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Comic Blog


Sonntag, 12. Oktober 2008

Hack/Slash 2 - Tödliche Fortsetzung

Abgelegt unter: Mystery — Michael um 17:49

Hack/Slash 2 - Tödliche FortsetzungDieser untote Army Sergeant ist nun wirklich nicht der Rede wert. Man öffnet sein Grab, wirft einen Sprengsatz hinein, postiert sich in sicherer Entfernung und den Rest erledigt eine wohl ausgewogene Explosion. Fertig. Cassie und Vlad haben inzwischen sehr viel Routine bei der Beseitigung von Slashern entwickelt. Aber gruselige Serienmörder, die sich in der normalen Welt bewegen, sind auch leicht zu fassen. Killer, die in den Träumen der Menschen angreifen, sind schon ganz anders zu fassen. – Oder auch nicht?

Im Land der verlorenen Spielsachen kann der Killer zuschlagen, wie es ihm beliebt. Schlimmer noch für die Beteiligten ist wohl das Alter des Mörders: Es handelt sich um ein Kind. Aber es ist auch böse. Manchmal gibt es ein menschliches Wesen, das sich nicht um die Vorgaben anderer schert. Ashley wollte nie teilen. Es tötete die Jungen seiner Katze, weil er die volle Aufmerksamkeit des Tieres haben wollte. Ashley ist von Grund auf schlecht. Inzwischen sind einige Kinder im Schlaf gestorben. Jason, ein Jugendlicher und Spielzeugsammler, hat die Fälle beobachtet und für sich festgestellt, dass hier nur zwei helfen können: Cassie und Vlad, die Slasher-Jäger.

Tim Seeley schickt seine Kreation Cassie ins Land der Träume. Wie es sich für eine Serie gehört, die sich mit dem Slasher-Genre beschäftigt, werden auch bekannte Themen aufgegriffen. Freddy Krueger ist jener Kindermörder, der nach seinem Feuertod in den Träumen der Kinder zurückkehrt und sich rächt. Seeley hat dieses Thema noch ein wenig auf die Spitze getrieben, indem er eine Prise Teufelskind hinzugemischt hat.

Die Bilder zeigen eine andere Seite von Hack/Slash, als es der Leser aus dem ersten Band gewohnt sein mag und wieder erwartet hat. Es ist rauer, kantiger, abstrakter, auch trashiger. Die Bilder haben Witz, auch einen gewissen Charme und arbeiten mit einem erzählerischen Effekt zur Charakterisierung der Figuren, den auch ein Guy Davis hervorbringt. Da die Handlungen hier ebenso überspitzt sind, wie man es in der Zombie-Parodie Als die Zombies die Welt auffraßen lesen konnten, passen die Bilder. Ähnlich wie sich so manche Fortsetzung selbst parodiert, passiert dies mit dem zweiten Band der Horror-Saga um die Slasher-Jäger mit dem Titel Tödliche Fortsetzung sogar bravourös.

Neben einem Ausflug in das Reich der Spielzeugsammler, genauer in das Reich der Sammler von Action-Figuren, der allerhand grauenhafter Slasher-Szenen beschert – nein, keine Bange, es bleibt weiterhin spaßig – kann sich der Leser auf die Herkunftsgeschichte von Vlad freuen. So wie jeder Slasher unbedingt seine Abstammung oder Motivation erläutern muss, darf auch Vlad nun erzählen, wer ihn unter seine Fittiche nahm und aufzog. Obwohl, ein kleiner Rest Geheimnis bleibt, denn wer Vlad auf die Welt brachte, wer seine wahren Eltern sind, bleibt im Dunkeln.

Stich langsam!

Den Auftakt der Fortsetzung in der Fortsetzung teilen sich verschiedene Zeichner. Grafisch höchst perfekt kann der Leser verfolgen, wie Cassie in eine Falle gelockt wird. In der Folge werden die Bilder freakiger, passend zu den Gestalten, mit denen sich der Leser alsbald konfrontiert. Wer die Fernsehserie Buffy gesehen hat, wird sich an jene Organisation erinnern, die sich die Jagd auf Monster auf die Fahne geschrieben hatte. Oder er wird sich vielleicht an die Motivation der Konzerne und Militärs in Aliens erinnern, die versuchten, aus diesen Kreaturen eine Art Waffe zu machen. Hier wird etwas Ähnliches mit Slashern versucht. Bei der Präsentation dieser Geschichte muss man als Leser einfach grinsen, besonders bei der Darstellung der Killer, die einige bekannte Gestalten des Genres karikieren.

Der Leser mag Pinhead erkennen, auch den guten alten Chucky, der es ebenfalls auf einige Fortsetzungen brachte. Natürlich darf auch ein Freak mit Latex- oder Ledermaske nicht fehlen.
Als besonderes Schmankerl bietet der vorliegende Band abschließend einige Horror-Trailer, die so manche wirkliche Vorschau richtiggehend durch den sprichwörtlichen Kakao ziehen und deren Humor nicht ganz drastisch ist, wie Tarantino und Rodriguez es mit den Einspielern in Grind House praktizierten.

Viele Zeichnerwechsel wie hier mögen vielleicht nicht jedermanns Sache sein, passen aber zu Thema, zementieren die B-Movie-Aussage der Geschichten. Spaß macht es allemal, in jeder grafischen Lösung, die für jeden Geschmack etwas bereit halten sollten. Die Handlung ist für viele (gewollte) Lacher gut, die beiden Hauptfiguren, Cassie und Vlad, dürften wohl zu den bestcharakterisierten im Slasher-Genre gehören, weshalb es nicht ausbleibt, mit den beiden zu fiebern. :-)

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Montag, 04. August 2008

Die Saga vom Dunkelelf 6

Abgelegt unter: Abenteuer — Michael um 19:18

Die Saga vom Dunkelelf 6 - Der magische SteinRegis wurde entführt. Bruenor ist vermutlich tot. Niemand überlebt einen Kampf mit einem Drachen. Aber Drizzt und Wulfgar wollen nicht aufgeben. Ist die bevorstehende Reise auch lang, so werden sie den Versuch wagen, den Halbling und seinen Entführer Artemis Entreri aufzuspüren. Außerdem hat Drizzt mit dem Assassinen noch eine Rechnung zu begleichen. Auch Entreri wünscht diese Begegnung. Endlich scheint es einen würdigen Gegner zu geben, der keine Angst besitzt und – was vielleicht noch wichtiger ist – dessen kämpferische Fähigkeiten auf einem ähnlich hohen Niveau sind wie seine eigenen.

Tim Seeley ist zurück! Der Zeichner, der auch als Texter mit Publikationen wie Hack/Slash auf sich aufmerksam gemacht hat, übernimmt im vorliegenden Band Der magische Stein wieder den Zeichenstift. Das Ergebnis ist, auch dank eines komplett neuen Grafik-Teams – bis auf eine Ausnahme – wieder in glasklarer Optik umgesetzt.

Die Trilogie, im Kern ausgelöst durch die Jagd auf den Halbling Regis und Bruenors Wunsch, sein Mithrilhalle zurückzuerobern, hat die letzte Folge erreicht. Das Ziel lautet nun Calimport. Die weit entfernte Stadt soll der Schauplatz des Showdowns der Geschichte werden. Und R.A. Salvatore lässt sich nicht lumpen. Wie es sich für eine Stadt im Fantasy-Genre gehört, spielt sich für die Helden auch hier das Leben, genauer die Auseinandersetzung im Untergrund ab. Einige offene Rechnungen wollen beglichen und Freunde wieder zusammengeführt werden.

Andrew Dabb adaptiert auch diesen Teil des Meisters für den Comic. In kurzen, aber knackig spannenden wie auch informativen Häppchen reist der Leser Schritt für Schritt mit den einzelnen Helden, zuerst getrennt, später kurz vor dem Ziel wieder vereint. Salvatore nutzt seine Rezeptur – Überraschungen und Einfälle am laufenden Band – wieder weidlich aus. Gleich zu Beginn, nach einer Mini-Quest, erhält Drizzt Do’Urden ein wichtiges Werkzeug, um unerkannt reisen zu können. Eine Maske verbirgt seine wahre Herkunft, gaukelt dem Betrachter einen normalen Elfen vor, der keine Bedrohung darstellt.

Noch interessanter ist das Spielzeug, das Bruenor und seine Adoptivtochter Cattie-Brie von Lady Alustriell zur Verfügung gestellt bekommen. Ein fliegender Streitwagen mit brennenden Pferden reiht sich in die phantastischen Ideen ein, die Salvatore hier einfließen lässt und erinnert so ein wenig an eine phantastische James Bond-Variante, in der die so genannten Gadgets, eine wichtige Rolle spielen.
Nach eher einfacheren und ebenso normaleren Feinden wie Piraten und räuberischen Beduinen stoßen Helden und Leser in Calimport auf Werratten, eine sehr tückische Wer-Art. Werratten mögen seltener sein als Werwölfe oder Werkatzen, aber sie machen den Helden – besonders in dieser großen Zahl – das Leben, nein, das Kämpfen ziemlich schwer.

Die Abwechslung der Kämpfe – so auch gegen eine Todesfee – und der Standorte der Geschichte machen den letzten Teil der Trilogie überaus interessant. Wenn Bruenor zusammen mit Cattie-Brie einen Luftangriff auf ein Piratenschiff fliegt, dann ist das nicht zuletzt wegen der schönen Bilder von Tim Seeley ein wirklich magischer Fantasy-Moment.
Die Reise beschert dem Leser bereits sehr viel Action mit einigen sehr ruhigen Momenten, die auch die Charaktere besser beschreiben. Die Ankunft in Calimport hingegen ist ein langgestrecktes Finale, bei dem kein Auge trocken bleibt. Kämpfe in dieser und in einer anderen Welt werden vom grafischen Team bestens umgesetzt. Hier ist besonders die Arbeit des Koloristen Wes Dzioba zu nennen, der auch bei der Tuschearbeit aushalf.

Ein toller Abschluss der Trilogie! Das Grafik-Team, perfekt aufeinander abgestimmt, wie man am Ergebnis sehen kann, zeigt, wie Fantasy-Comics zu Papier gebracht werden können. Freilich gekürzt zwar, wird die Vorlage von R.A. Salvatore sehr gut im Kern getroffen und packt ganz einfach von Anfang bis Ende. :-)

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Links: Tim Seeley, Wes Dzioba Color Samples

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