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Comic Blog


Samstag, 27. Oktober 2007

MangaMagie VI – Die Gewinner

Filed under: Meldungen — Michael um 19:07

Manga Magie 2007Julia Kutsch, Annelie Kretzschmar & Maren Marmulla gewinnen MangaMagie VI.

Im Namen von Kölner Stadtrat und Oberbürgermeister kürte heute der Kulturausschussvorsitzende Dr. Lothar Lemper im Historischen Rathaus der Domstadt die Gewinner des 6. Nachwuchswettbewerbs MangaMagie. Bei diesem Wettbewerb hatten sich 886 TeilnehmerInnen aus ganz Deutschland mit einem achtseitigen Manga um die Hauptpreise der zwei Altersgruppen beworben.
Siegerin der Altersgruppe 12-17 Jahre (= 500 €) wurde Julia Kutsch (16 Jahre, lks.) aus Petersberg (bei Fulda) mit dem Manga „Mademoiselle Clafoutis“, worin sie zeigt, dass auch mysteriöse Ereignisse zum Schulbesuch motivieren können…
Platz 2 ging an Natalia Schiller (17 Jahre) aus Landsberg/Lech und Platz 3 an Laura Fernandez Exposito (16 Jahre) aus Lahnau.

Den ersten Platz der Altergruppe 18-26 Jahre (= 1000 €) erreichte die Gruppenarbeit „Escape Ade“ der 22jährigen Annelie Kretzschmar aus Berlin und der 19jährigen Maren Marmulla aus Dortmund. In ihrem Manga geht es um ein geheimnisvolles Internat, diversen finsteren Gestalten und was passiert, wenn die Phanasie mit einem durchgeht… Die Plätze 2 und 3 errangen Anke Grunwald (19 J.) aus Leipzig bzw. Luisa Velontrova (19 J.) aus Luckenwalde.

Quelle: Presseinfo MangaMagie 6/2007

Freitag, 26. Oktober 2007

Hägar der Schreckliche – Gesamtausgabe 1973-1975

Filed under: Cartoon — Michael um 17:31

Hägar der Schreckliche - Gesamtausgabe 1973-1975Helga hätte gerne einen Mann, der reinlicher ist. Oder aufmerksamer. Einer, der ihr Blumen mitbringt. Oder wenigstens etwas Schönes für den Haushalt. Aber leider ist ihr Mann nicht irgendein Mann, sondern Hägar der Schreckliche.
1973 begann die Erfolgsgeschichte einer Figur, die einen trockenen und herzlichen Humor in aller Welt verbreiten sollte. Den Auftakt druckten bereits 136 Zeitungen ab, heute drucken immer noch rund 2000 Zeitungen weltweit die Abenteuer des grantigen und rauflustigen Wikingers. Hägar, so scheint es, ist vom Ruhestand weit entfernt. Der Humor eines längst vergangenen Jahrzehnts im vergangenen Jahrhundert trägt und begeistert nach wie vor.

Trottel! Ihr habt uns letzten Monat ausgeraubt!

Dik Browne, Autor und Zeichner, nutzt diverse Inhalte und Vorgaben als Grundlage seines Humors. Zu Beginn steht sicherlich die Zeit, in der ein Wikinger eben so lebt. Es ist ein dunkles Mittelalter, und der richtige Wikinger bricht auch immer wieder auf, um über die Völker an Englands und Frankreichs Küsten herzufallen. Ritter müssen bekämpft und Burgen belagert werden. Solche Raubzüge erfolgen natürlich mit unterschiedlichem Erfolg. Eine Belagerung will gut durchdacht sein – vor allem gilt es auch ein Augenmerk auf den Feind zu werfen, denn es könnte vielleicht ein Riese sein.

Monatelang habe ich von einem Ende Englands bis zum anderen Angst und Schrecken verbreitet! Gebrandschatzt! Geraubt! Geplündert! Ich finde, in meinem eigenen Heim habe ich etwas Ruhe und Frieden verdient!

Ist es nicht der ständige Kampf, den Hägar der Schreckliche sucht, ist es der Trost in der Feier, in einer ordentlichen Portion Bier. Der Schwerpunkt von Hägars Abenteuern liegt in den abgedruckten zwei Jahren deutlich auf seinem Familienleben. Seine Frau Helga hat durchweg etwas zu mäkeln, die reizende Tochter Honi will unter die Haube gebracht werden und der Sohn Hamlet – nun, es wäre ganz schön, wenn er weniger Wert auf Bücher legen würde.
Und als wäre das noch nicht genug, gibt es da noch Sven Glückspilz, dessen Name eher Wunschdenken ist und keine Umschreibung seines tatsächlichen Händchens für das Schicksal, denn in der Nähe von Hägar ist ihm nur selten das Glück beschieden.

In dieser Ausgangssituation treibt Dik Browne seinen Schabernack. Seine Phantasie und sein Humor scheinen kein Tief zu kennen. In den Sketchen, rein Schwarzweiß gehalten, aufgeteilt auf jeweils ein bis vier Bilder, entfaltet Browne Wortwitz ebenso wie Bilderwitz oder gelungene Zusammenspiele beider Varianten.
In seiner ganzen Bandbreite hat Hägar außerdem für jeden etwas zu bieten. Die Szenen einer Ehe im trauten Wikingerheim haben bis heute Allgemeingültigkeit und es hat den Anschein, dass all unsere Comedians in deutschen Landen, die mit diesem Thema über die Bühnen tingeln kaum etwas Neues beizusteuern haben. Hägar ist ein kleiner Prolet, also ein echter Mann, der längst ein Wörterbuch zum Thema Mann/Frau – Frau/Mann auf den Markt gebracht haben könnte – Moment, das hat er sogar!

Helga: Das Schlimme ist … Unsere Ehe hat das Geheimnisvolle verloren. Weg! Fort! Dahin!
Hägar: Für dich vielleicht, Schatz! Du bist mir immer noch ein Rätsel!

Wer die einzelnen Strips aufmerksam liest, muss lachen. Zahlreiche Sitcoms mögen sich hier ihre Inspiration geholt haben, nicht nur auf dem Gebiet der Mann/Frau-Thematik. Honi, jung und forsch, leidet unter ihrer Stärke und genießt andererseits ihre Ausstrahlung. Sie ist Frau genug, um sich den Hof machen zu lassen, aber auch Manns genug, um einen Konflikt per Armdrücken zu lösen. Ein Liebeslied wird auch schon mal mit dem Schwert erzwungen.
Hamlet ist der Sohn, der ernsthaft und strebsam ist und jede Pisa-Studie Lügen straft. Auf diese Weise ist er auch eine fleischgewordene Strafe für seinen Vater, der viel lieber einen Haudrauf als Sohn hätte. Doch alle Bemühungen das Verhalten des Sprösslings zu ändern scheitern kläglich.

Du kannst weder rudern noch kochen, Sven Glückspilz … Könntest du Ausschau halten? – Nach vorne, Depp!

Zum guten Schluss ist Slapstick Trumpf. Oder auch absolute Albernheit. Eine mannsgroße Mausefalle, mit einer Flasche Wein bestückt, für versoffene Wikinger gedacht, spricht für sich und bedarf keiner weiteren Erläuterung. Neben seiner zeitübergreifenden Komik verbindet Hägar durch seinen Humor außerdem die verschiedenen Kulturen, weil schlicht und ergreifend nicht nur für jedes Alter oder Geschlecht etwas dabei ist, sondern ganz einfach für jeden.
Dik Brownes Humor ist ein Paradebeispiel dafür, wie man verschiedensten Lesegruppen Freude bereiten kann, ohne auch nur einer davon auf den Schlips zu treten.

Hägar: Mein Bart ist nicht ganz rot. Da sind winzige silberne und goldene Sprenkel drin. Findest du nicht, das sieht vornehm aus?
Helga: Das sind Dorschschuppen.

Hägar der Schreckliche – Gesamtausgabe 1973-1975: Bei Amazon bestellen

Andi ist wieder da!

Filed under: Meldungen — Michael um 17:15

Nachdem vor rund zwei Jahren die Figur Andi bereits mit einer Comic-Geschichte über die Gefahren des Rechtsextremismus aufklärte, ist nun eine neue Ausgabe erschienen, die sich dem islamischen Extremismus auseinandersetzt. Unter der Schirmherrschaft des Innenministeriums von Nordrhein-Westfalen entstand dieses Projekt. Da das erste Projekt gut angenommen und somit als Erfolg gewertet wurde, setzt man in NRW mit der neuen Geschichte, in der ein Hassprediger als Beispiel dient, auf einen ähnlichen Aufklärungserfolg.

Die zweite Episode von Andi geht mit einer Auflage von ca. 100.000 Exemplaren an den Start. Beide Comics stehen auch als Download bereit.

Unter www.andi.nrw.de erfährt man mehr über die beiden Episoden und ihre Inhalte.

Quelle: andi.nrw.de und WDR2-Nachrichten

Mittwoch, 24. Oktober 2007

Marvel Horror – Ghost Rider

Filed under: Mystery — Michael um 19:53

Marvel Horror - Ghost RiderJohnny Blaze kann fahren. Soll die Welt, soll seine Angebetete ihn doch für einen Feigling halten. Niemals wird er mit seinem Können in der Manege auftreten, so wie es Crash Simpson macht.
Eines Tages ist es soweit. Crashs großer Tag steht bevor, ein Auftritt im berühmten Madison Square Garden. Wer es bis dorthin als Künstler, Sportler oder Artist schafft, ist in gewissem Sinne in seinem Beruf geadelt. Aber die bevorstehende Vorstellung steht unter einem schlechten Stern. Johnny geht einen Handel mit dem Bösen ein. Doch es kommt, wie es kommen muss: Johnny wird betrogen.

Als Ghost Rider rast Johnny durch die Nächte. Eines Tages begegnet er einem Motorradfahrer, der ihm Verständnis entgegenzubringen scheint. Bald schon wird aus der neuen Freundschaft eine Falle. Voller Schrecken stellt Johnny fest, wer ihm das Leben nehmen will. Hin und her gerissen zwischen der Bedrohung und seinen Empfindungen, stellt sich der ehemalige Stuntman schließlich dem unvermeidbaren Kampf.

Die erste Ausgabe der klassischen Ghost Rider-Geschichten ist Nostalgie pur. Gary Friedrich beschäftigte sich ausführlich mit dem Motorradakrobaten Johnny Blaze und legte das Schicksal vor, dass vor kurzer Zeit im Kino mit Nicolas Cage für Furore sorgte.
Der Teufel spielt nicht fair. Johnny wollte seinen Ziehvater retten und vor einer tödlichen Krankheit bewahren. Stattdessen stirbt Crash Simpson durch einen Unfall, während eines Stunts, von dem er jahrelang geträumt hat. Mit Simpson stirbt auch Johnnys Hoffnung auf ein normales Leben. Eine lange Odyssee beginnt. Immer wieder versuchen neue (und alte) Feinde dem dämonischen Motorradfahrer aufzulauern.

Friedrich, der Autor dieser Episoden, lässt sich dazu einiges einfallen. Es ist nicht nur die Rache, die den Ghost Rider aus dem Totenreich erfährt. Das Blatt wendet sich mitunter schnell. Ein wenig fühlt man sich angesichts der vielen Mystik und der Erzählstruktur an alte Conan-Comics erinnert. Es ist etwas schlichter, der Held wird bedrängt, ist verzweifelt, wird ein ums andere Mal hereingelegt und Verschnaufpausen gibt es kaum. Interessant ist, wie bereits kurze Zeit nach der Einführung des düsteren Helden ein Nachspiel erfolgt. Wenig später, alles scheint ausgestanden, erwartet den verfluchten Rennfahrer die Mystik der amerikanischen Ureinwohner. Ein Medizinmann hat es auf Johny abgesehen.

Johnny fällt seinem Ehrgeiz oder auch seiner Nachlässigkeit zum Opfer. Die Worte heiliger Boden sollten für Johnny inzwischen eine Bedeutung haben. Immerhin hat er durch das Böse einen Teil seiner Menschlichkeit verloren. Er kann auch nicht behaupten, nicht gewarnt worden zu sein – und trotzdem nimmt er das Verbot auf die leichte Schulter.
Mag die Geschichte auch schlicht sein, ist es dennoch überraschend, welche Wendungen Friedrich einbaut, wie sehr sich die Handlung immer weiter bis zu einem außerordentlichen Kampf steigert. Der Ghost Rider zeigt unter Friedrichs Regie, dass er noch eine ganze Reihe von Fähigkeiten besitzt, die weit über das Motorradfahren und das brennende Äußere hinausgehen.

Optisch sind die Episoden, wie auch die erwähnten Conan-Comics, nicht mit aktuellen Produktionen zu vergleichen. Eine Computerkolorierung, wie sie heutzutage gang und gäbe ist, könnte dieses Bild gehörig ändern. Ersichtlich ist bereits hier, wie die Arbeit eines Zeichners wie Tom Sutton unter der Arbeit eines Inkers gewinnt oder auch leidet, je nach Ansicht. Ein guter Inker in diesem Fall ist Jim Mooney, während Sid Shores etwas zu nachlässig ans Werk geht.
Der Auftaktzeichner Mike Ploog gehört zur guten alten Schule. Man darf eine solide Leistung erwarten, aber man muss es auch vor dem Hintergrund einer ebenso guten alten PulpMentalität sehen, die die Comics heutzutage mehr und mehr hinter sich lassen.

Ein sentimental zu nennendes Comeback des brennenden Helden mit dem Totenschädel zeigt, wie alles einmal im wahrsten Sinne des Wortes und des Bildes begann. Mike Ploog, Tom Sutton und Gary Friedrich führen dem Leser vor, wie Comics einmal erzählt wurden, in Zeiten als Marvel-Comics wie Conan, Dracula und Frankensteins Monster Hochzeiten erlebten. Für Fans und Nostalgiker top.

MangaMagie VI – Preisverleihung

Filed under: Meldungen — Michael um 11:17

Manga Magie 2007Am Samstag, 27.10. werden in Köln im Historischen Rathaus (Piazetta) die Sieger von MangaMagie VI bekannt gegeben.

Fast neunhundert junge Talente (genau 886) aus ganz Deutschland haben sich in diesem Jahr am 6. Nachwuchswettbewerb MangaMagie beteiligt und sich mit einem achtseitigen Manga um die Hauptpreise (1000,-€/500,- €) der zwei Altersgruppen beworben. Mehrere Wochen hat die Jury in oft langen Sitzungen und unterschiedlichen Zusammensetzungen getagt, damit am kommenden Samstag die Sieger/innen bekannt gegeben werden können.

Für die Musik bei dieser Veranstaltung sorgt die Kölner Rockgruppe OFFBEAT.

Außerdem kommt die professionelle Mangazeichnerin Anike Hage zur Preisverleihung
und signiert. Anike Hage, 1985 in Wolfenbüttel geboren, wurde u.a. durch die Mangaserie
„Gothic Sports“ bekannt.

Quelle: MangaMagie Presseinfo 5/07

Montag, 22. Oktober 2007

The Darkness – Werkausgabe Band 9

Filed under: Mystery — Michael um 16:49

The Darkness - Werkausgabe Band 9Jackie Estacado ist am Boden zerstört. Jenny ist tot. Die einzige Frau in seinem Leben, die ihm jemals etwas bedeutet hat, wurde geradezu hingerichtet. Sein Onkel schickte ihm ein Video. Nichts ahnend legte er das Band ein und sah den Tod des Menschen, den er aufrichtig liebte.
Dabei war es nicht Jenny, die etwas falsch gemacht hatte. Jackie hatte den Fehler begangen, jemanden in sein Leben zu lassen, der am Ende für seine Vergehen büsste. Ein Druckmittel, ein Rachemittel. Sein Onkel nutzte die Gelegenheit, um seinem Neffen für die Schmach bezahlen zu lassen. Atemlos beobachtet Jackie, wie Jenny von der tödlichen Kugel getroffen wird.

Aber Jackies Onkel hat einen großen Fehler gemacht. Nein, sogar zwei große Fehler. Erstens tötete er das Wertvollste, was Jackie in seinem Leben begegnet war. Zweitens glaubte Jackies Onkel, er habe es mit seinem Neffen mit einem ganz normalen Killer zu tun.

Jackies Rache fällt furchtbar und ohne Mitleid aus. – Denn Jackie ist kein einfacher Mafioso, sondern der Träger der Darkness, jedenfalls solange er sich der Liebe und dem Sex entzieht. Ein Verhältnis mit einer echten Frau bedeutet das sofortige Ende. In diesem Fall würde die Darkness auf den nächsten Träger übergehen. Die Frau, zu der er ein familiäres Verhältnis pflegte, die er wie eine Schwester liebte, war seine letzte Verbindung zu einem normalen Leben. Jetzt gibt es nur noch die Darklings, Gnome und Monster, geboren aus der Dunkelheit und Jackie hündisch ergeben, bereit, jeden seiner Befehle auszuführen.

Jackie glaubt zunächst, dass mit dem Tod seines Onkels die Angelegenheit ausgestanden sei. Auch er unterliegt einem Irrtum, denn die Nachfolger stehen schon in den Startlöchern. Der kleine Gangster, der sich am Ziel seiner Träume glaubt und der neue Pate wird, will auch Jackie in seine Schranken weisen. Estacado muss an seine Grenzen gehen. Plötzlich begegnen ihm Menschen, die auch ohne Darkness monströs sind und gnadenlos agieren.

Paul Jenkins hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen unter den Comic-Autoren gemacht. Die Darkness lebt unter seiner Federführung von einer gut durchdachten Geschichte ebenso wie von dunklem Humor, der natürlich über die Darklings zum Ausdruck kommt.
Eine Figur wie die Darkness ist nicht leicht zu treffen, weder emotional noch körperlich. Am Tage, bei Licht ist sie verletzlich. In der Nacht, in der Dunkelheit ist sie (scheinbar) unbesiegbar. Jenkins verletzt Estacado über einen Umweg, die einzige Lösung die plausibel erscheint. Jenkins lässt die Darkness Selbstmord begehen und überrascht mit dieser Vorgehensweise den Leser völlig.

Estacados Abgang ist grafisch beeindruckend, durch den Auftritt der Darklings mit dem nötigen bösen Witz versehen. Jackie wirft nur ein brennendes Feuerzeug in die Benzinlache, die sich über den gesamten Hallenboden ausbreitet. Die Darklings werfen sogleich noch mehr Feuerzeuge wie Konfetti hinterdrein.
Die Darkness stirbt!

Mit dem Tod, und natürlich der Wiederkehr, gehen neue Fähigkeiten einher, eigentlich Visionen, die sogar den mit allen Wassern gewaschenen Killer erschrecken. Seine Rekonstruktion, seine Bilder wie auch die Endergebnisse seiner Racheakte sind optische Horrorszenarien, die dem Leser keine Phantasie mehr abverlangen. Immerhin, Jackie ist eine jener Charaktere, die mitunter durch ihre eigenen Taten doch noch erschreckt werden kann.

Interessant wird es, wenn dem Killer ein Trio gegenüber gestellt wird, dass sich selbst als den ultimativen Alptraum begreift und Ideen umsetzt, die der Phantasie von Jackies Darklings in nichts nachstehen. Noch interessanter wird es, wenn dieses Trio begreift, dass es gegen die Macht der Darkness keine Chance besitzt.
Hier findet sich auch eine kleine Schwäche dieser Geschichte, die ansonsten sehr stimmig und auch kurzweilig umgesetzt ist: Jackie ist über kurz oder lang zu mächtig, um sich überhaupt von jemandem aufhalten zu lassen. Was ihm letztlich immer wieder einmal im Weg steht, sind seine restlichen Skrupel – am Ende verdankt er es seinen Feinden, dass davon immer weniger übrig bleiben. So zwingt der Nachfolger von Jackies Nachfolger die Darkness geradezu zum Amoklauf.

Grafisch ist dieser Sammelband, ob man Horror mag oder nicht, ein ziemlicher Höhepunkt. Beide Zeichner, Dale Keown und Keu Cha, liefern eine tolle Arbeit ab. Außerdem nähern sie sich optisch so sehr einander an, dass es nur geringe Unterschiede gibt und der Gesamteindruck beibehalten bleibt. Die Arbeit eines einzigen Inkers, Jason Gorder, tut ihr Übriges, um die Handlung wie aus einem Guss erscheinen zu lassen. John Starr und Matt Milla haben das sehr gelungene Farbenspiel übernommen. Besonders Milla, der ein Faible für milchig ineinander übergehende Farben hat, zeigt hier wieder einmal, wie stark und eindrucksvoll er eine Kolorierung umzusetzen weiß.

Mafiosi unter sich: Gangster können noch viel grausamer sein, wenn eine Kreatur des Grauens unter ihnen wandelt. Diese Horror-Vision von Paul Jenkins hat es dank einer sehr gelungenen Umsetzung in sich und setzt sich positiv von anderen Produktionen ab. Sofern man bei einer Horror-Produktion von einer liebevollen Arbeit sprechen kann, trifft dies hier voll zu. 🙂

Freitag, 19. Oktober 2007

Witchblade

Filed under: Comics im Film — Michael um 20:45

Witchblade 1Masane und ihre Tochter Riko erhoffen sich von ihrer Ankunft in Tokio ein besseres Leben. Eine Arbeitstelle, eine Wohnung, es bedarf nicht viel zu dem Glück, was sie sich vorstellen. Das Schicksal meint es anders mit ihnen.
Das große Erdbeben, das Tokio in weiten Teilen zerstörte, hat die Menschen und die Gesellschaft verändert. Kinder sind ein wichtiges Gut geworden. Die Behörden prüfen mit Argusaugen, ob Eltern auch in der Lage sind, für ihre Kinder zu sorgen. Eine allein erziehende Mutter ohne Arbeit und Wohnort kann dies ihrer Meinung nach nicht. Hilflos muss Masane zusehen, wie man ihr ihre Tochter wegkommt. Auch ihre blinde Rettungsaktion hilft ihr nicht weiter.

Doch so hilflos, wie es zu Beginn den Anschein hat, ist Masane nicht. Während des Erdbebens ist etwas mit ihr geschehen, was weder sie noch andere erklären können. Fakt ist, dass eine uralte Waffe sich ihrer bemächtigt hat – und bislang hat Masane keinerlei Kontrolle über das Artefakt, das in einer brenzligen Situation die Oberhand gewinnt und den Kampf geradezu sucht, danach lechzt und ihn genießt.
Masanes erster Kampf rettet ihr zwar das Leben, erschüttert sie jedoch auch. Kurz danach fällt ihr die Erinnerung an das Erlebte sehr schwer. Sobald die Witchblade ihren Körper transformiert, wird sie zu jemand anderem. Es scheint, als teilten sich nun zwei Persönlichkeiten den gleichen Körper.

Masanes neue Fähigkeiten wecken das Interesse zweier Gruppierungen, von deren Existenz die junge Frau nicht einmal etwas geahnt hat. Auf der einen Seite stellt sich ihr ein mächtiger Konzern vor, der einmal im Besitz der Witchblade war und dringend sein Eigentum zurückverlangt, denn nur diese Waffe ist in der Lage einige durchgedrehte Maschinen, Mechas, zu vernichten, die eine Blutspur durch Tokio ziehen. Auf der anderen Seite findet sich eine Organisation, die um jeden Preis verhindern will, dass der Konzern, Douji Industries, die Kontrolle über die Witchblade behält. Zu Masanes Überraschung ist sie nicht die einzige Frau mit einem merkwürdigen Armband.

Diese Interpretation der Witchblade führt den Zuschauer wieder nach Japan, doch es ist wieder eine andere Geschichte. Weder das amerikanische Original, noch die Manga-Version finden sich darin wieder.
Wieder einmal ist Japan, genauer gesagt Tokio, von einer Katastrophe erschüttert worden. Diesmal sind das verantwortliche Erdbeben und seine Auswirkungen eher Nebensache. Masane Amaha wurde inmitten der Katastrophe gefunden, mit einem Säugling in ihren Armen. Aus einem unerfindlichen Grund überlebte sie, wo viele andere starben. Die kleine Rihoko Amaha ist ein aufgewecktes Kind, das mit seinem Verantwortungsbewusstsein und seiner Fröhlichkeit ein ums andere Mal auch ein Vorbild für ihre Mutter ist, die bitter lernen musste, dass Misstrauen in dieser Welt die bessere Grundlage für das Überleben ist – das Auftauchen von Angestellten des Amtes für Kinderfürsorge bestätigt sie in ihren Ansichten nur.

Sind die ersten Probleme von Masane rein weltlicher Natur, wird es allzu bald mystisch, unheimlich, gruselig – bis eine faszinierende Action ausbricht. Mit der ersten Transformation in die Witchblade beginnt auch für den Zuschauer ein unvorhersehbares Abenteuer, dessen erste vier Folgen mit den Titeln Beginn, Zweifel, Widerstand und Bewegung nicht willkürlich gewählt sind.

Die ersten Gegner der Witchblade sind ungewöhnlich. Als Entwicklungen von Douji Industries können sich die Maschinenwesen in Form von Menschen tarnen. Während der großen Katastrophe entkamen einige dieser ungewöhnlichen Mechas und mutierten zu wahnsinnigen Serienmördern. Ausgerüstet mit Bohrern und Mikrowellen versetzen sie die Tokioter Polizei in helle Aufregung. Die hart gesottenen ermittelnden Beamten sehen sich mit grässlich zugerichteten Opfern konfrontiert, eine Lösung ist jedoch in weiter Ferne.

Die Überraschung erfolgt schließlich, zur Freude des Zuschauers, als sich außer der Witchblade noch weitere Feinde dieser Mechas einfinden.
In gewissem Sinne sind diese Frauen eine Art weißes Gegenstück zur Witchblade. Letztlich ergibt sich daraus eine ähnliche Konstellation, wie der Genre-Fan sie aus der Konzeption der Darkness her kennt. Auch dort wird die Darkness mit einem lichten Gegenstück konfrontiert. Aus der ursprünglichen Geschichte, dem amerikanischen Original, finden sich auch Elemente oder wenigstens Charaktere, die die Funktion ihres amerikanischen Gegenstücks erfüllen.

Der Chef von Douji Industries ist eine Art Kenneth Irons, sein Sekretär ist ein Gehilfe wie Ian Nottingham, allerdings ohne die kämpferische Funktion der Ursprungsfiguren. Masane ist kein Cop, sondern eine relativ gewöhnliche Frau ohne Erfahrung im Kampf – so doch wenigstens im Überleben.
Rein figürlich, also optisch, hat Masane die Figur von Sarah Pezini geerbt. Das ist keine Überraschung, denn mit dieser figürlichen Ausführung passt sie in das Muster diverser Mangas und Animes.

Auffallend ist, wie blass die Männer in dieser Handlung bleiben. Sie sind allenfalls Gehilfen, wirklich federführend sind die Frauen. Sie haben die Macht, mystisch wie auch im reinen Alltagsleben. Männer werden zum Spielball, wie der Reporter am eigenen Leib erfährt. Selbst die kleine Riko hat mehr Power als er.
Die Einführung in die Handlung ist harmlos und verrät keineswegs (sieht man von den Alpträumen ab), welcher Horror Masane erwarten wird. Als sie ihr Schicksal, die Fähigkeiten der Witchblade annimmt, was zugleich mit einem Job bei Douji Industries verbunden ist, beginnt die Geschichte zu rennen, nimmt sich aber immer noch Zeit genug für seine Charaktere.
Exemplarisch ist die Beziehung zwischen Mutter und Tochter, die fast ein wenig an Gilmore Girls. Obwohl der Altersunterschied so groß ist, erscheinen sie zuweilen wie Schwestern – und manchmal hat Riko ihrer Mutter sogar einiges voraus.

Feine Charakterzeichnungen der Hauptfiguren, knallharte bunte und laute Kämpfe, phantasievoll inszeniert, präsentiert sich die japanische Variante der Witchblade auf vollkommen neue Weise, nicht weniger düster, vielleicht technischer, in einer Mischung aus Kindlichkeit und purem Horror – jene Mischung, die die japanische Erzählweise in der Welt so populär gemacht hat. 😀

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Donnerstag, 18. Oktober 2007

Yiu – Die Auferstehung des Unreinen

Filed under: SciFi — Michael um 14:58

Yiu 2 - Die Auferstehung des UnreinenEin mörderischer Kampf. Noch einer. Für Yiu ist das nichts Neues. Kampf ist ihr Beruf, ihre Aufgabe, dafür lebt sie. Dieser Gegner jedoch ist außergewöhnlich. Das Schlachtfeld auch, denn um sie herum toben die Beobachter und lassen sich keine Bewegung entgehen.
Gegen den Krieger in der riesigen Rüstung wirkt Yiu verloren und klein. Ihre Aktionen besagen allerdings etwas anderes. Bereits seit über fünf Minuten ist der Zweikampf im Gange. Allein dies ist eine schier unmöglich lange Zeit, die so noch niemand geschafft hat. Doch schließlich passiert das, was jeder der Schaulustigen und ihr Gegner sowieso geahnt hat: Yiu fällt!

In einer Zeit, in der sich jeder seine Werte und Ideale selber macht, erhält Yiu die heikle Aufgabe in die Festung eines Kriegerclans einzudringen. Selbst für Yiu, die für den Kampf geboren zu sein scheint, ist diese Aufgabe die wohl schwierigste in ihrem ganzen Leben.

Die Ehre erhebt den Menschen und verschafft ihm Ruhm. Sie ist der Lebenssaft alles Göttlichen.
Wüsste Yiu, dass sie im Auftrag eines Wahnsinnigen unterwegs ist, wie würde sie darüber denken? Als Yiu tot ist, erlebt der Leser, wie es zu dieser Aufgabe kommen konnte. Wir erleben in vielen Details, wie Yiu auf ihre Aufgabe vorbereitet wird und zahlreiche Operationen über sich ergehen lassen muss. Aus der jungen Frau ist trotz ihrer vielen natürlichen Talente ein Cyborg geworden. Ein normaler Mensch ohne künstlich erzeugte Fähigkeiten hat in dieser Welt keine Chance mehr.

War der erste Teil der Yiu-Saga außerordentlich düster und ein Spießrutenlauf im wahrsten Sinne des Wortes, gewinnt die Zukunft um athletische Kämpferin mit dem zweiten Teil eine weitere Dimension hinzu.
Glaubte man als Leser, die Religiosität habe sämtliche sonstigen Ideale und Institutionen abgelöst, präsentieren uns Téhy, Vax und J.M. Yee eine Enklave, in der die uralten Werte asiatischer Kriegerkasten hoch gehalten werden. Ausgerechnet in ein solches Gebiet, in dem der Kampf alles ist, der Weg des Kriegers das Ziel, muss Yiu eindringen, um einen simplen Diebstahl zu vollbringen.

Im Vergleich zum ersten Teil sind die Räumlichkeiten und Entfernungen, die Yiu zurücklegen muss beinahe sauber, reinlich zu nennen. Reinheit ist ein zentrales Thema (auch schon im ersten Teil). Bei ihrer ersten Mission stand die genetische Reinheit im Vordergrund, der Wunsch als Klon nicht als Ersatzteillager für normal geborene Menschen zu dienen. Diese zweite Mission führt sie unter Menschen, deren Ideal die Ehre und der Kampf ist. Yiu kann in beiden Fällen bestehen, da sie nur ihren eigenen Idealen und Notwendigkeiten folgt. Ihr Körper wurde in eine Waffe verwandelt, die durch zahlreiche Komponenten gegen einen Totalausfall weitestgehend gefeit ist. – Was nicht heißen mag, dass Yiu keine Schmerzen empfindet. Davon erntet sie reichlich. Bei genauer Betrachtung ist diese Mission ein noch größerer Höllenritt als der vorherige. Die Autoren und Zeichner schenken Yiu wirklich nichts.
Wer den Endspurt betrachtet und sieht, wie Yiu zum ersten Mal Furcht im Angesicht ihrer Feinde empfindet – weil ihr doch noch ein Ehrbegriff innewohnt, eine letzte Grenze, die sie nie übertreten wollte.

Die Optik ist kolossal. In vielen Einstellungen präsentiert sich dem Leser zu Beginn ein wahres Schlachtengemälde, eine Art Mischung aus französischen und japanischen Merkmalen. Kampfläufer sind in der Tat nichts anderes als vielläufige wandelnde gigantische Schusswaffen. Krieger in martialischen Rüstungen rücken schnell vor, und gepanzerte Kamele tragen ihre Reiter in die Schlacht.
Yius Gegner, dem sie sich in einer Arena stellen muss, scheint in seiner prachtvollen Rüstung zu versinken. Mit Verzierungen versehen und von Abwehrstacheln gekrönt sind diese Details nur die Vorschau auf eine gewaltige Festung, die wie ein eigenständiges Wesen aus dem verseuchten Dreck des Landes emporragt. Riesige Gesichter asiatischer Dämonen prangen mit aufgerissenen Mäulern auf der Außenmauer und warnen jeden potentiellen Eindringling.

Doch nicht nur das. Die Technik, in der Schlacht bereits gesehen, äußert sich in den Bereichen der Medizin mit sehr kompliziert aussehenden Apparaturen, in der Fortbewegung in riesigen fliegenden Festungen.
Der Technik gegenüber steht die Mystik, eine archaische Religiosität die einen totalen bildhaften Gegensatz zur übertechnisierten Welt dieser furchtbaren Zukunft bildet. Jene Bilder, Installationen, in bester Bühnenbildmanier ausgeführten Grafiken sind fantastisch anzusehen wie auch fantastisch im Hinblick auf einen dunklen Fantasy-Effekt.

Dass bei all der Pracht die Geschichte nicht verliert, ist Yiu und einigen Einstreuungen zu verdanken, die auf den ersten Blick unwichtig erscheinen, aber später für eine gelungene Pointe sorgen.
Yiu, bei all ihrer kämpferischen Natur, ist überaus menschlich. Sie hat sich ein Herz bewahrt, einen Funken Anstand, Mitleid und sie besitzt die notwendige Intelligenz und Entschlossenheit, um die Dinge, wenn schon nicht zu ihren Gunsten, so doch wenigstens in Bahnen zu lenken, die ihr eine gewisse Genugtuung geben.

SciFi, knallhart, packend, schnell und doch bleibt genügend Zeit, damit Yiu als sympathische wie auch zerrissene Person dargestellt wird. Eine zynische, bitterböse Betrachtung einer Menschheitsentwicklung und einer Welt, in der das Leben nichts mehr Wert ist oder falsche Ideale es wertlos machen. Vielschichtige Unterhaltung, die auch nach mehrmaligem Lesen immer Neues zutage fördert. Erste Klasse. 😀

Yiu 2 – Die Auferstehung des Unreinen: Bei Amazon bestellen

Freitag, 12. Oktober 2007

Lucky Luke – Die Gesamtausgabe 1992 – 1994

Filed under: Cartoon — Michael um 21:15

Lucky Luke – Die Gesamtausgabe 1992 – 1994Ein Phantom treibt sein Unwesen. Genauer gesagt eine Phantomin, wenn man diesen Ausdruck verwenden kann. Ist schon die echte Calamity Jane ehrfurchtgebietend, jagt die gruselige Version den Menschen mehr als nur einen Schauer über den Rücken.
Die echte Calamity Jane will es sich nicht bieten lassen, dass mit ihrem Ruf Schindluder getrieben wird. Außerdem wird dieses Schauergespenst dazu verwendet, um Postkutschen zu überfallen. Für Jane ist es klar: Diese Gauner können sich warm anziehen.

Die Jagd nach dem Phantom muss sie jedoch nicht alleine bestreiten, denn auch Lucky Luke wurde mit der Suche nach einer verschwundenen Kutsche beauftragt. Die nächste Fahrt soll ein Köder sein. Lucky nimmt auf dem Kutschbock Platz, während Calamity eine schlichte Mitreisende mimen soll. Ihr Gewehr wird als Regenschirm getarnt, aber ihr Mundwerk und ihre Manieren lassen sich so leicht verstecken. So wird aus dieser Fahrt ein haarsträubendes Abenteuer mit so mancher Verwicklung, die nicht vorherzusehen war.

Lucky Luke gerade richtig zum High Noon in Hadley City zurück. Die Hochzeit des Sheriffs mit seiner Angebeteten steht bevor. Der Bestattungsunternehmer hat eine sehr schöne Zeremonie vorbereitet – denn einen Hochzeitsunternehmer gibt es nicht in Hadley City. Nur ein Ereignis trübt die Aussicht auf ein schönes Fest: Die Daltons sind erneut ausgebrochen, und haben ein Hühnchen mit dem Sheriff zu rupfen.

Hilfe ist vonnöten. Wie gut, dass Lucky Luke vor Ort ist, denn der Sheriff hat Hilfe bitter nötig. Mit seinen Schießkünsten ist es nämlich nicht mehr weit her. Ebenso schlimm: Niemand sonst im Ort ist bereit, dem alten Gesetzeshüter zu helfen.

Ein wahres Wunderwerk soll Die Brücke am ol’man river werden. Bis es freilich dazu kommen kann, müssen mannigfaltige Schwierigkeiten überwunden werden. Bisher funktionierte der Übergang über den Mississippi per Fähre. Klar, dass der Besitzer des Fährbetriebs alles andere als begeistert über den Bau der Brücke ist. So hagelt es eine Sabotage nach der anderen, und Lucky Luke hat wieder einmal alle Hände voll zu tun.

Im ersten Band dieser Zusammenfassung der Lucky-Luke-Erscheinungen von 1992 bis 1994 erzählt uns Lo Hartog van Banda ein Abenteuer mit einer Figur an Luckys Seite, die sich durch ihre Raubeinigkeit in die Herzen der Lucky-Luke-Leser gealbert hat: Calamity Jane. Dank der bewährten Cartoon-Technik von Morris ist der Auftritt von Jane ein Höhepunkt der Reihe. Lucky Luke ist zwar nett, aber neben dieser sehr ausdrucksstarken Frau (im wahrsten Sinne des Wortes) verblasst er doch sehr – aber ganz Gentleman, wie er nun einmal ist, lässt er ihr diesen Vortritt doch sehr gerne. Jedenfalls hat Van Banda diesen Band ganz auf die Wild-West-Frau zugeschnitten.

Der Humor entsteht natürlich maßgeblich dadurch, dass Jane ihre wahre Natur verschleiern muss, um nicht aufzufallen. Genau dieser Plan geht ziemlich nach hinten los. Trotz aller Tarnung kann Jane nicht aus ihrer Haut heraus. Außerdem fällt sie in der Gegenwart echter Damen sofort auf.
Ebenso ulkig ist der kleine Senator, der stets darauf bedacht ist, die Damen zu beschützen. Tapfer in der vordersten Reihe schießt er leider nicht halb so gut, wie er mutig ist. So erledigen Calamity Jane und Lucky Luke den Rest – schön zu sehen, dass Lucky durch Calamity echte Konkurrenz hat, was die Treffsicherheit anbelangt.

Nicht weniger humorvoll, dafür mit weitaus mehr Anspielungen angereichert ist die nächste Episode aus Lucky Lukes Abenteuern. High Noon in Hadley City ist eine wunderschöne Hommage an den wahrscheinlich klassischsten Western aller Zeiten: High Noon (12 Uhr mittags). Ähnlich wie der Sheriff in Hadley City stand auch Gary Cooper in seiner Rolle kurz vor seiner Hochzeit, dort mit der sehr jungen Grace Kelly. Gleichwohl setzt die Handlung um Samuel, den Sheriff, der auch mal Hilfe braucht ganz auf Komik und lässt das tragische Element außer Acht. Wenn schließlich Lucky Luke erschossen wird und sein Schatten ihm einen Trauerkranz zukommen lässt stellt sich eigentlich nur eine Frage:
Wer kann besser humorvoll erzählen? Lo Hartog van Banda aus der vorhergehenden Geschichte oder die beiden Autoren Xavier Fauche und Jean Léthurgie, die sich der Geschichte um den einsamen Sheriff angenommen haben.

Ich kann ehrlich gesagt keinen Unterschied entdecken. Alle drei Autoren gehen mit dem gleichen Elan zur Sache. Was besser gefällt, ist reine Ansichtssache.

Am ol’man river, dem alten Mann, dem Fluss, der schon Mark Twain begeisterte, spielt das letzte Abenteuer dieses Sammelbandes. Jolly Jumper, das beste Pferd der Welt (vor Fury), lässt es sich auch nicht nehmen, in einer kleinen Pause in Tom Sawyer zu lesen. Außerdem finden sich mit zwei Bootsleuten alte Bekannte aus einem alten Lucky-Abenteuer. (Am Mississippi)
Luckys Gegenspieler, ein Zigarre rauchender gedrungener Geschäftsmann, bietet alle möglichen Ideen auf, um den Bau der Brücke aufzuhalten. Fauche und Léthurgie haben sicherlich nicht jeden Witz selbst erdacht – denn anders kann ich mir die kleine Termite mit der Augenklappe nicht erklären, die Morris so liebevoll mit zwei Kumpanen in einer Schachtel abgebildet hat.

So schön kann der Wilde Westen sein: Mit alten Bekannten, einem Humor, der selbst den ältesten Gaul zum Lachen bringt (herrlich, wenn Jolly Jumper als Postkutschenpferd in die Lehre geht). Fans kommen sowieso nicht an Lucky vorbei, alle anderen, die einen intelligenten wie auch klamaukigen Humor mögen, lesen und einfach mal die Zeit verstreichen lassen.

Lucky Luke – Die Gesamtausgabe 1992 – 1994: Bei Amazon bestellen

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Art Saturday 2007 in Mönchengladbach

Filed under: Meldungen — Michael um 22:19

Am 3. und 4. November findet in Mönchengladbach der Art Saturday 2007 statt. Das Hauptthema sind Comics und Zeichnungen in den verschiedensten Ausprägungen. Die Veranstaltungen, bei denen auch die Künstler live vor Ort sind, sind aufgeteilt auf den Samstag wie auch den Sonntag. Samstags finden sich alle Veranstaltungen in Mönchengladbach, Sonntags in Rheydt (einem Mönchengladbach angegliederten Stadtteil).

Die Veranstaltungen in Mönchengladbach, Samstag, 3.11.2007:
(Geschäftsöffnung bis 23:00 Uhr)

Horus: Schattenreich bis Schiller
Ausstellungsort: Stadtsparkasse, Geschäftsstelle Alter Markt 9

Horus wurde bekannt durch Comics wie Schattenreich, Post Mortem Blues oder Schiller!
Horus wurde inzwischen schon zweimal für den Max-und-Moritz-Preis nominiert.

Ulf K.: Der kleine Herr Paul & Hieronymus B.
Ausstellungsort: Buchhandlung Weda, Hindenburgstr. 56

Ulf K. erhielt im 2004 den Max-und-Moritz-Preis als bester deutschsprachiger Zeichner.
Die Ausstellung zeigt hauptsächlich Bilder aus seinem neuen Buch Hieronymus B. 1997-2007.

Judith Park: „Als würde sich meine Hand verselbstständigen.“
Ausstellungsort: Galeria Kaufhof, Hindenburgstr. 125 – 133

2002 Gewinnerin des Manga-Zeichenwettbewerbs des Carlsen Verlags.
2005 Auszeichnung mit dem Sondermann-Publikumspreis auf der Frankfurter Buchmesse.

Willy Blöß-Verlag: Von Picasso bis Beuys
Ausstellungsort: Theatergalerie / Mayersche Buchhandlung, Hindenburgstr. 75

Leben und Werke von wichtigen Künstler werden dem Leser in Comic-Form vermittelt.

sputnic und TrickStudio Lutterbeck: Animationen & Trickfilme
Präsentationsort: Saturn, Hindenburgstr. 42

Malte Jehmlich, Nicolai Skopalik und Nils Voges zeigen, wie ihre Animationen entstehen.
Das TrickStudio Lutterbeck arbeitet u.a. für WDR und NDR für Produktionen wie Sendung mit der Maus, Käpt’n Blaubär u.a.

Die Veranstaltungen in Rheydt, Sonntag, 4.11.2007:
(Geschäftsöffnung zwischen 13:00 und 18:00 Uhr)

Harald Siepermann: Vater von Tarzan, Mulan und Alfred Jodokus Kwak
Ausstellungsort: Karstadt AG, Markt 10

Der Charakterdesigner war tätig bei Tarzan, Mulan, Der Schatzplanet, Ein Königreich für ein Lama. Sehr bekannt auch ist seine Arbeit an Alfred Jodokus Kwak. Demnächst sind seine Arbeiten im neuen Bully-Film Lissy und Der wilde Kaiser zu sehen.

Frank „Spong“ Plein: „Die Peanuts in erwachsen“
Ausstellungsort: Evelyn Lingerie, Stresemannstr. 56

Plein ist ein Vertreter der Graphic-Novel. 2008 erscheint Tara, oder der Marterpfahl, der Leben heisst.

Edition 52 und Calle Claus: Luftblasen statt Sprechblasen!
Ausstellungsort: Coffee In, Limitenstraße 31

Der bekannte Wuppertaler Independent-Verlag stellt sich und sein Programm vor.

Schwarzer Turm Verlag: Hochkarätige junge Manga-Talente
Ausstellungsort: Mayersche Buchhandlung, c/o Galerie am Marienplatz, Stresemannstr. 1-7

Der Schwarze Turm ist seit Jahren ein fester Bestandteil der deutschen Comic-Szene. Drei Nachwuchszeichner werden vom Schwarzen Turm vorgestellt.

Mehr Informationen unter www.nachtaktiv-mg.de

Quelle: Programm Art Saturday, Nachtaktiv