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Comic Blog


Samstag, 27. Juni 2009

Storm 24 – Marduks Quelle

Filed under: SciFi — Michael um 11:08

Storm 24 - Marduks QuelleEs gibt nur eine Frau, die Storm etwas zu sagen hat. Diese da, mit dem verwegenen Piratenaussehen, der Augenklappe und den grünen Haaren, gehört eindeutig nicht dazu. Und wenn von zwei Menschen auf einem Boot nur einer eine Waffe hat und Storm ist nicht dieser Mensch, dann muss das schnellstens geändert werden. Rothaar derweil macht sich große Sorgen um ihren Gefährten. Aber sie ist bereit, sämtliche Ängste über Bord zu werfen. Sie dringt in das Allerheiligste des Theokraten Marduk ein, nur um festzustellen, dass sie zu spät kommt. Storm ist nicht mehr da.

Marduk! Dieser Stellvertreter Pandarves, dieser irrsinnige Herrscher dürfte zu den größten Spinnern auf einem Thron gehören seit Caligula und Nero zusammen. Und jetzt ist er wieder da. Mehr oder weniger jedenfalls, denn manchmal werden Herrscher wieder interessant, wenn es ihnen schlecht geht. Und Marduk geht es sehr schlecht. Er könnte sterben. So ist es keine uninteressante Konstellation, wenn ausgerechnet sein auserkorener Erzfeind, die Anomalie (nennen wir sie einfach Storm) dazu ausersehen ist, Marduks Leben zu retten.

Marduk, hier im Titel der vorliegenden neuen Ausgabe der Reihe auch mit namensgebend, ist verantwortlich für die Reise von Storm in ein ihm völlig unbekanntes Universum. Ein Ei von Pandarve ermöglichte den Transport von Storm und natürlich von Rothaar, die ihren Freund und Geliebten nicht so einfach in einem gleißenden roten Lichtstrahl verschwinden sehen wollte. Und plötzlich: Storm und Rothaar fanden sich in einem Weltraum wieder, in dem sie atmen konnten. Mehr noch: Ein riesiger Wal schwamm geradewegs auf sie zu.

So viel zur Vergangenheit. Nach all den Bösewichtern, die Storm bis zu seinem Wechsel in das Universum von Pandarve erlebt hat, ist Marduk zwar auch ein schlimmer Finger, aber auch einer der eher in der Kategorie eines Lord Helmchen anzusiedeln ist. Man kann seinen Spaß mit ihm haben, sollte ihm aber nicht in die Finger fallen. (So verhält es sich auch mit den theokratischen Garden.) Die Besessenheit Marduks, der Anomalie habhaft zu werden, soll nicht weiter thematisiert werden, denn die Erkenntnis um Storms Wichtigkeit und Nützlichkeit ist von weitaus größerer Bedeutung. Storm könnte das Leben des Theokraten retten, freilich nur, weil sein Freund Nomad als Geisel gehalten wird.

So schickt Autor Martin Lodewjik, Storm-Erzähler der ersten Stunde, den Helden auf eine weit entfernte Welt, wo sich ein neuer Widerling anschickt, das Erbe des Theokraten anzutreten: Der rote Satan. Dank des hochwertigen künstlerischen Talents von Romano Molenaar und Jorg De Vos, die Storm hier schon in der zweiten Ausgabe betreuen, erwartet den Leser ein furchtbar aussehender Widersacher, aber, dank eines Martin Lodewjik auch einer, der allzu überzeugt von sich ist.

Romano Molenaar ist äußerst vielseitig. Er gehört zu den Künstlern, die sich in den Welten eines Topcow-Universums bewegen. Finstere Schurken und grazile, bis an die Zähne bewaffnete Frauen stehen hierbei im Mittelpunkt. Stets ist es etwas gruselig, manchmal auch horrormäßig. The Tenth oder Tomb Raider, Romano kennt Action und kommt mit seiner grafischen Stilistik, den Bildern eines Don Lawrence zum Ende seiner langen Karriere recht nahe. Ach, was! Ich muss hier einfach mal so richtig begeistert sein: Beinahe ist es auch hier wieder gruselig zu nennen, denn die künstlerische Annäherung an Lawrence ist außerordentlich gelungen. Das Farbenspiel und die Details machen Spaß. Es gibt kleine Cameos, so tritt Martin Lodewjik als Komparse auf. Es gibt Anspielungen: Der Revolutionsführer (selten einen gesehen, der so bewegungsunfähig ist) ähnelt in Pose und Verhalten einem Jabba, ein Umstand, der jedem SciFi-Fan auffällt, auch ohne das nachfolgende Interview im Anhang gelesen zu haben.

Besonders beeindruckend ist der Endspurt geworden. Um den roten Satan zu besiegen, muss eine Reise angetreten werden. Die Fahrt durch das Uhrwerk der Zeit mit anschließenden Planschen im Blutkreislauf ist ein großartiger Abschnitt im Bereich Fantasy. Das sind Szenen, die entstehen, wenn sich alle beteiligten Künstler etwas trauen und es dürfte auch eine der Szenen gewesen sein, mit der Lodewjik die beiden Zeichner überrascht hat, was nach Aussage von Molenaar und De Vos hin und wieder geschieht.

Grafisch (wieder einmal) beeindruckend vom neuen Künstlerduo umgesetzt, mit sehr viel Augenzwinkern von Martin Lodewjik erzählt. Ein reinrassiges Abenteuer, mit steigendem Tempo erzählt, am Ende wartet eine sprichwörtliche Achterbahnfahrt und ein Endspurt, der es in sich hat. Die neuen Zeichner sind endgültig in Storms Welt angekommen und Lodewjik fühlt sich anscheinend wieder ganz wie Zuhause. 🙂

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Links:
www.romanomolenaar.com (Romano Molenaar)
jorgdevos.blogspot.com (Jorg De Vos)

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