Donnerstag, 03. Juli 2008
Das Raumschiff tritt in die Erdatmosphäre ein. Für die beiden Beobachter ähnelt eines einem herabstürzenden Asteroiden. Für jene, die an Bord des Schiffes sind, bleibt keine Zeit für derlei Gedanken, weil sie sich einer großen Gefahr stellen müssen.
Eigentlich sind sie genau deshalb an Bord, aber damit haben die Mitglieder der Cyberforce dann doch nicht gerechnet. Diese Außerirdischen sind Riesen. Und wie so mancher Große behandeln sie alles, was kleiner ist, mit Geringschätzung. Menschen, selbst so kraftvolle Wesen wie die Cyberforce, sind für sie nichts weiter als missratene Insekten, nicht einmal würdig, dass man das Wort an sie richtet.
Alsbald wendet sich das Blatt. Boomer stellt sich den Fremden in einem gewaltigen Showdown.
Der abschließende sechste Teil dieser Reihe um die Mitglieder der Cyberforce beantwortet keine Fragen – wie auch? Die Fremden reden nicht mit unwürdigen Menschen.
Ron Marz weiß als Autor sehr genau, dass nicht alle Fragen immer gelöst werden müssen. Manchmal ist es einfach so, wie es ist. Diese Fremden sind gekommen, um die Brut, die sie nie beabsichtigt hatten, zu vernichten. Nichts weiter. Außerirdische Kräfte sollen nicht Menschen innewohnen. Marz zeigt eine Cyberforce, die gerne verhandelt oder sich in anderer Art verständigt hätte, aber dazu erhalten sie keine Gelegenheit.
Pat Lee spielt zum Schluss weiter mit dieser Bedrohung und lässt die Fremden mit ihren stacheligen Helmen auch schon mal als Schattenriss erscheinen, aus dem nur die glühenden Augen den nächsten Angriff erahnen lassen – der dann auch nicht lange auf sich warten lässt.
Der Abschied – und vorerst ist es für den Leser einer – ist weiterhin voller Action und mit Resignation und Traurigkeit angereichert. Ein wenig erinnern die Fremden hier an einen anderen Riesen namens Galactus. Diese mögen nicht ganz so machtvoll sein, dafür treten sie gleich als Paar auf. Charakterlich haben sie hingegen viel mit ihren Kollegen aus dem Marvel-Universum gemein.
Grafisch ist es immer noch Top, was nicht zuletzt daran liegt, dass während der gesamten Produktion ein beinahe identisches Macher-Team eine gleich bleibende Qualität gewährleistet hat. Hier wurde viel Herzblut investiert – ob das stimmt, kann ich nicht sagen, aber der Qualität nach zu urteilen, stellt sich wenigstens dieser schlussendliche Eindruck ein.
Knallig bunt, groß, größer, riesig groß und noch mehr, so verabschiedet sich die Cyberforce (leider) mit dieser für den Leser runden Angelegenheit. Das Konzept dieser kleinen Reihe hat von Anfang bis Ende gepasst. Davon könnte es ruhig mehr geben.
Stichwörter: ron marz, pat lee
Die Cyberforce hat das Mutterschiff der Angreifer gefunden. Es ist ihnen sogar gelungen, an Bord zu kommen. Doch wo ist der Feind? Ist denn keiner zu Hause? Die kleine Verschnaufpause nutzen die Cyberforce-Mitglieder, um sich sicherheitshalber voneinander zu verabschieden. Man weiß nie, was kommen mag.
Diese weise Voraussicht war beileibe nicht fehl am Platz, denn kurz darauf finden sie schon mehr Gegner, als ihnen lieb ist.
Velocity unternimmt einen kleinen Rundlauf durch das riesige Schiff. Überall herrscht gähnende Leere, bis plötzlich …
Auch der 5. Teil der Saga um die Cyberforce besticht durch atmosphärische SciFi-Bilder – stärker noch als zuvor, denn jetzt stehen die Team-Mitglieder vor ihrer direkten Konfrontation mit den Außerirdischen.
Mach’ es groß, müssen sich Ron Marz und Pat Lee gedacht haben, als sie an der Geschichte arbeiteten. Ganz im Sinne anderer außerirdischer Invasionen darf der Leser an der Seite der Cyberforce einen Blick in das Mutterschiff werfen. Der Eindruck ist nicht so groß wie der Leser es von einem Film wie Independence Day her kennen mag – aber er ist groß genug!
Die Scheinwerfer des Kreuzers der Cyberforce reißen Deck auf Deck aus der Dunkelheit. Da die Macher sich nicht lumpen lassen wollen, gestalten sie diese Szene auch gleich auf einer Doppelseite und erhöhen so den Effekt. Natürlich erwartet nicht nur das Cyberforce-Team einen Angriff, sondern auch der Leser – nach dieser Demonstration von Macht. Aber zunächst finden die Freunde – nichts!
Und als sie es dann finden, gestaltet Pat Lee auch gleich eine weitere Doppelseite voller Action, auf der die Tuscher Rob Hunter, Rick Basaldua und Sal Regla sich an allen Regeln der Kunst austoben können. Farblich müssen Matt Yackey und John Starr nachziehen.
Da das gesamte Team so konsequent gut zusammenarbeitet, stimmt das Ergebnis und so können sich bestimmt auch Leser, die vielleicht nicht ganz mit Lees Zeichentechnik einverstanden sind, an den Bildern erfreuen.
Lee zeichnet für das Auge gerne ein wenig sperrig. Das mag an der Mischung aus Manga-Stilen und herkömmlichen Übersee-Richtlinien liegen, die sich über die Jahre hinweg einfach festgesetzt haben. Aber gerade das leicht Unbequeme macht die Geschichten, insbesondere diese auch sehr spannend.
Ron Marz schreibt seine Geschichte mit dem größtmöglichen Aufwand, sät soviel Spannungselemente wie möglich und ist auch immer bemüht, so unvorhersehbar wie möglich zu bleiben. Zusammen mit Lees Bildern ergibt sich so ein tolles SciFi-Abenteuer mit vielen Überraschungen. – Wer das letzte, natürlich wieder doppelseitige Bild, dieses Bandes sieht, wird verstehen, was ich meine.
Jetzt geht’s rund. Die Cyberforce hat das Raumschiff der Fremden betreten. Dieses Abenteuer lässt es richtig krachen. Optisch werden Space Opera Fans sehr verwöhnt und können sich auf ein rundum tolles Vorfinale freuen.
Stichwörter: ron marz, pat lee
Mittwoch, 14. Mai 2008
Die Idylle ist überaus beschaulich. Ein Holzhaus inmitten von ruhiger Natur. Wild äst am Waldrand, die Sonne scheint auf dieses Postkartenmotiv. Dann erschüttert eine gewaltiger Donner die Szene.
Das Kampfschiff der Cyberforce rast über die Baumwipfel hinweg und setzt sie mit seinen Triebwerken in Brand. Die Konstruktion von Dylan Cruise muss sich bewähren. Zum Glück für alle Teammitglieder versteht Cruise sein Handwerk. Der entstehende Schaden durch die Waffen des Schiffes ist jedoch nur ein Vorgeplänkel, denn am Boden geht es erst richtig los.
Na, Kumpel, was gibt’s Neues?
Ich war tot. Geht mir aber wieder besser.
Der finale Kampf am Boden ist die Einleitung für ein neuerliches Wiedersehen. Und was für eines! Konnte der Leser im vorhergehenden Band seine Augen noch am Kampfschiff der Cyberforce weiden und die Gestaltungslust von Pat Lee bewundern, scheint es jetzt erst so richtig loszugehen.
Zuvor konnte bestaunt werden, wie schnell die außerirdischen Fluggeräte den terrestrischen Jagdflugzeugen den Garaus machen können. Im Gegensatz dazu findet nun der Luftkampf in diesem Band unter anderen Vorzeichen statt – und geht sogleich am Boden weiter. In einem Kinofilm würde man dies mit dem Begriff Materialschlacht überschreiben.
Dieser Eindruck verstärkt sich durch die Ansicht der Zweikämpfe. Boomer, der nächste gefundene Freund, eine Mischung aus Hulk und Colossus, tritt gegen einen außerirdischen Soldaten an. Rein optisch glaubt man es aber mit einer Abart eines Transformers zu tun zu haben. Pat Lee hat einschlägige Erfahrungen mit der Umsetzung von Transformers-Comics, deshalb war er hier regelrecht in seinem Element.
Da waren es wieder sechs.
Sie werden nicht weniger, sondern mehr. Ein wenig fühlt man sich in der Geschichte von Ron Marz an die sieben Samurai oder die glorreichen Sieben erinnert. Die Gruppe wird immer schlagkräftiger. Und hier ist es kein Dorf, das ihrer Hilfe bedarf, es ist die Erde selbst. Ron Marz geht seinen Kurs konsequent weiter. Bisher setzte er in jeder Folge einen besonderen Akzent, was nichts anderes bedeutete, als sich selbst noch einmal zu steigern und den Handlungsfaden klettern zu lassen.
Wer sich schon über das Schiff der Cyberforce freute, der wird bei dem Mutterschiff der Außerirdischen zweimal hinschauen.
Mit all seinen Streben, Stützen, Vorsprüngen, Türmchen und … wer weiß schon, was das alles sein soll – jedenfalls bereitete Pat Lee der Tusche-Mannschaft richtig viel Arbeit mit derlei Bildern. Gleich fünf Leute haben sich mit ihren Tuschestiften auf die Bilder gestürzt, allen voran versierte Künstler wie Sal Regla und Rick Basaldua.
Der Endspurt kann kommen. Ron Marz hat das Finale verdammt gut vorbereitet, nachdem bereits diese Ausgabe einen finalen Charakter hatte. Die Bilder sind noch bombastischer, ausgeprägter, drastischer geworden. Wer sich mit einer Comic-Mischung aus amerikanischen und asiatischen Einflüssen anfreunden kann, hat hier eine Geschichte mit starkem Unterhaltungswert.
Stichwörter: ron marz, pat lee
Zwei Jagdflugzeuge rasen durch ein wundervoll blauen Himmel. Dennoch sind die Piloten zornig. Die Meldung über ein Radarecho war nur ein Hirngespinst der Leitzentrale. Doch plötzlich fegt ein unidentifizierter Flugkörper einen der Jäger beinahe vom Himmel.
Von dieser Begegnung der dritten Art wissen Cyblade, Velocity, Ballistic und Ripclaw nichts. Sie sind auf der Suche nach einem sicheren Unterschlupf. Ripclaw hat auch schon eine Idee. An ihrem Ziel angekommen erwartet sie eine Überraschung.
Der alte Luftschutzbunker, von dem Ripclaw annahm, er werde kaum mehr als eine komfortable Höhle sein strotzt vor Technik. Und er ist nicht unbewacht. Kaum haben die Freunde die unterirdische Kammer betreten, werden sie bereits angegriffen. Der Gegner ist wehrhaft und schlecht einzuschätzen, dem Team unterlaufen Fehler. Gerade gewinnen sie die Oberhand, als etwas geschieht, mit dem niemand gerechnet hätte.
In der dritten Episode haben sich Missverständnisse aufgeklärt. Ein neues Bündnis wurde geschlossen. Nachdem klar ist, dass Ripclaw nicht der Feind ist, wird eine neue Operationsbasis gesucht.
Ihr neuer Freund, Dylan Cuise, eigentlich tot, hatte seine ganz eigene Begegnung mit den Außerirdischen. Und auch er weiß, dass eine Bedrohung auf sie zukommt.
Ron Marz muss punktgenau erzählen. Für Weitschweifigkeit bleibt keine Zeit, ausgeruht werden kann sich nur innerhalb der Geschichte. Marz nutzt dazu das Wiedersehen der Freunde, um gleichzeitig die Charaktere etwas mehr herauszuarbeiten. Die Frauen umarmen ihren verloren geglaubten Freund. Die beiden Männer gestatten sich einen überschwänglichen Händedruck. Männer, insbesondere Superhelden, wissen ihre Gefühle eben besser zu verbergen – in diesem Fall tragen auch die Masken dazu bei.
Machte Ripclaw bereits einen ziemlich kolossalen Eindruck, so kann Dylan Cruise dies noch einmal toppen. Pat Lee steuert für diesen muskulösen Kämpfer noch eine ausgefeilte Uniform bei, die Cruise im Gegensatz zu den anderen Figuren mehr soldatisches Aussehen verleiht. Wie sehr sich der erzählerische Rahmen verschiebt, zeigt sich kurz darauf auf einer Doppelseite. Cruise hat ein kleines Schiff überarbeitet, denn wie er selber sagt:
Das hier wird Krieg.
Das Design dieses Schiffes wirkt gemein. Er erinnert an einen stählernen Raben mit abgespreizten Federn und riesigen Triebwerken. Für einen Comic ist dieses Design recht aufwendig. Bei näherer Betrachtung könnte es aus einem Computerspiel stammen und steht jenen Entwürfen in nichts nach. Darüber hinaus hat Pat Lee hier wieder seinen Spaß. Mit den angreifenden Robotern und den Feuergefechten über den Wolken kann er seiner Gestaltungsfreude freien Lauf lassen.
Der Auftakt fällt leider etwas kurz aus. Um den Mystery-Faktor noch zu erhöhen, hätten der Szenerie noch ein, zwei Seiten mehr gut getan. Allerdings gleicht der weitere Verlauf der Geschichte dies wieder aus. Langsam findet sich ein schlagkräftiges Team zusammen. Farblich schön von Dream Engine bearbeitet muss sich der Leser mit einem spannungsgeladenen Cliffhanger zufrieden geben und auf den 4. Teil warten.
Stichwörter: ron marz, pat lee
Donnerstag, 31. Januar 2008
Der Astronaut ist schockiert, beeindruckt, erschüttert. Das Spiegelbild eines riesigen Raumschiffs unbekannter Herkunft füllt das Sichtglas seines Helms aus. Weit draußen im Orbit des Mars, bei einer für Menschen denkwürdigen Expedition, kommt es zur Begegnung zwischen Menschen und einer anderen Zivilisation.
Das Treffen ist nur von kurzer Dauer und mitleidslos.
Auf der Erde macht sich Velocity keine Gedanken über ein geschichtsträchtiges Zusammentreffen zwischen Menschen und Außerirdischen. Überleben ist im Augenblick viel wichtiger für sie. Bis vor einigen Sekunden stand ihr Leben noch auf des Messers Schneide. Der Mann, von dem sie annahm, er wolle sie töten, rettete ihr gerade das Leben. Plötzlich sind zwei Ripclaws mit ihr im Zimmer. Aber wer ist der echte?
Während Velocity ihre Freundinnen Cyblade und Ballistic aus der Gefahrenzone bringt, geht im Gebäude der Kampf zwischen den beiden Ripclaws erst so richtig los.
Die Fähigkeiten, die Ripclaw an den Tag legt, machen aus ihm eine lebende Waffe. Sein Kampf gegen dieses Ungeheuer, das versucht hat, seine Identität anzunehmen, ist ein ziemliches Gemetzel. Alsbald gibt das Wesen auch seine menschliche Gestalt auf und greift ihn mit noch größerer Gewalt an, als sich kein schneller Sieg einstellt.
Ron Marz stellt Ripclaw in den Mittelpunkt des zweiten Teils. Glaubte man zu Beginn, der ehemalige Freund von Velocity habe sich vollkommen gewandelt und sei nur noch eine mörderische Kampfmaschine, tritt nun eine Änderung ein. Marz lässt zwei Ripclaws gegeneinander aufmarschieren, ein jeder im Kampf um seine Identität. Und wieder sieht es zu Beginn nach einer leichten Angelegenheit aus. Der fremde Gegner fällt ein ums andere Mal, nur um wie ein Stehaufmännchen wieder hoch zu kommen und Ripclaw erneut anzugehen.
Die wenigen Sätze, die zwischen den einzelnen Gefechten fallen können, liefern weitere Rätsel. Velocity will helfen, muss aber einsehen, dass sie nichts tun kann.
Die Metamorphose des fremden Organismus erinnert ein wenig an die Verwandlung des Tordenkakerlakk im Kampf der Hexenmeister, als es Spider-Man in eine andere Dimension verschlägt.
Viel Zeit bleibt Marz nicht für seine Erzählung, aber er setzt sämtliche Mittel ein, die er nutzen kann, um Spannung zu erzeugen und die Neugier auf die nächste Folge anzuheizen. Zwar weiß der Leser mehr als die Hauptakteure, aber er kann sich auch nicht sicher sein, was er da eigentlich weiß.
Pat Lee teilt sich die zeichnerische Arbeit mit Alex Milne, der für die Hintergründe verantwortlich ist. Hierbei ist es manchmal irritierend, dass die Figuren zwar Schatten aufweisen, die Flächen, auf denen sie stehen, allerdings nicht. Das ist ein kleines Missgeschick, welches den Genuss dieses SciFi-Superhelden-Abenteuers aber nur unwesentlich stört.
Der Beginn und das Ende der Geschichte weisen auf den kommenden Handlungsstrang hin. Außerdem lässt Ripclaw einige bedeutungsschwere Sätze fallen, die auch zu interessanten Bildern beitragen könnten. Denn eine außerirdische Rasse ist auf dem Weg zur Erde. Das könnte so schlimm nicht sein, hätten sie nicht mit den Mitgliedern der Cyberforce ein Hühnchen zu rupfen.
Action und Rätsel, Helden, die sich bald einer Übermacht gegenüber sehen werden. Gerade vereint und bald schon … Ron Marz spielt mit dem Leser und gibt Pat Lee viel Spielraum für seine Phantasie (die er bereits mit Warlands unter Beweis stellen konnte).
Stichwörter: ron marz, pat lee
Samstag, 24. November 2007
Eine Raumstation am Rande des Batai-Imperiums. Hier ist nichts los. Aber auch gar nichts. Deshalb heißt das vorherrschende Gefühl auch Langeweile – die mit dem Alarmsignal im nächsten Augenblick schlagartig verfliegt. Aus der Tiefe des Raums befinden sich plötzlich fremde Raumschiffe auf Angriffskurs.
Andernorts weiß man nichts über die riesige Schlacht, de sich im lautlosen Weltraum abspielt. Die drei Frauen, der Rest der Cyberforce, hat eher eine kleine Feier im Sinn und ergeht sich in Erinnerungen an bessere Zeiten. Ein alter Wein, eine gelöste Atmosphäre täuscht nur darüber hinweg, dass es sich bei diesem Treffen um eine Falle handelt.
Und der Feind kommt! Schneller und stärker, als es den drei Freundinnen lieb ist.
Mit Cyberforce ist Pat Lee wieder zurück. Der Mann, der daran beteiligt war, dass Projekte wie Warlands und Neon Cyber entstanden. Oder Crossover wie Wolverine / Punisher. Und lange bevor der Transformers-Film das Kino mit Bombast-Action unsicher machte, machten Dreamwave Comics aus diesem Thema eine gelungene Scifi-Comic-Reihe.
In der Serie Cyberforce für die Gestaltung und Zeichnung der Figuren verantwortlich. Seine leicht verwackelten Gesichter und die überirdisch gestreckten und proportionierten Gestalten sind sein stilistischer Fingerabdruck. Unübersehbar ist der Einfluss von Manga-Techniken – die bei der Gestaltung der eingangs erwähnten Raumschiffe sehr hilfreich sind. Eine Doppelseite zeigt einen Abschnitt der Raumschlacht, vollkommen ohne Worte, und, wie es bei Pat Lee häufig der Film ist, wie in einem Fall arrangiert.
Hat Lee den Part des Vordergrunds übernommen und liefert eine schöne Arbeit ab, hat Alex Milne mit den Hintergrund alle Hände voll zu tun. Reine Hintergrundzeichner finden sich in Heft-Reihen nicht besonders oft, doch das Konzept geht auf und das Ergebnis ist sehr überzeugend.
Im Zusammenspiel mit dem kolorierenden Studio Dream Engine Colors entsteht eine für eine Heft-Serie wirklich aufwendige Gestaltung. Einerseits durch die Hintergründe organisch anmutend und mit einer großen Bildtiefe versehen, entsteht durch die getuschten Außenlinien der Figuren ein zusätzlicher feiner Kontrast.
Jeder krallenbewehrte Held (oder auch Schurke) muss sich mit dem Standard dieser Charaktere messen, der da Wolverine heißt. Ähnlichkeiten zu dieser Heldenfigur hat der hier auftretende Robert Bearclaw nicht. Das Cyberwesen, das durch eine außerirdische DNS umgestaltet wurde, erinnert vielmehr an eine abgewandelte Version des Freaks aller Freaks namens Lobo. Viel lässt sich von Roberts Charakter in diesem Band nicht ablesen, außer, dass er zum Feind seiner ehemaligen Kameradinnen geworden ist und diese wohl lieber als alles andere töten möchte – wie es in einem Crossover der Cyberforce mit der Justice Leaque of America auch deutlich zum Ausdruck kommt.
Fakt ist in jedem Fall, dass die drei Frauen gegen seine mutierten Fähigkeiten keine Chance zu haben scheinen, weshalb der Schluss eine ziemliche Überraschung ist.
Zwei Handlungsstränge bleiben offen zurück. Ersterer, jener der Raumschlacht, wird hoffentlich seine Auflösung finden (mit noch beeindruckenderen Szenen). Das Rätsel zum guten Schluss verlangt nach mehr.
Ein für eine Heft-Serie richtig guter und sehr aufwendiger Auftakt im Genre Scifi-Action, von dem zu hoffen bleibt, dass die eigene Steilvorlage auch wieder aufgenommen werden kann.
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Mittwoch, 16. August 2006
Rick Master ist tot! Gerade noch hatte seine Freundin Nadine einen schlimmen Alptraum, aus dem sie bleich, aber doch erleichtert erwacht, weil sie weiß, dass es nicht echt ist. Nur ein Geheimnis ist immer noch offen, der geheimnisvolle 666 geht um und niemand ist vor ihm sicher – auch Rick Master nicht. Wenig später wird er von einem Unbekannten auf offener Straße zusammen mit seiner Freundin erschossen.
So geschehen in der wirklich gelungenen Doppelfolge Die Nummer des Teufels und Gesammelte Verbrechen.
Allerdings wird diese kleine Episode schnell aufgeklärt. Auf sehr gelungene Art werden das Krimi- und das Comic-Genre auf die Schippe genommen. Aus der Figur Rick Master wird die Comic-Figur Rick Master, ein Comic wird zur Drohung eines gemeingefährlichen Verbrechers auf der Basis einer uralten Jack London-Geschichte: Das Mordbüro (Wurde von Jack London nicht vollendet.).
Superman ist tot – na, mittlerweile nicht mehr. Doomsday erledigte ihn einstmals in einem ziemlich tollen Verlagscoup, anders lässt sich das wohl nicht sagen. Wenn ein ur-amerikanisches Sinnbild stirbt, leidet die ganze Nation. Der Tag, an dem Superman starb ist eigentlich nichts anderes als ein einziger Kampf von vorne bis hinten. Die JLA, eine Form von B-Movie-Besetzung, Heldennamen, die der Leser schnell ad acta legt, wird derart flott weggeputzt, dass der Leser selbst ohne Medienkampagne ahnen kann, wo der Hase die Ohren anlegt. – Obwohl es einen solch starken Einschnitt im Comic-Universum von DC bedeutete, läuft Dan Jurgens hier nicht zu seiner Hochform auf.
Übrigens – Spider-Man ist auch tot – nun, auch nicht mehr. Unser guter alter Peter Parker besiegte Morlun zwar mit allerletzter Kraft, nur, verließ ihn dieselbe dann auch. Was zurück blieb, war Peters leere Hülle und ein neuer Spidey – der noch viele Fragen offen lässt.
Die Geschichte war nicht übel, teilweise szenisch beeindruckend (Die grafisch schwächeren Episoden dürften wohl von Pat Lee sein, ich habe ihn eigentlich in vielen Produktionen immer sehr gern gesehen, aber hier bleibt er hinter seinen eigenen Fähigkeiten zurück. Ob er keine rechte Lust mehr hat? Wie klasse war doch sein Projekt Warlands!). Aber zurück zu Spidey: Er dürfte wohl der erste Superheld sein, der von sich sagen kann, dass sein erster Körper aufgefressen wurde.
Hawkeye ist ebenfalls tot – und ich vermute, er bleibt es auch. Denn das Ultimative Universum ist doch ziemlich rabiat und konsequent. Andererseits: Colossus war tot. Und ist wieder da.
Aber das geschah im normalen Marvel-Universum. (Langsam kann der Leser schon durcheinander kommen, oder?)
Mr. Hyde ist auch tot. Der Unsichtbare auch. Ich hoffe, sie bleiben es. Die Fortsetzung der Liga der außergewöhnlichen Gentlemen in einem Szenario von H. G. Wells hatte außer der Einleitung nichts Gutes zu bieten. Wer es drastisch mag, wird sich vielleicht das eine oder andere Mal gruseln, wer eine wirklich außergewöhnliche Art sehen will, wie ein Außerirdischer das Zeitliche segnet, entdeckt dank Mr. Hyde auch etwas Neues – darüber hinaus kann ich nachträglich auf diesen merkwürdigen Storymix verzichten. Es wirkt auf der Basis eines tollen ersten Teils nur nachgeschoben.
Batman auch tot? Na, offiziell nicht, natürlich nicht, aber wer sich den tollen Fanfilm Grayson anschaut, kann vielleicht auch auf Batman in dieser Geschichte verzichten. In dieser kleinen Handlungsvorschau wird vieles gekippt, was bisher in Stein gemeißelt war (und Supie stirbt hier auch). Dieses kleine Comic-Film-Juwel (man muss auch immer die Möglichkeiten der Macher in Betracht ziehen) sollte niemand verpassen.
Links: Jack London, Dan Jurgens, Superman vs. Aliens von Dan Jurgens, H. G. Wells, Grayson, Untamed Cinema (Macher von Grayson)
Stichwörter: rick master, dan jurgens, tibet, duchateau, grayson, pat lee, spider-man, untamed cinema, jack london, das mordbüro