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Comic Blog


Donnerstag, 26. Februar 2026

MARVEL’S JESSICA JONES – STAFFEL 3

Filed under: Comics im Film — Michael um 9:36

MARVEL'S JESSICA JONES – STAFFEL 3Menschen mit Kräften. Nicht jeder schnappt sich einen bunten Fummel und schwingt sich danach durch Häuserschluchten und jagt das Böse in den Straßen der Stadt. Anonym zu bleiben, selbst im zivilen Look, gelingt trotzdem nicht jedem. Oder jeder. JESSICA JONES hat ihre Position als Privatdetektivin akzeptiert und lebt in gewisser Weise so vor sich hin. Ohne wirkliches Ziel und doch nicht ohne Aufsehen zu erregen. Da wird schon mal ein Auftrag beinahe vermasselt, da geht ein Video viral, das sie zeigt, wie sie einen Mann über einen Sandstrand in Mexiko schleudert. Da wird ein Typ in einer Bar abgeschleppt, nur um später festzustellen, dass dieser Typ ebenfalls Kräfte besitzt. Aber dann… jagt ihr ein Unbekannter ein Messer in die Milz. JESSICA JONES ist schwer verletzt, und ihre Selbstheilungskräfte werden auf eine harte Probe gestellt.

Vorab: Die dritte Staffel ist die beste der Serie. Hier stimmt vieles, ganz besonders das Storytelling und das Zusammenführen der einzelnen Handlungsstränge ist extrem gelungen. Aber: Um das alles so richtig genießen zu können, ist die Vorkenntnis der beiden vorangegangenen Staffeln einfach Pflicht.

Ein paar Akteure: JESSICA JONES, junge Frau mit besonderen Kräften, extrastark, Selbstheilung beschleunigt. Ihr werden Grenzen aufgezeigt. Sie könnte Stahl durchschlagen, wenn die Knochen in den Händen mitspielen würden. Arbeitet als Privatdetektivin. TRISH (PATSY) WALKER, ehemaliger Kinderstar, will eine Superheldin sein, wagt ein lebensgefährliches Experiment. Mit Erfolg: Gesteigerte Athletik, verbesserte Sehfähigkeit in der Dunkelheit. MALCOLM DUCASSE, einst von JESSICA JONES gerettet, nun als Ermittler im Dienst der Rechtsanwaltskanzlei von JERYN HOGARTH. Sieht seine einstigen Ideale zunehmend schwinden. JERYN HOGARTH, eine der besten Anwältinnen in New York, skrupellos, privat wie auch beruflich, schwer erkrankt. DOROTHY WALKER, Mutter von TRISH, extrem ergeizig, machte die Tochter zum Kinderstar PATSY. ERIK GELDEN, kann das Böse spüren, je schlimmer es in einem Menschen gärt, desto stärker sind ERIKS daraus resultierende Schmerzen; ein menschlicher Detektor für das Böse. Und zum Schluss: GREGORY SALLINGER, Serienmörder, in höchstem Maße intelligent, geleitet von einem sehr kranken Fairnessbegriff.

Alle Akteure sind auf dem Schachbrett versammelt und setzen sich in Bewegung. Neben einer stark gezeigten Detektivarbeit, einer sehr sparsam gezeigten Superheldenaktion, wird auch die Schattenseite des amerikanischen Traums beleuchtet. Wo einige Erfolg haben, bleiben andere auf der Strecke. Und selbst wer Erfolg hat, muss auf die eine oder andere Weise dafür bezahlen. Das Verhältnis von Mutter und Tochter WALKER führt zu einem zeitweiligen mehr oder minder tiefen Zerwürfnis. JERYN HOGARTH muss sich ihrer Einsamkeit stellen und den Preis für ihre lebenslange Rücksichtslosigkeit erkennen.

Morde! Richtige Morde machen JESSICA JONES zu schaffen und schließlich auch ihrer Adoptivschwester TRISH WALKER. Immer höher schaukelt sich die Anspannung auf. In der Popkultur hat sich in manchen Veröffentlichungen die These eingeschlichen, dass gute Menschen, um das Richtige zu tun, zuweilen böse handeln. Das ist eine Idee, die hier verhandelt wird. Die andere: Körperliche Macht kann oft nicht die Probleme auf die Art lösen, die von der Allgemeinheit als gerecht empfunden wird. Das alles, und noch einige Ideen mehr, werden in der dritten Staffel sehr dicht beschrieben, auch der Umstand, dass das eigene Tun, eine Form der Selbstgerechtigkeit zu einer Sucht heranwachsen kann, die keinen Kompromiss mehr zulässt.

Hier wurde keine Minute verschwendet. Ein netter Trick zeigt auch noch jene Szenen, die in einer Folge übergangen wurden und dem Zuschauer später präsentiert werden, so dass sich ein regelrechtes Puzzle zusammenfügt und sich schlagartig ein noch breiteres ausführlicheres Bild einstellt. Eine JESSICA JONES, die mit ihren eigenen Dämonen kämpft und die in TRISH WALKER entdecken kann, was aus ihr hätte werden können (und eigentlich jederzeit aus ihr werden kann).

Ein, zwei Hommage-Eindrücke konnten die Macher sich nicht verkneifen. In den Original-Comics ist TRISH (PATSY) WALKER als HELLCAT in einem knallengen gelben Dress unterwegs. Auch TRISH, auf der Suche nach einem Kostüm, probiert in einem Kostümverleih ein ebensolches Dress an und stellt für sich fest, dass dieses ein absolutes No-Go ist. Im verlauf bedroht sie einmal die Anwältin JERYN HOGARTH, gespielt vom MATRIX-Star CARRIE-ANNE MOSS. Der dort gezeigt Move erinnert doch sehr eindeutig an die (bei Fans) altbekannte MATRIX-Action.

Was noch? Spannend, extrem spannend, sofern man eine dichte Charaktererzählung gemischt mit Detektivarbeit, Krimi, Thriller, mitfühlenden Passagen und auch düstere Geschichten mag. Und natürlich Stories über Menschen mit besonderen Fähigkeiten. (Ohne Cape und Spandexklamotten.) 🙂

Streambar auf Disney+.

Freitag, 20. Februar 2026

MARVEL’S JESSICA JONES – STAFFEL 2

Filed under: Comics im Film — Michael um 15:30

JESSICA JONES - STAFFEL 2KILGRAVE ist tot. JESSICA JONES hat es zu Ende gebracht. Aber das Leben geht weiter. Wie immer. JESSICA muss sich mit der vollbrachten Tat arrangieren, denn wie einer es auch drehen oder wenden mag, sie hat Richter und Henker in einer Person gespielt und KILGRAVE ermordet. Wichtige Fragen wurden darüber hinaus nicht geklärt. Wie konnte KILGRAVE entstehen? Wer hat JESSICA JONES‘ Kräfte zu verantworten? Plötzlich ergeben sich neue Hinweise. Und JESSICA wird gezwungen, diesen nachzugehen, weil mehr und mehr die Familie im Spiel ist. Ihre zweite ebenso wie die erste.

Wir erinnern uns. Bei einem Autounfall verlor JESSICA JONES ihre beiden Eltern und ihren kleinen Bruder. Seit dieser Zeit wähnt sie sich für diesen Unfall verantwortlich. Sie trinkt nach wie vor über die Maßen, ist einigermaßen beziehungslos, freudlos, und unternimmt nur eben so viel, wie es braucht, um genügend Geld zu verdienen.

An diesem Punkt ihres Lebens, als das Joch von KILGRAVE nun abgeschüttelt scheint, finden Veränderungen statt. Eine treibende Kraft ist TRISH (PATSY) WALKER, die den Zustand, kräftelos zu sein, in ihrem Sinne hilflos, nicht mehr ertragen kann. Die Entstehungsgeschichte ihrer Adoptivschwester JESSICA lässt in ihr eine Idee keimen.

Entstehungsgeschichte? Wir erinnern uns an etwas anderes. Helden kommen nicht einfach so über Nacht. Sie entstehen. Die X-MEN sind KINDER DES ATOMS, sie werden infolge äußerer Einflüsse mit Kräften geboren, weil ihr Genom nach den Abwürfen der Atombomben und der freigesetzten Strahlung Anpassungen vorgenommen hat. Freundlich formuliert. Und nicht immer zum Besseren. Oder Helden entstehen durch Forschung und Experimente. Prominent hierbei natürlich STEVE ROGERS alias CAPTAIN AMERICA. Oder sie entstehen durch einen Unfall. Prominent hierbei selbstverständlich BRUCE BANNER alias HULK oder PETER PARKER alias SPIDER-MAN.

Nun also JESSICA JONES. Ohne Familie im Hintergrund war sie das perfekte Versuchsobjekt. Zwei Wochen war sie verschwunden. Anschließend waren ihre Körperkräfte enorm gesteigert, ihre Selbstheilung leistungsfähiger, schneller. Ein Wissenschaftler kommt ins Spiel. Gespielt vom ehemaligen Zylonendarsteller CALLUM KEITH RENNIE präsentiert sich ein Mann, DR. KARL MALUS, der bloß helfen will und doch Unheil anrichtet. JESSICA hat nicht um ihre Kräfte gebeten, ihre Mutter noch weniger. Jawohl, entgegen aller Erwartungen JESSICAS ist ihre Mutter noch unter den Lebenden und ihre Kräfte sind ungleich größer als die ihre Tochter. Leider hat sie ein ähnliches Wutproblem wie der HULK.

Und damit wird es zu JESSICAS Problem. Denn, wenn die eigene Mutter am Ende der Feind ist, wie soll mit dieser Situation umgegangen werden? Diese Fragestellung dreht sich etwas im Kreis und wird sehr erschöpfend erörtert, weshalb, um diesen Kreislauf zu durchbrechen, DAVID TENNANT als KILGRAVE einen Gastauftritt hat. In JESSICAS Geist sind noch einige Reste des Psychopathen abgespeichert, ein Rest-Ich, das wie ein Teufelchen auf ihrer Schulter sitzt (im übertragenen Sinne, versteht sich) und versucht, entsprechende Ratschläge und Anweisungen zu erteilen.

In der Zwischenzeit kommt TRISH WALKER ihrem Ziel näher. Dank DR. KARL MALUS. Schauen wir auf die Comics, wo TRISH (PATSY) WALKER eines Tages zur Heldin HELLCAT wird. Dies wird übernommen und so wird dem Zuschauer eine weitere Entstehungsgeschichte in der Serie gezeigt, eindringlich, aber nicht ganz im Fokus. Und sie ist auch nicht sehr nah an der Comic-Vorlage. Aber letztlich ist TRISH WALKER wichtig, weil ihre Einstellung zum Heldendasein, ihr moralischer Kompass sehr gegensätzlich zu den Richtschnüren einer JESSICA JONES sind. Hier ist eine Konfrontation vorprogrammiert.

Fazit: Interessant, spannend, aber durchaus wieder etwas zu lang (womöglich ein, zwei Folgen). Es geht kürzer, kompakter (DAREDEVIL BORN AGAIN hat es vorgemacht). Aber nach wie vor dank einer sehr feinen Charakterzeichnung wegweisend für MARVEL-Verfilmungen! 🙂

Streambar auf Disney+.

Sonntag, 15. Februar 2026

MARVEL’S JESSICA JONES – STAFFEL 1

Filed under: Comics im Film — Michael um 17:08

JESSICA JONES STAFFEL 1Straßennamen. Von früher. Aus der Kindheit. Das Aufzählen der Straßennamen soll helfen, das Trauma zu bewältigen. JESSICA JONES nutzt das Therapieinstrument, aber sie hasst es. Und sie glaubt nicht wirklich an dessen Wirkung. JESSICA JONES war einer fremden Gedankenkontrolle unterworfen. Obwohl sie über gesteigerte Körperkräfte und eine deutlich schnellere Selbstheilung verfügt, war sie dem Individuum, das unter dem Namen KILGRAVE agiert, hilflos ausgesetzt. Bis zum Tag ihrer Befreiung. An den sie sich voller Schuldgefühle erinnert. Denn an diesem Tag tötete sie einen Menschen.

JESSIA JONAS wiederentdeckt! Nachdem der MARVEL-Charakter in der 2. Staffel von DAREDEVIL DORN AGAIN zurückkehrt, lohnt sich ein Blick auf diese ungewöhnliche Figur im MARVEL CINEMATIC UNIVERSE, MCU. Grantig, aggro, selbstzerstörerisch, lässt keinen an sich ran, säuft wie ein Loch, frech, arbeitet als Privatdetektivin, nennt ihre Agentur ALIAS INVESTIGATION. Ihre Fälle: Ehebruch, Treuebruch. Mal von Männern, mal von Frauen angeheuert. Das Bild von Beziehungen, das sich ihr bietet, hilft auch nicht dabei, sich selbst auf eine solche einzulassen. Einzige Freundin: Ein junge Frau, TRISH WALKER (ehemals PATSY), die sie bereits aus Mädchentagen her kennt und irgendwie ihre Schwester geworden ist.

Doch dann ist da dieser Mann: LUKE CAGE. Barkeeper. Arbeitet viel des nachts. Verwitwet. Und JESSICA JONES gar nicht so unähnlich. Verbittert. Auch nicht an einer festen Beziehung interessiert. Und mit Kräften ausgestattet. Einer unzerstörbaren Haut. Gesteigerte Körperkraft. Was LUKE CAGE nicht weiß: JESSICA JONES hat seine Frau umgebracht, als sie unter der Kontrolle von KILGRAVE stand.

Da ist Drama vorprogrammiert, vor allem, wenn der Gegenspieler auftritt: KILGRAVE. Absoluter Narzist. Egoist, gänzlich ohne jedes Gewissen. Enorm mächtig, kann jedem seinen Willen aufzwingen. Das genügt schon. Wenn so jemand darüber hinaus eine ziemlich abartige Fantasie entwickelt, entstehen Situationen, die wahrscheinlich jeden MARVEL-Fan verblüffen (und der kennt ja nun wirklich einiges).

Das Schicksal nimmt seinen Lauf, JESSICA will KILGRAVE entkommen, doch der schleicht sich wieder in ihr Leben, bis es ihm sogar gelingt, es erneut zu dominieren. Die verhinderte HELDIN bemüht sich, zusammen mit ihren Freunden (darunter fällt eigentlich auch die enorm erfolgsfixierte Rechtsanwältin JERI HOGARTH, die ihre gleichaltrige Ehefrau WENDY zugunsten eines weitaus jüngeren flotten Fegers, PAM, verlassen will), den Psychopathen in eine Falle zu locken. Was schwierig ist, bei einem Menschen, der sich mit Worten verteidigen kann. Am Ende, das lässt sich nicht anders sagen, gibt es eine paar Splattereffekte.

Die Story könnte etwas kürzer sein, vielleicht ein, zwei Folgen und trotzdem hätte alles erzählt werden können. Insgesamt aber ist die ständige Bedrohung in der ersten Staffel spürbar und sehr, sehr gut umgesetzt. Darüber hinaus ist die Besetzung verdammt gut gelungen. KRYSTEN RITTER als JESSICA JONES, grandios abweisend. DAVID TENNANT als KILGRAVE, exzellent fies. CARRIE-ANNE MOSS als JERI HOGARTH, furchtbar kühl. REBECCA DE MORNAY als DOROTHY WALKER, so was von überspannt ehrgeizig. Und noch einige mehr.

Fazit: Von einer ziemlichen Anzahl von MARVEL-Serien ist die erste Staffel von JESSICA JONES ein echtes Highlight, weil hier der Schwerpunkt auf menschlicher Entwicklung liegt. Und das braucht es als Basis für eine vernünftige Superheldenumsetzung (erst recht, da JESSICA JONES keine Superheldin sein will). Sehenswert als Drama und als MARVEL-Verfilmung! 🙂

Nachtrag: Vielleicht findet noch jemand die erste Staffel auf DVD. Ansonsten ist die ehemalige Netflix-Produktion nun bei DISNEY+ streambar.

Die angezeigten Links führen nach Amazon und bringen mir eine kleine Provision, wenn ihr etwas darüber erwerbt: Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.

Dienstag, 12. August 2025

GANNIBAL

Filed under: Comics im Film — Michael um 14:49

GANNIBALEin Dorf im japanischen Nirgendwo. Abgelegen. Isoliert. Schwer erreichbar. Der örtliche Polizist ist erschüttert. Allein, verzweifelt, macht er sich auf den Weg zum Grundstück und Anwesen der Familie Goto, einem über die Gegend herrschenden Clan. Die Gotos betreiben ein Sägewerk und stellen somit den größten Arbeitgeber. Jedermann scheint auf die eine oder andere Weise von ihnen abhängig zu sein. Was hat den Polizisten derart aufgerüttelt, dass er mit gezogener Pistole vor dem Haupthaus der Familie erscheint und sich in wüsten Anklagen verliert?

Eine Serie über Menschenfresser. Das ist nicht einmal ein Spoiler. Der Zuschauer weiß sehr schnell (wegen des Polizisten): Hier geht etwas Furchtbares vor! Hier geht etwas nicht mit rechten Dingen zu! Hier ist etwas ganz und gar nicht normal! Basierend auf einer Manga-Serie ist die gleichnamige TV-Stream-Serie entstanden, in zwei Staffeln erzählt, so dramatisch wie horrormäßig und in seinen insgesamt 16 Folgen verdammt spannend von Anfang bis Ende.

Um das Szenario glaubwürdig erscheinen zu lassen, bedarf es einer entsprechenden Atmosphäre. Aus der (nach einer verstörenden Anfangssequenz) putzigen Wohlfühlatmosphäre des knuffigen Dorfes fernab jeglicher Metropolen bei der Ankunft des neuen Polizisten DAIGO AGAWA und seiner kleinen Familie (seine Frau Y?KI und seine kleine Tochter MASHIRO) entwickelt sich sehr rasch eine fühlbare Bedrohung. Zwar freundlich von den Dorfbewohnern, insbesondere vom Bürgermeister, empfangen, kippt das Bild sehr bald, als die Familie sich nicht so einfügt, wie es scheinbar von ihnen erwartet wird. Die GOTOS schütten auf ihre Art zusätzliches Öl ins Feuer.

Eines Nachts verschwindet die kleine MASHIRO aus dem Familienhaus. Ihre Mutter ist aufgelöst, hat das Mädchen doch sowieso schon mit einem Trauma zu kämpfen und spricht seither kein Wort. Der Vater, der als Polizist nicht unschuldig am Zustand seiner Tochter ist, ahnt nicht, dass jemand (oder etwas) das Mädchen bereits gefunden hat. Aber MASHIRO stellt eine Verbindung her und entgeht einem furchtbaren Schicksal (vorerst jedenfalls).

Es sind solche Szenen (oder näher auf den Inhalt einzugehen) und andere, die den sanften Grusel schüren, die mit Urängsten spielen (nämlich gefressen zu werden) und den Horror im Kopf befeuern. Neben einer sehr ausführlichen Charakterentwicklung, die den Zuschauer nah heranholt, bietet das Menschenfresserszenario auf der anderen Waagschale das Gegengewicht zum sanften Grusel. Doch damit nicht genug. Reale Gewalt bannt den Zuschauer ebenso. Die GOTOS sind nicht nur in der Wahl ihrer Mittel zimperlich, sie haben zudem vor der Staatsmacht keinen Respekt. Selbst wenn ein polizeiliches Einsatzkommando anrückt, bleiben sie unbeeindruckt und setzen sich brachial zur Wehr.

Durchbrochen wird die Handlung in der Gegenwart durch einen Rückblick in eine jahrzehntealte Vergangenheit. Nicht weniger dicht als zuvor erzählt, erfährt der Zuschauer hier, woher der Zustand des Dorfes und der Familie GOTO rührt und wie all der Hass und die Abgründe in dieser Gegend Fuß fassten. Das ist teilweise nichts für schwache Nerven (und wieder einmal darf man sich wundern, in welchen Filmen Kinder mitwirken, und in welchen Szenen, die sie sich selbst noch lange nicht allein ansehen dürfen).

Okay, es ist Horror. Nicht immer ist unter dem Label Horror auch wirklich Horror verborgen. Hier schon! Ein starkes Setting, tolle Hauptdarsteller, eine fabelhafte Erzählung, ein verdammt heftiges Monster (ja, es ist eines!) und eine Spannungsschraube, die von Episode zu Episode weiter angezogen wird. Eine echte Ausnahmehorrorserie. Wer dergleichen mag, kommt hier so was auf seine Kosten! (Abrufbar auf Disney+.) 🙂

Freitag, 21. September 2018

SHAZAM! – Der Film

Filed under: Comics im Film — Michael um 20:14

SHAZAM! - Der FilmSHAZAM! Ein kleiner Junge wird zum Superhelden. Früh, als er erfunden wurde, hieß die Figur noch CAPTAIN MARVEL (aber eine Heldin dieses Namens hat MARVEL auch und es kann bekanntlich nur einen geben, deshalb bleibt es nun bei SHAZAM). Das Zauberwort SHAZAM setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben großer Namen: SALOMON, HERKULES, ATLAS, ZEUS, ACHILLES und MERKUR. Nun also reiht sich diese Figur, die sich durchaus mit SUPERMAN messen kann (man beachte entsprechende Crossover im DC-Universum), auch unter jene Helden ein, die den Weg auf die Kinoleinwand finden werden. ZACHARY LEVI, der Spaßvogel aus der langjährigen Agenten-Comedy CHUCK, übernimmt die Rolle des übermächtigen (erwachsenen) Helden, der eigentlich noch ein Junge ist. Das ist anfangs eine Konstellation, die ein wenig an BIG (mit TOM HANKS) erinnert. Denn von jetzt auf gleich gut zwanzig Jahre körperlicher (und geistiger) Entwicklung zu überspringen, kann durchaus irritierend sein, wie es eben TOM HANKS einst spielte (1988). Und der Humor funktioniert immer noch so gut wie damals. Nur eben mit Gauner-Verklöppen. 🙂

Link zum Trailer von SHAZAM!: https://www.youtube.com/watch?v=WQYfLJ9gv8A
Mehr Infos zu SHAZAM! hier im Comicblog: http://www.comicblog.de/2014/02/15/shazam/

ASTERIX UND DAS GEHEIMNIS DES ZAUBERTRANKS

Filed under: Comics im Film — Michael um 20:06

ASTERIX UND DAS GEHEIMNIS DES ZAUBERTRANKSMIRACULIX wird alt. Der Leser der Serie ASTERIX wusste das seit langem. Außerdem konnte er schon miterleben, was passiert, wenn der Druide des Dorfes der unbeugsamen Gallier nicht mehr seine Sinne ist (DER KAMPF DER DER HÄUPTLINGE, mein Herr!). Das Ergebnis war ein kunterbuntes Chaos, ein Römer, der das Fliegen lernte und das Geheimnis um den Zaubertrank, das hier furchtbar auf der Kippe stand, denn schließlich war MIRACULIX der einzige, der die für die Gallier so überlebenswichtige Rezeptur kannte. Hier knüpft die kommende ASTERIX-Verfilmung an: ASTERIX UND DAS GEHEIMNIS DES ZAUBERTRANKS. Der Trailer ist vielversprechend. Der Film wird im Animationsstil des produzierten Vorläufers ASTERIX IM LAND DER GÖTTER gedreht. Im direkten Trailervergleich ist der neue Film gleich besser im Geiste der Serie aufgebaut, denn der Humor wird schöner eingefangen. Die Stimmung unter den versammelten Galliern, die den Kommentaren eines an der Tür lauschenden METHUSALIX zuhören, trifft perfekt den Ton vieler kleiner Szenen der Serie. 🙂

Links zu den Trailern auf youtube:

https://www.youtube.com/watch?v=2ggsJqY9oG4 (ASTERIX IM LAND DER GÖTTER)
https://www.youtube.com/watch?v=1oZrzToGMu0 (ASTERIX UND DAS GEHEIMNIS DES ZAUBERTRANKS)

Mehr Infos zu ASTERIX IM LAND DER GÖTTER im Comicblog: http://www.comicblog.de/2015/08/18/asterix-imlanddergotter/

Dienstag, 31. Juli 2018

VENOM

Filed under: Comics im Film — Michael um 17:26

VENOMVENOM haben die Fans von SPIDER-MAN bereits auf der Kinoleinwand erleben dürfen (in SPIDER-MAN III, mit TOBEY MAGUIRE). Gleichzeitig wurde das Äußere des Symbionten erklärt, SPIDER-MANs Kostüm wurde geschwärzt durch das Zusammenspiel mit der außerirdischen Kreatur. Dieser Entstehungsmythos, auch aus den Comics her bekannt, wird hier im 2. TRAILER zu VENOM, aus dem Hause SONY, woher auch der neue SPIDER-MAN-Start (HOMECOMING) kommt, (noch?) nicht hergestellt. Deshalb mag die Ähnlichkeit des Kopfes noch ein Stück verwirrend sein. Die Handlung des TRAILERS ist es allerdings nicht. Mit TOM HARDY in der Hauptrolle hat man einen echten Charakterdarsteller gefunden, außerdem mit Comicfilmerfahrung (THE DARK KNIGHT RISES, als BANE). Der TRAILER macht direkt klar, wo der Hammer hängt. VENOM macht keine Kompromisse, VENOM beschützt seinen Wirt um jeden Preis und mit allen Mitteln, sofern EDDIE BROCK (TOM HARDYs menschliche Rolle) eine Art freiwilligen Pakt mit VENOM eingeht. Und nach und nach bleibt auch der letzte Rest Menschlichkeit auf der Strecke … das Ende des TRAILERS abwarten 🙂

LINK: https://www.youtube.com/watch?v=xLCn88bfW1o (2. TRAILER zu VENOM mit TOM HARDY)

Donnerstag, 21. Juni 2018

SPIDER-MAN: A NEW UNIVERSE

Filed under: Comics im Film — Michael um 17:44

SPIDER-MAN: A NEW UNIVERSEDas Spiel mit den alternativen Realitäten, verschiedenen Erden, teilen sich die beiden großen Comic-Universen. In der jüngeren Vergangenheit wurde das SPIDER-VERSE vorgestellt, das wirklich eine enorme Anzahl von SPIDER-MEN und SPIDER-WOMEN zur Rettung einer gemeinsamen Ordnung zusammenrief. Ein solches Comic-Ereignis kann selbst für langjährige MARVEL-Fans zu Verwirrungen führen. Lässt man sich aber darauf ein, wird es ein irrer Spaß.

Bekannt sind vorher bereits ein paar Variationen gewesen, etwa wie SPIDER-MAN 2099 oder der SCARLET SPIDER. Natürlich darf auch eine SPIDER-WOMAN nicht vergessen werden. Das SPIDER-VERSE mischt diese noch überschaubare Anzahl ordentlich auf.

Um aber nicht gleich den Zuschauer zu überfordern, wartet der Trailer nur mit drei Spinnenmenschen auf. Dem originalen SPIDER-MAN (PETER PARKER, die freundliche Spinne von nebenan), MILES MORALES (dem SPIDER-MAN des erloschenen ULTIMATIVEN UNIVERSUMS) und GWEN STACY (alias SPIDER-GWEN, aus einer Parallelwelt, in der das Mädchen von der Spinne gebissen wurde und PETER PARKER als Gegner sogar verstarb).

Die Optik des Trailers, angesiedelt zwischen Comic, Computerspiel und Animation ist flott, mit ausgezeichneter Kameraführung. Ein wenig erinnert das Aussehen an eine MARVEL-Serie jüngeren Datums: IRON MAN – DIE ZUKUNFT BEGINNT. Auch hier der räumliche Effekt computergestützter Animation genutzt. Im neuen Trailer für das SPIDER-VERSE, mit dem sich die Macher erfreulicherweise auf die Kinoleinwand wagen, verhält es sich ähnlich, ist nur deutlich opulenter.

Kinostart ist am 20. Dezember 2018, pünktlich zu Weihnachten. Wäre schön, wenn sich die Produktion lohnt und weitere Filme dieser Art das MARVEL-Universum bereichern. 🙂

LINKS:

SPIDER-MAN: INTO THE SPIDERVERSE
(Der original englische Trailer ist etwas länger.)

SPIDER-MAN: A NEW UNIVERSE
(Die deutsche Trailerfassung mit für den Markt angepasstem Titel.)

Donnerstag, 29. März 2018

BATMAN und HARLEY QUINN

Filed under: Comics im Film — Michael um 12:33

BATMAN UND HARLEY QUINNWenn das Schicksal der Welt auf des Messers Schneide steht, ist man wahrscheinlich eher gewillt wirklich jede Option zur Lösung des Problems in Betracht zu ziehen. Aus diesen Grund willigt BATMAN auch in eine Zusammenarbeit mit HARLEY QUINN ein, die als einzige in der Lage zu sein scheint, eine Spur zu POISON IVY zu finden. Besagte Pflanzenliebhaberin hat sich mit JASON WOODRUE verbündet, auch bekannt als FLORONIC MAN. Endlich und für immer sollen die Pflanzen alles fleischliche Leben auf der Erde beenden …

HARLEY QUINN hat immer mehr Spaß gemacht als der JOKER. Hier beweist sie, dass sie eine Geschichte durchaus ohne ihren Pupsie (wie sie ihn immer nennt) bestreiten kann. Apropos Pupsie: Noch nie zuvor wurde so oft im BATMOBIL gefurzt (ja, richtig gelesen). Mit HARLEY QUINN bleibt kein Auge trocken, Nasenschleimhäute auch nicht. Aber zurück zum Fall. Bevor die gute HARLEY QUINN helfen kann, muss selbst sie aufgespürt und überredet werden. Diese Aufgabe fällt NIGHTWING zu (den sie lieber mit NIGHTWIND anspricht).

Der ehemalige ROBIN, DICK GRAYSON, ist erwachsen geworden und nicht der erste Superheld, der einer Superschurkin verfällt (wie er BATMAN gegenüber so treffend feststellt, hat dieser doch seine ganz eigenen Erfahrungen mit CATWOMAN oder TALIA AL GHUL). So entsteht durch die Zusammenarbeit ein recht ungewohntes, aber ein charmantes und unterhaltsames Trio, das mit Überraschungen punkten kann.

Der FLORONIC MAN geht brutal zu Werke. Nicht einmal von dieser Welt hat er es sich zur Aufgabe gemacht, diese Erde durch sein Wirken zu verdammen. Warum dies am Ende nicht geschieht (natürlich nicht, denn das wäre ja das Ende des DC-Universums), ist auf seine Art sehenswert und im Umfeld der gewöhnlichen Superheldenschlachten ein sehr emotionaler Schachzug.

Grafisch orientiert sich die Folge an den Klassikern der ANIMATED SERIES von BATMAN und SUPERMAN und man tut gut daran, diese erprobte Stilistik beizubehalten. Sie ist flott, immer noch modern und stützt die Erzählung ausreichend. Die Linien sind schmal, vektorartig, die Kolorierung schlicht, knallig. Eine Charakterisierung wird stark von den menschlichen Sprechern transportiert, die in der deutschen Variante ebenso gut wie im englischen Original funktioniert.

Grafisch ausfallender ist der Vorspann und erinnert in seiner Machart an einen Vorspann aus BLAKE-EDWARDS-FILMEN (Der rosarote Panther), in jedem Fall an Zeichentrickserien, die in jener Zeit geboren (1960er, 1970er Jahre) wurden. Der Stil ist einigermaßen anarchisch aus heutiger Sicht, schrill, unbequem für den Blick, aber macht einen Heidenspaß. Sicherlich würde er auch für eine längere Episode taugen.

Flott, krachend, spaßig: BATMAN und HARLEY QUINN sind ein tolles, wenn auch bestimmt kein dauerhaftes Gespann. In dieser Ausnahmesituation passt es aber von Anfang bis Ende. BATMAN einmal anders, weniger ernst. Das ist erfrischend unterhaltsam. Darf es mehr von sein! 🙂

BATMAN UND HARLEY QUINN: Bei Amazon bestellen.

Link: Trailer auf Youtube.

Sonntag, 04. März 2018

BATMAN – GOTHAM BY GASLIGHT

Filed under: Comics im Film — Michael um 13:58

BATMAN - GOTHAM BY GASLIGHTZum Start ins 20. Jahrhundert hat sich GOTHAM als Ausrichter der Weltausstellung ins Rennen gebracht. Die düstere Stadt, die damit einen hellen, weltmännischen Glanz in ihre Gassen lassen will, hat die Rechnung ohne einen heimtückischen Serienmörder gemacht, der es besonders auf Prostituierte abgesehen hat. Eines seiner ersten Opfer ist die Tänzerin Pamela Isley. Ein Name ist für den unheimlichen Killer, der die Toten mit chirurgischer Präzision ausweidet, schnell gefunden: JACK THE RIPPER.

Die Animationsverfilmung einer Comic-Vorlage, GOTHAM BY GASLIGHT, zeigt den DUNKLEN RITTER einmal in einer ungewohnten Zeit, gegen einen noch ungewöhnlicheren Gegner aufstehend. Eine FLEDERMAUS treibt nämlich auch noch ihr Unwesen in der Stadt und einige Beobachter glauben sogar, dass es sich bei ihr und dem Killer um ein- und dieselbe Person handelt. BRUCE WAYNE, reich und jung, ist aus Europa und dem Rest von Amerika zurückgekehrt, wo er bei Meistern ihres Fachs lernte, darunter auch so klangvolle Gestalten wie SHERLOCK HOLMES und HARRY HOUDINI. (Ersterer wird zwar nicht namentlich genannt, aber mit seinem bekanntesten Zitat erwähnt. Fans des Meisterdetektiven werden sofort wissen, um welches es sich handelt.)

Darüber hinaus lassen sich auch andere Verbeugungen vor den Großen jener literarischen Epoche ausmachen. Einige bekannte Figuren aus der Welt rund um BATMAN geben sich hier, teils in veränderter Form, ihr Stelldichein. So werden auch drei Jungen, in der normalen Zeitlinie Anwärter für die Figur des ROBIN, eine Art Hommage an die BAKER-STREET-BOYS, helfen sie doch dem MITTERNACHTSDETEKTIVEN bei seiner Arbeit. Darüber hinaus gibt es ein Wiedersehen mit SELINA KYLE, JAMES GORDON, PROFESSOR HUGO STRANGE und HARVEY DENT (stimmlich von SASCHA ROTERMUND dargestellt, der interessanterweise in der aktuellen Hörspielserie BATMAN der FLEDERMAUS die Stimme leiht).

BATMAN funktioniert in dieser Epoche, die leichte Anklänge einer STEAMPUNK-Atmosphäre mitbringt. Das Kostüm ist angepasst, die Entschleunigung bedingt durch diese Ära einer Zukunft in den Startlöchern hat Vorteile. Der Schurke kann nicht durch überragende Technik ausfindig gemacht werden, sondern es wird ganz altmodische Detektivarbeit nötig. Darüber hinaus menschelt es, als auch der unmaskierte BRUCE WAYNE in den Fall hineingezogen wird.

Wer sich einige neuere Animationsfilme des DC-Universums der letzten Jahre angesehen hat, wird tricktechnisch keine Überraschungen erleben. Hier wird mit erprobtem Design ans Werk gegangen. (Wer sich ein Bild verschaffen möchte, betrachte die offiziellen Trailer und Clips zum Film.) Die RIPPER-Thematik hat dazu geführt, dass der Film erst ab 16 Jahren freigegeben wurde (entgegen der sonst üblichen Altersfreigabe ab 12 Jahre). Zwar hält sich die Kamera mit Einzelheiten logischerweise zurück, aber an der Darstellung von ein paar Morden kommt die Geschichte eben doch nicht vorbei.

BATMAN einmal anders, aber in ein gelungenes Szenario platziert. Wer einen maskierten Helden wie ZORRO akzeptierte, wird mit dem DUNKLEN RITTER auch in einer Postbürgerkriegsära in den Vereinigten Staaten zurecht kommen. Düster, spannend, vor allem überraschend. 🙂

BATMAN, GOTHAM BY GASLIGHT: Bei Amazon bestellen.

LINKS:
TRAILER – BATMAN – GOTHAM BY GASLIGHT
BATMAN – GOTHAM BY GASLIGHT, CLIP, DIE DREI ROBINS