Die Versuchstiere sind weg, ausgebüxt. Doch die experimentelle Droge zeigt Wirkung. Sie machen sich nicht einfach davon, sondern tun, was jedes auf diesem Weg intelligent gewordene Wesen tun würde: Sie schreiben sich an der Universität ein. Aber Intelligenz kann auch übermütig machen. Ralph, ein Nagetier mit einem allzu großen Selbstbewusstsein, glaubt tatsächlich, er könne mit einem falschen Ausweis Alkohol kaufen. Dumm nur, dass der Ausweis auf eine alte schwarze Dame mit dem Namen Cindy lautet. Ralph lernt nun sehr schnell die handfesten Kehrseiten des Studentenlebens kennen.
Lustig ist das Studentenleben. Witze über den studentischen Alltag gibt es nicht nur in Deutschland, natürlich auch in den USA. Bevor Frank Cho mit Spider-Man und den Rächern bekannt wurde, er mit Jungle Girl Erfolge feierte, wurde deutlich, dass er für das Superhelden-Genre drei herausragende Eigenschaften mitbringt: Humor, zeichnerisches Talent und Talent für Pin-Ups. Alles zusammen ist in University Freaks deutlich erkennbar. In kurzen und klassischen Strips, auch im Fortsetzungsmodus, wird aus dem Privatleben fünfer, recht ungewöhnlicher Studenten erzählt.
Ungewöhnlich weil: Frank ist eine Ente. Dean ist ein Schwein (auch in Bezug auf seine Manieren). Ralph ist ein (etwas undefinierbares) Nagetier. Leslie ist eine Limabohne und Sheldon, der Nachzügler der Truppe, ist eine Schildkröte. Was haben sie gemeinsam? Sie trinken (wie Ted Kennedy, so wird es jedenfalls behauptet, der Mann wird in Übersee einen entsprechenden Ruf haben).
Obwohl sie Tiere sind, können sie von den Frauen nicht lassen. Frank ist recht monogam veranlagt und hoffnungslos in Brandy verliebt. Dean baggert jede an, die bei seinem Anblick nicht sofort flüchtet. Sein Problem ist, dass er sich meistens eine schlagkräftige Abfuhr holt (und trotzdem nie aufgibt). Gerade auf Dean trifft der Begriff der Visage vollkommen zu. Das, gepaart mit zotigen Sprüchen (die allerdings auch recht selbstbewusst daherkommen), ergibt eine unschlagbare Mischung für eine Menge Spaß.
Das Studium spielt schlichtweg keine Rolle, in den Bildern, in denen zwar Qualität zu erkennen ist, aber beileibe noch nicht das, was Frank Cho später zu Papier bringen wird. Wer sich Brandy betrachtet, ein ziemliches American Girl, kann verstehen (wenn es denn stimmt), dass Frank Cho von Fans (vielleicht auch von Uni-Kollegen) Nachfragen erhalten hat, die wissen wollten, ob es eine reale Vorlage gibt. Brandy ist das typische Mädchen, das in amerikanischen Komödien den Jungs den Kopf verdreht: Sie sieht gut aus, ist etwas naiv, aber nicht dumm und sehnt sich nach einem Haufen mit Testosteron abgefüllter Irrer nach einem lieben und netten Kerl.
Für Frank, den kleinen gelben Erpel, auf den sie sich einlässt, bedeutet das zeitweise die Hölle. Hier gibt es Spaß auch durch Mitleid, während Ralph und Leslie sich durch gutes Zusammenspiel auszeichnen (man erinnere sich: Nagetier und Limabohne). Eine Limabohne als Charakter in einem Comic auszuwählen, dürfte zu einer der charmantesten Ideen gehören, die es jemals in einer Funny-Serie gegeben hat. Die ursprünglich rein schwarzweißen Zeichnungen wurden für diesen Sammelband koloriert und mit einem ausführlichen Anhang versehen, der einen Einblick in Chos Arbeit gibt.
Lachen in Serie im Zeitungsstripformat. Herrlich albern, sehr treffsicher, mit einfachen Witzen, Running Gags und skurrilen Charakteren. Vom Schmunzler bis Brüller ist alles dabei. 🙂
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