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Comic Blog


Donnerstag, 20. März 2008

Poison Ivy – Heißer Sand

Filed under: Abenteuer — Michael um 18:59

Poison Ivy 3 - Heißer SandGanz Frankreich ist besiegt. Nein, nicht ganz Frankreich. Tief in der Wüste, im bitterheißen Lybien, einer Stätte, die sich Fort Bir Hakeim nennt, widersetzen sich einige Franzosen allein gegen die Horden von Rommels Truppen. Allein? Nicht ganz, denn die W.O.W., die Women On War, sind schon auf dem Weg zum Entsatz.
Aber wie wollen die Amerikanerinnen den französischen Soldaten klar machen, dass sie ihnen helfen wollen? Und warum? Also geben sie sich erst einmal als ADOFL zu erkennen, als Amerikaines D’Origine Fraincaises Libres. Als gebürtige Amerikanerinnen mit französischer Abstammung wollen sie dem französischen Militär als Krankenschwestern zur Verfügung stehen.

Den eher unfähig erscheinenden französischen Soldaten und ihrem keifenden Kommandeur verschweigen sie, dass sie den französischen Konvoi soeben vor deutschen Sturzkampfbombern gerettet haben.
Man kann nicht behaupten, dass der Kommandeur sich von ihrem Anliegen erweichen lässt. Man kann aber auch nicht behaupten, dass er nicht über kurz oder lang von den Bemühungen der Frauen profitiert. Denn die W.O.W., die kleine geheime Einsatzgruppe von Präsident Franklin Delano Roosevelt, findet schnell heraus, dass es innerhalb des Konvois von deutschen Spionen und Sympathisanten nur so wimmelt.

Dank ihrer Fähigkeiten räumen die W.O.W. unter den Krauts auf. Poison Ivy kann mit ihren giftigen Küssen ein paar Saboteure ins Jenseits befördern. Was sie und die anderen übrig lassen, befördert Yum Yum Jaw, die Kannibalin der Truppe dank ihres Magens ohne Boden für immer ins Vergessen. Endlich, so scheint es, kann der Konvoi unbeschadet und unbeirrt seine Reise fortsetzen. Ein neuerlicher Luftangriff setzt dieser Hoffnung ein vorzeitiges Ende. Aber was dann sichtbar wird, übertrifft alle Erwartungen.

Die Gruppe um Poison Ivy muss sich bei ihrer Operation Heißer Sand mit einer äußerst schwierigen Situation auseinandersetzen. Mitten in der Wüste geht es weniger um Krieg als um Gold.
Vif the France – oder so ähnlich. Denn damit es leben kann, das Frankreich, benötigt es Geld, um seine Truppen neu auszurüsten.

Philippe Berthet und Yann schicken ihre Mädels in die dritte Runde. Inzwischen sind die Damen abgeklärter, versierter und auch routinierter. Aus diesem Grund läuft auch alles nicht so glatt, wie es eigentlich der Fall sein sollte. Die Fassade des eingeschworenen Teams bröckelt. X-Raymonde, die Telepathin der Gruppe, stellt fest, dass es noch andere Dinge im Leben gibt, als für Gott und Vaterland einzustehen oder gar dafür zu sterben. Die Liebe zum Beispiel ist ein Grund für den es sich auch zu leben lohnt. Oder Reichtum. Eine eigene Insel. Eigentlich ist alles besser als der Krieg.

Die W.O.W. ist keine dieser Einsatzgruppen, die gleich von Beginn mit allem ausgerüstet sind. Sie sind nicht im Besitz der High Tech dieser Zeit, noch besitzen sie die übliche Ausbildung eines Spezialsoldaten. Sie sind Frauen mit außergewöhnlichen wie auch übersinnlichen Fähigkeiten.
Und sie sind in erster Linie Frauen.
Berthet und Yann haben diese Geschichte wie auch die beiden Vorgänger im Stile einer Action-Komödie inszeniert. Vergleiche, auch zeitlich betrachtet, lassen sich durchaus zu einem männlichen Abenteurer wie Indiana Jones herstellen.

Ein klassischer Vergleich könnte zu Tim und Struppi gezogen werden. Die Zeichnungen sind im besten Sinne frankobelgisch, auf das Nötige reduziert. Die Gesichter sind ein wenig karikiert. Im Gegenzug sind die technischen Errungenschaften, Militärflugzeuge und –fahrzeuge, mit aller erforderlichen Akkuratheit zu Papier gebracht worden. Die Wüste selbst gibt nicht allzu viel zeichnerische Arbeit her. Trotzdem entstehen im Verlauf der Geschichte viele dramatische Bilder und Szenen, die sehr schön anzuschauen sind. Vor dem Hintergrund der frankobelgischen Comickunst kann man nur sagen: Gelernt ist eben gelernt.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Ebenso wenig wie sich jemand über Indy aufregt, sollte dies hier geschehen. Die Krauts werden hier ziemlich auf den Arm genommen, der Nationalsozialismus ist eine Krankheit, der sogar die gute Memory nach zuviel Lektüre über diese Themen nachhaltig infiziert. Als sie daraufhin mit der MP auf ihre Kameradinnen losgeht, muss sie ruhig gestellt werden. Die Reaktionen der deutschen Soldaten und Saboteure auf das Bild von Hitler verhöhnt die Indoktrination im Dritten Reich, die sich ein amerikanischer Agent zunutze machen kann, um seinen Auftrag zu erfüllen.

Yum Yum Jaw entwickelt sich mit ihrer Verfressenheit langsam zu einem weiblichen Obelix, allerdings mit einem starken Hang zum Kannibalismus. Kurz erliegt sie dem Glauben, einen männlichen Widerpart gefunden zu haben (der sogar Hannibal heißt), wird aber enttäuscht.
Genau das ist es! Wir wollen keine dicken Panzer. Wir wollen die dicke Frau! Es versteht sich von selbst, dass Yum Yum nach soviel deutscher Sympathiebekundung sich darüber aufregt, dass sie eben nicht dick sei. Überhaupt hält Yum Yum mit ihren komödiantischen Einlagen die Geschichte zusammen. Mit Zoe, der Neuen, die im späteren Verlauf vorgestellt wird, könnte ihr dabei in den kommenden Geschichten eine Konkurrenz erwachsen.

W.O.W und Poison Ivy, das bedeutet Spaß im Zweiten Weltkrieg, wie es bereits mit Indiana Jones, Stoßtrupp Gold oder Die Glorreichen vorgemacht wurde. Die W.O.W. drücken dem Thema ihren ganz eigenen humorvollen Stempel auf. Bester Comic-Witz, spritzig, flott, sehr frankobelgisch, zurück zu den Wurzeln und doch wieder topmodern. Sehr gut. 🙂

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Mittwoch, 19. März 2008

Der Engel und der Drache

Filed under: Mystery — Michael um 21:02

Der Engel und der DracheDer Tod wird nur ein Versprechen sein. Licomte hat das Schlachtfeld und den Krieg gesehen. Nun kehrt er nach Hause zurück und mit kehren das Leben und die Liebe heim. Keine trüben Gedanken stören die Zweisamkeit mit seiner Geliebten, seiner Freundin, seiner Lebensgefährtin Hana-Rose.
Wenn das Glück am größten ist, der Schmerz besonders zu treffen vermag, dann schlägt das Unheil zu. Das junge Paar fühlt sich wohl in seinem Heim. Hana-Rose versucht sich in der Zucht der Rosen. Licomte geht seiner Leidenschaft nach. Er versucht einen Beweis für eine frühere Existenz der Drachen zu finden. Knochen für Knochen birgt er vom Grunde des Meeres und rekonstruiert in mühevoller Kleinarbeit einen dieser fliegenden Giganten.

In alter Zeit, so sagt man, haben die Drachen existiert. In den Zeiten, als die Erde eine Scheibe war, als man glaubte, das Wasser stürze an den Rändern der Welt in die Tiefe, existierten diese riesigen, Feuer speienden Wesen und terrorisierten die Menschen, die ihnen hilflos ausgeliefert waren.
Nur eines gab es, das die Drachen fürchteten. Etwas, das ihnen gewachsen war, stärker war: Die Geisterkönigin. Ein weißer Drache, der alle anderen um ein Vielfaches überragte, eine Verschlingerin der Sehnsüchte der Toten, ein Geschöpf der Finsternis.
Die Zeiten änderten sich. Die Drachen wurden vergessen. Sie verschwanden hinter den Sturzbächen der Wasser, die über die Ränder in die Tiefe flossen.

Licomte glaubt an diese Legenden. Er glaubt es mit aller Macht. Und er ist bereit, dafür sein Leben aufs Spiel zu setzen.
Warum nur müssen sich Männer noch anderen Leidenschaften als der Liebe hingeben?

Diese Frage kann auch diese Geschichte nicht beantworten, will es auch gar nicht, dafür aber kann Der Engel & der Drache mit seinem 1. Teil Und der Tod wird nur ein Versprechen sein mit seinem Bilderfeuerwerk ein Feuerwerk der Emotionen freisetzen.
Die Suche nach dem Sinn, die Liebe sind Kernthemen dieser Geschichte, deren Standort und Zeit nicht näher eingeordnet werden kann. Auf den Schlachtfeldern kämpfen die Ritter in Rüstungen. Mit einer Tiefseeausrüstung steigt Licomte hinab, um den Meeresboden nach Überresten der urzeitlichen Wesen zu durchsuchen.

Téhy und Lalie haben für die Umsetzung ihrer Geschichte die 3D-Technik gewählt. Menschen, Figuren, Hintergründe, Texturen, Ausstattung erreichen eine unverhoffte Perfektion, die vergleichbar ist mit den besten Animationsfilmen auf diesem Gebiet.
Die Zusammenführung von gezeichneten Elementen im Vordergrund und reichhaltig gestalteten Hintergründen ist manchesmal ein Problem in Comics und Graphic Novels. Ist beides zu aufwendig, heben sich oft optische Wirkungen gegeneinander auf.
Hier jedoch entsteht ein filmischer Eindruck. Extreme Schärfe im Vordergrund, Farb- und Lichtspiele, diffuse Schatten geben eine hohe Bildtiefe wieder.

Über weite Teile sorgen bestimmte Grundfarben für die Atmosphäre. Braun, Beige und Rot stehen für das sorglose Zusammensein, für den Kampf, das Leben. Licomtes Leidenschaft für die Drachen äußert sich in kaltem hellem Blau, in giftigem Grün in den Tiefen des Meeres. Der Tod bestrahlt die Welt mit einem kalten bis warmen Grau. Dunkelblau und golden glänzend erstrahlen Wahnsinn und Hoffnung gleichberechtigt nebeneinander.
Anders lässt es sich kaum beschreiben. Die eigentliche Geschichte ist oberflächlich betrachtet, schnell erzählt. Bei näherer Betrachtung ist eine Liebesgeschichte aber niemals schnell oder leichtfertig zu erzählen.
Aus diesem Grund beziehen Téhy und Lalie die Atmosphäre sehr stark in ihre Geschichte mit ein.

Ein sehr schönes umschreibendes Bild für die Liebe von Hana-Rose und Licomte ist die Szene, in der sie ein Feuerwerk betrachten. Wie es viele aus der Realität her kennen, glühen die Funken am Himmel, erblühen die Feuerwerkskörper regelrecht. Als die beiden Liebenden mit einem Heißluftballon über der Szenerie schweben und kleinen Explosionen durch einen gläsernen Boden der Gondel erleben, scheinen sich die Farben noch einmal zu intensivieren.
So stark die Bilderflut mit den Emotionen des Lesers spielt, so treffsicher werden auch die Bildmotive, wie zum Beispiel das erwähnte Feuerwerk eingesetzt.
Der Name der Hauptperson, Hana-Rose, ist nicht leichfertig gewählt. Wenn die junge Frau in wilder Verzweiflung durch das Gewächshaus rast, die Dornen ihr die Haut aufritzen, das Blut sprüht, die Sonne golden scheint und trotzdem keinen Trost spendet, könnte diese Szene auch einem Historiendrama gut zu Gesicht stehen.

Diese und andere Szenen sind allesamt gute Beispiele für die hohe Erzählqualität des Projekts. Es ist leicht, ruhig, anrührend, mitreißend. Seine Bilderpracht nimmt den Leser, also mich, schnell gefangen. Und sobald die Geschichte gelesen ist, beginne ich von neuem, denn irgendwie habe ich den zwingenden Eindruck, dass die Bildsprache noch mehr erzählt.

Dies ist die große Liebe, jene, die über den Tod hinaus geht, die Lalie und Téhy als Thema gewählt haben. Ein Märchen mit Drachen und Hexen, ein Drama, eine Tragödie, ein Fest für das Auge, eine alte Geschichte in prächtigem Gewand, aber auch eine ewige Geschichte, die gar nicht oft genug erzählt werden kann. 🙂

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Dienstag, 18. März 2008

Rex Mundi 3 – Die verlorenen Könige

Filed under: Thriller — Michael um 19:38

Rex Mundi 3 - Die verlorenen KönigeDer Arzt Julien Saunière verabschiedet seinen Bekannten, den Rabbi, am Bahnhof. Für den Mann ist es nicht mehr sicher in Paris. Saunière selbst wird von der Inquisition überwacht. Der Rabbi lässt den Arzt ungern alleine mit den Problemen zurück. Aber es ist besser so, denn auch die politische Situation verschlechtert sich.
Frankreich will alte Grenzen zurecht rücken und sich wieder das einverleiben, was ihm einmal im heutigen Einflussbereich des Emirates Cordoba in den angrenzenden Gebieten Navarra, Aragon und Kastilien gehörte. Von englischer Seite, von Lord Churchill, erhält Frankreich Zuspruch für diese Ideen – sofern man von französischer Seite die englischen Bemühungen und Expansionen in Arabien und der Levante toleriert. Schnell kommt der französische Lord Lorraine mit Churchill zu einer Einigung.

Von all dem ahnt Saunière zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Er ist viel mehr damit beschäftigt, Licht in das Dunkel verschiedener Nachforschungen zu bringen.
Symbolik, altertümliche Kunst, Legenden und Mathematik spielen eine wichtige Rolle bei der Spurensuche. Das Geheimnis des Heiligen Grals? Wie lautet es? Welche Rolle spielt die Politik in dieser Angelegenheit? Gehen am Ende das Geheimnis und die aktuellen politischen Ereignisse Hand in Hand?
Fest steht, dass verschiedene Templerfamilien die Familie von Lord Lorraine unterstützen. Saunières Neugier wird unerträglich. Und er wagt einen mutigen Schachzug. Indem er der Inquisition all sein Wissen offenbart, hofft er auf entsprechende Unterstützung durch den Klerus.

Als die Spur in die Katakomben führt, scheint die Marschrichtung klar zu sein, insbesondere nachdem ein alter Bekannter wieder in Erscheinung tritt. Aber Saunière täuscht sich. Ganz so einfach, wie er zunächst annahm, ist die Lösung dann doch nicht zu finden.

Rex Mundi – Wir schreiben das Jahr 1933. Die Welt ist anders als wir sie kennen, sie ist anders als unsere Geschichtsschreibung uns hinterlassen hat. Die Kirche ist ein wichtiger Machtfaktor in den christianisierten Reichen. An der Grenze Frankreichs beherrscht das Emirat Cordoba das uns bekannte Spanien. Portugal existiert nicht einmal als eigenständiger Staat. Frankreich, England, Preußen sind auf Kolonialisierung aus. Russland ist riesig. Die islamischen Staaten wie das Ottomanische Reich, das kalifat der Almohaden, das Sultanat der Abbasiden und das Reich der Safawiden teilen den vorderen Orient untereinander auf.

In diesen schwierigen Zeiten stößt der Arzt Julien Saunière auf ein Geheimnis, dass für ein neues Frankreich einen Wendepunkt herbeiführen könnte. Politik und Mystik, auch Religion genannt, werden ineinander aufgehen, sollte das Geheimnis ans Licht kommen. Damit nicht genug. Eine noch geheimnisvollere Macht geht im Hintergrund um, eine Macht mit echten magischen Fähigkeiten. Ein normaler Mann wie Saunière droht zwischen den einzelnen Machtblöcken zerrieben zu werden, wenn er nicht sehr klug und besonnen handelt.

Ein Autor wie Dan Brown kann sich angesichts der Vorstellungskraft von Arvid Nelson und Zeichner Eric J, den Erfindern von Rex Mundi warm anziehen. Hier liegt der Geschichte eine hochkomplex geschilderte Gesellschaft zugrunde. Diese Welt ist außerdem so groß, dass dem Erfindungsreichtum und dem dramatischen Geschick, insbesondere von Autor Nelson eigentlich kaum Grenzen gesetzt sind.
Die Vermischung realer geschichtlicher Figuren und Ereignisse mit dieser fiktiven Welt macht aus ihr einen äußerst faszinierenden Stoff.
Inquisition und politische Machthaber wirken nicht oft derart bedrohlich. Sieht man einmal von der Spur, die Saunière verfolgt ab, ist es allein ungeheuer spannend, die Winkelzüge von Herzog Lorraine zu verfolgen, wie er Stück für Stück sein Netz aufspannt, aus dem es für die Beteiligten letztlich kein Entkommen mehr gibt.

Eric J, Mitinitiator dieser Reihe, für dessen Umsetzung sich anscheinend auch Hollywood interessiert (Ein entsprechendes Interview fand im September 2006 statt. Eine Umsetzung könnte 2009 erscheinen. Johnny Depp würde in die Rolle von Julien Saunière passen. Man darf weiterhin gespannt sein. Im Laufe des Jahres dürfte dazu mehr zu erfahren sein. Infos werden sich bestimmt unter www.rexmundi.net, der Homepage zur Serie finden lassen.), wird im Verlauf des Bandes von den Zeichnern Jim Di Bartolo und Juan Perreyra abgelöst. Bartolo weiß hier eine Spur besser zu gefallen als Eric J (natürlich immer auch Geschmackssache), weil seine Charaktere etwas ausdrucksstärker aussehen. Auch Perreyra kann da nicht mithalten, obwohl er um verstärkten Realismus bemüht ist und seine Zeichnungen technisch ausgereift und schön sind. Ohne Vergleichsmöglichkeit zu Bartolo wäre er toll, im direkten Vergleich fängt er die Atmosphäre nicht so gut ein.

Was Perreyra allerdings im besten Sinne und für jeden erkennbar wunderbar gelingt, ist ein ungeheuer schönes Titelbild im Jugendstil, für das ein Künstler wie Alfons Mucha Pate gewesen sein könnte.

Mystische Spannung, politische Intrigen, ein Spiel mit der Zivilisation in einer parallelen Entwicklung zu der unseren, glänzend inszeniert von Arvid Nelson und Eric J. Eine Top-Serie, die jeden Thriller-Fan begeistern kann. 🙂

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Montag, 17. März 2008

Fantastic Four 1 – Außer Kontrolle

Filed under: Comics im Film — Michael um 17:12

Fantastic Four – Die größten Helden aller Zeiten 1 – Außer KontrolleEiner kleinen Drohne gelingt es, in das Baxter Building, die Zentrale der Fantastischen Vier, einzudringen. Ohne aufzufallen gelangt sie bis zu Mr. Fantastic, Reed Richards. Heimlich injiziert sie ein Serum in den Wissenschaftler, der daraufhin eine ungewöhnliche Wandlung durchmacht. Ganz plötzlich verhält sich Reed nicht mehr wie Reed. Wann hat Mr. Fantastic zuletzt eine Vorlesung ausfallen lassen?
Auch an anderer Stelle ist die Panik groß. Ein grüner Schleier schirmt von der Außenwelt ab. Ganz langsam merkt Reed, was geschehen ist. Irgendwie ist es dem Erzfeind der Fantastischen Vier gelungen, mit Reed einen Körpertausch vorzunehmen. Dr. Doom befindet sich nun in Reeds Körper und umgekehrt. Doch wie soll es dem in Dooms Hauptquartier eingeschlossenen Reed gelingen, seine Freunde zu warnen?

Reed hat eine Besprechung. Was auch sonst? Immer ist es eine Besprechung oder eine wissenschaftliche Untersuchung.
Wenig später bricht das pure Chaos aus. Steine fallen von der Decke. Der Hulk ist in das Gebäude eingedrungen. Keine der Sicherheitseinrichtungen hat den grünen Giganten aufhalten, geschweige denn überhaupt vorher bemerken können. Aber der Hulk will gar nicht attackieren – obwohl das Ding an einem kleinen Kräftemessen interessiert ist – er will nur weg.

Aber ich kann kleiner als Sie!
Reed Richards hat mit Dr. Henry Pym gewettet, dass er in der Lage sei, eine Technik zu entwickeln, die zu einer höheren Verkleinerung von Objekten und Lebewesen fähig ist, als Pym es mit seiner Antman-Technik vermag. Die Experimente mit dem Mikrouniversum geraten bald außer Kontrolle. Diesmal ist es Johnny zu verdanken. Er hatte nur versprochen, auf einen Hund aufzupassen. Es konnte ja keiner ahnen, dass Feuerhund auch miniaturisierten Fahrzeugen hinterher jagt.

Das riesige Wesen hat die Witterung aufgenommen. Irgendwo muss sein Nachwuchs doch versteckt sein.
Eigentlich wollte Sue mit Ihrer Familie einen ganz normalen Tag in der Stadt verbringen, so wie es abertausende von Menschen jeden Tag tun. Aber selbst bei einem Einkaufsbummel kann Reed seine Forschungen nicht hinten anstellen. Und wenn ein Monster aus der Tiefe den Asphalt aufbricht, können die Fantastischen Vier auch nicht einfach beiseite sehen.

Fantastic Four – Die größten Helden aller Zeiten erzählt mit den vier Episoden in Außer Kontrolle klassische Abenteuer der Fantastischen Vier neu und in modernem Gewand. Nach dem Erfolg der beiden Kino-Abenteuer, jüngst mit Rise Of The Silver Surfer, folgt nun eine Zeichentrickserie, die sehr stark an alte Abenteuer angelehnt ist und die Ursprünge als Grundlage eines neuen Beginns nimmt.

Dr. Doom, Hulk, Antman und Mole Man stehen als Freund wie Feind in den filmisch rasanten Episoden bereit.
Das Ende des Mr. Fantastisch hieß es damals hierzulande, als Dr. Doom den Körper von Reed Richards übernahm. Ein höhnisch grinsender Richards beobachtete, wie sich das Ding auf Doom stürzte und wie eine Puppe hochhob. Die Ursache für den Rollentausch damals war allerdings keine Roboterdrohne, sondern eine Falle, die Reed von Doom in den Marvel-Studios (!) gestellt wurde.
Und genau wie damals bereitet es Richards ziemliche Schwierigkeiten mit all den technischen Details in Dooms Rüstung zurecht zu kommen.
Eine blinde Alicia Masters (die wir in der Zeichentrickvariante auch einmal sehen dürfen) sorgte damals mit ihrem sechsten Sinn dafür, dass der Tausch bemerkt wurde.

Inzwischen hat Johnny Strom, die menschliche Fackel, eine Menge Flausen im Kopf. Das gilt für die neueren Comic-Geschichten ebenso wie die filmischen Umsetzungen. Die Zeichentrickepisoden machen da keine Ausnahme. Hier ist Johnny sogar noch eine Spur alberner, als er es in den Kinofilmen bereits ist.
Relativ zu Beginn seiner Karriere war er viel ernsthafter, ein Heißsporn zwar, aber noch lange noch nicht so überdreht, wie ihn die Neuzugänge unter den Fans vielleicht kennen.
In Hart auf Hart will er dem Ding gegen den Hulk zu Hilfe kommen. Damals in Kampf der Monster wie heute hat er damit wenig Erfolg. Allerdings findet auch eine deutliche Abwandlung der Geschichte statt.

Qualitativ bewegt sich Fantastic Four auf der Höhe der TV-Zeichentrickzeit. Wie es schon in manch anderen Trickserien erprobt wurde, bedient man sich in der Gestaltung der Umgebung und bei technischen Elementen des Computers. Gebäude und Fahrzeuge, Roboter, Innenräume sind 3D-animiert, während die Charaktere gezeichnet eingefügt sind. So ergeben sich äußerst plastische Effekte und schnelle Kamera-Fahrten sind kein Problem mehr.

Sehr stylisch, sehr munter und kunterbunt, mit viel Action garniert, so leben die Fantastic Four erneut auf und bringen gleichzeitig ein Wiedersehen mit einer ganzen Reihe anderer bekannter Marvel-Charaktere. 🙂

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Witchblade 3

Filed under: Comics im Film — Michael um 13:19

Witchblade 3Der Mörder geht immer auf die gleiche Art und Weise vor. Er nähert sich den Frauen. Sein Auftreten ist unverdächtig, eher schüchtern. Er will die Morde nicht begehen, aber er kann sich gegen sein zweites Ich nicht wehren. Wenig später ist das Opfer tot.
Masane geht in der Episode Mitleid mit dem Fotoreporter Tozawa auf Mörderjagd und macht eine erschütternde Entdeckung. Es ist ein Glück für alle beide, dass der Mörder nicht an einem Kampf interessiert ist. Im Gegenteil sucht er die Konfrontation, um …

Als Masane ihren Chef Reji Takayama von ihrer Entdeckung berichtet, verbietet dieser seinem Mitarbeiter Hiroki Segawa die weitere Geheimhaltung. Die Experimente, die der Konzern durchführte, verändern Masanes Bild über diesen seltsamen Mann, der sich ständig gegen Anfeindungen zur Wehr setzen muss. Zwar schafft er es immer wieder, seine lästige Konkurrenz vorzuführen, doch der Preis für diesen ständigen Kampf ist hoch.
Bei einer Feier darf Masane ihren Chef begleiten. Die Auseinandersetzung mit seinem Widersacher gerät zu einem Wetttrinken, eine Angelegenheit, von der sein Mitarbeiter Segawa nicht davon ausgeht, dass Takayama gewinnen wird. Doch bald sieht er sich im Irrtum. Allerdings ist Takayama schwer angeschlagen. Zwar ist er schwer betrunken, aber zugleich offenbart er gegenüber Masame zum ersten Mal auch eine zutiefst menschliche Seite.

Leider kehrt der gefährliche Alltag der Witchblade bald wieder ein.
Niemand ahnt von den Vorbereitungen und den Trainings neuer Mädchen, die einmal eine Cloneblade übernehmen sollen. Ausgerechnet jene, die für die weitere Fortführung der Experimente überaus vielversprechend ist, hat die offensichtlichen Merkmale eines Psychopathen. Bereits während des Trainings übertreibt sie es, kann ihre Wut nicht bezähmen und tötet eine Sparringspartnerin.
Schließlich kann sich auch Masame mit ihren Kräften nicht mehr aus der Schusslinie heraushalten. In einem Moment ist sie noch voller Sorge über ihre erkrankte Tochter, im nächsten Augenblick wird sie entführt.

Nachdem Masame ihre Rolle als Witchblade angenommen hat und mehr Informationen darüber besitzt, was hinter den Kulissen gespielt wird, erhöht sich die Gefahr um ihre Person dramatisch.
In den weiteren vier Episoden dieser dritten Ausgabe der Witchblade werden konsequent die menschlichen Aspekte der Figuren ausgebaut. Auch Nebencharaktere, die nur eine Episode lang Bestand haben, werden in wenigen Szenen erstaunlich dicht dargestellt.

Wenn ein Mecha, eines dieser Mensch-Roboter-Hybrid-Wesen, die Konsequenzen seiner Taten begreift und erkennt, dass er trotz seines Abscheus davor, nichts tun kann, um diesem Verhalten entgegenzuwirken, dann spielt sich ein kleines Zeichentrickdrama ab. Den Ausweg, den er findet, ist logisch und konsequent.
Am Beispiel dieses besonderen Mechas zeigt sich auch das Einfallsvermögen der Serienautoren. Gleichzeitig ist es ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zur Original-Witchblade. Monströsitäten in dieser Form kommen in der amerikanischen Version nicht vor. Ist die echte Witchblade eher mythologisch angelegt, ist in der japanischen Zeichentrick-Umsetzung der technologische Aspekt viel stärker ausgeprägt.
(In der Manga-Variante kehrt sich dies wieder um. Dort wird außerdem mit ganz anderen Charakteren gearbeitet.)

Hinter der Figur des Direktors Reji Takayama muss Masame, die Witchblade, ein wenig zurückstehen. Das ist handlungsbedingt. Durch ihre Entführung wird Masame zwangsläufig ein wenig in die zweite Reihe verbannt. Es ist an Takayama und Segawa, ihren Schützling aus den Händen der gegnerischen Organisation zu befreien. Die Art und Weise dieser Befreiung ist sehr kühl. Wer Action erwartet, wird enttäuscht. Auch hier folgen die Macher strikt den Vorgaben, die sie durch die Skizzierung der Charaktere erhalten haben.
Takayama wie auch der Vater sind Schachspieler. Figuren werden nur geopfert, wenn es dem Zweck dient und ein Ziel damit erreichbar wird. Jeder der beiden ist dank eines analytischen Intellekts in der Lage eine Patt-Situation zu erkennen. So kommt Masame wenig spektakulär wieder frei.

Aber der Zuschauer wird nicht unzufrieden zurückgelassen.
Am Ende wartet ein Cliffhanger, eine simple Neuigkeit, die allerdings eine große Wirkung hat und von der es sich nicht sagen lässt, welche Richtung durch diese Neuigkeit eingeschlagen werden wird.

Ein faszinierender Abschnitt der Reihe. Sehr viel stärker auf die Charaktere fixiert, der Ausbau ihrer individuellen Eigenschaften, das Kennenlernen der Figuren steht deutlich im Vordergrund. Die daraus entstehende Tiefe hebt die Anime-Serie der Witchblade deutlich von anderen Serien ab. Ein dramatisch angelegter Aufbau der Handlung lässt eine hohe Spannung entstehen.

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Sonntag, 16. März 2008

Isnogud – Buch 1

Filed under: Cartoon — Michael um 16:14

Die gesammelten Abenteuer des Großwesirs Isnogud 1Ich will Kalif werden anstelle des Kalifen! – Eine sehr eindeutige Position, die dieser kleine Großwesir da vertritt. Und er gibt sich auch große Mühe, um dieses Ziel zu erreichen. Aber leider, leider ist der kleine Großwesir Isnogud, der seinen Chef, den Kalifen Harun Al Pussah, ablösen will, ein ausgesprochener Pechvogel.
Wie er es auch anpackt, es geht schief. Jede gestellte Falle schnappt alsbald zurück. Auch der treue Mietsklave Tunichgud kann das Unheil nicht immer aufhalten. Zwar ist er häufig bemüht, seinem Herrn beizustehen, aber allzu oft wird er selber in das Schlamassel hineingezogen. Am Ende ist er selber die Kröte, unter Riesen, in der Luft schwebend – oder auf andere Art verzaubert.

Alles beginnt in einem kleinen Städtchen namens Bagdad, in einer Zeit, die als Eintausendundeine Nacht bekannt ist. Während sich der Kalif Harun Al Pussah, dessen Abenteuer dies in Wahrheit sind, mit dem harten Alltag eines Kalifen herumschlägt, tüftelt Isnogud neue Arten aus, wie er den Beherrscher Gläubigen um die Ecke bringen kann.
Die gesammelten Abenteuer des Großwesirs Isnogud vereinen die ersten drei Bände des von René Goscinny und Jean Tabary erschaffenen kleinen Scheusals, der in der Tradition kleiner Choleriker und Hysteriker, wie sie Louis De Funès in seinen unsterblichen Rollen spielte, auftritt.

Es ist erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit Goscinny den Einstieg in diese Serie schaffte. Running Gags werden ungeheuer flott etabliert und gleichzeitig die kleinen Eigenheiten des Alltags in der westlichen Welt veralbert.
Ein Urlaubsfoto dauert etwas länger, wenn es in einen Teppich geknüpft wird. Elefanten können auf engen Straßen schon Staus verursachen und ein Dschinni, der in Pantoffeln wohnt, kann zu außergewöhnlichen Verwicklungen führen.
Das berühmte Feilschen ist ein wesentlicher Bestandteil in der Welt von Isnogud. Überzogene Forderungen, die in die Hunderttausende gehen, können jedoch schnell in übersichtliche Summen umgewandelt werden. Es ist jedoch sicher, dass der Piaster an galoppierender Inflation leidet.

Auszüge aus Sagen und Märchen werden von Goscinny gerne zur Grundlage der Geschichten verwendet. Der allseits bekannte Froschkönig, der eigentlich ein Froschprinz ist, wird zu einer außerordentlichen Plage. Als Lösung herbeigesehnt, ist er schließlich für Isnogud so richtig gefährlich, gefährlicher als der Großwesir selber.
Die Riesen, Odysseus kann ein Lied davon singen, sollen Isnogud die Arbeit abnehmen, sind aber Vegetarier und haben mit dem Fressen von Schiffbrüchigen nichts zu tun. Es darf sich jedoch gefragt werden, ob ein Schicksal als lebende Schachfigur dem des Gefressenwerdens vorzuziehen ist.

Der größte Coup gelingt Goscinny jedoch mit dem dritten Band innerhalb dieser Sammlung: Gefährliche Ferien. Hier ist er besonders nahe am Urlaubswahn, der in jedem Jahr in der Hauptsaison in den Touristenzentren um sich greift. Seit der Zeit der Entstehung dieses Comics, 1968, scheint sich nicht allzu viel am Urlaubsgebaren geändert zu haben. Jedenfalls zünden die Gags selbst nach 40 Jahren immer noch reihenweise.
Wir erfahren, warum es nicht gut ist in Erdöl produzierenden Ländern Löcher am Strand zu graben. Der Hai, der Isnogud durch das Wasser jagt, erinnert an den guten alten Ich schnapp dich!. Aber besonders Abgefahren, im wahrsten Sinne des Wortes, wird es, als Schnee in der Wüste fällt.

Die Geschichten um Isnogud funktionieren so gut, weil mit Jean Tabary ein Zeichner gefunden wurde, der Isnogud ein gelungenes Gesicht gibt und sein aufbrausendes Wesen perfekt darstellt.
Wer genau hinschaut, wird sehen, dass Tabary Isnogud erst finden musste. Mit Turban, Gesichtsform, Nase und Statur wurde experimentiert, bis spätestens in Der bitterböse Großwesir das Ideal gefunden war.

Wollte man das Äußere charakterisieren, ist Isnogud eine Mischung aus (bösartigem) Raben und Wellensittich. Etwas verschlagen, düster und der Schnabel steht niemals still, sobald jemand in der Nähe ist, der mithört – oder auch nicht.
Zur Wonne für den Leser wird es, wenn Isnogud aus seiner hochherrschaftlichen Tracht heraus muss und sich den Umständen entsprechend kleidet. Ein Isnogud im Bandeanzug ist ein Brüller.
Das Ungewöhnliche – aber ein Umstand, der einfach dazugehört – ist, dass man Isnogud trotz aller fiesen Bemühungen leiden kann. Denn, letztlich tut er ja (fast) niemandem etwas zuleide. Wenn die kleinen Äuglein beim Ausbrüten des nächsten Plans strahlen, wenn er sich selbst schon auf dem Kissen des Kalifen liegen sieht, dann möchte man sich fast wie ein Kind mit Isnogud freuen.

Wortwitz, Bilderwitz, Slapstick, Situationskomik, Isnogud ist nicht nur ein Feuerwerk im Bereich Comic-Komödie, er ist fast schon ein Lehrstück, wie humorvolle Episoden mit der ganzen Brandbreite komödiantischer Werkzeuge aufgebaut werden können. Goscinny gehört zweifellos zu den absoluten Könnern seines Fachs und mit Tabary fand er, neben Uderzo, auch einen weiteren tollen Widerpart, der seine Ideen in Bilder umsetzen konnte. Klassisch gut, klassisch ulkig, immer noch vorbildhaft, immer noch modern. 😀

Die gesammelten Abenteuer des Großwesirs Isnogud 1: Bei Amazon bestellen

I Believe In Harvey Dent

Filed under: Meldungen — Michael um 14:14

Harvey DentKein amerikanischer Politiker kommt mehr ohne sie aus. Eine Homepage zur Kampagne ist ein Muss. Da kommt auch ein fiktiver Politiker oder ein Staatsanwalt nicht vorbei. So hat nun auch Harvey Dent (der spätere Twoface), pünktlich zum kommenden Filmstart von The Dark Knight, seine eigene Homepage. Keine schlechte Idee. Leider müssen die Fans hierzulande wohl auf das Dentmobile verzichten. Schade eigentlich. Zur Homepage: www.ibelieveinharveydent.com

Superhero Movie

Filed under: Meldungen — Michael um 13:57

Superhero MovieNachdem die Super-Ex schon auf sehr amüsante Weise gezeigt hat, dass ein Superheldenthema auch mit viel Humor umgesetzt werden kann, war es nur eine Frage der Zeit, bis es auch andere trifft. Der Held der Stunde heißt Dragonfly. Ein ganz normaler Highschool-Schüler wird zum Superhelden – nach dem Biss einer Libelle. Plötzlich kann er Wände hinauflaufen und einen Breakdance auf ihnen aufführen. Hört sich irgendwie bekannt an? Jetzt sind Marvels Helden reif! Spidey, die Fantastischen Vier, X-Men werden jetzt auf die Schippe genommen. Als Gaststars dabei sind Leslie Nielsen, Brent Spiner und Pamela Anderson. Letztere gibt eine äußerst vollbusige Unsichtbaren-Imitation ab. Ihre Barb Wire war eigentlich auch schon mehr Parodie als ernstzunehmender Comic-Film. Spiner, der Data aus Star Trek – The Next Generation, hat schon einmal einen Auftritt als konfuser Wissenschaftler in Independence Day absolviert. Und über Nielsen müssen nicht viele Worte gemacht werden. Die Macher, die ihn für die Nackte Kanone verpflichteten, holten ihn auch hier wieder ins Boot.
Klamauk pur, aber spaßig (auch oder gerade für Marvel-Fans). Zur Homepage: www.superhero-movie.net 😀

Samstag, 15. März 2008

Aliens 2

Filed under: SciFi — Michael um 13:34

Aliens 2Meide die Höhle. Es ist sehr wichtig, dass du die Höhle meidest. Niemand, der sie jemals betreten hat, ist zurückgekehrt. Niemand. Deshalb: Meide die Höhle! – Alles Quatsch. Ammenmärchen. Blödes Geschwätz. Die Menschen fliegen in Raumschiffen zwischen den Sternen und soll an einer blöden Höhle im Nirgendwo etwas Unheimliches sein?
Roark muss den anderen Jugendlichen nichts beweisen, aber ihr abergläubisches Geschwätz macht ihn ärgerlich, großspurig. Doch bereits nach wenigen Metern, die er in die Höhle hinabgeklettert ist, macht er eine furchtbare Entdeckung. Die Geschichten sind wahr. Sie sind alle wahr! Wie in einem riesigen Spinnennetz haften ausgetrocknete Körper an der Höhlenwand, die toten Münder immer noch zu stummen Schreien aufgerissen.

Viele Jahre sind vergangen. Ripley ist tot. Die letzten bekannten Aliens sind tot. Tot? Nein. Nicht, soweit es das Militär betrifft.
Langsam nähert sich das Raumschiff. Von seiner Fracht dürfen nur die wenigsten etwas wissen. Das All ist zwar ein lebensfeindlicher Raum, doch Menschenschmuggel und -handel zu experimentellen Zwecken ist immer noch nicht gut angesehen – vor dem Gesetz. Als die Schmuggler an Bord der U.S.S. Auriga andocken, erwarten sie keinerlei Schwierigkeiten, schließlich wäscht hier eine Hand die andere.

Annalee Call ist neu an Bord der Schmuggler. Als Gesetzlose unerfahren macht sie aber nicht völlig den Eindruck, als habe sie sich noch nie zwischen den Sternen bewegt. Außerdem ist sie sehr neugierig und besitzt ein ausgezeichnetes Gedächtnis. Nach einer Begegnung, die dank ihres Kumpanen Johner in eine Keilerei ausartet, ist er sehr schnell bewusst, wer sie gerade alle miteinander verprügelt hat: Ellen Ripley.
Aber wie ist das möglich?
Annalee hat eine Idee. Leider bewahrheitet sich diese Annahme auch bald. Die U.S.S. Auriga wird zum Schlachtfeld.

Noch weiter weg, auf einem entfernten Planeten, in der Unwirtlichkeit einer ausgedorrten Landschaft sind die Menschen sehr anfällig für schwermütige Gedanken.
Prediger haben hier ein leichtes Spiel. Geistige Verwirrungen werden hier nicht als Hirngespinste abgetan. Hier kann alles geschehen. Hier hört man gerne Geschichten. Sie sind eine Abwechslung. So verwundert es auch niemanden, als ein ausgezehrter alter Mann von einem dunklen Monster erzählt. Die Leiche, die kurz darauf in einem Kloster gefunden wird, ist allerdings echt. Die Wunden, die dem Toten beigebracht wurden, könnten von einem Tier verursacht worden sein. Oder von etwas anderem.
Von etwas, das bald schon sein Unwesen unter den übrigen Siedlern treibt.

Aliens – Das bedeutet Horror in einer Science Fiction Umgebung, in der Zukunft, in der Gegenwart, sogar in der Vergangenheit.
In drei Geschichten verbreiten diese modernen Monster ihr Unwesen. Längst sind sie moderne Klassiker. Die Schöpfung des Schweizer Künstlers H.R. Giger, der uns auch das andere Ich von Sil nahe brachte, verbreitet nach beinahe 30 Jahren immer noch Schrecken auf Leinwand und Comic, mitunter auch im Roman. Die Andersartigkeit dieses Wesens ist bis heute immer noch unübertroffen.

Zwei sehr gute Comic-Künstler, Eduardo Risso, Horror-erprobt, und Richard Corben, spätestens seit Den ein Comic-Schwergewicht, haben sich der Geschichten im vorliegenden Band angenommen.

Der Geist beschreibt die Bedrohung durch ein einzelnes Alien in einer Kolonie, die der Zuschauer sie bereits aus Aliens – Die Rückkehr her kennt. Da ein solches Monster im klaren Vorteil gegenüber einer Gruppe von Teenangern ist, wurde ihm von Autor Jay Stephens ein Handicap mitgegeben. Das erleichtert den Protagonisten die Fluchmöglichkeiten, aber an eine Gegenwehr ist mit bloßen Händen immer noch nicht zu denken.
Mit einem ordentlichen Gruselfaktor und einem abschließenden pechschwarz humorigen Ende erzählt Stephens von der Flucht der Jugendlichen in einer stark klaustrophobischen Atmosphäre.

Nicht weniger spannend, dafür für Kinogänger vermutlich bekannter ist die Comic-Umsetzung des vierten Alien-Spektakels Widergeburt. Für die Macher des damaligen SciFi-Krachers stellte sich die Frage, wie sie Ripley weiterverwenden konnten, da diese so unwiederbringlich in einen Hochofen gestürzt war (Alien 3). Die Lösung hieß Klonen. Und nicht nur das. Schnell erfährt der Leser, dass Ripley lediglich ein Nebenprodukt ist, ein interessantes zwar, aber nichts, was die Militärs besonders zu faszinieren vermag. Das zu erreichende Ziel war eine Königin, eine weibliche Stammmutter neuer Aliens.

In perfekter Schwarzweiß-Technik zeigt Eduardo Risso auch hier, wie er Bilder zu erzeugen weiß, die an den Film erinnern und dennoch vollkommen eigenständig sind. Auch verfällt er nicht dem Ehrgeiz anderer Zeichner und versucht die Schauspieler allzu deutlich nachzubilden, sondern zeichnet seinen eigenen Weg.
Bewundernswert bei Rissos Arbeiten ist es, wie es ihm einerseits gelingt, mit den Schatten zu spielen und anderseits in hellen Partien mit wenigen Strichen und Umrissen auf den Punkt kommt. Dies wird ganz besonders in dieser Umsetzung deutlich, deren Geschichte im Gegensatz zur ersten Erzählung zwar bekannt ist, aber in ihrer Umsetzung besser zu gefallen weiß.

Zum guten Schluss, und das ist wörtlich zu nehmen, findet sich eine Geschichte mit dem Titel Alchemie, in der sich alles aufzulösen scheint. Ein Alien dringt in eine isolierte Gemeinschaft mit völlig eigenen Regeln und Mythen ein, doch letztlich ist dies nur die Feuerprobe, denn diese Gemeinschaft war bereits vorher am Ende. John Arcudi erschafft ein sehr durchdachtes Szenario, das sich dem Leser langsam erschließt, aber auch sehr dicht angelegt ist. Diese Episode muss mit höherer Aufmerksamkeit gelesen werden. Die Bilder von Richard Corben abstrahieren manchmal ein wenig, denn Corben liebt es, seinen Figuren ein leicht puppenhaftes Aussehen zu geben. Hier trägt es toll zur Andersartigkeit, zur Fremdheit der Atmosphäre bei. Besonders bei den Gläubigen wird der Aspekt eines religiösen Wahns so besonders gut getroffen.

Eine tolle Mischung dreier Alien-Geschichten. Mal im Sinne einer klassischen Gruselhatz, mal eine gelungene Filmumsetzung, die für sich in Anspruch nehmen kann, sehr gut adaptiert worden zu sein und abschließend eine atmosphärisch sehr dichte Geschichte, die fast so etwas wie ein sorgfältig gesetzter Rückschritt zur Unheimlichkeit des filmischen Originals ist. Grusel- und Alien-Fans liegen hier genau richtig. 🙂

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The Incredible Hulk – Trailer

Filed under: Meldungen — Michael um 12:51

The Incredible HulkLange hat es gedauert, aber jetzt dürfen endlich die ersten Bilder zum neuen Hulk-Kinofilm bewundert werden. Edward Norton macht als Bruce Banner jetzt schon eine gute Figur. Tim Roth ist als Fiesling natürlich schon häufiger in Erscheinung getreten und weiß, was er macht. Auf den Faustkampf zwischen Hulk und Abomination darf man gespannt sein.
Links: Trailer auf marvel.com, Filmbilder auf imdb.com