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Comic Blog


Dienstag, 10. Mai 2005

Stan „The Man“ Lee und Stripperella

Filed under: Superhelden — Michael um 19:36

Stan Lee beschwerte sich einmal, man denke an ihn nur im Zusammenhang mit Spider-Man, ähnlich wie an Walt Disney nur im Zusammenhang mit Mickey Mouse gedacht wird. Zweifellos ist Stan „The Man“ Lee ein Phänomen. Nur ganz selten sind kreative Köpfe wie er so lange im Geschäft und können auch noch beobachten, wie sie langsam aber sicher zur Legende werden.

Spider-Man ist ebenfalls zu einem Phänomen geworden. Sein Körper ist komplett von einem Kostüm verhüllt und so bietet er wie kaum anderer eine Identifikationsfigur. Die Verkleidung ist perfekt, doch das bemerkte Stan Lee erst sehr viel später. Spidey erschien in der letzten Ausgabe der „Amazing Stories“. Mag es aus Stans Sicht vielleicht sogar eine Art verrücktes Experiment gewesen sein, denn wen kümmert schon eine Figur, die in der letzten Ausgabe eines auslaufenden Magazins erscheint?
Die Leser interessierte es, denn die Ausgabe wurde die bestverkaufte der ganzen Reihe. Die Lösung dafür war Spider-Man. Seither hat der Spinnenheld eine über 40jährige Geschichte hinter sich.

Stan Lee hingegen ist zu einem Urgestein des Comics geworden. Sein Name gehört neben Will Eisner oder Frank Miller. Er brachte uns die X-Men und viele andere mehr. Dieser Quell schier unerschöpflicher Ideen machte auch den einen oder anderen Fehltritt. Seine Idee eines Zeichentrickportals scheiterte leider an den immensen Kosten. (Artikel in der Fiction Zone) Wie es auch gehen kann, zeigen seine Nachfolger wie die Serien unter SciFi.com.

Ein wirklicher Fehltritt, ein wirklicher echter Fehltritt ist „Stripperella“. Erotica Jones ist eine ganz normale Stripperin in einem ganz gewöhnlichen Nachtlokal amerikanischer Sorte. In einem Land, in dem im Staate Texas sexuell aufreizendes Verhalten von Cheerleadern per Gesetz verboten werden soll (auf Antrag von Demokrat Al Edwards), wird aus Erotica Jones die Agentin Stripperella, die sich auf die Jagd nach Bösewichtern begibt. Diese schlimmen Finger wollen ahnungslosen Frauen hochexplosive Brustimplantate einsetzen. Das hört sich nicht nur blöd an, ist es wohl auch und hat irgendwo das Niveau von „Flesh Gordon“. (Infos auch unter ginca.com und newsarama.com.)

Seltsamerweise beteiligt sich Warner Bros. daran und setzt sogar Online-Spiele mit der durch Pamela Anderson inspirierten Figur ins Web. (Spiel)
Nun, Stan Lee kam selber in Erklärungsnot, als er begründen sollte, warum er ein Projekt wie Stripperella ins Leben gerufen hat. Jemand, der solange Unterhaltung für Familien gemacht hatte, erzählte eine Geschichte über eine Stripperin. Stan meinte, es sei immer noch Unterhaltung für Familien, nur eben für ältere Familien.

Nach diesem kleinen Debakel heißt es für Stan Lee wieder zurück zu den Wurzeln. Zusammen mit dem Produzenten Robert Evans arbeitet er an dem Konzept des „Foreverman“. Comic, Fernsehserie und Kinofilm sind angedacht. Viel mehr ist darüber anscheinend noch nicht bekannt. (Hollywood Reporter)
Die Verantwortlichen halten sich mit Informationen zurück. Doch wenigstens macht Lee wieder das, was er am besten kann: Superhelden.

Joe Grant †

Filed under: Meldungen — Vlad um 12:48

Joe Grant, langjähriger Zeichner und Berater bei Disney, ist im Alter von 96 Jahren verstorben. Er war u. a. beteiligt an den frühen Filmen Schneewittchen (die böse Königin), Pinocchio, Dumbo (Drehbuch), Alice im Wunderland und den modernen Produktionen Pocahontas und Die Monster AG.

Interviews mit Joe Grant:
Animation World Magazine

Magical Ears

Via tagesschau

Samstag, 07. Mai 2005

Free Comic Book Day 2005

Filed under: Meldungen — Vlad um 13:54

Heute, also am 07. Mai 2005, wird von der Comic-Industrie der 4. „Free Comic Book Day 2005“ organisiert. Im Klartext: es gibt weltweit bestimmte Läden, wo man hingehen kann und sich kostenlos einen Comic (aus bestimmter Produktreihe) aussuchen kann.

Via: J-Walk Blog

Mittwoch, 04. Mai 2005

Manga-Wettbewerb

Filed under: Meldungen — Michael um 19:21

Robert Labs (Dragic Master, Crewman 3) zeichnete das Logo des MangaMagie-Wettbewerbs.
Zum vierten Mal rufen die Bahnhofsbuchhandlungen Ludwig, das Magazin AnimaniA und die Zeitschrift Prisma zur MangaMagie auf.
Vom 1. Juni bis 31. August 2005 können Nachwuchs-Mangakas im Alter zwischen 12 und 19 Jahren (Altersnachweis erforderlich) ihre selbst gezeichneten Mangas einreichen. Länge: Nicht mehr als acht Seiten.
Senden an: Ludwig Presse und Buch, Stichwort: „MangaMagie IV“, Hauptbahnhof, 50667 Köln“
Quelle: Prisma, weitere Infos unter www.animania.de

Dienstag, 03. Mai 2005

Die Fantastischen Vier kommen

Filed under: Comics im Film — Michael um 20:10

Verfilmungen von Comics sind immer ein kleines Highlight, oder nicht?
Da ich mit Comics eigentlich nur Gutes verbinde, erinnert mich das ein Stück weit an meine Jugend – naja, wollen mal nicht sentimental werden 🙂 – da gab es zum Beispiel die Spider-Man Verfilmungen, die natürlich keinem Vergleich zu neueren Verfilmungen Stand halten. Die Muckis des Hulk waren noch echt, und Adam West hielt sich wohl am Ende tatsächlich für einen Helden in Strumpfhosen …

Hat es mit „Superman – Der Film“ angefangen, dass Hollywood sich mehr Mühe gab?
Ich sah den Film neulich wieder, diesmal in einer Special Edition. Klar, der Vorspann schien immer noch kein Ende nehmen zu wollen, aber zwischendurch tauchten immer wieder Szenen auf, die ich nicht kannte. Aus heutiger Sicht ist es nur schwer zu verstehen, warum so viel geschnitten wurde. Es schadet der Geschwindigkeit des Films überhaupt nicht.
„Ein Mensch fliegt …“ Ähnlich aufgeregt wurde damals auf Superman aufmerksam gemacht. Heute müsste man sagen: Ein Mensch schwingt, springt, wird grün und pumpt sich auf, macht alles kaputt, sieht aus wie eine Fledermaus, dehnt sich, wird unsichtbar und so weiter. Mittlerweile scheint es keine Grenzen mehr zu geben.

Comics sind auch nicht mehr „Bah“ oder kindisch – naja, wenn Joel Schumacher das Thema in die Finger bekommt, vielleicht doch.
Ein gewichtiger Aspekt sind die Verfilmungen der etwas erwachseneren Geschichten wie „The Crow“, „Road to Perdition“, „From Hell“ oder neuerdings „Sin City“. Ich weiß nicht, ob ich Frank Miller gut finden soll, oder nicht? Aber ich weiß bis heute auch nicht, ob ich die Asterix Verfilmungen gut finden soll. Gerard Depardieu als Obelix? Zweifellos ist Monica Bellucci als Kleopatra ein echter Hammer und Christian Clavier (Asterix) sehr wandelbar. Jedenfalls habe ich ihm auch den Napoleon abgenommen.
Wo Cartoon Verfilmungen nicht funktionieren, dann bei Lucky Luke mit Terence Hill oder die Klamotte um Clever und Smart. Einfach grauenhaft. Ich kann mir nicht einmal vorstellen, dass kleine Kinder darüber lachen. Sollte das der Fall sein, müssten die Teletubbies einen Grimme-Preis erhalten.

Und jetzt kommen sie endlich: Die Fantastischen Vier!
Nach Spider-Man (und den X-Men, dem Hulk, Conan, Superman, Batman, der Liga der außergewöhnlichen Gentlemen, Daredevil …) ist das DIE Verfilmung, auf die ich wirklich gewartet habe. Ich erinnere mich an die Gerüchteküche, die mal auskochte, Cameron wolle die F4 verfilmen. Und dann? Nix! (Dark Angel kam, naja.)
Nun, Jessica Alba bleibt uns erhalten als Susan Storm (verfolgt uns sogar bis Sin City), nur sehen wir nicht immer sehr viel davon. Der Trailer ist bis jetzt sehr vielversprechend. Gut, das Ding ist etwas schwach auf der Brust, aber darüber lässt sich hinweg schauen. Ich freu mich drauf. Wenn es dann endlich dunkel werden wird, mit einem riesigen Becher Popcorn und einem Liter Cola, dann kann der Vorspann noch so lange fliegen, dann kriegt man mich erst aus dem Sessel wieder raus, wenn der Abspann läuft. (Es sei denn, danach passiert als Überraschung noch was.) 😀

Montag, 02. Mai 2005

LIQUID!

Filed under: Superhelden — Michael um 20:25

Kennt jemand LIQUID! ?
Es gab mal Zeiten, da waren die Einfärber und die Tuscher, manchmal auch die Zeichner, ein- und dieselbe Person. In den letzten Jahren hat sich das drastisch geändert.
LIQUID! hat sich auf dem Gebiet der Computer-Kolorierung einen echten Namen gemacht.

Wer sich auf ihrer Homepage umsehen möchte: www.go-liquid.com

Leider wird die Homepage den gestalterischen Fähigkeiten des Teams nicht gerecht. Vor einiger Zeit hat sich LIQUID! mit zwei Miniserien, die auch hier in Deutschland erschienen, ein kleines eigenes Denkmal gesetzt. Die eine Serie, „E.V.E. Proto Mecha“ ist im Science Fiction Genre angesiedelt, natürlich auch recht phantastisch angehaucht, da sich die Mächte des Bösen eines Androiden bedienen, um Engel zu töten. Zeichner Ale Garza verfolgt eine Stilrichtung, die der eines Ed McGuinness nicht unähnlich ist. Es geht stark in Richtung Cartoon, die Charaktere wirken wie für einen Zeichentrickfilm aufbereitet. Beide arbeiten mit sehr dicken Outlines. Garzas Bilder sind auf jeden Fall ein Knaller.
Aber weshalb sie zu einem echten Hammer werden, liegt an der Kolorierung von LIQUID!

Die andere Miniserie ist „Soul Saga“. Zeichner Stephen Platt gehört mit seinem Stil zur Michael Turner Fraktion. Seine Figuren sind überirdisch gut aussehend. Allerdings hält sich Turner in einem bestimmten Detail gegenüber Platt etwas zurück: Platts Frauen sind derart brustlastig, dass eigentlich ihre Wirbelsäule durchbrechen müsste. Leider borden die Zeichnungen hier auch insgesamt so über, dass der Farbgebung die Luft genommen wird und beide Teilarbeiten sich gegenseitig platt machen.
Qualitativ top, allerdings findet das Auge zu wenig direkte Ankerpunkte, die Fülle erschlägt den Leser.

Wer mehr zu Stephen Platt wissen möchte, schaue bitte hier: The Art Of Stephen Platt

Mittwoch, 13. April 2005

Ich liebe Superhelden!

Filed under: Superhelden — Michael um 11:27

Ich liebe Superhelden.
In diesen Tagen habe ich einen neuen X-Men Band (Nr. 52) gekauft und bin wieder einmal hin und weg. Darin tobt sich einer meiner Lieblingszeichner aus: Alan Davis. Es mag Leser geben, die seinen Stil antiquiert finden, aber das kann ich nicht nachvollziehen. Im Gegenteil, Stil und Können können niemals antiquiert sein.
Ich hatte Bände, unter anderem in einer der vielen Rächer-Serien, die hierzulande erschienen sind, da wurden seine Bilder nur mangelhaft koloriert und wirkten trotzdem noch. Fast war es eine kleine Rückschau in die guten alten Tage eines John Buscema, bei dem jeder Strich am richtigen Fleck sitzen musste, weil keine Kolorierung kleine Fehler übertünchen konnte.
Da fällt mir das großartige „Der Kampf der Monster“ ein (Hit Comics, Nr. 237), in dem der Hulk und das Ding aufeinander treffen. Vergleicht man Buscema mit Davis lässt sich nur sagen, Davis‘ Stil ist klassisch, sonst nix.

Ach ja, für alle, die Alan Davis dem Namen nach nicht kennen:
www.alandavis-comicart.com
Ich bin sicher, der eine oder andere Comic-Leser wird seinen Stil wiedererkennen. (Besonders die, die sich auch für Marvel interessieren.)

Auf seiner Homepage gibt es einige sehr schöne Zeichnungen zu sehen. Davis‘ Arbeiten fallen für mich durchaus unter den Begriff Kunst. Ich mag klare Linien. Und Qualität. Und Arbeit, die sich sehen lässt. Superhelden-Comics leben von guten Zeichnungen. Und Davis ist einfach ein Garant dafür.

(Buscema? Der zeichnete den geilsten Conan, wo gibt. 🙂
Beispiele: Kampfszene und Fürstenhofszene )