Donnerstag, 14. Februar 2008
Am 22. Mai 2008 steht nach 19 Jahren wieder Indiana Jones auf dem Programm: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels. Der König der Abenteurer hat das Böse in verschiedenen Formen besiegt. Nun sind es die Russen zur Zeit des Kalten Krieges, die dem Archäologen das Leben schwer machen.
Da darf natürlich auch eine Comic-Umsetzung nicht fehlen. Pünktlich zum Kinostart erscheint die Adaption von Dark Horse, die hoffentlich auch hierzulande in die Regale kommt – zumal das Cover gelungener ausschaut als das offizielle Filmposter.
Links: Die offizielle Indiana Jones Homepage, Dark Horse Erscheinungshinweis zum Comic
Doc Holiday ist ein Trinker, aber auch ein gewitzter Zahnarzt. Seine Methode zur schmerzlosen Zahnziehung ist unkonventionell, aber wirksam. Lucky Luke macht die Bekanntschaft dieses Arztes, als er zusammen mit seinem Freund Tom Taylor durch das kleine Städtchen Tombstone kommt. Nach einem eher langweiligen Viehtrieb findet sich Lucky plötzlich in einem Wahlkampf wieder. Wyatt Earp, ein aufrechter gesetzestreuer Bürger, kandidiert gegen den alten Clanton, der schon seit Ewigkeiten in Tombstone zu bestimmen scheint, was Recht und Gesetz ist und was nicht. Dank seiner Söhne ist Clanton so mächtig wie nie zuvor.
Aber auch Wyatt Earp ist nicht allein. An seiner Seite versuchen ihm seine Brüder Virgil und Morgan zu helfen. Doch das ist viel leichter gesagt, als getan. Unterdessen hat auch Lucky Luke seine Begegnung mit den Clantons. Wie es die Art des einsamen Cowboys ist, will er sich nichts von diesen Halunken sagen lassen und verteilt Kinnhaken – und schießt auf seine unnachahmliche Weise auch die Pistolen aus den Händen des Gegners. Diese Fingerfertigkeit macht ihn auch nicht beliebter.
So findet er sich bald in einem Bündnis mit den Earps wieder, die es noch nicht aufgegeben haben durch einen ordentlichen Wahlkampf die Wende in Tombstone herbeizuführen.
Es war einmal vor langer Zeit, als ein kleiner Junge zwar noch keinen Colt richtig halten konnte, aber mit der Steinschleuder schon schneller als sein Schatten schoss. Der Ausflug nach Mushroom City könnte für den kleinen Lucky schön werden, gäbe es da nicht eine äußerst lästige Einrichtung namens Schule. Old Timer steckt den Lauser in die Lerneinrichtung, während der alte Mann seiner Leidenschaft für das Kartenspiel im örtlichen Saloon nachgeht.
Zu allem Überfluss ist Lucky auch noch der einzige Schüler, denn die anderen halten ar nichts vom Lernen. Kurz entschlossen macht sich Lucky auf, um die restlichen Kinder von Mushroom City zusammenzutreiben. – Darunter sind leider auch die Daltons. Diese vier Brüder sind bereits richtige Gauner.
Ein ehrbarer Dalton? Ja, das gibt es. Allerdings nur in der Schweiz: Marcel Dalton hat den weiten Weg in die neue Welt gewagt, nur um herauszufinden, dass seine entfernten amerikanischen Verwandten durchtriebene Halunken sind.
Das hätte Lucky Luke ihm auch gleich zu Beginn bescheinigen können, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zum Schluss. Und vielleicht schafft Marcel es doch seine Verwandten auf den Pfad der Tugend zurückzuführen. Wenn sie so gerne Banken ausrauben, könnten sie eigentlich auch eine leiten, oder?
Am O.K. Corral kam es zu einer der bekanntesten Schießereien des Wilden Westens. Grund genug für Xavier Fauche den bekanntesten Cowboy des Wilden Westens in diesen Abschnitt der amerikanischen Geschichte zu schicken. Ein Bösewicht, der eine Ortschaft oder ein bestimmtes Geschäft an sich reißen möchte, ist nichts Neues in der Welt von Lucky Luke, ein Familienclan ist allerdings eher selten – die Daltons zählen hier als Stammbesetzung nicht wirklich.
Familienähnlichkeit ist der gemeinsame Nenner, der die Earps und Clantons verbindet. Sind es bei den Clantons die Bärte, an denen man sie auseinander halten kann, sind es bei den Earps die Kleidungsstücke. Die Clantons treten dank Morris in roter Montur mit Hosenträgern auf, die Earps haben den buschigen Oberlippenbart kultiviert.
Aus historischer Sicht ist der Kampf am O.K. Corral etwas anders verlaufen. Doch Beistand hatte Wyatt Earp, nur nicht von Lucky Luke, und schon gar nicht in jener artistisch anmutenden Form, die einen Lucky Luke nun einmal auszeichnet. Nicht umsonst hat es ihn in der Vergangenheit auch in den Zirkus verschlagen.
In dieser Familienfehde ist Lucky eine Art Richtungsweiser. Er bringt die Situation ins Lot, so dass die Clantons am Ende die Gelackmeierten sind.
Deutlicher im Mittelpunkt der Geschichte ist Lucky Luke in Olahoma Jim, jener Handlung, die den Leser zum zweiten Mal in die Kindheitsjahre des einsamen Helden entführt und ein paar neue Facetten zutage fördert.
Die humoristischen Bomben zünden eine nach der anderen hervorragend – sehr schade, dass diese kleine Reihe innerhalb der Lucky Luke Welt nicht fortgesetzt werden konnte.
Die Lehrerin, bestürzt darüber, dass sie keine Schüler hat, wird später in noch größere Verzweiflung gestürzt, als weder Oklahoma Jim noch sonst irgendjemand sich mit ihr als weibliches Wesen abgeben will. Und obwohl sie geradezu darauf drängt, entehrt zu werden, bleibt sie letztlich unberührt.
Weniger unbescholten bleiben die Daltons, die dank Oklahoma Jim ihre ersten wahrhaftigen Stunden im Fach Raubüberfall haben. Und bereits hier werden sie übers Ohr gehauen. Der Humor ist dank der Zusammenarbeit von Jean Léturgie und Yann Le Pennetier, der hier unter dem Pseudonym Pearce auftritt, nicht nur gelungen, sondern auch sehr ausgewogen. Von spitzfindig, frech bis albern ist alles dabei und unterhält als Komödie einfach prächtig.
Ebenso verhält es sich mit der abschließenden Episode um Marcel Dalton, jenem Verwandten, der seinen amerikanischen Familienzweig auf den rechten Weg bringen will. Das schwarze Schäfli der Familie, Bruder von Ma Dalton, wird denn auch gleich bei der ersten Begegnung von Joe bestohlen – Familie zählt nicht, wenn es um Geld geht. Aber Marcel lässt sich nicht beirren. Wie er sich daran macht, seinen Plan umzusetzen, ist jedenfalls Gold wert. Running Gags um die Gangster, die ständig ihre Hosenträger verlieren, den Killer, der nur grunzen kann oder den ewig hungrigen Averell, sorgen dafür, dass kein Auge trocken bleibt – vor Lachen.
Wieder ein schöner Querschnitt aus den letzten Morris-Lucky-Jahren. Der Endspurt der Gesamtausgabe mit den Arbeiten von Morris ist eingeleitet. Dank guter Texter konnte die Qualität stets, so wie hier, beibehalten werden, hielten immer wieder neue Ideen Einzug, so dass über Lucky Luke stets aufs Neue gelacht werden konnte. Eine perfekte Western-Komödie. 😀
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Mittwoch, 13. Februar 2008
Sinestro beschwört die Gelbe Laterne und lädt seine Macht auf. Vom Hass erfüllt, strahlt der Verbrecher in altem Glanz und setzt seinen Plan von der Erschaffung eines eigenen Corps fort. Unterdessen sind die Helden auf der Erde noch ratlos. Sich mit Zoom zu schlagen, lenkt sie eher von ihrem wahren Problem des Sinestro Corps ab. Hal Jordan findet die Antwort auf der Erde nicht. Kurz darauf kehrt er ins All zurück, nicht ahnend, dass sich schon bald alles für ihn verändern wird.
Green Lanterns (oder auch in alter Zeit: die Grünen Leuchten) sind als Organisation wie auch als Einzelcharaktere immer eine gute Grundlage für Geschichten gewesen. Dank der vielen Möglichkeiten, die sich aus einer intergalaktischen Wächtertruppe ergeben, können Autoren sich vieles einfallen lassen, das im eng begrenzten Raum der Erde so nicht machbar wäre. Einer der guten alten Feinde der Grünen Leuchte, Verzeihung, Green Lantern ist Sinestro. Sein Ring, der mit gelber Energie funktioniert, besaß früher die Oberhand über die Ringe der Green Lanterns – wegen ihrer Verteidigungslosigkeit gegen Gelb.
Inzwischen hat sich das geändert. Ähnlich wie die Furcht in Star Wars eine Beeinflussung der Macht bewirken kann, ist die Furcht hier dafür verantwortlich, wenn Grün gegen Gelb nicht mehr bestehen kann.
Waren schon die Auseinandersetzungen zwischen Sinestro und Hal Jordan, der Ur-Leuchte, spannend genug, führt der Sinestro Corps War die Linie der Massenspektakel fort und hetzt eine Armee von Gelben gegen das Corps der Grünen.
Der Auftakt hierzu wird von Geoff Johns geschrieben. Sinestro ist wieder da, während auf der Erde sich die Helden fragen, was es mit dem gelben Ring auf sich hatte, der Batman dazu aufforderte, sich den Sinestro Corps anzuschließen – Batmans indirekte Bewerbung für dieses Corps war seine Fähigkeit, bei anderen, insbesondere Schurken, Furcht zu erzeugen. Batman lehnte ab.
Das ist jedoch bei vielen anderen Kandidaten im Weltall nicht der Fall. Die Wesen, die Sinestro um sich versammelt, sind dank der zeichnerischen Fähigkeiten von Ethan Van Sciver eine wahre Horror-Show geworden. Monströse Fratzen, an Dinosaurier oder entstellte Vampire erinnernd, durchsichtige Figuren, die in ihrem Innern etwas verdauen, das an menschliche Knochen erinnert. Und es kommt noch besser. Ein Superman-Cyborg, dessen Erscheinungsbild grandios an einen Terminator erinnert, sowie Superboy Prime, jener Chaot, der mit seinen Gewaltakten ein ganzes Comic-Universum umkrempelte, sind auch mit von der Partie.
Alleine durch die letztgenannten Fieslinge wird es für den Leser deutlich, dass es mehr als nur hoch her gehen wird.
Und tatsächlich, als Ivan Reis in der nächsten Episode in diesem Band den Zeichenstift übernimmt, kommt es bereits zur (vom Leser wohl auch ersehnten) nächsten Konfrontation.
Die Vielfalt der verschiedenen Wesen macht auch einen der vielen Reize dieses Abenteuers aus. Neben den zahlreichen Völkern, die bei den Green Lanterns vertreten sind, existieren im Sinestro Corps Wesen, von denen manche als Hommage erscheinen. Jene attraktive Frau im gelbschwarzen Dress ist körperlich gut anzuschauen, aber ihr Gesicht ist häufiger durch ihre langen Haare verhüllt. (Später erfährt der Leser auch wieso.) Irgendwie fühlt man sich an den Ring erinnert, an jene Kreatur, die nach Ablauf einer bestimmten Zeitspanne ihre Opfer holen kam. Ob Hommage oder nicht, letzteres haben die beiden Monströsitäten auf jeden Fall gemeinsam, wenngleich die Gelbe Leuchte mit dem Furcht erregenden Gesicht viel brutaler zu Werke geht. – Und nicht nur sie.
So bieten sich in der dritten Episode Einblicke, die nicht an der Tagesordnung sind. Krieg verursacht Opfer, doch hier ist das Zeichnerteam Patrick Gleason und Angel Unzueta, die den Stift von Reis übernommen haben, vielleicht etwas über das Ziel hinausgeschossen.
Johns wird hier abgelöst von Dave Gibbons, der den Leser nun auf Nebenschauplätze führt und an der Seite von Sinestro nach Hause zurückkehrt.
Ethan Van Sciver, Ivan Reis, Patrick Gleason und Angel Unzueta schenken sich gegenseitig nichts. Das zeichnerische Niveau bleibt durchgehend hoch. Die Zeichnungen von Van Sciver und Reis gefallen mir etwas besser, doch das ist ein rein subjektiver Eindruck, und mag auch mit der tollen Tuschearbeit von Oclair Albert zu den Zeichnungen von Reis zusammenhängen.
Unbestritten gut ist die Arbeit des Koloristen Moose Baumann, der die beiden Episoden von Van Sciver und Reis mit exzellenten Farbspielen bereichert. Wie toll sich Eindrücke nur mit Varianten von Gelb und Grün schaffen lassen, kann hier beispielhaft richtig bestaunt werden.
Es herrscht Krieg. Das DC-Universum kommt nicht zur Ruhe. Packende Action dank sehr guter Künstler und eine gute Erzählung dank versierter Autoren. Mit dieser Saga um das Sinestro Corps War gibt die Figur der Grünen Leuchte noch einmal richtig Gas. 🙂
Dienstag, 12. Februar 2008
Das Leben hat es nicht gut mit Mike Blueberry gemeint. Obwohl er sich nach Leibeskräften bemühte, dem ihm übertragenen Auftrag auszuführen, wird er nun beschuldigt, einen riesigen Goldschatz beiseite geschafft zu haben. Abgemagert sitzt er nun in Francisville ein, einem der härtesten Militärgefängnisse der Vereinigten Staaten.
Darüber hinaus macht ihm Kommandant Kelly im Gefängnis das Leben schwer. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass Kelly mit gemeinen Tricks versucht, an das Geheimnis des Goldschatzes zu gelangen. Indes ist Blueberry unschuldig und versucht seinerseits Beistand von außen zu erhalten.
Nachdem Blueberry durch einen vorherigen Zellengenossen gelinkt wurde, sucht er nun nach einer neuen Möglichkeit, in die Freiheit zu gelangen. Kelly gibt ebenfalls nicht auf. Da trifft es sich, als Blueberry nach einer neuerlichen Züchtigung aufgibt und verspricht, die Soldaten zum Versteck des Goldschatzes zu führen. Außerhalb des Gefängnisses, so seine Annahme, sollte es leichter sein, seinen Bewachern zu entkommen. Und Kelly fällt auf die Finte herein.
Bald schon macht sich Blueberry unter strenger Bewachung auf den Weg in Richtung El Paso, dort, wo nach eigenen Angaben das Gold zu finden sein soll.
Bei einer Zugreise kommt Blueberry vom Regen in die Traufe. In einem der Wagons befindet sich ein stark bewachter Geldtransport: Noch mehr Soldaten. Die Chancen, tatsächlich entkommen zu können, werden nicht besser, sondern immer schlechter. Blueberry rechnet sich inmitten der schwer bewaffneten Männer schon keinerlei Chancen mehr aus, als es passiert: Ein Überfall.
Die Verschwörung, der 8. Band der Blueberry Chroniken, vereint die beiden Folgen
Vogelfrei und Angel Face miteinander. Mike Blueberry wird in der Tat in kompliziertes Geflecht einer Verschwörung hineingezogen, in der er als Sündenbock herhalten soll – wer wäre dazu besser geeignet als verurteilter Soldat, der immer durch Aufsässigkeiten auf sich aufmerksam gemacht hat.
Jean-Michel Charlier nutzt in seiner Erzählung einmal mehr die andere Seite des Blueberry aus, jene offizielle Seite, die sich in Akten und Steckbriefen niederschlägt. Bereits zuvor, in der Trilogie um das Südstaatengold, wurde ihm sein Ruf zum Verhängnis.
War er lange Zeit ein Kriegsheld und als Vermittler zwischen Indianern und Weißen bekannt, ist er nun zum Gesetzlosen wider Willen geworden.
Mit dem Wandel der Figur, des Flüchtigen, der sich gegen sein Schicksal aufbäumt, geht auch ein Wandel in der Gestaltung des Charakters einher. Jean Giraud hatte Blueberry lange Zeit als harten Kerl gezeigt, der durch diverse Torturen ein gestandenes Mannsbild geworden war – ähnlich wie das künstlerische Vorbild Jean-Paul Belmondo. Hier wendet sich das Bild. Blueberry ist kaum noch zu erkennen – na, eigentlich schon, aber in der Tat zeichnet Giraud seinen Helden so, wie ein Mensch aussieht, der gequält und erniedrigt wurde, nicht genügend Wasser und Nahrung bekam und die meiste Zeit in einer kleinen muffigen Zelle zubringen musste.
Dieser neue Blueberry hat seine längeren Haare einbüßen müssen, sein Gesicht ist eingefallen – Blueberry wirkt viel älter, als es der zeitliche Abstand zwischen der Geschichte um das Südstaatengold und seinen neuen Status als Gesetzloser erlauben würde.
Überhaupt tobt sich Giraud in diesen beiden Abenteuern an Gesichtern aus. Man fühlt sich als Leser in die großen Spaghetti-Western eines Sergio Leone versetzt, in denen großformatige Einstellungen von Gesichtszügen noch das letzte Zucken eines Augenlides auf die Leinwand brachten.
Kelly, einer von Blueberrys Gegenspielern, hätte gut und gern von Lee van Cleef gespielt werden können, mit breiten und hohen Wangenknochen, einem Bärtchen und leicht geschlitzten Augen, ist hier das Paradebeispiel eines Intriganten. Eine Guffie Palmer, eine dickliche Frau mit bewegter Vergangenheit, ist eine Art guter Geist, eine Mutterfigur, die wahrhaftig alles dafür gibt, damit die Wahrheit ans Licht kommt. Eine weitere Frau, die Blueberry aus den Flammen rettet, weiß auch das Gute in dem Mann zu erkennen. Knurrig, alt und gelähmt, trägt sie ebenso das Herz auf der Zunge wie Guffie und wirkt ein bißchen wie eine weibliche Version von Blueberrys altem Freund Jimmy.
Faszinierend ist die Auswahl eines Gegners und Schurken: Angel Face. Der Spitzname dieses jungen Mannes ist Programm. Derart hübsch und weich aussehend, dass er sich als Frau durchmogeln kann, ist er doch eine der tödlichsten und skrupellosesten Charaktere in diesem Drama.
Ob als Beschreibung durch Charlier oder als Zeichnung von Giraud, die diesen Charakter natürlich enorm stützt, Angel Face geht ganz in der Tradition von tragischen Gangstern wie Pretty Boy Floyd oder Billy The Kid auf. So gönnt Giraud seinem dunklen Helden auch nicht den Tod, sondern etwas viel schlimmeres. Allein diese Auflösung, wie auch jede Wendung innerhalb des Handlungsstrangs – und davon gibt es viele – ist ein gutes Beispiel für den Erzähler Charlier, der zwar nicht alles immer neu erfand, aber es verstand, immer die richtige Mischung aus Erzählelementen zu treffen. Darüber hinaus lässt es sich wohl behaupten, dass es nur wenige Blueberry-Geschichten gibt, die ähnlich reich an Wendungen und Hakenschlägen sind und den Leser stets in eine andere Richtung führen. Charlier lässt sich keine Gelegenheit entgehen, um auch nicht die geringste Möglichkeit zur Vorhersage eines Schlusses zu geben.
Girauds Gesichter: Bereits erwähnt, bedarf es dennoch noch einer kleinen Lobeshymne. Die Gesichter, die Giraud, der spätere Moebius, hier abliefert, sind vermutlich ein Grund dafür, warum seine Fan-Gemeinde ihm die Vereinfachung in seinen späteren Zeichnungen so vehement vorwarf. Im Film würde man sagen: Selbst die kleinste Nebenrolle ist perfekt besetzt. Das trifft es. Ob es die Detektive von Pinkerton sind oder der kleine Soldat, der Blueberry durch die Kontrollen hilft, Giraud hat stets den richtigen Akteur zur Hand.
Western, Drama, Thriller in einem Band. Charlier und Giraud nutzen die Umbruchwelle nach dem Bürgerkrieg zu einer überaus spannenden Geschichte, in der sich Blueberry nur mit großer Mühe retten kann. Nur selten zuvor wurden ihm so viele Steine in den Weg gelegt. So wild und nervenaufreibend kann der Westen sein. 😀
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Im Jahre 2009 soll Spider-Man in einem Comic für die UNO arbeiten und ihr gegenüber der Jugend zu einem besseren Image verhelfen. Dieses Projekt, das an ähnliche Projekte gegen Fremdenfeindlichkeit in NRW erinnert (Stichwort: Andi), soll in einer Auflage von einer Million an Schüler in den USA verteilt werden.
Die Verbindung von Superhelden mit realen Ereignissen und Begebenheiten ist nicht neu. Schon Superman sprach im Rahmen des Themas Umweltverschmutzung vor den Vereinten Nationen. Die Marvel-Helden und -Schurken ließen sich erschüttert am Ground Zero sehen und trauerten. Captain America half mit in den Trümmern. Es fragt sich, wie und ob ein solches Projekt den Nerv von Jugendlichen und Kindern treffen kann – interessant ist es auf jeden Fall, wie ein Medium, das lange Zeit aus erwachsener Sicht verdammt wurde, nun zum Informationsträger für sinnvolle Botschaften wird und Teil einer pädagogischen Maßnahme ist.
Quelle: Superheld für die Uno auf tagesschau.de
Montag, 11. Februar 2008
Nachdem der Dunkle Turm von Altmeister Stephen King eine Comic-Version findet, wird auch aus einer Geschichte von Horror-Autor Dean Koontz eine Comic-Adaption erfahren. Chuck Dixon liefert die Vorlage, die Zeichnungen werden von Brett Booth übernommen. Stilistisch erinnern die Bilder an Geschichten, wie der Horror-Fan sie auch von Top Cow her kennt. Eindrücke und eine kleine Zusammenfassung der im Mai 2008 erscheinenden Miniserie lassen abrufen unter:
Vorschau und Scribbles
Erste Farbseiten
Eduard Risso, der Mann mit einem absoluten Händchen für schwarzweiße Comicseiten, hat sich den wölfischen kleinen X-Men namens Wolverine vorgenommen. Die ersten Bilder wirken ungeheuer stimmungsvoll und lassen hoffen, dass dieses für Marvel-Begriffe eher ungewöhnliche Werk auch hierzulande erscheinen wird. Denn Autor ist Brian K. Vaughan, der in der letzten Zeit mit Y- The Last Man und Ex Machina von sich Reden machte. Erste Eindrücke finden sich unter:
Wolverine Schwarzweiß
Cover 1
Cover 2
Sonntag, 10. Februar 2008
Die Froschplage greift um sich. Überall finden sich neue Nester in unterirdischen Verstecken. Aber die Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen ist nicht gewillt, sich Angst einjagen zu lassen. Vehementer als jemals zuvor gehen sie gegen diesen Feind vor, der sich unablässig zu vermehren scheint.
In vorderster Front lassen Captain Daimio und Roger, der Homunkulus, die Waffen sprechen. Die ersten Erfolge sehen viel versprechend aus. Wenn allerdings in einem anderen Tunnel wieder unzählige Augen aufblitzen, dann weiß das gesamte Einsatzteam, dass es noch viel Arbeit vor sich hat.
Liz macht sich Sorgen um Roger. Seit Hellboy das Team verlassen hat, ist Roger auf der Suche nach einem Ersatzvorbild. In Captain Daimio scheint er dieses Vorbild gefunden zu haben, sehr zum Missfallen von Liz. Denn der Captain ist ein Kommisskopp, wie er im Buche steht. Erfolge werden nach der Anzahl der Gefallenen berechnet, eine Einstellung, die Liz zuwider ist. Sie befürchtet nicht zu Unrecht, dass Roger durch die Übernahme zu vieler negativer Eigenschaften des Captains in Gefahr gerät.
Derweil bereitet man sich bei Zinco, einem riesigen Konzern, in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung auf eine Lage vor, von der die B.U.A.P. noch nicht einmal etwas ahnt. Ein Konzernchef mit einem kranken Interesse am Zweiten Weltkrieg versucht sich seine eigene Mythologie zu erschaffen. Machtzugewinn steht dabei im Vordergrund. Mittels der Frösche will er erobern, herrschen. Ein spezieller Anzug sorgt dafür, dass die Schwarze Flamme neu erstehen kann. Aber Mr. Pope, der Konzernchef, begeht einen folgenschweren Fehler.
Selten sahen sich die Teammitglieder des B.U.A.P. einer größeren Gefahr gegenüber. Mike Mignola und John Arcudi haben ein wahres Weltuntergangsszenario geschaffen, in dem sie nicht kleckern, sondern klotzen.
So drastisch wie in dieser Episode wurde der Alltag der B.U.A.P. noch nicht gezeigt. Selbst Hellboy, der einige sehr große Abenteuer erlebt hat, wurde noch nicht mit diesen Ausmaßen konfrontiert. Diesmal sind auch viele Red Shirts dabei, um den Ausdruck aus Star Trek zu gebrauchen, viele Sicherheitskräfte, die auf der Strecke bleiben.
Wie bereits erwähnt, sehr zum Unmut von Liz Sheridan, die glaubt, der Captain verheize seine Leute bei Kampfeinsätzen, um zu gewinnen.
Mignola und Arcudi beginnen nicht nur mit einem Knalleffekt, sie legen mit einem Rätsel auch gleich die Basis für das Gerüst der gesamten Handlung.
Wenn eine Handlung mit einem Knalleffekt beginnt, setzen sich Autoren zugleich eine hohe Hürde, denn diese Messlatte muss in höherer Position erneut übersprungen werden. Die Ideen, die dazu nötig sind und die den Leser regelrecht überfluten, sind bombastisch, ungewöhnlich und absolut von der Phantasie Mignolas durchdrungen. Wieviel davon Arcudi zuzuschreiben ist, lässt sich nicht recht beantworten. Zweifellos aber scheint die Zusammenarbeit laut Mignola mehr als nur gut geklappt zu haben, denn die Geschichte wirkt wie aus einem Guss.
Die Idee der Schwarzen Flamme ist wieder einmal sehr gruselig und wirkt wie ein Konzept aus einer Verneschen Zeitperiode. Aber gerade diese antiquiert erscheinenden Ideen erzeugen eine unglaubliche Atmosphäre. Es ist der Gegensatz aus High Tech in den gezeigten Labors und der merkwürdigen Rüstungsschutzbekleidung der Schwarzen Flamme, der Gegensatz von modernen Waffen und monströs angreifenden Wesen wie auch der Kampf-Jets, die sich später auf den Giganten stürzen, die diesen enormen Reiz der Geschichte ausmachen. Denn zugleich wird die Machtlosigkeit der Technik gegen uralte Magie gezeigt. Dies beschwört einen starken Spannungsbogen herauf, vor allem treibt es die Erwartungshaltung des Lesers auf die Spitze, der einen bombastischen Showdown erwartet – und nicht enttäuscht wird.
Das Besondere ist der Umstand, wie schön in der Handlung mit den Charakteren gespielt wird. Liz Sherman erfährt noch mehr Tiefe durch verschiedene Details wie der alten Frau oder dem geheimnisvollen Fremden aus ihren Träumen. Wie Mignola selber über die Ideen Arcudis aussagt – so, wenn es um den geheimnisvollen Chinamann geht – man müsse Arcudi einfach vertrauen, denn auch er, Mignola, tappe mitunter im Dunkeln, was diese Ideen angehe.
Guy Davis und seinen Charakterkopfstudien ist es zu verdanken, dass die handelnden Figuren außerdem an Tiefe gewinnen. Aus diesen Gesichtern kann der Leser noch mehr ablesen, in Augen, Gesichtszügen und Haltungen steckt noch mehr. Die Inszenierung erinnert ein wenig an Theater. Mit punktgenauen Szenenbildern werden noch bessere Eindrücke geschaffen, als es die geschriebene Vorlage erreichen kann.
Wie sehr die Bilder von Davis noch gesteigert werden können, zeigt das Koloristentalent von Dave Stewart. Der Auftakt ist in feurige Explosionen getaucht, grünlich dunkle Tunnel folgen, blaues High Tech– und Schneelandschaftsambiente lösen bunte Träume und finsterblaugrüne Weltuntergänge ab. Wer einfach nur durch die Seiten blättert, kann sehr schnell erkennen, wie gut Stewart die Farben aufeinander abstimmt und sich einer bestimmten Grundpalette bedient, die einen atmosphärischen Faden erzeugt, der mehr als nur eine Stütze für die Geschichte ist.
Drei Bereiche, Text durch Mignola und Arcudi, Entwurf und Zeichnung durch Mignola und Davis sowie Farbe durch Stewart finden in dieser Ausgabe in perfekter Harmonie zueinander. Anders lässt sich dieses gute Zusammenspiel nicht erklären. Am Ende steht das ideale Leseerlebnis für alle Grusel- und Mystery-Fans – für Mignola-Fans sowieso, die sich so die Wartezeit bis zur zweiten Hellboy-Filmausgabe gut verkürzen können. 😀
B.U.A.P. 4 – Schwarze Flamme: Bei Amazon bestellen
Donnerstag, 07. Februar 2008
Was passiert, wenn riesige Roboter New York angreifen? Nun, dann müssen die Helden ran! Wie das im Stile einer Final Fantasy Verfilmung aussehen kann, zeigt die kleine dreiteilige Online-Episode auf comics2film.com.
Das Aufeinandertreffen bzw. gemeinsame Agieren der drei Helden Spider-Man, Iron Man und Hulk ist absolut sehenswert – und schreit geradezu nach einem richtigen Film. Hier finden sich die drei Teile: Teil 1, Teil 2 und Teil 3. 😀
Inzwischen kann der interessierte Comic-Leser sich den Film-Trailer zu Largo Winch online anschauen. Der Filmstart ist für Dezember 2008 vorgesehen. Die Geschichte um den jungen Mann, der unversehens der Erbe eines Milliardendollarkonzerns wird, ist als Comic bei uns, wie auch als Romanreihe in Frankreich, ein Erfolg. Abenteuer, Thriller, Intrigen, Agenten, Börsengeschäfte, schöne Frauen, Largo Winch hat alles, was modernes französisches Kino zu bieten hat und wird, wenn man dem Trailer glauben darf, der Comic-Serie gerecht.
Links: Largo Winch Trailer, Largo Winch – Die Homepage zum Film
Mit den Stellungnahmen von Joe Quesada, Jae Lee und Peter David finden sich die Stimmen einiger Macher zum Comic-Projekt von The Dark Tower (Sehr, sehr stimmungsvoll umgesetzt.).
Als Fan des Mammutwerks von Stephen King kann man nur neugieriger auf diese Comic-Adaption werden.
Wer wissen mag, was in nächster Zeit an Comics auf den Markt kommt, kann sich auch diverse Trailer sowie komplette Animationen einfach zur Unterhaltung anschauen. Eine schöne Quelle für viel Material findet sich auch auf spike.com.
Eine kleine Auswahl:
Charlie Caplin 3D Animation (Charlie landet in der Buntwelt, in einer sehr bekannten Szene.) Extreme Limit (Schon eine Spur rasanter animiert, gibt es hier eine flotte Verfolgungsjagd zu sehen.) Fallen Art (Ein Film über recht merkwürdige Experimente, aber toll umgesetzt.)