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Comic Blog


Freitag, 02. Mai 2008

Iron Man

Filed under: Comics im Film — Michael um 14:25

Iron ManTony Stark versucht seine soldatischen Begleiter aufzuheitern und ihnen ein Lächeln zu entlocken. Der brillante Ingenieur und draufgängerische Playboy hat das Eis bald gebrochen, doch aus einer Verbrüderung wird nichts. Denn im nächsten Moment hält eine Explosion den Konvoi auf.
Der sonst so souveräne und mit einer großen Klappe ausgestattete Unternehmer sieht sich plötzlich einer Lebensgefahr ausgesetzt. Schlimmer noch. Während die Kugeln fliegen und die Explosionen weiter den Boden erschüttern, schlägt unweit von ihm eine Rakete ein. Hersteller dieses Geschosses ist Stark Industries.

Robert Downey Jr., der Mann an der Seite von Ally McBeal, ehemaliger Charlie Chaplin, kam unlängst als Charakterdrasteller in dem Film Zodiac wieder auf die große Leinwand zurück. Wie würde dieser Mann mit der Rolle eines Playboys, genialen Wissenschaftlers und Trunkenbolds klar kommen? Die Meinungen waren geteilt.
Und mit diesem Auftritt hat Downey Jr. es allen gezeigt. Das Spitzbübische des Tony Stark aus den Comic-Veröffentlichungen bringt Downey Jr. hervorragend auf die Kinoleinwand. Die bewährte Synchronisation von Charles Rettinghaus, mit einem leicht ironischen Unterton versehen (bei dem KOQ-erprobten Rettinghaus kein Problem), bringt dem deutschen Zuschauer einen perfekten Auftritt.

Wie wird ein Held zum Held?
Laut Werbung werden sie nicht geboren, sondern gemacht. Da es sich nicht um die übliche Verwandlung von gestochen, verstrahlt, göttlicher Abstammung oder sonst wie umgekrempelt und dann zum Superheldenwahnsinnsmonster geworden handelt, dauert die Entstehung eines Kampfanzugs mit sinnvoller Leistungskraft etwas länger.

Diese Entstehung ist richtig toll geworden. Downey lässt seiner Spielfreude freien Lauf. Kleine Spaßspitzen sind an der richtigen Stelle gesetzt. Der Roboter, der immer zum Löschen ansetzen will, auch wenn es nicht brennt, aber brennen könnte, wird in Windeseile zum Lachgaranten. Alle Fans, die seit Jahren den Wechsel im Aussehen des Eisernen diskutieren, werden vielleicht die eher etwas lapidare Entstehung der Farbgebung bekritteln. – Dann wird halt etwas Rot hinzugegeben.
Gleichwohl hat es auch Änderungen gegeben. Aus dem getreuen Diener Jarvis wurde eine das Haus überwachende KI. Gwyneth Paltrow ist eine gut besetzte Nebendarstellerin für Pepper Pots. Mit Jeff Bridges als Obadiah Stane, dem späteren Iron Monger findet sich außerdem ein hochkarätiger Schauspieler, der hier nicht unbedingt mit seinen vielfältigen Möglichkeiten trumpfen kann, der Figur aber die notwendige Tiefe verleiht.

Bei einem Budget von 190 Millionen Dollar dürfen gerade bei einer Comic-Verfilmung beste Tricks erwartet werden.
ILM – Industrial Light And Magic, Skywalker Sound und andere stehen als Garanten für Tricks und Ton. So ist selbst der Auftritt mit der allerersten – recht improvisierten – Rüstung bereits beeindruckend in Szene gesetzt. Inzwischen sind die Erwartungen an computergenerierte Bilder hoch. Die eigentlichen Kämpfe und Auftritte des Iron Man, und das ist erfreulich, fallen etwas kürzer aus, spektakulär zweifellos, aber nicht dergestalt, dass sie den Rest der Geschichte erschlagen.

Die Schwere der Rüstung hört der Zuschauer. Die technischen Tricks und Fertigkeiten äußern sich in allerhand Feinheiten, nicht zuletzt in den fliegerischen Fertigkeiten und einer starken Feuerkraft. Raketen, Täuschkörper, Minigeschosse, Repulsorstrahlen, alles ist vorhanden, was das Comic-Fan-Herz erfreut. Iron Mans Gesicht wirkt finsterer als Comic. Das recht glatte Design ist top. Wenn etwas benötigt wird, öffnet sich hier und dort ein Kläppchen und befördert das Gewünschte nach draußen. Bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass in einer etwaigen Fortsetzung dem Zuschauer die unsäglichen Auspuffrohre, mit denen Iron Man zeitweilig gesegnet war, nicht gezeigt werden.
Bleibt eher zu hoffen, dass Terence Howard es als War Machine an die Seite von Iron Man schaffen wird. Eine entsprechende Anspielung haben die Macher nicht vergessen.

Ja, da sollte doch … Wo ist er denn?
Nein, nicht Stan Lee, der in einem Gastauftritt Hugh Hefner parodiert, sondern … Ja, genau der!

Die Organisation mit dem unaussprechlichen Namen, der zum Schluss marketingtauglicher nur noch Shield heißt, hat einen Boss, dessen Auftritt heiß und innig erwartet wurde. Aber er kam nicht? Oder doch?
Geduld heißt es da und den Abspann abwarten. Man soll in Anbetracht der guten Leistung von Robert Downey Jr. nicht gemein sein. Aber ähnlich wie Sean Connery durch seinen Einminutenauftritt in „König der DiebeKevin Costner die Show stahl, so tritt auch hier ein Mann aus dem Dunkel und schafft es mit nur einem Satz, die Comic-Fans in konzentrierter Erwartung auf ihren Kinosesseln herumrutschen zu lassen.

Nick Fury, gespielt von Samuel L. Jackson, wie er dem Fan im Ultimativen Universum begegnete, spricht auf die Rächer-Initiative an.
Die Möglichkeiten, die sich aus dieser Anspielung ergeben, angesichts der Qualität von Iron Man … Dann mal los!

Ein unerwartet absolut tolle Comic-Verfilmung, die alle Unkenrufe Lügen straft. Robert Downey Jr. ist Tony Stark. Iron Man bewegt sich auf gleicher Augenhöhe wie die Inszenierungen von Spider-Man oder den Fantastic Four. Was will man mehr? 😀

1 Kommentar »

  1. […] Iron Man […]

    Pingback by Links – Zwischeneiszeit — Dienstag, 21. Juli 2015 @ 17:53

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