Magnus Gault hat keine Zweifel an seinem Handeln. Er verfolgt das Böse in Sigmars Namen. Das erhöht nicht seine Sicherheit, dafür ist sein Glaube derart gefestigt, dass er ohne mit der Wimper zu zucken, dem Tod ins Auge sieht. Magnus ist eine Kämpfernatur. Ob Schwert oder Pistole, er macht reichlich Gebrauch davon und weiß auch damit umzugehen. Das ändert jedoch nichts daran, dass sein Leben mehr als einmal auf des Messers Schneide steht. Aber Magnus macht immer weiter, denn wie er selber sagt: Das Böse gönnt sich keine Pause. Ich auch nicht.
Gleich drei Zeichner setzen das vorliegende Projekt aus dem Warhammer-Universum um. Man stelle sich einen Jason Statham in der Rolle eines Hexenjägers vor. Gekleidet wie einst Vincent Price (vielleicht etwas martialischer) in einer gleichnamigen Rolle, mit Gegnern von denen Untote noch die geringsten Übel sind, so kehrt der Hexenjäger Magnus Gault vom Heiligen Orden des Sigmar in einen kleinen Ort ein, der bereits nach einem Schlachtfeld stinkt. Kaum hat er den Grund betreten, wird er auch schon angegriffen. Dan Abnett und Ian Edginton, die beiden Autoren, haben einen Helden unter ihre Fittiche genommen, der weiß, wann es heißt einen taktischen Rückzug anzutreten.
Dennoch nimmt sich die erste Aufgabe fast zu leicht aus. Gault absolviert das Auftaktabenteuer wie das Intro eines Bond-Films. Wie ein einsamer Wolf reitet er auf seinem Pferd namens Asche (!) in das nächste, weitaus größere Abenteuer. Sehr bald schon sind Untote nur noch ein kleines Problem. Abnett und Edginton schaffen eine Atmosphäre, die durch Leere besticht. Es ist ein weites Land, aber es ist auch nur spärlich besiedelt. Die kleine Orte oder Gehöfte täuschen eine Zuflucht vor, die sich allzu schnell in ein Horroranwesen verwandeln. Den Untoten folgen die mannsgroßen Ratten. Hexenjäger, menschlicher Schwertmeister und ein Zwerg kämpfen schließlich Seite an Seite. Was zuerst ländlich anmutet, geht wenig später in die Unterwelt (dorthin, wo sich Ratten wohlfühlen), hin zu einer Ausgrabungsstätte der besonderen Art. Wo das Schwert nicht ausreicht, kommen später sogar Explosivstoffe zum Einsatz: Action satt!
Rahsan Ekedal, Chad Hardin und Anthony Williams setzen die Warhammer-Welt in Bilder um. Alle drei Künstler sind optisch nah beieinander. Die Szenen wirken wie an bekannte Filmeinstellungen angelehnt. Regen, ein unbekannter Reiter, dessen Gesicht immer im Schatten seiner Hutkrempe liegt, eine Ortschaft, die sich aus der Dunkelheit schält. Als Leser oder besser Zuschauer solcher Geschichten ist man sofort im Geschehen. Wer allerdings glaubt, dass der Fortgang denkbar, erahnbar oder vorhersagbar ist, der sieht sich getäuscht. So schnell, wie Abnett und Edginton die Szenarien und Standorte wechseln, so schnell hat der Leser keine Gelegenheit über mögliche Ähnlichkeiten nachzudenken.
Warhammer bedeutet Action. Damit haben die Zeichner reichlich zu tun. Rahsan Ekedal, der den Hauptteil dieser Arbeit erledigt, arbeitet mit sehr feinen Linien, erschafft zerbrechliche Grafiken, die durch eine sorgsame, aber auch düstere Kolorierung eine spektakuläre wie auch filmische Wirkung erzielen. Will man einen Pferdefuß in den Bildern finden, ist es zweifellos die Farbe, die häufig sehr dunkel aufgetragen worden ist. Die Wirkung von glosenden Farben ist an der einen oder anderen Stelle der einer ordentlichen Geisterbahnatmosphäre, aber an anderer Stelle ist es eher störend.
Ein Action-Klopper mit vielen, sehr vielen Monstern. Dan Abnett und Ian Edginton lassen den Hexenjäger Magnus Gault auf eine Spur los, die mitten hinein ins Verderben führt. Für den Fan von Warhammer bedeutet das: Eine stilgetreue Umsetzung des Spiels mit dem Schwerpunkt Kampf und einem Helden, wie er knurriger kaum sein könnte. So horrormäßig kann Fantasy sein. 🙂
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