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Comic Blog


Mittwoch, 23. August 2006

Fluch der Karibik 2

Filed under: Abenteuer,Comics im Film,Mystery — Michael um 22:43

Fluch der Karibik 2Captain Jack Sparrow ist zurück! Und auf der Flucht! Mal wieder! Mittels eines Sarges kann er aus der Festung entkommen. Endlich hat er den Hinweis gefunden, den er so dringend gesucht hat.
Ein Schlüssel? Nein, es ist die Zeichnung eines Schlüssels. Und was macht ein Schlüssel? – Die Erläuterung dieser Frage verwirrt die Besatzung der Black Pearl ebenso wie Sparrow selbst. Es ist an der Zeit die Segel zu setzen, nur wohin genau? Ungefähr da lang. Jacks Verwirrung hat einen guten Grund, wie es ihm bald von dem noch halbwegs lebendigen Stiefelriemen Bill auseinandergesetzt wird. Der gefürchtete Davy Jones, Kapitän des legendären Flying Dutchman, will den Pakt einlösen, den Sparrow einst mit ihm schloß. Sparrow wollte Kapitän der Black Pearl werden und er war Kapitän der Black Pearl: Nun ist Zahltag.
Jacks einzige Hoffnung: Sofort an Land, denn Jones kann kein Land betreten. Jacks Panik überträgt sich schnell auf seine Besatzung. Eiligst wird der Kurs auf das nächste Eiland angelegt.

Inzwischen hat Will Turner ein ganz anderes Problem. Ihm und seiner Verlobten Elisabeth Swann wird zur Last gelegt, einem Piraten zur Flucht verholfen zu haben. Die Eastindia-Company, eine mächtige englische Handelsgesellschaft, hat ein besonderes Interesse an Jack Sparrow. Es wird Zeit für einen weiteren Pakt. Will und Elisabeth entgehen ihrer Hinrichtung, wenn Will ein besonderes Stück von Sparrow entwenden kann: Einen Kompass, der überall und nirgends hinzeigt und den Jack stets bei sich trägt. Im Gegenzug soll Sparrow englische Kaperbriefe erhalten, die ihn bemächtigen seine Piraterie auf legalem Wege zu betreiben. Will nimmt an und macht sich auf die Suche.

Seine Suche entpuppt sich als völlig neues Abenteuer, denn ehe er sich versieht, hat ihn Jack Sparrow mit auf eine Reise genommen, die ihn in die Nähe einer anderen Geisterbesatzung bringt.
Und nicht nur das: Elisabeth gelingt die Flucht. Durch eine List gelingt es ihr, die beiden Männer, mit denen sie so viel verbindet, nach langer Reise wieder zu finden. Obwohl bereits so gefährliche Situationen hinter den dreien liegen, gehen die Abenteuer jetzt erst richtig los.

Fluch der Karibik 2 wurde von Autor Stefano Ambrosio auf der Basis des Original-Drehbuches erzählt. Ambrosio ist bereits durch seine Arbeiten an der Disney-Comic-Serie Micky X bekannt. Die Kinovorlage des zweiten Teils des Welterfolgs der Piratensaga macht es ihm einerseits leicht, andererseits muss er auch ziemliche Kürzungen vornehmen und kann nicht auf jeden Witz eingehen. Ambrosio gelingt es aber, den Kern der Erzählung herauszuziehen und die Schlüsselszenen hervorzuheben.
Im Comic wie im Film steht Jack Sparrow dabei natürlich im Mittelpunkt. Hektik, verschreckte Augen, Panik, chaotisches Verhalten, Selbstsucht, mit dem Kopf durch die Wand, diese und noch mehr Attribute stehen für die Figur des Jack Sparrow. Sein bisweilen tapsiges Verhalten erkennt der Leser sofort wieder, aber auch ohne den Film gesehen zu haben, kann sich der Leser der Nervensäge Jack Sparrow nicht entziehen.

In dieser Comic-Geschichte kommt der gestalterischen Zunft, allen voran Zeichner und Inker Giovanni Rigano eine besondere Aufgabe zu. – Nicht nur, wo Disney draufsteht, ist auch Disney drin, sondern auch, wenn es so gestaltet ist. Wer moderne Disney-Klassiker wie Atlantis oder Tarzan gesehen hat, hat auch sogleich den zeichnerischen Stil vor Augen, in dem die Comic-Umsetzung zu Fluch der Karibik 2 zu Papier gebracht wurde. Rigano ist es zu verdanken, dass Sparrow auch im Comic eine so tolle Figur macht. Und nicht nur das. Angesichts der Umsetzung ist es erstaunlich, dass es noch keine Zeichentrickserie zur Filmtrilogie gibt, denn die hier gezeichneten Figuren können die Grundlage für diese Serie bieten. Rigano und seine Kollegen, die hier kolorierend zur Tat schreiten, Silvano Scolari, Andrea Cagol und Stefano Attardi leisten hier ganze Arbeit. Schwarze Outlines werden hier auf das nötigste beschränkt. Feine Hintergründe und farblich schön gestaltete perspektivische Ansichten geben den Bildern eine filmische Tiefe, wie der Disney-Fan sie bereits aus Filmen und Trickserien her kennt.
Besonders beeindruckend ist hier natürlich das Schiff von Davy Jones (wie auch Davy Jones selbst).

Der Comic zum Film schafft es, völlig für sich alleine zu stehen und gewinnt der Geschichte sogar neue Aspekte ab. Die italienische Comic-Schmiede von Disney leistet hier ganze Arbeit, spannend und etwas für’s Auge: Fans von Abenteuern kommen hier voll auf ihre Kosten. 😀

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