Dienstag, 20. Mai 2008
Am Stand des Splitter-Verlages, Kongresszentrum / Halle B / Standnummer 73, auf dem Comic-Salon in Erlangen (22.-25. Mai 2008) finden folgende Signierstunden statt:
Donnerstag 22.05.2008
12:00 – 13:00 Ralf Schlüter (Seide und Schwert)
13:00 – 14:00 Dirk Schulz, Horst Gotta (Perry Rhodan)
14:00 – 15:00 Ralf Schlüter (Seide und Schwert)
Freitag 23.05.2008
10:00 – 11:00 Ralf Schlüter (Seide und Schwert)
11:00 – 12:00 Nicolas Keramidas (Luuna)
12:00 – 13:00 Ralf Schlüter (Seide und Schwert)
14:00 – 15:00 Nicolas Keramidas (Luuna)
15:00 – 16:00 Ralf Schlüter (Seide und Schwert)
16:00 – 17:00 Nicolas Keramidas (Luuna)
Samstag 24.05.2008
10:00 – 11:00 Ralf Schlüter (Seide und Schwert)
11:00 – 12:00 Nicolas Keramidas (Luuna)
12:00 – 13:00 Ralf Schlüter (Seide und Schwert)
14:00 – 15:00 Adrien Floch (Die Schiffbrüchigen von Ythaq, Slhoka), Nicolas Keramidas (Luuna)
15:00 – 16:00 Ralf Schlüter (Seide und Schwert), Dirk Schulz, Horst Gotta (Perry Rhodan)
16:00 – 17:00 Nicolas Keramidas (Luuna), Adrien Floch (Die Schiffbrüchigen von Ythaq, Slhoka)
Sonntag 25.05.2008
110:00 – 12:00 Ralf Schlüter (Seide und Schwert), Adrien Floch (Die Schiffbrüchigen von Ythaq, Slhoka)
11:00 – 12:00 Dirk Schulz, Horst Gotta (Perry Rhodan)
13:00 – 14:00 Adrien Floch (Die Schiffbrüchigen von Ythaq, Slhoka)
14:00 – 15:00 Ralf Schlüter (Seide und Schwert), Adrien Floch (Die Schiffbrüchigen von Ythaq, Slhoka)
Quelle: Splitter Verlag Newsletter 20. Mai 2008
Stichwörter: comic-salon erlangen
Freitag, 16. Mai 2008
Lupo ist im Casinofieber. Dabei hatte alles so harmlos angefangen. Professor Knox wollte ihm und Fix und Foxi zeigen, wie gefährlich das Glücksspiel sein kann. Und plötzlich hatte Lupo diese Glückssträhne.
Eigentlich wäre ja gleich zu Beginn draußen geblieben. Mit seinem alten zerschlissenen Anzug machte Lupo nicht gerade den Eindruck eines feinen Herrn. – Sein Mundwerk unterstützte diesen Eindruck auch noch. Nun sitzt er am Roulettetisch und gewinnt. Und gewinnt …
Das kann nicht gut gehen. Lupo wäre nicht Lupo, wenn es gut ginge.
Und Lupo wäre nicht Lupo, wenn ihn nicht der eine oder andere auf den Arm nehmen würde. Genau das geschieht ihm in der Episode Der Lottokönig.
Doch ein Lupo gibt nicht auf. Auch steht ihm da sein eigenes Motto nicht entgegen. (Arbeit? Kenne ich nicht!) Doch auch seine Initiative, ein Artist zu werden, ist nicht von Glück gesegnet. Obwohl er über seinen eigenen Schatten springt und tatsächlich übt.
Massimo Fecchi gibt Knox, Fix und Foxi wie auch Lupo in der ersten Episode Casinofieber ihr Gesicht. Wie auch Mehmet Gülergün in Der Lottokönig beherrscht er das Lupo-Gesicht perfekt. Nicht jenes der Freude, des Schlafes vielleicht (auch eine von Lupos beliebten Tätigkeiten), sondern das zerknitterte Gesicht mit dem gezackten Mund, jenes Gesicht, an dem ein Lupo nicht vorbeikommt, wenn er mal wieder träumt oder ins Fettnäpfchen getreten ist. Insgesamt sind alle Geschichten, auch jene von Carlos Grangel von gewohnt guter Qualität.
Nur für echte Zocker heißt die Überschrift des vorliegenden 3. Bandes der Lupo-Reihe. Und Spiele sind Trumpf: Das Casino mit all seinen Spielen, hier insbesondere Roulette, Lotto, Backgammon, Kartentricks, ein beiliegendes Pocket Snooker und zum guten Schluss eine Quiz-Show.
Auf allerherrlichste Weise werden hier die allseits bekannten und beliebten Ratesendungen durch den noch berühmteren Kakao gezogen.
Von wem stammt Goethes „Faust“?
Wir erfahren leider nichts über den Beginn von Lupos Antwort, doch der Schluss ist hanebüchen genug: … außerdem gewann der gegen Max Schmeling 1959 bei den Olympischen Spielen!
In den berühmten Kandidatenkabinen (wie sie der Leser vielleicht noch von Der große Preis her kennt) kommt es schließlich für Lupo zum Showdown.
Etwas ähnliches erwartet ihn auch mit seinem Lottogewinn. Wer in einer Druckerei arbeitet, sollte prüfen, ob er eine echte Tageszeitung in der Hand hält. – Hier kann der kleine Leser mal so richtig Mitleid mit dem sich überschwänglich freuenden Lupo haben. Denn für diese Misere kann er diesmal nichts.
Die letzte Geschichte in dieser Ausgabe ist zugleich die amüsanteste (wie immer Geschmackssache). Als Verhohnepipelung auf die ewigen Quiz-Shows, die sich nach unzähligen eher wenig unterschiedlichen Varianten hauptsächlich durch die zu erreichende Gewinnsumme unterscheiden ist es absolut treffend geworden. Auch die Parodie eines Quizzer-Castings darf hier nicht fehlen, bei dem die potentiellen Kandidaten schon so richtig gefordert werden. Leider funktioniert hier die Methode … die schlechten ins Kröpfchen nicht.
Wer nicht Backgammon spielen möchte (mit dem abgedruckten Spielfeld) sollte sich die Rückseite aufhängen. Der in voller Spielermontur ausgestattete Lupo präsentiert mit einem fiesen Grinsen seine Kartenspielertricks.
Für die jungen Leser (und junggebliebene) ein feiner Lese- und Spielespass.
Stichwörter: carlos grangel, massimo fecchi, mehmet gülergün
Dienstag, 13. Mai 2008
Zahlreiche Künstler sind auf dem diesjährigen 13. Internationalen Comic-Salon Erlangen von 22.-25. Mai 2008 vertreten. Eine kleine Auswahl:
Am Stand von:
Ehapa Comic Collection/EGMONT Manga & Anime
Halle B, Stand 31
Kongresszentrum / Rathaus, Rathausplatz 1, 91052 Erlangen
Donnerstag, 22. Mai 2008,
15:00 bis 16:00 Uhr: Peter Puck (RUDI), Jörg Hartmann (Nostradamus)
17:00 bis 18:00 Uhr: Naomi Fearn, Stefan Dinter (Katie Cat)
Freitag, 23. Mai 2008
11:00 bis 12:00 Uhr: Zoran Janjetov (Technoväter), Marco Rota (Disney), EIKI EIKI (Train Train), Peter Puck, Jörg Hartmann
12:00 bis 13:00 Uhr: Reinhard Kleist, Titus Ackermann (Elvis)
14:00 bis 15:00 Uhr: Simon Eckart, Michael Vogt (Das Blut der Templer), DuO (Indépendent), Naomi Fearn , Stefan Dinter
15:00 bis 16:00 Uhr: Zoran Janjetov, Marco Rota, EIKI EIKI, Achdé (Lucky Luke), Tabary (Isnogud)
16:00 bis 17:00 Uhr: DuO, Simon Eckart, Michael Vogt, Naomi Fearn, Stefan Dinter, Peter Puck, Jörg Hartmann
17:00 bis 18:00 Uhr: Zoran Janjetov, Marco Rota , EIKI EIKI, Tabary
Samstag, 24. Mai 2008
11:00 bis 12:00 Uhr: Achdé, Marco Rota, DuO, Peter Puck, Jörg Hartmann, Naomi Fearn, Stefan Dinter, Simon Eckart, Michael Vogt
13:00 bis 14:00 Uhr: Reinhard Kleist, Titus Ackermann
Sonntag, 25.Mai 2008
11:00 bis 12:00 Uhr: Zoran Janjetov, Marco Rota, EIKI EIKI, Achdé , Nicola Tabary, Szenarist Tabary
12:00 bis 13:00 Uhr: Jens Bringmann, Valentin Kopetzki (Wild Life), DuO, Peter Puck, Jörg Hartmann, Naomi Fearn, Stefan Dinter, Simon Eckart, Michael Vogt
13:00 bis 14:00 Uhr: EIKI EIKI
Am Stand von:
Panini Comics
Halle A, Stand 25
Kongresszentrum / Rathaus, Rathausplatz 1, 91052 Erlangen
Donnerstag, 22. Mai 2008
13.00 bis 16.00 Uhr: Marko Djurdjevic (Daredevil, Thor)
13.00 bis 15.00 Uhr: Pasqual Ferry, Goran Sudzuka
15.00 bis 16.00 Uhr: Nic Klein
Freitag, 23. Mai 2008
11.30 bis 13.30 Uhr: Marko Djurdjevic, Pasqual Ferry, Goran Sudzuka
13.30 bis 14.30 Uhr: Nic Klein
Samstag, 24. Mai 2008
11.30 bis 13.30 Uhr: Marko Djurdjevic, Pasqual Ferry, Goran Sudzuka
13.30 bis 14.30 Uhr: Nic Klein
Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Quellen: Ehapa Pressemitteilung zum Comic-Salon Erlangen, Panini Presse-Mitteilung zum Comic-Salon Erlangen + Homepage-Mitteilung
Stichwörter: comic-salon erlangen
Mittwoch, 07. Mai 2008
Die Eiskristalle fegen in dichten Böen über die Hochebene und erschweren dem kleinen Trupp Ritter die Sicht. Die Jagd ist sehr schwierig zwischen den hohen Gipfeln des Gebirges. Irgendwo muss der Drache sein. Als der kleine Trupp sich untereinander im Schneegestöber zu verlieren scheint, greift der Feind an.
Die Drachen sind die heimlichen Hauptdarsteller dieser Reihe. Jedes Mal wartet der Leser gespannt auf den Auftritt dieser Giganten. Hier muss nicht lange gewartet werden.
Eis und Sturm boten in so mancher Geschichte schon häufig die Gelegenheit für ein spannendes Szenario. In den eisigen Höhen, die im vorliegenden 6. Band der Reihe gezeigt werden, kämpft die Natur zusätzlich gegen die Drachenritter. Der Eisdrache passt sich als weitere elementare Kraft in diese Umgebung ein und wurde von Laurent Sieurac entsprechend dramatisch in diese Schneelandschaft integriert.
Das Design des Drachen ist erneut anders und wirkt wie eine Mischung aus Wolf und Krokodil. Er scheint den Betrachter durch seine Maulform geradezu höhnisch anzugrinsen. Der optische Gegensatz, gespieenes Feuer vor Schneesturm, der Szene heizt natürlich auch die Phantasie des Lesers an. Was mag jetzt noch alles passieren? Wie kann das noch getoppt werden?
Und an dieser Stelle erfolgt der positive Trick von AnGe, des Autorenduos der Reihe, das einmal mehr beweist, wie sehr sie auch gegen den Strom schwimmen können und ausgetretene Erzählpfade verlassen.
Jenseits der Berge
N’Aria erwacht in der Obhut eines kleinen Stammes, eines seltsamen Stammes aus ihrer Sicht. Offensichtlich hat das Übel zugeschlagen. Aber der Stamm ist nicht bösartig, nur die Missbildungen, die auf einer unteren Stufe stehen geblieben zu sein scheinen, wirken auf N’Aria, die von den Stammesmitgliedern Raiad genannt wird, etwas abstoßend. Zuerst will N’Aria nur ihre Aufgabe erfüllen. Von dem Übel, wie es der Leser auch gelernt hat, gibt es kein Zurück mehr.
Doch was ist, wenn das Übel nicht zur Gänze ausbricht? Wenn die Betroffenen zwar übel aussehen, aber nicht übel handeln?
Aus dem Kampf N’Arias gegen die Monster wird ein Kampf gegen das Erlernte, gegen die eigenen Überzeugungen. Nach all der Zeit, die sie im Orden verbracht, hat sie außerdem ein normales Leben, normale Interaktion verlernt. Ihre Frage, ob es im Stamm noch Jungfrauen gebe, wird eher belacht – nicht belächelt, sondern belacht. Eine findet sich dann, doch diese ist eine wirkliche Ausnahme. Über Djana, so der Name der jungen Frau, gewinnt N’Aria immer größere Einblick in das soziale Leben und die Kultur dieses Volkes. Die vermeintliche niedere Kultur hält Überraschungen bereit, von denen ihre Friedfertigkeit nur eine ist.
Das Interessante der Geschichte, der Zwiespalt N’Arias spiegelt sich nicht vollständig in der grafischen Umsetzung wider. Die Vorgänger von Laurent Sieurac haben grafisch etwas besser gearbeitet – obwohl dies sicherlich eine Geschmacksfrage ist. Figürlich und räumlich ist alles passend und sauber ausgeführt, einzig die Gesichter wirken manchmal etwas bemüht, aber da dies durchgängig der Fall ist, ließe sich das auch als Zeichenstil erklären.
Leider lässt sich nicht sagen, wie groß der Einfluss von Stéphane Paitreau durch die Kolorierung ist und ob hierdurch vielleicht etwas verloren ging.
Eine Auseinandersetzung, die sich auf den Orden selbst beschränkt, in einer Zeit, als die Regeln noch jung waren. Eine Ritterin stellt sich gegen ihren Orden, zum Wohle eines Stammes, den sie lieb gewonnen hat. Drama, viel Gefühl und sehr liebenswerte Charaktere (wie sie wohl nur einem Naturvolk entspringen können) prägen diesen Band der Reihe. Spannend, aber auch sehr melancholisch.
Die Legende der Drachenritter 6 – Jenseits der Berge: Bei Amazon bestellen
Stichwörter: ange, laurent sieurac
Freitag, 29. Februar 2008
Die Männer sind auf der Flucht. Etwas ist hinter ihnen her. Seine Gefährlichkeit hat es bereits mit der Tötung ihrer Gefährten unter Beweis gestellt. Es ist nicht das Übel, das hinter ihnen her ist. Das steht zweifelsfrei fest. Aber, was ist es dann?
Auf einer Lichtung stellen sich die verbliebenen Männer zum Kampf. Aus der Dunkelheit nähert sich der Feind über die Bäume. Leise Zuversicht macht sich breit. Wenn es nicht das Übel ist, was ihnen auf den Fersen ist, dann sind es vielleicht normale Tiere. Dann können sie getötet werden. Dann könnten die Männer überleben. Könnten! Wenig später entscheidet sich ihr Schicksal.
Josanifellana-Sin A Dekkellane, kurz Jo genannt, trifft vor ihrer Ritterin Snejana in der Drachenritter-Schule von Faiza ein. Die junge Frau findet nur eine Oberin vor, ansonsten ist die Schule verwaist. In dieser Gegend herrschte einmal das Übel. Leider griffen die Drachenritter zu spät ein. Viele starben. Die Überlebenden hatten nicht mehr den Mut und den Willen in der Gegen zu bleiben. Ohne Knappen, die gleichfalls in andere Schulen abwanderten, und Menschen, die helfen konnten das Anwesen zu versorgen, verfiel Faiza mehr und mehr. Nun ist es eine halbe Ruine. Aber warum ist diese Ritterin geblieben?
Die Vorfälle um Menschen, die in den Wäldern um das alte Schloss zu Tode kommen, mehren sich. Bei dem normalen Volk ist man in Sorge. Ist der Drache, der einst das Übel brachte, wirklich tot? Inzwischen ist auch Ritterin Snejana eingetroffen. Diese macht keinen Hehl aus der Abneigung gegenüber der Oberin. Außerdem glaubt sie nicht, dass Oberin Ralena einst den Drachen tötete. Snejana kommt in offizieller Mission. Der Doge braucht zu seiner Krönung ein bestimmtes Medaillon. Leider trug sein Vorgänger es, als das Übel zuschlug. Seither ist es im alten Schloss verschollen. Die Drachenritter haben sich bereit erklärt das Medaillon zu finden.
Die Reise beginnt.
Die fünfte Episode um Die Legende der Drachenritter erzählt von den Folgen des Übels, lange nachdem der Drache verstorben ist. Bisher entführten das Autorenduo AnGe ihre Leser gerne in das Zentrum des Geschehens, ließ wundersame Kreaturen und monströse Gestalten im Gefolge eines Drachens auftreten. Sie verlassen diesen Pfad nun. Ein Drache wird uns nur in der Vergangenheit gezeigt. Und doch gibt es etwas, das Menschen jagt. Aber was? Mit diesem Rätsel folgt der Leser den drei Hauptfiguren in das Abenteuer.
Snejana, starke Drachenritterin, hochnäsig, forsch, fähig und trotzdem unsympathisch, führt die kleine Gruppe an. Ralena, die letzte Rittern der Schule von Faiza, nimmt das Leben viel ruhiger an. Gerne gibt sie ihr Wissen an die junge Jo weiter, für die das Leben als Ritterin eher ein Spiel denn ernste Auseinandersetzung mit ihrer Zukunft ist. Außerdem gesteht Jo Ralena vor dem Aufbruch zur Reise ein kleines, nicht unwichtiges Detail. Ralena macht sich deshalb keine Sorgen. Schließlich weiß sie aus erster Hand, dass der Drache tot ist – sie selbst vollbrachte das Kunststück. Doch die Tatsache des Verlustes einer Vielzahl von Kameradinnen in diesem Gefecht nagt noch heute an ihr.
Binnen kürzester Zeit haben AnGe ihre Charaktere vorgestellt und etabliert. Sehr schön zeigen sie die Rivalität zwischen den beiden Drachenrittern, die allerdings an Ralena weitestgehend abzuprallen scheint. Jo ist das Nesthäkchen und zuständig für den Humor, den sie gleich zu Beginn unter Beweis stellt, als sie einen einfachen Bauern nur mit der Nennung des Wortes Drache Angst einjagt. Mit ihren Augen verfolgt der Leser die Geschichte, denn ebenso wie für den Leser ist die Welt der Drachenritter, ihr Orden und ihr Leben schwer zugänglich.
Ihre Aufopferung wird in vielen Fällen bereits in jungen Jahren mit dem Tode bezahlt. Wer ohne sorgfältige Ausbildung dem Drachen und den ihm folgenden Monstren gegenüber tritt, ist zwangsläufig dem Tode geweiht.
Die Atmosphäre der Geschichte, die in ihrem Verlauf immer gruseliger wird, wird von Zeichner Christian Paty sehr schön eingefangen. Wenn die Gruppe das alte Schloss erreicht, stellt sich eine Stimmung ein, die eine Hommage an die Dornröschen-Verfilmung von Walt Disney sein könnte. Steile Brücken und Zugänge, halb zugewuchert, verwunschen aussehend. Wilde Gewächse, dornenreich und vertrocknet knöchern, weisen hinauf zu einem aus der Tiefe her gigantisch ausschauenden Schloss, dessen Türme an den Wolken zu kratzen scheinen.
Kaum hat man sich als Leser an diesen Anblick gewöhnt, erfolgt sofort die nächste Überraschung. Vögel. Mehr soll nicht dazu gesagt werden, nur, dass die gesamte Szenerie nicht nur als eine Hommage an Disney verstanden werden kann.
Damit nicht genug. Eine weitere Szene erinnert an einen so genannten Kino-Blockbuster. Fast meint man die entsprechenden Geräusche und das Knurren zu vernehmen, wenn Ritterin Ralena …
Mehr soll wirklich nicht verraten werden, aber ein wenig Freude über das sehr gelungene Gesamtszenario sei erlaubt.
Kaum ist der Anmarsch der Helden vorüber, wird es ein wenig klaustrophobisch. Inmitten der Schlossmauern warten enge Gänge, morsche Wände und modrige Böden. Kurzum, das gesamte Gemäuer entpuppt sich als eine riesige Falle, in der dem Leser kein anderer Ausweg bleibt, als mit den Helden zu fiebern. Dabei erwartet die Ritterinnen eine Überraschung nach der anderen.
Paty findet sich immer mehr in die Geschichte hinein, je gruseliger es wird, desto mehr Einzelheiten zu zeigen sind. Ihm gelingt es, die Vorgaben, die er von AnGe erhalten hat, stimmig umzusetzen und mit dem gewissen Auge für einen schönen Bildaufbau.
Eine sehr geduldig erzählte Geschichte aus der Welt der Drachenritter. AnGe nehmen sich Zeit für die Entwicklung, die Darstellung des Landes, des Hintergrundes. Christian Paty übernimmt von seinen Vorgängern als Zeichner kein leichtes Erbe, kann es aber mit Leichtigkeit fortführen. Sehr gut.
Die Legende der Drachenritter 5 – Die Schlossgärten: Bei Amazon bestellen
Stichwörter: ange, christian paty
Freitag, 24. August 2007
Der Pass ist schmal. Die Stelle für den Widerstand ist bewusst gewählt. Aber die Zeit läuft den Verteidigern davon. Von der Verstärkung ist noch niemand in Sicht, während die Angreifer mit ungebrochener Kraft in die Verteidigungslinien einbrechen.
Der Orden der Drachenritter von Messara ist der größte und älteste seiner Art. Seit alters her werden hier die angehenden Ritter ausgebildet. Die Frauen haben sich nicht nur dem Kampf verschrieben. Pflichtgetreu helfen sie, wo sie können. Die Drachenritter dienen, sie mischen sich nicht in die Politik ein. Der Kaiser benötigt nun ihre Hilfe, und er hat keinerlei Zweifel daran, dass die Drachenritter ihm gehorchen werden.
Jenseits der Fjorde unweit von Messara wurde vor kurzer Zeit ein Drache gesichtet. Obwohl Ritter zur Bekämpfung des Untiers ausgesandt wurden, scheint das Monster nicht vernichtet worden zu sein. Das Übel, das im Umkreis eines Drachen auftritt, hat inzwischen sehr weit um sich gegriffen. Mehr noch: Die einzigen Krieger, die zwischen den verseuchten Menschen des Übels und den Einwohnern von Messara stehen, sind die Drachenritter. Ein Drachenritter nimmt stets seine Pflicht wahr. Bald schon machen sich 400 Krieger auf den Weg zum Brisken-Pass, um die angreifenden Horden abzufangen.
Zu den führenden Rittern des Trupps gehören Alia und Tora. Beide sind gestandene Kriegerinnen, doch die Aufgabe, die ihrer harrt, ist selbst für sie ungewöhnlich. Nicht als Einzelkämpfer sollen sie sich dem Übel stellen, sondern als Armee. Die Hoffnung auf zeitigen Entsatz ist sehr klein. Jeder Kämpfer zieht mit dem inneren Wissen in die Schlacht, dass sie niemals lebend zurückkehren wird.
Nicht 300, sondern 400 Kriegerinnen sind es, die den Pass in der 4. Folge von Die Legende der Drachenritter halten. Brisken wird zu einem Symbol des Mutes und der Pflichterfüllung in der Geschichte der Drachenritter, die weiterhin von AnGe geschrieben und diesmal von Philippe Briones gezeichnet wird. Farbführend war ebenfalls wieder Stéphane Paitreau.
In den vorangehenden Episoden ging es vordergründig stets um die Bekämpfung des Drachen. Der Leser wurde Zeuge, wie Drachenritter vorgingen. Er konnte miterleben, wie die Auswirkungen des Übels eines Drachen auf die Menschen sind. Drastische Schilderungen dessen erlebte der Leser jüngst in der letzten Folge, in der eine Familie auseinanderbrach. Meistens sah der Leser einzelne Kämpfer oder ein Duo im Kampf oder während eines Auftrags. Dramatischer und aufwendiger, vergleichbar einem Monumentalfilm, ist der 4. Teil geworden.
Wie auch seine Vorgänger kann die Geschichte für sich alleine stehen. Eine Vorkenntnis, der nur locker miteinander verbundenen Episoden ist nicht erforderlich.
Noch nie haben die Drachenritter in einem solchen Verbund gekämpft. Die Aufgabe ist vermutlich riskanter, als alles andere, was die Krieger bisher leisten mussten.
AnGe, das Autoren-Duo, schildert eine Geschichte über eine aussichtslose Schlacht, wie es sie in Sage und Geschichte schon häufig gab. Hier machen sich die weiblichen Krieger einen naturgegebenen Engpass im Gebirge zunutze, um einer brutalen Übermacht zu begegnen. Da der Orden nicht über genügend Kämpfer verfügt, müssen auch Knappen mit in die Schlacht ziehen. Den Jüngeren gilt nicht nur eine besonderes Augenmerk, sondern auch die Sorge der älteren Ritter. Alia steht hier stellvertretend für andere kampferprobte Recken.
Die Kampfszenen sind schrecklich, aber die Drachenritter halten stand. Tag um Tag geht ins Land. Die Reihen der Ritter schrumpfen.
AnGe schildern die Verzweiflung, die Hoffnungsschimmer der Kriegerinnen, wie auch ihr Aufbäumen im Kampf ganz ausgezeichnet mit einigen ausgewählten Szenen. So wird auf unnötige Gewalt verzichtet. Was der Leser hier zu sehen bekommt, unterstreicht die Dramatik. Vieles spielt sich auch am Bildrand oder im Anschnitt ab, was die Vermutung dieser stützt, dass man kein einfaches Schlachtengemälde abliefern wollte, sondern ein vielschichtiges Bild der Kriegerinnen und ihres Ethos’.
Alia, durchtrainiert, schlank, ist das Pendant zu Tora, die eine muskulöse und riesige Frau ist. Wo Alia auch zurücksteht, aus Sorge um ihre Schutzbefohlenen, fasst sich Tora bald ein Herz und wagt einen Ausfall. Diese Verzweiflungstat ist es denn auch, die die Angreifer kurzfristig verzagen lässt. Angst macht sich selbst unter den Verseuchten breit.
Aber Kampf und Charakterstudien sind nicht die einzigen Elemente dieses Epos. Im Hintergrund werden in Zwischensequenzen die Beweggründe für diese mehrtägige Schlacht deutlich. Intrigen und Politik sind verantwortlich für den Verrat, der Schuld an diesem Massaker ist. Die Enthüllungen werden von den Drachenrittern sehr ruhig aufgenommen. Während die Lösung immer weiter ins Licht rückt, naht das Ende der immer kleiner werdenden Truppe.
Mit Philippe Briones ist ein neuer Zeichner im Team der Reihe, der mit den Massenszenen der Schlacht außerordentlich gut zurecht kommt. Möglich, dass hier Studien an Schlachtenszenarien vergangener Leinwandepen vorgenommen wurden. Die Bildausschnitte sind jedenfalls sehr ähnlich geworden. Einen Lieblingszeichner mag jeder Leser für sich ausmachen, denn im Anhang finden sich Skizzen von jedem der beteiligten Künstler.
In der 4. Folge der Legende der Drachenritter wird es monumental. In einer gut konstruierten Handlung erzählt AnGe einen spannenden Kampf und vertieft den Einblick in die politischen Wirren des Landes und den Orden selbst. Klassische Schwert-Fantasy mit Kriegerinnen im Mittelpunkt, die ihren männlichen Kollegen in Nichts nachstehen.
Die Legende der Drachenritter 4 – Brisken: Bei Amazon bestellen
Stichwörter: ange, philippe briones, drachenritter
Samstag, 14. Juli 2007
Das Ende naht. Die Menschen in den zerstörten Straßen verteidigen sich gegen die Monster aus der Hölle. Aber der Nachschub der furchtbaren Kreaturen scheint unerschöpflich zu sein.
Julien muss gemeinsam mit seiner Mutter an einer Barrikade beobachten, wie die Ungeheuer anrücken. Gewehrfeuer lichtet die Reihen der Dämonen, die wenigstens in dieser Welt ebenso verletzlich sind wie jedes andere Lebewesen auch. Die fremden Wesen, von denen niemand zu sagen vermag, woher sie stammen, sind nicht auf den Boden beschränkt. Auch aus der Luft greifen die Monster an. Aus Notre Dame schießt eine gigantische Flammensäule in den Himmel. Die Seine ergießt sich in eine unbekannte Tiefe. Paris, eine Wiege der modernen Zivilisation, ist nur noch ein einziges Schlachtfeld – die letzte Station vor dem Weltuntergang.
Auf ihrer Flucht erinnert sich Julien. Vor kurzem hat er Gott gesehen. Mutter und Sohn führen in ihrem Versteck ein verzweifeltes Gespräch. Wie konnte es dazu kommen? Warum lässt Gott all dies geschehen? Viel Zeit für einen philosophischen wie auch hilflosen Disput bleibt den beiden nicht. Die Dämonen haben ihre Spur aufgenommen und folgen ihnen durch das verlassene Gebäude. Plötzlich steht die Zeit still. Als habe Gott nur auf diesen Zeichen der Macht gewartet, erscheint der Schöpfer allen Seins.
Der Schöpfer ist ein großes Kind, genauer gesagt, drei Kinder. Er ist verspielt und weise. Und er überlässt die Verantwortung für die Zeitenwende – oder den Untergang – Julien. Der Junge sieht sich einer Aufgabe gegenüber, die nicht für einen Menschen geschaffen wurde – nun, vielleicht nicht für einen Erwachsenen, aber vielleicht für ein Kind.
Das verlorene Paradies zeigt mit seiner vierten Ausgabe, Erde betitelt, läutet die Endphase der dramatischen Ereignisse um das Ende der Welt und der Liebe eines Engels zu einer Dämonin ein.
Es ist überaus faszinierend, auf welch mythologische Pfade sich AnGe und Alberto Varanda sich hier begeben. Es ist eine Handlung, die sehr kompakt angelegt ist und die Vorstellungskraft reizt. Wer die Geschichte liest, kann auf ähnliche Empfindungen stoßen, die sich einstellen, wenn man darüber nachdenkt, wo das Universum aufhören könnte.
Die Vorstellungskraft spielt eine große Rolle in dieser phantastischen Welt, die hier vor den Augen der Leser ausgebreitet wird. Dank der szenischen Vorlage durch AnGe kann Philippe Xavier verschiedene Bilder der menschlichen Mythen ausprobieren. Es ist aufregend, wie Julien seine eigene Realität nur durch die Kraft seiner Gedanken verändert. Aus dem Abbild eines Flusses in die Unterwelt mit einem unheimlichen Fährmann, der die Toten übersetzt, wird ein Kreuzweg der Welten, der Juliens eigenen Vorstellungen eines Eingangs zur Hölle mehr entspricht – und es sieht auch weitaus gruseliger aus als ein schweigsamer Fährmann.
Eindrucksvoll schafft Xavier eine monströse Architektur, verschnörkelt wie nach außen gekehrte Muskulatur, knochig in seinen dämonischen Fratzen, überdimensional in seiner Ausführung. Im Zentrum dieser absurden und tödlichen Kreation muss der zu finden sein, der all die Horden anleitet, die nun eine Bresche in die himmlischen Heerscharen geschlagen haben: Satan.
Und wieder erfolgt eine Überraschung, denn der Herr der Fliegen hat eine Gestalt gewählt, die keineswegs hassenswert oder grausam erscheint. Immerhin ist Satan ein gefallener Engel und hat sich einen Teil seiner Schönheit bewahrt.
1937 in Nanking töteten die Japaner 300.000 Chinesen. Sie führten Experimente mit ihnen durch, folterten sie reihenweise. Sie schlitzten Schwangeren den Leib auf, holten die Babys heraus und aßen sie lebendig, vor den Augen ihrer schreienden Mütter.
Satan glaubt den Jungen erschüttern zu können, was ihm im ersten Ansatz auch gelingt. Doch der Junge wurde nicht zufällig von Gott ausgewählt. Julien hat ein gutes Herz, außerdem ist er sehr intelligent und erliegt den Einflüsterungen des Fürsten der Finsternis nicht. Aber der gefallene Engel kann den Jungen trotzdem aus der Fassung bringen. Dieser Umstand genügt, um das Chaos in Gang zu halten.
Schließlich gibt es nur noch die berühmte last line of defense. Gabriel, der Engel aus der zweiten Reihe, der ein hohes Maß Verantwortung an den Kämpfen trägt, hat sich inzwischen zu einem Heerführer aufgeschwungen, dem die übrigen Engel ohne zu fragen gehorchen. Im legendären ersten Turm des Himmelreiches begegnet Gabriel seinem Schicksal.
Oh, ich will leben. – Leben, ohne zu bluten.
Die Lösung ist so einfach wie komplex. Sie ist grafisch eindrucksvoll gelöst und von ihrer Handlung her sehr interpretierbar. Aus diesem Grund darf und kann auch nicht zu viel verraten werden, denn jeder Leser kann hier seine eigenen Gedanken zu den Geschehnissen einbringen.
AnGe und Philippe Xavier schließen einen mythischen Vierteiler ab, der von Folge zu Folge rätselhafter wie auch faszinierender wurde. Das verlorene Paradies gehört zu der Art Comics, die den Leser auch in die Pflicht nimmt und wie beiläufig eine unterhaltende Spannung aufbaut. Mitdenken ist hier gefragt, fällt aber auch leicht, weil es unaufdringlich vermittelt wird. Nach vielfältigen Szenarien rund um die Kluft zwischen Himmel und Hölle ist dies eine der besten Geschichten seit langem.
Stichwörter: ange, alberto varanda, philippe xavier, alexe
Mittwoch, 23. Mai 2007
Aus Freunden sind Feinde geworden. Spider-Man hat ein Problem mit der Lagebesprechung. Iron Mans Anweisungen sind militärisch wie und je angesichts der schwierigen Aufgabe. – Und Peter gefällt die Situation überhaupt nicht.
Der Gefangenentransport wird eine schwierige Angelegenheit. Alle beteiligten Bewacher wissen das – die Superhelden sind ebenso im Bilde wie die normalen Sicherheitsbeamten. Die Stimmung ist äußerst angespannt, denn jeder weiß, dass die potentiellen Angreifer Freunde sein werden.
Sind sie wirklich noch Freunde? Kann es sein, dass eine Gesetzesvorgabe Freunde durch einen schlichten Beschluss zu Feinden gemacht hat?
Nicht nur Sicherheitskräfte und Superhelden sind nervös. Entlang der Strecke des Gefangenentransports haben sich Demonstranten eingefunden. Auch hier ist die Meinung gespalten. Spider-Man versucht die Übersicht zu behalten. Die Scanner zeigen keine nennenswerten Gefahren an. Iron Man glaubt, alles im Griff zu haben. Plötzlich meldet sich der Spinnensinn. Die Angreifer nähern sich – von unten.
Sofort wird der Transport umgeleitet. Die Helden bemerken ihren Fehler viel zu spät, denn auf der neuen Route durch die Yancy Street haben schon ganz andere Helden schlechte Erfahrungen gemacht. Schließlich kommt es zu einem Kampf, den Spider-Man nie gewollt hat.
Peter hätte seinen Mund halten sollen. Aber, nein, er musste es Iron Man nachmachen und vor aller Augen seine wahre Identität enthüllen.
Spidey wird zur besonderen Zielscheibe. Es geht steil in die Tiefe. Unterdessen, noch im Sturz, kommt es zu einer saftigen Prügelei mit Scarecrow. Die Halluzinationen, hervorgerufen durch die kleinen Spielereien des Schurken, gaukeln Spidey sogar das Auftauchen des grünen Kobold vor. Aber Spideys neue Ausrüstung birgt Überraschungen, an die sich so mancher Feind noch nicht gewöhnt hat. Und auch mit seinem Humor kommt nicht jeder Feind klar.
Manche sind einfach genervt davon, dass sein Mundwerk nie stillzustehen scheint (was teilweise auch auf seine Freunde zutrifft), wieder andere scheinen nicht zu verstehen, wann etwas ernst gemeint ist oder nicht. So verhält es sich auch mit Will-O-The-Wisp, dessen Name Spidey schon zum Lachen bringen sollte. Allerdings unterschätzt er seinen Feind auch und erhält im nächsten Moment die Quittung für seine Unachtsamkeit.
In Ausgabe 37 der Spider-Man-Saga treffen sich in zwei Episoden ein paar sehr bekannte Macher aus der Comic-Szene. Mit J. Michael Straczynski ist sogar ein Autor am Start, der sich bereits mit vielen spannenden Spidey-Szenarien etabliert hat. Erprobt im Science Fiction-Genre mit der Fernsehserie Babylon 5 hat er sich schon lange einen Namen im Bereich der Comics gemacht.
Seine Arbeiten im Team zusammen mit John Romita Jr. sind sicherlich kleine Meilensteine der Spider-Man-Saga. In der 3. Episode zu Krieg im eigenen Land hat er einmal mehr einen Partner gefunden, der einen ähnlichen Stil wie Romita zu Papier bringt: Ron Garney zeichnet etwas exakter und doch hinterlassen die Bilder wenigstens den Eindruck, als sei Garney bei Romita in die Schule gegangen.
Garneys satter Zeichenstil reißt mit. Die Bilder sind klasse, aber sie stellen sich nicht mit einem überproportionalen Einsatz von Details der Geschichte in den Weg. Dank der Bildwahl, der –Folge und der Perspektiven entsteht ein filmischer Eindruck. Auch ist es ein Glück, dass Garney durch die Vorlage der Geschichte mit vielen verschiedenen Helden arbeiten darf. Spider-Man (ich will das alte Kostüm zurück) im Kampf mit Captain America ist optisch rasant und grafisch absolut überzeugend.
Garney ist ein Zeichner in bester Marvel-Tradition!
Ein Zeichner ganz anderen Kalibers ist Angel Medina, der Fans bestens bekannt aus dem Horror-Klassiker Spawn sein dürfte. Die Optik seiner Arbeiten, der feine Tuschesstrich, mit dem ihn Inker wie hier Scott Hanna unterstützen, all das macht aus seinen Bildern etwas ganz besonderes. Medina läuft immer dann zur Hochform auf, wenn die Handlung ein Stück weit ins Unheimliche abgleitet. Ähnlich wie Bernie Wrightson, der auch schon eine Spidey-Geschichte gestaltet hat, drückt auch Medina Spider-Man seinen Stempel auf. Der grüne Kobold hat selten wahnsinniger ausgesehen – und selten so gruselig. Das Abschlussbild des Bandes verdeutlicht Medinas Fingerspitzengefühl als Gruselexperte zusätzlich.
Ein sehr gelungener Band aus der Spider-Man-Reihe, der nicht nur aus der allgemeinen Saga, sondern auch aus dem Civil War-Ereignis herausragt.
Stichwörter: angel medina, j. michael straczynski, ron garney, roberto aguirre-sacasa, spider-man
Sonntag, 06. Mai 2007
Der Drache kann nicht besiegt werden. Die Drachenritterin, die versuchte ihn zu töten, hat nicht überlebt. Die Schwestern der Rache greifen ein. Ihre Aktion ist schnell ausgeführt. Das Ergebnis ist gewaltig. In einem riesigen Umkreis überlebt nichts – auch kein Drache.
Kurze Zeit darauf kommt eine kleine Expedition in das Gebiet. Eigentlich sollten Hairin und seine Begleiter, die blinde Cousine Saira und seine kleine Nichte Amel, längst auf der Heimreise sein, denn Hairins Bruder erwartet sie längst zurück. So aber sind die drei die ersten, die das zerstörte Gebiet durchqueren und einige gute Funde machen. Darunter befindet sich auch das Schwert einer Drachenritterin – jener Ritterin, die den Kampf mit dem Monster nicht überlebte.
Derweil ist auch die Drachenritterin Mara auf dem Weg in ein verseuchtes Gebiet. Ihre Aufgabe muss gelöst werden, bevor die Schwestern der Rache eingreifen können. Ihre Ankunft in Ortschaften verbreitet sich stets wie ein Lauffeuer. Ein Drachenritter weckt Hoffnungen und zeugt von Abenteuern, die sich jene, die sie erblicken, gerne in Gedanken ausmalen.
Mara wird gebeten einen Fall zu entscheiden, um herauszufinden, ob es sich vielleicht um das von Drachen verbreitete Übel handelt. Hier kann Mara beweisen, dass Drachenritter viel mehr sind als nur Kriegerinnen. Ihr besonnenes Auftreten bringt ihr zusätzlichen Respekt bei den Menschen ein. Schnell kann der Verdacht beseitigt werden. Es ist nur die Pest – was schlimm genug ist.
Hairin, der inzwischen nach Hause zurückgekehrt ist, wird von seinem Bruder heftig zurechtgewiesen. Der kleine Abstecher in das ehemals verseuchte Land hat dem Familienunternehmen viel Zeit und Geld gekostet. Der große Bruder hat genug von den Eskapaden Hairins. Die nächste Expedition begleitet er selbst.
Ohne es zu wissen haben sie ein ähnliches Ziel wie die Drachenritterin. Schließlich geraten sie in einen Landstrich, der ohnehin nicht bewohnt ist, weil er seit jeher wüstenähnliche Eigenschaften besitzt. Nach und nach verändern sich die Verhaltensweisen der Reisenden. Immer mehr Aggression und körperliche Gewalt wird nach oben gespült. Als sich der Einfluss des Übels nicht mehr leugnen lässt, beginnen die ersten körperlichen Veränderungen. Es gibt kein Zurück mehr.
In der dritten inhaltlich abgeschlossenen Episode aus der Reihe Die Legende der Drachenritter mit dem Titel Das leblose Land breitet das Autorenduo Ange eine sehr tragische Geschichte vor dem Leser aus.
Wie in einer Tragödie ist das Ende vorgezeichnet. Der Weg dorthin allerdings hält Überraschungen bereit, die zeitweilig sehr mitreißend sind. Zwei Blickwinkel werden dem Leser gestattet. Amel, das kleine Mädchen, schaut diese Welt mit Augen, die Hoffnung und Wunder suchen. In diesen Augen sind Drachenritter besonders faszinierend. Mara ist die Drachenritterin. Sie ist sehr selbständig und professionell in ihrer Arbeit, doch die Grundlage für ihren Status nagt auch an ihr. Um den Drachen bekämpfen zu können, muss sie ihre Jungfräulichkeit bewahren, damit sie vor dem Übel gefeit ist. Doch zahlt sie mit diesem Preis auch dafür, niemals eine eigene Familie haben zu können.
Mara dürfte die Drachenritterin aus den bisherigen drei Bänden sein, die angesichts ihres jugendlichen Alters sehr erwachsen wirkt. Wie sie während der Pest-Diagnose gezeigt wird, während ihrer Auseinandersetzung mit Wegelagerern und im Gespräch mit Stadtoberen, ist in jeder Szene absolut auf den Punkt gebracht.
Sie ist aber auch ein Gegensatz zu Amel, in deren Familie es mehr Leid als alles andere gibt. Mara ist nur sich selbst und dem Orden verantwortlich. Zwar hat sie noch eine verheiratete Schwester, aber eine richtige Familie ist es nicht, da sie sich emotional davon lösen kann, um effektiv ihren Job zu verrichten.
In der Familie von Amel ist von Effektivität keine Spur zu sehen. Der älteste Bruder tyrannisiert die Familie aus einem Minderwertigkeitsgefühl heraus. In seinem Innersten ist er zutiefst verstört und auch einsam. Erst das Übel kehrt das Innerste nach außen. Die Auseinandersetzung, die der Leser daraufhin zu sehen bekommt, ist verstörend und gruselig.
Ange liefern hier ein Paradestück ab, dass aus der Feder eines Altmeisters wie Stephen King entsprungen sein könnte.
Der Zeichner Sylvain Guinebaud hat einen sehr schönen Zeichenstil, sehr realistisch, mit einer Spur Disney. Die fast schon heiter zu nennende Optik dieses Stils steht in einem guten Gegensatz zur Handlung, macht sie doch die zeitweise auftretenden Auswüchse besonders drastisch und erschreckend. Dies mag auch an der sehr gelungenen Farbgebung durch Stéphane Paitreau, der einen milchig, echten Farbauftrag pflegt.
Wie auch in den Vorgängerbänden liegt natürlich ein wichtiges Augenmerk auf den Drachen. Hier dürfen wir gleich zwei Exemplare sehen. Diese sind eher klassisch, ein wenig echsenhaft, bedrohlich anzuschauen, aber mehr realistisch ausgeführt. Das passt sehr gut in das Konzept des Bandes, dessen Schwerpunkt eindeutig in der Familie zu suchen ist, dort, wo das wirkliche Grauen am Ende ausbricht.
Interessant ist das Auftreten der Schwestern der Rache, die gleich zu Beginn ein wahres Inferno entfachen, das an die Explosion einer Atombombe erinnert. Es wäre wünschenswert, wenn Ange das Rätsel um diese magische Fähigkeit noch irgendwann lüften.
Perfekte Fantasy, sehr feinfühlig und realistisch erzählt. Der Zeichenstil unterstreicht die gelungene Atmosphäre, die in einem wahren Horrorszenario mündet. Top!
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Stichwörter: ange, sylvain guinebaud, stephane paitreau, das leblose land
Donnerstag, 26. April 2007
Die Festen des Himmels schwanken. Trümmer fallen von hoch oben auf Engel und Verbindungsbrücken herab. Das Böse begegnet den Mächten des Guten. Heere von Engeln stellen sich dem gigantischen Biest.
Die Erschütterungen, die an den Grundfesten der Sphären rütteln, greifen auch auf die Erde über. Das ehemalige Paradies ist zu einem Trümmerhaufen verkommen. Erdbeben haben aus einer lebenswerten Welt einen apokalyptischen Platz gemacht. Die Arbeit der Rettungskräfte reicht nicht aus, um der vielen Verletzten Herr zu werden. Inmitten dieses Chaos taumelt der Engel Gabriel durch den Schutt und die Trümmer. Er kann das Grauen um sich herum kaum aushalten, noch richtig begreifen.
Das ist nicht schlimm. Das Wichtigste ist zu leben. Wenn auch nur eine Minute länger.
Die Worte einer Sterbenden reißen den Himmelsbewohner aus seiner Lethargie und zwingen ihn zum Nachdenken. Zu diesem Zeitpunkt sterben die Sphären unaufhörlich weiter. Jeder Turm, der im Himmel einstürzt, reißt mit seinen Trümmern ein Loch in die Hölle. Wer glaubte, Höllendämonen könnten nicht in Panik geraten, sieht sich angesichts des Schreckens unter den Höllenbewohnern gewaltig getäuscht.
Die Suche geht weiter. Nach der Flucht Gabriels haben sich der Engel, Anya und der Junge verloren. Getrennt voneinander irren sie umher. In einer Welt, die der Phanatasie eines M.C. Escher entsprungen sein könnte, läuft der Junge planlos umher. Als er auf Anya trifft, freut er sich keineswegs. Mittlerweile glaubt er daran, eine Aufgabe erfüllen zu müssen. Der Junge ist allerdings nicht mehr so hilflos, wie noch zu dem Zeitpunkt, als er von Gabriel gerettet wurde.
Gabriel hält es nicht mehr auf der Erde. Er will zurück in den Himmel. Woanders ist eine Klärung seiner Fragen nicht möglich. Das Chaos erleichtert seine Rückkehr nicht gerade. Die alten Wege scheinen versperrt oder nur schwierig passierbar zu sein. Die Abkürzungen werden bewacht. Gabriel lässt sich nicht aufhalten und kämpft sich durch. Die Wahrheit ist viel schlimmer, als er geahnt hat.
Der dritte Teil von Das verlorene Paradies zeigt dem Leser drei Welten am Rande des Abgrunds. Alles ist irgendwie führungslos geworden. Die Engel haben einen Plan, scheinen ihn jedoch äußerst kopflos zu verfolgen. Die Dämonen wollen ihren verhassten Feind vernichten, während die Menschen zum Spielball einer höheren Macht geworden sind, der sie nichts entgegenzusetzen haben.
Das Autorenduo Ange und der Zeichner Philippe Xavier skizzieren hier eine düstere Apokalypse riesigen Ausmaßes. Hoffnung ist hier kaum zu finden. Erst zum Schluss gestatten die Macher einen Funken Licht am Ende des Tunnels und lassen den Leser gleichzeitig mit einem Augenzwinkern bis zur nächsten abschließenden Folge zurück.
Geschichten um das Ende der Welt sind seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts in. Sie treten in den verschiedensten Formen auf. Wissenschaftlich, mittels absoluten Horrors oder auch religiös. Wie das Ende der Welt aussehen kann, haben uns die Offenbarung wie auch George A. Romero oder Stephen King erzählt. Eine wirklich klassische Herangehensweise wird uns von Ange vorgelegt. Der Himmel läutet hier das Ende ein. Himmel ist hier nicht gleichzusetzen mit einem Willen. Die Strukturen des Himmels sind hier ebenso verkrustet wie auch komplex. Gut bedeutet nicht gleichzeitig gut. Nicht jeder ordnet sich einem Befehl unter. Es gibt Widerspruch und sogar Rebellion. Die Engel wenden sich gegeneinander und Gott scheint ferner denn je zu sein. Wieder ruht die Hoffnung auf einem Kind, dessen Kräfte das Böse aufhalten sollen. Schließlich stellt sich heraus, dass Irren nicht nur menschlich, sondern auch himmlisch ist – nicht göttlich.
Im Zentrum der Ereignisse steht der Engel Gabriel (nicht zu verwechseln mit dem Erzengel gleichen Namens). Er ist tatsächlich zwischen den Welten hin und her gerissen. Aus dem Wesen, das einmal eine fest umrissene Aufgabe hatte und wusste, wo sein Platz im Leben war, ist ein Wanderer geworden, der entwurzelt und ziellos umher läuft. Gabriel ist eine einfache Figur. Er muss keinem Beruf nachgehen und keine Familie beschützen oder ernähren. Das Einzige, was Gabriel konnte, war zu kämpfen. Das ist ihm nun verwehrt. Auf der Erde hat er keine Flügel, sein Schwert ging verloren. Sein Antrieb ist verloren. Erst als er den Kampf wieder aufnehmen will, entwickelt er auch eine neue Durchsetzungskraft, die ihm hilft gegen Widerstände anzugehen – ob er auch gegen sie bestehen kann, ist eine ganz andere Frage.
Fast scheint es, als hätten Ange ihren Gabriel auf eine neue Aufgabe angesetzt, nämlich sich selber zu finden.
Eine ähnliche Aufgabe haben sie auch Anya zugedacht, die sich zwar nicht mit Schwertern erwehren muss, aber dafür einen inneren Kampf gegen sich selbst bestreitet.
Philippe Xavier hat mit seinem äußerst präzisen Strich eine sehr schwierige Aufgabe zu erfüllen. Als Zeichner muss er zwischen drei Welten hin und her springen. Monster wechseln einander mit himmlischen Engeln, himmlische Architektur löst das Chaos auf der Erde ab. Die Übergänge und die Gegensätzlichkeiten machen den optischen Reiz dieses Bandes aus.
Besonders gelungen ist der sterbende Himmel und auch das Biest, das Monster, das die himmlische Festung bestürmt. Wollte man die Bilder mit einem Wort benennen, könnte man sie als ästhetisch beschreiben. Es herrscht eine durchgängige klare Schönheit von Linien und Formen vor.
Ein fantastisches Abenteuer mit Hochglanzoptik in einer Apokalypse, die keine Sphäre verschont. Auch in der dritten Episode wird die Spannung hoch gehalten. Derartig kämpferisch hat man Engel selten gesehen.
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