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Comic Blog


Samstag, 25. Oktober 2008

The Lone Ranger

Filed under: Meldungen — Michael um 12:09

The Lone RangerDer Lone Ranger reitet wieder: Lange ist es her, dass der Lone Ranger im Fernsehen seinen ersten Ritt erlebte. Unter weißem Stetson, schwarzer Maske, angetan mit einem roten Halstuch und einem blauen Hemd jagte er gemeinsam mit seinem indianischen Freund Tonto die Bösewichter. Bereits sehr früh ritt der Lone Ranger auch hierzulande, es gab sogar die entsprechenden Action-Figuren dazu. Jetzt kehrt der Lone Ranger zurück.

Dynamite hat den einsamen Reiter als Comic-Serie im Programm (auf die man sich als Western-begeisteter Leser im Mai 2009 bei Cross Cult freuen darf). Der Western kommt mit großen Schritten zurück, wie auch die neue Zorro-Reihe bei Dynamite zeigt.

Die grafische Umsetzung macht neugierig. Die Bilder sind sehr akribisch ausgearbeitet und stimmungsvoll. Vielleicht hängt dieser Neubeginn auch mit den Gerüchten um eine Neuverfilmung zusammen, in der George Clooney die Hauptrolle spielen soll. Anscheinend hat es Johnny Depp schon geschafft, als Tonto gecastet zu werden. Man weiß es nicht genau.

Mehr Informationen:
Comic-Infos des Lone Ranger-Fanclubs
Dynamite Entertainment – The Lone Ranger
Der Lone Ranger auf Clipfish
Infos zur Fernsehserie auf kabeleins.de

Die Unsterblichen 5 – Der Tag des Zorns

Filed under: Mystery — Michael um 11:23

Die Unsterblichen 5 - Der Tag des ZornsVor langer Zeit herrschte unter den Engeln ein Krieg. Der Plan war gigantisch, frevelhaft. Die Schale, aus welcher der Herr seinen Geschöpfen die Gestalt gab, fiel in die Hände der Engel. Sie wollten es dem Herrn gleichtun und Leben erschaffen. Aber nicht alle waren Abtrünnige. Andere wollten die Gaben des Herrn beschützen – es war nicht nötig. Die Schale strafte jene, die sich über den Herrn stellen wollten. So entstanden Engel und Dämonen. Ein ewiger Krieg war die Folge. Irgendwann einigte man sich auf einen Waffenstillstand und teilte sich die Seelen der Menschen. Diese Zeit ist nun vorbei.

Welcher scheußliche Dämon hat die Macht Schlamm zum Gefrieren zu bringen und darin seine Gefangenen zu versteinern?

Die Liebe und die Neugier waren es, die den Stein ins Rollen brachten. Eine Menschin wurde von einem Engel, Nahel, in den Himmel gebracht, obwohl er bereits versprochen war. Eifersucht und Gier brachten die liebenden Engel zu Fall, die Menschin musste fliehen, aber sie kam nicht weit. Rio, die nie darum gebeten hat, in den Himmel gebracht zu werden, gerät in die Fänge und Dämonen und schließlich wird sie zu etwas ….

Die apokalyptischen Reiter erfüllen ihre Aufgabe mit äußerster Effizienz. Und Rio ist einer von ihnen.

Das Finale konnte der Leser bei aller Dramatik so nicht vorhersehen. Stephen Desberg schreibt einen ganz besonderen Weltuntergang, einer Voraussicht auf das jüngste Gericht, in dem niemand an dem Platz zu sein scheint, von dem man es gemäß der Legenden und biblischen Prophezeiungen so angenommen hat. Die Verkommenheit ist hier keineswegs den Menschen vorgehalten. Engel und Dämonen paaren sich ungeniert, bekämpfen einander um den wichtigsten Rohstoff, die unsterblich machenden Seelen von Mensch und Tier. Daneben erhebt sich eine Kreatur, einmal dämonisch gewesen, nun eine Mischung, die ihrem Meister, dem Fürsten der Dunkelheit entsagt und den Untergang der bestehenden Ordnung anstrebt.

Es ist der umsichtigen Erzählung zu verdanken, dass die Geschichte immer wieder kippt und eine andere Richtung anstrebt. Sind die Reiter nun wirklich jene Reiter, von der die Apokalypse spricht oder nicht? Henri Reculés, dem Zeichner, kann es gleichgültig sein. Das Thema Apokalypse, die Offenbarung ist immer für eine phantastische Geschichte gut, wie zahlreiche Romane und Filme bewiesen haben. Wie sehr hier der phantastische Aspekt dieser Endzeit ausgearbeitet wird, zeigen die Kämpfe zwischen den Heerscharen der Engel und der Dämonen. Formen und Farben von Kriegern und Reittieren, zu Lande und in der Luft, kommen in großer Vielfalt daher. Reculés koloriert diesen Tag der Schlacht mit einer zwar bunten, aber auch einer zurückhaltenden Farbpalette.

Es glänzt nicht derart, wie es einem Leser heute manchmal von Comic-Seiten her ins Gesicht schlägt. Man könnte sagen, Reculés hält sich mit der Geschichte bedeckt, gönnt ihr weniger Theaterlicht als vielmehr echtes Tageslicht. Der Höhepunkt der Handlung ist natürlich die Zusammenkunft der vier apokalyptischen Reiter, von denen dem Leser bisher erst zwei bekannt waren. Ihre Auseinandersetzung gegen den Fürsten der Finsternis ist ein ganz besonderes Zückerchen für Fantasy-begeisterte Leser.

Ein starkes Finale, das sich der christlichen Mythologie bedient und ihr mit einer großen Phantasie der beiden Macher viele eigene Sahnehäubchen aufsetzt. Ein gelungener Abschluss, der alle offenen Fragen klärt. Wer Geschichten mag, die eine Interpretation der Apokalypse wagen und spannend unterhalten, sollte einen Blick riskieren. 🙂

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Isnogud – Buch 3

Filed under: Cartoon — Michael um 10:56

Isnogud - Buch 3Möhren sorgen für gute Laune. Wer Möhren isst, verhält sich besser und ist netter zu seinen Mitmenschen. Isnogud, der Großwesir, sollte einmal Möhren essen. Aber wo bekommt man im Orient so etwas wie Möhren? Und wie sehen Möhren überhaupt aus? Harun al-Pussah, der Kalif von Bagdad, wagt sich auf die Suche nach diesem sagenhaften Gemüse. Oder ist es Obst? Die Gutmütigkeit und die Unwissenheit des Kalifen wird mitunter ausgenutzt, so in dem Fall, als ein Händler dem Kalifen Bananen anstelle von Möhren anbietet. Die Wirkung dieser Möhren ist allerdings gleich Null, weshalb der Schwindel schnell auffliegt.

Isnogud gut? Bestimmt nicht. Mag sich der Kalif noch so sehr bemühen, sein Großwesir sinnt weiterhin auf den ganz großen Plan, um seinen unliebsamen Vorgesetzten endlich loszuwerden. In Bagdad selber hat Isnogud schon ziemlich viele Möglichkeiten ausgeschöpft. Neue Ideen ergeben sich hier selten. Da trifft es sich, dass eines Tages eine Landefähre aus dem All in der Wüste niedergeht, außerirdische Forscher dem Landemodul entsteigen und neugierig auf die unbekannte Umgebung schauen. Nachdem sie ergebnislos versucht haben, mit einem Kamel Kontakt aufzunehmen, entdeckt Isnogud etwas sehr interessantes bei ihnen: Eine Waffe, die denjenigen, der von ihrem Blitzstrahl getroffen wird, auflöst. – Und schon hat der Großwesir eine neue Idee, wie er den Kalifen loswerden kann.

Es ist eher die Ausnahme, dass Kalif Harun al-Pussah eine Episode ganz für sich alleine hat. Die Suche nach den Möhrchen für Isnogud ist von René Goscinny ganz besonders liebevoll und mit viel Herz geschrieben worden. Außerdem kann sich der Leser auf einen Gastauftritt einiger Kameraden freuen, die in den Gewässern des Orients ganz bestimmt keine ’öme’ und auch keine Gallier finden werden – so kommen sie wenigstens einmal relativ heil davon.

Nach einigen Abenteuern, in denen auch ein Plan mit einer Tse-Tse-Fliege misslingt, scheint endlich der große Tag gekommen zu sein: Der Narrentag. Endlich herrscht Rollentausch, die Kleinen können groß sein, die Großen lernen das untere Ende der Leiter kennen. Pantoffelhelden haben plötzlich das Sagen, Sklaven lassen sich bedienen und Großwesire? Es ist absolut herrlich, wie Isnogud seine eintägige Machtposition zu nutzen versucht, damit aus einem Tag als Herrscher viele werden.
Goscinny lässt seinen Helden auch nach diesem Debakel nicht aufgeben. Das muss man dem kleinen Mann als Leser lassen: Hartnäckig ist er. Alte Gesetze wie das der Herausforderung sind nur Anlass zu einem Zwischenspiel. Aufwändiger wird es, wenn Wahlen in Bagdad anstehen und plötzlich nicht mehr nur einer, der Kalif nämlich, zur Wahl steht, sondern viele. Plötzlich läuft in Bagdad alles kunterbunt durcheinander.

Goscinny ist ein Meister des kleinen feinen Humors wie auch des knallenden Wortwitzes und der Situationskomik. Derlei kann nicht zur Gänze gelernt werden, sondern es muss auch ein gewisses Grundtalent vorhanden sein, denn einen Menschen zum Lachen zu bringen, ist so leicht auch wieder nicht. Auch wird hier von Goscinny ein besonderes Werkzeug orientalischer Märchen aufgegriffen, das der Leser später in einer anderen Reihe neu entdecken wird – auch nicht ganz bezuglos zu Isnogud.

Asterix im Morgenland heißt dieses Abenteuer, in Indien angesiedelt, in dem der Bösewicht eine nicht unwesentliche Ähnlichkeit mit Isnogud besitzt. Nun sind die Teppiche in dieser besonderen Episode von Isnogud mit dem Titel Der Zauberteppich ganz besonders gestrickt … gewebt natürlich. Sie lassen einen Menschen verschwinden, indem sie ihn nach Peking transportieren und dann einfach nicht zurückfliegen. – Warum Goscinny ausgerechnet dieses Ziel für seinen Teppich wählte, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Die ausbleibende Verwunderung der Chinesen über die seltsamen Neuankömmlinge, die das Pech haben auf einem solchen Teppich zu sitzen, ist jedoch für mehrere Lacher gut. Es ist halt das Land des Lächelns.

Jean Tabary vertieft sich wieder in einen herrlich cholerischen Isnogud, der die ideale Rolle für Louis de Funès gewesen wäre. Wer den frankobelgischen Humor zu schätzen weiß, in einer glänzenden Farbenpracht übrigens, der wird mit einer guten Mixtur aus längeren und kürzeren Geschichten bestens unterhalten. 🙂

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Mittwoch, 22. Oktober 2008

MangaMagie im Rathaus

Filed under: Meldungen — Michael um 17:33

MangaMagie 2008OB Fritz Schramma lädt zur Preisverleihung im Comic-Zeichenwettbewerb ein

Anfang Mai startete zum 7. Mal der bundesweite Zeichenwettbewerb „MangaMagie“.
1067 junge Zeichentalente haben dabei mitgemacht – eine Rekordbeteiligung. Der Wettbewerb war in zwei Altersgruppen ausgeschrieben: für Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren sowie für junge Erwachsene zwischen 18 und 26 Jahren. Sie sollten jeweils einen eigenen achtseitigen Manga zeichnen.

„MangaMagie“ ist der höchstdotierte deutsche Manga-Wettbewerb mit Geldpreisen im Wert von insgesamt 1.500 Euro sowie mit zahlreichen Sachpreisen. Veranstaltet wird der Wettbewerb von der Bahnhofsbuchhandlung Ludwig in Köln gemeinsam mit Manga-Verlagen. Kooperationspartner sind außerdem die Stadt Köln, der Verband der Bahnhofsbuchhändler und die Deutsche Bahn.

Traditionell lädt Oberbürgermeister Fritz Schramma die am Wettbewerb beteiligten Jugendlichen aus dem gesamten Bundesgebiet zur Preisverleihung in die Piazzetta des Rathauses ein. Für die musikalische Unterhaltung sorgt die japanische Band „Lolita Complex“.

Ort und Zeit:
Samstag, 25. Oktober 2008, 16 Uhr
Historisches Rathaus, Piazzetta
Rathausplatz
Köln-Innenstadt

Quelle: Pressemitteilung Stadt Köln, 22. Oktober 2008

Redhand 2 – Die Waffe der Götter

Filed under: SciFi — Michael um 17:29

Redhand 2 - Die Waffe der GötterRedhand will einfach nur untertauchen, nicht auffallen. Er möchte leben wie alle anderen auch. Aber ein Mann, den die Götter nicht erkennen, ein Mann, der unbeschreibliche Eigenschaften im Kampf aufweist, fällt früher oder später auf und dann bleibt ihm nur noch die Flucht. Bisher hat Redhand sich wieder einmal verstecken können. Als ganz gewöhnlicher Mann mit einer ganz gewöhnlichen Arbeit in der Hafenstadt Silacaea lebt er ein bescheidenes Leben. Bis eines Tages ein Gaunerduo versucht, ausgerechnet ihn auszurauben.

Die Diebin und der kleine Zauberer müssen feststellen, dass der Trick, mit dem sie alle anderen Tavernenbesucher außer Gefecht setzen, bei Redhand nicht funktioniert. Schlimmer noch für Redhand: Nicht die Gauner werden des Diebstahls verdächtigt, sondern er selbst. Dieser Eindruck wird noch durch dem Umstand verstärkt, dass er für Zauberei vor aller Augen unempfänglich ist und die magischen Blitze einfach an ihm abprallen. Glück im Unglück: Die Diebin erbarmt sich seiner und verhilft ihm zur Flucht vor dem wütenden Mob.

Zuerst sträubt sich Redhand über die unverhoffte Gesellschaft. Schließlich jedoch wird ihm die Gesellschaft – insbesondere von Mara, der Diebin – der beiden kleiner Gauner immer angenehmer.

Redhand wandelt nun seit einiger Zeit in dieser für ihn neuen Welt, aber gewöhnt hat er sich immer noch nicht an sie. Zu vieles ist einfach fremd und unbegreiflich.

In der 2. vorliegenden Geschichte von Redhand mit dem Titel Die Waffe der Götter lernt der Leser zusammen mit dem Helden eine Großstadt in dieser Welt kennen. Der optische Eindruck ist leicht venezianisch, ein wenig florentinisch, ein Eindruck der sich mit all seinen Kuppeln und Palästen auch in Star Wars – Episode 1 ergab und so ähnlich auch in Novotopia zu sehen war. Dieses Design ist weitaus schöner und für den Leser auch optisch eindrucksvoller als jene Gestaltungen, die mehr Mittelalter und Nachkriegsruinen zu tun haben und häufig derart in einem nachzivilisatorischen Szenario zu finden sind.

Aber Zeichner Mario Alberti geht noch weiter und belässt es nicht bei italienischen Einflüssen. Wer im weiteren Verlauf die Statuen oder die Oberflächengestaltung betrachtet, entdeckt indische oder auch kambodschanische Einflüsse wie in Angkor Wat, aber auch etwas byzantinisches an den Gebäudestrukturen. Alles ist in ein neutrales Weiß getaucht, zum Teil mit Spuren der Verwitterung. Die Stadt ist sehr organisch, sie fühlt sich optisch gut an, fremd, aber echt fremd.
Wenn Alberti in den zweiten Teil der Geschichte einschwenkt und ein Relikt aus der Vergangenheit der Erde in dieser Umgebung die Oberhand gewinnt, hat dies die Wirkung eines zweiten Weltuntergangs oder wenigstens einer neuerlichen Zeitenwende.

Diese erste Zeitenwende erzählt Autor Kurt Busiek, der allseits bekannte Comic-Veteran (Die Rächer u.a.) hier in einem Rückblick aus der Sicht von Mara, der Diebin. Aus dem Untergang der Welt ist eine Sagenmär geworden, verklärt durch Ideen über ein vergangenes Utopia und Götter.
Busiek beschreibt zuerst die Gegenwehr Redhands, den Versuch, sich zu entziehen. Redhand will nicht zum Werkzeug werden, er will niemandes Freund sein, keinen an sich heranlassen. Er muss erkennen, dass genau dieses Verhalten das Verderben für seine neuen Freunde bedeutet. Redhand glaubt nicht an die Götter, aber sie sind es, denen er schließlich die Schuld zuweist. Aus Rache beginnt er mit seiner Zerstörung.

Busiek erzählt sehr stimmig darüber, wie ein Mann mit seiner Zurückhaltung genau das bewirkt, was er vermeiden wollte. Je mehr er sich zu entziehen versucht, desto höher ist der Eindruck von Schwäche, die andere ausnutzen wollen. Redhand verhält sich wie ein Kriegsveteran, der den Frieden sucht und bei jeder Gelegenheit den Kampf auf dem Silbertablett serviert bekommt.

Mehr Informationen, mehr Geheimnisse. Einige Schleier werden von Kurt Busiek gelüftet, zugleich wird die Welt um Redhand vergrößert. Diese Zivilisation wird dank einer sehr guten Darstellung durch Mario Alberti immer interessanter, vielschichtiger. Redhand ist weiter auf der Flucht, verzweifelt und wütend. Das kann für die Fortsetzung alles bedeuten. Man darf gespannt sein. 🙂

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Dienstag, 21. Oktober 2008

X-Men – Evolution

Filed under: Comics im Film — Michael um 18:56

X-Men - EvolutionNicht genug X-Men gehabt in der letzten Zeit? Dem kann abgeholfen werden. Auf marvel.com findet sich eine ganze Folge der Serie X-Men – Evolution, modern gezeichnet (im Stile der neuesten F4-Serie) und recht gut animiert. Wer nur die Kinofilme kennt, darf sich nicht wundern, dass es hier etwas kindgerechter zugeht. Es ist nicht das neueste Zeichentrickmaterial und auch bereits auf DVD zu haben, aber vielleicht kommt ja jemand durch die Online-Folge auf den Geschmack und mag auch den Rest sehen. Mir hat’s gefallen. 🙂
Folge ansehen.

Der Schimpansenkomplex 2

Filed under: SciFi — Michael um 18:49

Der Schimpansenkomplex 2 - Die Söhne von AresDie Reise zum Mars ist eigentlich eine einfache Angelegenheit. Zwei Piloten passen auf das Schiff auf, während der Rest der Mannschaft die sechsmonatige Reise im Kälteschlaf verbringt. Die ganze Angelegenheit ist wenig aufregend. Jedenfalls solange, bis ein Strahlensturm Schiff und Mannschaft in Lebensgefahr bringt. Die Schläfer befinden sich in Sicherheit. Derweil versuchen sich die beiden Piloten in einem strahlensicheren Raum zu flüchten. – Es gelingt nur einem der beiden.

Die Reise stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Die Ereignisse, die dieser Aktion zugrunde liegen und die so nicht geplant war, waren äußerst mysteriös. Zwei amerikanische Astronauten kehrten aus dem All zurück. Leider waren sie bereits schon vor Jahrzehnten zurückgekehrt. Eines der beiden Duos musste also falsch gewesen sein. Aber welches? Die Lösung zu dieser Frage liegt in den Sternen. Ein Schiff bricht auf zum Mars, nur um bei der Ankunft festzustellen, dass sie nicht die ersten sind.
Mehr noch: Der frühere Held der Sowjetunion, Juri Gagarin, starb nicht bei dem Absturz seiner MIG-15, sondern leitete eine Marsmission der Russen, lange bevor die Amerikaner dies überhaupt für möglich hielten.

Der Schock sitzt tief bei der Besatzung, die nun im Jahre 2036 den Mars erreicht, aber er bereitet sie auf nichts vor, was sie bei ihrer Ankunft dort noch erwartet.

Etwas hat überlebt. So könnte man sagen. Es stellt sich nur die Frage: Was hat überlebt? Nicht überall, wo Mensch draufsteht, ist auch Mensch drin. Oder verschwimmen die Zeiten? Was geschieht hier?

Neuerlich setzt Richard Marazano mit dem Leser zusammen seine Reise in das All fort. Im zweiten Teil der Saga um den Schimpansenkompex mit dem Titel Die Söhne von Ares liegt die Erde weit hinter den raumfahrenden Akteuren, während daheim die Sorgen immer größer werden. Helen Freeman hat ihrer Tochter den Gefallen nicht getan und dem Weltall entsagt. Nun ist sie weiter fort als je zuvor. Und auch Sofia, ihre Tochter, hält es nicht mehr zu Hause. Sie reißt aus.

Immer wieder streut Marazano menschliche Probleme und auch Unzulänglichkeiten in die Geschichte ein und entreißt sie so einer sehr kalten Atmosphäre. Die Menschheit erscheint automatisiert, irgendwie nicht Herr ihrer selbst, doch das ist der Optik zu verdanken – zweifellos genial von Jean-Michel Ponzio gezeichnet, sogar noch eine Spur besser als im ersten Teil.
Sah man sich als Leser bisher noch dazu veranlasst, Vergleiche zu Michael Chrichton anzustellen, sind es die Bilder wie auch die Handlung, die einen Cineasten unwillkürlich an Mission to Mars oder Red Planet denken lassen.

Kennen Sie die Heisenbergsche Unschärferelation, Mrs. Freeman?

Richard Marazano setzt dem Leser eine schwer verdauliche Kost vor, eine physikalische Theorie, die in der Kürze der hier vorliegenden Erklärung nicht so recht zu begreifen ist und die Geschichte zugleich – im Rahmen der aktuellen Ereignisse des Albums – in die Nähe von Geschichten wie 2001 – Odyssee im Weltraum rückt. Die Grenzen zur Realität verschwimmen. Helen wird zur Kernfigur, die erkennen muss, dass den eigenen Sinnen nicht mehr vertraut werden kann. Von verschiedenen Seiten – Gagarin glaubt, es seien auf dem Mars nur 10 Jahre vergangen – ergeben sich unterschiedliche Zeitgefühle. Messungen stehen einander entgegen. Je weiter es voranschreitet, desto weniger fühlt es sich echt an, desto mehr greift ein unterschelliger Wahnsinn um sich – der schließlich auch offen ausbricht. Am Ende hat Marazano auch den Leser soweit, jegliche These fallen zu lassen und sich vor den Gegebenheiten zu ergeben.

Jean-Michel Ponzio schafft brutal gute Bilder mit dokumentarischem Charakter. Als Leser könnte man mit zusammengekniffenen Augen, also leicht verschwommenem Blick, den Eindruck einer Fotoromangeschichte in National Geographic gewinnen. Die Grafik stützt den wissenschaftlichen wie auch den philosophischen Aspekt der Geschichte vortrefflich.

Ein mysteriöser zweiter Teil mit einer ebenso opulenten wie auch genial guten Gestaltung. Wer sich mit dem Schimpansenkomplex beschäftigt, benötigt Geduld und auch die Muße, die Geschichte an manchen Stellen mehrmals zu lesen. Beinharte Science Fiction. 🙂

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Pitt Pistol – Gesamtausgabe

Filed under: Cartoon — Michael um 18:43

Pitt Pistol - GesamtausgabeSeemann sein, das wär’ schon was! Oder Pirat! Das wär’ noch besser! Pitt Pistol ist aber kein Pirat. Er ist nur ein Kellner in einer Spelunke. Ein junger Mann mit großen Träumen. Seemann werden, das ginge schon, doch Seemann auf dem eigenen Schiff zu werden, ist schon schwieriger. Da kommt Pitt der Zufall zu Hilfe. Ein alter Korsar will sein noch älteres Schiff verkaufen. Der Preis ist gering und beträgt nur so viel, wie Pitt und seine Freunde besitzen. Kurz darauf wird der alte Korsar wegen seiner Gaunereien verhaftet und Pitt und seine Mannschaft sind im Besitz eines wurmstichigen und morschen Segelschiffs, dessen Planken bei bloßem Betreten schon in sich zusammenbrechen.

Aber Piraten … Verzeihung, angehende Piraten geben nicht auf. Zwar liegt der Klapperkahn wenig später im Hafen auf dem Grund, doch so ein Schiff lässt sich reparieren wie alles andere auch. Das Ziel ist es wert. Und tatsächlich: Nach vielen Mühen ist das Schiff flott und sticht unter dem Namen Seestern in die weite See. – Und nun? Seefahren will gelernt sein. Der Kampf gegen gestandene Piraten wie die Mannschaft von Kapitän Grünbart will ebenfalls gekonnt sein, schließlich geht es um das eigene Leben. Es genügt überhaupt nicht, kurz vorher die Kündigung einzureichen, wie es Pitts Mannschaft noch versucht. Wie gut, dass Pitt nicht nur Ehrgeiz besitzt, sondern auch eine riesengroße Portion Glück.

Jehan Pistolet, wie er im Original heißt, startete in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts und hat nichts von seinem erfrischenden Humor verloren. Einfach, elegant, mit Klamauk und Situationskomik gewürzt erschufen René Goscinny und Albert Uderzo eine witzige Piratenreihe, sicherlich nicht unbeeinflusst von den Großen des Genres, vorneweg mit solchen Namen wie Erol Flynn.

Und so kann der Leser vieles aus berühmten Piratengeschichten wieder finden, natürlich auch die Parodie auf berühmte Piratennamen. Hier lauten sie Grünbart, der violette Pirat, der graue Korsar oder der weiße Freibeuter. Darüber hinaus finden sich hier die Archetypen einer Piratengeschichte. Neben dem Kapitän ist dies zum Beispiel der Smutje – der nicht so gut kochen kann – und der Schiffspapagei, der den Schnabel immer zu voll nimmt. Jasmin, der Papagei, verfügt ganz standesgemäß auch noch über ein Holzbein.

Praktischerweise war die Welt zur Zeit der Piraten, als noch mit einfachen Kanonen geschossen und mit Säbeln gekämpft wurde, viel gefährlicher als heute. Reisen dauerten länger und man wusste nicht immer wo und ob man überhaupt ankommt. Nach den ersten beiden Episoden Der unglaubliche Korsar, wo der Leser Pitt Pistol erst einmal in Ruhe kennenlernt, und Korsar des Königs ist das Schiff unterwegs und für die beiden Komödienschreiber Goscinny und Uderzo gibt es keine Grenzen mehr. In Pitt Pistol und der Spion geht die Reise auf den afrikanischen Kontinent. Eine neue Kolonie soll aus der Taufe gehoben werden. Doch nicht nur der französische König hätte gerne neue Ländereien. Der spanische und der deutsche König schicken ebenfalls Schiffe hinter der Seestern, Pistols Schiff, hinter. So schiffen sich die Spanier an Bord der Espantosa und die Deutschen an Bord der Sauerbraten (!) ein und folgen den Franzosen.

In dieser Episode ist jeder am richtigen Platz. Textlich wie auch optisch wird mit Klischees gekonnt gespielt, ebenso wie es später in den hervorragenden Länderepisoden aus der Asterix-Reihe gemacht werden wird. Wer diese alte Episode von Pitt Pistol liest hat sofort die Spanier und die Goten vor Augen.
Pitt Pistol in Amerika greift ein anderes beliebtes Ziel des Duos auf – der Titel verrät es. Wer Umpah-Pah mochte, wird auch von dieser Geschichte begeistert sein. Die Bilder nähern sich immer mehr dem späteren Stil der Asterix-Bilder an. Sie werden knuffiger, putziger und verlassen schon sehr bald das Flair alter Werbezeichnungen, wie sie einem immer noch in charmanten Rückblenden aus den 50er Jahren begegnen.

Mit Der verrückte Erfinder, einer Kurzgeschichte, die hier zum ersten Mal seit 1956 in einem Farbnachdruck erscheint, wird sich der Leser ein wenig an Der rote Korsar erinnert fühlen, der dieser kleinen Geschichte 4 Jahre vorausging. Der Unterschied der beiden kauzigen Erfinder in beiden Geschichten liegt darin, dass der Figur im Film mit Burt Lancaster auch Erfindungen gelingen. Der Leser kann sich also auf eine Menge Chaos und wahnwitzige Ideen freuen.

Ungebremster Humor von Goscinny und Uderzo, auch nach 50 Jahren immer noch ein großer Spaß, der sich von Episode zu Episode steigert. Wer wissen mag, wie die beiden tollen Humoristen vor Asterix arbeiteten, dem sei Pitt Pistol wärmstens ans Herz gelegt. 🙂

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Montag, 20. Oktober 2008

Hulk 1 – Der neue rote Hulk

Filed under: Superhelden — Michael um 17:40

Hulk 1 - Der neue rote HulkDer Hulk hat einen Mord begangen. So jedenfalls hat es den Anschein. Seltsam ist nur – überaus seltsam – dass dieses doch sonst eher nicht ganz so intelligent agierende Monstrum für seine Tat nicht die Fäuste benutzt hat, sondern eine Pistole. – Wenn auch eine sehr große. Natürlich wird ermittelt, ganz besonders wenn es um den Hulk geht, der in der Vergangenheit viel Unheil gestiftet hat. Ganz besonders auch aus dem Grund, weil Bruce Banner, das Alter Ego des Hulk, sich sehr tief unter der Erde in Gefangenschaft befindet. Bruce hat längst eingesehen, wie gefährlich sein anderes Ich ist und hat sich mit seiner Lage abgefunden.

Es ist gut zu wissen, wo der Hulk ist. Aber wer hat dann den Mord begangen? Der Tote war nicht irgendjemand. Vielmehr ist Abomination tot. Leonard Samson, Colonel Ross, She-Hulk und Iron Man sind nicht die einzigen, die in diesem Fall ermitteln. Dort, wo sie den Toten gefunden haben, ist – oder besser, es hält sich jemand anderes für zuständig: Die Winter Guard. Das russische Gegenstück zu den Rächern hält nichts davon, wenn einer der ihren so mir nichts dir nichts von einer amerikanischen Gruppe auf ihrem Territorium mitgenommen wird.
Und schon gibt es einen handfesten Streit.

Der Hulk ein Mörder? Der rote Hulk? Fakt ist, dass sich dieser rote Hulk äußerst merkwürdig verhält und einen erhöhten Brennwert besitzt als der bekannte grüne Hulk. Seine Fußspuren hinterlassen zu Glas verbrannte Oberflächen, die darüber hinaus noch eine erhöhte Strahlung abgeben. Mit diesen Eigenschaften konnte der alte grüne Hulk nicht dienen.

Jeph Loeb hat sich das gute alte Monster vorgenommen und eine neue Bedrohung geschaffen. Er stellt eine ganz einfache Frage: Was wäre, wenn es einen zweiten Hulk gäbe – nicht irgendeine Abart wie einen Abomination – dieser jedoch nicht nur stärker, sondern auch noch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte wäre?
So entstand ein roter Gigant, der teilweise mit einer Brutalität vorgeht, die selbst so in World War Hulk nicht zu sehen war.
Die Auseinandersetzungen sind außerdem sehr exotisch. Nicht nur Abomanation, A-Bomb oder ein Wendigo stellen sich ihm entgegen. Auch Harpyien-Roboter – die das Herz eines jeden Diablo-Fans höher schlagen lassen müssen – mischen sich in den Kampf zwischen rotem Hulk und A-Bomb ein.

Grafisch gibt es hier gleich zwei Ausnahmekünstler zu sehen. Ed McGuinness, der schon Superman und Batman außerordentlich gut betreut hat, ist der Mann, wenn es um Figuren geht, die vor lauter Muskeln schier aus der eigenen Haut platzen könnten. Was läge da näher, als das sich dieser McGuinness mit dem Muskelpaket schlechthin, dem Hulk, befasst. Loeb war so freundlich, ihm gleich mehrere Giganten zu offerieren. She-Hulk ist noch immer mit dem nötigen Sexappeal ausgestattet. Bei den übrigen Figuren kann er jedoch so richtig hinlangen. Abomination und A-Bomb liefern sich hier Szenen, die eher an einen Kampf von King Kong gegen King Kong. McGuinness liefert hier feinsten Bombast-Comic ab.

Nicht weniger toll sind die Arbeiten von Art Adams und Frank Cho. Besonders die Wendigos, mit denen sich Adams beschäftigen kann, jene menschenfressende Gestalten, die wegen eines Fluchs und kannibalischer Tendenzen zu einem Monster wurden, legen hier einen außergewöhnlichen Auftritt hin. Außerdem kann der Leser gleich ein ganzes Rudel dieser Wesen in Augenschein nehmen.
Diesen Szenen sind, ebenso wie die Arbeiten von Cho, eine Spur realistischer gezeichnet. Cho wurde auch mit einer ganz besonderen Szene bedacht. Er darf sich des Kampfes von rotem Hulk gegen She-Hulk annehmen.

Für alle drei Künstler gilt, dass sie auf jeder Seite und mit jedem Bild eine eindrucksvolle Arbeit abliefern. Durch die Arbeit der Inker und Koloristen sind die Ergebnisse noch mal so gut. Ein Top-Comic-Ereignis um den Hulk, in dem es mal wieder richtig kracht. Dazu hat sich Jeph Loeb ein knackiges Rätsel ausgedacht und denkt bisher noch nicht im Traum daran, auch nur Ansätze einer Lösung zu geben. Klasse. 🙂

Samstag, 18. Oktober 2008

Battlestar Galactica – Cylon War

Filed under: Meldungen — Michael um 16:52

Battlestar Galactica - Cylon WarDie neue Serie über den Kampfstern Galactica mag zwar bald mit der vierten Staffel ihr Ende finden, aber etwas zusätzliches Fan-Futter gibt es dennoch. Nicht nur, dass ein rund zweistündiger Film in Planung sein soll, Comic-Leser können sich nun auf eine Mini-Serie freuen: Cylon War.
Stilistisch treffen hier alt und neu aufeinander, wie der Leser gleich am Titelbild sehen kann. Man darf gespannt sein, ob es diese Veröffentlichung über den großen Teich schafft. (Bei den anderen ist es leider noch nicht der Fall.)

Mehr Infos zu den Battlestar Galactica-Comics unter Dynamite Entertainment.