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Comic Blog


Montag, 27. August 2007

Star Wars - Tag & Bink - Krawall im All

Abgelegt unter: SciFi — Michael um 20:35

Star Wars - Tag & Bink - Krawall im AllEs war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis. Dies sind die Abenteuer der beiden größten Pechvögel und Glückskinder, die das All jemals gesehen hat. Ihre Namen: Tag Greenley und Bink Otauna.
Es beginnt auf einem Rebellenkreuzer, der von einem Sternzerstörer durch den Orbit eines Wüstenplaneten namens Tatooine gejagt wird. Tag und Bink halten nichts vom Heldentod und setzen sich ab. Wie sehr die falsche Bekleidung schaden kann, haben sie nicht nur durch die Uniform der Rebellen erfahren.

Der Sturmtruppenpanzer gewährt zwar Schutz vor Entdeckung, leider landen die beiden an Bord einer großen Kampfstation namens Todesstern. Als sie sich zur Flucht entschließen, nachdem Alderan zerstört ist, wird ihr Funk durch einen schrottreifen Transporter gestört. Ein Missverständnis führt dazu, dass Tag wieder zum Todesstern zurückfliegt – zu der Station, die Han Solo wenige Momente noch für einen kleinen Mond gehalten hat.

Damit nicht genug. Nach einiger Zeit treffen die beiden Undercover-Rebellen in einem gestohlenen imperialen Shuttle auf Bespin. Lando, der ihnen noch einen Gefallen schuldet, wäre sie gern sehr schnell wieder los. Doch daraus wird nichts. Und so stürzen sie die Gasminensiedlung in ein Chaos, das dem Leser allzu bekannt vorkommt.

Tag & Bink – Krawall im All ist zweifellos eine Geschichte für Fans. Wer die Filme nicht kennt (am besten in- und auswendig), wird höchstens nur die Hälfte des Spaßes haben. Alle anderen, die Fans also, können sich darüber kringeln, wenn sie erfahren, wie Tag & Bink in den Krieg der Sterne eingegriffen haben – ohne, dass wir bisher davon wussten.

Nun, es war einmal weit, weit entfernt auf der anderen Seite des großen Teiches. Kevin Rubio und Lucas Marangon machten sich daran das Star Wars-Universum umzukrempeln. Fans konnten bereits vor langer, langer Zeit in der Kurzgeschichte Ein Todesstern wird geboren den Humor der beiden Macher genießen – sofern sie zu der Gruppe Fans gehören, die einen respektvollen Humor des Themas gutheißen (Star Wars Special 9). Waren es dort Vader und Tarkin, die einander das Leben schwer machten, sind es hier die Rebellen Tag Greenley und Bink Otauna, die als Duo trottelig und mit ungeheuer viel Glück durch den Krieg der Sterne stolpern.

Dabei treten sie sehr vielen bekannteren Charakteren auf die Füße. Einen vorzüglichen Vorgeschmack darauf liefert das innen abgedruckte Tag & Bink-Cover, auf dem wirklich alles, was im Star Wars-Universum Rang und Namen hat, hinter den beiden her zu sein scheint. Nicht nur Han, Luke, Leia, Chewie & Co. sind dabei. Neben Jango und Boba Fett ist ihnen sogar der Schöpfer höchstpersönlich auf den Fersen: George Lucas.
Das Besondere an diesen Geschichten ist es, wie fein die Erlebnisse der beiden in die Original-Ereignisse eingearbeitet sind, ohne dass es zur Störungen in der Macht – Verzeihung, Störungen in der Handlung kommt.

Kevin Rubio hat einen tollen Humor. So erfahren wir auch, wie Bubu, Verzeihung, Boba Fett den Schlund des Sarlacc überleben konnte. Wir erfahren, wie schwer Boba ihnen das Leben gemacht hat und wie es um Bubus Liebesleben bestellt ist. Dank der zeichnerischen Künste von Lucas Marangon geraten die Abenteuer derart knuffig, dass es sich darüber schon trefflich schmunzeln lässt. In der abschließenden Sequenz der alten Trilogie, genauer in der Rückkehr der Jedi-Ritter halten Tag & Bink im Rot der Leibwache des Imperators Wache im Thronsaal. Zuvor hatten sie bereits die Ehre im Geleitzug des Herrschers dabei zu sein. – Wer hier genau hinschaut, wird auch zwei alte Zylonen unter der Begleitung erkennen.
Als der Imperator sich mit Vader und Luke befasst, entlässt er seine Wachen. Diese gehen um den Röhrenaufzug herum und verschwinden – aber auf der anderen Seite ist kein Einstieg. Tag & Bink, die diesen Moment eigentlich zur Flucht nutzen wollten, schauen ganz schön blöd aus der Wäsche, müssen sie doch bald ein Feuerwerk von Sith-Blitzen miterleben.

Wer miterlebt hat, wie die alte Trilogie als Grundlage einer kleinen Komödie genutzt wurde, wird sich vorstellen können, dass Rubio auch vor dem neuen Szenario keinen Halt macht. Da technisch in der Vergangenheit angesiedelt, greift er auf einen Trick zurück. Die beiden werden ganz einfach neu geboren!
Als in der Macht begabte Kinder kehren sie zurück und stellen als Padawane die neu entstandenen Episoden auf den Kopf. Kein Wunder, dass Obi Wan einen Planeten in den Archiven der Jedi nicht finden kann, wenn Tag & Bink ihn versehentlich gelöscht haben.

Knuffigste Zeichnungen, feiner Humor an der Grenze zum Slapstick, besonders zu empfehlen für Star Wars-Fans, für alle anderen mag es nur eine Science Fiction Komödie sein. :-D

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Sonntag, 23. Oktober 2005

Kritische Comics

Abgelegt unter: SciFi — Michael um 21:11

Homero - Der ewige KriegComics greifen nicht selten soziale Missstände, Krieg und menschliche Katastrophen als Themen auf. In der Science Fiction sind die Umstände zumeist frei erfunden, aber nicht weniger realistisch als zum Beispiel bei historischen Themen.

Homero (Edition Kunst der Comics) befasst sich damit, was geschieht, wenn jegliches soziales Netz der Gesellschaft verloren gegangen ist und die Menschen, die aus den verschiedensten Gründen an den Rand gedrängt wurden, eingepfercht werden.
In der Eiswüste befindet sich ein heruntergekommenes Gefängnis. Hier sind die Freaks untergebracht, die Kranken, die Alten. Die Bewachung ist nicht minder übel dran und will es den Insassen auch nicht leichter machen. Gewalt, Hunger und Drogen bestimmen den Alltag.
Eines Tages tritt eine noch schlimmere Notsituation ein: Die Versorgungstransporte von außerhalb bleiben aus. Zur Eindämmung möglicher Aufstände lässt der Gehilfe des Direktors einen Söldnertrupp einfliegen. Mögliche Rädelsführer sollen ohne Umschweife getötet werden. Homero und seine Leute verrichten den Auftrag ohne Skrupel.
Erst als die Situation sich auch gegen sie richtet – denn ohne Nachschub von außen bleibt auch ihre Bezahlung aus – verhelfen sie einigen wenigen Häftlingen zur Flucht.

Die Autoren Antonio Guiral und Fernando Rubio erzählen ihre Geschichte, ohne allzu tief in die menschliche Psyche vorzudringen – jedenfalls nicht weiter, als die eigene Vorstellungskraft reicht. Ähnliche Szenen kennt der Betrachter bereits aus Gefängnisgeschichten, hier werden sie lediglich noch einmal überspitzt dargestellt.
In der Geschichte regiert der Wahnsinn und – wenn man es so nennen will – das pure Böse. Es ist eine reine Schwarzweißmalerei. Der Wechsel von Homero auf die Seite der Guten erklärt sich aus einer reinen Notwendigkeit heraus. Besser macht ihn das auch nicht.
Bei aller Gewaltdarstellung verzichtet der Comic auf allzu drastische Bilder. Das ist der Geschichte anzurechnen, die Oberflächlichkeit zieht den Band wieder deutlich ins Minus. Natürlich erwartet der Betrachter heutzutage kaum noch neue Erkenntnisse oder revolutionäre Sichtweisen von einer Geschichte, Comic oder nicht. Aber etwas mehr Tiefgang kann nicht schaden. Interessant ist lediglich der Schluss: Die Zurückgebliebenen weigern sich, das Unvermeidliche anzuerkennen. Sie warten weiterhin auf den Nachschubtransport, der niemals eintreffen wird.

Mit Der ewige Krieg (Carlsen) nach einer Vorlage von Joe Haldeman und umgesetzt durch die Federführung von Marvano verhält es sich völlig anders.
Im Weltall herrscht Krieg – es ist eine besondere Art von Krieg, in der für die Truppen im All die Zeit viel langsamer vergeht als auf der Erde. Für die Männer und Frauen an der Front spielt sich ein ganz anderes Zeitalter als Zuhause ab.
Auf der Erde herrscht Notstand, der technische Fortschritt wird vorangetrieben, in Folge der Überbevölkerung wird das Praktizieren von Homosexualität unter den Menschen gefördert. Bildung und Platz bedeuten Luxus.
Die Menschen im All verlieren jeden Bezug zum Ziel des Krieges. Ihre Angehörigen auf der Erde altern viel schneller, Leben der Soldaten werden mit künstlichen Gliedmaßen verlängert.

Ein drastisches Beispiel zeigt die Beziehung eines Soldaten und einer Soldatin zueinander. Eines Tages werden sie so weit voneinander an verschiedene Posten versetzt, dass die Möglichkeit, in Folge der Zeitversetzung sich jemals wieder zu sehen, gleich Null ist.
Der Soldat denkt an Selbstmord. Mein Leben gehörte der Armee. Ich würde ihr nicht auch noch meinen Tod schenken.
Eine realistisch anmutende Geschichte, mit der Joe Haldeman Teile seiner eigenen Kriegserfahrungen in Vietnam verarbeitete. (Auch als Roman erhältlich.) Wenn die Soldaten im All kämpfen und die Generation, die den Krieg begonnen hat, zwischenzeitlich auf der Erde wegen Überalterung stirbt, spätestens dann sollte jeder die Sinnlosigkeit eines kriegerischen Unterfangens erkennen.

Man merkt der Geschichte deutlich an, dass sie auf einer Romanvorlage fußt. Viele Blickwinkel und Details, sehr echt angelegte Akteure machen Der ewige Krieg nach meiner Meinung zu einem echten Klassiker. :-)

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