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Comic Blog


Montag, 07. April 2014

I.R.$. 13 – Yamashitas Gold

Abgelegt unter: Thriller — Michael um 17:49

I.R.S. 13 - Yamashitas GoldLarry B. Max findet den Mörder seiner Freundin Gloria in Bangkok und ist entschlossen, die Jagd endlich zu Ende zu bringen. Längst hat er seine Kompetenzen im Rahmen des I.R.S. weit überschritten. Larry B. Max will auch den letzten Schritt tun. Doch es kommt anders. Am Ende gibt es nicht nur einen Toten, es gibt auch einen neuen Auftrag, der auf einer Erpressung fußt. Dabei hatte es für Larry ganz gut ausgesehen. Er hatte sein Ziel mit Leichtigkeit gefunden. Dieser Mann, den er für den Tod von Gloria verantwortlich macht, flüchtete und suchte doch die Auseinandersetzung. Voller Angst forderte er Larry heraus. Larry scheute nicht die Menschen um sich herum, während er sich ein Feuergefecht mit dem anderen Killer lieferte. Doch dann wurde es im entscheidenden Moment dunkel um Larry.

Bernard Vrancken setzt in seiner Darstellung der Serie auf einen möglichst realistischen Grafikstil. Zeichnungen wirken wie Umsetzungen von Fotografien. Fahrzeuge, Ausschnitte der Welt rund um Larry B. Max, die Hauptfigur der Reihe, historische Szenen könnten auch so in einem Film erschienen sein. Vorbild ist natürlich der amerikanische Thriller oder auch Kriminalfilm mit all seinen Facetten, häufig besonders in der Welt der Schönen und Reichen, den Autor Stephen Desberg gerne als Sumpf mit spiegelnder Oberfläche zeigt.

Für den Leser startet diese zweiteilige Geschichte (die Fortsetzung folgt im nächsten Band) an der Seite von Larry B. Max mit einem Nachhall des Vorgängerabenteuers. Der Ermittler des I.R.S., des Internal Revenue Service (Bundessteuerbehörde der USA), hat noch eine persönliche Rechnung zu begleichen und schlittert durch diesen Umstand geradewegs in seinen nächsten Fall. Der Held der Geschichte hat sich bereits einmal mit Kriegsbeute beschäftigt (Band 1 und 2) und wird dadurch zu einem Jäger, der auch für die chinesischen Triaden im Zweiten Weltkrieg abhanden gekommene Schätze wiederbeschaffen kann. Diese Aufgabe, an der sich die Triaden bereits die Zähne ausgebissen haben, soll von Larry B. Max innerhalb von zehn Tagen erledigt werden.

Was in Bangkok beginnt, führt rasend schnell zurück nach Los Angeles, einem Kerntummelplatz des Ermittlers, der hier zu Hause ist und auch noch ein Klassentreffen vor sich hat. Obwohl es zeitlich so gar nicht in den Plan passt, zwackt Larry eine ruhige Minute ab (von denen er, weil Stephen Desberg geschickt die Fäden zieht, sehr wenige hat) und mischt sich unter die Schulkameraden vergangener Tage. Ein Indiz für die Filmverwandtschaft der Bilder innerhalb der Serie ist die Verwendung von Gesichtern, die Schauspielern nachempfunden sind und immer wieder einmal entdeckt werden können. Am Beispiel des Schultreffens kann so eine Halle Berry genannt werden, die zweifellos in Großaufnahmen Patin für die Figur der Laroya Armstrong gestanden hat.

Yamashitas Gold ist die inzwischen 13. Folge der Reihe I.R.$. und Stephen Desberg hat in Sachen Thriller seine Hausaufgaben gemacht. Er kennt die Regeln des Aufbaus, legt geschickt Spuren aus, lüftet Rätsel nach und nach und setzt seine Hauptfigur gehörig unter Druck. Daneben streut er Zweifel über die wahren Absichten und Loyalitäten einiger Figuren. In die Handlung des gegenwärtigen Zeitstrangs werden Rückblenden eingebaut, die dem Leser anschaulich und spannend zeigen, was damals geschah, als das erwähnte Gold verschwand. Und gemäß all der Tricks, die zum Geschäft eines Thrillerautoren gehören, setzt Desberg auch einen Cliffhanger mit nicht wenigen losen Enden.

Hier ist, dank der grafischen Finessen von Bernard Vrancken durchweg Titelbildqualität auf jeder Seite zu finden, mit einer Kolorierung von Coquelicot. Hier wird mit feinen Verläufen gespielt, möglichst natürlich wirkend, leuchtenden Farben, wie man sie auch auf der Filmleinwand erwarten darf. Die Kulissen bieten Abwechslung in Epoche, Land und individuellem Ort, innen wie außen. Ob Prachtstraßen oder Nachtklubs, die Atmosphäre ist stimmig. Besonderes Augenmerk liegt hier auf den historischen Rückblenden, die der Handlung und der Optik noch mehr Tiefe verleihen.

Ein packender Thriller, im Stile moderner Fernsehserien, mit einem im Hintergrund laufenden roten Faden, der die Figur des Larry B. Max beständig weiterentwickelt. Feine Unterhaltung. Jeder Zweiteiler der Reihe ist für einen Neueinstieg geeignet, so wie jetzt. :-)

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