Mittwoch, 13. August 2008
Das Lebenselixier wurde entwendet. Voller Erstaunen hört der Priester, dass ein Cimmerier für den Diebstahl verantwortlich ist. Nestor, der Gundermann, hat sich dem Fluch des Priesters entgegengestellt und Conan nicht getötet. Unbemerkt zieht sich die Schlinge um die beiden Freunde zusammen. Dabei bilden die beiden die richtige Kumpanei, um sich durch das Leben zu schlagen. Während Conan in einem Ring dem Publikum einen guten Kampf gegen einen Koloss von Gegner bietet, räumt Nestor mit seinen Tricks den Zuschauern die Taschen leer.
Cary Nord ist wieder am Werk. Sein muskelbepackter, impulsiver, auch rachsüchtiger Barbar gehört sicherlich zu den besten Comic-Varianten von Conan (immer erst nach John Buscema natürlich). Aber – und das zeigt sich hier im vorliegenden Band ganz besonders – seine Bilder bedürfen eines guten Koloristen. Daran hapert es in der einen oder anderen Episode.
Zu Beginn, in den ersten beiden Episoden, die zur großen Geschichte Der rote Priester hinführen, ist die Kolorierung perfekt. Milchig, pastellartig aufgetragen, mit ein wenig Gesprenkel und einigen fetten Farbstrichen wird ein echter Farbauftrag simuliert. Doch dann mehren sich die fetten Striche, die zwar von einem guten Farbgefühl zeugen, aber technisch etwas unelegant wirken. In den letzten beiden Kapiteln wirken die Bilder wie gewohnt. Richard Isanove (jüngst können seine Arbeiten bei Der dunkle Turm bewundert werden), der Kolorist, hatte zwischendurch entweder einen schlechten Tag oder nur sehr wenig Zeit.
Mit den Geschichten Das Rattennest und Das Labyrinth findet wieder eine Wende in Conans Leben statt. Nestor, der Gundermann, der den Barbaren verraten sollte, hat vor einiger Zeit von seinem schändlichen Plan abgelassen und ist Conan seither ein guter Freund. Freilich haben andere Nestor den Verrat des Verrats nicht verziehen. Und wie in jeder Schwert und Magie-Geschichte gibt es dafür nur eine Strafe.
Und wer Conan kennt, weiß auch, wie dieser auf den unfreiwilligen Tod eines Freundes reagiert.
Allerdings besinnen sich nicht alle auf die Werte der Freundschaft. Conan hatte nicht oft ein gutes Händchen für Frauen. So ist es Jiara, die ihn schließlich verrät. Mit dem Kapitel Mörder vor der Tür startet eine vierteilige Geschichte mit der Überschrift Der rote Priester. Diese Geschichte aus der Jugend Conans gehört zu den Klassikern aus dem Leben des Barbaren. Mit der erfolgreichen Verfilmung Conans (mit Arnold Schwarzenegger) erhielten diese Geschichten neue Aufmerksamkeit. In dem Band Conan sind Der Turm des Elefanten, Die Halle der Toten, Der Gott in der Schale und eben Der rote Priester versammelt, alles Geschichten, an denen Robert E. Howard, der Erfinder Conans, noch persönlich schrieb.
Diese Klassiker fanden bisher alle eine Comic-Umsetzung.
Der rote Priester ist das Ziel eines Mordauftrages, den Conan im Gegenzug für seine Befreiung aus dem Gefängnis ausführen will. Ein Priester mehr oder weniger, darauf kommt es ihm nicht an. Doch aus diesem Auftrag wird mittels eines ganz einfachen – und dennoch genialen – Kniffs eine höchst unheimliche Handlung, die schließlich in einem Zweikampf von Titanen mündet.
In einem Rückblick wird die Herkunft des Wesens geschildert, das Conan und allen anderen hier das Leben schwer macht. Dieser kleine Einschub ist faszinierend und könnte allein als Basis für mehrere Geschichten dienen. Conan, von Timothy Truman, sehr schön für den Comic adaptiert, tritt schließlich gegen dieses urzeitliche Wesen an, nicht mehr Affe, aber auch noch nicht ganz Mensch. Diese Szenen mit Thak, der Name des Wesens, den sein Herr der Priester ihm gab, sind hochgradig spannend, da vieles an der Seite der Protagonisten nur hilflos beobachtet werden kann. Nach kurzer Zeit ahnt man, was Conan erwartet und Robert E. Howard hat mit Thak einen Gegner entworfen, der Conans letzter hätte sein können.
Eine grandiose Geschichte mit einer ganz einfachen Struktur, diese aber ist so spannungsgeladen und unterschwellig gruselig, wie es eigentlich nur noch mit der Geschichte um den Elefantenturm gelungen ist. Perfekte Conan-Unterhaltung!
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Stichwörter: timothy truman, cary nord
Montag, 04. August 2008
Regis wurde entführt. Bruenor ist vermutlich tot. Niemand überlebt einen Kampf mit einem Drachen. Aber Drizzt und Wulfgar wollen nicht aufgeben. Ist die bevorstehende Reise auch lang, so werden sie den Versuch wagen, den Halbling und seinen Entführer Artemis Entreri aufzuspüren. Außerdem hat Drizzt mit dem Assassinen noch eine Rechnung zu begleichen. Auch Entreri wünscht diese Begegnung. Endlich scheint es einen würdigen Gegner zu geben, der keine Angst besitzt und – was vielleicht noch wichtiger ist – dessen kämpferische Fähigkeiten auf einem ähnlich hohen Niveau sind wie seine eigenen.
Tim Seeley ist zurück! Der Zeichner, der auch als Texter mit Publikationen wie Hack/Slash auf sich aufmerksam gemacht hat, übernimmt im vorliegenden Band Der magische Stein wieder den Zeichenstift. Das Ergebnis ist, auch dank eines komplett neuen Grafik-Teams – bis auf eine Ausnahme – wieder in glasklarer Optik umgesetzt.
Die Trilogie, im Kern ausgelöst durch die Jagd auf den Halbling Regis und Bruenors Wunsch, sein Mithrilhalle zurückzuerobern, hat die letzte Folge erreicht. Das Ziel lautet nun Calimport. Die weit entfernte Stadt soll der Schauplatz des Showdowns der Geschichte werden. Und R.A. Salvatore lässt sich nicht lumpen. Wie es sich für eine Stadt im Fantasy-Genre gehört, spielt sich für die Helden auch hier das Leben, genauer die Auseinandersetzung im Untergrund ab. Einige offene Rechnungen wollen beglichen und Freunde wieder zusammengeführt werden.
Andrew Dabb adaptiert auch diesen Teil des Meisters für den Comic. In kurzen, aber knackig spannenden wie auch informativen Häppchen reist der Leser Schritt für Schritt mit den einzelnen Helden, zuerst getrennt, später kurz vor dem Ziel wieder vereint. Salvatore nutzt seine Rezeptur – Überraschungen und Einfälle am laufenden Band – wieder weidlich aus. Gleich zu Beginn, nach einer Mini-Quest, erhält Drizzt Do’Urden ein wichtiges Werkzeug, um unerkannt reisen zu können. Eine Maske verbirgt seine wahre Herkunft, gaukelt dem Betrachter einen normalen Elfen vor, der keine Bedrohung darstellt.
Noch interessanter ist das Spielzeug, das Bruenor und seine Adoptivtochter Cattie-Brie von Lady Alustriell zur Verfügung gestellt bekommen. Ein fliegender Streitwagen mit brennenden Pferden reiht sich in die phantastischen Ideen ein, die Salvatore hier einfließen lässt und erinnert so ein wenig an eine phantastische James Bond-Variante, in der die so genannten Gadgets, eine wichtige Rolle spielen.
Nach eher einfacheren und ebenso normaleren Feinden wie Piraten und räuberischen Beduinen stoßen Helden und Leser in Calimport auf Werratten, eine sehr tückische Wer-Art. Werratten mögen seltener sein als Werwölfe oder Werkatzen, aber sie machen den Helden – besonders in dieser großen Zahl – das Leben, nein, das Kämpfen ziemlich schwer.
Die Abwechslung der Kämpfe – so auch gegen eine Todesfee – und der Standorte der Geschichte machen den letzten Teil der Trilogie überaus interessant. Wenn Bruenor zusammen mit Cattie-Brie einen Luftangriff auf ein Piratenschiff fliegt, dann ist das nicht zuletzt wegen der schönen Bilder von Tim Seeley ein wirklich magischer Fantasy-Moment.
Die Reise beschert dem Leser bereits sehr viel Action mit einigen sehr ruhigen Momenten, die auch die Charaktere besser beschreiben. Die Ankunft in Calimport hingegen ist ein langgestrecktes Finale, bei dem kein Auge trocken bleibt. Kämpfe in dieser und in einer anderen Welt werden vom grafischen Team bestens umgesetzt. Hier ist besonders die Arbeit des Koloristen Wes Dzioba zu nennen, der auch bei der Tuschearbeit aushalf.
Ein toller Abschluss der Trilogie! Das Grafik-Team, perfekt aufeinander abgestimmt, wie man am Ergebnis sehen kann, zeigt, wie Fantasy-Comics zu Papier gebracht werden können. Freilich gekürzt zwar, wird die Vorlage von R.A. Salvatore sehr gut im Kern getroffen und packt ganz einfach von Anfang bis Ende.
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Links: Tim Seeley, Wes Dzioba Color Samples
Stichwörter: r.a. salvatore, andrew dabb, tim seeley
Donnerstag, 17. Juli 2008
Wie stark ist Superman eigentlich? Wie hoch ist der Grad seiner so genannten Unverwundbarkeit? Gibt es da wirklich gar nichts, das ihm etwas anhaben kann? Jemand der Lastkraftwagen durch die Luft trägt und tiefste Unterkühlungen aushält, was könnte einem solchen Wesen Schaden zufügen? Nicht nur Superman selbst ist es, der sich solche Fragen stellt. Viele andere, darunter auch Feinde stellen sich genau diese Fragen. Aber sie haben noch keine Lösung gefunden. Wenn sie wüssten, was Ma und Pa Kent wissen, die in diesem kleinen Ort namens Smallville leben … Vielleicht wäre dann alles ein wenig anders.
Superman ist nicht sicher, ob der Weg, den er geht, der richtige ist. Einerseits will er helfen, aber es nagt auch jedes Mal die Angst an ihm. Wird dieser Einsatz der letzte sein? Wird dies oder jenes mich töten? Andererseits möchte er auch gerne bei seiner großen Liebe sein, die sich immer noch nicht daran gewöhnt hat, den Mann, den sie liebt, mit der ganzen Welt zu teilen.
Zu diesem Zeitpunkt, als sich Superman die Frage erneut stellt, ob dies nun seine letzte Hilfsaktion ist, trifft sich Lois Lane mit dem Casino-Betreiber Tony Gallo. Weltmännisch und gewandt ist es für ein Leichtes, Lois zu becircen. Superman, der kurz zuvor noch glaubte, in einem unterirdischen Lavastrom zu ersticken, muss enttäuscht mit ansehen, wie Lois mit einem Gutenachtkuss verabschiedet wird. Ihre Miene lässt keinen Zweifel. Der Abend hat ihr gefallen.
Superman Confidential lautet die Überschrift dieser neuen Saga um den Stählernen aus der Feder von Darwyn Cooke, der jüngst mit einer Neuerzählung von The Spirit auf sich aufmerksam machte. Jedermann – jeder Comic-Fan- weiß, dass Kryptonit die Achillesferse von Superman ist. Hier präsentiert sich dieser Stoff in einer neuen Interpretation, in einer variierten Version von Supermans Werdegang.
Ein riesiger Brocken des grünen Gesteins überdauert die Zeit auf dem Planeten Erde. Es ist etwas in ihm gefangen und der einzige, der helfen kann, ist jener Held. Doch zuvor muss Superman dem Kryptonit gegenübertreten. Um zu helfen, muss Superman sein eigenes Leben aufs Spiel setzen.
Darwyn Cooke fügt dem allseits bekannten Dreiecksgespann Superman, Lois Lane und Lex Luthor einen weiteren Baustein in Form des skrupellosen Tony Gallo hinzu. Diese Figur fällt mit ihrer sizilianischen Vergangenheit ein wenig aus dem Konzept Supermans und würde in dieser Aufbereitung eher bei Batman gefunden werden. (Zumal ihr Ausgangspunkt nicht unähnlich ist.) Charmant, verbrecherisch, kühl, wahnsinnig, eloquent. So gegensätzlich diese Eigenschaften auch sein mögen, so tragen sie doch zu einer gelungenen Figur bei, die eine erfreuliche Abwechslung bildet und nicht unecht wirkt.
An Darwy Cookes Seite zeichnet Tim Sale. Der grafische Stil zeigt sich in einer Mischung aus bekannten Bildern von Cooke selbst wie auch eines anderen bekannten Autors und Zeichners, der seinerseits Neuinterpretationen eines bekannten Helden wagte. Frank Miller (zur Zeit mit der Verfilmung von The Spirit beschäftigt, womit sich der Kreis wieder schließt) kommt mit seiner grafischen Ausdrucksweise Sale sehr nahe – nimmt man einmal Sin City davon aus, wo er auf geniale Weise über sich hinauswuchs.
Sale hat eine sehr einfache grafische Ausdrucksweise, einfacher als Cooke und weniger einfach als Miller. Manche Bilder wirken kindlich, manche cartoony und wieder andere haben eine tolle Wirkung, wenn sie die Richtung einer Karikatur einschlagen.
Der Mangel an Details und die Konzentration auf die wesentlichen Elemente einer Szene erinnern natürlich sehr an Cooke und seine Zeichentrickfilme auf Papier. Jemand, dem diese Art Bilder gerade recht kommen, ist Kolorist Dave Stewart, der hier ganz aus dem Vollen seiner Kreativität und seines Talents schöpfen kann und so den Eindruck eines Trickfilms noch verstärkt – wie auch den Eindruck einer Art Retrospektive in die Vergangenheit des Comic-Machens überhaupt. Ein ähnlich gutes Zusammenspiel legt Stewart mit Guy Davis vor, einem ebensolchen eigensinnigen Zeichner, wie es augenscheinlich Tim Sale ist.
Eine interessante Interpretation eines Superman-Abenteuers, ungewöhnlich erzählt und bebildert. Wegen des schnörkellosen und sehr geradlinigen Charakters in Wort und Bild vielleicht nicht für jeden Supie-Fan geeignet, der eher ein bombastisches Abenteuer mit Bildern im Stile von Jim Lee mag. Wer Cooke selbst oder auch Ed McGuinness gut findet, liegt hiermit richtiger.
Stichwörter: darwyn cooke, tim sale, dave stewart
Sonntag, 30. März 2008
Am Sonntag, 6. April 2008, startet auf SuperRTL die Wiederholung der Serie Tim und Struppi mit der Folge um Die Krabbe mit den goldenen Scheren. Sendebeginn ist um 16.15 Uhr. Die Serie umfasst 39 Folgen und wird jeweils sonntags ausgestrahlt.
Quelle: TVSpielfilm, TV14
Stichwörter: tim, struppi, herge
Montag, 14. Januar 2008
Die neue Republik steht auf wackeligen Beinen. Noch immer gibt es genügend versprengte imperiale Truppen, die den ehemaligen Rebellen das Leben schwer machen. Unter diesen Warlords ist einer ganz besonders gefährlich: Großadmiral Thrawn. Ebenso intelligent wie der Imperator, nicht weniger tückisch und bereit, sich langsam an ein neues Imperium heranzutasten.
Der Mann auf dem Kommandostuhl schaut aus roten Augen durchdringend auf seine Untergebenen herab. Schwarzes Haar und blaue Haut zeichnen ihn als einen Nichtmenschen aus. Es scheint seltsam, dass unter dem Imperator ein Nichtmensch in eine solch machtvolle Position aufsteigen konnte. Großadmiral Thrawn ist ein begnadeter Taktiker. Mittels Informationen, die anderen noch so nichtig erscheinen mögen, ist er in der Lage, den Feind elegant auszumanövrieren. Er erhebt sich über die Arroganz anderer Befehlshaber und hört sich auch Meinungen und Ratschläge Untergebener an. Thrawn macht vieles anders – und, wie es zunächst aussieht, auch besser.
Es war einmal eine Zeit, in der die Fans nach weiterem Material aus dem Star Wars Universum dürsteten.
Die Wartezeit nach der Veröffentlichung um Luke Skywalkers neueste Abenteuer von Alan Dean Foster war schon recht lang geraten, als die ersten Gerüchte um einen neuen Roman aufkommen – derlei Gerüchte verbreiteten sich natürlich in der internetlosen Vergangenheit nicht so schnell wie heute. Timothy Zahn hieß der Autor, der es wagte Luke, Han und Leia einen neuen Weg nach dem Krieg der Sterne aufzuzeigen. Die Erben des Imperiums bildeten den ersten Teil einer Trilogie, dem noch die Teile Die dunkle Seite der Macht und Das letzte Kommando folgen sollten.
Autor Mike Baron adaptierte die Romanvorlage von Timothy Zahn für das Comic-Genre. So konnten unter der Federführung von Olivier Vatine und Fred Blanchard Figuren wie Großadmiral Thrawn, der seltsame Jedi C’Baoth oder die sehr gewissenhaften Leibwächter vom Volke der Noghri ein Gesicht bekommen. Diese Trilogie legte den Grundstein für so manche spätere Entwicklung. So ist auch Lukes Begegnung mit Mara Jade sehr wichtig.
Für die damalige Zeit ergaben sich auch interessante Aspekte. Der Hintergrund des seltsamen Jedi-Meisters, der sich zu seinem eigenen Wohl auf die Seite Thrawns stellt, weil er die Skywalker-Geschwister als Schüler will. Oder die kleinen Kreaturen, Ysalmiri genannt, die im wahrsten Sinne des Wortes ein Macht-Vakuum um sich herum erzeugen, in dem die Tricks und Fähigkeiten eines Jedi nicht anwendbar sind.
Wer die Bücher der Trilogie gelesen hat, mag sich über die Darstellung im Comic streiten. Verglichen auch mit heutigen Zeichnungen, sind die Bilder auf europäischem Alben-Niveau. Zur genauen Vorstellung mögen aktuelle SciFi-Sagas wie Sillage herangezogen werden. Die Zeichnungen sind eingängig, ziehen den Leser an, ziehen ihn mit und halten sich nicht mit unnötigen Details auf.
Entgegen der vereinfachten menschlichen und außerirdischen Gestalten sind die technischen Ansichten von Raumschiffen, Waffen, Gebäuden und vielem mehr sehr exakt und ausgefeilt zu Papier gebracht. Hier muss der Fan also nichts vermissen. Die vereinfachte Darstellung der Figuren, die eher Zeichentrickcharakter hat, ist passend. Sie ist nicht ganz so vereinfacht, wie der Leser es von den Clone Wars her kennen mag. Aber sie ist deutlich einfacher gehalten, als es in den aktuellen Heftserien der Fall ist.
Irgendwie ist diese Umsetzung auch erfrischend zu nennen, ohne die Nostalgiedrüse zu bedienen. Sie kommt in ihrer Darstellung dem phantastischen Geist dieses Kosmos näher, ist schlicht märchenhafter.
Wer es realistischer haben mag, kann sich die Cover-Galerie genauer betrachten. Hier findet sich bereits ein grafisches und technisches Niveau, wie es heute noch hoch gehalten wird. All jene, die (wie ich) nach Schauspielervorlagen von Comic-Figuren suchen, sollten die Rückseite des Bandes einer genaueren Betrachtung unterziehen. Clint Eastwood wäre ein guter Großadmiral Thrawn geworden, kann man da nur sagen.
Zur Geschichte selber lässt sich nur sagen, dass Timothy Zahn die Geschichte sehr ausführlich geschrieben hat und die Adaption von Mike Baron so viel wie möglich davon umsetzen will. Das kann natürlich nicht in letzter Konsequenz gelingen. Zweifellos aber ist die Adaption bemüht und schafft es auch, dieses Neubelebungsgefühl dieses Universums auf den Comic zu übertragen.
Thrawn ist hier wie dort faszinierend, die sich ergebenen Möglichkeiten, so zum Beispiel Leia, die in eine Rolle als Vaders Tochter gedrängt wird, sind vielfältig neu und haben eine Reihe von Steilvorlagen für spätere Veröffentlichungen geschaffen. Die Noghri, die Kämpferrasse, die es sogar mit Wookies aufzunehmen vermag, als Leibwächter einzuführen, ist eine sehr gute Idee gewesen. In den Romanen, so mein persönlicher Eindruck, war ihre Schilderung aber noch bedrohlicher.
Insgesamt ist der Auftakt der Trilogie mehr als nur gelungen. Er bezeichnet einen Neustart, den kein Fan verpasst haben sollte. Und er legte den Grundstein für einige Entwicklungen, wie auch die nächste Generation der Jedi, die heute noch eine Rolle spielen. Grafisch prima und solide dank Olivier Vatine und Fred Blanchard, gut und ohne Längen neu erzählt von Mike Baron. Die Erben des Imperiums zeigt deutlich, wie die Faszination für Star Wars erzeugt werden kann. Wer sich nach den Filmen scheut, mit irgendwelchen Büchern oder Comics weiterzumachen, sollte es mit diesem Band versuchen, denn er markiert einen Wendepunkt in der klassischen Saga.
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Stichwörter: mike baron, timothy zahn
Mittwoch, 07. November 2007
Cassie geht mit dem sportlichen Jungen in der Nacht spazieren. Es ist eine ganz normale Verabredung – nun, vielleicht nicht für Cassie. Die junge Frau hat einen Hinweis erhalten. Jemand tötet Cheerleader. Könnte ihr Begleiter dieser Jemand sein?
Wer kennt sie nicht? Die Splatter-, Slayer- und Slasher-Filme? – Nun, ich hoffe, höchstens all jene die über 18 Jahre alt sind, obwohl abgespeckte Versionen dieser Genre-Filme auch in Varianten ab 16 Jahre ihr Publikum finden.
Ein Slasher, ein irrer Killer, aus welchen Beweggründen auch immer, ist aus dem Kino nicht wegzudenken. Freddy, Michael oder Jason sind die bekannteren Vertreter ihrer Art. Aber auch eher namenlose oder austauschbare Gesellen wussten, was man im letzten Sommer getan hat oder welche düsteren Legenden noch erzählt werden müssen.
Verschiedene Gesetzmäßigkeiten finden sich in Slasher-Filmen wieder – was auch in der Zeitschrift MAD vor vielen Jahren einmal verhöhnt wurde. Renne immer in einen Keller – weil es daraus ganz bestimmt kein Entkommen gibt. Habe auf jeden Fall Sex mit jemandem – wenn Du in der nächsten Szene dran glauben willst. Falls nicht, sei wenigstens das einzige überlebende Mädchen, das sich den Slasher mit einer Stricknadel oder einem anderen zweckentfremdeten Gegenstand vornimmt.
Ein solches Mädchen ist Cassie, die Tochter eines Slasher-Monsters, einer Köchin in einer Kantine, die mit Vorliebe aus den Kids Hackepeter machte, die sich gegenüber ihrer Tochter schlecht verhalten hatten. Aus Cassie wurde allerdings kein zweiter Jason, sondern sie stellte sich ihrer wiedergängerischen Mutter und vernichtete sie.
Damit nicht genug. Cassie gewinnt außerdem einen Helfer. Äußerlich leicht mit einem Slasher zu verwechseln (auch wegen der Gasmaske, die er bei Einsätzen trägt), ist Vlad ein wertvoller und starker Begleiter, der nicht nur austeilen, sondern auch einstecken kann.
Tim Seely ist der Erfinder dieser Slasher-Parodie, die nun endlich kommt – denn ganz ehrlich, es ist erstaunlich, dass etwas ähnliches so lange auf sich warten ließ.
Traten sogar die Original-Slasher im Comic gegeneinander an, wie z.B. Leatherface und Jason Voorhees, begegnen uns nun neue Kreationen wie Bobby, Laura und Vater Wrath, Lloyd und Jimmy sowie die Lunch Lady. Ihre Motive sind unterschiedlich, ihre jeweilige Rache ist fürchterlich und schaurig einfallsreich. Tim Seely greift tief in die Ideenkiste. So sind, abgesehen vielleicht von der Lunch Lady, der Mutter von Cassie, die Gestalten äußerst ausgefallen.
In der Galerie der Slasher, im Anschluss an die Episoden aufgelistet, sind die beiden Duos besonders gelungen. Das Mädchen Laura, das den Zombie-Priester Vater Wrath kontrolliert, und schließlich die Eigeninitiative übernimmt, ist zusätzlich der Stein des Anstoßes für Cassie einmal Party-Luft zu schnuppern und das zu tun, was Jugendliche in ihrem Alter schon mal so tun: Spaß haben. Bisher war Cassies Leben von Spaß weit entfernt. Das junge Ding, das an der Seite von Vlad für Ordnung unter den Freaks sorgt, wird nicht von der Lust auf das Töten oder aus Rache angetrieben. Schiere Angst ist es, die Furcht, einmal genau so zu werden wie ihre Mutter, eine Wiedergängerin, die wahllos Menschen tötet.
Das zweite Duo ist allerdings das I-Tüpfelchen, denn der Slasher treibt sich auf einer Comic-Convention herum und lässt dabei so illustre Namen wie Robert Kirkman und Steve Niles über die Klinge springen. (Der Genre-Fan wird in diesen Namen die Macher z.B. hinter The Walking Dead und 30 Days Of Night erkennen.)
Alleine diese Episode ist mit solch abgrundtiefem schwarzem Humor erzählt, dass man als Leser zwischen Lachen und Staunen schwankt, da der Einfallsreichtum derartige Blüten treibt, wie man es seit den Killerbabies in der Wiege des Schreckens vielleicht nicht mehr gesehen hat.
Die Erzählung wäre in diesem Fall nur halb so gut ohne die beiden Zeichner Federica Manfredi und Stefano Caselli. Gerade bei Federica Manfredi, die federführend bei den Episoden 2 und 3 ist, muss man sich fragen, warum diese talentierte Künstlerin in den letzten Jahren nicht schon häufiger in Erscheinung getreten ist. Allerdings agiert sie auch nicht Genre-fremd, da sie schon Vampire in Szene setzte. Der Seitenwechsel hat ihr gut getan. Aber es ist nicht nur der zeichnerische Stil, sondern auch die Farbgebung, die dank Davide Amici in einem deutlichen Anime-Stil ausfällt.
Doch auch die erste Episode, von Stefano Caselli gezeichnet, weiß dank der Kolorierung von Sunder Raj sehr zu gefallen, da er einen gemäldeartigen Stil bevorzugt, den ich persönlich bevorzugen würde, aber der auch ungeheuer arbeitsintensiv ist.
Hack/Slash ist Trash, und will Trash sein. Aber es ist guter Trash, der unterhalten will und dies mit Bravour schafft. Die Voraussetzung ist natürlich, dass man über die gewollt komischen Vertreter der Monster- und Slasher-Filme lachen kann. Dank der beiden Zeichner Stefano Caselli und Federica Manfredi spielt Hack/Slash grafisch außerdem noch in der Oberliga der Comics mit. Perfekte Genre-Unterhaltung mit einem ordentlichen Schuss Albernheit.
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Stichwörter: tim seely, federica manfredi, stefano caselli
Samstag, 25. August 2007
Es sind die Geschichten über Conan, die für den Fürsten spannender sind als das eigene Leben. Aber auch Conan war nicht immer der strahlende König späterer Zeiten. Lange vorher war er einer der talentiertesten Diebe, die es jemals gegeben hat. Kein anderer hätte sich ein Königreich stehlen können.
Doch zuvor warteten viele Abenteuer auf ihn. Eines dieser Abenteuer führt ihn in Die Halle der Toten. Während eines ganz normalen Diebstahls begegnet Conan einem Gundermann, der das gleiche Ziel hatte. Es mag Ehre unter Dieben geben. An diesem Abend hält Conan nicht viel davon.
Ein Hieb und der Gundermann Nestor legt sich schlafen. Conan macht sich davon und lässt den Sündenbock für die hereinbrechenden Wachen zurück. Aber er hat nicht mit dem nachhaltigen Zorn und den Rachegedanken des Gundermanns gerechnet. Dieser ist nur zu gern bereit, bei der nächsten Gelegenheit mit dem Barbaren aus Cimmerien abzurechnen. Manchmal hat die Vorsehung andere Pläne. Der Gundermann wird zum letzten Überlebenden eines Trupps, der den Barbaren einfangen sollte. Aber sie treffen sich bald wieder.
Meide die Stadt des gefallenen Gottes, wo die Toten träumen. Meide die Schlange. Und vor allem meide die Kröte.
Die Vorhersagen sind finster. Dennoch betreten die beiden diesen dunklen Ort, an dem nichts zu leben scheint außer einigen kleinen Kröten. Conan verfährt mit ihnen, wie er mit Ungeziefer verfährt und zieht sich damit den ungeteilten Zorn eines alten Gottes auf sich. Bald stehen Conan und der Gundermann Seite an Seite. Wie so oft in Conans Leben ist das Ende hier nur der Anfang von weiteren Geschehnissen, die seinen Mut zu noch größeren Taten anfachen.
Conan – Die Halle der Toten enthält einen großartigen Abschnitt aus dem Leben Conans. Fans des Barbaren, die sich besonders freuen, wenn Conan in gruselige und magisch beeinflusste Situationen gerät, werden an der Halle der Toten ihren Spaß haben. Wer sich die Bilder genau betrachtet, kann auch glauben, dass Zeichner Cary Nord bei diesem Szenario mit noch mehr Eifer bei der Sache war als sonst. Gleich drei Autoren haben die Vorlagen zu diesem prächtigen Fantasy-Band geschrieben. Kurt Busiek, ein Rächer-Veteran, Mike Mignola, namhaft in der Szene durch Hellboy, und Timothy Truman.
Besonderes Augenmerk verdient die längste, namensgebende Geschichte: Halle der Toten. Es beginnt harmlos – jedenfalls für Conans Begriffe. Frauen und Raub sind sein Leben. Er hat eine junge Dame erwischt, die seine regelmäßige Begleiterin ist, und mit Vorliebe Dankbarkeit für schönen Schmuck zeigt, wenn Conan ihn nicht gerade für den Lebensunterhalt verkauft. Der Raub, den Conan begeht, scheint zunächst keinerlei Folgen zu haben. Die Geschichte nimmt langsam ihren Lauf. In der Stadt, vor der so eindringlich gewarnt wird, ist zu Beginn alles furchtbar harmlos, beinahe zum Lachen.
Es ist in gewisser Weise ein genialer Schachzug des Autors. Selbst das Erscheinen des mysteriösen Gottes wäre eigentlich für einen Lacher gut, wäre da nicht das kompromisslose Vorgehen und der stille, unbarmherzige Kampf, der zwischen der Monströsität und Conan entsteht.
Als Conan schließlich nach Barbarenart durchdreht und dem finsteren Gott den Garaus macht, zeigt Nord diese Szene gnädigerweise nur aus weiter Ferne. Einzig das Gesicht des Gundermanns verrät dem Leser, welcher Irrsinn den Cimmerier in seinem Kampfeswahn ergreifen kann.
Ist dieser Abschnitt der Geschichte für die Action gut, folgt darauf gleich ein gelungener Grusel, wie ihn Robert E. Howard in diversen Geschichten für Conan pflegte. Lebende Tote sind es, die den beiden Dieben im Verlauf das Leben schwer machen. Die Szene ist in blaugrünen Farbtönen der Angreifer und der Umgebung gehalten und sorgt mit dem grellen Rot und Gelb der Flammen für einen genialen Kontrast, der in der Realität so nicht möglich wäre, im Comic jedoch für eine geniale Stimmung sorgt.
In diesem Zusammenhang kann die Farbgebung von Dave Stewart gar nicht hoch genug gelobt werden. Was er aus den Skizzen von Cary Nord herausholt, zeigt sich besonders in diesem Kern der Episode Die Halle der Toten. Der dunkle Gott wie auch die lebenden Toten, in Conans Vision ebenso wie im Verlies, sind feinster Grusel - der leider aufgrund der Geschichte viel zu schnell vorüber ist.
Wie sehr Nord und Stewart mit Monstern punkten können, zeigt sich auch im Auftakt zu Hunde der Berge. Diese Szene erinnert an eine alte Folge, als Conan sein Schwert fand und sich der Wölfe erwehren musste. Diese vorliegende Szene ist nicht weniger spannend und wird durch das Auftreten des alten einäugigen Leithundes außerdem ein wenig unheimlich.
Mit Die Halle der Toten verabschiedet sich das Ausnahmetalent Cary Nord von dem Barbaren. Der Abschluss seiner Arbeit an dieser Reihe krönt ein tolles Werk, das – das mag der wichtigste Aspekt sein – den Kurzgeschichten von Howard und seiner Nachfolger mehr als nur gerecht wird. Conan ist immer noch der Beste!
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Stichwörter: kurt busiek, cary nord, mike mignola, timothy truman, conan
Donnerstag, 24. Mai 2007
Wer vor kurzem die Radiosendung zum 100. Geburtstag von Hergé verpasst hat, kann sich diese auch online anhören: Tagesschau-Beitrag.
Am Abschluss des Artikels findet Ihr den Link zur Audio-Datei.
Stichwörter: tim, struppi, herge
Dienstag, 06. Februar 2007
Zum Jubiläum des Ultimate Spider-Man haben sich Zeichner hingesetzt und mit ihrem ganz persönlichen Strich ihren Tribut entrichtet. Das Ergebnis ist äußerst eindrucksvoll und bietet wohl einen absolut genial ausschauenden Vergleich zwischen unterschiedlichsten Zeichenstilen. Selbst für Nicht-Spidey-Fans wirklich sehenswert: The Ultimate Spider-Man 100 Visual Guide
Bilder einer ganz anderen Art, nicht minder spannend, bringen uns den guten Hellboy auf den Bildschirm zurück - als Spiel (auf den nächsten Film müssen wir leider noch etwas warten). Wenn ich mir allerdings die Screenshots betrachte, dann lässt sich die Wartezeit mit dem Spiel sehr gut überbrücken: Hellboy Spiel
Stichwörter: ultimate spider-man, hellboy
Freitag, 14. Juli 2006
Doktor Octopus erwacht. Seine Augen sind abgeschirmt, er weiß nicht, wo er ist und was um ihn herum geschieht. Gesundheitlich schwer angeschlagen wundert er sich allerdings darüber, wie die Menschen ihn ansprechen: Doktor Octopus. Es passiert wohl das, was mit jedem passieren würde, der mit vier stählernen Tentakeln aufwacht, die mit seinem Körper verschmolzen sind. Der Doktor dreht durch.
Peter Parker hat unterdessen ganz andere Probleme. Immerhin ist er ein ganz normaler Schüler – na, beinahe jedenfalls. Er ist ein Junge, der dem Unterricht folgt, auf Mary Jane steht und der mit großen Augen mit ansieht, wie Gwen Stacy neu an die Schule kommt und erst einmal Unruhe stiftet.
Zu allem Überfluss macht sich ausgerechnet einer der Rabauken der Schule Gedanken über Spider-Mans Geheimidentität. Und zum ersten Mal in seinem Leben hat dieser Einfaltspinsel eine vernünftige Idee. Ein Glück für Peter, dass diese Ideen nicht auf fruchtbaren Boden fallen.
Doktor Octopus leidet derweil unter einer schweren Identitätskrise. Nicht nur, dass ihn seine neuen Extremitäten in den Wahnsinn treiben, er ist auch auf der Suche nach dem Schuldigen, oder besser demjenigen, dem er die Schuld zuschieben kann. Dafür geht der gute Doktor sogar über Leichen. Die Polizei, allen voran Gwens Vater, hat alle Hände voll zu tun, um mit dem irren Wissenschaftler Schritt zu halten.
Unterdessen geht der Ärger für Peter Parker noch weiter. Vom anderen Ende der Welt reist ein selbsternannter großer Jäger in die USA ein. Sein Ziel: Die Jagd auf ein gefährliches Wild, wie es gefährlicher kaum sein kann und zwar der überaus gefährliche Kriminelle Spider-Man. Im Stil einer Daily Soap versucht Kraven, der Jäger, seinen medialen Marktwert zu steigern.
Spider-Man hat wirklich Double Trouble. Peters Pech ist es, dass der Sturm, der sich über seinem Kopf zusammenbraut, auch losbricht. Doktor Octopus erweist sich als Furcht einflössender Feind, der Peter alles abverlangt. Oder ist es am Ende Peters Privatleben, was Spider-Man zu Fall bringen wird?
Die Sorgen und Nöte eines Jugendlichen mischen sich mit denen eines Superhelden, der seine Geheimidentität auf jeden Fall schützen muss. Zusätzlich hat Peter Parker mit jenen Verbrechern und Möchtegerns zu tun, die ihm so gern das Leben schwer machen.
Die Zusammenfassung der acht Ultimativen Spider-Man Ausgaben bringt dem Leser die Geschichte des Ultimativen Doktor Octopus nahe. Der gute Doktor hat noch sehr viel Ähnlichkeit mit dem Original, wenngleich die Figur weitaus ernsthafter geworden ist. So ist sie dem Ultimativen Universum auch angemessener. Der Doktor ist ein sehr verzweifeltes Geschöpf geworden, natürlich auch wahnsinnig, damit kommt er der Version des Kinofilms Spider-Man 2 recht nahe. Technisch bringt er ein paar Finessen mit, die ein wenig an die Fähigkeiten des T-1000 erinnern. Auch dieser konnte mit einer Art flüssiger Metalllegierung aufwarten.
Autor Brian Michael Bendis hat Doc Ock deutlich brutaler angelegt als das Original des normalen Marvel-Universums. Entsprechend lädiert sieht Spider-Man nach einem Kampf mit ihm aus. (Verschiedene Begegnungen zwischen den beiden Erzfeinden sind nachzulesen in der Spider-Man Monster Edition Spider-Man gegen Doktor Octopus, die einige der klassischen Kämpfe chronologisch zusammenbringt.)
Doch Bendis versteht es auch die Intensität der Kämpfe zu entschärfen – mit einer wirklich sehr gesunden Portion Humor.
Wann sah man den Doktor schon mal in Unterhosen während eines Kampfes? Außerdem ist die Artistik, mit der Spider-Man dem Kampf mit Kraven ausweicht, fein anzuschauen. (Die Blamage für Kraven dürfte eine der Ursachen sein, warum der Jäger sich später etwas verbessern lässt. – Nachzulesen in Die Ultimativen Sechs, Die Ultimativen 10-12.)
Zeichner Mark Bagley hat seinen ganz eigenen Stil, um den ultimativen Wandkrabbler in Szene zu setzen. Verspielt, ausdrucksstark, teilweise auch spektakulär sind diese Bilder zu nennen. Er geht mit einem Auge zu Werke, das auf Großaufnahmen setzt und die Emotionen der Akteure auch ohne Worte toll vermittelt. (Hier besonders zu erwähnen die Bilder eines sehr verwirrten Doktors.) Ähnlich filmhaft ist auch der restliche Aufbau. Das Auge folgt Spidey in den Himmel, an einem Helikopter hängend. Die Action bedient sich einiger sehr waghalsiger Perspektiven, die die Rasanz der Bewegungen und der Kämpfe unterstreichen.
Die zwar muskulöse aber sehr schmale Gestaltung von Spider-Man bildet einen ziemlichen Kontrast zwischen ihm und seinen Gegner, die deutlich größere Muskelpakete mit sich herumtragen. Der Teenager Peter Parker tritt hier weitaus stärker zutage als im normalen Marvel-Universum.
Letzteres wird durch den Schluss noch viel klarer: Am Ende steht ein Superheld mit Hausarrest. Fazit: Ein Spider-Man so nah an der Realität, wie das in einem Superhelden-Comic nur eben möglich ist. Klasse!
Stichwörter: spider-man, brian michael bendis, mark bagley, ultimativ