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Comic Blog


Freitag, 09. September 2011

Die gläsernen Schwerter 1 – Yama

Filed under: Abenteuer — Michael um 18:44

Die gläsernen Schwerter 1 - YamaDas Klima verändert sich. Die Welt stirbt. Nur eine Hoffnung gibt es: Die gläsernen Schwerter. Diese ungewöhnlichen Waffen gingen einst an verschiedenen Orten, weit voneinander entfernt, nieder. Niemand hätte damals ahnen können, dass in ihnen der Schlüssel zur Rettung verborgen liegt. Denn zuerst waren sie nur ein weiterer Zankapfel. Ein gläsernes Schwert, eingerammt in einen Felsen, weckt Begehrlichkeiten. Es wird ein Tag, den die junge Yama niemals vergessen wird. Plötzlich ist alles anders. Yama flieht in die Wälder, weit fort von zu Hause und hat doch noch ein wenig Glück.

Ein Duo, Sylviane Corgiat (Autorin) und Laura Zuccheri (Künstlerin), kreiert eine wunderschön gestaltete Welt mit einer klassischen Erzählung über einen langsam reifenden Rachewunsch. Ein Kind wird seines Zuhauses beraubt. Sie, Yama, kennt den Feind, ist aber viel zu jung und zu unerfahren, um ihre Rache auszuleben. An dieser Stelle kommt ein Freund, ein Lehrer, ein Ersatzvater namens Miklos ins Spiel.

Ich werde groß und stark, ich trainiere und werde die beste Kriegerin der Welt. So spricht das junge Ding und löst bei dem Einsiedler, der sie aufnimmt, erst einmal Belustigung aus. Sylviane Corgiat setzt an dieser Stelle Humor, Mitleid und eine liebevolle Aufnahme ein. Denn so ganz allein ist der Einsiedler doch nicht. Zwei kleine Gnome und Haustiere stehen ihm zur Seite. Das Verhältnis der beiden, das des ehemaligen Kriegers und der angehenden Kriegerin, wird enger und mündet völlig natürlich in ein Vater-Tochter-Bündnis und eine tiefe Freundschaft. Und je inniger die Beziehung der beiden doch recht verschiedenen Menschen wird, um so mehr stirbt die Welt.

Es ist eine einfache Geschichte, deren Erzählung Sylviane Corgiat hier an den Anfang einer fünfteiligen Reihe stellt. Die Faszination erwächst aus der Umgebung, die kleinen und größeren Andersartigkeiten, die Laura Zuccheri mit einer liebevollen Perfektion zu Papier bringt, die im weiten Feld der Comic-Landschaft dennoch ein Seltenheit ist. Sind die Menschen etwas glatter koloriert, etwas überzeichnet manchmal, so ist die Darstellung der Natur in manchen Bildern knapp am Gemälde oder sogar Photorealismus. Sie kann selbstverständlich nicht die Qualität des Titelbildes auf die Albenlänge ausdehnen, doch erreicht sie diese fast.

Durch die unterschiedliche Ausarbeitung von Charakteren und Hintergründen entsteht auch ein filmischer Effekt, wie er Zeichentrickproduktionen zu finden ist. Aber Zuccheri bildet ihre Hintergründe mit großer Natürlichkeit ab und sie erreicht diesen Effekt auch bei den Tieren, die ein Thema für sich sind.

Kleine Augen, große Nasen: Obwohl manche der gezeigten Tiere, sanftere und auch gefährliche, sehr groß sind, haftet ihnen doch eine gewisse Putzigkeit an. Ein Raubtier, im Kampf mit Miklos, erinnert an eine Mischung aus Affe, Katze und Waschbär. Teilweise bis ins kleinste Barthaar ausgeführt, könnte dieses (und auch weitere) Tier durchaus ein Abbild einer lebendigen Ausführung sein. Ein pralle, ungemein farbig kräftige Kolorierung taucht die Szenen in ein plastisches und weiches Licht. So ergibt sich eine schlicht schöne und, je nach Sequenz, auch romantische Optik. Diese kann aber auch in Trostlosigkeit umschlagen, denn die Natur gibt langsam auf und der Verfall ist hier ein wichtiger Bestandteil der Geschichte.

Ist Miklos eher der Thor-Typ, nordisch, heldenhaft, so hat Zuccheri Yamas Vater als eine realistische Version von Umpah-Pah angelegt, der auch recht gut in die äußerlich griechisch-indianische Kultur passt, der Yama entstammt. Diese kleine Hommage (die kaum zufällig sein kann) passt perfekt in eine Umgebung, die mit verschiedenen, nicht immer gleich offensichtlichen Anleihen spielt.

Ein traumhafter Einstand für Laura Zuccheri, die hier ihre erste Comic-Serie startet. Künstlerisch anspruchsvolle und aufwendige Bilder schaffen eine Fantasy-Welt, die großes Kino im Albenformat ist. Die liebevolle Erzählung von Sylviane Corgiat lässt nichts vermissen, was das Herz eines Fantasy-Fans begehrt. 🙂

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