiten als Stratege alles ab – bis auch er bitter erkennen muss, dass er einen verlorenen Kampf kämpft.
Der weißhaarige Jedi, dessen äußerliche Erscheinung an einen Elf (aus allseits bekannten Fantasy-Geschichten) erinnert, bildet mit Bomo ebenfalls ein spannendes und interessantes Duo. – Solche Teams finden sich immer wieder im Star Wars-Universum. Das bekannteste Duo dürfte wohl Han Solo/Chewbacca sein, aber auch viele Meister/Padawan-Beziehungen waren immer wieder Grundlage für Erzählungen, die den Krieg der Sterne vorantrieben.

Hier ist es gerade die absolute äußerliche Unterschiedlichkeit, die den optischen Reiz dieses Duos ausmacht. Bomos Körper ist zwar klein, aber durchaus humanoid zu nennen, während sein Kopf an einen urzeitlichen Triceratops erinnert. Kann Zeichner Douglas Wheatley schon hervorragend mit menschlichen Figuren umgehen, sind seine Ideen und Umsetzungen bei anderen Wesenheiten noch gelungener. Ein biberähnliches Wesen bringt einen zum Schmunzeln, während die große weiße Katze an die spannende und charmante Herkunfts-Trilogie von Han Solo erinnert, als er noch nicht im Besitz des Millennium Falcon war.
Die Vielfalt der Wesen wird besonders schön im Raumschiff der Flüchtlinge gezeigt, in dem Jennir und Bomo Unterschlupf finden.

Wer das Organische in den Zeichnungen lobt, darf Wheatleys Begabungen bei technischen Zeichnungen nicht vergessen. Seien es Raumschiffe und Detailausschnitte wie Cockpits oder Geschützstände, natürlich auch Rüstungen, stets passen die Grafiken wie die Faust auf’s Auge.
Dank der Kolorierung von Ronda Pattison erlebt der Leser wie auch der Zuschauer im Kino den Effekt des gebrauchten Universums, der die Saga so augenfällig von anderen Space Operas abhob.

Ob Dark Times ein ähnliches Event wird wie das Dunkle Imperium, bleibt noch abzuwarten. Spannend ist es bereits jetzt und präsentiert sich in einem tollen grafischen Gewand.
Fans kommen ohnehin nicht an dieser Geschichte vorbei. Wer darüber hinaus erst durch Episode I-III auf den Geschmack gekommen ist, erlebt mit Dark Times einen gelungenen Fortsetzungsauftakt. 😀

Spawn 73

Filed under: Mystery,Superhelden — Michael um 11:32

Spawn 73Die Hexe Nyx ist in der Hölle angelangt, so wie sie es gewollt hat. Sie stahl dem Spawn die Kräfte. Alles was sie will, ist, ihre Freundin aus der Verdammnis zu befreien. Dafür setzt sie alles auf eine Karte. An der Seite des Redeemers überquert sie die Weiten der ewigen Finsternis.
Der Weg ist lang. Er ist beschwerlich in dieser Unwirklichkeit, in der Nyx zu etwas anderem geworden ist. Nun besitzt sie das Äußere einer dämonischen Dienerin, aber auch einer Kriegerin. Leider weiß sie ihre Fähigkeiten bei weitem nicht so einzusetzen, wie es Al Simmons, dem späteren Spawn gelungen ist.
Allerdings hat sie für den kämpferischen Part einen Krieger Gottes an ihrer Seite, der, in der Hölle gefangen, ihr helfen will, um diesem Irrsinn zu entkommen.

Der Redeemer ist frei. Endlich. Nach so langer Zeit erstrahlt sein Licht wieder im Orbit der Erde. Endlich kann er wieder frei und unbeschwert fliegen.
Aber auch Nyx ist aus der Hölle zurückgekehrt. Sie hat ihre Aufgabe erfüllt und ihre Kräfte sind vergangen. Sie hat ein Geschäft gemacht. Ihr Geschäftspartner fordert nun den Gefallen ein, den sie ihm angeboten hat – aus reiner Notwendigkeit, nicht aus freien Stücken.
Auch der Spawn ist zurück. Und er ist wütend. Nyx weiß, was sie getan hat und sie ist bereit, den Preis für ihre Taten zu bezahlen.

An einem ungewöhnlichen Ort entstand eine Freundschaft, die seltsam genug ist. Der Redeemer wird Nyx nicht im Stich lassen.
Der Spawn kennt den Redeemer bereits und steht auch göttlichen Kräften nicht zum ersten Mal gegenüber. Die Auseinandersetzung der beiden Kontrahenten wird mit aller Härte geführt. Obwohl Spawn der Hölle feindlich gesinnt ist, stehen sich die beiden Mächte, die sie symbolisieren, keineswegs neutral gegenüber. Kaum wieder im Besitz seiner Kräfte muss Al Simmons um sein Überleben streiten.

Der Spawn ist zurück in deutschen Comic-Gefilden.
Horror-Comics wie der Spawn hatten es nicht gerade einfach in den Regalen. Einerseits musste immer wieder auf die Gewaltdarstellungen geachtet werden, andererseits ist es auch Geschichte, die zwar ungeheuer phantasievoll und phantastisch erzählt wird, aber sich abseits des Mainstreams bewegt.

Mit Ausgabe 73 und einem Verlagswechsel geht die Saga nach einer zeitlichen Pause endlich weiter. Das Besondere an Spawn ist nicht nur die grafische Gestaltung, die beispielsweise von Todd McFarlane und dem außergewöhnlichen Angel Medina mitgeprägt wurde, sondern es ist diese absolut düstere Erzählweise, in der sich der Leser mitten in den Auseinandersetzungen zwischen Engeln, Teufeln, Dämonen, Vampiren und vielen anderen Monströsitäten wieder findet. Nicht umsonst gehört Spawn zu einer der neuen langlebigen Figuren im Comic-Bereich, weil sie in der Tat innovativ gewesen ist.

Im vorliegenden Band, der gleich mit drei Geschichten, die fortlaufend erzählt werden, aufwarten kann, treffen gleich zwei unterschiedliche grafische Stile aufeinander. Nat Jones, der die Episode in der Hölle darstellt, setzt starken schwarzen Flächen dunkle Farbtöne entgegen. Die Hölle ist ein trostloser Ort, in der selbst ein Gesandter des Himmels wie der Redeemer sein Leuchten verliert.
Der kraftvollen Linienführung von Jones steht der feine Strich von Angel Medina in den Nachfolgeepisoden gegenüber. Medina ist ein wirklich besonderer Zeichner, dessen Stil sofort erkennbar ist. Seine Darstellung ist manchmal so überbordend, dass ein Motiv sogar auf den ersten Blick unerkennbar sein kann. Detailausschnitte werden erst nach und nach sichtbar. Da schauen den Betrachter riesige Augen an und es wird einem schon ein Blick unter einen gigantischen Fingernagel gewährt. Alles, was in anderen Comics kaum eines Blickes gewürdigt wird, erfährt durch Medina eine völlig neue Sichtweise.

Diese Darstellung ist mit für den Erfolg Spawns verantwortlich. Sie machte die Geschichte zu etwas anderem in den Comics, etwas, das sich darüber hinaus immer noch sehr selten in anderen Publikationen findet. Medinas Bilder sind beinahe experimentell zu nennen. Aus der Sicht des Lesers kann man nur dankbar sein, dass Medina eine Chance bekommen hat, ein wenig gegen den allgemeinen Strich zu zeichnen.

Dieser Neuanfang kann auch als Neueinstieg für Neuleser gelten, sofern sie sich von einer geheimnisvollen Vergangenheit Spawns nicht abschrecken lassen. Vieles von dem, was Spawn ausmacht, ist hier bislang nicht sehr relevant. Die Atmosphäre ist dunkel, als würde die Geschichte stets von der Endzeit unterstrichen.
Verdientermaßen ist Spawn zu einem Horror-Klassiker geworden! 😀

Spider-Man 35

Filed under: Superhelden — Michael um 11:23

Spider-Man 35Wir mögen keine Superhelden. Wo Superhelden sind, gibt es auch Superschurken. Und wer weiß? Vielleicht wird aus einem Superhelden eines Tages ein durchgedrehter Superschurke? Alles schon vorgekommen. – So oder ähnlich lauten die Vorbehalte gegen Superwesen, die sich in der Gesellschaft immer mehr verfestigen.

Inmitten dieser Vorurteile versucht Peter Parker seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Die Stimmen, die nach einer Registrierung aller Superwesen rufen, werden immer lauter und erlangen in der Öffentlichkeit immer mehr Gewicht. Peter ist im Zweifel. Immer hat er gefürchtet, dass seine Identität bekannt wird und somit diejenigen, die ihm am liebsten sind auf der Welt, zur Zielscheibe werden. Peter fürchtet um das Leben von Tante May und seiner Frau Mary Jane.

Tony Stark, der kein Geheimnis mehr um sein Leben als Iron Man macht, stellt Peter vor eine ganz einfache Wahl, bei der es keinen Mittelweg gibt. Peter wird sich entweder auf die Seite des Gesetzes stellen oder er wird zum Gesetzlosen werden. Als solcher wird er kein Rächer mehr sein können. Er würde zu dem, was Jonah Jameson immer im Daily Bugle gepredigt hat.

Dynamo kann es nicht lassen. Seine Kräfte reichen ihm auf herkömmliche Weise nicht mehr. Also beschließt er, diese mittels einer kleinen Apparatur zu verstärken. Spider-Man beeindruckt diese Kraftsteigerung aber keineswegs. Mit einem hat er jedoch nicht gerechnet: Mit einer eigenen Kraftsteigerung. An den Wänden zu haften ist für Spider-Man inzwischen die normalste Angelegenheit der Welt. Doch was passiert, wenn die Haftkraft zu groß wird und er die halbe Wand bei einer Kletterpartie mit sich nimmt? Oder alles andere an ihm haften bleibt? Zeitungen, Tiere, von seinem Netz ganz zu schweigen.

Peter Parker wollte einen normalen Lehrertag im Museum verbringen. Seine Erfahrung hat ihn gelehrt, dass Schüler zwar anstrengend sein können, aber sie machen keinen so großen Ärger wie Superschurken.
Was tun, wenn bei seiner Allerweltsarbeit, plötzlich Helden und Schurken auftauchen? Nichts Böses ahnend, bricht plötzlich die Decke des Museums ein und ein aufgeregter Ben Grimm alias Das Ding macht den Ausstellungsraum zu seinem Kampfschauplatz gegen ein Mitglied der Wrecking Crew: Crusher Creel. Das Ding ist wenigstens so höflich, die Augenzeugen zu warnen. Creel nimmt keinerlei Rücksicht.
Nur, wie soll es Peter schaffen, in diesem Durcheinander als Spider-Man einzugreifen?

Spider-Man 35 bringt dem Leser drei Geschichten, drei Stile, erzählerisch wie zeichnerisch, und gibt so einen sehr guten Querschnitt von dem, was sich gerade in Peters Leben abspielt.

Den Auftakt, unter der Regie von J. Michael Straczynski bildet der erste Teil von Krieg im eigenen Land, einem Erzählstrang der übergreifenden Storyline von Civil War, jenem neuen umwälzenden Abschnitt aus dem Marvel-Universum.
Die Superhelden werden gezwungen, sich für eine Seite zu entscheiden. Sie müssen ihre Masken fallen lassen. Wer weiterhin verdeckt agieren will, stellt sich gegen das Gesetz und ist fortan ein Gesetzesbrecher. Bisherige Heldentaten werden nicht als strafmildernd akzeptiert. Die Öffentlichkeit mag all die Schäden und Opfer nicht mehr hinnehmen, die durch die Kämpfe in den Städten geschehen (oder im All, in anderen Dimensionen und und und). – Die endgültige Wende bilden die schreckliche Verwüstung und hunderte von Todesopfern, die eine Folge der Verhaftung von Superschurken durch ein sehr dilettantisch agierendes Heldenteam wird. (siehe Civil War 1)
Von all dem weiß Spider-Man zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Die Entscheidung Peter Parkers ist ein wirklich Wendepunkt in der Spider-Man-Saga. Straczynski hat sie geschrieben. Leider ist sein Kollege John Romita Jr. nicht dabei. Doch kann der Leser mit der Arbeit von Ron Garney auch zufrieden sein. Garney ist viel realistischer orientiert als Romita Jr. und er kann sich mit seinen Zeichnungen mit den besten seines Fachs messen. Die Tuschestriche, die von Bill Reinhold ausgeführt sind, tun ihr Übriges, um sehr gute Bilder entstehen zu lassen.
(Darf ich sagen, dass mir das neue Spidey-Kostüm nicht gefällt? Gut jedenfalls, dass wieder sein altes Kostüm herausholt.)

Die anderen beiden Geschichten haben eine humorvolle Grundstimmung. Ganz besonders jene Episode um den Saft, der Haftkraft schafft. Spidey hatte schon die eine oder andere Schwierigkeit, mit seiner Spinnenkraft umzugehen. (Man erinnere sich nur, an die Nachstellungen anderer Spinnenwesen oder die Verwandlung.) Aber die neue Bodenhaftung ist schon sehr ungewöhnlich. Der Humor in dieser Form ist fein zu lesen und es ist immer wieder schön, wenn die sonst so ernsten Helden sich selbst mal auf die Schippe nehmen – oder besser nehmen lassen.
Auf Spidey passt es jedenfalls – sind doch seine witzigen Sprüche in der letzten Zeit etwas Mangelware geworden.

Eine gelungene Mischung aus Geschichten und ein sehr guter Auftakt zu Spideys persönlichem Civil War. (Mit einem sehr schönen privaten Bild von Peters kleiner Familie.)

Samstag, 07. April 2007

Spirou + Fantasio auf ARTE

Filed under: Meldungen — Michael um 13:49

Spirou + Fantasio im FernsehenDie Zeichentrickserie „Spirou und Fantasio“ wurde unter der Feder des Belgiers André Franquin bekannt. Die Abenteuer von Spirou und Fantasio sind von einer Reihe liebenswerter Nebenfiguren bevölkert: zum Beispiel dem Grafen von Rummelsdorf und dem berühmten gelben Fabelwesen mit schwarzen Punkten, dem Marsupilami. ARTE zeigt die Sendung auf Französisch mit deutschen Untertiteln.

Gesendet werden die Episoden Virus, Marylin ist nicht zu stoppen und Penelope spielt verrückt.

Die Termine:
Sonntag, 8. April 2007 um 08.25 Uhr (Wiederholungen : 11.04.2007 um 09:15, 12.04.2007 um 10:35) – Link zur Beschreibung
Sonntag, 15. April 2007 um 08.25 Uhr (Wiederholungen : 18.04.2007 um 09:15, 19.04.2007 um 10:35) – Link zur Beschreibung
Sonntag, 22. April 2007 um 08.25 Uhr (Wiederholungen : 25.04.2007 um 09:15, 26.04.2007 um 10:35) – Link zur Beschreibung

Danke für den Tipp an Martin und Markus.

Donnerstag, 05. April 2007

PAX ANIMAE – Der Meister und der Mangaka

Filed under: Meldungen — Michael um 13:15

Pax Animae - Der Meister und der MangakaEigentlich ist der Comic eine Erfindung des 19. Jahrhunderts. Tatsächlich aber ist die bildhafte Erzählung ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Kultur. Als Beispiel hierfür darf die Ursula-Legende gelten, deren 15 Tafelbilder zwischen 1455 und 1460 entstanden. Diese Bilderfolge ist im Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud zu sehen. Sie erzählt die Geschichte der heiligen Ursula, die angeblich im 4. Jahrhundert zusammen mit 11.000 Jungfrauen von den Hunnen in Köln getötet wurde.

In einem gemeinsamen Buch- und Ausstellungsprojekt stellen Egmont Manga & Anime und das Wallraf dem anonymen Meister der spätgotischen Ursulalegende nun einen modernen Meister der Mangakunst gegenüber: Sascha Schätzchen. In dem Buch PAX ANIMAE und der Ausstellung Der Meister und der Mangaka treffen die alten, hölzernen Tafelbilder auf fünfzehn Mangaseiten mit einer ganz eigenen Version der Ursula-Legende. Die heilige Ursula kehrt vor der Kulisse der Domstadt als zutiefst über die Vermarktung ihres Martyriums verstörte, mordende Heldin zurück und versucht ihren Seelenfrieden (PAX ANIMAE) wiederzufinden. Die Begegnung des Mangaka mit dem Meister ermöglicht dem Betrachter des Buches und der Ausstellung einen neuen Blick auf die vertraut geglaubte Geschichte der heiligen Ursula.

Neben einer auf 300 Exemplare limitierten Ausgabe des Dialogs der Originale (19,90 Euro, Vorstellung am 13. April, Erscheinungsdatum 16. April 2007) können sich Kunst- und Comic-Interessierte die Ausstellung der Bilder, historische wie auch Manga-Version, vom 17. April bis zum 20. Mai 2007 im Wallraf-Richartz-Museum in Köln anschauen.

Info-Link: www.museenkoeln.de/wallraf-richartz-museum/
Quelle: EMA Pressemitteilung

Samstag, 31. März 2007

The Portent – Das Reich der Geister

Filed under: Abenteuer,Mystery — Michael um 9:53

The Portent - Das Reich der GeisterEs ist eine dunkle Welt, die sich die Lebenden, die Toten und die Geister teilen. In dieser Welt ist Milo unterwegs. Er will ein Held sein. Was kann es besseres geben?
Aber Helden sind nie besonders gelitten, noch weniger, wenn sie Menschen sind. Und noch viel weniger, wenn sie die Regionen der Geister betreten. Doch Milo ist niemand, der sich ins Bockshorn jagen lässt. Die ersten, die versuchen, ihn aufzuhalten, müssen ihren Hochmut mit dem Leben bezahlen. Milo ist noch lange nicht an seinem Ziel. Bald stellt sich heraus, dass er der Auserwählte ist. Als solcher sind die Geister, die er auf seinem Weg besiegte, kleine Fische. Seine wahre Aufgabe ist viel größer. Vielleicht zu groß für ihn?

An Milos Seite ist Lin, eine magisch begabte Fee, und Alkuin, ehemals ein Gott und Kämpfer, nun ein alter Mann, der die jungen Leute anleitet und seine letzte Reise antritt. Nichts in dieser Gruppe ist, wie es zu Beginn scheint. Jeder der drei macht eine Wandlung durch. Am Ende steht Respekt und Zuneigung, wo keine vorher war und sogar Feindschaft, als einer, der sein Leben für die anderen gab, von den Toten zurückkehrt.

Die Welt von The Portent ist ungewöhnlich anders erzählt, als der Leser es von anderen Fantasy-Events her kennt. Diese Welt ist düsterer, einsamer. Die Lebewesen leben in einer seltsamen Form von Dunkelheit. Zwar gibt es den Tag- und Nachtwechsel, aber trotzdem entsteht der Eindruck einer ewig währenden Dunkelheit.

Diese Atmosphäre steigt von Kapitel zu Kapitel. Milos Gang hin zum Abenteuer, um seinen Status als Auserwählten zu erfüllen, ist wie ein Abstieg zur Hölle. Wer sich im Bereich von Fantasy-Comics umgetan hat, könnte möglicherweise einen Vergleich zu Die Gefährten der Dämmerung ziehen. Die mythische Atmosphäre ist ähnlich. Sie ist hier nicht direkt greifbar. Es gibt für den Leser keinen Halt an bekannten Elementen.
Das macht The Portent zu etwas ganz Besonderem. So manche Begegnung währt nur kurz. Andere Autoren würden aus einer aufmarschierenden Armee oder einem Baumgeist, der ein Kind entführt eine längere Episode machen. Autor und Zeichner Peter Bergting überrascht den Leser, indem er es, als wäre es die normalste Sache der Welt, eher wie in einer Fußnote abhandelt oder den Abschnitt im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Knall beendet.

Bergting erklärt nicht. Der Leser wird zum Reisebegleiter. Er wird gezwungen, die Welt mit Milo zu erfahren. Es ist eine seltsame leere Welt. Sie verfügt nicht über überbordende Fantasy-Städte, es findet sich nicht einmal ein Gehöft auf ihrem Weg. Die Protagonisten, und so auch der Leser, erfahren zwar, dass die Menschen aus einem nahe gelegenen Dorf einem Baumgeist ein Kind opfern wollten, doch die Menschen selbst werden nicht gezeigt. Durch diesen Mangel an Leben oder auch Lebewesen bleibt die Landschaft leer und wird zu einem (Alp)Traumgebilde.
Allerdings wird die Welt auf diese Art selbst zu einem Darsteller. Anfangs ist sie einfach nur leer, später wird sie durch die unwirtliche Umgebung sogar zu einem Feind. Als die Helden die andere Welt betreten, um ihre eigene zu retten, wird dieser Aspekt noch viel offensichtlicher.

Ein sehr schöner Einfall ist der des sprechenden Raben, eine Tierart, die in der nordischen Mythologie an der Seite eine wichtige Rolle spielen und der auch hier eine ähnliche Aufgabe erfüllt. – Ich hätte mir ein bißchen mehr dieser tierischen Protagonisten gewünscht, weil es ganz wunderbar am Beispiel des Raben in die Geschichte hineinpasst.

Darf man sagen, dass die Geschichte ein wenig Schwermut umgibt?
Zieht man die Heimat von Bergting in Betracht, findet sich hier tatsächlich jener Schwermut der skandinavischen Länder, der Filme von Ingmar Bergman oder Wallander-Krimis durchströmt.
Das Leben fällt schwer in dieser Welt, weil Leben irgendwie nicht akzeptiert wird. Milo, der Held, nimmt lieber eine andere Herkunft an, als seinen eigenen Weg zu gehen. Allerdings nimmt er die fremde Identität mit aller Konsequenz an. So gesehen ist der vorliegende Band, je mehr man in The Portent in der Tiefe gräbt, ein sehr intelligenter Comic.
Am Ende steht die Hoffnung und die Aussicht auf etwas Besseres – was das sein kann, bleibt offen. Die aufgehende Sonne vertreibt die Schatten aus dem Tal. Ein schönes Bild und ein schöner Schluss nach einem fulminanten Showdown.

Der zeichnerische Stil von Peter Bergting folgt einer modernen Darstellungsweise, die ein Mike Mignola so populär gemacht hat. Dieser Stil wirkt leicht, ist etwas abstrahiert, er deutet manchmal nur an und wirkt, ganz gleich ob schwarzweiß oder in Farbe immer ein wenig düster.
So ist es auch kein Wunder, dass Peter Bergting auch schon für Hellboy gearbeitet hat. Sein Stil fügt sich wirklich auf das Beste in das bestehende Hellboy-Universum ein.

Noch ein kurzes Wort zur angehängten Bildergalerie.
Darin findet sich auch ein Bild von Michael Wieringo, der mit seiner Illustration seine Vorstellung von Milo, Lin und Alkuin zeigt. (Wieringo trat als ein wirklich guter Zeichner der F4 in Erscheinung.) Dieser vollkommen entgegengesetzte Stil zu Bergting zeigt sehr schön, wie die Zeichnungen eine Geschichte beeinflussen. Wieringo wirkt optisch eher etwas disneyhaft, so dass bereits die Illustration etwas schmusig märchenhaftes hat.
Bergting hingegen erzählt hart und kompromisslos und verdeutlicht das durch seine Zeichnungen. – Aber er erzählt auch nicht ohne Humor. Herrlich wie der große Held gegen den Baumgeist antreten will und auf recht einfache Weise gestoppt wird.

Eine andere Fantasy, mit skandinavischer Schwermut und fernöstlicher Melancholie, spannend, tragisch, abenteuerlich und voller phantastischer Einfälle, präsentiert in kalten bis feurig glühenden Farben. So kann über das Ende der Welt auch erzählt werden. Sehr gut!

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