Icho Tolot dreht durch. Der sonst eher gefestigte Charakter des Haluters hat sich im Zustand irrsinniger Raserei verflüchtigt. Wütend stürmt er auf die Mauer zu, hinter der verteidigungsbereite Millies warten und sogleich einen Geschosshagel gegen ihn schicken. – Zwecklos. Selbst Gucky ist fassungslos. Beinahe tun ihm die Millies leid. Tom Blast tun sie nicht leid. Er jagt den flüchtenden Millies hinterdrein, weil er seine Shira retten möchte. Und plötzlich sieht er sich hunderten von nackten Frauen gegenüber, alle sehen sie aus wie Shira, in verschiedenen Altersstufen, in unterschiedlichen Gewichtsklassen – aber wer von Ihnen ist die echte Shira?
Es war einmal eine deutsche Erfolgsgeschichte namens Perry Rhodan. Über diese Erfolgsgeschichte muss kaum weiter gesprochen werden. Hefte, Taschenbücher, Bücher, Hörbücher und Hörspiele, Filme und auch Comics: Im vorliegenden Fall präsentiert sich hier bereits auch schon die 135. Ausgabe zu Perry – Unser Mann im All, einer Reihe, die abseits des echten Perry Rhodan-Universums handelt und sich deshalb auch einen ganz eigenen Stil erlauben darf.
Für die Menschen – wie auch Gucky und Icho Tolot – sind die Millies die Monster, doch die Frage, Wer ist hier das Monster?, lässt sich nicht so leicht beantworten, denn ausgerechnet das Wesen, das ein Teil der Crew ist, Shira, stammt von den Millies ab. Der Feind in meinem Bett, könnte für den verliebten Tom Blast die Antwort lauten, doch wie stets in einem schier unendlich gewachsenen Universum, dass auch die Comic-Reihe mit einschließt, ist die Antwort nicht ganz so einfach – auch für den Leser nicht.
Es ist ein Spaß, ein SciFi-Abenteuerspaß, nicht mehr und nicht weniger, der sich dem Auge in der abschließenden Folge der Drangwalzen-Trilogie zeigt. Optisch geraten die Bilder klassisch. Vincent Burmeister, Vorzeichner, wandelt auf den Spuren eines Bruce Jones, ein wenig Bo Hampton, Tom Yeates, aber auch bekannteren Namen wie Bernie Wrightson. Durch die Tuscheausführungen von Rudi Martens und Carsten Dörr sowie der farblichen Gestaltung von Nique Oelkers ergibt sich ein Gesamtbild der alten Schule.
Eine weitere Geschichte im verwandten Bernie Wrightson-Stil – der Künstler kann immer herangezogen werden, wenn es um Monster und Zombies geht – findet sich mit Schatten der Vergangenheit, in dem der Leser Atlan auf einer seiner Missionen begegnet. Eine Pyramide einer untergegangenen Zivilisation harrt der Erkundung, doch nicht alles darin ist tot. Ähnlich wie es der SciFi-Fan in einer Episode aus dem Alien-Universum lesen kann, fallen auch hier außerirdische Parasiten über die Eindringlinge her. Eine Mischung aus Seestern und Facehugger bemächtigt sich der Körper und steuert sie. Thematisch ist selbst dem Superhelden-Fan dieses Szenario nicht fremd, finden sich auch in der Doppelfolge Der Ruf des Bösen in der Batman Of The Future-Serie ähnlich anmutende Organismen. Allerdings werden sie hier noch mit einem möglichen Weltuntergang verknüpft. Im Perry-Universum kann man sich angesichts des Umfangs dieses Kosmos nicht mit weniger zufrieden geben.
Neben eher trashigen Geschichten über Roi Danton und Wilde Weiber, die es wissen wollen, die einen hohen Klamaukfaktor haben, an dem sich Perry Rhodan-Fans sicher erfreuen werden, runden eine tolle Risszeichnung der Crest II und ein schöner Bericht über Shira nebst toller Illustration von Simone Kesterton das Heft ab.
Perry – Unser Mann im All 135 bietet eine geballte Ladung SciFi-Spaß, in dem alles beinhaltet ist, was SciFi-Abenteuer ausmachen können: Spannung, Action, Trash, Ironie, Erotik und Klamauk (letztere beiden auch in einer netten Kombination im Stile heftig bunter 70er Jahre). Gute Unterhaltung, die völlig zurecht mit dem Nemo Award ausgezeichnet wurde. 🙂




















