Ein komischer Vogel ist die Rettung. Er spricht, fliegt und wächst über sich hinaus. Er zerstört zeitweilig das schwarze Ei über dem Haupt des Technopapstes. John Difool gelingt die Kontrollübernahme über die schwebende Plattform. Kurz darauf entschwebt er in die Freiheit. Seine Situation verbessert sich nur wenig. Man könnte auch sagen, er kommt vom Regen in die Traufe. Auf der Kugel, auf der er sich wiederfindet, in einem merkwürdigen Raum schwebend, wartet eine furchtbare Monströsität auf ihn. Aber Difool ist nicht nur ein Pechvogel. Manchmal steht ihm auch ein winziges Stück vom Glück zur Seite. Wenn auch nicht sehr lange.
Die Nebenfiguren: Es gibt sie wirklich! Die Geschichte um John Difool besticht durch die skurrilen Gestalten, die sich überall in der Geschichte tummeln. Berks, von denen selbst ein Meta-Baron sich überrascht fühlt, sind nicht nur unausgereifte Küken auf vier Beinen, sie sind innerhalb des Reigens der aberwitzigen Einfälle beinahe harmlos. Allerdings sind sie auch durch ihre fast beiläufige Normalität ein kleiner wiederkehrender Anker, wie ein Running Gag. Berks könnten auch den Pythons eingefallen sein.
Manchmal gewinnt oder verliert eine Geschichte auch, je nachdem wann man sie liest. Im vorliegenden Fall erhalten die gezeigten Kämpfe, die zynische Berichterstattung der örtlichen TV-Sender, der Möglichkeit sogar in 3D die Stadtrevolte auf der Mattscheibe zu sehen, eine ganz andere Sichtweise, betrachtet rückblickend und aktuell die bewaffneten Konflikte, die sich immer wieder in den Fokus der Medien schieben. Und natürlich lässt Jodorowsky die Oberschicht ein munteres Treiben auf einer malerischen Insel durchleben, während andernorts Menschen sterben. Man kann als Leser den Incal durchweg von der heiteren Seite nehmen. Oder man kann ihn als Satire auffassen, dann bleibt einem das Lachen mitunter auch mal im Halse stecken.
Präzisere Strichführung: Die Grafiken von Moebius sind hier genauer ausgeführt. Er hat seine Figuren besser kennengelernt und arbeitet sie feiner aus, künstlerischer. Da ist eine Spur mehr Jugendstil, auch ein Toulouse-Lautrec blinzelt durch. Das Design des Umfelds kennen Fans von Moebius mit all seinen Strukturen auch von Publikationen wie Sternenwanderer. Darüber hinaus haben sich Gestaltungen von Technik, auch Raumschiffen in Variationen scheinbar inzwischen in aktuelleren Medienproduktionen durchgesetzt. Das beste Beispiel hierfür ist sicherlich der Film Das 5. Element, der wiederum Anstöße zu anderen Designarbeiten gab.
Kammerspiel und Massenszenen: Zu Beginn beherrscht mehr Spaß die Szene, sind die Räume auch klarer eingegrenzt. Im zweiten Teil der Episode tobt sich Moebius auch in Massenszenen aus. Das Dekor wechselt elegant zwischen steril, medizinisch, einer faschistischen Krankenhausatmosphäre, einem Kriegsszenario in einem gigantischen Mietshaus und dem Untergrundversteck einer Befreiungsarmee. Alles können aber auch diese kurzen Beschreibungen nicht erfassen. Die Phantasie der beiden Macher schlägt einer kurzen Zusammenfassung stets ein Schnippchen.
War sehr gut am Anfang, geht besser weiter: Noch besser ausgearbeitet, in gewissem Sinne auch virtuos, Sprünge von Cliffhanger zu Cliffhanger. Kann nur unterhalten, kann aber auch als Satire begriffen werden. Jodorowsky und Moebius bedienen beides. 🙂
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