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Comic Blog


Donnerstag, 13. November 2014

I.R.$. 14 – Die Überlebenden von Nanking

Abgelegt unter: Thriller — Michael um 19:08

I.R.S. 14 - Die Überlebenden von NankingZuerst wurde Larry zu diesem Fall gezwungen. Als der Zwang sich in Luft auflöst, er die Kontrolle zurückgewinnt, langsam nur, aber auf Dauer, beginnt ihn die Sache doch richtig zu interessieren. Nur leichter wird seine Aufgabe dadurch nicht. Ganz im Gegenteil. Das Rätsel ist und bleibt eine harte Nuss. Es kann nur gemutmaßt werden, wie es sich damals, vor so vielen Jahrzehnten, abgespielt hat. Jede Idee führt in eine andere Richtung, was eine globale Suche nicht vereinfacht, die mangels Vertrauter im näheren Umfeld zu einer Mammutaufgabe ausarten würde, wenn Larry nicht doch noch den richtigen Einfall hätte …

Larry B. Max wird von Autor Stephen Desberg in einen Fall gehetzt, der einer der größten und schwierigsten ist. Larry ist nicht nur höchst persönlich involviert, er muss auch noch ein Rätsel lösen, dessen Spuren über Jahrzehnte hin verwischt wurden. Larry B. Max, der Ermittler des I.R.S., sieht sich von mehreren Seiten unter Druck gesetzt. Er selbst ist durch den Tod des Mörders seiner früheren Freundin in arge Bedrängnis geraten. Nur deshalb, weil er erpresst wird, hat er sich bereit erklärt, Yamashitas Gold zu finden. Der Goldschatz, dereinst während der japanischen Übergriffe auf China von einer hoch stehenden Familie aus dem Kreis der organisierten Kriminalität geraubt, wurde auf schlaue Weise versteckt.

Stephen Desberg kennt die Mechanismen eines auf internationalem Parkett spielenden Thrillers sehr genau. Faszinierende Orte lösen sich mit schönen Frauen und gefährlichen Umgebungen ab. Das Titelbild verrät dem Leser bereits etwas. Neben den Rückblicken in eine kriegerische Vergangenheit, verschlägt es Larry B. Max auch unter Wasser auf der Suche nach gigantischen Buddha-Statuen, die doch nur Fassade für einen ebensolch riesigen Schatz sein sollen.

Ebenso verwoben sind Rückblenden aus Larrys Leben, seiner Gegenwart und Szenen aus den letzten Kriegstagen, als japanische Einheiten das aus China gestohlene Gold, offiziell, für den Kaiser in Sicherheit bringen sollen. In den Farben alter Schwarzweißaufnahmen entspinnt sich ein Drama, immer nur in Auszügen erzählt, dem sich Stephen Desberg zugunsten eines Dreiteilers gerne mehr Erzählzeit hätte nehmen können. Da die Anteile aus Gegenwart und Vergangenheit außerordentlich komplex sind, der Platz aber begrenzt ist, hastet er zwangsläufig manchmal arg zu schnell durch die Szenarien.

Bernard Vrancken, mit der farblichen Unterstützung durch Coquelicot, pflegt weiterhin einen reduzierten Realismus. Die Bilder könnten auf der Basis eines Films entstanden sein. Eine gleichfalls reduzierte Kolorierung imitiert leicht unscharfe Fotografien, die in Teilbereichen nachgetuscht worden sind. Gerade in den historischen Aufnahmen ist die Wirkung des so entstandenen Effekts sehr schön eingesetzt. Die Action hält sich in Grenzen, so dass Vrancken sich auf die Interaktion der Charaktere konzentrieren kann. Überbordende blutige Szenen werden gerade so eben gezeigt. Spannung entsteht hier nicht durch Gewalt, sondern durch gewissenhaftes Inszenieren und Erzählen.

Eine Gaunerin wird vom Saulus zum Paulus. Ein Ganove kehrt zurück. Larry B. Max wird in dieser wendungsreichen Fortsetzung einiges abverlangt, sehr zur Freude des Lesers, dem viele Gelegenheiten zum Mitfiebern geboten werden. Und er kann auch nicht vor Larry auf des Rätsels Lösung kommen. Beste Thriller-Unterhaltung. Die Kenntnis des Vorgängerbandes, Yamashitas Gold, ist Pflicht. :-)

I.R.$. 14, Die Überlebenden von Nanking: Bei Amazon bestellen
Oder bei Finix Comics.

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