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Comic Blog


Montag, 18. Februar 2008

Largo Winch 3 – Der Coup

Filed under: Abenteuer — Michael um 20:38

Largo Winch 3 - Der CoupVon allen Seiten versuchen die Manager des Konzerns Einfluss auf den jungen Erben Largo Winch zu nehmen. Nach dem Tod von Nerio Winch ist der junge Mann Alleinerbe. Ein abenteuerliches Leben liegt trotz seiner jungen Jahre bereits hinter ihm, ein eher angepasstes inmitten von Zahlen und Geldhaien vor ihm – denkt er. In Wahrheit war sein Leben nie gefährlicher als jetzt.
Sein Konzern wird angegriffen, sein Konzern, genauer, seine Manager wollen sich wehren. Eigentlich ist Verteidigung nur recht und billig, aber Largo denkt noch zu sehr in Kategorien von Angriff und Notwehr. Im Geschäft sind die Prioritäten anders. Dort zählt nur die absolute Vernichtung des Gegners.

Derweil zieht sich die Schlinge völlig unbemerkt zusammen. Weit entfernt von den USA, in der Schweiz, nimmt ein Intrigenspiel seinen Lauf, das seinesgleichen sucht. Largo ahnt von all dem nichts und hat auch andere Dinge im Kopf. Gerade lernt er seine Traumfrau auf einem Fest kennen, als sich eine neue, eine handfeste Gefahr eröffnet.
Der Grüne Schütze treibt sein Unwesen. Sein Ziel sind die Wirtschaftsbosse, jene, für die nach seiner Meinung Geld alles ist. Der Grüne Schütze redet nicht nur, er handelt. So ereignet sich auf den anfangs harmlosen Fest eine Tragödie. Matt Northridge, ein Magnat auf dem Gebiet der Petrochemie, wird sein erstes Opfer.

Largo weiß bald gar nicht mehr, auf welche Bedrohung er sich zuerst konzentrieren soll. Die Anschläge mehren sich, während er außerdem noch an einer Konzernleitung teilhaben soll. Und schließlich ist da noch die Liebe. Melanie Wagner, die Frau, die er auf dem Fest kennen lernte, kann er nicht vergessen. Doch welches Geheimnis umgibt die Frau, die nicht nur charmant ist und umwerfend aussieht, hoch intelligent ist und dazu äußerst schlagfertig? Bevor Largo diese Fragen beantworten kann, muss er noch dringlichere Probleme angehen.

Der Coup führt den Leser zurück zu den Anfängen, als Largo Winch noch ein junger Mann ist, der zwar Durchsetzungsfreude besitzt, dem es jedoch an Erfahrung auf dem Parkett der Hochfinanz fehlt. Aus der Feder von Autor Jean van Hamme stammt die Geschichte um den jungen Mann, der von einem Milliardär unter seine Fittiche genommen wird. Kurze Zeit später ist der Ziehvater tot und Largo in einer Situation, die er sich nie hätte träumen lassen. Der Leser darf an der Seite von Largo diese Welt erkunden, sich über den Luxus freuen, sich über die Bedrohung ängstigen, misstrauisch sein, blauäugig, aber enthusiastisch, zielstrebig. An seiner Seite wird der Leser über das Ohr gehauen, auf das Übelste hereingelegt und dennoch – der Mut geht nie verloren.
Mit Largo Winch hat Van Hamme in der Comic-Variante eine überaus sympathische Identifikationsfigur gefunden, mit der ein Leser liebend gerne Abenteuer erlebt.

Keine Spuren. Kein Ärger. Du hast zwar wenig Erfahrung, aber diese Spielregel solltest du inzwischen kennen.
Ja. Und es ist ein mieses Spiel.
Wie mies dieses Spiel ist, dafür kann Van Hamme seitens des Lesers nur gedankt werden. Denn Spannung steht im Vordergrund, eine vielschichtig angelegte Intrige bildet das Fundament. Immer, wenn der Leser dem Glauben verfällt, er wüsste nun, wie sich alles aufbaut, fällt er auf einen Hakenschlag von Van Hamme herein.

Dabei geht Van Hamme geschickt zu Werke. Ich weiß nicht, ob der Autor seinen Edgar Wallace so gut kennt, wie wir hierzulande, doch der meuchelnde Mörder mit Pfeil und Bogen klingt wie eine Verbeugung vor dem Grünen Bogenschützen (The Green Archer, 1923) des englischen Krimiautors. In beiden Fällen ist der Einsatz eines Bogenschützen natürlich bestechend. In Largo Winch trifft dies sogar noch mehr zu. Diese Welt ist moderner, klinischer, kälter, aber auch verkitschter. High Tech trifft die gute alte Gier, die Rücksichtslosen, die Raffgierigen. In ein solches Szenario passt ein mit dem Bogen schießender Rächer sehr gut hinein und sorgt für das Quäntchen Geheimnis am Rande. Der Bogenschütze wirkt zu Beginn wie eine verrückte Idee, wenn sich die Toten mehren, ändert sich diese Meinung schnell.

Zeichner dieser überaus erfolgreichen Abenteuer ist Philippe Francq, dessen ebenso treffsicheren Zeichnungen, die kühle Atmosphäre, die spannenden Momente und die humorvollen Szenen genau einfangen. An letzterem fehlt es auch nicht, wie vielleicht zu erwarten gewesen wäre. Spitzfindigkeiten und süffisante Anspielungen, feine Auseinandersetzungen von Menschen, die in der feinen Gesellschaft zu Hause sind, sorgen für Erheiterung wie auch für ordentlichen Witz. Francq hatte die schwierige Aufgabe, diese doch eher starren Szenen mit der gleichen Sorgfalt umzusetzen wie eine aktionsgeladene Sequenz. Da es ihm gelingt, das Mienenspiel einer Person in solchen Dialogen zum Einsatz zu bringen, kann der Leser in den Gesichtern ebenso lesen wie im Text.

Ein fesselndes Intrigenspiel in der Hochfinanz, angesiedelt im pulsierenden New York, mit packenden Action-Einlagen und einer Reihe von Rätseln, die nur spärlich gelüftet werden und die Neugier auf die abschließende Fortsetzung schüren.

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