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Comic Blog


Donnerstag, 17. Januar 2008

Star Wars 65 – Das Bauernopfer

Filed under: SciFi — Michael um 22:16

Star Wars 65 - Das BauernopferDas Imperium ist klug genug, wichtige Einrichtungen nicht dort zu platzieren, wo sie jeder rebellische Kämpfer sie vermuten könnte. Aber es ist auch klug genug, um jeden Funken eines Widerstands auf diesen abseitigen Welten im Keim zu ersticken. Und dennoch: Es unterschätzt seine Feinde mitunter.
Es ist für das Imperium von großem Vorteil, dass die Rebellen, oder besser die Untergrundbewegung, nicht so geeint sind, wie es nützlich wäre. Zu verschieden sind die Ansichten. Während die einen das große Ganze im Blick haben, schauen die anderen nur auf die nähere Umgebung die zu retten sie sich geschworen haben.

Wie überwacht man ein riesiges Netz von Routen quer durch den Weltraum? Diese Aufgabe ist selbst für die technisch fortgeschrittenen Möglichkeiten des Imperiums nicht leicht zu bewältigen. Es gehen die Gerüchte um, dass der Imperator höchstpersönlich die Entwicklung entsprechend leistungsstarker Computer überwacht hat. Aber niemand wäre so töricht, einen solchen Computer, einen so genannten Knoten auf der Zentralwelt Coruscant unterzubringen. Diese Maschine wäre ein zu offensichtliches Angriffsziel. Deshalb wird ausgerechnet ein Planet namens Ahakista als Standort gewählt, auf dem sowieso ein kleiner Bürgerkrieg im Gange ist.
Doch das ist wohl nichts, mit dem ein Darth Vader nicht fertig werden würde.

Vader ist gerne bereit, sich an die vorderste Front zu stellen, nur um jene, die ihm sowieso unterlegen sind, gnadenlos niederzumetzeln. Bei der Erfüllung seiner Pflichten für den Imperator lässt er keine Schandtat aus. Der Verlust bei der Schlacht um Yavin muss gerächt werden. Und es ist gut, dass Vader diesen Auftrag übernahm, denn so wartet auf den Sith eine Überraschung.

Im dritten Teil um die Abenteuer von Wyl Tarson darf der Leser gewalttätige Übergriffe des Imperiums auf einen hinterwäldlerischen Planeten erleben. Derartige Vorgehensweisen der imperialen Truppen wurden auch schon in den Romanen immer wieder thematisiert, ganz besonders in den Zeiten der neuen Republik, als es für das Imperium scheinbar nichts mehr zu verlieren gibt und sich Warlords die Reste untereinander aufteilen.

Hier ist es Darth Vader, der dieser erbarmungslosen Tradition vorangeht. Die Autoren Rob Williams und Brandon Badeaux präsentieren uns einen Lord der Sith, wie ihn die Kinofreunde bereits als dunklen Helden kennen und lieben gelernt haben. Das Wesen hinter der undurchdringlichen Maske ist nur zu Hass, taktischem Vorgehen und blanker Gewalt fähig. Wer im Wege ist, wird aus dem Wege geräumt. Gegner werden in einem regelrechten Kampftanz, der an Akrobatik seinesgleichen sucht, vernichtet.
Es ist bezeichnend für die Erzählung, dass der Leser diese Gewaltakte stets vor Augen hat, während die eigentlichen Protagonisten noch überhaupt nicht erfassen können, welche Gefahr ihnen plötzlich mit der Anwesenheit von Darth Vader droht.

Mit dieser Technik, den Leser mehr wissen zu lassen als den Helden, lassen sich immer noch wirkungsvolle Effekte schaffen. Ganz automatisch muss man mit dem Aufständler Dunlan mitfiebern, der sich den Rebellen wider das Imperium verweigert, weil er sich nur um sein Volk sorgt.
Dabei vergessen beide Seiten, dass das Imperium sich um solche Feinheiten – wer geht aus welchen Beweggründen gegen sie vor – nicht schert. Als Dunlan sich zu einer Entscheidung durchringen kann, ist es beinahe zu spät.

Williams und Badeaux liefern mit dieser Episode die dichteste, menschlichste und die perfekt aufgebauteste der bisherigen Folgen ab. Die spannende Handlung, Kämpfe und Auseinandersetzungen sind nicht unerheblich am Fortgang der Geschichte beteiligt, aber die eindringliche Schilderung der Charaktere macht diesen Teil zu einem Zückerchen.

Grafisch kann ich mich nicht immer mit den Bildern von Michael Lacombe anfreunden. Sie sind toll, technisch versiert ausgeführt, gar keine Frage, aber sie sind auch so glatt wie eine technische Zeichnung. Das ist Design pur, dem ein bißchen das Organische fehlt. Wer über einen sehr geradlinigen Realismus in den Bildern freut, liegt genau richtig. Wer weichere Bilder mag, der wird vielleicht nicht sofort den richtigen Zugang finden.

Sehr gut geschilderte Handlung innerhalb der Fortsetzungsgeschichte, hervorragend beschriebene Charaktere in einem gnadenlosen Feldzug von Darth Vader gegen aussichtslos unterlegene Aufständische.

Dienstag, 15. Januar 2008

Futurama Comics 30

Filed under: Cartoon — Michael um 21:10

Futurama Comics 30Wagst du den Blick in die Tür des Grauens? In einer fernen Zukunft wird eine Fernsehserie die Menschen fesseln: Die Tür des Grauens. Dahinter verbergen sich die furchtbarsten Geschichten, eine andere Welt, in der die Ironie die beherrschende Kraft ist. Was als schöner Abend für Fry, Leela und Bender beginnt, wird bald zu einem Abenteuer jenseits aller Vorstellungskraft. Sie überschreiten die Schwelle der Tür des Grauens.

Der Übergang ist weniger dramatisch, als die drei zunächst befürchten. Vielmehr sieht zu Beginn alles eher furchtbar normal aus. Erst ganz langsam beginnt jeder der drei Reisenden auf seine ganz persönliche Art festzustellen, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt. Leela begegnet dem Tod, der sie sogar heiraten will. Bender tauscht seine Beine gegen Hühnerschenkel ein – er kann zwar darauf stehen, aber stehen tun sie ihm nicht wirklich. Und Fry? Nun, Fry hat es in die Hölle verschlagen, die alles andere als furchtbar ist. Das ist die Ironie.

Und gerade als es wirklich anfängt, unterhaltsam zu werden, zieht eine höhere Instanz die beiden Teufelchen, die Fry zugeteilt wurden, ab.

Futurama ist Futurama, Witz, Humor und eine Menge Anspielungen auf alte, bestehende, aktuelle und vielleicht zukünftige SciFi-Schmankerl. Wohl niemand hätte vor vielen Jahren geglaubt, dass kleine gelbe Knubbelfiguren wie die Simpsons ein Erfolg werden könnten. Heute sind sie ein real existierender Klassiker. Futurama wurde der nächste Erfolg, so anders als die Simpsons, und doch mit einem ähnlichen anarchischen Humor ausgestattet.
Willkommen hinter der Tür des Grauens, mit der das Team um Matt Groening die gute alte Twilight Zone auf die Schippe nimmt.

Gemäß des Humors von Futurama erfährt der Leser sehr bald, dass die furchtbaren Geschichten aus der Fernsehserie der Tür des Grauens nicht erfunden sind. Vielmehr kann ein Mensch dieser Dimension in die Dimension voller Ironie blicken und schreibt die Geschehnisse einfach nur auf.
Wer baut den größten Unsinn in Futurama? Nach Fry natürlich? Bender, na, klar. Seiner Hilfe ist wieder einmal zu verdanken, dass das Trio in die andere Welt gelangt – und läuft in der richtigen Dimension schon nicht alles schief, ist diese andere Welt geradezu prädestiniert, verrückt zu spielen.

Ian Boothby jagt seine Helden denn auch gleich von einem Schlamassel zum nächsten Missverständnis und von dort gleich zum nächsten Verhören.
Was soll man als begeisterter Leser von wunderbar albernem Humor sagen? Die Handlung ist ein Treffer nach dem anderen. Eigentlich können die besten Stellen für jeden einzelnen nur nach persönlichen Vorlieben und geliebten Charakteren eingeteilt werden. Bender, der jegliche ethische Grundsätze über Bord schmeißt, nur um einen riesigen Gewinn einzuheimsen. Fry, der sich in der Hölle de Simpsons anschaut und von Abraham Lincoln bedient wird. Leela, die es sich wohl überlegen will, ob sie den Tod heiratet oder nicht.

Aber erstens kommt es anders und zweitens …
Das könnte ganz bestimmt ein Grundmotto dieser Comedy sein. Im Prinzip ist der Comic ebenso lustig wie das Original des Fernsehens. Wer die Stimmen kennt, kann sie sich dazu vorstellen. Wer sie nicht kennt, wird trotzdem seinen Spaß haben, denn neben aller Albernheit besitzt Futurama Comics auch einen ziemlich trockenen Humor, von der Art, dass der Leser sich auf nahezu jeder Seite fragen kann: Das meinen die jetzt nicht ernst, oder?

Doch, das tun sie! Und Spaß macht es auch noch! 😀

Montag, 14. Januar 2008

Star Wars Essentials 3 – Die Erben des Imperiums

Filed under: SciFi — Michael um 22:25

Star Wars Essentials 3 - Die Erben des ImperiumsDie neue Republik steht auf wackeligen Beinen. Noch immer gibt es genügend versprengte imperiale Truppen, die den ehemaligen Rebellen das Leben schwer machen. Unter diesen Warlords ist einer ganz besonders gefährlich: Großadmiral Thrawn. Ebenso intelligent wie der Imperator, nicht weniger tückisch und bereit, sich langsam an ein neues Imperium heranzutasten.

Der Mann auf dem Kommandostuhl schaut aus roten Augen durchdringend auf seine Untergebenen herab. Schwarzes Haar und blaue Haut zeichnen ihn als einen Nichtmenschen aus. Es scheint seltsam, dass unter dem Imperator ein Nichtmensch in eine solch machtvolle Position aufsteigen konnte. Großadmiral Thrawn ist ein begnadeter Taktiker. Mittels Informationen, die anderen noch so nichtig erscheinen mögen, ist er in der Lage, den Feind elegant auszumanövrieren. Er erhebt sich über die Arroganz anderer Befehlshaber und hört sich auch Meinungen und Ratschläge Untergebener an. Thrawn macht vieles anders – und, wie es zunächst aussieht, auch besser.

Es war einmal eine Zeit, in der die Fans nach weiterem Material aus dem Star Wars Universum dürsteten.
Die Wartezeit nach der Veröffentlichung um Luke Skywalkers neueste Abenteuer von Alan Dean Foster war schon recht lang geraten, als die ersten Gerüchte um einen neuen Roman aufkommen – derlei Gerüchte verbreiteten sich natürlich in der internetlosen Vergangenheit nicht so schnell wie heute. Timothy Zahn hieß der Autor, der es wagte Luke, Han und Leia einen neuen Weg nach dem Krieg der Sterne aufzuzeigen. Die Erben des Imperiums bildeten den ersten Teil einer Trilogie, dem noch die Teile Die dunkle Seite der Macht und Das letzte Kommando folgen sollten.

Autor Mike Baron adaptierte die Romanvorlage von Timothy Zahn für das Comic-Genre. So konnten unter der Federführung von Olivier Vatine und Fred Blanchard Figuren wie Großadmiral Thrawn, der seltsame Jedi C’Baoth oder die sehr gewissenhaften Leibwächter vom Volke der Noghri ein Gesicht bekommen. Diese Trilogie legte den Grundstein für so manche spätere Entwicklung. So ist auch Lukes Begegnung mit Mara Jade sehr wichtig.
Für die damalige Zeit ergaben sich auch interessante Aspekte. Der Hintergrund des seltsamen Jedi-Meisters, der sich zu seinem eigenen Wohl auf die Seite Thrawns stellt, weil er die Skywalker-Geschwister als Schüler will. Oder die kleinen Kreaturen, Ysalmiri genannt, die im wahrsten Sinne des Wortes ein Macht-Vakuum um sich herum erzeugen, in dem die Tricks und Fähigkeiten eines Jedi nicht anwendbar sind.

Wer die Bücher der Trilogie gelesen hat, mag sich über die Darstellung im Comic streiten. Verglichen auch mit heutigen Zeichnungen, sind die Bilder auf europäischem Alben-Niveau. Zur genauen Vorstellung mögen aktuelle SciFi-Sagas wie Sillage herangezogen werden. Die Zeichnungen sind eingängig, ziehen den Leser an, ziehen ihn mit und halten sich nicht mit unnötigen Details auf.
Entgegen der vereinfachten menschlichen und außerirdischen Gestalten sind die technischen Ansichten von Raumschiffen, Waffen, Gebäuden und vielem mehr sehr exakt und ausgefeilt zu Papier gebracht. Hier muss der Fan also nichts vermissen. Die vereinfachte Darstellung der Figuren, die eher Zeichentrickcharakter hat, ist passend. Sie ist nicht ganz so vereinfacht, wie der Leser es von den Clone Wars her kennen mag. Aber sie ist deutlich einfacher gehalten, als es in den aktuellen Heftserien der Fall ist.
Irgendwie ist diese Umsetzung auch erfrischend zu nennen, ohne die Nostalgiedrüse zu bedienen. Sie kommt in ihrer Darstellung dem phantastischen Geist dieses Kosmos näher, ist schlicht märchenhafter.

Wer es realistischer haben mag, kann sich die Cover-Galerie genauer betrachten. Hier findet sich bereits ein grafisches und technisches Niveau, wie es heute noch hoch gehalten wird. All jene, die (wie ich) nach Schauspielervorlagen von Comic-Figuren suchen, sollten die Rückseite des Bandes einer genaueren Betrachtung unterziehen. Clint Eastwood wäre ein guter Großadmiral Thrawn geworden, kann man da nur sagen.

Zur Geschichte selber lässt sich nur sagen, dass Timothy Zahn die Geschichte sehr ausführlich geschrieben hat und die Adaption von Mike Baron so viel wie möglich davon umsetzen will. Das kann natürlich nicht in letzter Konsequenz gelingen. Zweifellos aber ist die Adaption bemüht und schafft es auch, dieses Neubelebungsgefühl dieses Universums auf den Comic zu übertragen.
Thrawn ist hier wie dort faszinierend, die sich ergebenen Möglichkeiten, so zum Beispiel Leia, die in eine Rolle als Vaders Tochter gedrängt wird, sind vielfältig neu und haben eine Reihe von Steilvorlagen für spätere Veröffentlichungen geschaffen. Die Noghri, die Kämpferrasse, die es sogar mit Wookies aufzunehmen vermag, als Leibwächter einzuführen, ist eine sehr gute Idee gewesen. In den Romanen, so mein persönlicher Eindruck, war ihre Schilderung aber noch bedrohlicher.

Insgesamt ist der Auftakt der Trilogie mehr als nur gelungen. Er bezeichnet einen Neustart, den kein Fan verpasst haben sollte. Und er legte den Grundstein für einige Entwicklungen, wie auch die nächste Generation der Jedi, die heute noch eine Rolle spielen. Grafisch prima und solide dank Olivier Vatine und Fred Blanchard, gut und ohne Längen neu erzählt von Mike Baron. Die Erben des Imperiums zeigt deutlich, wie die Faszination für Star Wars erzeugt werden kann. Wer sich nach den Filmen scheut, mit irgendwelchen Büchern oder Comics weiterzumachen, sollte es mit diesem Band versuchen, denn er markiert einen Wendepunkt in der klassischen Saga.

Star Wars Essentials 3 – Die Erben des Imperiums: Bei Amazon bestellen

Samstag, 12. Januar 2008

Terminator – The Sarah Connor Chronicles

Filed under: Comics im Film — Michael um 20:15

Terminator - The Sarah Connor ChroniclesBevor es zum Judgment Day und dem jüngsten dritten Teil der Terminator-Saga kam, fanden auch die Comics Gefallen am Thema des Killer-Cyborgs aus der Zukunft. In dem Zweiteiler mit den treffenden Episoden-Titeln Hardware und Software fanden gleich drei Terminatoren (davon damals schon einer weiblich) den Weg in die Gegenwart. Ihnen folgten gleich mehrere Kämpfer der Resistance. Ein weiblicher Terminator trat auch als Gegner in der Doppelfolge Ausweichziele auf (beide Geschichten damals bei Hethke). Auch diese Episoden erschienen vor der dritten Verfilmung. Ein weiblicher Terminator wird nun auch in der Fox Mini-Serie Terminator – The Sarah Connor Chronicles herangezogen.
Gespielt wird diese Kampfmaschine, zeitlich angesiedelt in den verlorenen Jahren zwischen Kinofilm 2 und 3, von Summer Glau, die bereits in der Serie Firefly von Joss Whedon und der Kinofortsetzung Serenity ihren Einstand als kämpfende Amazone gab. Man darf gespannt sein, ob diese kleine Serie den Weg auf deutsche Bildschirme finden wird. (Wie schwer es ein TV-Serienableger haben kann, zeigte unlängst Blade und lieferte ein eher mäßiges Beispiel, das zumindest den ersten beiden Kinofilmen nicht gerecht wurde.)

Mehr zum TV-Spektakel Terminator – The Sarah Connor Chronicles:
Offizielle Homepage von FOX
Bilder auf TerminatorSite.com

The Invincible Iron Man – Fan Film

Filed under: Comics im Film — Michael um 19:39

Iron Man - Fan FilmWer es in diesen Tagen nicht bis zur offiziellen Verfilmung des Eisernen erwarten kann, erhält mit diesem zweiminütigen Fan-Film über Tony Stark und sein Alter Ego einen guten Vorgeschmack, wie eine Comic-Verfilmung (wenigstens auf TV-Niveau und -Budget) aussehen kann. Ganz in der Tradition der sehr guten Fan-Filme wie World’s Finest oder Grayson, die sich wie eine Vorschau präsentieren, oder eines in sich geschlossenen Fan-Films wie Batman – Dead End wird hier eine wirklich gelungene Vorstellung gegeben.

Der Comic-Fan wird viele Charaktere wiedererkennen wie Nick Fury oder Ms. Marvel. Action-Szenen sorgen für eine ziemliche Rasanz des Films. Marvel-Fan-Filme sind nicht sehr dicht gesät, gute Beispiele darunter zu finden, ist ebenfalls nicht leicht. Eine Daredevil- sowie eine Blade-Variante konnten überzeugen – letztere war aber eindeutig von den Kinofilmen inspiriert. Deshalb ist dieser Iron Man eine sehr positive Überraschung.

Unter screenrant.com lässt sich der Film bequem anschauen.
Nach diesem Start wäre es auch schön, wenn Macher David Guivant ähnlich wie Sandy Corolla (Batman – Dead End, World’s Finest) wieder etwas von sich hören bzw. sehen lässt.

Zum Film: The Invincible Iron Man

Donnerstag, 10. Januar 2008

Moréa 2 – Das Rückgrat des Drachens

Filed under: SciFi — Michael um 21:18

Moréa 2 - Das Rückgrat des DrachensSeit langer Zeit bekämpfen sich Engel und Drachen auf der Erde. Entgegen der landläufigen Meinung sind die Engel nicht die Guten! Nach ihrem ersten Tod muss die junge Moréa erfahren, dass sie zu den Drachen gehört, jener Gruppe, die die Menschheit in eine bessere Zukunft lenken will. Wir schreiben das Jahr 2082. Ort der Handlung: Kuba und die Vereinigten Staaten.
Es hat sich einiges getan in den letzten Jahrzehnten. Gegen jede Erwartung ist Kuba zu einem mächtigen Wirtschaftsstandort aufgestiegen. Und wider alle Erwartung ist das einstige gelobte Land der USA zu einem Dritte-Welt-Land verkommen, in dem alles streng überwacht wird und Puritaner die Oberhand gewonnen haben.

Durch das Attentat, das die Spitze des Superkonzerns der Doloniacs auslöschte, rückte ausgerechnet Moréa ganz nach vorne als Erbin der riesigen Firma. Eben noch unter ferner Liefen in der Nachfolgekette, regiert sie nun nicht nur sprichwörtlich über ein Imperium. Ein solcher Sprung bringt bereits genug Probleme mit sich, leider gehört Moréa auch noch zu den Auserwählten der Drachen. An ihrer Seite steht als Lehrer wie als Verbündeter Terkio, ebenfalls ein unsterblicher Drache, ein Mentor, der sie in die Geheimnisse der Unsterblichen und ihrer ungeschriebenen Gesetze einführen soll.
Moréa wird zwischen ihrer Bestimmung und ihrer Verantwortung hin- und hergerissen, denn ein neuerlicher Zwischenfall wirft ihr altes Leben noch weiter aus der Bahn.

Industriespionage gehört auch in der Zukunft zu sehr einträglichen wie auch sehr kriminellen Geschäften. Eine der neuesten Entwicklungen findet ihren Weg in die Vereinigten Staaten, in die jeder Gast zuallerst nackt einreist – Paranoia wird im amerikanischen Polizeistaat groß geschrieben.
Moréa und Terkio beschließen auf eigene Faust, den Geheimnissen auf den Grund zu gehen. Eine illegale Einreise in die Vereinigten Staaten gestaltet sich allerdings alles andere als einfach. Getarnt als Urlauber steuern sie die fremde Küste an, nur um sehr bald schon wieder in die wildesten Abenteuer und Verfolgungsjagden verwickelt zu sein.

Wer Moréa auf dem Cover betrachtet, könnte der Auffassung sein, jemand wolle hier Angelina Jolies nächste Action-Rolle in die Wege leiten.
Die Serie Moréa verheimlicht seine Anleihen und seine Vorbilder nicht. Das macht es für den Leser aber auch sehr leicht, sich sehr schnell zurecht zu finden.
Nach einer Einfindungsphase in ihr neues Schicksal hat sich Moréa hier in der zweiten Folge mit ihrer neuen Rolle arrangiert. Sie genießt ihr neues Leben, liebt die ungeheure Abwechslung, aber sie ist auch genervt von der Aufmerksamkeit um sie herum. Wie es sich für eine hochgestellte Persönlichkeit gehört, die es leid ist, ständig mit Leibwächtern umgeben zu sein, geht sie auch bald eigene Wege und taucht unter – sehr zum Leidwesen der Sicherheitsleute, die nun alle Hebel in Bewegung setzen, um ihre Schutzbefohlene wiederzufinden.

Wie gefährlich das Leben sein kann, zeigen auch erneute Attentatsversuche, denen es mit Leichtigkeit gelingt, bestehenden Sicherheitseinrichtungen zu umgehen – jedenfalls scheint es so zunächst.
Terkio hat seine eigenen Auffassungen, seinen Schützling zu testen. So reiht er sich nicht nur optisch hinter sein Vorbild Sean Connery ein, sondern erinnert einmal mehr an den spanischen Pfau, der bereits dem Highlander zeigte, wie es um das Leben der Unsterblichen bestellt ist.

Kuba, das neue Mekka der Schönen und Reichen, erinnert in seiner Konzeption an das Hong Kong vor der Rückkehr in den chinesischen Schoss. Dekadent, modern und traditionell gleichermaßen, aufstrebend, in die Höhe wachsend, exotisch, schnelllebig, rasant. Demgegenüber steht das wenig freundliche Amerika. Streng, metallisch glänzend, martialisch, voller Fremdenhass, zurückgeblieben. Aus den Vereinigten Staaten ist die Sowjetunion des neuen Jahrtausends geworden. Willkür lautet die Grundregel des Gesetzes. Paragraphen sind ebensolche Witzfiguren wie jene Anwälte, die später zur Hilfe von Moréa einreisen.

Neben all der Aktion (engl.: Action – kleiner Scherz) beweist Texter und Autor Christohpe Arleston mit diversen Nebenschauplätzen und Figuren auch seinen Humor. Die Anwälte der Doloniacs, zu dritt, gleich dick, gleich aussehend, nur durch ihre Größe zu unterscheiden, wirken wie von aktuellen humoristischen Anwaltserien inspiriert. In den Vereinigten, Verzeihung, in den Christlichen Staaten von Amerika, wie sie sich jetzt nennen, besitzen Anwälte kein großes Ansehen. Das gesamte Verhalten ist irgendwie klingonisch geworden. Wer vor Gericht gestellt wird, ist eigentlich schon verurteilt, eine Verteidigung hat keinerlei Auswirkung – auch wenn sie erlaubt scheint.
Arleston karikiert gegenwärtige Zustände und überspitzt sie mit leisem Humor. Es ist gerade ausreichend, um der die Geschichte die Härte zu nehmen, sie amüsant zu gestalten, ohne sie durch zu viel Witz zu verunstalten. So zünden die kleinen Scherze umso mehr, bleiben die Situationen realistisch genug und packend.

Thierry Labrosse hat sich ebenfalls der realistischen Darstellung verschrieben. Eine Welt, die sich an der Grenze zur Überfüllung befindet, wie sie in Genre-Filmen wie Das fünfte Element Ausdruck fand, verlangt einem Zeichner eine außerordentliches handwerkliches Können ab, das Labrosse aber immer wieder unter Beweis stellt. Technik und Architektur sind wieder einmal sehr gelungen, lebensnah und bieten die beste Kulisse für dieses SciFi-Märchen, das für beste Unterhaltung steht.

Neue Informationen erweitern die Welt um Moréa deutlich, machen sie plastischer, unterhaltsamer. Arleston und Labrosse navigieren ihre Heldin in eine scheinbar aussichtslose Situation und beenden diese Episode mit einem sehr gemeinen Cliffhanger, wie ihn die Urväter dieser Erzähltechnik nicht besser hätten schreiben können. Spaß, Spannung und eine hohe Erzählfreudigkeit machen Moréa zu einer klasse SciFi-Geschichte.

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Mittwoch, 09. Januar 2008

Gregory – Obenei

Filed under: Cartoon — Michael um 22:41

Gregory - ObeneiDer Mann ist nicht verrückt! So beteuert er es jedenfalls. Mr. Terwilliger ist der Auffassung, dass er anders ist als die anderen Bekloppten. Je mehr er sich aufregt, desto mehr redet sich um Kopf und Kragen. Normalität und Fassungslosigkeit vertragen sich nicht und taugen auch nicht dazu, die Verantwortlichen davon zu überzeugen, dass man normal ist. Gregory ist das alles völlig egal. Wer eine Ratte in der Hose spazieren trägt, sieht die Welt mit ganz anderen Augen.

Gregory ist wieder da!
Der kleine Gregory, wieder von Marc Hempel geschrieben und in Szene gesetzt, präsentiert sich in seinen Geschichten ausgereifter, besser konzeptioniert, mit sehr geschärftem Blick, kritischer. Kurzum, Gregory hält dem Leser nicht nur den Spiegel vor, er knallt einem das eigene Spiegelbild praktisch um die Ohren.

2150 ist bereits alles anders. Gregory ist geheilt – doch die Schale über einem zwiespältigen Ego ist äußerst dünn. Das zeigt sich sehr bald. Der für jeden verständlich sprechende und agierende Gregory gleitet in die Untiefen des Verstandes ab. Gregory sieht und hört, was um ihn herum vor sich geht, seine Auffassungsgabe ist allerdings weit von der anderer vernunftbegabter Wesen entfernt. Gregory bemerkt seine Umwelt regelrecht, er sieht, hört und fühlt das, was für andere (in diesem Falle uns) längst selbstverständlich ist. Derart betrachtet bietet Marc Hempel sogar einen kleinen philosophischen Ansatz.
Das Einfache, das Offensichtliche, direkt an der Oberfläche, ohne langes Suchen zu finden, ist manchmal für mehr als ein Staunen gut.

Ein gutes Beispiel ist Gregorys Ausflug in die Freiheit, an die frische Luft. War eben noch alles Grau in Grau (schwarzweiß), ist die richtige Welt bunt, knuffig bunt. Aber nicht für lange. Schnell wandelt sich diese Welt eines kurzen Weges durch eine Grünanlage in ein graues, steinernes Monster, das förmlich auf Gregory hernieder zu stürzen scheint.
Bildsprache ist alles.
Marc Hempel verlässt sich in vielen Situationen und Sequenzen vollkommen zu recht auf Bilder ohne Worte. Die Aussage ist für jeden verständlich und vielleicht auf diese Art noch eindringlicher. Bei allem Humor und beißendem Witz ist Gregory in seiner Gesamtheit beeindruckend. – Es lässt sich nicht sagen, ob Marc Hempel einen gewissen Hang zu Woody Allen-Humor hat. Irgendwie sind sie sich jedoch ähnlich. So wie Allen über New York und Beziehungen seine Scherze treibt, so amüsiert sich Hempel über das Leben im Allgemeinen.

Im vorliegenden Band geschieht etwas, mit dem eigentlich niemand rechnen konnte. Gregory findet eine Adoptivfamilie.
Damit ist der Startschuss gefällt für eine sehr ungewöhnliche Familienintegration. Wie sehr solch eine Situation auf das Gemüt drücken kann und andererseits vor Humor nur so strotzen, hat bereits ein Film wie Rain Man bewiesen. Sicherlich geht Gregory andere Wege und kann nicht mit Verhalten, gesprochenen Worten und Gesichtsausrücken arbeiten, wie es der Film kann, doch Hempel hat seine eigenen Methoden gefunden, um den Wahnwitz dieser Situation zu beschreiben.

Der Vater ist ein vor Muskeln strotzender Mann, dessen Gesicht man niemals zu Gesicht bekommt. Die Männlichkeit ist sein Thema. Der eigene Sohn kann die Hoffnung dieses urwüchsigen Mannes auf Holzfäller-Niveau nicht befriedigen – der Junge ist ganz einfach nicht tough genug. Deshalb setzt der Vater gegen jede realistische Chance eine gewisse Zeit seine Hoffnungen auf Gregory. Natürlich ohne Erfolg.
Die Mutter gibt sich alle Mühe. Sie ist warmherzig, liebevoll, doch letztlich muss auch sie an Gregory scheitern. Sie sind nicht sehr verschieden, aber allein durch ihre Ausdrucksfähigkeit scheint es, als komme jede der beiden Seiten von einem anderen Stern.
Bleibt nur noch der Sohn, der Fettbacke – so der Titel der Episode. Er ist der einzige, der wirklich von diesem Zwischenspiel profitiert. Er wächst daran, entwickelt sich fort und fasst Mut, erntet schließlich sogar Anerkennung durch den Vater.
(Die kleine Schwester und das Baby sind eher zweitrangig in dieser Erzählung, Statisten eben.)

Nur Gregory bleibt auf seine Art für alle Beteiligten ein Rätsel, denn Obenei, was soll das sein?
Dabei liegt die Lösung so nah!

Bei all dem mag so mancher den Zeigefinger heben und schimpfen, dass es nicht witzig sein kann, mit den Schwächen geistig benachteiligter Menschen Späße zu treiben. Wie respektvoll und menschlich dies zu bewerkstelligen ist, hat schon Einer flog über das Kuckucksnest gezeigt.
Auch Marc Hempel zollt seiner Hauptfigur den notwendigen Respekt. Er macht sich nicht über ihn lustig, sondern nutzt ihn, damit der Aberwitz der normalen Welt deutlich wird. Wenn Gregory lacht, lacht man als Leser mit ihm, wenn er sich fürchtet, fürchtet man mit und um ihn.

Ich wünschte mir nur, dass Gregory eine Familie hätte, die ihn lieb hat …
So der abschließende Wunsch von Gregorys ehemaliger Adoptivmutter. Wenn sie wüsste! Längst hat er so etwas wie eine Familie um sich herum, solche, die sich um ihn sorgen, die ihm eine Freude bereiten. Solche, die ihn sogar verstehen – und die es nicht schlimm finden, wenn das mal nicht der Fall ist.

Gregory ist nicht nur Humor und Wahnwitz, man könnte es sogar ein Comic-Plädoyer für mehr Menschlichkeit und Mut zum Verständnis des Anderen nennen. Liebevoll und einfühlsam umgesetzt von Marc Hempel, der hier nicht nur sein erzählerisches Talent, sondern auch sein enormes humoristisches Potential unter Beweis stellt.

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Donnerstag, 03. Januar 2008

Lucky Luke – Die Gesamtausgabe 1995 – 1996

Filed under: Cartoon — Michael um 23:32

Lucky Luke - Die Gesamtausgabe 1995 - 1996Man mag es kaum glauben, aber auch Lucky Luke war einmal ein kleiner Lausbub, ein Lucky Kid. An der Seite von Old Timer lernte er den Wilden Westen, die Indianer und auch Jolly Jumper kennen. Aber eines war schon immer so! Bereits als Kind schoß Lucky schneller als sein Schatten – mit einer Steinschleuder.
Old Timer ist ein wenig grantig, aber verträglich. Nicht viel kann ihn aus der Fassung bringen. Außer vielleicht die mangelnde Fähigkeit Gold dort zu finden, wo er gerade sucht. Oder wenn Lucky Old Timers Revolver heimlich für Schießübungen benutzt. Hier kann der Leser sehr schön sehen, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist.

Allerdings ist die Jugend von Lucky Luke nicht weniger spannend und lustig als seine Abenteuer im Erwachsenenalter. Lucky kommt dem Old Timer leider abhanden. Ein Indianer klaut den Jungen, um ihn Fetter Mokassin zu bringen. Die Squaw hat stets einen Bedarf an Kindern, die ihr bei der täglichen Arbeit zur Hand gehen. Dabei wachsen ihr die geraubten Kinder auch ans Herz. Immer wenn die Kavallerie anrückt, heißt es für Fetter Mokassin und die Kinder sich zu verstecken.
Lucky gibt sich alle Mühe. Aber es gelingt ihm einfach nicht, dieser hartnäckigen Frau zu entkommen.

Als es schließlich doch gelingt, kommt er sozusagen vom Regen in die Traufe. Holzfäller, Soldaten, falsche Eltern und ein ziemliches Durcheinander erwarten den kleinen Jungen – aber auch der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Er ist zwar ein einsamer Cowboy, trotzdem haben Frauen sein Comic-Leben sehr stark bestimmt. Mit der Gaunerin Belle Starr reiht sich eine weitere Persönlichkeit in all diese starken Frauen ein. Lucky Luke ist gezwungen gewissermaßen Undercover zu operieren, um ihr Gaunernest auszuheben. Kurze Zeit wird er sogar zum Gesetzlosen. – Ein Beweisstück dieser Epsiode wird zu Lukes Glück dann doch vernichtet.

Am Klondike wird es für Lucky Luke nicht einfacher, nur kälter. Der Freund eines Freundes ist in einem Goldsucherstädtchen verschwunden.
Freunde älterer Lucky Luke-Ausgaben werden sich freuen, dass das Greenhorn Waldo Badmington wieder mit von der Partie ist. Sein ehemaliger Butler Jasper ist auf einen Verbrecher hereingefallen. Grund genug für den getreuen Waldo, seinem früheren Diener zur Hilfe zu eilen. Das Leben in der Eiseskälte und im Matsch, fernab jeglicher Zivilisation bietet für die beiden Retter eine sehr große Herausforderung.

Diese drei Geschichten im vorliegenden Sammelband aus den Jahren 1995 und 1996 könnte man unter der Überschrift Nostalgie zusammenfassen.
Es ist nicht nur das Wiedersehen mit alten Bekannten wie Bill the Kid, Jesse James, Ma Dalton oder Waldo Badmington, dem eine größere Rolle zufällt. Es ist die Erzählweise, die irgendwie den Eindruck vermittelt, an alte Erzählungen anknüpfen zu wollen. Zwar ist es zu Unstimmigkeiten gekommen – Morris hielt sich nicht sklavisch an die Vorgaben, die ihm für die Geschichten gemacht wurden – das bleibt für den Leser aber unmerklich, denn die Gags brennen immer noch Seite für Seite ab, reichlich und sehr pointiert.

Die erste Geschichte um das Lucky Kid folgt jenen Gesetzen um die Jugendgeschichten erwachsener Helden, wie der Fan es zum Beispiel von Veröffentlichungen des jungen Spirou her kennt.
Luckys Herkunft bleibt im Dunkeln, kein Wort über seine Eltern – außer, dass er keine hat und sich auch mit Händen und Füßen gegen eine Adoption wehrt. Hier wird ein kleiner Spaß angewendet, als sich ausgerechnet ein Farmer im Aussehen von Morris mit seiner Frau um den kleinen Jungen bemüht. Nur, um ihn schlußendlich in Mädchenkleider zu stecken, weil den Herrschaften ein solches von den Indianern geraubt worden ist. Dies ist für Lucky noch schlimmer, als für einen Indianer gehalten und als solcher aufgezogen zu werden. Der kleine Lucky weiß bereits sehr gut, was das Beste für ihn ist.

Alles in allem ist dieses Jugendabenteuer auf dem gleichen guten Niveau wie alle übrigen Geschichten der Reihe. Dies ist überhaupt ein Phänomen. Über all die vielen Jahre und einer großen Zahl von Erscheinungen (immerhin über 80) hat sich Lucky Luke auf einem sehr hohen Level gehalten. Neue Themen wurden gebracht, inspiriert durch die reale Geschichte des Wilden Westens, jedoch wurde auch immer Rückschau gehalten, wurden bestehende Figuren aufgegriffen und ein regelrechtes Wiedersehen gefeiert. Auch Am Klondike könnte man als eine solche bezeichnen.
Diese Mixtur aus Nostalgie und dem Mut beständig etwas auszuprobieren, mag ein Teil des Erfolgsrezeptes der Serie sein. – Das und der unnachahmliche Humor. Hierbei ist besonders Jolly Jumpers trockener Witz hervorzuheben. Seine Kommentare sind herrlich, so, als habe man ihnen ein besonders Augenmerk gewidmet.

Zur Klondike-Episode wurde schon etwas gesagt. Abschließend mag noch Belle Starr erwähnt werden. Die Daltons haben hier eine kleine Nebenrolle. Es ist sehr schön, wie Lucky die vier Gauner außer Gefecht setzt, ohne auch nur einen Schuss abzugeben – niemand sollte die Macht der Mütter unterschätzen. Belle Starr ist aus vielen scheinbar einzelnen Episoden zusammengesetzt, die sich immer auf etwas Wichtiges oder eine Figur konzentriert.

Ein rundum gelungener Sammelband, der ein Lachen am laufenden Band zu produzieren vermag. Die Mischung sehr unterschiedlich angelegter Handlungen hält für jeden etwas bereit. Top! So lustig war der Wilde Westen. Dieser Reihe kann man nur eine lange Laufzeit wünschen.

Lucky Lucke – Die Gesamtausgabe 1995 – 1996: Bei Amazon bestellen

Freitag, 28. Dezember 2007

Infinite Crisis

Filed under: Superhelden — Michael um 23:10

Infinite CrisisWonder Woman eine Mörderin? Das Bild der Helden dieser Erde ist angekratzt. Batman ist von Paranoia zerfressen. Die Helden sind zerstritten. Die Bedrohung von Brother Eye wird stärker. Doch damit nicht genug. Von weit her, aus einer anderen Realität, eilt eine Bedrohung heran, mit der niemand rechnen konnte.

Die Infinite Crisis ist eines jener Monumentalfilm-Ereignisse, wie sie sich nicht häufig in der Comic-Landschaft finden. Überbordende Bilder, Massenszenen auf einer Seite, eine getriebene Handlung, beinahe von den Ereignissen gejagt – ähnliche Comic-Ereignisse finden sich nur in Szenarien wie Rächer aller Zeiten oder das Crossover der Rächer und der JLA. In letzterer Veröffentlichung übernahm der Altmeister George Perez den Zeichenstift, langer Begleiter der Rächer. Ausflüge führten ihn auch in das untergegangene Crossgen-Universum. Mit den Titans oder auch Wonder Woman erkundete er das DC-Universum.

Vor dem Hintergrund jener besonderen Fertigkeiten von Perez, die verwirrend detailreiche Bilder entstehen lassen, ist nun Phil Jiminez der Erbe, jener der den Hang zu Massenszenen fortführt. Und Jiminez übernimmt dieses Erbe äußerst glanzvoll.
Einige der Massenszenen gehören in Postergröße gedruckt und eingerahmt – und wer derart versiert sein sollte beispielsweise in einer Schlachtszene in Metropolis alle Helden und Schurken beim Namen zu nennen, müsste einen Preis von DC erhalten.

Jiminez wird unterstützt von George Perez, Jerry Ordway und Ivan Reis. Die Hauptarbeit leistet Jiminez, aber es ist toll zu sehen, wie sehr die Bilder der drei anderen im roten Faden von Jiminez aufgehen und sich angleichen. Freilich sind ihre Stile noch erkennbar, besonders Perez kann sich nicht verstecken.
Insgesamt, wenn solche Könner aufeinandertreffen, ist das Ergebnis ein Höhepunkt im Superhelden-Comic.

Als besonders gelungene Figur sticht der alte Superman von Erde 2 heraus. Optisch wie auch von der Konzeption ist er sehr dicht geraten. Eine lange wie auch verzweifelte Geschichte hängt ihm an. Die Lois der anderen Erde stirbt. Ihr Tod ist ein endgültiger Bruch mit der Vergangenheit, ein Bruch den der Alte dem jungen Superman von Erde 1 anlastet. Diese Erde, unsere, scheint nur noch von Verderbtheit durchdrungen, belastet von Zorn, Furcht und Hass. Selbst eine Wonder Woman war zu einem Mord fähig.
Alt-Supies Charakterdarstellung hat echte Tiefe, er wirkt auf den Leser, während unser Supie ein bißchen blass bleibt.

Verantwortlich für die Geschichte ist Geoff Johns, der angesichts der zu verflechtenden Handlungsstränge und Charaktere eine sehr ausgetüftelte Handlung abliefern musste.
Der Einstieg fällt nicht unbedingt leicht, denn der Leser wird ins kalte Wasser geworfen. Keine lange Einleitung, das Debakel ist da, das Chaos gärt bereits. Für die Helden ist es ebenso groß, wie für den Leser. Ein bestürzter Batman muss miterleben wie seine Welt zusammenbricht, wie das, was er zum Schutz aufbaute, sich nicht nur gegen ihn, sondern gegen die Menschheit wendet.
Das Ende, die unabwendbare Apokalypse scheint nahe, der Untergang des DC-Universums. So scheint es jedenfalls. Zu diesem Zeitpunkt jagt die Handlung los. Plötzlich fügen sich erste Einzelheiten zusammen.

Johns belässt es nicht bei einer äußerst verschachtelten Handlung, die sich aufbaut wie jene ineinander gestapelten Puppen. Der alte Superman, Superboy Prime und Alexander Luthor agieren Seite an Seite. Zu Beginn sind ihre Motive identisch – so scheint es. Ihre Absichten driften auseinander. Ein Luthor bleibt immer ein Luthor, durchtrieben, immer den eigenen Plan verfolgend. Ein Superboy oder eine Superman ist auch zum Bösen fähig. Oder zum Wahnsinn. Superboy Prime ist kein harmloser Irrer. Er ist das, was von Superman manchmal von anderen Stellen her befürchtet wurde. Er ist der Auswuchs, den ein Batman fürchtete, der ursächliche Gedanke, warum Batman einen Ring mit Kryptonit für alle Fälle in seinem Inventar besitzt.

Aber dieser Superboy Prime ist noch mehr. Er ist eine mörderische Urgewalt. Sein Kampf gegen die Titans zeigt seinen Wahnsinn vollendet, seine Untat gegen den anderen Superboy ist der letzte Beweis. Sobald diese Gefahr erkannt ist, die stets größere Ausmaße anzunehmen scheint, mobilisiert Geoff Johns alle Kräfte: Alle Flashs, alle fliegenden Helden, alle Green Lanterns und noch mehr.
Kämpfe, Kämpfe, Kämpfe, gigantische Auseinandersetzungen, zwei Supermänner gegen Doomsday und zahlreiche andere Realitäten, die sich in unterschiedlichen kurzen Szenen manifestieren.

Eine wahnsinnig komplexe Handlung, die ein gesamtes Comic-Universum gründlich umgekrempelt hat, vielleicht nachhaltiger als der jüngste Civil War bei Marvel. In einem monumentalen Action-Kracher gelingt es Geoff Johns einige Charaktere mit Tiefgang in den Vordergrund zu stellen. Zeichner Phil Jiminez und seine Kollegen (die kleine Armee von Inkern und Koloristen nicht zu vergessen) haben eine Saga mit gigantisch praller Optik abgeliefert. Top! 😀

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The Incredible Hulk

Filed under: Comics im Film — Michael um 19:47

The Incredible HulkIn der neuen Verfilmung des Incredible Hulk geben sich neue Gesichter die Ehre, aber keine unbekannten. Edward Norton spielt Banner, den Wissenschaftler, der immer noch nach einer Heilung seiner verseuchten Zellen sucht. Ihm auf der Spur ist General Ross, diesmal gespielt von William Hurt. Der Vater von Betty Ross, gespielt von Ex-Elbin Liv Tyler, ist weiterhin unnachgiebig daran interessiert, den wütenden Mann zur Strecke zu bringen.

Das Leben könnte so schön für den Hulk sein, gäbe es da nicht einen neuen Feind The Abomination, dargestellt von Film-Bösewicht Tim Roth. Dieser Gegner stellt selbst Banners Vater aus dem ersten Teil in den Schatten.

Ich bin wirklich gespannt, ob die neue Besetzung besser ist als die alte. Sam Elliott als General Ross war kernig militärisch, Eric Bana und Jennifer Connelly haben ihre Sache auch sehr gut gemacht. Vielleicht ergeben sich aber auch neue Aspekte der Figuren durch eine geänderte Besetzung. Na, sollen sie ihre Chance haben. 🙂
Als Marvel-Fan werde ich ihn mir sowieso ansehen.

Mehr Informationen zu The Abomination auf marvel.com.