Dienstag, 10. Januar 2012
Ein Junge und sein Haustier: Eine Schnecke. Es kann nicht sicher sein, ob Benjamin tatsächlich ein solches Haustier hat. Vielleicht bildet er es sich auch nur ein. Tatsache aber ist, dass die Schnecke ein ziemliches schlaues, bisweilen sogar weises Tier ist, dessen Gesellschaft für den aufgeweckten Jungen ein echter Glücksfall ist. Benjamin, der in der Schule lieber träumt, auch Schmetterlinge beobachtet, während die anderen fleißig lernen, hat seinen eigenen Kopf und seine eigenen Ideen. Seine Vorstellungskraft ist möglicherweise größer als die von anderen Kindern. In jedem Fall besitzt er neben dieser Gabe auch noch ein nicht minder großes Herz.
Alberto Varanda hat mit Benjamin eine klassische Jungenfigur geschaffen, im besten Sinne einen Lausbuben, der in einem Stapel Gerümpel liegen und sich vorstellen kann, er liege inmitten von Monden und Sternen. Benjamin ist eines jener Kinder, die Fragen über Fragen haben, die sich auch ihre Antworten mit kindlicher Logik selber geben und manchmal auch eine echte, bittere Antwort bekommen. Für diese Rolle, der des Ratgebers, des sehr geduldigen Zuhörers, ist die Schnecke auserkoren. Varanda hätte sicherlich auch ein anderes kleines Tier wählen können, doch mit der sehr vereinfachten Mimik, einem sehr trockenen Humor folgt er deutlich dem alten Leitsatz: Weniger ist mehr.
Benjamin: Das ist ein kleiner Junge mit großen Augen, einem runden Kopf und wirrem Haarschopf. Sein kleiner Körper steckt in viel zu großer Kleidung und kleinen Schuhen. Obwohl die Ansicht der kleinen Episoden optisch nostalgisch anmutet, ist Benjamin ein moderner Junge. Wirkt die Schule auch, als sei sie noch der Phantasie eines Mark Twain entsprungen, sind Benjamins Interessen auch bei Batman und Astronauten zu finden. Halloween und Sport mag er, aber eines, das ist auch durch den Üntertitel des ersten Bandes zu vermuten, mag er ganz besonders: Die Sterne und den Mond.
Die grafische Qualität des Titelbildes ist hier durchgehend zu finden: Sehr feine Striche, sehr weiche Farbaufträge, leichte Verläufe und eine konsequent durchgehaltene sepiafarbene Grundtönung, die das nostalgische Flair der kleinen Episoden verstärkt. Manchmal zeichnet Varanda seinen Benjamin vor einer Landschaft, einem Gemüsegarten, manchmal vor einem Küchentisch, auf einer Laufbahn oder auch vor einer leeren weißen Fläche. Es sind kleine Sketche, Komödie und Tragödien, Träume und Gedanken. Manchmal genügt nur ein Bild, an anderer Stelle stellt er die Bilder klassisch in Reihe oder er wählt als Stilmittel eine Forma der Collage.
Das ist meist heiter, selten traurig, weniger selten nachdenklich und stets irgendwie freundlich und putzig. Varanda weiß zweifellos, welche Wirkung er mit seinen kugeligen Knuffelfiguren erzeugen kann. In gewisser Weise könnte Benjamin auch von den Peanuts inspiriert sein. Varanda arbeitet jedoch viel penibler als ein Charles Schulz.
Manchmal gibt es Geschichten oder auch Figuren, ganz gleich in welchem Medium, im Roman, Film oder wie hier im Comic, die sieht man und es ist einfach schön. Die genießt man einfach. So ist es mit Benjamin. Einfach aufschlagen, in Häppchen genießen oder gleich komplett. Einfach schön. 🙂
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Mittwoch, 04. Januar 2012
Gastoon hat mit seinem Onkel Gaston sicherlich einen Charakterzug gemeinsam: Beide sind ungeheuer findig. Aber: Beide überschauen nicht immer die Konsequenzen ihres Erfindungsreichtums. Wer ärgerte sich noch nie über den Regenschirm, den der Sturm in alle Richtungen knickte und so keinerlei Nutzen mehr gegen den Regen brachte? Gastoon hat eine kleine Erfindung gemacht, die dagegen hilft. Allerdings: Das ist so eine Sache mit den Nebenwirkungen von Erfindungen. Hier wird leider Gastoons Freundin Jasmin vom Wind davon getragen. Ohne nennenswerte Folgen, versteht sich, denn bald schon ist sie wieder mitten unter der versammelten Rasselbande, die den Erwachsenen das eine oder andere Mal das Leben schwer macht.
Die lieben Kleinen: Ob es nun Spirou, der kleine Lucky Luke oder hier ein kleiner Gaston ist (sicherlich ist es der Neffe, doch die Ähnlichkeit legt den Schluss einer anderen Konzeption nahe), sie stehen in Sachen Unsinn machen ihren erwachsenen Vorbildern in Nichts nach. Im Gegenteil: Mit kindlicher Leichtigkeit wird hier so manche erwachsene Regeln ausgehebelt und ein Feuerwerk an Gags losgelassen.
Jean Leturgie kennt den Western aus dieser Sicht bereits (Lucky Luke). Sein Sohn Simon Leturgie hat hier den Zeichenstift übernommen. Die beiden Comic-Macher können bereits auf eine Zusammenarbeit im Bereich Comedy zurückschauen. Waren es bei Spoon & White amerikanische Cops, sind es hier Schulkinder, die jeweils auf einer Seite lustige, abenteuerliche und manchmal (aus Erwachsenensicht) haarsträubende Episoden erleben. Verknüpfungen der einzelnen Szenen entstehen durch Figuren wie den Lehrer Lämmerhirt, den Parkwächter und andere, die den Kindern ihre Jugend meist nicht erleichtern.
Aber auch Orte, Gerätschaften oder Erfindungen verschachteln die kleinen komödiantischen Einlagen von Gastoon und seinen Freunden. Erfindungen von Gastoons Onkel (z.B. die berühmte Harfe!), Tischkicker, der Park oder auch ein Schulausflug bilden die Grundlagen für einen Spaß nach dem anderen, nicht nur für eine liebevolle Erzählung, einer Verbeugung von dem Cartoon sondern auch vor Gaston Lagaffe, einer der Comicfiguren, mit der sich Andre Franquin in den europäischen Comic-Olymp zeichnete.
Entsprechend wird auch die Zeitlosigkeit der Vorlage aufgegriffen. Neuere Themen, die Kinder mitunter in Verzückung ausbrechen lassen (wie alles, was irgendwie medial ist), findet hier nicht statt. Gastoon und seine Freunde beschäftigen sich mit Spielen auf den Straßen, im Schnee, sie feiern Weihnachten, machen natürlich Blödsinn (absichtlich und unabsichtlich), sie spielen Streiche (absichtlich) und sind zu jeder Zeit liebenswert (für den Leser, ein Lämmerhirt sieht das ganz anders). Da wird Pirat gespielt, sogar Mädchen dürfen dabei sein, allerdings, um die Wäsche der Piraten zu waschen und zu flicken. Und echte Jungs lassen sich durch umweltbewusste Hinweise der Mädchen (von Jasmin) nicht verrückt machen. Popcorn von genbehandeltem Mais kann zu Mutationen führen? Dann her mit dem Zeug!
Simon Leturgie besitzt den klassischen Cartoon-Strich. Kleine schmale Körper, mit einem Kopf versehen, der proportional gesehen ebenso groß ist wie der übrige Körper. Neben dem ovalen Kopf mit den großen Kulleraugen finden sich auch die zylinderförmigen Köpfe, Kugeln, Knopfaugen, Hasenzähnchen, kurzum, es finden sich alle Merkmale, die bereits ein Franquin so exzellent einsetzen konnte und an denen sich Simon Leturgie trefflich orientiert. Der Comic-Fan wird in den kleinen Gesichtern so manche Ähnlichkeit zu erwachsenen Pendants von einst wiedererkennen.
Da hüpft nicht nur Gastoon auf seinem Ball vorüber, da hüpft das Zwerchfell vor Lachen gleich mit: Der Neffenalarm ist ein sehr guter Auftakt, der sich nahtlos in den Humor von Gaston einreiht und optisch perfekt das große Erbe antritt. Wer mit klassischem frankobelgischen Humor unterhalten werden möchte, liegt hier richtig. 🙂
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Montag, 19. Dezember 2011
Eine Putzfrau ist nicht leicht zu finden: Es gibt welche, die glauben, Cäsar sei als Arbeitgeber nicht gut genug, weil ihm eine gewisse Hochherrschaftlichkeit fehle. Und das Aussehen. Andere glauben ihre Zeit mit dem Rauchen von Zigarren verbringen zu können, da eine ausgedehnte Pause nun einmal dazu gehöre. Aber schließlich findet Cäsar Felicitas, eine wahre Perle. Auf ihre Art. Sie ist nicht weniger frech als die anderen, die sich vorgestellt haben. Doch immerhin kann Cäsar ihr etwas parieren. Es entsteht eine Beziehung mit sehr viel Reibung. Eine Zuneigung ist spürbar, nur scheint jeder der beiden bemüht, diese so gut es eben geht zu unterdrücken.
Heutzutage hätte Maurice Tillieux vielleicht noch einen weiteren Beruf als Autor für Comedy-Serien. Denn bei genauer Betrachtung ähnelt die Konzeption von Cäsar mit den wenigen Nebenfiguren jenen einer Comedy-Serie mit wiederkehrenden Charakteren. In lose verknüpften Episoden erzählt Maurice Tillieux aus dem Leben des Grafikers Cäsar. Dessen Leben könnte ein ruhiges sein, gäbe es nicht die Nachbarn, die ihre kleine Tochter Effi zu ihm schicken, damit er auf sie aufpasst. Cäsar, ein Pfeiferaucher, schlank zwar, aber nicht sportlich, eher gemütlich, muss erleben, wie es ein aufgewecktes Kind schafft, seine behagliche eingerichtete Welt in kürzester Zeit einzureißen.
Effis Vater, Polizist Knöllchen, versteht nicht viel Spaß. Beruflich versteht er keinen und wenn es Cäsar nicht gelingt, angemessen auf Effi aufzupassen, hört der nicht vorhandene Spaß sogar ganz auf. Ist Effi die findige, quirlige, aber liebe, ist Knöllchen der aufbrausende, sehr bodenständige Beamtentyp, fast eine französischbelgische Version des Münchners im Himmel (ohne zu frohlocken). Mehr Raum nimmt Felicitas ein, die eigentlich bei Cäsar sauber machen soll, aber eher geneigt ist, sich darüber zu beschweren, dass es bei ihm daheim so schmutzig ist.
Ohne Worte verbreitet Cäsars Auto einen gewissen Witz. Das Wetter im Urlaub (stets schlecht) ist ein Running Gag. Und gestaltet sich das Wetter gut, dann stimmt etwas anderes nicht. Als wäre das noch nicht genug Ungemach, gibt es noch die Vertreter, die Cäsar immer abzuwimmeln versucht, aber doch scheitert: Entweder wegen seiner Gutmütigkeit oder ihrer Hartnäckigkeit. Die mit leichter Hand getuschten Zeichnungen, in klassischer Schule, wie sie der Leser von Jeff Jordan, Lucky Luke oder Asterix her kennt, nehmen den Leser schnell für Cäsar ein.
Mögen die Spiele beginnen: Maurice Tillieux bringt seine Charaktere in Stellung und feilt an Witzen. Er setzt die Abschlusspointe oder lässt den Sketch komplett wirken, als kleine humorige Geschichte. Mehr als eine Seite stand ihm nie zur Verfügung. So erzählte er Variationen einer Geschichte, die auf die Leser der Zeitschrift, in der Cäsar erschien, wie eine Fortsetzung wirken konnte, ohne für Neulinge den Einstieg zu erschweren. Tillieux ist mit seinen Sketchen zu keiner Zeit gemein. Sicherlich erleichtert er Cäsar das Leben nicht gerade, doch das ist Cäsars Aufgabe. Allerdings kommt Cäsar meistens mit einem blauen Auge davon.
Großherzigkeit wird dem Grafiker manchmal regelrecht zum Verhängnis. Eines der besten Beispiele ist sein Verhältnis zu Wachtmeister Knöllchen. Im Wagen sitzend am Straßenrand hört sich Cäsar das Liebesleid von Knöllchen an, bis diesem auffällt, dass Cäsar im Halteverbot steht und somit eine Verwarnung fällig wird. Über allem Liebeskummer darf die berufliche Pflicht nicht vergessen werden. Wie alle Cartoon-Figuren ist Cäsar ein Stehaufmännchen von hoher Leidensfähigkeit. Im redaktionellen Teil wird über die Angst der Zeichner und Szenaristen berichtet, einfallslos vor einem leeren Blatt zu sitzen, während der Abgabetermin immer näher rückt. Davon ist bei Tillieux nichts zu spüren.
Die Variation eines Sketches mag zwar wie ein Weg wirken, eine ideenarme Zeit zu überbrücken, doch selbst diese (man beachte hier die kleine Reihe, in der Cäsar versucht, eine Geschichte im Radio bis zu ihrem Ende zu hören) sind so ausgefeilt, auch liebevoll und zeitlos erzählt, so dass Tillieux gleich morgen wieder ins Geschäft einsteigen könnte.
Ein Gag-Feuerwerk: Der pralle Band fasst sämtliche erschienenen Cäsar-Geschichten zusammen. So entsteht ein schönes Bild eines Cartoon-Lebens und zeigt ebenfalls das überdurchschnittliche Talent von Maurice Tillieux. Humor in vielen Variationen, immer intelligent, zeitlos, genau die richtigen Geschichten, um die kalte Jahreszeit zu überbrücken. 🙂
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Mittwoch, 23. November 2011
Zutritt verboten! Wäre es doch so einfach. Würde doch ein simples Verbotsschild genügen. Sollte Onkel Dagobert denken, wenn ihm die aberdutzenden Male einfallen, während derer die Panzerknacker oder auch Gundel Gaukeley versucht haben, in den Geldspeicher vorzudringen und entweder sein gesamtes Hab und Gut zu stehlen oder nur den Glückstaler. Es ist den beiden Autoren und Zeichnern Carl Barks und Don Rosa zu verdanken, dass genau dieses nicht geschehen ist. Hier sind die Taler in Gefahr, allerdings, man hätte es kaum angenommen, ist es ausgerechnet Donald Duck, der dem Geldspeicher zuerst zusetzt.
Das Innere, der riesige Geldpool, den Onkel Dagobert, der Selfmade-Milliardär, so gut kennt wie seine Westentasche, sieht nur auf den ersten Blick ungeordnet aus. In Wahrheit weiß der alte Unternehmer genau, wo welche Geldstücke verborgen sind und er weiß auch noch genau, wann er sie verdient hat. Für Onkel Dagobert ist ein Geldstück ein Geldstück. Sammler konnte er noch nie verstehen. Für ihn hat ein Geldstück immer seinen Nennwert. Donald, der sich nun den Lohn selbst aus der gigantischen Menge an Geldstücken heraussuchen darf, richtet ein ebenso großes Chaos an. Dies ist der Beginn einer Geschichtensammlung, die für alle Beteiligten unterschiedliche Auswirkungen hat.
Onkel Dagobert am Rande des Nervenzusammenbruchs? Zeitweise wenigstens. Manches, was er sich überlegt, wirkt zuerst wie eine gute Idee. So ruft er zum Beispiel auf dem Hügel, auf dem sein Geldspeicher steht, einen eigenen Staat aus. Nie wieder Steuern! Aber was tun, wenn ringsum ein anderer Staat auf seine Rechte pocht? Der Geldspeicher ist ein gewaltiges Labyrinth, wie es sich erweist. Zeitweilig kommen die Panzerknacker hinein, nur die Sache mit dem Heraus wird zum Problem. Aber es gibt ja auch noch andere Möglichkeiten.
Sind es gerade Erfindungen, die Onkel Dagobert dabei helfen, seinen Reichtum zu schützen, so sind es ebenfalls Erfindungen, die den Panzerknackern dabei helfen, den Geldspeicher zu knacken oder sich auf einfallsreiche Weise einen Weg nach drinnen zu bahnen. Infolge der auf 400 Seiten versammelten Geschichten ist ein Überblick in aller Kürze kaum möglich. Höhepunkte gibt es allemal. Carl Barks brilliert mit einer Ursprungsgenialität, zu der Don Rosa auch aufschließt, indem er Bezug auf Barks nimmt oder Szenarien entwickelt, die von einer überschäumenden Komödie durchzogen sind.
Alles schwer verquer. So lautet der Titel eines Paradebeispiels für Rosas Genialität. Gundel Gaukeley versucht einmal mehr, in den Besitz des Glückstalers zu gelangen. Da Zauberei ihre Sache ist, hat sie sich etwas Neues ausgedacht: Plötzlich zieht die Schwerkraft für Dagobert und Donald aus einer Himmelsrichtung, horizontal. Das Resultat bedeutet für die Handlung Slapstick pur. Alles ist nun möglich und Don Rosa kostet, wie auch an vielen anderen Stellen, dies genüsslich aus.
Das Prinzip einer Kettenreaktion wurde schon von Carl Barks angewendet, sicherlich zumeist noch verhaltener. Ein Diamant bringt Unglück und löst eine Kettenreaktion aus. Geldscheine sind im Salat versteckt und müssen mühsam wiedergefunden werden. Oder Gundel Gaukeley erfindet einen Zauber, mit dem sich Gesichter vertauschen lassen. Hier gibt Barks eindeutig einen Spaßfaktor vor, den Rosa inzwischen auch erreicht hat.
Es ist die ungeheure Leichtigkeit des Humors, der selbst ältere Leser in seinen Bann ziehen kann. Das ist originell, unverbraucht, auch experimentierfreudig. Die geschilderten Abenteuer verwenden eine liebevolle Erzählweise, sie sind stellenweise rasant, auch sehr spannend, wenn man für den Moment zu vergessen scheint, dass es sich um gezeichnete Enten handelt. Zu keiner Zeit kann oder mag man ihnen böse sein (wenn Onkel Dagobert wieder einmal über Gebühr knausert oder auf sein Recht beharrt, kann man als Leser mitunter etwas grummeln, das ist jedoch nicht von Dauer).
Der magische Tunnel: Wieder ein Titel, wieder von Don Rosa. Eine kleine Ausgangssituation, ein Tablett, dessen spiegelnde Fläche eine Art Sprungtor zwischen Geldspeicher und Hexenhaus ist, führt zu Szenen, die noch irrer (im besten Sinne von Unterhaltung) sind als jene Einfälle, die sich im Abenteuer mit der verqueren Schwerkraft finden.
Zwei Meister: Carl Barks und Don Rosa erzählen von einem alten Enterich und seinen Milliarden und wie schwierig es ist, diese zu behalten. Ein wunderbares Lesevergnügen, wie immer für die Jungen und die Junggebliebenen, tolle komödiantische Erzählkunst, liebevoll gezeichnet. Zeitlose Klassiker mit ebensolchem Humor. Toll! 🙂
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Montag, 21. November 2011
Ein Schlumpf kann in viele Verkleidungen schlüpfen. Als Biene Maja, im zarten Bienenkostüm fällt ein Schlumpf nicht nur durch seine Größe auf. Allerdings ist es nicht gerade dieser Unterschied, der die Bienen auf den nach Honig süchtigen Schlumpf aufmerksam macht. Kleine und große Missgeschicke, aber auch gut eingefädelte Streiche stehen in der zweiten Ausgabe der Schlumpfereien im Mittelpunkt. So klärt sich endlich die Frage, wie Papa Schlumpf ohne Bart aussieht. (Nun, beinahe jedenfalls.) Und in einem besonders schönen Einseiter, der ohne Worte auskommt, lässt sich erkennen, dass die Feuersteins nicht die einzigen Comic-Figuren sind, die interessante Ausnahmefahrzeuge bauen können.
Der Humor ist durchgängig liebenswert. Sicherlich findet sich hier und da ein wenig Schadenfreude, aber zumeist sind die auf einer oder zwei Seiten angelegten Kurzgeschichten von feinem Witz. Der Leser erhält sogar einen kleinen Einblick, wie ein Schlumpf gezeichnet werden kann. Ganz nebenbei lernt der Leser (falls er nicht längst ein Fan der Blaulinge ist) einige der der bekannteren Charaktere der Schlümpfe kennen: Fauli (der Name ist Programm), Zwirni (na, welcher Beruf hat dieser Schlumpf wohl?), Hefty (der Kraftprotz der kleinen Gemeinde), Torti (das Schleckermaul) oder Schlaubi (ein kleiner Streber und Schlaumeier).
Der Kreis schließt sich sogar wieder, als der Trick mit der Biene ein zweites Mal aufgegriffen wird und erneut nach hinten losgeht, diesmal jedoch auf unangenehme Weise. In der Kürze liegt die Würze, lässt sich behaupten, keine einfache Erzählweise, die hier aber durchweg gelingt.
In der zweiten Runde der Schlumpfereien ist die Darstellung der Schlümpfe noch etwas inniger, der Humor fein, jugendlich, schlumpfig gut, könnte man sagen. Wieder für den kleinen Schlumpfhunger zwischendurch. 🙂
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Donnerstag, 17. November 2011
Das ist so eine Sache mit Geschenken: Wenn ein ganz bestimmter Schlumpf (da gibt es nur einen) mit einem Geschenk des Weges kommt und sei es noch so gut verpackt und schön ausschauend, dann kann sich dahinter nur ein fieser Scherz verbergen. Aber wer zuletzt lacht … Die Schlümpfe haben nicht nur große Abenteuer zu bieten. Abseits der selbst gestellten Aufgaben und großen Probleme (wenn Papa Schlumpf seine Jungs und das einzige Mädel mal nicht so richtig beaufsichtigt), der Bedrohungen von außen (Gargamel) gibt es auch die kleinen Geschichten, die zwei oder drei Bildern oder auch auf einer Doppelseite erzählt werden.
Diese Sammlungen der Schtroumpferies (sog. One-Pager) und Les Schtroumpfs 120 Blagues (sog. Daily Strips), kurz Einseiter und Tageszeitungsstrips sind perfekt für den kleinen Schlumpfhunger zwischendurch. Einige dieser gesammelten Scherze können durchaus für sich alleine stehen, ohne Vorkenntnisse über die blaue Rasselbande. Die Tageszeitungsepisoden bedienen den kleinen Witz, kurz und knackig, aber es müssten nicht unbedingt die Schlümpfe sein, die hier die Hauptrolle spielen. Der Humor ist universell.
Die Einseiter hingegen, die sich mehr an der gängigen Kurzkomödie orientieren, bedienen sich bei den bekannten Konstellationen der Schlümpfe, ihren Freundschaften, Wünschen und Sorgen und sind mitunter sehr schlumpfig, will sagen menschlich. Und manchmal findet sich die Inspiration für einen Gag sogar in der Realität, wie eine kurze Szene beweist: Clumsy befreit mit einem Schlag eine Büste aus einem Stein und bestätigt damit ein Zitat, eine Skulptur sei bereits im Stein und müsse nur noch herausgeholt werden.
Eine kleine feine Sammlung, zum Lachen, zum Schmunzeln, lieb bis frech. Nicht nur für Fans der Schlümpfe, sondern für alle, die sich zwischendurch ein wenig amüsieren wollen. 🙂
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Dienstag, 10. Mai 2011
Braucht ein Schlumpf Urlaub? Im Dorf gibt es immer etwas zu tun und ein Schlumpf wie Handy, der Schlumpf, der alles richten und reparieren kann, ist ein gefragter Schlumpf. Aber irgendwann ist die Batterie leer, auch der stärkste Schlumpf erschöpft. Er könnte eigentlich auch daheim ausspannen, mal an nichts denken, außer vielleicht an seine eigenen Erfindungen. Leider halten ihn die anderen Schlümpfe mit immer neuen Ideen davon ab. Mal ist dieses kaputt, mal jenes und selbst einfachste Handgriffe wollen den anderen Schlümpfen nicht gelingen. Papa Schlumpf gibt sein Bestes, kann Handy aber nicht genügend Erholung verschaffen. Was bleibt? Na, Urlaub.
Ein Schlumpf hat noch nie Urlaub gemacht. Aber ein Mal ist immer das erste Mal. So packt Handy seine sieben Sachen und wandert zum See in den Bergen. Es dauert nicht lange und Handy spürt, wie sich seine Nerven langsam beruhigen. Wieder daheim ist Handy wie ausgewechselt. Und das macht neugierig. Alsbald machen sich schon drei Schlümpfe auf den Weg in den Urlaub …
Urlaub: Die Autoren Alain Jost und Thierry Culliford haben sich Gedanken über dieses Thema gemacht, eine schöne Geschichte darüber erzählt und zeigen, wie sehr sich der Urlaub verselbstständigen kann und wie wenig es hilft, im Urlaub dieselben Leute zu treffen wie sonst auch. Die Leute sind in diesem Fall die anderen Schlümpfe, denn die wollen plötzlich alle Urlaub machen.
Nachdem Handys Alltag gezeigt worden ist, in aller Hektik, die selbst ein Mensch nicht ungestresst überstehen würde, kann einem Handy schon richtig leid tun. Pascal Garray hat bereits gezeigt, dass er ein würdiger Nachfolger von Peyo, mit der Gestaltung des Urlaubsdorfes stellt er außerdem einmal mehr seine liebevolle Gestaltung der gesamten Szenerie unter Beweis. Langsam wird aus der Naturidylle ein kleines Nachtlager, später ein Wellness-Resort mit allem Drum und Dran.
Hier verbirgt sich wieder ein gewisser Lerneffekt, der auch schon in alten Schlumpfabenteuern zu finden ist. Es fängt klein an und bricht nach einer Weile unter seinem eigenen Gewicht zusammen. Die Schlümpfe verlieren jedes Maß, sehr humorvoll natürlich, und der Urlaub endet spätestens dann, wenn ihnen bewusst wird, dass einige arbeiten müssen, damit andere sich weiterhin erholen können. In zahlreichen Nebenschauplätzen, in denen natürlich auch Schlumpfine eine Rolle spielt, ein Baby gehütet werden will und Bademode ein wichtiger Aspekt wird (an den bei den Schlümpfen vorher nun wirklich keiner gedacht hat). Und nicht zu vergessen: Gargamel wird zum echten Problem.
Ein feines, auf Albumlänge erzähltes Abenteuer der Schlümpfe, mit einem modernen Thema als Aufhänger, mit dem bewährten Schlumpfhumor und einigen Wendungen, die immer auf den weiteren Verlauf neugierig machen. Ein Comic für junge und jung gebliebene Leser. 🙂
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Donnerstag, 28. April 2011
Er möchte gerne schön spielen, leider sind seine Mitschlümpfe anderer Ansicht. Der Misston aus seiner Posaune ruiniert das gesamte Stück. Traurig zieht der Schlumpf in den Wald, trötet und wird dabei beobachtet. Ein Zauberer, Gargamel, den Schlümpfen nicht unbekannt, sieht eine Gelegenheit, um den Schlümpfen eins auszuwischen. Flugs hat er sich verkleidet, sehr schlecht zwar, aber dem Schlumpft fällt es nicht auf. Und so kommt es, wie es nicht kommen soll und die Schlümpfe sind wieder einmal in großen Schwierigkeiten.
Revolution! Ein Schlumpf an der Macht! Nun, wollte man auf kindgerechte Weise erklären, wie es jemandem gelingen kann, die Macht zu ergreifen und ein Tyrann zu werden, müsste nur die vorliegende zweite Folge der Schlümpfe mit dem Titel Schlumpfissimus, König der Schlümpfe gelesen werden. Peyo schickt Papa Schlumpf auf eine Expedition. Lange bevor Schlumpfinchen das Zepter ergriff und den Bürgermeister der Schlumpfe vertrat, versuchte ein anderer die Gelegenheit zu nutzen und griff nach der Macht. Ohne Wenn und Aber. Es beginnt harmlos mit einer der üblichen Auseinandersetzungen, wenn die Schlümpfe sich nicht einig sind, wer denn nach Papa Schlumpf das Sagen hat. Der Auseinandersetzung folgt ein Wahlkampf.
Bereits an dieser Stelle zeigt Peyo wie Versprechungen und Bestechungen einen Kandidaten sehr weit nach vorne bringen können. Sehr bald ist auch klar, dass all die Versprechungen niemals eingehalten werden können. All das, was in den Nachrichten tagtäglich zu lesen und zu hören ist, was für Kinder höchstwahrscheinlich böhmische Dörfer sind, könnte kaum eingängiger geschildert werden. Aus Schlumpfhausen wird nach und nach eine Bananenrepublik.
Keine Lehrstunde: Natürlich ist diese Schlumpfgeschichte nichts, was mit erhobenem Zeigefinger und voller Belehrung daher kommt. Peyo hätte nicht dieses überragende Händchen besessen, wenn er nicht mit großem Humor an das Thema herangegangen wäre. So dürfen all die bekannten Schlümpfe mit ihren besonderen Fertigkeiten für allerhand Trubel sorgen, bevor sich das Blatt wendet und sich eine gegnerische und aufrührerische Fraktion entwickelt. Bis dahin muss ein Schlaubi längere Zeit im Gefängnis verbringen und sich wundern, warum ihn niemand befreit.
Peyo mag nicht der Erfinder der Knuffigkeit in Cartoons gewesen sein, aber er beherrschte es perfekt. Ein Schlumpf, viele Schlümpfe, zuweilen schlumpft es so sehr, dass man als Leser keinen mehr auseinanderhalten kann. Aber das macht nichts. Chaos und Masse ist hier Methode, die sehr viel Spaß in sich birgt. Damit das Szenario nicht ganz so lehrreich bleibt, findet sich mit dem Abenteuer Schlupfonie in C eine Geschichte, die sich weniger am Realismus anlehnt. Jeder hat so seine Ansichten von Musik. Zuerst hat es den Anschein, als würden sich die Schlümpfe zu einer großen Gemeinschaft bzw. Orchester zusammenfinden und das ideale Stück spielen.
Falsch. Ein kleiner Schlumpf kommt dem Ganzen mit seiner Tröte in die Quere. Doch daraus entwirft Peyo geschickt eine Handlung zum Thema Einer für alle. Nach einer sehr wuseligen Episode ist die Konzentration auf eine Figur gar nicht einmal die schlechteste Abwechslung. Mit einer kleinen Übersicht über verschiedene Schlümpfe schließt der vorliegende Band ab.
Sehr schön, schlumpfige Unterhaltung nicht nur für die Kleinen. Slapstick, Situationskomik in der zweiten Episode, durchdachte Komödie in der ersten Episode. 🙂
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Samstag, 26. Februar 2011
Papa Schlumpf wird das Dorf für einige Zeit verlassen. Damit auch alles seinen ordentlichen Gang während seiner Abwesenheit nimmt, wird er diesmal einen Stellvertreter auswählen. Die Schlümpfe sind verdutzt über diese Ankündigung. Bisher übernahm niemand in Abwesenheit von Papa Schlumpf die Aufsicht. In der Nacht machen sich die Schlümpfe ihre Gedanken, wer wohl ausgewählt werden wird. Als Papa Schlumpf am nächsten Morgen seine Entscheidung verkündet, wollen sie ihren Ohren nicht trauen.
Die Schlümpfe dürfen nicht sterben: Wie bereits andere frankobelgische Erfolgskonzepte wird auch die Reihe der Schlümpfe ohne den ursprünglichen Zeichner (bzw. die Macher) fortgesetzt. Das Kreativduo Alain Jost und Thierry Culliford schreibt die Texte, während Zeichner Pascal Garray das Abenteuer um Schlumpfine greift ein gestaltet. Das Thema Emanzipation findet nicht zum ersten Mal Einzug in den Cartoon, aber sicherlich musste sich Schlumpfine bisher noch nicht so behaupten.
Folgen wir ihrer roten Mütze! (Nicht der Sandale.) Es dauert, bis Schlumpfine die gesammelte Schlumpfschar hinter sich verschlumpfen kann. Dummerweise ist sie gezwungen, sich zu behaupten, schließlich hat ihr Papa Schlumpf genau zu diesem Zweck das Zepter während seiner Abwesenheit überlassen. Jost und Culliford lassen nichts aus (was der moderne Mann hoffentlich längst gelernt haben mag). Eigentlich kann ein weiblicher Schlumpf nach Ansicht männlicher Schlümpfe nicht viel und so besteht Schlumpfines Überzeugungsarbeit darin, eine Aufgabe nach der anderen zu bestehen und ihre Mitschlümpfe zu überzeugen. Ihre größte Aufgabe wird auch gleich ihre gefährlichste.
Ein albenlanges Abenteuer: Zeichner Pascal Garray hat die Schlümpfe sehr vollendet verinnerlicht, vielleicht etwas rundlicher, noch putziger. Sie sind die Stars, ebenso wie Gargamel und seine Katze Azrael bekannte Nebenfiguren sind. Andere auftretende Charakter fallen hinter dieser Gestaltung zurück, aber ihre Auftritte sind auch recht kurz. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Schlümpfen, deren Alltagsleben fein gezeigt wird, mit all den Problemen, die dabei auch zu meistern sind (Staudammbau, ein Wildschwein im Dorf).
Die Linien sind fein und genau gesetzt. Selbst in der Verkleinerung, die zwangsläufig auftritt, wenn ein Schlumpf neben einem Normalgewachsenen wie Gargamel steht, wurde auf die nötigen Details geachtet. Hier kann sicherlich eine vergrößerte Ansicht per Computer hilfreich gewesen sein. Überraschungen in den Ansichten der Schlümpfe gibt es damals wie heute nicht: Schräg links, schräg rechts und seitlich. Eine Ansicht wie z.B. auf dem Titelbild von schräg hinten ist selten. Dafür gibt es deutlich mehr verschiedene Schlümpfe zu entdecken. Hierbei ist der Gärtnerschlumpf mit seiner Strohmütze und seinen Holzschuhen eine der schönsten Varianten.
Eine gelungene Fortführung, deutlich für ein gemischtaltriges Publikum geschaffen, für die Jüngeren wie auch die Junggebliebenen, mit einer guten Balance zwischen Textwitz und Situationskomik. 🙂
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Das schwarze Insekt sticht zu. Der gestochene Schlumpf wird von einem Schwindel erfasst, dann einen Farbwechsel und endlich große Wut. Fortan verspürt er den Wunsch, andere Schlümpfe zu beißen und zu Seinesgleichen zu machen. Und tatsächlich vermehren sich die Schwarzschlümpfe in Windeseile. Die Epidemie scheint kaum aufzuhalten, bis Papa Schlumpf eine Idee hat.
Schlumpfimumpf! Da sind sie wieder! Nachdem sogar Hollywood die Smurfs auf die große Leinwand holt, dreidimensional animiert und ebenso ausgestrahlt, darf sich der Fan klassischer Cartoons auch hierzulande an den Schlümpfen erfreuen. In dieser Hochzeit der Rückblicke auf Klassiker und erfolgreiche Serien beginnt die Neuauflage selbstverständlich mit der legendären Auseinandersetzung zwischen Blauschlümpfen und Schwarzschlümpfen. Während die einen schlumpfen, rufen die anderen nur GNAK!. Aus einem Insektenstich wird schließlich eine Kettenreaktion, die in eine merkwürdige Schlacht mündet, die das Ende der Blauschlümpfe bedeuten könnte.
Y. Delporte und Peyo beginnen mit einer ausgesprochenen Idylle. Die Welt der Schlümpfe ist strebsam, aber friedlich (weitestgehend). Mit dem Auftauchen der Schwarzschlümpfe ändert sich das auf amüsante Art. Papa Schlumpf, in diesen frühen Tagen optisch noch der einzige (bis auf den Brillenschlumpf), der in roter Mütze, roter Hose und Bart aus dem Rahmen fällt, muss sich anstrengen, will er ein Gegenmittel gegen die furchtbare Seuche Schwarz finden. Seite für Seite finden Delporte und Peyo neue humorige Szenen, um die Handlung zu beschleunigen.
Etwas gemächlicher geht es in der Folgegeschichte Der gefangene Schlumpf. Der Zauberer Gargamel, ein Feind der Schlümpfe der ersten Stunde, benötigt einen Schlumpf für einen Zaubertrank (das sind Rezepte!). Eine groß angelegte Rettungsaktion sorgt für Spannung, denn der Käfig, in dem Gargamel den Schlumpf gefangen hält, ist nicht eben leicht zu knacken. Der Titel Der fliegende Schlumpf spricht thematisch für sich. Aktion wird hier groß geschrieben, wenn der Schlumpf auf Biegen und Brechen versucht abzuheben.
Die Schlümpfe verkörpern ein perfektes Rezept für Spaß im Comic: Sie sind klein, knuffig und sie sind viele. Ihre weiteren Mutationen, Schlümpfe mit besonderem Aussehen und Fähigkeiten, sorgten für stets neue Ideen. Ihre Konstruktion, der Aufbau des Körpers (kleine Hände, große Füße, Stummelschwanz), der runde Kopf (mit Segelohren, großen Augen und Knubbelnase) mit der sockenförmigen Mütze obenauf, ist einfach, aber auch einfach gelungen. Wer vergleicht, frühere Darstellungen mit heutigen Zeichnungen, wird eine Modernisierung feststellen, leichte Verschiebungen in den Proportionen (das Verhältnis von Hand und Fuß fällt nicht mehr so unterschiedlich aus).
Die Kolorierung wie auch die Anlage der Hintergründe ist schlicht, traditionell sollte man sagen, denn mehr braucht es auch nicht, um die Geschichten zu erzählen. Was die Schlümpfe hier vormachen, findet sich mitunter heute noch modernen Cartoons. Die hier vorgestellte Erzählweise funktioniert noch immer, doch so schön schaffen es nur die wenigsten.
Spaß für die Jüngeren sollte Spaß für die ganze Familie sein. Und das ist es auch hier. Niedlich geschlumpft, seitenweise für Schlumpfer gut. 🙂
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