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Comic Blog


Montag, 27. Juni 2011

CRYOZONE

Abgelegt unter: Horror — Michael um 11:23

CRYOZONEDer Weltraum, unendliche Weiten, fremde Welten. Der Mensch hat sich aufgemacht, um diese Welten zu besiedeln und hat dafür Techniken entwickelt, die es ihm ermöglichen, diese Entfernungen zu überwinden, ohne erst im Greisenalter dort anzukommen. Das Zauberwort für diese Technik lautet: Kryogenik. Tausende von interstellaren Reisenden sind tiefgefroren und verschlafen die Reise wortwörtlich. In Wellen werden sie zwischendurch aufgetaut, um einige Zeit Dienst zu leisten, damit nicht nur eine Besatzung für die Steuerung und Wartung des Schiffes verantwortlich ist. Alles auf dieser Reise läuft am Schnürchen. Bis ein Fehler katastrophale Folgen hat.

Es sind ZOMBIES! Bevor die aktuelle Untoten-Welle durch Film, Roman, Comic, inzwischen auch Fernsehen rollte, erschien bereits 1996 der Science-Fiction-Horror-Thriller um ein Raumschiff, unterwegs um eine neue Welt zu kolonisieren, das schließlich eine Fracht voller Untoter ans Ziel zu bringen droht. Thierry Cailleteau schrieb die Geschichte dieses Krachers, der in der Tradition von Kinofilmen wie Outland, Alien oder Lost in Space steht. Ein beengter Raum und ein Gegner, besser gesagt, das Monster sind der Kern des Konzepts. Doch immer gibt es das gleiche Problem: Wie kommt das Monster auf das Schiff?

Drogen (oder nenne man es Medikament) sind der Auslöser, ein unheimlicher Fund, ein Verräter. Hier ist es ein wenig von allem, um am Ende der Bedrohung auf einem Raumschiff entgegen zu stehen, die einst ein George A. Romero so populär gemacht hat. Die Herleitung, warum vermeintlich Tote auf einmal wieder unter den Lebenden wandeln, sogar einem beschleunigten Verfall ausgesetzt sind, ist passend und in diesem Szenario logisch aufgebaut. Mehr noch: Menschen sind nicht die einzigen Lebewesen, die dem Tode zumindest zeitweise entgehen.

Nachdem das Szenario etabliert ist, die Figuren vorgestellt, die Fronten klar geregelt sind, tritt Thierry Cailleteau auf das imaginäre Gaspedal und jagt mit dem Leser durch die Handlung. Die Helden müssen von A nach B und zwischen diesen beiden Punkten hat Thierry Cailleteau eine Menge Hürden in den Weg gestellt. Als Zeichner dieses Parcours konnte der Autor den bis dato unbekannten Denis Bajram gewinnen. Bajram (Universal War One), zu diesem Zeitpunkt verlagslos und bislang von Fachleuten mit seiner Arbeitsmappe abgelehnt worden, ließ sich von Cailleteau zu Zombies im Science-Fiction-Szenario überreden.

Zum Glück, denn Bajram hat ein Händchen für Science Fiction. Um derlei Geschichten glaubhaft zu vermitteln oder auch um die richtige Atmosphäre aufzubauen, sollten das Umfeld stimmen. Bajram kann Technik, die nicht existiert, mit dem nötigen realistischen Aussehen darstellen. Ob mit Leitungen bestückte Wände, Kommandokonsolen, Fahrzeuge, Schusswaffen, Innenarchitektur, ein komplettes Kolonieschiff: Jedes dieser Einzelteile fügt sich zu einer runden Sache zusammen. So wird die Himmelfahrt durch das Weltall zu einem beklemmenden Thriller sondergleichen, der aber auch auf humoristische Seitenhiebe nicht verzichtet.

Nach eigener Aussage hatte Thierry Cailleteau einen frühen Film von Peter Jackson gesehen (Braindead), als in ihm der Wunsch stärker wurde, eine Zombie-Geschichte in Comic-Form zu entwerfen. Ein Augenzwinkern durfte aber nicht dabei fehlen, wie bereits das Titelbild mit einem muskulösen, mit einer futuristischen Kettensäge bewaffneten Soldaten zeigt. Aber gerade, als es scheint, die Lage könnte mit einer solchen Waffe zum Vorteil der Überlebenden geklärt werden, stellt sich den Menschen ein Feind entgegen, den der Leser in einem Raumschiff am allerwenigsten erwarten würde. Es ist die Mischung aus skurrilen und durchaus möglichen (von Zombies einmal abgesehen) Situationen, die hier einen Seitenumblätterer entstehen ließ. Thierry Cailleteau, der die Untoten abseits von Friedhöfen und Großstädten zeigen wollte, kann abschließend von einer gelungenen Mission sprechen.

Für Genre-Fans: Untote im Weltraum, von Thierry Cailleteau schlüssig wie auch rasant erzählt, von einem frühen Denis Bajram mit starkem Hang zum Perfektionismus illustriert. Ein schöner Blick hinter die Kulissen im Anhang rundet dieses Horrorabenteuer in einem Band ab. :-)

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