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Comic Blog


Montag, 13. Mai 2013

SPIDER-MEN

Filed under: Superhelden — Michael um 9:18

SPIDER-MENWas wäre, wenn es Paralleluniversen gäbe? Dimensionen, in denen das Leben einen unterschiedlichen Verlauf nimmt? In denen sich vieles ähnelt und doch alles so anders ist. Der spektakuläre Spider-Man hat seine Teenager-Tage schon länger hinter sich gelassen. Er ist ein gestandener Held, sehr erfahren und hat die unterschiedlichsten Szenarien mitgemacht, geheime Kriege, Bürgerkriege, neue Tage, wurde geklont und vieles mehr. Und doch gibt es Momente, in denen selbst ein so lang gedienter Held, der endlich mitten Leben, auch privat, steht, überrascht wird. Als er sich eines Tages zum wiederholten Mal mit Mysterio anlegen muss, geschieht das Unerwartete. Spider-Man landet auf einer anderen Erde. Plötzlich gibt es Spider-Man zweimal: Spider-Men.

Das ultimative Universum von Mavel. Mit Spider-Man, dem ultimativen, wurde eine neue parallele, sehr breit gefächerte Welt angelegt, die von vorn begann, die bestehenden Charaktere mit neuen, der aktuellen Ära angepassten Lebensläufen versehen. Bisher hat auch dieses Universum zahlreiche große Events erlebt und war sicherlich die maßgebliche Grundlage für die Geschichten, die rund um die Avengers in den letzten Jahren die Kinoleinwand bevölkern. Nick Fury ist nicht mit dem Aussehen von Samuel L. Jackson bedacht worden, weil es einem Regisseur so einfiel, sondern weil er in genau diesem Aussehen so im Ultimativen Universum in den Comics so erschien. Und nun auch noch das: Spider-Man ist tot.

Und wurde ersetzt. Durch einen Spider-Man, der noch jünger ist, als Spider-Man jemals war. Das Zusammentreffen der beiden sehr unterschiedlichen Charaktere ist von Brian Michael Bendis, dem inzwischen gestandenen Veteranen unter den Comic-Autoren,, stilsicher erzählt. Selten wurden zwei unterschiedliche Universenstränge so elegant zusammengebracht. Crossover, auch eine Begrifflichkeit in diesem Zusammenhang, finden entweder zwischen zwei verschiedenen Verlagsuniversen statt oder seit geraumer Zeit auch intern, innerhalb der verlagseigenen Universen. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Und was da nicht schon alles aufeinandertraf! Doch hier ist es ein wenig so, als fände zusammen, was zusammengehört.

Meldet euch, wenn ihr fertig seid, und versucht, nichts in die Luft zu jagen. So gibt Nick Fury den beiden Spider-Men den gut gemeinten Ratschlag. Dabei wissen er und die Leser ganz genau, dass … Nun, man kann es sich wirklich denken. Brian Michael Bendis gestaltet das Zusammentreffen so, als habe unser (der echte) Spider-Man endlich seinen lange verdienten und sehr gut ausgesuchten Sidekick erhalten.

Sara Pichelli zeichnet diesen Ausflug in andere Dimensionen mit dem Realismus jener Generation von Comic-Künstlern, die stets auch ein wenig Komödiant in ihre Figuren einfließen lassen. Für eine Figur wie Spider-Man, genauer gesagt Peter Parker, ist dies ideal. Hier finden sich genau definierte Gesichtsausdrücke, die sich besonders in einer (sehr schönen) Szene zeigen, als unser Peter Parker auf die Familie trifft: Tante May und Gwen Stacy. MJ bleibt dem Leser nicht verborgen, nur Peter muss auf ein Zusammentreffen verzichten.

In Mysterio findet Sara Pichelli zwar keinen Schurken aus der ersten Reihe, dafür ist er jedoch der perfekte Ganove, wenn es darum geht, eine Menge Tricks und Spezialeffekte aus dem Hut zu zaubern. Justin Ponsor ist als Kolorist für die fein ausgeführte und gleichzeitig kräftige Farbgebung verantwortlich. Mysterios Double ist ein Garant für einfallsreiche und knallige Szenen. Besser wird es jedoch, wenn Peter Parker privat wird und sich hier eine dichte Charakterzeichnung im doppelten Wortsinn offenbart.

Spider-Men fasst die Miniserie gleichen Namens in einem Band zusammen. Einer der schönsten Höhepunkte rund um den Spinnenmann in der letzten Zeit. Toll geschrieben, noch besser gezeichnet von einer technisch perfekten italienischen Künstlerin. Nicht nur für Spider-Man-Fans! Klasse! 🙂

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