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Comic Blog


Dienstag, 21. September 2010

Die Maxiausgabe der Minimenschen 8

Filed under: Cartoon — Michael um 20:03

Die Maxiausgabe der Minimenschen 8Und sie bewegt sich nicht. Vielmehr bewegen sie sich nicht, die Menschen. Sie stehen herum, in der Bewegung erstarrt. Die Minimenschen bemühen sich um Schadensbegrenzung. Sie sammeln die Erstarrten ein. Dadurch retten sie nicht wenige aus einer lebensbedrohlichen Situation. Aber damit ist des Rätsels Lösung noch nicht gefunden, denn was den Großen geschieht, kann auch den Minis passieren. Renaud und seine Freunde suchen den Grund und finden ihn weit, weit entfernt im Weltraum. Strahlen aus dem All sind für das Desaster verantwortlich. Mehr noch: Bei ihrer Rettungsmission stoßen sie auf zwei ungewöhnliche Freunde. Khena und Kosmi sorgen zunächst für Verwirrung, doch bald wird klar, was zu tun ist.

Pierre Seron gestaltete im vorliegenden ein Crossover, wie es heutzutage so gängig genannt wird. Zu Gast sind Khena und der Kosmi. Khena entdeckte den Kosmi, eine Art kleiner Weltraumaffe, und seinen Roboter Tobor vor langer Zeit (nimmt man den realen zeitlichen Verlauf). Ein Amulett wies Khena als Erbe einer uralten Kultur auf. Seither sind die beiden, Mensch und Kosmi, Freunde. Tobor ist hier auch der Schlüssel zum Rätsel, verfügt er doch über die Fähigkeit einen Erstarrungsstrahl zu produzieren, eine Technik, die nun von Planet zu Planet genutzt wird.

Minis treffen Minis. Minis treffen nicht zum ersten Mal Minis. Aber hier macht es besonders viel Spaß. Sicherlich machen die Freunde um den Minimenschen Renaud ihre Gegner erst zu Minis, doch wir wollen nicht kleinlich. Die Verblüffung dieser Feinde, optisch eine Kreuzung aus Gorilla und Teddybär, die Hektik und die Panik, besonders wenn der Roboter Tobor sich auch noch einmischt, münden in ein heilloses und sehr humorvolles Chaos.

Nachdem diese Science Fiction Komödie, die Seron zusammen mit dem Szenaristen Gos, schuf, den Leser zum Lachen gebracht hat, geht es mit Menschenraub heiter weiter, allerdings vor einem ernsteren Hintergrund, wie der Titel bereits verrät. Durchgehend beherrscht Seron den Funny-Strich, wie er so typisch für jene Zeit der 60er, 70er und 80er Jahre war. Die Zeichnungen waren sehr organisch. Der Pinsel und die Zeichenfeder machten nicht immer die saubersten Striche. Insgesamt ergab sich eine größere Nähe zum Bild, das einen nicht so weit auf Distanz hielt, wie es heutzutage manchmal wirkt. Die durchgehend liebevoll gestalteten Figuren in Menschenraub wirken so leicht entstanden, dass diese Kriminalkomödie mit ihren skurrilen Charakteren gleich von Beginn an richtig Spaß macht.

Die 6 Klone, das folgende albenlange Abenteuer, schrieb und zeichnete Seron nach der Zusammenarbeit mit Mittei bei Menschenraub wieder alleine. Hier findet Seron zurück zur Science Fiction Komödie. Renaud, die Hauptfigur der Minis, findet sich hier gleich in sechsfacher Ausführung wieder und ein alter Feind, besser gesagt Schurke, gibt sich die Ehre. Die Männchen sehen gleich viel putziger aus als noch im Album zuvor. Das Szenario ist phantastischer (chinesische Gauner in Schweizer Bergen) und greift in die Vollen. Sobald bei den Minis die Grenzen der Phantasie eingerissen werden, ist alles möglich. Seron ist am besten, wenn er völlig frei erzählt und sich auch noch den ausgefallensten Scherz erlaubt.

Einziger Makel dieser Sammlung von Minigeschichten: Die Parodie im Anhang, sicherlich im Rahmen einer Zusammenstellung von Mini-Geschichten dazu gehörend, verdient den Namen nicht. Sie ist weder lustig, noch parodierend, eher eine Beleidigung. Seltsam, dass Seron die Geschichte des Szenaristen Jean-Yves nicht verweigert hat.

Drei tolle Abenteuer der Minis, unter denen besonders die Science Fiction Komödien herausstechen. Die Einfälle in diesem Bereich sind hervorragend und bezeichnend für die gesamte Reihe. Sehr gut. 🙂

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Storm 13 – Der Mörder von Eriban

Filed under: SciFi — Michael um 20:00

Storm 13 - Der Mörder von EribanSchwierigkeiten: Wieder einmal. Das ist jedoch kein Grund zur Besorgnis, denn Schwierigkeiten gehören zum Alltag von Storm, Rothaar und Nomad. Die drei Freunde treiben an einem riesigen Flugsamen hängend durch das All, als ein nahendes Schiff Rettung verspricht. Leider scheinen die Schiffsführer kein Interesse daran zu haben, die Unglücklichen aufzunehmen. In einem gemeinsamen Kraftakt gelingt es ihnen, das Schiff zu entern. Gegenwehr erfahren sie keine. Wie es sich schnell zeigt, ist die Besatzung schon lange verstorben. Die Fracht, so kurios sie auch sein mag, ein ebenfalls verstorbener Junge in einem Sarkophag, verwundert die viel gereisten Freunde nur kurz. Das Entsetzen, den vermeintlich Toten wenig später auf den Beinen zu sehen, ist weitaus größer.

Die Bedrohung ist unscheinbar. Alle glauben es mit einem Kind zu tun zu haben. Leider ist Renter Ka Rauw, so der Name des Jungen, kein einfaches Kind, sondern eines, das seit frühester Kindheit an einer Akademie zu einem Berufsmörder ausgebildet worden ist. So sind Storm und seine Freunde kurz darauf auf einer Reise, auf die sie keine Lust haben. An der Seite eines gnadenlosen und brutalen Mörders, der auf dem Weg zu seinem nächsten Auftrag ist. Hin zu einem Spiel, das mörderischer nicht sein kann.

Ein Kind als Killer: Die reale Welt kennt Kindersoldaten. Professionell ausgebildete und mit allen Wassern gewaschene Berufsmörder sind im Kindesalter eher unwahrscheinlich. Martin Lodewijk hat die Welt um den lebenden Planeten Pandarve mit weiteren Details bereichert. Renter Ka Rauw ist zwar Der Mörder von Eriban und damit titelgebend, allerdings ist nicht das Hauptereignis. Denn das ist zweifellos das Spiel Barsaman:

In einer Arena ragen zig Steinsäulen aus dem Sand. Bei Beginn des Spiels versinken sie langsam. Nur eine wird am Ende noch herausragen. Die Spieler auf den Säulen sind angehalten, genau diesen Platz auf der letzten Säule zu erobern und mit ihrem Leben zu verteidigen. Wer das Spiel verliert, verliert auch sein Leben. Dieses Spiel kommt den optischen Ideen von Don Lawrence, dem Künstler der Reihe, sehr entgegen. Zunehmend ist er ein Maler geworden, der großen Spaß an Massenszenen entwickelt hat. Selbst Bilder, die vordergründig zu erledigen gewesen wären, hat er im Verlauf seines späteren Künstlerschaffens reichlich mit Kleinigkeiten versehen.

Das Barsaman liefert Details in Hülle und Fülle. Das Finale im vorliegenden Band, einem heiligen Barsaman, das nicht auf einem Sandboden, sondern einen blubbernden Lavamasse ausgetragen wird, ist einer der optischen Höhepunkte der Reihe, nimmt man die liebevolle Ausarbeitung der gesamten Sequenz hinzu. Martin Lodewijk gelingt mit seiner Beschreibung des kleinen Mörders auch ein Kunststück, indem er es nach allen Vorkommnissen schafft, auch Mitleid für den Jungen zu wecken.

Darüber hinaus kann Don Lawrence Charakterzeichnungen anfertigen, die manchmal nur wenige Szenenbilder lang Bestand haben. Ein wenig, so mag es neben den Gesichtern wirken, erinnern diese Gestalten mit ihren bunten und wundersamen Kleidungen auch an Figuren humorvoller Autoren wie Douglas Adams oder Terry Pratchett. Durch die bei Storm vorliegende Mixtur aus Science Fiction und Fantasy ist der Vergleich sehr passend.

Sehr gute Charakterzeichnungen, ein ausgezeichnetes weiteres Puzzlestück aus dem Pandarve-Universum: Die Zusammenarbeit von Martin Lodewijk und Don Lawrence hat hier ein Rundumsorglospaket für den Leser geschaffen. Grafisch beeindruckend, erzählerisch vorbildlich. 🙂

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Freitag, 17. September 2010

The Umbrella Academy 2 – Dallas

Filed under: Superhelden — Michael um 18:52

The Umbrella Academy 2 - DallasWie war das eigentlich damals, als der amerikanische Präsident in Dallas, im Bundesstaat Texas erschossen wurde? War es ein Einzeltäter? Gab es eine Verschwörung? Hatte die Umbrella Academy damit zu tun? Ja, hatte sie. Seit der Weltuntergang verhindert worden ist, hat sich im Leben der Umbrella Academy, jener ungewöhnlichen Heldengruppe, noch lange nicht alles wieder normalisiert. Spaceboy besitzt zwar einen Affenkörper, war aber darauf bedacht, schneidig und fit zu sein. Jetzt sitzt er nur noch auf dem Sofa, schaut fern und füttert seine ausladende Wampe. Rumor, die junge Frau, hat ihre Stimme und ihre Kräfte verloren und hält der Weißen Violine, die für das Desaster verantwortlich ist, vor, was sie alles angerichtet hat.

Kraken ist verbittert und geht allen aus dem Weg. Nummer Fünf, eigentlich uralt und doch im Körper eines Pennälers gefangen, weiß nicht mehr, was er mit diesem Leben noch anfangen soll. Nur Seance scheint mit Schönheitspflege und etwas Alkohol ein weiterhin ausgeglichener Mensch zu sein. Aber etwas läuft nicht richtig. Jemand ist hinter Nummer Fünf her. Ein schwer bewaffnetes Kommando versucht den kleinen Mann auf einem Parkplatz umzubringen. Die Aktion misslingt. Der Junge wird zum rasenden Derwisch und erschießt alles und jeden, der auch nur den Arm in seine Richtung hebt. Aber der unbekannte Feind will noch nicht aufgeben.

Gerard Way und Gabriel Ba legen den zweiten Teil von The Umbrella Academy vor. Das Duo, erzählerisch wie künstlerisch an einen Mike Mignola (Hellboy) angelehnt, greift in diesem Band mit dem vielsagenden Titel Dallas tief in die amerikanische Geschichte ein. Die Ermordung John Fitzgerald Kennedys, des 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten, am 22. November 1963 in Dallas, Texas, stellt immer noch eine der furchtbarsten Tragödien in der Historie des des nordamerikanischen Landes dar. Way und Ba stellen die Frage auf, was gewesen wäre, hätte das Attentat verhindert werden können?

Die Fronten sind klar aufgestellt: Auf der einen Seite sind die, die den Präsidenten töten wollen. Auf der anderen Seite stehen jene, die das Attentat verhindern möchten. Mögen die Spiele beginnen. Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Denn neben der heldeninternen Vergangenheitsbewältigung haben sich gegen die Umbrella Academy ganz besondere Feinde aufgestellt. An dieser Stelle sollen Hazel und Cha-Cha erwähnt werden, eines der Killer-Duette schlechthin, wenigstens aber das härteste seit Mr. Wind und Mr. Kid oder Vincent Vega und Jules Winnfield.

Hazel und Cha-Cha sind, wie auch der gesamte Band, in einer sehr reduzierten Weise gezeichnet, wie sie ein Mike Mignola populär gemacht hat. Das wirkt mitunter etwas krakelig, auch schief, stilistisch fast ein wenig wie Aeon Flux, eine Zeichentrickserie, die vor vielen Jahren auf MTV für Furore sorgte. Gabriel Ba (im Übrigen auch B.U.A.P.-erfahren, der Serie von Mike Mignola) bewegt sich mit seinen Zeichnungen im Sinne moderner Cartoons, in der Endversion sind seine Figuren und Formen wackelig, in der Vorzeichnung dorthin, wie der Anhang eindrucksvoll beweist, sehr durchdacht und aufwendig.

Way und Ba parodieren gerne. Das beweisen die Comicfigurenmasken der Killer Hazel und Cha-Cha. Aber sie bedienen sich auch (sofern sie ihnen tatsächlich bekannt sind, heißt das) gerne bekannten Versatzstücken. Ein Auftritt von Gott erinnert an die Rolle des Fremden, den Sam Elliott in The Big Lebowski spielte.

Durch die Farbgebung von Dave Stewart (im Übrigen ebenfalls B.U.A.P.-erfahren) gewinnen die Bilder an Tiefe und Volumen, denn feine Schraffuren zur Schattierung sucht man bei Ba vergebens. Schatten ist hier gleich knallhartes Schwarz, flächig, dick.

Ein kunterbuntes Superheldenvergnügen im Stile jüngerer Cartoons, die sich ihre eigenen Vorbilder sind und anarchistisch ihre eigenen, auch wahnwitzigen Geschichten erzählen. Kurios, sehr unterhaltsam, sehr humorvoll, spannend. Wer genug von Helden mit Capes hat, sollte einen Blick in die Umbrella Academy riskieren. 🙂

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Die Herberge am Ende der Welt

Filed under: Mystery — Michael um 18:50

Die Herberge am Ende der WeltEin Schriftsteller sucht den perfekten Ort für seine Inspiration und für die nötige Ruhe, um seine Arbeit mit aller erforderlichen Konzentration zu machen. Sein Weg führt ihn zur Herberge am Ende der Welt. Freilich liegt die Herberge nicht dort, denn ein Ende der Welt gibt es wohl nicht. Ein Ende bewohnter Gegenden schon. In dem kleinen Ort, den der Schriftsteller Edgar Saint Prieux in einer regnerischen Nacht betritt, lebt nur noch eine Menschenseele. Alle anderen sind gegangen. Saint Prieux richtet sich in seinem neuen Domizil ein. Es ist, besonders bei diesem Unwetter, ein wenig unheimlich. Der Herbergsinhaber hingegen, der so lange einen Gesprächspartner entbehren musste, erkrankt und ist für ein wenig Pflege und Gesellschaft dankbar. Bald beginnt er seine Erzählung darüber, wie es mit dem kleinen Ort so weit kommen konnte.

Es waren einmal zwei Kinder, keine Königskinder, doch zusammenkommen sollten sie trotzdem nicht. Irena und Yann verstehen sich sehr gut. Es gibt keine der üblichen Hänseleien, wie sie zwischen Mädchen und Jungen sonst bestehen. Sieht ein aufmerksamer Betrachter die beiden zusammen, könnte der Eindruck einer Bestimmung entstehen. Doch eines Tages verschwindet Irena und ihre Mutter, die sie nach Hause hatte bringen wollen, wird ermordet aufgefunden. An diesem Tag ändert sich für Yann alles. Aus dem lebenslustigen Jungen wird ein gebrochener Charakter. Die Jahre vergangen und schließlich geschieht etwas sehr seltsames.

Menschen verschwinden. Menschen kehren zurück. Viele Geschichten ranken sich um dieses Grundthema. Meistens sind die Heimkehrer auf eine bestimmte Art verändert und zehren von Erfahrungen, um die sie ein Geheimnis machen. Auch Irena kehrt nach vielen Jahren zurück. Vom Vater sofort wiedererkannt, kann sie dennoch nicht mündlich bestätigen, dass sie Irena ist. Irena ist verstummt.

Tiburce Oger, bewandert in gruseligen, auch märchenhaften Geschichten, wie seine bisherigen Veröffentlichungen zeigen, nimmt den Leser auf eine Reise mit, deren Atmosphäre sich einschleicht. Zuerst ist es nur eine harmlose Geschichte. Ein Schriftsteller auf der Suche, zwei glückliche Kinder, bis sich, man möchte sagen klammheimlich, eine merkwürdige Stimmung einstellt. Oger wirft neue Fragen auf, indem er den Leser an der Seite des Schriftstellers langsam auf das Geheimnis zuführt. Damit dieses Kunststück (und es ist eines), braucht es einen Künstler, dessen Bilder diesen Vorgang unterstützen können.

Oger arbeitete bereits bei Canoe Bay mit Patrick Prugne zusammen. Prugne, der dort eine Geschichte aus der nordamerikanischen Kolonialzeit illustrierte, zeigte auch schon mit FOL, dass er sich mit märchenhaften Themen auseinandersetzen kann. Seine sehr weiche, glasige Aquarelltechnik kommt der Geschichte zugute. Manchmal nebelhaft aufgetragen, hin und wieder in unwirklich hellen Farben, selbst in dunklen Szenen, könnte seine Technik mit der Überschrift romantisch versehen werden.

Prugners Außenaufnahmen, die Ansichten des Hafenörtchens, der Küste, sind wunderschön. Das Interieur, mit all seinen Bildern, die einen Blick auf diese vergangene Zeit geben, auch die Sicht auf Innenhöfe und Marktplätze, verstärkt die Dichte der Atmosphäre und Geschichte. Dank Prugne entsteht die Grundlage für Die Herberge am Ende der Welt in einer handfesten, greifbaren Weltenbeschreibung, auf der Oger seine Handlung in kleinen sorgsamen Schritten ausbreiten kann.

Romantisch unheimlich: Eine geistvolle Geistergeschichte, in bestem Sinne französisch, packend, einfach schön vom bewährten Duo Tiburce Oger und Patrick Prugne in Szene gesetzt. 🙂

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Donnerstag, 16. September 2010

Spirou + Fantasio Spezial 10 – Spirou und der Roboter

Filed under: Cartoon — Michael um 18:18

Spirou + Fantasio Spezial 10 - Spirou und der RoboterEs gab eine Zeit, als Fantasio noch nicht der rasende Reporter war. Rasend war er schon, im Sinne von überdreht und jederzeit bereit, sich mit einer neuen Arbeitsstelle um Kopf und Kragen zu bringen. Wieder einmal ist Fantasio auf der Suche nach Arbeit, für die er auch die richtigen Voraussetzungen mitbringt, als er auf eine Anzeige in der Zeitung stößt, in der Verkäufer für Fertighäuser gesucht werden. Nachdem er sich überzeugt hat, dass der Aufbau eines solchen Hauses wirklich einfach vonstatten geht, macht er sich, natürlich mit seinem Freund Spirou, auf den Weg an den Strand.

Franquin, deutlich beeinflusst von den Zeichentrickfilmen jener Zeit, 1946, bringt hier eine Slapstick-Komödie auf das Papier. Wer den überzogenen Charme von Komödien mit einem Louis DeFunes oder einem Jerry Lewis mag, fühlt sich hier auch gleich wohl. In ihrer Gestaltung erinnern die Figuren allgemein an jene Spielfiguren, deren Gliedmaßen ein Draht innewohnt, so dass sie nach Belieben in alle möglichen Positionen verdreht werden können. Schlaksig ist das richtige Wort, das Anwendung auf Spirou + Fantasio finden kann. Von karikaturhaftem Charme sind alle anderen Charaktere, von denen die meisten eher Statisten sind.

Radar, der Roboter: Nachdem die erste Geschichte im vorliegenden Spezial-Album, stellenweise ohne Text auskommen konnte, nicht nur Slapstick war, sondern auch eine Komik adaptierte, derer sich Chaplin, Keaton und andere bedienten, kommt nun eine Figur ins Spiel, der jede Mimik abgeht. Professor Samovar, Herr und Meister dieses Roboters und eine Art Vorläufer von Zyklotrop, plant nicht anderes als das Ende der Welt. Es finden sich eine Reihe von Ideen, die später bei Spirou und Fantasio noch Spaß machten, die aber auch in anderen Serien für humorige Verwirrung sorgten. Das Auto, das wie von Geisterhand ohne Fahrer unterwegs zu sein scheint, ist nur eine dieser Ideen.

Mehr noch: Die zweite Geschichte um den Roboter, erschienen von 1947 bis 1948, karikiert auch den Roswell-Zwischenfall, der sich nur wenige Monate vor dem Erscheinen der Handlung zutrug und für einigen Wirbel in der damaligen Presse sorgte. Ein Ballon mit einer gefährlichen Fracht geht auf einem einsamen Feld nieder. Sofort rücken Militär und Feuerwehr aus. Anstelle von Außerirdischen steht Radar, der Roboter, bereit, den beiden Freunden Schwierigkeiten zu machen. Und in der Tat erinnert die martialische Vorgehensweise von Spirou gegen den Automaten an die Verteidigung gegen außerirdische Invasoren.

Zum guten Schluss finden sich in der vorliegenden Ausgabe, die eine letzte Lücke in den bisher auf Deutsch erschienenen Werken Franquins schließt, vier Einseiter aus dem Herbst 1947, in denen Franquin zeigt, dass ein Meister kurzer Episoden war. Bei genauer Betrachtung findet sich die dort vorherherrschende Struktur auch in seinen längeren Geschichten wieder. Kaum eine Seite, die nicht einen bestimmten Abschluss oder auch einen Cliffhanger hat.

Für den Fan von Spirou und Fantasio führt an dieser Ausgabe kein Weg vorbei. Die frühen Werke von Franquin sind von seinem späteren Strich noch relativ weit entfernt und für den heutigen Blick sicherlich antiquiert. Für Comic-Interessierte ist es mehr als einen Blick wert, da sich in dieser Ausgabe mit einem gut aufbereiteten Anhang auch einiges über die Entwicklung des Comics ablesen lässt. Insgesamt sehr gut. 🙂

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Dark Wolverine 8

Filed under: Superhelden — Michael um 18:12

Dark Wolverine 8Daken, Wolverines Sohn, gibt im Kostüm eine gute Figur ab. Auch in Sachen Wildheit braucht er sich vor seinem Vater nicht zu verstecken. Doch das kleine Bisschen Selbstbeherrschung fehlt im noch. Norman Osborn, dem es entgegen aller Erwartungen gelungen ist, eine Machtposition innerhalb der USA einzunehmen, indem er nicht nur die Nachfolgeorganisation von SHIELD mit dem Namen HAMMER übernahm, sondern auch noch seine eigenen RÄCHER unter seinen Fittichen hat, weiß um das Fehlverhalten seines Schützlings. Er versucht Daken in der Öffentlichkeit gut aussehen zu lassen. Doch damit hat er sich eine Aufgabe eingehandelt, die selbst den ehemaligen Grünen Kobold überfordert.

Dark Reign: Ein Ereignis im Marvel-Universum jagt das nächste. Die Machtpositionen haben sich wieder einmal verschoben. Figuren, die in ihren jeweiligen Positionen etabliert schienen, mussten sogar in den Untergrund abtauchen oder stehen wenigstens auf der falschen Seite.

Daniel Way und Marjorie Liu zeichnen sich verantwortlich für die in dieser Ausgabe abgeschlossene Handlung. Way, der bereits sehr viel Erfahrung mit Wolverine-Geschichten sammeln konnte, komplettiert hier, seine Entwicklungen, die er zu Dark Wolverine beigetragen hat. Daken ist ein psychotischer Charakter (eigentlich wie alle, die in dieser Ausgabe auftauchen), der glaubt, sein eigenes Spiel spielen zu können (auch wie alle anderen in dieser Ausgabe). Damit zeigt sich auch der Kern von Dark Reign: Jeder misstraut jedem. Und viele wollen den König, Norman Osborn stürzen. Lang lebe der König.

Als Leser verfolgt man die Bösewichter und gönnt ihnen ihr Versagen und das Scheitern ihrer Intrigen. Daken, der Held dieser Geschichte, ist eine Tötungsmaschine und ein Großmaul. Für alle anderen um ihn herum ist das eine äußerst schlechte Kombination. Stephen Segovia und Paco Diaz Luque arbeiten stilistisch Hand in Hand und setzen Daken in Szene. Beide vermischen westliche und östliche Bildansichten. Das Große, Kantige und das Überzogene der Figuren mögen sie aus der östlichen Hemisphäre übernommen haben. Manche Ansichten, vor allem Großaufnahmen, fallen deutlich weicher und westlicher, gewohnter aus. Insgesamt sind sie stilistisch nahe bei einem Leinil Francis Yu (Superman Birthright, auch Wolverine).

Die kantige Form der Figuren erinnert an Schaufensterpuppen. Eindeutig menschlich, aber auch stets eine Spur abstrahiert. Diese Abstraktion wird nicht nur durch eine sehr hart wirkende Tuschearbeit verstärkt. Auch die Farbgebung besticht durch häufige starke Kontraste und Abgrenzungen, die einen metallischen Effekt erzeugen und das Maskenhafte in vielen Szenen noch verstärken. Auf Action verstehen sich beide Zeichner, auch mit unterschiedlichsten und einfallsreichen Perspektiven wird nicht gegeizt.

Hart wirkende Bilder für einen harten Charakter, auch inhaltlich. Dieser Wolverine weckt nur Abscheu, aber gerade das lässt ihn als Gegenstück seines Vaters interessant werden. Ein Ausschnitt aus Marvels dunkelster Stunde, brutal, aber spannend. 🙂

Sonntag, 12. September 2010

Storm 12 – Die Sieben von Aromater

Filed under: SciFi — Michael um 18:47

Storm 12 - Die Sieben von AromaterAromater, Königin des Ozeans. Eine Handelsstadt, die ihre besten Zeiten hinter sich hat. Die Gebäude sind prunkvoll, die Hafenanlagen bieten viel Platz, doch Schiffe liegen nur wenige am Kai vertäut. Storm, seine Freunde Rothaar und Nomad, sind erst kurz in der Stadt und fallen prompt auf. Genauer gesagt, Rothaar fällt auf. Die junge Frau weckt die Begehrlichkeiten eines alten Händlers. Dieser schickt seinen riesenhaften Leibwächter, um die Frau käuflich zu erwerben (immerhin). Zu seinem Pech haben weder Storm noch Rothaar Sinn für solche Anliegen. Ein Wort gibt das andere (auch Handgreiflichkeiten) und schon steckt Storm wieder im schlimmsten Schlamassel.

Plötzlich ist Storm der Siebte! Zwar ist die Menschenmenge um ihn herum vollends begeistert über das Kommen des Siebten, aber Storm bleibt zunächst misstrauisch, weiß er doch nicht, was dieser Rummel um den Siebten zu bedeuten hat. Leider liegt er mit seinem Misstrauen völlig richtig.

Die Sieben von Aromater: Abenteuer schweißen zusammen. Die drei Freunde, Storm, Rothaar und Nomad, erweisen sich hier einmal mehr als gelungene Konstellation. Der ehemalige Astronaut und Zeitreisende. Die junge Frau aus der Zukunft der Erde. Schlussendlich der rothäutige und bärenstarke Hüne aus der Welt von Pandarve. Martin Lodwijk und Don Lawrence haben gut überlegt, indem sie dieses Trio zusammenstellten. Das vorliegende Abenteuer beweist ihre Wirkung auf den Leser (angesichts der tollen Szenen könnte man auch Zuschauer sagen). Einer gerät in Schwierigkeiten. Bleiben zwei, um ihn da wieder herauszuholen.

Für die Schwierigkeiten haben sich die beiden Comic-Macher eine ungewöhnliche Variante einfallen, die über ein Entführungsszenario hinaus geht. Storm wird verwandelt. Fortan gehört er in der 1983 erstmalig erschienen Geschichte zu den Sieben von Aromater. Die robotisch aussehenden Kreaturen bieten einen kleinen Vorgeschmack auf die späteren Roboter von Danderzei (Band 18). Es gibt einen kurzen Anlauf zu Storms Befreiung. Der anschließende Rest des Albums, der Großteil, ist ein einziges Finale, dem zum guten Schluss auch noch ein spannender Epilog folgt.

Don Lawrence erhält nicht nur die Gelegenheit aus Rothaar ein metallenes Wesen zu gestalten, der Ritt auf einer Wasserhose bietet einen spektakulären Anblick, lange bevor dergleichen in Kino-Blockbustern zur Gewohnheit wurde. Wieder einmal experimentiert Lawrence auch mit Lava, kochendem Gestein. Er machte sich den gleißenden und gefährlichen Eindruck ebenfalls in Der Mörder von Eriban (Band 13) zunutze, bevor er ihn in Der lebende Planet perfektionierte.

Perfektion ist das Stichwort: Nachdem Lawrence seine Bilder im Erde-Zyklus von Storm oder auch in Trigan auf gewohnte Art malte (gewohnt gut, aber gewohnt), steigert er sich nun von Ausgabe zu Ausgabe. Manche Künstler finden in ihrem Schaffenswerk einen ganz besonderen Abschnitt oder auch ein bestimmtes Projekt. Im Vergleich seiner Bilder mit älteren Erscheinungen ist Storm augenscheinlich das Projekt, auf das er immer hingearbeitet zu haben scheint.

Immer besser und experimentierfreudiger: Don Lawrence hat noch nicht den Gipfel seines Schaffens mit dieser Ausgabe erreicht, weit entfernt davon ist er nicht. Ein spannender Meilenstein im Pandarve-Zyklus, ein künstlerischer Augenschmaus (ja, wie immer) und für Freunde besonders phantastischer Space Operas ein absolutes Muss. 🙂

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Criminal 4 – Obsession

Filed under: Thriller — Michael um 18:40

Criminal 4 - ObsessionManche Männer haben kein Glück. Manche Männer geben irgendwann auf. Sie vegetieren dahin, leben nicht mehr. Sie funktionieren und grübeln vor sich hin. So wie Jacob, der es nicht verwinden konnte, für den Tod seiner Frau verantwortlich gemacht zu werden. Wenn so einer, auch noch zur falschen Zeit am falschen Ort ist, geht alles andere auch noch den Bach runter. Der falsche Ort ist ein Diner in den frühen Morgenstunden. Leute, die nachts gearbeitet haben, kommen manchmal her zu dieser Zeit. Oder Leute, die kein geregeltes Leben führen. Jacob begegnet einem Pärchen dieser Kategorie und steckt prompt in Schwierigkeiten. Dummerweise glaubt er auf gewisse Weise auch galant zu sein. Oder vielleicht braucht er auch wieder eine Frau. Wahrscheinlich letzteres.

Ed Brubaker entwirft gerne Anti-Helden. Sie strahlen nicht, sie machen es dem Leser schwer, sie zu bemitleiden. Jacob arbeitet als Comicstrip-Zeichner für eine Zeitung. Seine Figur, der Privatdetektiv Frank Kafka, blickt ihm wie ein gemeiner und vorlauter Geist immer häufiger über die Schulter und gibt Anweisungen, die mit der Realität nicht immer viel zu tun haben. Zunächst jedenfalls. Jacob hat keine Freunde, eigentlich nicht einmal mehr ein Leben. Er lässt am Ende des Arbeitstages das letzte Bild seines Comicstrips unvollendet, um am nächsten Tag schneller den Einstieg wiederzufinden. Oder, diese Vermutung stellt sich schnell ein, um überhaupt einen Grund zu haben, jemals wieder aufzustehen.

Ed Brubaker gibt diesem Anti-Helden zu Beginn etwas Hoffnung, einen halb abgenagten Knochen im übertragenen Sinne. Jacob findet wieder Geschmack am Leben. Genug jedenfalls, um ihn anschließend noch tiefer ins Elend stürzen zu können. So schreibt Brubaker: Düster, stichelnd gegen seine Charaktere, gemein, auch brutal. Er beschreibt die Kehrseite eines amerikanischen Traums, so wie es viele seiner literarischen Kollegen in den USA machen. Der Traum ist tot, lang lebe der Alptraum. Tatsächlich scheint dieser für Jacob kein Ende zu nehmen.

Ein passender Zeichner für diesen Alptraum ist Sean Phillips, im positiven Sinne. Phillips trägt seine Striche hart auf, streifig, skizzenhaft. Selten sind die Striche vollkommen, noch sind sie sehr dünn angelegt. Phillips reißt die Szenen geradezu auf das Papier. Obwohl die Figuren nur hingeworfen scheinen, transportieren sie den Charakter sehr gut. Der Gesamteindruck ist jener der berühmten Schwarzen Serie, es herrscht eine ständige Dämmerung. Jacob verbirgt sich daheim, wird im Keller gefangen gehalten, treibt sich nachts herum, in Nachtclubs. Sean Phillips arbeitet in seiner Gestaltungstechnik sehr gerne mit Schatten. Einige wenige Striche formen die Bereiche im Licht, schwere Schatten sorgen für Volumen und Tiefe.

Ganz gleich welche Formen Phillips zeichnet, Menschen oder auch Straßenzüge, die Welt ist schwer, träge. Das ist gewollt, denn aus anderen Veröffentlichungen sind Variationen in den Bildtechniken von Phillips her bekannt. Selbst hier finden sich Abweichungen vom einmal eingeführten Stil, damit einzelne Bilder besonders hervorgehoben werden oder Szenen von der durchgehenden Erzählweise abgekoppelt scheinen.

Ed Brubaker ist wieder einmal gemein zu seinen Charakteren und wie es sich zeigt: Sie haben es allesamt verdient. Mit Sean Phillips als Künstler an seiner Seite ist ein eingespieltes Team entstanden, das gegen den üblichen Mainstream erzählt und Erfolg damit hat. 🙂

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Freitag, 10. September 2010

Green Lantern – First Flight

Filed under: Comics im Film — Michael um 12:05

Green Lantern - First FlightHal Jordan absolviert seinen Testflug nicht mit dem nötigen Ernst. Warum sollte er auch? Er sitzt in einem Simulator. Erst nach einer neuerlichen Ermahnung gibt er sich Mühe. Eingeschlossen in der engen Testkapsel bemerkt er nicht, was sich draußen abspielt. Ein Raumschiff dringt in die Erdatmosphäre ein. In einer abgelegenen Gegend legt es eine Bruchlandung hin. Sein Pilot hat nur noch ein einziges Anliegen in seinem Todeskampf: Den Mann finden, der nach seinem Ableben sein Nachfolger im Green Lantern Corps werden soll. Auf dem Luftwaffenstützpunkt können die Mitarbeiter nur hilflos das Ergebnis eines seltsamen Ereignisses betrachten: Die Simulatorkapsel ist fort, samt ihrem Testpiloten Hal Jordan.

Green Lantern: First Flight. Bevor die Realverfilmung mit in der Hauptrolle in die Kinos kommt, können sich Fans der Grünen Leuchte aus dem Hause DC mit dieser gelungenen Comic-Umsetzung trösten. Hal Jordan, in der synchronisierten Fassung gesprochen von Boris Tessmann (dt. Stimme u.a. von David Boreanaz, bekannt aus Angel, Bones), ist ein Cowboy im sprichwörtlichen Sinne. Er hat ein Obrigkeitsproblem, das bei mehreren Gelegenheiten zutage tritt.

Jordans erster Vorgesetzter und Lehrer im Corps, Sinestro, geht nicht eben zimperlich mit Jordan um und ist in der Wahl seiner Verhörmethoden eher der härteren Gangart zugeneigt. Die Wächter von Oa, allesamt optisch perfekt umgesetzt und toll synchronisiert, können Jordan, da er ein Mensch ist, ohnehin kein Vertrauen entgegenbringen. Warum Abin Sur, Jordans verstorbener Vorgänger, ausgerechnet diesen Menschen als Nachfolger erkoren hat, ist den meisten Lanterns wie auch den Wächtern schleierhaft. Sehr bald zeigen sich Schwachstellen im System der Green Lanterns. Nicht nur die grüne Energiequelle, die für die Kraftringe zum Aufladen bereit steht, hat einen Makel, auch das Vertrauen der Wächter in Sinestro geht zu weit.

Die ruhigen Momente, in denen der Aufbau des Corps und seine Funktion gezeigt wird, sind die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Der Film wartet mit rasanten Szenen auf, in denen Hal Jordan zeigen darf, was er als Green Lantern bereits kann. Und der Zuschauer erlebt, wie wacker sich Jordan auch ohne Kraftring zu schlagen weiß. Das ist auch bitter nötig, denn die Fähigkeiten des Rings lassen die Träger nahezu unbesiegbar erscheinen. Erst der Wechsel von Sinestro von der grünen zur gelben Seite der Macht verschiebt das Ungleichgewicht im Kräftemessen. Es blitzt, flackert, rast, explodiert. Es gibt Zweikämpfe, auch Tote, so dass die Action nichts für die ganz kleinen Zuschauer ist.

Zwar kann nicht die gesamte Vielfalt des Lantern Corps eingefangen werden, aber der Ausschnitt hat es in sich. Allen voran weiß der grummelige Kilowog zu begeistern (sehr gut gesprochen von Tilo Schmitz, der deutschen Stimme von Hellboy). Die Unterschiedlichkeit der Lanterns war schon immer reizvoll. Insgesamt rissen die Geschichten um Hal Jordan und seine Nachfolger die Abenteuer ins All, wo gemäß der Möglichkeiten Gegner und Abenteuer deutlich außergewöhnlicher waren als in den Szenarien auf der Erde.

Inhaltlich gelungen, mit guten Charakterzeichnungen. Rasant erzählt, optisch gelungen. Ein sehr guter Soundtrack untermalt perfekt das Szenario. Der Einsatz guter Stimmen, im Original wie in der deutschen Synchronisation, gibt den Figuren Tiefe. Insgesamt tolle Comic-Unterhaltung. Viele Extras und Hintergrundinformationen warten auf den Fan außerdem in der Special Edition. 🙂

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Storm 11 – Im Labyrinth des Todes

Filed under: SciFi — Michael um 12:02

Storm 11 - Im Labyrinth des TodesEin Piratenkapitän hat es auch nicht leicht. Storms Mannschaft ist von ihrem Kapitän nicht sehr angetan. Ein Piratenkapitän, der keine Beute verspricht, sieht sich schnell einer Meuterei gegenüber. Storms Mannschaft geht noch einen Schritt weiter. Als sich Storm und seine beiden Freunde kurz darauf auf einem kleinen Asteroiden ausgesetzt sehen, von dem es kein Entkommen zu geben scheint, findet sich doch noch eine, wenn auch recht ungewöhnliche Lösung, um zu entkommen. Aber die Schwierigkeiten fangen damit erst so richtig an. Denn Marduk, der verlängerte Arm Pandarves, hat es immer noch nicht aufgegeben, der Anomalie auf die Spur zu kommen. So nennt er Storm, von dem er sich einen Weg erhofft, die Herrschaft Pandarves ein für alle Mal abzuschütteln.

Martin Lodewijk verfolgt den in Ausgabe 11 noch relativ jungen Pandarve-Zyklus aus der Welt von Storm konsequent weiter. Storm muss sich an eine vollkommen neue Welt anpassen, ein Umstand, der einige Zeit erfordert. Hatte er durch seine Zeitreise in die Zukunft der Menschheit auch einige Veränderungen mitgemacht, ist der Sprung in ein anderes Universum weitaus gravierender, da Martin Lodewijk sich eine Welt mit vielen Eigenarten hat einfallen lassen. Durch Trabanten, unterschiedliche Gegenden und regionale Besonderheiten ergibt sich eine Fülle, die nie den Erzählstoff ausgehen lässt.

Don Lawrence, der als Künstler die Figur Storm von Beginn an gestaltet und begleitet hat, kann die angestammten Pfade in Anlehnung an eine vergangene Erde endlich verlassen. So kann er sich, das ist spürbar, auch optisch von der Erfolgsserie Trigan lösen und völlig neue Ideen umsetzen. Die Möglichkeit, im Weltraum zu surfen, bietet tolle Ansichten. Den Bildern ist nicht nur das Können des Künstlers anzusehen, auch sein Humor lässt sich immer wieder erkennen.

Einerseits gibt die Gestaltung einzelner Figuren selbst Anlass zu dieser Behauptung. Marduk, der Herrscher, den in dieser Episode Aufrührer stoppen möchten, ist eine gelungene Mixtur. Er wirkt wie die Karikatur eines Herrschers, gemischt aus einem Groucho Marx, einem Ming und einem Cäsar. Als Figur steuert er den notwendigen Humor bei, ein Element, das sich in jeder Episode wohl dosiert findet, nicht selten in Form einer oder mehrerer Gestalten. Durch Visfil, dem Diener Marduks, einem Sidekick, wird die Figur des Herrschers noch verstärkter zur Lachnummer.

Bewundernswert ist die grafische Technik von Don Lawrence. Dank des hoch auflösenden Drucks sind die feinen Farbstriche einzelnen erkennbar. Die Arbeit, die der Farbauftrag mit sich brachte, ist in jedem noch so kleinen Bild ersehbar. Lawrence arbeitete gerne mit starken Farbkontrasten. Er setzte Lichter aus Beleuchtungskonsolen in den Hintergrund und beeindruckte durch besonders phantasievolle Kostüme der hier auftretenden Gaukler und Artisten. Eine sehr variable Seiteneinteilung sorgt einerseits für eine gute Dynamik im Gesamteindruck, andererseits gibt er sich für jede Szene stets genügend Freiraum.

Grafisch beeindruckend, von einem Meister seines Fachs: Ohne Computer! Optische Qualität findet sich in jeder Szene auf jeder Seite. Die Feinheit von Farbe und Formen sowie Ideenreichtum in grafischer Umsetzung und Erzählung ist und bleibt spitze. Nicht unerreicht, aber im Comic-Genre nur sehr selten anzutreffen. 🙂

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