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Comic Blog


Mittwoch, 10. September 2008

Freaks of the Heartland

Abgelegt unter: Mystery — Michael um 11:35

Freaks of the HeartlandEine kleine Plastikpistole. Mehr braucht ein Kind nicht, um in andere Welten zu entfliehen. Damals jedenfalls. Das Elternhaus liegt dunkel da. Innen ist es wenig herzlich, die Stimmung ist angespannt. Andere Welten können besser sein. Das ist Trevors Geheimnis. Und nicht das einzige. Auch die gesamte Familie hat ein Geheimnis. Eingeschlossen in der Scheune, verborgen vor den Blicken anderer, hat Trevor noch einen Bruder. Trevor hat sich bislang wenig Gedanken um das Schicksal seines Bruders Will gemacht. Will ist angekettet, sein Essen besteht aus Abfall. Das ist alles nicht richtig, aber Trevor hat auch nicht die Macht das zu ändern. Nur in der Nacht, da nimmt er Will manchmal die Kette ab und sie gehen raus an die frische Luft, so wie richtige Brüder.

Das amerikanische Herzland, der Bibelgürtel, der Korngürtel, Gegenden in den Vereinigten Staaten, wo die Uhr anders tickt. Langsamer. Hier lebt der amerikanische Kleinstadtgeist, die Unwissenheit, das religiöse Herz. Und in dieser trotzdem von Gott verlassenen Gegend ereignet sich eine Tragödie. In diesen Gegenden, wo man noch amerikanischer ist als alle anderen, können unerwartete Ereignisse verstörend sein. Behinderungen, Missbildungen können als persönliche Strafen ausgelegt werden – sogar als solche von Gott – sie treffen ins Herz, als persönliche Schmach, die irgendwie ungerechtfertigt erscheint. Aber ob passend oder nicht, niemand darf davon erfahren. Die Vorgehensweisen sind dramatisch, drastisch und unmenschlich. Die eigentliche Herausforderung eines Gottes wird nicht erkannt und so machen sie alles noch schlimmer.

Dieses Grundschema findet sich bereits in manchem Western. Beliebt und gut erzählt sind hier die Varianten, in denen ein Indianer oder Halbindianer Mitglied einer weißen Familie ist. Paradebeispiele sind Denen man nicht vergibt (mit Burt Lancaster, Audrey Hepburn) oder auch Flammender Stern (mit Elvis Presley). Während in den Western die Familie wenigstens zu ihren Kindern oder sonstigen indianischen Verwandten steht, ist dies hier im Falle missgestalteter Kinder nicht mehr so. Die Kinder werden vor der Welt versteckt oder sogar getötet.

Die Erwachsenen ergehen sich in Verzweiflung und Angst. Nicht so die anderen leiblichen Kinder, jene, die mit ihren missgestalteten Geschwistern aufgewachsen sind und die menschliche wie auch liebevolle Seite an ihnen entdeckt haben.
So ein Junge ist Trevor. Sein Herz, das wirkliche Heartland in dieser Geschichte, zeigt ihm, was richtig ist. Er nutzt den einzigen Ausweg, den Kinder häufig nur haben. Er rennt weg und nimmt seinen Bruder Will mit.

Steve Niles, für seine Horrorphantasien in 30 Days of Night bekannt, entwirft hier ein sehr einfühlsames Bild, leicht tragisch, leicht gruselig, in jedem Falle menschlich und immer noch aktuell. Erzählerisch wie auch optisch zeitlos sind diese Ängste, die alles Fremde bei den Menschen hervorzurufen scheinen, immer noch vorhanden und bereiten gesellschaftliche Schwierigkeiten. Hier packt Niles diese Ängste in einen Mikrokosmos, in dem bestimmte Personen die Eckpunkte und Antriebskräfte bilden.

Trevor ist der Junge, der Unbescholtene, derjenige, der weiß, weil er mit Will aufgewachsen ist, weil er hinter die Fassade blickte. Der Vater ist der gottesfürchtige Uramerikaner, das Familienoberhaupt, das sich selbst für verflucht hält, weil es etwas falsch gemacht hat. Natürlich hat es etwas falsch gemacht, weil die anderen ihm nicht gehorcht haben. Da ist die Mutter, die Angst hat, die wegschaut. Da sind die anderen Familien, in denen es ähnlich ist. Und der Sheriff, die Stimme, derjenige, der nicht begreifen will und alle anderen kommandiert.
Am Ende ist da noch will, etwas anders ausschauend, sehr groß, langsam, aber er hat noch etwas, das nicht oft zu sehen ist, eine andere Kraft, eine besondere, ein Geheimnis.

Ebenso wie dieses Geheimnis bleibt auch der von Greg Ruth gezeichnete Will diffus. Ruth vermerkt im Anhang, dass er Will äußerlich nicht richtig packen konnte. Die Veränderungen, die Will durchläuft, kleine Variationen nur, sind deutlich sichtbar, aber das schadet keineswegs. So entsteht der Effekt des Nicht-Hinschauen-Sollens. Guck da nicht hin! Man macht es dennoch, flüchtig, weil man neugierig ist. Aber man schaut ganz schnell hin, so dass nur ein kurzer, ein verwaschener Eindruck verbleibt. Genauso erscheint Will. Als habe Greg Ruth ihn nicht richtig studieren, ihn nicht angaffen wollen, um ihn am Ende nicht bloßzustellen und zum Schauobjekt zu degradieren. Nur Trevor darf ihn wirklich so sehen, wie er ist.

Der Leser lernt im Laufe der Geschichte auch, Trevor zu vertrauen. Kinderaugen sehen die Wahrheit – wenn sie nicht aktiv betrogen werden. Die geschilderte Wahrheit ist furchtbar und ein Armutszeugnis für die so genannten Erwachsenen. Feinfühlig, beinahe unspektakulär, eigentlich unamerikanisch erzählt. Nicht in letzter Konsequenz neu, aber sehr interessant. Optisch ein Zuckerstück, wenn auch ein sehr düster angelegtes. :-)

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Dienstag, 22. Juli 2008

World War Hulk 4

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 20:00

World War Hulk 4Madison Square Garden – Es hat keine Schlacht in New York gegeben, wenn nicht auch die weltberühmte Sportarena in Mitleidenschaft gezogen wurde oder wenigstens eine Rolle gespielt hat. Hier reißen Hulk und seine Freunde kurzerhand das Dach entzwei. Zu einem Gladiator haben die Verschwörer ihn werden lassen. Es wird Zeit, ihnen ihre Heimtücke mit gleicher Münze heimzuzahlen.
Doch zuvor setzt Dr. Strange einen waghalsigen Plan in die Tat um. Er beschwört einen Dämon, dessen Kräfte ausreichend sein könnten, um den Hulk zu besiegen. Und wer hätte das gedacht? Zuerst sieht es wirklich so aus, als könne Strange nun siegen. Zunächst …

Später sehen sich die vier Verschwörer, Dr. Strange, Black Bolt, Tony Stark und Reed Richards, ihrem Schicksal gegenüber. Sie sollen kämpfen. Zuerst gegen Monster, die auch der Hulk besiegen musste. Ihrer Kräfte beraubt und durch eine den Willen brechende Technik versklavt, bleibt ihnen keine Wahl. Wenig später tobt im Madison Square Garden ein Kampf auf Leben und Tod.

Jetzt ist endgültig vorbei mit der Ruhe. In der Arena wird gekämpft. Greg Pak lässt keine Verzögerung mehr zu. Ein paar Einwände von Rick Jones werden einsilbig beiseite gewischt. Magie ist zu Beginn die Waffe, die es doch noch schaffen könnte. Pak reaktiviert zu diesem Zweck eine dämonische Figur namens Zom. Der Werdegang dieser Figur, kreiert 1967, also ordentlich alt, wird im Anhang, im Kriegstagebuch ausführlich beschrieben. Diese Gestalt besitzt außerordentliche Kräfte und bisher waren zumeist Gegner nötig, die eindeutig stärker als Dr. Strange waren, um diesen Dämonen wieder in seine Schranken zu weisen. – Hier braucht man nur einen Hulk.

Dies sollte die Energie unterstreichen, mit der die Handlung ihren Fortgang nimmt. Der Kampf präsentiert sich mit einer Urgewalt von King Kong gegen King Kong und nicht nur die Passanten verfolgen dieses Gemetzel mit großen Augen.
Genau diese normalen Menschen werden zu Anklägern. Es ist nicht neu, dass die Helden auch für große Fehler verantwortlich sind – ein Grund, warum sich Captain America ergab und so den Civil War beendete. Oftmals werden jene vernachlässigt, die eigentlich beschützt werden sollen. Die sehr subjektive Gerichtsbarkeit und Kontrolle, die mit der Initiative geschaffen wurde, spielt hier keine Rolle mehr. Die strahlenden Helden des Marvel-Universums erfahren hier, was es heißt geächtet und verurteilt zu werden.

Nach einem furiosen Auftakt dieses Teils, in dem der Hulk den letzten Illuminati eingefangen hat, treten die guten Helden gegeneinander an. Mit Hieb- und Stichwaffen, die Hellebarden nicht unähnlich sind, magischem Feuer, Äxten und stacheligen Keulen bewaffnet gehen sie aufeinander los. Endlich erreicht der Hulk sein Ziel: Na, so was, sie sind ja auch Monster.

Greg Pak lässt seine Protagonisten Keile verteilen - aber mit Karacho. Die enorme Geschwindigkeit der Handlung wird von John Romit Jr. mit Momentaufnahmen umgesetzt, der Technik von Videoclips nicht unähnlich. Doch anders als in einem Kinofilm, in dem eine solche Technik schnell in eine lange Reihe hektischer Bildwechsel umschlägt, kann der Leser hier jedes einzelne Bild in Ruhe studieren – aber das wird er erst beim zweiten Lesen machen, denn vorher wird die Geschwindigkeitsvorgabe greifen. Man muss einfach wissen, wie es weitergeht.

Jetzt muss man nur noch wissen, wie es endet. Alleine die Vorschau des Covers verspricht ein unglaubliches Finale. :-)

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World War Hulk 3

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 19:02

World War Hulk 3Neben den Helden, die sich dem Hulk – erfolglos – entgegen stellten, tritt nun auch die Armee auf den Plan. Ein Erzfeind der ersten Stunde, General Ross, nimmt das Erscheinen des Hulk persönlich und bietet alles auf, was auch nur entfernt eine Chance zur endgültigen Vernichtung des grünen Monsters hat.
Als die ersten Splitter der Adamantium-Geschosse dem Hulk die Haut zerfetzen, sieht es zunächst danach aus, als sei diese Taktik vielversprechend. Die massive Attacke nutzt ein anderer, um sich Zugang zum Geist des Hulk zu verschaffen. Endlich gelingt auch Dr. Strange ein Vorstoß.

Was für eine Monster-Hatz! Der Angriff von Godzilla – unter der Regie von Roland Emmerich – war eine leichte Brise gegen die Wände der Wolkenkratzer. Einige mögen das Bild des Kampfhubschraubers vor Augen haben, der von unten zur Beute eines riesigen Mauls wird. Der Hulk frisst seine Gegner zwar nicht – jedenfalls nicht der, des normalen Marvel-Universums – aber er versteht es ebenso mit Gewalt und einer gewissen Artistik, seine Feinde vom Himmel zu holen.

Aus purer Action, mit sehr schönen Farbkontrasten von Christina Strain bedacht, macht die Handlung den Sprung in ein rein geistiges Reich, eine Projektion von Hulks ehemaliger Heimat. Während der Körper bekämpft wird, schlägt Hulks Geist eine andere Schlacht. Banner und Hulk sind sich einig. Es gibt keine Trennung mehr zwischen Jeckyll und Hyde. Es ist eine dieser Szenen, bei denen der Leser schreien möchte: Tu’s nicht, du Idiot!
Aber Dr. Strange hört ja nicht und glaubt auch noch an das Gute im Menschen – etwas, wenigstens Tony Stark wie auch Black Bolt verloren haben. Und Reed Richards ist auf dem besten Wege dahin.

Die Grenzen allerdings zwischen Gut und Böse verschwimmen. Jeder in der Geschichte von Greg Pak hat Schuld auf sich geladen. Der Civil War steckt noch allen in den Knochen. Nachdem der Feind im Geiste besiegt ist, greift die Kampfmaschine in der Realität wieder ein. Wie unlängst im ersten Blockbuster um den grünen Giganten werden Panzer und Kampfhubschrauber zu Kleinholz verarbeitet. Geht er auch mit rein menschlichen Soldaten etwas sanfter um – ein Klatschen erzeugt derart viel Schallgeschwindigkeit, dass die Soldaten einfach ohnmächtig werden – hört das Geplänkel bei seinem Erzfeind General Ross auf.
Der General hat in Hulk seinen ganz persönlichen Moby Dick gefunden. Der zur Schau gestellte Hass von Ross trägt genau die Merkmale eines Kapitän Ahab.

Als der Leser glaubt, John Romita Jr. (Zeichner) habe den Hulk nun ausreichend in den Kampf geschickt, kommen Hulks Gefährten aus der anderen Welt zum Zuge. Sie sorgen auch für eine größere Vielfalt. Es wird gehauen, gezaubert, geblitzt (nur geblitzt, nicht geblitztdingst), so dass Koloristin einen durchgehend aufwändigen, aber auch tollen Job macht.
Romita Jr. kniet sich richtig in dieses Projekt hinein und so schaut es aus, als würde sich im nächsten Band noch einmal eine Steigerung abzeichnen, denn auch Pak hat noch ein paar pfiffige Ideen parat.
Eine knuffige Geschichte der Mini-Marvels zum World War Hulk rundet das vorliegende Heft wohltuend mit einer guten Portion Humor ab. :-)

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Samstag, 19. Juli 2008

World War Hulk 1

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 14:25

World War Hulk 1Der Hulk kehrt zur Erde zurück. Sein Wunsch: Rache. Er ist der festen Überzeugung, dass das Quartett, bestehend aus Dr. Strange, Reed Richards, Iron Man und Black Bolt, seine Welt, auf der er eine neue Heimat und eine Familie gefunden hatte, zerstört hat. Nie war sein Leben besser, nie stürzte er tiefer, nie wurde er schlimmer verletzt. Dafür sollen sie büssen. Und wenn sich die Menschen auf ihre Seite stellen, dann die komplette Erde gleich mit. Die erste Station seiner Heimreise liegt jedoch nicht auf der Erde, sondern auf dem Mond. Black Bolt ist der erste der Verschwörer, der sich dem grünen Giganten stellen muss, dessen Kräfte seit seiner Verbannung enorm gewachsen sind.

Bald erscheint ein riesiges Raumschiff über New York. Eine Projektion des Hulk klärt die Menschen über seine Rückkehr auf, berichtet ihnen von seinem Schicksal. New York soll evakuiert werden, die verbliebenen Verschwörer sollen sich zum Kampf stellen. Als Beweis präsentiert er einen geschlagenen Black Bolt, dessen Kräfte ihm nicht gegen den Hulk geholfen haben.
Bei den Verschwörern, die im besten Gewissen gehandelt haben und nichts von einer Bombe wissen, die die neue Heimat des Hulk vernichtet haben soll, macht sich Panik breit. Sie kennen die Gefährlichkeit ihres Gegners. Einen gibt es noch, mächtiger als Black Bolt, einen Helden, der aus dem Vergessen befreit wurde, der sich dem Hulk ebenbürtig stellen kann: Sentry.

Also, Leute, die Aufgabenstellung ist einfach. Wir machen eine Mini-Serie. Und wir machen etwas kaputt. Aber so richtig! Die bekanntesten Helden auf der guten Seite bekommen so richtig eins auf die Mütze!
So oder ähnlich könnte der Auftakt der Redaktionssitzung zum Action-Kracher World War Hulk gelautet haben.
John Romita Jr., inzwischen auch schon ein Marvel-Veteran bereitet diese cineastische Katastrophengeschichte mit viel Sinn und Gespür für die Figuren auf.

Der Hulk hat schon oft gezeigt, was er alles kann – was er alles einstecken und austeilen kann. Also musste es diesmal etwas besonderes sein. Allein die Vergabe des Titels der Mini-Serie sagt schon genug aus. Wenn schließlich das Symbol des Sentry auf dem Turm der Rächer in sich zusammenstürzt und den Wolkenkratzer in der Vertikalen spaltet und eine riesige Staubwolke über New York hinweg zieht, dann weckt das Assoziationen zu einem realen Katastrophenereignis vor einigen Jahren. Ob diese Verquickung, das Spiel mit der Realität so gelungen ist, mag jeder für sich entscheiden. Optisch dramatisch ist es allemal und selten hat der Hulk so gut in seiner Wut ausgesehen.

Romitas Bilder sind insgesamt eher einfacher, auf ihre Art unverwechselbar und obwohl sie gegen Bilder von Künstlern wie David Finch, der die Cover zur Reihe zeichnete, sogar simpel wirken mögen, treffen Romitas Bilder mit ihrer Machart das Herz des Marvel-Universums. Er ist schwer zu vergleichen. Vielleicht kommt die Machart der Grafiken von Cory Walker ein wenig in die Nähe (Invicible). Dank der Mitarbeit von Klaus Janson als Inker geraten die Bilder von Romita erstaunlich kräftig. Geschwindigkeit wird in diesem Szenario groß geschrieben. Es jagt durch die Lüfte, explodiert, sprengt, spritzt zur Seite, kracht, blitzt, qualmt und spätestens wenn Iron Man seine spezielle Kampfrüstung für den Kampf gegen den Hulk trägt und zum Gefecht antritt und es ganz- bis doppelseitig fetzt, dann ist man mitten drin in einem Marvel-Abenteuer der alten Schule, in dem mehr als nur die Wände wackeln.

Was für ein Anfang! Daraus machen andere ein Finale. :-)

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Sonntag, 04. Mai 2008

World War Hulk - Prolog

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 15:36

World War Hulk - PrologDer Hulk ist sehr wütend. – Das ist keine Neuigkeit, doch diesmal hat er einen Grund dazu. Seine Frau ist tot. Sein ungeborenes Kind ist tot. Er wurde von der Erde verbannt. Und er weiß, wer dafür verantwortlich ist: Mister Fantastic, Doktor Strange, Iron Man und Black Bolt. Die Welt kennt sie als Helden. Für ihn sind sie nur noch Verschwörer, die sterben müssen.
Aus dem Hulk ist etwas Neues geworden. Er ist nicht mehr die wütende Identität eines kleinen Wissenschaftlers. Er hat die Oberhand gewonnen. Er ist nun der Hulk und kein Wesen mehr, das zeitweise und unerwünscht durchbricht.

Mittels seiner neuen Freunde hat er gelernt, seine Wut im Zaum zu halten. Meditation ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg. Korg, Miek, Heroim, Elloe, Brood und Arch-E-5912 dürften die ungewöhnlichsten Helfer sein, die je an Hulks Seite waren. Allenfalls die Inhumans können mit dieser kurios phantastischen Gruppe verglichen werden.

In verschiedensten Sequenzen wird der Leser nicht nur durch die Erinnerungen an den Planet Hulk aufgeklärt, auch uralte Begebenheiten rücken noch einmal in das Bewusstsein.
Interessant, wie der Hulk zu dem Schluss kommt, dass Tony Stark den Hulk, oder auch Bruce Banner schon immer gehasst haben muss. Einst ein Rächer zum Wohle aller, nun ein Rächer im eigenen Interesse.

Die verschiedenen Auseinandersetzungen, die hier seitenweise angerissen werden und die sich in der Marvel-Vergangenheit immer wieder ereigneten, bieten einen Ausblick auf das, was die Helden auf der Erde erwartet – zumal der Hulk auf seiner Reise bereits zeigt, dass er nicht gewillt ist, Gefangene zu machen. Hulk sieht sich selbst dabei, wie er Black Bolt den Kopf eindrückt. Das Maß der Gewalt ist recht hoch.

Jennifer Walters, jene, die dem Hulk als She-Hulk etwas entgegenzusetzen gehabt hätte, hat ihre Kräfte verloren. Vielleicht kann sie besänftigend auf ihren Cousin einwirken. Ihre Panik ist in der Erwartung seiner Ankunft nicht gespielt. Der Hulk kehrt zu einer Zeit zurück, in der das Superheldentum im Wandel begriffen ist.
Die Auseinandersetzung zwischen ihr und Leonard, einem anderen ehemaligen Mitglied der Hulk Busters, die Szenen aus der Vergangenheit wie auch der Anreise des Hulk sind von unterschiedlichen Zeichnern umgesetzt worden. Der Gegensatz zwischen dem alten Hulk, der in Urzeiten gegen das Ding antrat, und dem neuen Hulk, der als Gladiator antrat, ist deutlich. Der alte war monströser, gedrungener, während der neue deutlich schlanker und (noch) größer wirkt.

Der alte Hulk mag etwas eindimensionaler gewesen sein, während der neue Hulk andere Möglichkeiten bietet (siehe auch House of M, die Handlungslinie während derer Hulk zu einem Beschützer Australiens wird). Durch die zunehmende Intelligenz des grünen Riesen steigt auch seine Berechenbarkeit. Vorbei die Zeiten als der Hulk das Schicksal der Menschheit wegen eines Wunsches nach einer Mahlzeit besiegelte – siehe das Abenteuer des Hulk an der Seite des Dings auf einer fernen Welt.
Interessanterweise wird in der kleinen Mini-Marvel-Episode das Schicksal des Hulk auch durch seinen Hunger besiegelt. Er isst Namors Butterbrot auf und wird dafür auf einen fernen Gladiatorenplaneten verbannt. Auch das wäre ein möglicher Ausgangspunkt für Planet Hulk gewesen – zumindest ein lustiger.

Für alle, die Planet Hulk verpasst haben und keine Erklärung für Hulks Hass haben, bietet der Prolog die nötigen Informationen – und mehr, denn gleichzeitig wird noch ein (sehr) kurzer Querschnitt seines Werdegangs präsentiert. Eine Vorstellung seiner weniger bekannten neuen Gefährten rundet den Anhang ab. :-)

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Samstag, 12. April 2008

Whiteout 2 - Melt

Abgelegt unter: Thriller — Michael um 18:19

Whiteout 2 - MeltDie Antarktis. Eine entmilitarisierte Zone. Eigentlich. Offiziell. Hinter so manchem Deckmantel, so mancher Tür, die angeblich zu einer Forschungseinrichtung führt, sieht es anders aus. In der Antarktis war der Krieg schon immer kalt.
Als US-Marshal Carrie Stetko ihren Urlaub in der Wärme Neuseelands genießt, ahnt sie noch nicht, wie schnell sie wieder im ewigen Eis unterwegs sein wird. Ihr neuer Fall ist nicht nur spektakulärer als der letzte, sondern er bringt ihr auch eine einzigartige Gelegenheit. Erledigt sie alles zur Zufriedenheit, kann sie runter von diesem verdammten Eisklumpen!

Die Antarktis ist eine fremde Welt, ein Stück außerirdischen Lebensraumes, allerdings ist die Definition von Lebensraum hier völlig anders zu interpretieren. Der Schwerpunkt liegt auf Raum und die Aufgabe, die Carrie in dieser eisigen Einöde zufällt, ist keine geringere als die, einige Atomsprengköpfe wiederzubeschaffen. Diesmal wartet nicht kriminalistische Kleinarbeit auf die resolute Polizistin, sondern eine handfeste Jagd, an deren Ende nicht nur skrupellose Verbrecher, sondern auch ehemalige Angehörige einer russischen Spezialeinheit warten.

Zieht man die Spannung in Betracht, mit der dieser Thriller aufwarten kann, dann geht es in der Tat heiß her. Insofern ist der Untertitel Melt gut gewählt.
War der erste Teil von Whiteout trotz seines entlegenen Szenarios nichts für klaustrophobische Gemüter, gehen Greg Rucka und Steve Lieber nun den entgegen gesetzten Weg und verlieren sich in der Weite der Antarktis.

Die weiten Flächen mögen gefahrlos wirken – sieht man einmal von den unendlich erscheinenden Flächen ab – doch in Wahrheit kann jeder Schritt den Tod bedeuten. Dies müssen auch die ehemaligen Speznaz-Kämpfer sehr schnell feststellen, die sich eigentlich als Herren der Lage wähnten. Dass diese Kämpfer aber auch von anderem Kaliber sind als einfache Mörder, auch das muss Carrie bald in ihr Tagebuch schreiben.

Greg Rucka spielt mit dem Genre. Besonders für Thriller-Freunde ist sehr schön, wie Rucka Altbewährtes neu mischt, Gegensätze aufbaut oder auch Bekanntes auf den Kopf stellt. Eine Beamtin im Rang eines US Marshals am Ende der Welt, eher klein, von ihrem Job angenervt, übernimmt die Ermittlungen in einem Fall, der internationale Ausmaße hat. Sie ist der Jäger. Das Wild sind schwer bewaffnete Soldaten, ausgebildete Kämpfer, die keine Skrupel haben, ihre eigenen Leute zu töten. Wie in einem Western ist das Land der zweite Gegner.
Unwillkürlich erinnert man sich als Leser vielleicht an Szenarien wie Der schwarze Falke oder Eisstation Zebra. In beiden Filmen spielt die Landschaft eine große Rolle. John Wayne ist zwar nicht Carrie, aber auch sie ist auf der Suche. Sie drang gemeinsam mit anderen Menschen in diese Lebensfeindliche Welt vor, am Ende geht sie allein ins Nirgendwo, wie ein Sheriff, der seine Aufgabe erfüllt hat und erst wieder gebraucht wird, wenn es Ärger gibt.

Altmeister Alistair MacLean schrieb die Vorlage für Eisstation Zebra, eine Agentenhatz an den Nordpol, wo ein russischer Spionagesatellit abgestürzt ist. Zieht man als Leser Parallelen zur Geschichte von Greg Rucka, ließe sich behaupten, dass Rucka in die Fußstapfen eines Großen tritt und das altmodische Thriller-Abenteuer zurückbringt. Dieses besitzt zwar Action, ist aber in erster Linie elegant inszeniert und erzählt.

Die Antarktis ist nicht schwarzweiß, aber sie dürfte dennoch eine Welt sein mit ganz eigenen Farbeindrücken. Wieder hatte Steve Lieber die Aufgabe diese Welt zu Papier zu bringen.
In feinen Einleitungen kommt, um es so auszudrücken, auch die Antarktis persönlich zu Wort, indem von ihrer Historie erzählt wird, genauer von den Momenten, in denen der Mensch versuchte sie zu erobern, sich an ihr zu messen. Fast wünschte man sich, der spannende Beginn um das Wettrennen zwischen Amundsen und Scott würde noch ausführlicher erzählt. – Vielleicht auch ein neuer Ansatz, um echte Geschichte noch interessanter zu machen.

Das wirklich Schöne – auch insgesamt – ist der Mut, mit dem Lieber zu Werke geht. Er schießt sich nicht auf eine bestimmte Technik ein. Er probiert weiter aus, so wie er es schon im ersten Teil tat. Auch der Erfolg hat ihn von dieser Vorgehensweise nicht abbringen können. Daher lässt sich auch nie sagen, was einen auf der nächsten Seite erwarten wird. Sind es Rasterfolien, feine Tuscheschraffuren oder grobe Pinselstriche, wurde mit dem Bleistift oder mit Kohle über die Zeichnung gerieben oder setzt er nun fette Schwarzflächen und rasante Bewegungsstriche ein. Steve Lieber zeichnet, wie es seiner Meinung nach gerade passt. Das Auge muss sich immer wieder neu einfinden – so wird die Zeichentechnik letztlich, wie es die Beleuchtung in einem Film erreichen kann, zum spannungssteigernden Element.

Auch in der Fortsetzung können sich Greg Rucka und Steve Lieber noch einmal steigern, indem sie das bisherige Konzept auf den Kopf stellen und ihre Arbeitsweise verfeinern. Kampf gegen die Elemente, gegen Terroristen, gegen sich selbst – Carrie Stetko dürfte eine der gelungensten Frauenfiguren im Thriller-Genre der letzten Jahre sein. :-)

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Donnerstag, 29. November 2007

Whiteout

Abgelegt unter: Thriller — Michael um 19:37

WhiteoutDer Mann ist tot, ganz eindeutig. Der Körper liegt festgefroren auf dem Boden. Seine Haltung verrät nichts über die Todesursache. Allerdings ist die Möglichkeit eines normalen Todes unwahrscheinlich, denn der Tote hat kein Gesicht mehr.
US-Marshal Carrie Stetko übernimmt die Ermittlungen des Falls. Ein Mord ist in der Antarktis etwas Besonderes. In einer solch lebensfeindlichen Umgebung haben die Menschen genug mit dem eigenen Überleben zu tun, als sich umzubringen. Die Zeit zur Aufklärung des Mordes ist darüber hinaus sehr ungünstig, denn der Winter steht bevor und viele Bewohner der Forschungsstationen werden für die Dauer dieser Periode nach Hause zurückkehren.

Nicht nur die unkenntlich gemachte Leiche ist ungewöhnlich. Gleich bei dem Toten finden sich merkwürdige Bohrlöcher im Eis. Weder Carrie noch Furry, der Stationsarzt, können sich einen Reim darauf machen. Die Polizistin, die sowieso dem Druck ihrer Vorgesetzten ausgesetzt ist, macht sich an ihre ohnehin sehr schwierige Ermittlungsarbeit.
Jeder Weg ist vom Wetter abhängig. Das Flugzeug ist das wichtigste Fortbewegungsmittel in dieser Region.

Die für ihre nähere Umgebung unbequeme junge Frau macht sich unbeeindruckt von den widrigen Umständen an ihre Arbeit. Trotz der lebensfeindlichen Umgebung ist eher Routine. Als sie die Tür zu einem Wohncontainer öffnet und einem Mörder gegenübersteht, der die Tatwaffe, einen Eispickel, noch in der Hand hält, ist ihr Leben plötzlich in größter Gefahr.

Whiteout entführt den Leser in lebensfeindlichste Landschaft dieser Erde: der Antarktis.

Die scheinbare Unendlichkeit eisiger Flächen, die Andersartigkeit einer Schneelandschaft bietet eine gute Grundlage für einen Thriller. Denn zusätzlich zum Duell der unterschiedlichen Kontrahenten kommt als unberechenbarer Dritter die Natur ins Spiel. Wie gut dieses Konzept funktioniert, konnten Leser wie auch Zuschauer in Antarktika, Fargo, Das Ding aus einer anderen Welt oder auch in den Geschichten Jack Londons bisher sehen. Die Unwirklich- wie auch Unwirtlichkeit des Kontinents mag einem Außenstehenden wie ein Blick auf einen fremden Planeten vorkommen. Minusgrade von angenehmen 5 bis unangenehmen 89 können dem Menschen den Garaus machen. Ein Fehlgriff im eisigen Wind, ein Weg in die falsche Richtung und man begegnet dem Tod sehr schnell.

Greg Rucka nutzt diese Grundbedingungen und schafft einen Thriller, der seinen Hauptdarstellern nichts schenkt und mit den Begebenheiten dieses eisigen Kontinents virtuos spielt. Der Titel ist nicht willkürlich gewählt, sondern benennt ein Phänomen, dem ein Mensch in Eis- und Polarregionen begegnen kann. Eisflächen und Horizont verschmelzen zu einer einzigen grauweißen Fläche, in der es keinerlei Orientierungspunkte mehr. Es bleibt ein riesiger, scheinbar leerer Raum. Wenn in dieser Situation ein Schneesturm die Sicht zusätzlich verschlechtert, so dass die eigene Hand kaum mehr zu erkennen ist.

Ein beeindruckendes Beispiel für dieses Whiteout wird der Hauptfigur Carrie Stetko beinahe zum Verhängnis. Es ist Zeichner Steve Lieber zu verdanken, dass diese Szene auch für den Leser ein haarsträubendes Erlebnis wird. Nach eigener Aussage hat Lieber mit verschiedenen Techniken für die Umsetzung des Thrillers experimentiert. Lässt man diese Aussage einmal außen vor, ist es doch ersichtlich, dass die Darstellung einer unendlichen Schneelandschaft einerseits im Kontrast zu Schuhschachtel-Innenräumen andererseits für einen Zeichner eine Herausforderung ist.

Lieber schraffiert, tuscht, radiert, arbeitet mit Rasterfolien und Kohle, Sandpapier, Deckweiß und vielem mehr. Endlich konnte er sich von eigens gestellten Konventionen lösen und ein vollkommen eigenes Werk schaffen. Bisher war er nie so recht mit seiner Arbeit zufrieden gewesen.
Das Auge des Lesers kann sich so nicht auf einen Moment einstellen, sondern begegnet immer neuen Elementen. Das mag auf den ersten Blick nicht ersichtlich sein, aber auf den zweiten Blick wird deutlich, wie Lieber verschiedene Techniken für unterschiedliche Situationen nutzt. So sind die Erinnerungen Carries ganz anders aufbereitet als die Gegenwart. Innen ist anders als außen. Und obwohl die Weite der Eisfelder einen unendlichen Eindruck hinterlässt, ist jede Szene Ausdruck eines Kammerspiels. Das Leben dort unten spielt sich in aller Enge ab.

Der Thriller baut sich langsam auf. Rucka baut Täuschungen ein und schickt den Leser in die Irre. Er belässt es nicht bei einer Hauptfigur, sondern stellt Carrie mit der britischen Spionin Sharpe einen völlig gegensätzlichen Charakter zur Seite. Sharpe ist beherrscht, kühl, während Carrie ein Heißsporn ist. Die kleinen Szenen, in denen sich die unterschiedlichen Frauen gegenüberstehen und Carrie ihre Kollegin Widerwillen doch nicht mit Blicken niederringen kann, bringen die Spitze Humor in die Geschichte ein.

Ein ungewöhnlicher Thriller, hoch spannend durch die Platzierung am Südpol, da die Natur zum dritten Mitspieler in der Hatz nach dem Mörder wird. Mit der widerborstigen Carrie findet der Leser einen Charakter, deren Kampf gegen den Killer und die Situation einfach mitreißt. Freunde von ungewöhnlichen Kriminalgeschichten sollten sich mit Whiteout eine ruhige Ecke suchen und ein Nicht-Stören-Schild aufhängen. Thriller mit Kult-Potential. :-D

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Mittwoch, 20. Juni 2007

Die Ultimativen Fantastischen Vier - Präsident Thor

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 22:04

Die Ultimativen Fantastischen Vier 1 - Präsident ThorEin Versuch ist es wert. Ben Grimm soll wieder so werden, wie er war. Dafür hat sich Reed ein Experiment ausgedacht, das vergangene Fehler wieder korrigieren soll. Es sind noch 24 Stunden bis zur neuen Welt.
Die Stimmung bei den Fantastischen Vier ist äußerst optimistisch. Nur ein wenig Glück ist notwendig, dann wird alles gut werden. Inzwischen ist die ältere Zombie-Variante der Fantastischen Vier dabei, einen Fluchtplan zu schmieden. Nicht nur die Uhr zu einem besseren Leben tickt. Die Zeit zum nächsten Desaster vergeht viel zu schnell. Für Ben Grimm kann es gar nicht schnell genug gehen. Der tapfere Held denkt an Selbstmord. Doch wie soll sich jemand umbringen, dessen Haut scheinbar unzerstörbar ist?

Der große Tag: Ein Fremder materialisiert auf dem Testgelände. Voller Entsetzen stellt er fest, dass er zu spät gekommen ist. Die neue Welt: Im Oval Office steht Präsident Thor Rede und Antwort. Die gesamte Erde hat sich gewandelt. Überall gibt es nur noch Superwesen. Jeder Mensch ist mit einer anderen Gabe gesegnet.
Doch wie konnte es dazu kommen?

Die Menschen haben in der Weite des Universums neue Freunde gefunden. Die Skrull haben den Menschen ein Geschenk, welches aus der bekannten Welt ein Paradies schuf. Verbrechen und Krankheiten wurden enorm zurückgedrängt. Nur ein einziger hat sich dem Status eines Überwesens verweigert: Ben Grimm. Er will lieber ein Mensch mit allen Stärken und Schwächen, die ihm innewohnen, bleiben. Warum auch nicht? Was soll ihm geschehen? In einer Welt, in der jeder ein Superwesen ist, fühlen sich alle für den letzten einfachen Menschen verantwortlich. Wer hätte ahnen können, dass dieser Mensch einmal die letzte Hoffnung der Menschen sein würde. Niemand. Nicht einmal Präsident Thor, der für alle nur das Beste wollte.

Die Ultimativen Fantastischen Vier sind zurück! Endlich, kann ich aus meiner Sicht nur sagen. Ich finde es sehr schade, dass es für die Fantastischen Vier, ultimativ oder nicht, nicht genügend Fans hierzulande gibt, so dass die Serien regelmäßig neue Wege einschlagen. Ich hoffe, dass angesichts der neuen Verfilmung das Interesse wieder wächst. :-)

Im Ultimativen Universum werden die Geschichten der Marvel-Helden neu erzählt. Sie sind zeitgemäß, moderner, härter und bieten Marvel-Neulingen einen guten Einstieg in die Welt der Superhelden. Die Fantastischen Vier sind hier viel jünger, als es der Stammleser noch von den Originalen her kennt. Eben waren sie noch Teenager, im nächsten Augenblick sind die hoch intelligenten Twens Superhelden. Am Beispiel des Dings wird gezeigt, was passiert, wenn die Andersartigkeit ein normales Leben unmöglich macht. Ben Grimm ist am Rande des Nervenzusammenbruchs. Reed Richards hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, diesen schweren Fehler wieder gut zu machen. Das bedeutet allerdings auch, dass alle anderen der Vier ihre Kräfte wieder verlieren werden.

Das Experiment scheitert. – Sonst würde es diese exzellente, von Mark Millar geschriebene Geschichte nicht geben. Diese Geschichte gibt dem großartigen Team die Gelegenheit, einmal mehr zu zeigen, was aus Heldengeschichten alles zu machen ist. Greg Land (Zeichnungen), Matt Ryan (Tusche) und Justin Ponsor (Farben) zaubern hier ein Comic-Ereignis aus dem Ärmel, dass es selbst im Marvel-Universum nur von sehr besonderen Künstlern gibt. Die Bilder haben einen fotorealistischen Charakter, die bereits in vorhergehenden Abenteuern begeistern konnten. Die andere Realität, eine Welt voller Superhelden, inspiriert Greg Land zu Vorlagen, die von Ryan und Ponsor zu verteufelt gute Grafiken bearbeitet werden.

Doch zurück zum Anfang. Erinnern wir uns kurz. Vor gar nicht allzu langer Zeit hielten die Zombies in das Ultimative Marvel-Universum Einzug. In einer parallel existierenden Welt haben die Helden die Erde massiv dezimiert. Ein Virus hat aus den Superwesen nahezu unbesiegbare Kannibalen gemacht – einen ständig hungrigen, irrsinnigen Haufen. Die dortigen Fantastischen Vier haben ein Experiment unserer Fantastischen Vier genutzt, um in ein Universum zu gelangen, wo es noch Nahrung gibt. Streng isoliert warten sie in einer Hochsicherheitszelle auf ihre Chance. Dieses Damoklesschwert schwebt die ganze Zeit über der Szenerie. Diese ungewöhnlichen Feinde haben ihre Existenz dem letzten Zombie-Boom zu verdanken. Im originalen Universum haben sie keine Entsprechung, weshalb auch in keiner Weise vorhersagbar ist, was in der Zukunft geschehen wird.
(Heimlich auf den amerikanischen Marvel-Seiten nachzuschauen, gilt nicht.)

Plötzlich sind die Zombies kein Thema mehr. Ein freundliches Volk namens Skrull brachte den Menschen mit einer kleinen Pille das Paradies. Diesem Paradies folgt ein Untergang, der so drastisch und derart plastisch geschildert ist, dass diese Bilder zeigen, wie eine Comic-Film-Adaption auszusehen hätte – und leider in den wenigsten Fällen so aussieht. Der Überfall der Skrulls und schließlich Ben Grimms Kampf gegen den Super-Skrull sind optische Sahnhäubchen für jeden Comic-Fan. Und auch Science Fiction- und Space Opera-Fans könnten ihren Spaß an der Geschichte haben.

Die Vier sind wieder da! Gigantisch gut, eines der Teams, das Comic-Geschichte geschrieben hat, erlebt eine gelungene Wiedergeburt mit fantastisch phantasievollen Handlungen dank Top-Autoren wie Mark Millar und Zeichnern wie Greg Land. :-D

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Donnerstag, 03. Mai 2007

52 - Woche 10 -18

Abgelegt unter: Superhelden — Michael um 18:07

52 - Woche 10 - 18Black Adam, der mit göttlicher Macht ausgestattete Potentat, hält Hof. Er ist von seiner Anstrengung, ein stabiles Bündnis sicherer Staaten zu schnüren, absolut überzeugt. Für dieses Ziel geht er mit jeder erforderlichen Gewalt zu Werke.
Er hat ein leichtes Spiel, da sich im Augenblick niemand wirklich gegen ihn und seine Pläne stellen kann, denn noch nie waren Helden derartige Mangelware auf der Erde. Es ist das Jahr nach der Infinite Crisis.

Während sich Superman, besser gesagt, Clark Kent, in seinen Kochkünsten schult, versieht er seinen Job als Reporter eher schlecht. Wer hätte gedacht, dass Kent einmal beim Daily Planet gefeuert wird? Ein Interview muss her. Über Metropolis hat sich ein neuer Held etabliert. Sein Name ist Supernova. Auch Clark ist neugierig darauf, was hinter dem Fremden mit den außergewöhnlichen Energiekräften steckt. Leider ist er dazu auf ein gewöhnliches Interview angewiesen. Dank seines Kräfteverlustes ist es ihm verwehrt, kurz per Röntgenblick hinter die Maske zu schauen. Booster Gold indessen, ein Held zum Mieten, fühlt sich durch den ehrenhaften Supernova um seinen Job gebracht und ist entsprechend wütend. Eine richtige Heldentat muss her, die ihm wieder neue Sponsoren einbringt. Aber ein Desaster, an dem ein Held sich austoben kann, ist ja nie dann zur Stelle, wenn man eines braucht.

In Opal City mag es Ralph Dibny kaum glauben. Ein Kult versucht mit merkwürdigen Mitteln Superboy wieder zum Leben zu erwecken und ist fest überzeugt davon, es schaffen zu können. Wonder Girl gehört dem engsten Kreis des Kults an. Auch Ralph soll mitmachen. Er verlangt einen Beweis. Sie versprechen ihm, seine Frau ins Leben zurückzuholen.
Ralph wird von seinen Emotionen überwältigt. Ähnlich ergeht es auch Adrianna, die von Black Adam ein einmaliges Angebot erhält. Sie bekommt die Chance, göttliche Kräfte zu erhalten. Niemals wieder gäbe es für sie eine bessere Möglichkeit, ihrem Volk zu helfen und es zu beschützen.

Sind ihre Motive auch edel und geht sie auch mit großem Enthusiasmus zu Werke, so sind die Probleme von Renee und The Question ganz anderer Natur. Sie sind auf der Spur von Intergang. Die Verbrecherorganisation, die ihre Krallen in alles zu schlagen versucht, was sich nicht rechtzeitig wehrt und entsprechende Maßnahmen ergreift, will die beiden nervtötenden Detektive endgültig kaltstellen. Für Renee wird die Jagd auf Intergang zu einer ganz persönlichen Tragödie.

Wer die grobe Zusammenfassung der zweiten Ausgabe von 52 mit den Wochenabschnitten 10 – 18 stellt schnell fest: Hier kommen viele Ereignisse zusammen, die einen leicht puzzleartigen Charakter haben. Da kann der Überblick schon mal verloren werden, doch wie bei einem Puzzle kommt nach und nach ein Teilchen zum anderen und das Gesamtbild offenbart sich.
Die geschilderten Ereignisse sind noch nicht einmal komplett wiedergegeben. Neben den Figuren wie Black Adam, Ralph Dibny (der frühere Elastoman), Booster Gold, Supernova geben sich auch Helden wie Green Lantern, Green Arrow, Batwoman, Starman und Lobo die Ehre. The Question werden manche Comic-Fans vielleicht noch unter dem Namen Das Schemen kennen (Eigentlich auch ein treffender Name für den Detektiven, der seine Identität mittels einer Art hautfarbenen Latexschicht schützt, die sein Gesicht konturlos erscheinen lässt. Ein Nebel verschleiert seine Maskierung.) Wer genau aufpasst, wird außerdem einen Blick auf Metamorpho erhaschen, der früher mal dem Batman-Team angehörte.

So weit, so viele Charaktere.
Interessant und wirklich gut aufgebaut sind die Tragödien in diesen Geschichten. Leider kann ich nicht allzu sehr in die Tiefe gehen, um nicht zu viel zu verraten. Aber die verschiedenen Autoren wie z.B. Geoff Johns, Greg Rucka oder Mark Waid (und noch mehr) schenken den Helden wahrlich nichts. Besonders Ralph Dibny und Renee stechen dabei heraus. Ersterer ist bald dem Wahnsinn nahe, letztere wird in eine tiefe Gewissenskrise gestürzt. Neben diesen Szenarien, die sehr erwachsener Natur sind und ähnliche Tiefe erreichen wie in besseren Kriminalserien aus der amerikanischen Fernsehschmiede, finden sich auch neue Rätsel.

Wer ist Batwoman? fragt dieser Sonderband auf dem Cover. Fans werden sich vielleicht noch an eine andere Batwoman erinnern. Kathy Kane wurde vermutlich von einem Mitglied der Mordliga getötet. Die neue Batwoman hat einen kurzen, aber knallharten Auftritt, der auch grafisch ein Knaller ist. Tatsächlich ist das Rätsel interessant – und wird auch immer wieder gerne aufgegriffen, wie die Zeichentrickverfilmung Rästel um Batwoman zeigt, die im Stile der beliebten Trickserie Batman – The Animated Series gedreht wurde.
Einen ähnlichen Knallerauftritt legt auch Booster Gold hin. Nachdem ich ihn bei einem Auftritt in der Trickserie der Justice League gesehen hatte, hat er hier ähnliche Probleme: Ein Mietheld wird eben nicht sehr ernst genommen. In diesem Band allerdings wächst er deutlich über sich hinaus.

Nach all diesen Überraschungen ist es keine Überraschung mehr, dass die grafische Umsetzung der gesammelten Abenteuer absolut Top ist. Besonders schön sind die Bilder nach den Vorzeichnungen von Keith Giffen. Die Episoden um Black Adam und Starman sind sehr gelungen.
Letztere setzen all den düsteren Ereignissen einen guten entschärfenden Humor den gesamten Geschehnissen gegenüber.

Gelungen, tragisch, spannend, sehr komplex, das DC-Universum einmal anders und doch vertraut. Wie könnte man sagen: DC wird ultimativ, ohne das Universum zu wechseln. :-D

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Donnerstag, 22. März 2007

Gregory - Ich Gregory

Abgelegt unter: Cartoon — Michael um 22:16

Gregory - Ich GregoryGregory ist ein kleiner Junge in einer Zwangsjacke. Irgendwo in einer Anstalt weggesperrt lebt er in seiner ganz eigenen Welt.
Gregory soll geheilt werden, jedenfalls werden diverse Anstrengungen unternommen, um zu Gregory vorzudringen. Mit Tests, einer neuen Umgebung, sogar mit der Freiheit. Aber Gregory weiß auch, was gut für ihn ist.
Ick Gregory, sagt er und mehr muss er auch nicht wissen.

Gregory schwimmt absolut gegen den Strom und nimmt sich jede Freiheit, die sich ein Comic nehmen kann. Autor Marc Hempel lässt seinen Gregory, einen kleinen Jungen, der eine Zelle in einer Nervenheilanstalt bewohnt, Abenteuer erleben, das Leben erleben, wie der Leser es aus dieser Sicht kaum kennen kann. – Verrückt? Das sind die anderen!

Gregory ist keine Figur, mit der man Mitleid haben muss, weil sie so traurig und verloren ist, weil sie möglicherweise so krank ist.
Ich musste herzhaft mit Gregory lachen, nicht über ihn. Gregory nimmt das Leben selber von der lustigen Seite. Warum nicht einmal lachen, einfach darüber, dass man da sein darf – wo auch immer. Gregory hat diese Fähigkeit. Aber er lebt auch in dieser kleinen Welt, die überschaubar ist.
Da ist die Zwangsjacke, der Abfluss, das Zellengitter und die Tür und noch ein paar Kleinigkeiten, die sich bequem alle aufzählen lassen.
Seine Arme kann er nicht benutzen, aber es besteht auch keine Veranlassung dazu, da es nichts gibt, was sich mit den Händen bewegen lässt. Viel lieber schreit Gregory seine Begeisterung heraus. – Denn wie es sich auch zeigt, machen Hände und Freiheit so viel Spaß auch nicht. Zuerst ist es ganz schön, aber dann? Irgendwann ist alles ausprobiert. Was dann noch bleibt, ist die Angst vor der eigenen Courage. Wieviel bequemer ist doch da eine Zwangsjacke, die einem alle Entscheidungen abnimmt?
Nein, Gregory ist nicht so anders wie wir.

Nur ein einziges Mal hat man wirkliches Mitleid mit Gregory: Als Gregory entlassen wird. Die Welt da draußen bringt in nicht dazu, sich zu bewegen. Dazu ist sie bereits so schon hektisch genug. Der Mikrokosmos eines einzelnen Individuums scheint hier nicht mehr möglich zu sein. Allein, hilflos und vollkommen überfordert bleibt Gregory da stehen, wo man ihn frei gelassen hat.
Sein Sozialarbeiter sieht ihn stundenlang draußen stehen, vielleicht tagelang. Schließlich ist der kleine Gregory so erbarmungswürdig, dass sie ihn wieder hereinholen.

Aber warum lassen sie ihn überhaupt frei? – Weil einer wie Gregory da draußen gar nicht auffällt.
Dieser Eindruck entsteht jedenfalls, wenn man sich die kleinen Geschichten von Marc Hempel durchliest – und dies mit wachsender Begeisterung, weil der Spaß hier mit dem Lesen kommt. Man muss einfach wissen, was noch mit Gregory passiert.

Hempel muss gewusst haben, dass eine Figur wie Gregory alleine nicht besteht. Aus diesem Grund erhält er Mitstreiter, freiwillige Insassen, wenn auch keine menschlichen. Herman Vermin ist eine vorlaute schwarze Ratte, die einen richtigen Narren an Gregory gefressen hat. In seiner Begleitung taucht öfter die kleine Maus Wendell auf, deren Interesse nur auf Käse ausgerichtet ist.
Eigentlich ist Gregory eine Philosophie des täglichen Wahnsinns in uns selbst, doch die Ratte Vermin legt noch einen drauf. Vermin hat seine eigenen Vorstellungen vom Leben – und vom Tod. Er hat das Pech öfters von Gregorys Pfleger mit einer Schaufel platt gehauen zu werden. Vermin muss jedem von seinen Vorstellungen erzählen. So falsch liegt er damit nicht, leider verstehen ihn insbesondere menschliche Zuhörer nicht. Daher verkommt seine Philosophie zu einem tierischen Kabinettstückchen.

Zeichnerisch sind die Bilder schwarzweiß gehalten, skizziert, sehr anarchisch – sofern man Zeichnungen so betiteln kann. Einfach und schlicht, aber trotzdem entsteht nicht der Eindruck, dass etwas fehlt. Die Welt, die Hempel in kleinen, unterschiedlich langen Episoden erzählt, braucht nicht mehr, schließlich erfährt der Leser sie zumeist durch die Augen von Gregory (an der Seite von Gregory).
Wichtiger als die Zeichnungen ist vielmehr die Art des Erzählens. Hempel lässt sich nicht allein auf einen Weg ein, sondern variiert vielfach. Da finden sich reine Bilderabfolgen, die nur von Lauten unterbrochen werden – Laute, die Gregory hört oder selber ausstößt. Es gibt Erzähler, die aus dem Off um die Wette streiten, was als nächstes passieren wird. Da ist die Sicht aus Gregorys Augen, als sich die Erwachsenen seines Falles annehmen. Und schlussendlich gibt es die beiden Nager, die sich in Gregorys Welt einschleichen und diese mit ihrem Aktionismus bereichern, was Gregory zuweilen doch recht verdutzt dreinschauen lässt.

Gregory: Das bedeutet Spaß von Anfang bis Ende, ein intelligenter Humor, der einen hinterrücks trifft, der einen grinsen lässt, schmunzeln und lauthals lachen. Gregory ist eine Überraschung und zeigt, wie Comics auch funktionieren können! :-D

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