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Comic Blog


Mittwoch, 05. Mai 2010

Comanche 3 – Die Wölfe von Wyoming

Filed under: Abenteuer — Michael um 20:55

Comanche 3 - Die Wölfe von WyomingDas Geld des Viehzüchterverbandes und damit die Zukunft der Gegend steht auf dem Spiel. Dobbs heißt das unheilverkündende Wort. Diese Familie überfällt am laufenden Band und stiehlt, was nicht angeschraubt oder festgewachsen ist. Mit dem alten Sid Bullock, dem Kutscher, und seiner Schläue haben die Banditen jedoch nicht gerechnet. Eine wilde Verfolgungsjagd geht gerade noch einmal glimpflich aus. Ein Fahrgast, ein Prediger, versteht seinen Colt mit der Virtuosität eines Scharfschützen zu nutzen. Dieser Mann, Braggshaw, ist Red Dust nicht geheuer. Ein Mann Gottes sollte nicht so gut mit der Waffe umgehen können. Besser wäre es, den Mann so schnell wie möglich wieder los zu werden. Doch die Mannen der Triple Six Ranch können die Hilfe des ungewöhnlichen Gottesmannes sehr gut gebrauchen.

Ein Dobbs allein ist schlimm, eine ganze Familie ist eine Teufelsbrut. Autor Greg kreiert ein Western-Monster. Dobbs, der größte der Köpfe auf dem vorliegenden Titelbild, ist ein Alptraum. Ein Verbrecher, der keinen Argumenten zugänglich ist, weder logisch noch unlogisch. Dessen Motivation Geld heißt, aber nicht immer. Der tötet, bloß weil ihm jemand unbequem ist. Der mit einer Leichtigkeit einen Menschen tötet, mit der andere eine Fliege zerquetschen. Ein Mann, dem selbst die eigene Familie nichts bedeutet. Mit dieser Figur zwingt Greg seinen Helden, an eine Grenze zu gehen.

Für eine Weile dabei: Ein Prediger namens Braggshaw. Ausgerechnet der selbst ernannte Gottesmann räumt mit den Verbrechern ohne lange Zaudern auf. Wo Dust die Fäuste benutzt, greift Braggshaw gleich zum Colt. Neben der Auseinandersetzung zwischen ihm und Dust über Glaubensfragen und Prinzipien, erzählt Greg über die Jagd nach dem Geld, das sich eigentlich gar nicht von der Stelle rührt, weil … Nun, das ist eine der humorvolleren Seitenarme der Geschichte. Allerdings nur so lange, bis der Autor die einzelnen Fäden ins vorläufige Finale zusammenführt.

Hermann zeichnet hier eine hoch dramatische wie auch sehr aktionsgeladene Geschichte. (Endlich sehe ich einmal, wie Red Dust seinen Colt zieht. Wie er auf die Art so schnell sein kann, ist mir schleierhaft, aber anscheinend funktioniert es. Meistens jedenfalls, wie es sich in Die Wölfe von Wyoming zeigt. Es gibt immer einen, der schneller ist.) Nach einem Tag voller spannender Ereignisse, die dem Drama und der Charakterentwicklung ebenso Rechnung tragen wie den Schießereien, die ein Western auch braucht, taucht die Handlung in die Nacht ab. Hier beweist Hermann einmal mehr seine Meisterschaft des Tuschestrichs wie auch der Fähigkeit, perfekt mit Licht und Schatten zu arbeiten.

Mit den Dobbs gestaltet Hermann wunderbare Verbrechervisagen. Die Familienähnlichkeit wurde über die ganze Strecke toll beibehalten, alle sind ungepflegt, fast eine Familie von Lee van Cleefs. Ohne die Vornehmheit, die den Rollen des Schauspielers sonst anhaftete. Die Nachtsequenz ist nicht der Höhepunkt dieser Handlung, er ist ein Höhepunkt der gesamten Reihe.

Ein Klassiker: Der erste Teil einer Verbrecherjagd, brillant erzählt und in Szene gesetzt. Die Wölfe von Wyoming haben alles, was ein guter Western braucht. Nur auf das Ende müssen die Leser bis zum zweiten Teil warten. 🙂

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