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Comic Blog


Mittwoch, 06. Juni 2012

Die Druiden 6 – Dämmerung

Filed under: Abenteuer — Michael um 10:27

Die Druiden 6 - DämmerungDie Pikten wirken wie einfache wilde Krieger, die nichts von Taktik verstehen. In Wahrheit wissen sie sich sehr gut gegen ihre Feinde, die Wikinger zu erwehren. Bald schon, nach einem ersten Geplänkel, schlagen sie los. Der Angriff ist schnell und forsch. In der Überraschung liegt ihr erster Vorteil, in ihrer Gnadenlosigkeit und ihrem Todesmut findet sich schließlich ihr Garant zum Sieg. Gwenc’hlan und sein Schüler Taran finden sich alsbald in Freiheit wieder. Ihre Aufgabe indes ist noch lange nicht erfüllt. In Wahrheit wird es für die beiden Druiden noch viel gefährlicher werden als jemals zuvor.

Druiden in der neuen Welt? Autor Thierry Jigourel geht dieser Frage gleich im Vorwort auf den Grund. Schließlich handelt es sich doch um eine realistische (wenn auch phantastische) Geschichte und nicht um Asterix (dessen Amerika-Aufenthalt er scherzhaft ins Felde führt). Moderne Feldarchäologie hat mit den Mitteln der Fortbewegung jener Zeit bestätigt, dass eine Reise über das Meer mit dem Ziel, wie es hier gezeigt wird, möglich gewesen wäre. Und was möglich ist …

Der sechste Band der Reihe schließt den ersten Zyklus ab. Der Titel Dämmerung bildet den Abschluss einer Auseinandersetzung zwischen dem alten und neuen Glauben, zwischen Druiden und Kirche. Feuer und Schwert sind die Mittel der Auseinandersetzung. Gnadenlos geht die Kirche mit ihren römischen Soldaten gegen die Druiden vor. Verhandlungen, friedliche Koexistenz sind keine Optionen mehr. Sehr drastisch schildern Jean-Luc Istin und Thierry Jigourel die Kämpfe, an deren Ende nur die Ausrottung einer Partei stehen kann.

Wikinger gegen Pikten. Beide sind durch Unterhaltungsromane und Filme mit historischen Themen reichlich bekannt und für ihre Gnadenlosigkeit berüchtigt. Istin und Jigourel lassen diese beiden Volksstämme aufeinander prallen und enthüllen damit einen weiteren Abschnitt in der bisher langen Reise des Druiden Gwenc’hlan und seines Schülers Taran. Sind dies zu Beginn von Dämmerung eher gewaltreiche Abschnitte, erhält die Reise durch die Sequenz auf dem Schiff und die Passage durch das Nordmeer ein viel höheres und auch faszinierendes Gewicht.

Denn Jacques Lamontagne, der sich bislang in diesem Zyklus als Zauberer in Sachen Form und Farbe herausgestellt hat, kreiert neben der übrigen Begebenheiten dieses Abenteuers aus den Szenen im ewigen Eis etwas ganz Besonderes. Das Titelbild, Tarans Auseinandersetzung mit einem gewaltigen Eisbären, gibt schon einen Hinweis auf diese zentrale Szene der Eismeerreise. Leider fällt die Szene auch kurz aus, da Istin und Jigourel nicht nur den Standort des Szenarios wechseln, sondern auch die losen Enden der Handlungen zusammenführen. Schließlich muss noch der Intrigant hinter den Geschehnissen vor den Vorhang treten.

Ein besonderes Finale erfordert einen besonderen Ort. Optisch in das wilde Land von Jacques Lamontagne entführt, findet der Showdown an einem heiligen Ort statt, der einer natürlichen Kathedrale ähnelt, aber in seiner Gestaltung an eine kultische Totenstätte erinnert. Regen und Nässe sind in dieser Szenerie, die von weiteren, auch gruselig anmutenden Abschlüssen durchbrochen wird, fast spürbar. Dank Jacques Lamontagnes Gespür für Atmosphäre und großartiger Illustrationsfähigkeit gerät das Ende des Abenteuers überaus düster und schickt gleichzeitig noch eine Ankündigung auf den neuen Zyklus voraus.

Ein selbst für diese bemerkenswerte Reihe weiterer Höhepunkt. Dicht erzählt, grandios, fast filmisch illustriert von Jacques Lamontagne, bildet der sechste Teil die bisherige Spitze der Reihe aus Abenteuer und Historienkrimi. Für Fans von Abenteuern mit historischem Ambiente ein absoluter Tipp. Die Kenntnis der ersten Bände ist allerdings ein Muss. 🙂

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