Sonntag, 04. Mai 2008
Der Hulk ist sehr wütend. – Das ist keine Neuigkeit, doch diesmal hat er einen Grund dazu. Seine Frau ist tot. Sein ungeborenes Kind ist tot. Er wurde von der Erde verbannt. Und er weiß, wer dafür verantwortlich ist: Mister Fantastic, Doktor Strange, Iron Man und Black Bolt. Die Welt kennt sie als Helden. Für ihn sind sie nur noch Verschwörer, die sterben müssen.
Aus dem Hulk ist etwas Neues geworden. Er ist nicht mehr die wütende Identität eines kleinen Wissenschaftlers. Er hat die Oberhand gewonnen. Er ist nun der Hulk und kein Wesen mehr, das zeitweise und unerwünscht durchbricht.
Mittels seiner neuen Freunde hat er gelernt, seine Wut im Zaum zu halten. Meditation ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg. Korg, Miek, Heroim, Elloe, Brood und Arch-E-5912 dürften die ungewöhnlichsten Helfer sein, die je an Hulks Seite waren. Allenfalls die Inhumans können mit dieser kurios phantastischen Gruppe verglichen werden.
In verschiedensten Sequenzen wird der Leser nicht nur durch die Erinnerungen an den Planet Hulk aufgeklärt, auch uralte Begebenheiten rücken noch einmal in das Bewusstsein.
Interessant, wie der Hulk zu dem Schluss kommt, dass Tony Stark den Hulk, oder auch Bruce Banner schon immer gehasst haben muss. Einst ein Rächer zum Wohle aller, nun ein Rächer im eigenen Interesse.
Die verschiedenen Auseinandersetzungen, die hier seitenweise angerissen werden und die sich in der Marvel-Vergangenheit immer wieder ereigneten, bieten einen Ausblick auf das, was die Helden auf der Erde erwartet – zumal der Hulk auf seiner Reise bereits zeigt, dass er nicht gewillt ist, Gefangene zu machen. Hulk sieht sich selbst dabei, wie er Black Bolt den Kopf eindrückt. Das Maß der Gewalt ist recht hoch.
Jennifer Walters, jene, die dem Hulk als She-Hulk etwas entgegenzusetzen gehabt hätte, hat ihre Kräfte verloren. Vielleicht kann sie besänftigend auf ihren Cousin einwirken. Ihre Panik ist in der Erwartung seiner Ankunft nicht gespielt. Der Hulk kehrt zu einer Zeit zurück, in der das Superheldentum im Wandel begriffen ist.
Die Auseinandersetzung zwischen ihr und Leonard, einem anderen ehemaligen Mitglied der Hulk Busters, die Szenen aus der Vergangenheit wie auch der Anreise des Hulk sind von unterschiedlichen Zeichnern umgesetzt worden. Der Gegensatz zwischen dem alten Hulk, der in Urzeiten gegen das Ding antrat, und dem neuen Hulk, der als Gladiator antrat, ist deutlich. Der alte war monströser, gedrungener, während der neue deutlich schlanker und (noch) größer wirkt.
Der alte Hulk mag etwas eindimensionaler gewesen sein, während der neue Hulk andere Möglichkeiten bietet (siehe auch House of M, die Handlungslinie während derer Hulk zu einem Beschützer Australiens wird). Durch die zunehmende Intelligenz des grünen Riesen steigt auch seine Berechenbarkeit. Vorbei die Zeiten als der Hulk das Schicksal der Menschheit wegen eines Wunsches nach einer Mahlzeit besiegelte – siehe das Abenteuer des Hulk an der Seite des Dings auf einer fernen Welt.
Interessanterweise wird in der kleinen Mini-Marvel-Episode das Schicksal des Hulk auch durch seinen Hunger besiegelt. Er isst Namors Butterbrot auf und wird dafür auf einen fernen Gladiatorenplaneten verbannt. Auch das wäre ein möglicher Ausgangspunkt für Planet Hulk gewesen – zumindest ein lustiger.
Für alle, die Planet Hulk verpasst haben und keine Erklärung für Hulks Hass haben, bietet der Prolog die nötigen Informationen – und mehr, denn gleichzeitig wird noch ein (sehr) kurzer Querschnitt seines Werdegangs präsentiert. Eine Vorstellung seiner weniger bekannten neuen Gefährten rundet den Anhang ab. 🙂
Freitag, 02. Mai 2008
In der Doloniac World Company herrscht wieder etwas, das an den gewohnten Arbeitsrhythmus erinnert. In der hektischen Betriebsamkeit fällt der Lieferant mit der Wassergallone gar nicht weiter auf. Er ist nur ein Mann, der seine Arbeit macht. Seine Nervosität wird zwar bemerkt, aber dies wird seiner Aufregung über das Zusammentreffen mit einem der Firmenmanager zugeschrieben. Der Mann erledigt seine Arbeit. Sobald die Wassergallone an ihrem Platz ist, erfolgt eine riesige Explosion. Teile des Firmengebäudes regnen in den Abgrund. Ein weiterer Anschlag auf die Konzernspitze erschüttert das Unternehmen.
Unterdessen übt sich Morea in ihren sportlichen Fertigkeiten. Ihr Lehrer, Mentor und Ritter an ihrer Seite, Terkio, gibt sich die allergrößte Mühe, Morea durch den Parcours zu hetzen. Die junge Frau, die nach der Eröffnung, eine Unsterbliche zu sein, bereits einiges gewöhnt ist, gerät auf diesem Hindernislauf in luftiger Höhe schnell aus der Puste. Man bewegt sich nicht alle Tage an Lianen durch die Luft vorwärts – und man wird dabei schon gar nicht von kleinen Affen geärgert. Allerdings können sie auch sehr hartnäckig sein. Einer folgt Morea fortan auf Schritt und Tritt.
Das Attentat löst neue Sicherheitsmaßnahmen aus, aber Morea nimmt dieses Vorgehen nicht mehr allzu ernst, nicht nach all ihren Erlebnissen. Auch will sie nicht warten und spielt selber Detektiv. Gemeinsam mit Terkio und ihrem Butler Jeeves findet sie alsbald eine Spur.
In der vierten Ausgabe der Reihe findet wieder ein Schauplatzwechsel statt. Wer steckt hinter dem neuerlichen Anschlag – der Leser weiß es – auf diese Frage gilt es eine Antwort zu finden. Die Spur führt hin zum organisierten Verbrechen von Havanna.
Christophe Arleston lässt sich nicht lumpen und führt die Reihe gewohnt spannend und abwechslungsreich fort. Als Leser erwartet man diese sehr ausgefeilte Erzählweise von dem Autor, der für Serien wie Lanfeust von Troy oder Die Schiffbrüchigen von Ythag verantwortlich ist. Mit Morea zeigt er auf leichtfüßige Art, wie gut er einen Thriller in der Zukunft erzählen kann, ohne in die reiche Trickkiste des Phantastischen greifen zu können – die Möglichkeiten innerhalb einer Fantasy-Welt oder auf einem vollkommen anderen Planeten sind natürlich unendlich größer.
Doch auch die Einschränkung bedeutet keinerlei erzählerische Bremse für ihn.
Im Gegenteil. Man mag den Eindruck gewinnen, dass Arleston in diesem Band ein paar Genres und Geschichten ein wenig auf den Arm nehmen will. Gleich als wir Morea begegnen, schwingt sie sich wie unlängst Tarzan, Verzeihung, Jane von Ast zu Ast. Der Butler ist zwar nicht der Mörder, aber dafür ein ausgebildeter Aufpasser. Und zum guten Schluss lässt das chinesisch geprägte organisierte Verbrechen Erinnerungen an die guten alten Bruce Lee-Filme aufleben. Oder neuere Kinogänger und Tarantino-Fans werden sich hier über weitere schlagkräftige Kung Fu-Frauen freuen können.
Vielleicht ist dieser Einfluss auch auf Dominique Latil, den Co-Autor, zurückzuführen. Das lässt sich von dieser Warte aus leider nicht sagen.
Fest steht jedoch, dass Thierry Labrosse seine Morea inzwischen aus dem FF beherrscht. Er lässt es sich auch nicht nehmen, seine Hauptdarstellerin mitunter nackisch zu zeichnen und propagiert auf seine Weise für ein Frauenbild, das nicht mit den berüchtigten Hungerhaken zu vergleichen ist. (Das Titelbild übertreibt hierbei ein wenig. In der Geschichte selber nimmt Labrosse die Proportionen etwas zurück und bleibt realistischer.) Neben einer gesunden Weiblichkeit wird auch auf Sportlichkeit gesetzt. Frauen sind hier nicht nur ansehnlich, sie sind auch Gegner – die selbst so erfahrene Recken wie Terkio manchmal blass aussehen lassen.
Aber sie, die Frauen, können auch in recht verfahrene Situationen kommen. Die neue Praktikantin in der Rechtsabteilung wird so auf einmal zu einer Figur mit einer eigenen kleinen Geschichte in der Geschichte. Die junge Frau wähnt sich nicht zu Unrecht später als Praktikantin der Action-Abteilung. Die Folterszenen wie auch die Flucht inszeniert Labrosse mit einem Augenzwinkern, einer Arbeitshaltung, die sich durch den gesamten Band zieht und so diesmal ein besonders heiteres Science Fiction-Vergnügen schafft.
Eine Übergangsepisode, in der sich einige Schleier lüften und lose Erzählenden miteinander verknüpft werden. Der vierte Band von Morea präsentiert sich mit viel Action und Situationskomik. Der letzte Band des Zyklus dürfte, wie es in vorhergehenden Episoden angedeutet wurde, wieder weitaus ernsthafter ausfallen.
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Tony Stark versucht seine soldatischen Begleiter aufzuheitern und ihnen ein Lächeln zu entlocken. Der brillante Ingenieur und draufgängerische Playboy hat das Eis bald gebrochen, doch aus einer Verbrüderung wird nichts. Denn im nächsten Moment hält eine Explosion den Konvoi auf.
Der sonst so souveräne und mit einer großen Klappe ausgestattete Unternehmer sieht sich plötzlich einer Lebensgefahr ausgesetzt. Schlimmer noch. Während die Kugeln fliegen und die Explosionen weiter den Boden erschüttern, schlägt unweit von ihm eine Rakete ein. Hersteller dieses Geschosses ist Stark Industries.
Robert Downey Jr., der Mann an der Seite von Ally McBeal, ehemaliger Charlie Chaplin, kam unlängst als Charakterdrasteller in dem Film Zodiac wieder auf die große Leinwand zurück. Wie würde dieser Mann mit der Rolle eines Playboys, genialen Wissenschaftlers und Trunkenbolds klar kommen? Die Meinungen waren geteilt.
Und mit diesem Auftritt hat Downey Jr. es allen gezeigt. Das Spitzbübische des Tony Stark aus den Comic-Veröffentlichungen bringt Downey Jr. hervorragend auf die Kinoleinwand. Die bewährte Synchronisation von Charles Rettinghaus, mit einem leicht ironischen Unterton versehen (bei dem KOQ-erprobten Rettinghaus kein Problem), bringt dem deutschen Zuschauer einen perfekten Auftritt.
Wie wird ein Held zum Held?
Laut Werbung werden sie nicht geboren, sondern gemacht. Da es sich nicht um die übliche Verwandlung von gestochen, verstrahlt, göttlicher Abstammung oder sonst wie umgekrempelt und dann zum Superheldenwahnsinnsmonster geworden handelt, dauert die Entstehung eines Kampfanzugs mit sinnvoller Leistungskraft etwas länger.
Diese Entstehung ist richtig toll geworden. Downey lässt seiner Spielfreude freien Lauf. Kleine Spaßspitzen sind an der richtigen Stelle gesetzt. Der Roboter, der immer zum Löschen ansetzen will, auch wenn es nicht brennt, aber brennen könnte, wird in Windeseile zum Lachgaranten. Alle Fans, die seit Jahren den Wechsel im Aussehen des Eisernen diskutieren, werden vielleicht die eher etwas lapidare Entstehung der Farbgebung bekritteln. – Dann wird halt etwas Rot hinzugegeben.
Gleichwohl hat es auch Änderungen gegeben. Aus dem getreuen Diener Jarvis wurde eine das Haus überwachende KI. Gwyneth Paltrow ist eine gut besetzte Nebendarstellerin für Pepper Pots. Mit Jeff Bridges als Obadiah Stane, dem späteren Iron Monger findet sich außerdem ein hochkarätiger Schauspieler, der hier nicht unbedingt mit seinen vielfältigen Möglichkeiten trumpfen kann, der Figur aber die notwendige Tiefe verleiht.
Bei einem Budget von 190 Millionen Dollar dürfen gerade bei einer Comic-Verfilmung beste Tricks erwartet werden.
ILM – Industrial Light And Magic, Skywalker Sound und andere stehen als Garanten für Tricks und Ton. So ist selbst der Auftritt mit der allerersten – recht improvisierten – Rüstung bereits beeindruckend in Szene gesetzt. Inzwischen sind die Erwartungen an computergenerierte Bilder hoch. Die eigentlichen Kämpfe und Auftritte des Iron Man, und das ist erfreulich, fallen etwas kürzer aus, spektakulär zweifellos, aber nicht dergestalt, dass sie den Rest der Geschichte erschlagen.
Die Schwere der Rüstung hört der Zuschauer. Die technischen Tricks und Fertigkeiten äußern sich in allerhand Feinheiten, nicht zuletzt in den fliegerischen Fertigkeiten und einer starken Feuerkraft. Raketen, Täuschkörper, Minigeschosse, Repulsorstrahlen, alles ist vorhanden, was das Comic-Fan-Herz erfreut. Iron Mans Gesicht wirkt finsterer als Comic. Das recht glatte Design ist top. Wenn etwas benötigt wird, öffnet sich hier und dort ein Kläppchen und befördert das Gewünschte nach draußen. Bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass in einer etwaigen Fortsetzung dem Zuschauer die unsäglichen Auspuffrohre, mit denen Iron Man zeitweilig gesegnet war, nicht gezeigt werden.
Bleibt eher zu hoffen, dass Terence Howard es als War Machine an die Seite von Iron Man schaffen wird. Eine entsprechende Anspielung haben die Macher nicht vergessen.
Ja, da sollte doch … Wo ist er denn?
Nein, nicht Stan Lee, der in einem Gastauftritt Hugh Hefner parodiert, sondern … Ja, genau der!
Die Organisation mit dem unaussprechlichen Namen, der zum Schluss marketingtauglicher nur noch Shield heißt, hat einen Boss, dessen Auftritt heiß und innig erwartet wurde. Aber er kam nicht? Oder doch?
Geduld heißt es da und den Abspann abwarten. Man soll in Anbetracht der guten Leistung von Robert Downey Jr. nicht gemein sein. Aber ähnlich wie Sean Connery durch seinen Einminutenauftritt in „König der Diebe“ Kevin Costner die Show stahl, so tritt auch hier ein Mann aus dem Dunkel und schafft es mit nur einem Satz, die Comic-Fans in konzentrierter Erwartung auf ihren Kinosesseln herumrutschen zu lassen.
Nick Fury, gespielt von Samuel L. Jackson, wie er dem Fan im Ultimativen Universum begegnete, spricht auf die Rächer-Initiative an.
Die Möglichkeiten, die sich aus dieser Anspielung ergeben, angesichts der Qualität von Iron Man … Dann mal los!
Ein unerwartet absolut tolle Comic-Verfilmung, die alle Unkenrufe Lügen straft. Robert Downey Jr. ist Tony Stark. Iron Man bewegt sich auf gleicher Augenhöhe wie die Inszenierungen von Spider-Man oder den Fantastic Four. Was will man mehr? 😀
Mittwoch, 30. April 2008
Raumstation 47, Rufname Vanguard, liegt nahe der Taurusregion, eines Gebietes, an das auch die Grenzen des klingonischen wie auch des tholianischen Reiches grenzen. Der Bau der Station wurde durch die Föderation in erstaunlich kurzer Zeit bewerkstelligt. Jemand, oder etwas, scheint von so großer Wichtigkeit zu sein, dass es die ganze Mühe wert war.
Als die U.S.S. Enterprise unter dem Kommando von James T. Kirk an Vanguard anlegen muss, findet die Besatzung nicht nur einen Heimathafen fernab der Erde vor, sondern auch ein Wespennest und ein Pulverfaß. Eine falsche Bewegung scheint auszureichen, um alles in die Luft fliegen zu lassen.
Diplomatie ist das oberste Gebot auf Vanguard. Kommandant Commodore Diego Reyes ist gewillt, den Tanz auf dem Drahtseil zu schaffen, doch das ist durch viele Störfaktorn alles andere als einfach. Nicht nur die Tholianer und die Klingonen würden sich über ein Scheitern der Föderationsbemühungen freuen. Auch die Presse, in Person des für die Föderationsnachrichten tätigen Tim Pennington, ist stets an Skandalen interessiert. Im Hintergrund gibt es auch zu viele, die mit ihren ganz eigenen Methoden wirken, und eine Arbeit in der Taurusregion unendlich schwer werden lassen.
Zwar ist die vulkanische Geheimdienstoffizierin T’Prynn bereit, die Föderationsinteressen mit allen Mitteln, sprich Intrigen, zu verteidigen, aber die Anstrengungen ihrer Gegner sind zahlreich und selbst für diese allzu logisch denkende Frau nicht immer vorhersehbar.
Ein Zwischenfall erschüttert das empfindliche Gefüge in dieser Region. Die U.S.S. Bombay wird bei einem Versorgungsflug von sechs tholianischen Kriegsschiffen angegriffen. Der Kampf ist hart, die Niederlage gewiss, dennoch gelingt es der Bombay vier ihrer Angreifer auszuschalten, bevor sie selbst vernichtet wird.
Die Presse bekommt Wind von dem Vorfall. Plötzlich befindet sich ein Krieg in Griffweite. Jederzeit können an den Grenzen Kämpfe zwischen Föderation und Tholianern beginnen. Dies ist ein Krieg, wie ihn sich die Klingonen nur wünschen, denn durch weitere Angriffe ihrerseits könnte die Föderation zwischen zwei Fronten aufgerieben werden.
Doch woher kommt das allgemeine Interesse an dieser eher unspektakulären Region? Kirk und seine Mannschaft stoßen schließlich auf ein Geheimnis, das rätselhafter als alles ist, was ihnen bisher begegnete.
Star Trek Vanguard – Der Vorbote ist ein Neubeginn in einem altbekannten und hier erfrischend neu geschilderten klassischen Star Trek-Zeitabschnitt. Spätestens seit Serien wie Deep Space Nine oder Babylon 5 weiß der SciFi-Interessierte, dass auf dem begrenzten Raum einer Weltraumstation ausgedehnte Handlungsstränge möglich sind.
Mit Vanguard wird dieses Konzept auch in der klassischen Reihe um Kirk und seinen Mannen umgesetzt. Die Station befindet sich nicht nur weit entfernt von den dichter besiedelten Föderationsterritorien, sondern liegt nahe eines Brennpunktes zwischen zwei eher feindlich eingestellten Reichen, dem der Klingonen und jenem der Tholianer. Erstere sind recht bekannt, auch in ihrer alten Form, letztere sind etwas seltener und auch weniger humanoid. Ihre Kommunikation ist deutlich anders und in der Geschichte selber sind die Auszüge dieser Kommunikation ein schwieriger Teil – für den Autor wie für den Leser, da die Gesellschaft der Tholianer ein gänzlich anderes System darstellt.
Allerdings ist die Darstellung nur ein Mittel zum Zweck, denn wie es sich später herausstellt, ist die Kommunikation zwischen Tholianern und Angehörigen der Föderation auch nur sehr schwierig zu gewährleisten – und sicherlich nicht frei von Missverständnissen. Diplomatie kann sich hier nur auf einfachste Aussagen beschränken.
Autor David Mack beweist einmal mehr, wie eng Film, Roman und Comic in mancherlei Hinsicht zusammenhängen. Für den Comic-Bereich in Star Trek lieferte er die Vorlage eines Crossover zwischen der Next Generation und Deep Space Nine. 2006 erschien sein Roman über Wolverine, die wohl beliebteste Krallenhand, die der Comic zu bieten hat.
Wie eng Star Trek mit Comic, Zeichentrick und Spiel verbunden ist, haben die vergangenen Jahrzehnte gezeigt. Phantasievoll waren die Ausflüge der Zeichentrickserie der klassischen Mannschaft (leider nur allzu kurz im Fernsehen), die sich später auch im Comic fortsetzten und auf einem durchaus ernsthaften Kurs, der auch im vorliegenden Roman noch stärker hervortritt.
Star Trek lebt derweil auch im Comic fort, wie aktuelle Veröffentlichungen aus den USA sowie auch aus der Zeitperiode, in der Vanguard spielt, zeigen, in der auch John Byrne tätig ist und die Romulaner in das rechte Licht rückt.
Ein sehr düsterer Handlungsauftakt. Um starken Realismus bemüht, in einer absolut lebensfeindlichen Umwelt, von feindlichen Völkern umgeben, spielt Vanguard auf gleicher Augenhöhe mit Deep Space Nine und wirft ein sehr gutes, neues Licht auf Kirk & Co. 🙂
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Lucky Luke genießt die Ruhe in Daiys Town. Aber nicht lange. Neue Siedler haben in der Nähe ein Stück Land von der Regierung zugewiesen bekommen. Doch sie sind nicht die einzigen, die darauf Anspruch erheben. Bereits vor ihnen haben Viehtreiber diesen Grund als Weideland entdeckt und wollen diese Nutzung nicht aufgeben.
Und da der Westen immer noch wild ist, gilt auch bekanntlich das Recht des Stärkeren. Sollen diese Siedler doch mal versuchen, auf diesem Land zu siedeln, denken sich die Viehtreiber. Sollen diese Viehtreiber auch nur einmal versuchen, ihre Rinder auf unser Land zu treiben, denken sich die Siedler. Und jeder plant den Kauf von ein wenig Schießpulver, um dem anderen zu zeigen, wie es im Wilden Westen zugeht.
Weniger gewalttätig als Ein explosives Geschäft ist Ein Trunk von besonderer Güte. In Daisy Town soll es kultivierter werden. Zu diesem Zweck sind die Daltons eingeladen, damit sie in einer Theatervorführung ihre Schauspielkunst zeigen können. Zu diesem Zeitpunkt, als sich jeder in der kleinen Stadt auf ein nettes Fest einrichtet, trifft eine Wahrsagerin ein, die einen Trank im Gepäck hat, der einige merkwürdige Nebenwirkungen hat.
Plötzlich bricht die Liebe in Daisy Town aus und treibt gar seltsame Blüten.
Nach dem Kinofilm um dem Cowboy, der schneller schießt als sein Schatten, folgte eine kurze Serie, die sich der Motive der Comic-Reihe bedient, aber auch andere Wege beschreitet.
Gaststars dieser ersten beiden Episoden sind die Daltons, die sich auf unterschiedliche Weise bewähren müssen, aber stets Garanten für humorvolle Einlagen sind. Die erste Episode wartet noch mit den obligatorischen Slapstick-Einlagen auf. In der folgenden Episode jedoch wird mehr auf Situationskomik gesetzt. Hier darf auch Jack Dalton zeigen, dass er ein Liebendes sein kann. Und Averill …
Nun Averill würde sich in einen Sack Reis verlieben, wenn dieser Sack Reis lange genug Averills Hunger widerstehen kann. Leider ist Jolly Jumper, Lukes getreues Pferd, das Ziel der Liebesattacke.
Hier hat es eine kleine Änderung gegeben. Nicht mehr Wolfgang Völz leiht dem Hengst seine Stimme wie im Kinofilm, sondern Harry Wüstenhagen, dessen kräftige Reibeisenstimme aber ebenfalls komödienerprobt ist. Er lieh zum Beispiel Pierre Richard und Gene Wilder seine Stimme. Wer den Hengst besser spielen kann, Völz oder Wüstenhagen, ist letztlich Geschmackssache. Prädestiniert dazu sind alle beide.
Terence Hill bleibt seinem Lucky auch weiterhin treu. Wie im Kinofilm drängt er sich nicht nach vorne, spielt verhalten, beinahe schüchtern und überlässt die Witze den anderen.
In dieser Folge stimmt die Besetzung von A-Z. Das Mauerblümchen, das in Luke verliebt ist, angelt sich leider den Falschen, Jack Dalton (Bo Greigh), der eben noch in heißer Liebe zu Lotta (Nancy Morgan) entbrannt war. Während draußen Averill Jolly Jumper infolge des Liebestranks seine Liebesschwüre gesteht, lacht sich der halbe Ort im Saloon halb schlapp, denn wegen der Feierlichkeiten sind alle versammelt.
Ein richtig herrliches Komodiendurcheinander nach allen Regeln der Kunst.
Sehr schöne neue Geschichten um den einsamen Cowboy. Die zweite Episode trifft den Geist der Comic-Reihe ganz hervorragend. 🙂
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Der Endkampf. Im Kamf gegen den Wahnsinn von Critical Maas geht es nicht um die Macht, die Vorherrschaft oder etwas ähnlich Triviales. Es geht schlicht und ergreifend um das Überleben. Die Helden, die noch nicht dem Einfluss von Critical Maas erlegen sind, stellen sich ihr gesammelt entgegen.
Doch Wahnsinn und Schlauheit widersprechen sich nicht. Und so stehen bald Freunde gegeneinander, die kurz zuvor noch glaubten, auf derselben Seite zu sein. Über der Stadt, in der Luft und in den Straßenschluchten bekämpfen sich die beiden mächtigsten Helden der Welt.
Jeder Kampf und jeder Krieg geht einmal zu Ende. Zum Schluss müssen sich die Überlebenden über einen Neubeginn klar werden. Wie gehen Helden dabei vor?
Gerade noch haben sie einen der ihren zu Grabe getragen. Sie haben gesehen, was ihre Uneinigkeit anrichten kann. Es ist an der Zeit, gemeinsam Lösungen zu finden. Diese Welt braucht eine Veränderung. Wenn nicht Menschen mit ihren Kräften diese Veränderung herbeiführen, wer wird es dann machen?
Wir werden die Welt verändern, Matt. Und wenn es uns umbringt.
Patriot kündigt seinen Job bei Nexus-Corp. Aus dem Mietheld wird ein Friedens- und Umweltaktivist. Und er ist nur einer von vielen.
J. Michael Straczynski lässt die Helden Helden sein. Nichts ist mehr vor ihnen sicher. Verbrecher, Drogenhändler, internationale Verwicklungen, Bedrohungen aller Art. Überall greifen diese Menschen ein. Patriot beseitigt nukleares Material. Er räumt eigenmächtig eine atomare Abschussrampe nach der anderen.
Straczynski erlaubt es seinen Helden, einem rein moralischen Gesetz zu folgen, abseits aller staatlichen Regelungen. Damit sind sämtliche Konzepte, wie sie der übliche Superheld sonst kennt, über den Haufen geworfen.
Sicherlich gab es den einen oder anderen Ausreißer, aber wohl nicht in dieser Form. Patriot schert sich nicht einmal um seine persönliche Herkunft, Amerika wird nicht verschont. Es wird sogar der Konflikt im Heiligen Land gelöst. Eine Heldin wurde zur Sünderin und büsst nun. Die normalen Menschen interpretieren den Vorgang als Gottes Zeichen, der nun endlich Einhalt gebieten will. Einige wenige wissen es besser.
Heldenszenarien beschäftigten sich nicht erst durch den 11. September mit echten Gegebenheiten. Aber hier wird stellenweise mit einer gesunden Portion Naivität agiert. Doch wo in anderen Comic-Universen die Helden zum Scheitern verdammt waren, räumt Straczynski seinen Recken den Erfolg ein, allerdings nicht ohne den Preis dafür zu bezahlen.
Der zweite Teil dieses zweiten Aktes um die Rising Stars wird grafisch von Christian Zanier, Stuart Immonen und Brent Anderson betreut. Rein optisch ergibt sich hier ein besseres Bild als im ersten Teil. Zanier ist wieder dabei. Als Veteran, der bei Comic-Serien wie Buffy und Angel mitarbeitete, versteht er sein Handwerk, aber er ist auch sehr mainstream-orientiert.
Immonen pflegt eine eher eigene Handschrift, wie er schon in Marvels Ultimativem Universum unter Beweis stellen konnte. Wenn eine fliegende menschliche Fackel die Drogenanbaufelder in Kolumbien in Brand setzt, wurde mit Immonen genau der richtige zur Illustration gefunden.
Als dritter im Bunde macht Brent Anderson den besten Eindruck (was natürlich auch immer Geschmacksache ist). Sein Held John sieht zwar ein wenig wie Winnetou aus, aber ich bezweifle, dass jenseits des großen Teichs jemals etwas von Pierre Brice als Karl May-Darsteller bekannt wurde.
Der besondere Eindruck mag auch von der Episode herrühren, die er gestalten durfte. Die Veränderung, die mit dem Heiligen Land vorgeht, ist die interessanteste und hinterlässt den größten Eindruck.
Obwohl schon einige Jahre alt gehört Rising Stars sicherlich mit zu den Wegbereitern einer ernsthafteren Superheldenthematik – aber immer noch dramatisch, traurig und, wie kann es bei Straczynski anders sein, vielen Intrigen im Hintergrund, die die neuen Götter zu Fall bringen sollen. 🙂
J. Michael Straczynski’s Rising Stars 2. Akt – Teil 2: Bei Amazon bestellen
Die japanische Star-Mangazeichnerin EIKI EIKI besucht den Internationalen Comic Salon Erlangen 2008. Vom 23. Mai bis zum 25. Mai 2008 wird EIKI EIKI Gast auf der wichtigsten Comicmesse im deutschsprachigen Raum sein. EIKI EIKI, die Enkeltochter des früheren japanischen Premierministers Noboru Takeshita, ist seit 1998 als Mangaka und Illustratorin tätig. Ihr Spezialgebiet sind Boys-Love-Manga. In Japan gilt sie schon lange als echter Shonen-Ai-Star.
Veröffentlichungen bei EMA:
Color, Dear Myself, Kiss, Prime Minister, Train Train, Yuigon
Signiertermine von EIKI EIKI:
Freitag, 23. Mai 2008: 11:00 bis 12:00 Uhr, 15:00 bis 16:00 Uhr, 17:00 bis 18:00 Uhr am Stand der Ehapa Comic Collection, in Halle B/Stand 31, Internationaler Comic Salon Erlangen 2008.
Samstag, 24. Mai 2008: 12:00 bis 13:30 Uhr, Signierstunde bei Ultra-Comix (Vordere Sterngasse 2, 90402 Nürnberg).
Sonntag, 25. Mai 2008: 11:00 bis 12:00 Uhr, 13:00 bis 14:00 Uhr am Stand der Ehapa Comic Collection, in Halle B/Stand 31, Internationaler Comic Salon Erlangen 2008.
Quelle: Presseinformation Egmont Manga & Anime zum Comic Salon Erlangen 2008
Vor Order 66 war der Krieg noch in Ordnung – er näherte sich dem ersehnten Ende. Die Republik befand sich auf der Siegerstraße. Selbst ein Pessimist wie Quinlan Voss war guter Dinge. K’Kruhk und sein Padawan schiffen sich ebenfalls für eine neue Mission ein.
Sie sind erst kurz im Weltraum, als sie in einen Hinterhalt geraten. Jeisel, der weibliche Padawan, glaubt, dass sie noch einmal Glück gehabt haben. In der Tat aber ist die Lage alles andere als gut. Das Schiff ist schwer beschädigt. Im Bogden-System, in der Nähe eines Jedi-Ausbildungsgeländes finden sie Zuflucht.
K’Kruhk beobachtet gerade einen Klonsoldaten, der einigen Jedi-Jünglingen die Funktionen seines Helms erklärt – als es passiert. Plötzlich werden aus den ergebenen Soldaten erbitterte Feinde. K’Kruhk und Jeisel rasen und lassen ihrem Zorn freien Lauf. Die Soldaten kämpfen ohne Rücksicht auf eigene Verluste. Den wenigen überlebenden Jedi bleibt nur die Flucht.
Der neue Handlungsauftakt zeigt, wie ungeheuer schnell sich die Lage innerhalb der Republik verschiebt, als Palpatine seine Maske fallen gelassen hat.
Nachdem der Leser einen Rückblick die Geschehnisse werfen durfte, die den ehrbaren Jedi K’Kruhk aus der Bahn warfen, erfolgt sogleich ein Sprung zu den beiden kleinen Freunden Bomo und Ratty.
Aus vorhergehenden Episoden ist das furchtbare Schicksal von Bomo bereits bekannt, der seine gesamte Familie durch das neue Imperium und später seine Tochter durch einen noch schlimmeren Umstand verlor. Die Flucht der beiden Freunde entbehrt nicht einer gewissen Komik. Mick Harrison lässt es sich nicht nehmen, einen Unbeteiligten für Bomos schlecht geplante Flucht büssen zu lassen.
Der Schnellstart ihres Schiffs ist eine Verbeugung vor einer anderen allseits bekannten Flucht aus einem Raumdock in Mos Eisley. Hier verläuft die Flucht ungleich spektakulärer.
Dave Ross und Lui Antonio können sich hier hauptsächlich mit der Darstellung außerirdischer Protagonisten befassen. Dank Bomo, dieses kleinen Kerls, dessen Äußeres an einen Triceratops erinnert, entsteht eine neue Form des Mitgefühls mit einem Charakter aus dem Star Wars-Universum. Es dürfte ansonsten niemanden geben, dessen Tochter aus einem pervertierten Spaßgefühl heraus gegessen wurde.
Die Crew des Schiffes, die in vorhergehenden Abenteuern durch einen Zufall zusammengeschmiedet wurde, erhält nicht nur durch die Zeichnungen immer mehr Profil und Tiefe.
Nach der Flucht der Crew wird die Thematik alsbald eine ähnlich bekannte. Geld muss verdient werden und jene, die in den Schatten leben, werden nicht selten Schmuggler. So ist es auch mit Bomo, Ratty und den anderen bestellt.
Hier offenbart sich auch der Gegensatz der beiden Zeichner. Hat Dave Ross noch mehr Wert gelegt auf eher fettere und skizzierte Linien, so werden die Zeichnungen von Lui Antonio zarter, aber auch ein wenig aussagekräftiger. Da Alex Wald in beiden Fällen für die Farben verantwortlich ist, bleibt optisch dennoch ein roter Faden erhalten.
Mit einem (für den Leser) gemeinen Cliffhanger endet diese Episode. Zweifellos bietet die Mannschaft um Bomo genug Potential, um noch eine Menge Kapitel im Star Wars-Universum aus der Übergangszeit zur neuen Hoffnung aufzuschlagen. 🙂
Montag, 28. April 2008
In der Luft auf Wolken zu surfen macht ungeheuer viel Spaß. Ein harmloser Zeitvertreib, der niemanden belästigt – Falsch gedacht. Cloud 9 ist es nur kurz gestattet auf Wolke Nummer 7 zu sein. Bereits nach Minuten gehen zwei F16 Abfangjäger der Air Force auf Parallelflug.
Den Flugzeugen kann Cloud 9 noch entkommen, doch einem Gegner wie War Machine kann sie nicht entkommen. Ihre Helden-Identität kommt ihr nur zögerlich über die Lippen. Helden-Identität? Wie das klingt! Trotzdem findet sich Abby wenig später in einem Ausbildungslager für Helden wieder.
Yellowjacket und War Machine beäugen die neuen Rekruten mit einem hohen Misstrauen gegenüber unbedachten Neulingen, aber sie sind auch äußerst neugierig, was die Fähigkeiten ihrer Schützlinge zutage fördern werden. Auf einen Neuling werden sogar Hoffnungen gesetzt – als eine Art Captain America Junior. Und tatsächlich: Fitness, Ego und Intelligenz gehen bei MVP, so der richtige Code-Name, Hand in Hand. Nach sportlichen Aktivitäten geht es in den Übungsraum. Zunächst verläuft das Kampftraining zufrieden stellend, doch dann geschieht die Katastrophe.
Ich sprüh’s an jede Wand, neue Helden braucht das Land.
Nach dem Civil War werden neue Helden dringender benötigt als jemals zuvor. Man glaubt, zu wissen, dass der Held von morgen ausgebildet, ja erzogen werden muss. So entsteht abseits der Schule, die einst Charles Xavier ins Leben rief, eine neue Art von Ausbildungscamp, dessen Beigeschmack militärischen Drills deutlich ist.
Wer sich die Szenerie betrachtet, genauer das Desaster während des Ausbildungskampfes, wird vielleicht an Starship Troopers oder Space 2063 erinnert. Besonders in ersterem gibt es eine ähnliche Situation während der Ausbildung – die aber wegen ihrer grundsätzlichen Dramatik auch hier funktioniert.
Die Mischung der neuen Helden, die noch nicht so recht wissen, was das bedeutet, bringt Charaktere mit, die in der Tat noch recht blass aussehen. Eine gewisse Vertrautheit kann man als Leser jedoch mit einigen Charakteren haben. Komodo stahl das Echsen-Serum und ist nun eine weibliche Halbechse mit bestechenden Eigenschaften. Trauma erinnert rein optisch an den merkwürdig jugendlichen Feind aus Tellos (einer Serie, der hierzulande leider kein Erfolg beschieden war).
Interessant sind die Streitereien hinter den Kulissen in dieser von Stefano Caselli leicht überzogen gezeichneten Geschichte. Stilistisch ist er ein wenig eine Mischung aus Mike Wieringo (2007 leider verstorben) und Ed McGuinness. Sehr feine Linien und eine ausgezeichnete Farbgebung von Daniele Rudoni machen aus der Auseinandersetzung, die erwähnten Streitereien, zwischen dem ehemaligen Schurken von Blitzschlag und Henry Pym eine tolle kleine Szene, die einen Kern der Initiative ins Zentrum rückt. Dabei ist die Rekrutierung von Bösewichtern, die einem noch nützlich sein können, keine Erfindung marvelscher Comic-Autoren, sondern eher inspiriert von caesarianisch amerikanischen Praktiken.
Nachdem die Situation schon im Übungsraum eskalierte, mag man sich als Leser fragen, wie dann noch ein realer Einsatz Erfolg haben soll. An der Seite alter Recken geht es gegen einen Carrier der Verbrecherorganisation Hydra, die sich als wahres Trainingsziel entpuppt.
Stefano Caselli kann sich im Verlauf der Handlung weiter action-reich austoben. Komodo wird gegen Spider-Man ins Feld gebracht, eine Bewährungsprobe, bei der jedem klar ist, dass sie scheitern muss.
Jedoch hat Autor Dan Slott eine Überraschung eingebaut, die – nachdem der Leser einen kopflosen Thor-Klon ins Auge fassen durfte – für die Helden noch einige Wendungen parat halten dürfte. Bei Marvel scheint man fest entschlossen zu sein, das eigene Universum weiterhin umzukrempeln und dafür keine szenarischen Grenzen mehr zu scheuen.
Ein feiner Auftakt, dem vielleicht wirklich neue klassische Helden entspringen können. Dass solche Geschichten auch stets mit einem Augenzwinkern gelesen sollen, beweist der Auftritt von Stan Lee (im 1963er Aussehen), der selber erzählt, wie die Rächer wirklich entstanden. 🙂
Sonntag, 27. April 2008
Nachdem Buffy in Comic-Form wieder auferstanden ist, darf Angel einfach nicht fehlen. Angelus, den es standesgemäß in die Stadt der Engel verschlug, geht bald wieder auf die Jagd – im Comic. Wo die fünfte Fernsehstaffel endete, setzt der Comic an, natürlich initiiert vom Meister persönlich: Joss Whedon.
Mehr Informationen dazu findet ihr unter IDW Publishing, auch mit einigen Previews zur Neuerscheinung.
Wer es in dieser vampirlosen und blutarmen Wartezeit allerdings nicht aushalten kann, der sollte sich einmal die e-comics über Angel in der Download Zone von Buffy unter darkhorse.com anschauen. Mit ein paar Effekten unterlegt, kann man sich hier netten Lesestoff in Mike Mignola-Optik und eher gängigen Grafikstilen zu Gemüte führen.