Gold Sands ist die typische Geisterstadt im ehemaligen Wilden Westen. Umgeben von einer sehr natürlich gebliebenen Landschaft aus riesigen Felsformationen, Sand und großen Kakteen wollten Bob Morane und sein Kumpel Bill ausspannen. Als zu Beginn ihrer Vorbereitungen zur Nachtruhe Schreie einer Frau über die Ebene hallen, ist es sofort vorbei mit der Entspannung. June Landon hat Glück. Die beiden Männer, Abenteurer aus tiefster Seele, stehen der jungen Frau sogleich gegen wilde Hunde bei. Sie verlieren sich am nächsten Morgen in einem Minenkomplex. June hat ein reges Interesse daran, dass sie alle wieder an die Oberfläche zurückkehren.
Oben werden sie bereits von der Polizei empfangen. June ist bekannt dafür, dass sie den Legenden über einen Schatz ihres Großvaters hinterher jagt, während ihr Vater auf einer nahe gelegenen Basis in einer Untersuchungskommission arbeitet. Ein alter Bekannter des Geheimdienstes, Herbert Gaines, nimmt Bob und Bill mit zur Besichtigung. Beider Misstrauen legt sich wieder. Doch wenig später häufen sich seltsame Vorkommnisse. Jemand trachtet ihnen ganz offensichtlich nach dem Leben. Aber warum? Bisher haben Bob und Bill nur Puzzleteile, aber nichts scheint zusammenzupassen. Die Verfolgung eines seltsamen Drillingstrios macht zunächst alles noch verwirrender.
An der Seite von Bob Morane geht es in Operation Wolf in die amerikanische Westernlandschaft, im Westen der USA, wo die grandiosen Felsformationen sofort an bekannte Wildwestfilme erinnern. Hier ist der Westen immer noch wild, aber auch geheimnisvoll. Ein wenig atmet das Abenteuer das Flair eines Films wie Diamentenfieber. Und um bei James Bond zu bleiben: Mit den drei Gaunern Hink, Hunk und Honk gibt es einen Oddjob, wie er in Goldfinger auftauchte, gleich dreifach, sprechend zwar, aber nicht weniger gefährlich.
Coria, der hier den Zeichenstift von seinem Schwager William Vance übernimmt, ist ein absolut gleichwertiger Nachfolger. Der Zeichner, der bei Vance lange mitarbeitete, etwas wie ein Lehrling war, arbeitet etwas weicher, man könnte auch sagen, etwas natürlicher als Vance, der sehr harte Konturen bevorzugt und ein leicht puppenhaftes Aussehen, was sich besonders bei seinen Frauenfiguren bemerkbar macht.
Nach eigener Aussage ist Coria jemand, der realistische Szenarien bevorzugt, echte Landschaften, Lebewesen und Fahrzeuge und sich bei gelegentlichen Abdriften von Bob Morane-Erfinder Henri Vernes besonders anstrengen muss.
Auch in der ersten Episode Operation Wolf kommt es zu einigen phantastischen Einflüssen, aber diese sind technischer Natur – im Zusammenhang mit den Hunden – so dass Coria keinerlei Probleme damit zu haben scheint. Im Gegenteil, die Darstellung von Tieren scheint ihm sehr zu liegen.
Bereits in Schreckenskommando wird es weitaus phantastischer. Nun kommen UFOs ins Spiel. Dank eines Erzähltricks hat Herni Vernes ein Szenario geschrieben, in dem nach kurzer Zeit alles möglich ist. Hypnotisiert scheinende Meuchelmörder, Vampire, alte Feinde wie Miss Ylang-Ylang und natürlich ein unidentifiziertes außerirdisches Flugobjekt, in dem sich die Sinne jederzeit täuschen lassen können. Dank Coria ist es optisch gelungene Schauermär, gruseliger als andere Episoden mit eher thrillerartigem Charakter.
Schlussendlich tritt ein alter Feind auf den Plan. Der gelbe Schatten hat seine Krieger ausgeschickt. Da ist es keine Frage, dass Bob Morane wieder in die Machenschaften dieses global agierenden Irren hineingezogen wird.
In letzterer Episode zeigt sich, wie gut und wie gern Coria mit Menschen zu arbeiten scheint. Das Besondere ist auch, dass die Geschichte keinen technischen Schnickschnack benötigt – sieht man einmal von dem falschen Mr. Ming ab und der letztendlichen Flucht des gelben Schattens. Die Bedrohung entsteht hier durch Schatten, Verfolgungsjagden, die Menge der fehlgeleiteten Angreifer und einem Spiegelkabinett.
An zweiter Stelle, nach menschlichen Figuren, stehen bei Coria sichtlich die Fahrzeuge aller Art. Ob Geländewagen, wie in der ersten Episode, schnelle Sportwagen, wie in allen drei Episoden, sogar Busse, Jagdflieger und Hubschrauber. Die verschiedenen Ansichten in allerhand Action-Szenen beweisen, wie penibel Coria bei seiner Arbeit ist und Wert auf eine möglichst korrekte Darstellung legt. Wer diverse Klassiker wie Bullit gesehen, vermeint bei den Bildern beinahe das Röhren des Jaguar-Motors in der Vorbeifahrt zu hören.
Der Meister des phantastischen Thrillers, Henri Vernes, beweist einmal mehr die Vielfalt seiner Einfälle, deren Originalität auch nach beinahe 30 Jahren neben neueren Produktionen bestehen und noch Vorbild sein können. Coria untermauert sein Können in den Fußstapfen seines Schwagers William Vance eindrucksvoll und unterstreicht gleichzeitig die Eigenständigkeit seines Zeichenstils, ohne die vorgegebene Linie des Originals zu vernachlässigen. 🙂
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